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Das kann uns keiner nehmen

Roman.
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Der Roman des Frühjahrs und darüber hinaus: mitreißend, lebensprall, hoch aktuell und zutiefst wahrhaftig

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Produktdetails

Titel: Das kann uns keiner nehmen
Autor/en: Matthias Politycki

ISBN: 3455009247
EAN: 9783455009248
Roman.
Hoffmann und Campe Verlag

4. März 2020 - gebunden - 304 Seiten

Beschreibung

Am Gipfel des Kilimandscharo: Hans, ein so zurückhaltender wie welto ener Hamburger, ist endlich da, wo er schon ein halbes Leben lang hinwollte. Hier, auf dem Dach von Afrika, will er endlich mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen. Doch am Grunde des Kraters steht bereits ein Zelt, und in diesem Zelt hockt der Tscharli, ein Ur-Bayer - respektlos, ohne Benimm und mit unerträglichen Ansichten.

In der Nacht bricht ein Schneesturm herein und schweißt die beiden wider Willen zusammen. Es beginnt eine gemeinsame Reise, unglaublich rasant und authentisch erzählt, wie das nur Politycki kann, gespickt mit absurden und aberwitzigen Abenteuern. Als sich die beiden schließlich die Geschichte ihrer großen Liebe anvertrauen, erkennen sie, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung o en haben. Doch der Tod fährt in Afrika immer mit, und nur einer der beiden wird die Heimreise antreten.

Portrait

Matthias Politycki schreibt, seitdem er 16 ist und wurde schon mit seinem opulenten Romandebüt als "Formfex im Sprachfels" (Die Welt) gefeiert. Sein Werk besteht heute aus über 30 Büchern, darunter mehrere Romane, Erzähl- und Gedichtbände sowie vielbeachtete Sachbücher und Reisereportagen. Er gilt als großer Stilist und ist einer der vielseitigsten Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur. Sein Weiberroman, eine Hommage an die siebziger und achtziger Jahre, ist eines der zentralen Werke der literarischen Postmoderne; als "einer der schönsten Schelmenromane unserer Zeit" (Radio Bremen) wurde seine Kreuzfahrtsatire In 180 Tagen um die Welt zum Bestseller. Sieben Jahre nach seinem als "wahrer Monolith" (Stern) gerühmten Roman Samarkand Samarkand erscheint 2020 ein neuer großer Roman, für den er um ein Haar in Afrika gestorben wäre. Gerettet hat ihn die Liebe einer Frau.

Pressestimmen

"Für diese gewaltige Vielfalt an Themen, Eindrücken, an Landschaftsbeschreibungen braucht Politycki keine 300 Seiten. Dazu erzählt er in einem schnurrigen, klaren und hervorragend lesbaren Stil, der einen von Beginn an packt." Carsten Heidböhmer stern.de, 19.03.2020
Bewertungen unserer Kunden
Nicht nur Abenteuer
von Wilhelma - 06.04.2020
Matthias Politycki beschreibt in seinem Buch " Das kann uns keiner nehmen" den mühevollen Aufstieg zum Kilimandscharo. Hans aus Hamburg hat sich den Anforderungen gestellt und das Ziel erreicht, auch in dem Krater zu übernachten. Aus einem Grund, den wir erst viel später erfahren werden, möchte Hans dort Buße tun. Er stellt sich den Geistern seiner Vergangenheit, um endlich Ruhe zu finden. Am Krater angekommen, findet er seine gewünschte Ruhe nicht, denn er muss sich dort mit Tscharli aus Bayern arrangieren. Gemeinsam müssen sie nicht nur den Abstieg bewältigen. Sie erleben Höhen und Tiefen gemeinsam und dies schweißt die beiden doch sehr unterschiedlichen Männer unwillkürlich zusammen. Denn auch Tscharli hat einen wichtigen Grund, dass er diese Besteigung noch unbedingt erleben wollte. Gut recherchiert nimmt uns der Autor quasi mit auf diese Reise und gibt uns einen kleinen Einblick in die Gefahren aber auch der Schönheit, die diesen mächtigen Berg umgibt. Desweiteren hat er die beiden Hauptpersonen sehr deutlich dargestellt und deren Charaktere gut herausgearbeitet. " Das kann uns keiner nehmen" ist kein Reisebericht, sondern auch gleichzeitig ein Lebensbericht!
Einmal noch richtig leben
von EOS - 05.04.2020
Dieses Buch beschreibt keine Bergsteigertour! So hatte ich es nämlich ursprünglich erwartet, ich wurde aber eines besseren belehrt, denn in meinen Augen beschreibt das Buch eine erstaunliche Persönlichkeitsänderung. Hans hat den Kilimanjaro bestiegen und möchte eine Nacht im Krater campieren, um dort nach langen Jahren endlich mit einer privaten Geschichte abzuschließen, die einen deutlichen Schatten über sein Leben geworfen hat. Sein Entsetzen ist groß, als er sieht, dass er dort im Krater nicht allein sein wird, weil bereits ein anderer seine Zelte dort postiert hat. Und seine Enttäuschung wird noch größer, als er merkt, mit welch sehr speziellem Charakter er dort oben die Nacht verbringen wird - mit Tscharli. Und nun setzen zwei Charakterstudien ein, die sehr gegensätzlich sind, die sich durch das ganze Buch ziehen, die einen aber in ihren Bann ziehen und die schließlich zu einer Symbiose führen, die man nicht erwartet hätte. Sehr detailliert und in vielen Beispielen führt der Autor uns die verschiedenen Charaktere vor Augen, der eine oberflächlich, frivol, gewöhnlich, mit schlechten Manieren - der andere gebildet, zurückhaltend, ernsthaft und nachdenklich. Auch sprachlich stellen sie Gegenpole dar: Hans mit seinem journalistischen Hochdeutsch und Tscharli mit seinen bayrischen Floskeln, die keine Grammatik kennen. Was man nicht für möglich hält, nimmt seinen Lauf: die beiden kommen sich immer näher, gehen eine Symbiose ein und erzählen sich Dinge, die man nur mit besten Freunden teilt. So erfährt Hans dann auch, dass Tscharli sehr krank ist und sich in Afrika noch einen letzten Sehnsuchtstrip erfüllen möchte. Er möchte mit dem Motorrad quer durch Sansibar cruisen. Und Hans soll ihn begleiten! Tscharli klammert sich regelrecht an ihn, nur mit ihm möchte er sein Leben abschließen. Somit beginnt das zweite Highlight des Buches: eine sehr dichte und atmosphärische Beschreibung Afrikas und seiner Bewohner. Durch detaillierte Beispiele und kleine Szenen auf Märkten, in Kneipen, Restaurants usw. bekommen wir ein Bild der Lebensfreude, der Farbvielfalt und der Vielfältigkeit geliefert, das mir sehr gut gefallen hat. Etwas hat mich das gesamte Buch hindurch genervt: das permanente Ignorieren der Rechtschreibreform bezüglich ß. Es gibt einfach kein daß mehr, aber in diesem Buch finden wir es zuhauf! Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, bisweilen war es sogar richtig spannend. Deshalb möchte ich es weiterempfehlen und vergebe fünf Sterne.
Perfektes Road-Movie
von melange - 04.04.2020
Zum Inhalt: Der Norddeutsche Hansi trifft am Krater des Kilimandscharos nicht etwa auf die erwartete (und erhoffte) Ruhe und Stille, sondern auf das genaue Gegenteil: Tscharli, seines Zeichens Bayer, und zwar einer der despektierlichen, lauten, politisch inkorrekten und damit absolut untragbaren Sorte. Aber manchmal geht das Schicksal seltsame Wege und was als Schock beginnt entpuppt sich schnell als ein Abenteuer von der Sorte, die man nie wieder vergisst. Mein Eindruck: In seinem Vorwort thematisiert Politycki, dass er von selbst Erlebtem inspiriert wurde, im Nachwort, dass ihm bekannte Personen nur ihre Namen gaben, die Begebenheiten mit ihnen jedoch frei erfunden sind. Daraus fabuliert der Autor eine Geschichte, die höchstwahrscheinlich auf eigenem Glück (oder Unglück - je nach Sichtweise) fußt und damit genau das kleine Quäntchen Wahrheit beinhaltet, die eine wirklich gute Geschichte braucht. Dazu ist Politycki ein brillanter Erzähler. Afrika in all seiner Schönheit erscheint so deutlich, dass man am liebsten direkt dorthin reisen möchte, bevor all seine Grausamkeit die Leser genauso schnell wieder auf den Boden der Tatsachen (und bekanntes Terrain) zurückholt. Kein Kontinent für Weicheier, es wird Stärke benötigt. Und was macht - wie schon Chuck Norris immer wieder beweist - besonders stark? Humor! Neben Afrika ist das zweite große Pfund des Romans sein Humor, der immer wieder aufblitzt, wenn der Tscharli sich wieder einmal daneben benimmt und trotzdem weiser ist als so mancher braver Bürger, der nur nicht anecken will. Dieser Humor ist ansteckend, - nicht nur für den Ich-Erzähler Hans, sondern auch für alle anderen Charaktere und letztendlich für die Genießer des Buchs. Doch bei allem Humor, der sich in absurden Abenteuern und Dialogen entspinnt, besitzt "Das kann uns keiner nehmen" eine sehr ernste Seite, die Krankheit, Tod und zerbrochene Beziehungen beinhaltet. Und so hat man permanent Tränen in den Augen, - manchmal vom Weinen, manchmal vom Lachen und zum Schluss bei aller Trauer ein gutes Gefühl. Mein Fazit: Ganz großes Kino
Gipfelstürmer
von S.Kuehn - 01.04.2020
Unter dem Roman "Das kann uns keiner nehmen" von Matthias Politycki habe ich mir eigentlich etwas ganz anderes vorgestellt. Ich mag Bergsteiger Romane sehr gerne und hier geht es ja auf den Gipfel des Kilimandscharo, wie auch das wunderbare Cover zeigt. Dass das Gipfel erklimmen eigentlich hier nur eine Nebenrolle spielt, wird aber sehr schnell klar. Der Autor bedient sich toller Beschreibungen, um uns Afrika und das Leben dort, näher zu bringen und ganz langsam und sachte entwickelt sich eine Geschichte über Freundschaft und auch über Liebe, in der Gegenwart und Vergangenheit. Hier wird ganz viel mit Gefühl geschrieben, es gibt eine Menge Humor, aber auch Mitgefühl, Trauer und Leidenschaft. Das Buch räumt mit so einigen Vorurteilen auf und bringt einen zum nachdenken über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das einzige, was für mich ein Kritikpunkt wäre, war der bayrische Dialekt, mit dem ich mich eine Weile recht schwer tat, man gewöhnte sich aber dran.
Offene Rechnungen
von Martin Schult - 31.03.2020
Eigentlich sind der eher introvertierte Hans und der extravagante Tscharlie grundverschiedene Menschen. Der Umstand allerdings, dass sie sich am Kraterrand des Kilimanjaro treffen, macht ein näheres Kennenlernen erst möglich. Die ersten Auseinandersetzungen verlaufen aber genau so, wie sie zu erwarten waren, die Beiden geraten schnell aneinander, und so ist es doch schon ein wenig verwunderlich, dass sich Hans davon überzeugen lässt, den kranken Hans auf seiner letzten Reise durch Afrika zu begleiten. Eine Reise, die den Beiden die Bewältigung ihrer eigenen Vergangenheit ermöglichen soll... Die Aussage vom Literaturkritiker Denis Scheck Matthias Politycki zählt zu den wenigen Autoren, die über eine ganz eigene Sprache, einen unverkennbaren Sound verfügen hat mich aufmerken lassen. Ich kannte bisher noch kein Buch des Autors und bin mit großer Neugier und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk Das kann uns keiner nehmen gestartet. Ich hatte zunächst ein wenig Anlaufschwierigkeiten, aber nachdem ich einige Seiten gelesen hatte, konnte mich der bildreiche und atmosphärische Schreibstil des Autors in den Bann ziehen. Es entsteht quasi eine Sogwirkung, die mich das Buch kaum noch aus der Hand legen lassen wollte. Die beiden grundverschiedenen und sehr interessant gezeichneten Hauptprotagonisten finden nach und nach zueinander und schließen in kürzester Zeit eine intensive Freundschaft, von der Beide stark profitieren. So unterstützen sie sich gegenseitig dabei, mit den Problemen ihrer eigenen Vergangenheit ins Reine zu kommen. Der zunächst etwas belanglos wirkende Einstieg wandelt sich im Verlauf des Buches zu einem emotionalen und packenden Roman über das Leben und die Liebe. Sowohl Hans als auch Tscharlies Schicksal haben mich dabei ergriffen und wirken bei mir noch länger nach. Insgesamt ist Das kann uns keiner nehmen aus meiner Sicht ein beeindruckender Roman, der in erster Linie mit seinen spannenden Charakteren und dem Erzähltalent des Autors punktet. Für mich eine Entdeckung, die ich gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.
von Daniela Hohenwarter - 30.03.2020
Der Tscharlie, ein derber Ur-Bayer, der kein Blatt vor den Mund nimmt, und Hans, Autor aus Hamburg, treffen sich im Krater des Kilimandscharo, wo sie über Nacht campieren. Keiner hat Lust auf die Gesellschaft des anderen, jeder von ihnen ist dort, um mit etwas abzuschließen. Mit entsprechendem Unmut fällt die erste Begegnung aus. Was jedoch anfangs nicht weiter voneinander entfernt sein könnte, das driftet im Laufe der Geschichte immer näher zueinander hin und der Tscharlie und Hans begeben sich gemeinsam auf eine Reise durch ein Afrika, das bunter und aufregender nicht sein könnte. Matthias Politycki versteht es, Landschaften, Figuren und Begebenheiten mit wenigen Pinselstrichen so zu malen, dass der Leser sich direkt in die Szenen hineinversetzt fühlt. Nachdenkliche Abschnitte wechseln sich mit heiteren ab, und immer wieder bringt der Tscharlie den Leser zum Schmunzeln, indem er ihm ein paar seiner bayrischen Lebensweisheiten entgegenschleudert. Obwohl die Idee absurd erscheinen mag, dass man mit jemandem, den man kaum kennt und der einem nicht einmal sympathisch ist, auf eine Reise durch Afrika geht, wird die Geschichte in keinem Moment unglaubwürdig. Sie zeigt auf, dass man seine Vorurteile nur zu leicht fällt und gut tut, über diese hinweg den Gegenüber kennen zu lernen, bevor man sich eine Meinung bildet. Ein hervorragender, zugleich unterhaltsamer als auch nachdenklich stimmender Roman, den ich gerne weiterempfehle.
Wahre Männerfreundschaft
von Tanja Gessler-Knopp - 24.03.2020
Matthias Politycki erzählt die Geschichte einer schwierigen Freundschaft: Zwei Deutsche, die unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich per Zufall auf dem Gipfel des Kilimandscharo. Der eine ist Schriftsteller mit Namen Hans, still, introvertiert, ein Verantwortungsmensch, der lange nachdenkt, bevor er wenig sagt und immerzu fürchtet, den Stolz der afrikanischen Guides zu verletzen. Der andere ist ein dröhender Vergnügungsmensch mit Namen Tscharli, witzig, zupackend, sehr direkt im Umgang mit allen Einheimischen, inbesondere mit den Frauen, denen er zweideutige Komplimente macht. Oberflächlich haben beide Protagonisten keine Gemeinsamkeiten, aber nachdem sie sich beide in die Haare bekommen haben, nähern sie sich langsam an und stellen fest, dass sie gar nicht so unterschiedlich sind. Schließlich vertrauen sich beide Männer die Geschichte ihrer großen Liebe an und erkennen, dass sie mit dem Leben noch eine Rechnung offen haben. Doch der Tod fährt in Afrika immer mit und nur einer von beiden wird die Heimreise antreten. Der Roman ist gespickt von absurden und aberwitzigen Abenteuer, aber das gerade macht ihn so lesenswert. Auch die Dialoge zwischen den beiden Männern sind immer für eine Überraschung gut. Der Roman schlägt schnell ins Ernsthafte um, als einer von beiden krank wird. Wer wird hier nicht verraten. Der Roman gewinnt an Tiefe und man kann vor Spannung nicht aufhören zu lesen. Leider stirbt einer der Protagonisten, aber als Leser bleibt man versöhnt zurück. Für Leser, die vielleicht nicht des Bayerischen mächtig sind, könnte es ein bisschen schwierig werden, alles zu verstehen, was Tscharli von sich gibt. Ich habe bis jetzt noch keinen anderen Roman von Matthias Politycki gelesen, aber ich muss sagen, dass ich diesen Roman einfach wundervoll finde und mich nun an weitere wagen werde.
Emotionale und verrückte Reise
von Leseratte - 20.03.2020
Matthias Politycki, einer der gefeiertsten und vielseitigsten Autoren der Gegenwartsliteratur, erzählt hier von einer ganz und gar unwahrscheinlichen Freundschaft. Der Hamburger Hans erfüllt sich einen langgehegten Traum: das Dach von Afrika zu besteigen. Endlich angekommen, steht aber bereits ein Zelt am Grund des Kraters. Der Ur-Bayer Tscharli, respektlos, rassistisch und auch sonst ohne Benimm, hockt in seinem Zelt. Ein Schneesturm zieht in der Nacht herein und wider Willen schweißt dieser die beiden ungleichen Männer zusammen. Es beginnt eine gemeinsame Reise mit unglaublichen Abenteuern. Mit diesem rasanten und authentischen Roman hat Matthias Politycki eine emotionale und grandiose Geschichte geschrieben. Man kann sich wunderbat mit dem Ich-Erzähler Hans identifizieren, der zu einem unfreiwilligen Reisegefährten von dem Tscharli wird. Und wie sich aus seinem Widerwillen langsam Zuneigung und Freundschaft entwickelt. Einfach wunderbar geschrieben und flüssig zu lesen. Ich hatte das Gefühl, bei dieser Reise durch Afrika direkt dabei zu sein. Eine unglaublich schöne und bewegende Lektüre, die ich unbedingt weiter empfehlen kann.
Männerfreundschaft in Afrika
von Anonym - 19.03.2020
Die Leseprobe begann mit einem ungleichen Männerpaar, die jeweils einen Traum zu überwinden gedachten und sich zufällig begegneten. Der vermeintlich Starke Tscharli führt den kleinen Hansi umher und in das afrikanische Leben ein. Erst dachte ich an bayerisches Geprotze, aber dann kommt es doch anders. Die Beschreibung der Reiserouten abseits der Touristenströme , das wahre Afrika erweisen sich nicht immer bequem, aber interessant . Einblicke in Hierarchiestellung auf den afrikanischen Straßen und Behörden sind für Unbedarfte neu. So wünscht man sich die Erkundung eines neuen Gebietes. Mehr und mehr bestimmen sentimentale Lebensweisheiten und gesundheitliche Veränderungen des Tagesablauf. Der Schreibstil ist wie aus dem Munde kommend.
Ungleiches Paar auf Abschiedstour
von Insta.amreading - 18.03.2020
Also, so ein Buch habe ich auch noch nie gelesen... Ich gebe zu, der wunderschöne Buchumschlag hat mich auf eine völlig falsche Fährte geleitet, denn zuerst dachte ich, es wäre ein Buch über Fernweh des Ich-Erzählers Hans aus Hamburg... ...bis der Tscharlie auftauchte. Der Tscharlie zeigt sich als Ur-Bayer, genau wie man ihn sich vorstellt: sehr laut, fast übersteigert selbstbewusst, Bier/Absacker-liebend, oft nervig, mit "volkstümlichen Humor" und leider auch oft unerträglich in seinen Ansichten. Die beiden werden zu so einer Art "ungleiches Paar auf Abschiedstour", und die Geschichte ist so authentisch und unmittelbar geschrieben, dass man die Beiden ganz genau vor seinem inneren Auge sehen kann, wie sie ihre Abenteuer erleben. Dabei geht es um Afrika, Abenteuer, Liebe, Geheimnisse, Spaß, Tod und ein paar Überraschungen. Man spürt selbst, dass man auch dann an einem Menschen und seiner Geschichte interessiert sein kann (und von ihm lernen kann), wenn man vieles an ihm nicht gut leiden kann... so geht es Hans und mir auch.
Wakala und Saubazi
von amara5 - 17.03.2020
Hans, ein eher verschlossener Hanseat, und der derb-aggressive Saubazi Tscharli treffen bei ihrer Kilimandscharo-Besteigung aufeinander. Hier, am höchsten Bergmassiv Afrikas, zwischen Himmel, Wolken und Erde entsteht aus anfänglicher Unsympathie und Falschbeurteilen eine Freundschaft. Denn Tscharli hat zwar einen sehr harten und teils obszönen Kern, verbirgt aber so manches weiches Geheimnis. Stück für Stück lässt der Beißer Hans hinter seine Fassade blicken. Als klar wird, dass Tscharli schwer krank ist, begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Reise durch Afrika - von Tansania bis nach Sansibar (eine schöne Landkarte hierzu ziert den inneren Buchumschlag). Hier ist vor allem die Darstellung von Land und Leute sehr detailreich und anschaulich. Eher beschwerlich und manchmal sehr nah an der Schmerzgrenze sind die vielen vorlauten Bemerkungen und Kommentare von Tscharli in seinem anstrengenden Fantasie-Suhali-Bairisch-Englisch - nicht selten musste ich ein Wörterbuch online zurate ziehen und eher schaudern als schmunzeln. Matthias Politycki verarbeitet neben den bunten Roadtrip-Eindrücken auch eine autobiografisch geprägte Krankheitsgeschichte in Afrika - diese kommt auf den letzten Seiten sehr detailreich geschildert zur Geltung und verlangt wegen den vielen Durchfall- und Eiterschilderungen eine Menge vom Leser ab. Mich konnte der rasante Roman leider nicht ganz fesseln - vieles erschien mir zu gewollt und etwas zu plakativ. Trotzdem hat er auch viele nennenswerte und schöne Momente, die vom Leben, Scheitern, Tod und das Revidieren von Urteilen handeln - und von einer ganz besonderen, wenn auch nicht von Anfang an gewollten Männer-Freundschaft. Letztere hat beiden geholfen, wichtige Lebensabschnitte zu verarbeiten und die Schwelle zum Horizont zu betreten.
Absurder gehts nicht
von Marianna T. - 16.03.2020
Im Krater des Kilimandscharo treffen sich zwei ältere Männer, beide wollten dort alleine die Nacht verbringen - offene Rechnungen mit dem Leben begleichen, ihren unglücklichen Lieben nachtrauern. So ungleich sie auch sind, ist das der Beginn einer unwahrscheinlichen Freundschaft. Doch der Tod läuft auch mit. Diese emotionale Männergeschichte ist reizvoll, weil sie autobiographische Anteile hat und Männerthemen selten so berührend aufgearbeitet werden. Eine einfache Schilderung der Entwicklungen hätte deswegen genügt, um die Geschichte gelingen zu lassen. Der Autor hat jedoch einen großen Fokus auf die Sprache gelegt, die sehr auffällig ist und der Erzählung nicht nur gut tut. Es ist schwer das Sprachgewirr zu verstehen, das aus bayrischem Geschwätz , dem dreisprachigen Pidgin aus suaheli-deutsch-englisch und der ganz gegensätzlich gehobenen deutschen Sprache besteht. Dazwischen werden ganz unvermittelt und scheinbar beliebig Wörter wie insonderheit , nachgerade gestreut und davon gesprochen, dass ihm eine Toilette avisiert wurde. So wirkt das Ganze sehr schräg und lässt die Geschichte umso merkwürdiger erscheinen. Die Geschichte hat für sich schon viele surreale Anteile. Die Charaktere Hans und Tscharli sind mit vielen Eigenheiten ausgestattet, die sich gegenseitig aneinander aufreiben. Bei den Lesenden werden Scham und Ärger erzeugt, besonders wegen dem rassistischen Auftreten Tscharlis. Als die beiden ihre Reise gemeinsam fortsetzen wird es zwischenmenschlich zunehmend merkwürdig. Trotzdem werden beide mit der Zeit sympathisch und ihr Handeln verständlicher. Die eingestreute politische Kritik und geschichtliche Informationen kommen noch hinzu. Alles etwas komplex und nah am absurden. Dagegen ist die Grundgeschichte, dass sich zwei ältere Deutsche im Kilimandscharo in Afrika begegnen, die am Wendepunkt ihres Lebens stehen richtiggehend realistisch. In drei Erzählstrange geteilt, geht es nach dem ersten Teil im Krater und der gemeinsamen Weiterreise als zweites, dann im dritten Teil um den Rückblick in die Vergangenheit von Hans. Der erste Teil liest sich spröde, der zweite Teil fließt dann besser, zum Ende hin wird das Lesen zunehmend leichter. Der letzte Teil ist es auch, der die Lesenden mit der Geschichte versöhnen kann. Grundsätzlich eine faszinierende Thematik, die jedoch sprachlich und inhaltlich schräg umgesetzt wurde. Durchaus unterhaltsam, aber schwer lesbar.
Nichts ist wie es scheint
von Wortspielerei - 16.03.2020
Das bayrische Urgestein Tscharli ist schon ein ganz besonderer Spezi. Total von sich eingenommen schmeißt er nur so bayrische Ausdrücke um sich vermischt mit Suaheli und bringt damit nicht nur die Afrikaner zum Lachen, sondern erreicht so auch alles was er will auf dem "kurzen Dienstweg" bei den Behörden und auf den Straßen. Den Hamburger Hansi jedoch bringt er damit jedoch fast um den Verstand. Als die Träger und Führer der Afrika-Expedition ihm schließlich die Verantwortung für den kranken Tscharli aufs Auge drücken, will sich Hansi am liebsten verdrücken. Tscharli, der sich immer mehr vom Leben verabschiedet, will noch mal richtig Spass haben auf seine letzten Tage und lässt sprichwörtlich nochmal die Sau raus. Notgedrungen muss Hansi mitziehen und lernt den Tscharli auf einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Nichts ist so, wie es zuerst den Anschein hatte und eine wunderbare Freundschaft beginnt. Eine sehr bewegende, aber auch traurige Geschichte, die gespickt ist mit allerlei Lebensweisheiten, Kuriositäten und lustigen Anekdoten.
Liebe das Leben. Und das Leben liebt dich!
von Xirxe - 12.03.2020
Hans möchte mit seiner Vergangenheit ins Reine kommen - mit einer Besteigung des Kilimandscharo und der Übernachtung im Gipfelkrater. Doch als er und seine Gruppe oben ankommen, muss Hans zu seinem Ärger feststellen, dass dort schon ein Anderer seine Zelte aufgeschlagen hat. Widerwillig nähert er sich dem Platz und es kommt noch schlimmer: Der ihnen Zuvorgekommene, Tscharli, ist ein ungehobelter, respektloser Urbayer mit fürchterlichen Ansichten. Auf dem am nächsten Morgen gezwungenermaßen gemeinsamen Rückweg wird deutlich, wie schlecht es um Tscharlis Gesundheit bestellt ist. Und eh Hans es sich versieht, befindet er sich plötzlich für eine Woche auf einer gemeinsamen Reise mit diesem Rüpel. Hans berichtet diese Geschichte als Ich-Erzähler und, natürlich, ist er selbst der Maßstab, an dem er Tscharli misst. Immerhin ist er von Beginn an ehrlich genug um festzustellen, dass dieser unsägliche Bayer mit den Afrikanern wesentlich besser klar kommt als Hans, auch wenn er sie immer wieder Neger nennt. Es ist durchaus belustigend zu lesen, wie der politisch korrekte Hanseat dem alten Zausel klar zu machen versucht, wie reaktionär dessen Ansichten und Verhalten sind. Tatsächlich ist es Hans jedoch, der den Einheimischen fremd bleibt bzw. sie auf Distanz hält. Ungewollte europäische Arroganz, Überheblichkeit oder schlicht Furcht? Die beiden so verschiedenen Männer freunden sich wider Erwarten an und nach und nach erzählen sie sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten; zumindest den Teil, der sie nach Afrika geführt hat. Es ist nicht nur eine bzw. zwei Geschichten über die Liebe des Lebens, sondern auch die Liebe zum Leben, die Tscharli aller Widrigkeiten zum Trotz nicht verliert. Er, der zeitweise schmerzhaft geradeheraus ist und scheinbar zwanghaft fast immer gute Laune hat, zeigt seinem Begleiter, wie gut es sich leben lässt und Hans lernt von ihm. Er fühlt sich zum ersten Mal frei, ohne jede Zwänge, die ihm in Deutschland nicht mehr bewusst waren. Matthias Politycki lässt seinen Protagonisten in einem Tonfall erzählen, als säße er einem gegenüber. Selbst Zögerlichkeiten beim Nachdenken, das Abwägen - alles wird festgehalten und wirkt damit wie ein persönliches Gespräch. Ein Gespräch mit Beschreibungen die so deutlich sind, dass man die Menschen wie auch die Szenerien unmittelbar vor Augen hat. Tscharli ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass es noch viel mehr Tscharlis auf dieser Welt gibt.
So ist Afrika
von kabo16 - 10.03.2020
Im Krater des Kilimandscharo treffen sich zwei total gegensätzliche Menschen, die eine unvergessliche Nacht in Todesangst dort verbringen. Der kühle norddeutsche Hans und der Tscharli, ein echter Bayer. Was die beiden in dieser Nacht auf dem Dach von Afrika erleben und meistern, das schweißt sie irgendwie zusammen. Zusammen erkunden sie noch einen kleinen Teil vom schwarzen Kontinent. Für beide ist es eine Reise in die Vergangenheit, denn keiner ist das erste Mal hier. Die Liebe und der Tod spielen eine große Rolle, die Menschen aus beiden Kontinenten und die momentane Situation des Landes ebenso. Tscharli spricht immer frei von der Leber heraus, was viele denken, aber muss man alles was wahr ist sagen? Die Afrikaner nehmen es ihm weniger übel, als der Hans. Vielleicht weil es aus dem Herzen kommt. Hans war am Anfang erst wütend auf den Bayern, dann hat er sich für ihn geschämt, und nach dem Mitleid kam die Hochachtung. Mir gefielen beide Helden! Matthias Politycki hat in diesem Roman teilweise seine eigenen Erlebnisse aus Afrika einfließen lassen. Man merkt in seinen Sätzen die Liebe zu Afrika, dies schließt die Kritik aber nicht aus. Sätze wie: Alle, die auf der Strecke zwischen Moshi und Daressalam unterwegs waren, kehrten hier zum Essen ein, es schmeckte richtig schlecht. Mir gefällt dieser Schreibstil. Ich konnte herzhaft lachen und war am Ende mit einem Taschentuch in der Hand sehr traurig, daß das Ende da war.
Eine unglaubliche Reise
von phil09 - 07.03.2020
Autor Matthias Politycki nimmt den Leser in seinem Roman Das kann uns keiner nehmen mit auf ein großes, spannendes und vor allem unerwartetes Abenteuer am Gipfel des Kilimandscharo. Die Handlung beschert pure Dramatik, unerwartete Geschehnisse bzw. Erkenntnisse und unvorhergesehene witzige Momente. Wir begleiten zwei grundverschiedene Charaktere, namens Hans und Tscharli, auf der Reise ihres Lebens. Für den einen ist es der Wendepunkt für den anderen der Endpunkt seines Lebens... Beide Charaktere sind spannend und vor allem unterschiedlich gezeichnet. Hat man es geschafft sich mit beiden anzufreunden, ist es ein wahres Vergnügen diese Reise zu begleiten. Der Schreibstil ist, wie von vielen beschrieben, recht speziel, jedoch wenn auch nach einigen Startschwierigkeiten, sehr eingänglich und ein absoluter Pluspunkt dieses Romans. Die beim Lesen des Romans erlebten spannenden sowie dramatischen und emotionalen Momente verdienen starke 4 von 5 Sterne.
Gegensätzlikeit zieht sich an
von Didi2256 - 07.03.2020
Das kann uns keiner nehmen von Matthias Politycki ist ein Roman über eine besondere Männerfreundschaft. Hans hat noch eine Rechnung mit sich zu begleichen und möchte dies im Inneren des Kilimanadscharo tun, dabei trifft er auf den Urbayern Tscharli. Zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Tscharli, der sein Herz auf der Zunge trägt, beschließt das Hans ihn auf seinem letzten Trip begleitet. Völlig überrumpelt begleitet ihn Hans und es beginnt eine Freundschaft, die tief ins Innere der beiden blicken läßt. Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht und gleichzeitig ein Reisebericht. Durch die Augen des Autors blicken wir in ein wunderschönes Afrika. Das Cover läßt die Weiten von Afrika erahnen, wunderschöne Farben runden das Gesamtbild ab. Anschaulich wird die Reise durch die Wegskizzen im Inneren des Buches gemacht. Politycki beschreibt die Charaktere der Protagonisten auf eine besondere Art seines Schreibstils. An den ruppigen Tscharli, der immer mit der Tür ins Haus fällt, mußte ich mich erst gewöhnen, mit Hans dem kühle Hanseaten kam ich eher klar. Man fühlt wie die Beiden zusammen wachsen. Wir erfahren viel aus der Vergangenheit und geraten immer wieder in emotionale Wallungen. Ein wunderbares Buch das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Zu wenig Kilimandscharo, zu viel Tscharli
von Tany Bee - 05.03.2020
Normalerweise habe ich ein ganz gutes Händchen bei der Auswahl meiner Lektüre, aber hier habe ich total daneben gegriffen. Was mich an dem Buch gereizt hat: Die Besteigung des Kilimandscharo. Ich erlebe gerne Abenteuer von der Couch aus. Der Ich-Erzähler des Romans, Hans, besteigt den Berg und möchte, gegen die Empfehlung der einheimischen Führer, im Krater übernachten, während die ganzen anderen Touristen sich wieder an den Abstieg machen. Leider ist Hans nicht so einsam wie erhofft: Der Tscharli ist schon da, der im tiefsten bayrischen Dialekt redet und das sehr ausdauernd. Hans empfindet ihn als sehr unangenehm, seine direkte Art, die oft beleidigend ist, und bewundert ihn doch auch, weil ihn die einheimischen Bergführer alle zu mögen scheinen. Die Killimandscharo Besteigung ist nach wenigen Seiten vorbei, aber Tscharli bleibt dem Leser erhalten. Tscharli ist krank und überredet Hans, mit ihm eine Abschiedstour nach Sansibar zu machen. Er redet in Phrasen und breitesten Bayrisch, und allein das hat mit die Lektüre schon verleidet. Ich konnte überhaupt keine Nähe zu diesem Buch aufbauen. Tscharli blieb für mich unangenehm und abstoßend, der Roman konnte mich nicht davon überzeugen, ihn zu mögen. Ein alter weißer Mann, der im Kolonialherren -Stil durch Afrika reist. Ich verstehe auch nicht, warum es für Hans erstrebenswert sein sollte, mehr wie der Tscharli zu sein (was er im Laufe des Romans wird). 60 Seiten lang erhalten wir einen Rückblick, zu einer früheren Reise des Ich-Erzählers. Dieser Teil war wesentlich interessanter, aber leider auch nicht umwerfend. Gut gefallen daran hat mir vor allem, dass Tscharli nicht vorkam. Das kann uns keiner nehmen konnte ich emotional nicht berühren. Auch die Motivation der Personen blieb mir oft fremd. Leider keine Lesempfehlung von mir.
Eine Afrikareise, die es in sich hat
von Sikal - 05.03.2020
Der Hamburger Hans reist nach vielen Jahren wieder nach Afrika, um am Krater des Kilimandscharo ein Kapitel seiner Vergangenheit abzuschließen. Nur so, scheint es, wird er sein zukünftiges Leben ertragen können. Viele Jahre hat er sich über das "Wie" Gedanken gemacht und steht nun endlich am Krater und muss erkennen, dass bereits jemand vor ihm ein Zelt aufgeschlagen hat und er nicht allein sein wird bei dieser Abschiedstour. Doch dass er auf den Tscharli trifft, hätte sich Hans in seinen schlimmsten Träumen nicht ausgemalt - ein Ur-Bayer, der mit proletenhaften, rassistischen und respektlosen Aussagen nur so um sich wirft. Als in der Nacht ein Schneesturm aufkommt, müssen die beiden wider Willen zusammenhalten, um ihr Überleben am Berg zu sichern. Dass es für beide der Anfang einer gemeinsamen Reise durch Afrika wird, ahnen zu dem Zeitpunkt wohl beide nicht. Auf ihrem Trip durch Afrika und durch die Vergangenheit muss Hans erkennen, dass der Tscharli nicht nur eine Seite hat. Als King of Fulalu ist er den Einheimischen bekannt und hat sich einen Freundeskreis aufgebaut, auf die die beiden Reisenden immer wieder zurückgreifen (müssen). Während der Geschichte erfahren wir einiges über Hans und Tscharli, über ihre Vergangenheit, über eine zerbrochene Liebe, über ihre Interessen und auch über Tscharlis Krankheit - und bald vermutet man, dass dies Tscharlis letzte Reise sein wird und er sich Hans als Begleiter nicht ohne Hintergedanken ausgesucht hat. Doch auch Hans macht eine Wandlung durch und schon bald entsteht zwischen den Beiden ein Band, das sie zusammenschweißt. Der Autor hat die beiden unterschiedlichen Männer in eine Extremsituation gebracht, um eine Verbindung herzustellen. Er beschreibt mit viel Empathie die Situation in Afrika und gibt einen tiefen Einblick in diese Männerfreundschaft. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet und entwickeln sich im Laufe der Geschichte, was mir sehr gut gefällt. Der von Vorurteilen geprägte Hans lernt loszulassen und hinter die Dinge zu blicken, während der Tscharli von seinen abgedroschenen nervigen Floskeln ablässt und durchaus ernsthaft diskutieren kann - zumindest manchmal. Der Schreibstil ist fesselnd, hat mich nicht mehr losgelassen. Man erkennt wie sehr der Autor mit Afrika verbunden ist, man liest auch welche Geschichte ihn persönlich mit dem Land verbindet. Ein Roman über Freundschaft, Toleranz und Hoffnung. Ein Buch, das berührt, mit tiefgründigen Aussagen beeindruckt und mit vielen Emotionen geschmückt ist. Lesenswert! Gerne vergebe ich 5 Sterne für Tscharli und Hans.
Wie auf den zweiten Blick aus ungleichen Männern Freunde werden
von Anonym - 04.03.2020
Ein solch tolles Buch mit seiner gelungenen Mischung aus zwei Lebensgeschichten und Reisebericht lese ich nicht alle Tage. Bei der Besteigung des Kilimandscharo-Gipfels treffen sich unfreiwillig der reservierte Schriftsteller Hans aus Hamburg und der grantige, urige, etwas "großkotzige" Bayer Tscharli, die es dorthin aus unterschiedlichen Motiven verschlagen hat. Zu Hause in Deutschland hätten sie einander gemieden. In Afrika aber bleiben sie auf Wunsch des gesundheitlich angeschlagenen Tscharli für eine ganze Woche zusammen und begeben sich auf eine gemeinsame Reise nach Daressalam und Sansibar. Beide erkennen allmählich, über den jeweils anderen falsch geurteilt zu haben. Sie werden zu Freunden und erzählen sich ihre Lebensgeschichten, in denen zwei Frauen und Afrika ihre tiefen Abdrücke hinterlassen haben. Schon die Beschreibungen über Leben und Menschen in Afrika, hier vor allem in Tansania und Sansibar, sind sehr beeindruckend und widerlegen viele der Vorbehalte und Vorurteile, die wir gegenüber dem uns fremden Kontinent und seinen Bewohnern leicht zu hegen geneigt sind. Auf jeden Fall stimmen sie nachdenklich. Die Touren der beiden Protagonisten auf den Kibo, nach Daressalam und ihre Rollerfahrten auf Sansibar lassen sich anhand der Karten in den inneren Bucheinbänden schön nachvollziehen. Vielleicht wird beim einen oder anderen Leser die Lust zu einer Afrika-Reise geweckt; vielleicht begräbt er aber einen bereits vorhandenen Wunsch auch schnell wieder angesichts diverser geschilderter Gefahren, denen sich Tscharli und Hans, dieser auch schon auf einer ein Vierteljahrhundert zurückliegenden ersten Reise auf den Schwarzen Kontinent, ausgesetzt sehen. Richtig lebendig wird die Geschichte durch den Protagonisten Tscharli. Mit einer Mischung aus bayrisch, erfundenem Suaheli und ein wenig englisch haut er, den man sich als Ur-Bayer vorstellen muss, durchweg in jeder Situation tolle Sprüche heraus, die sich Hans sogar notiert. Darunter befinden sich schöne Lebensweisheiten, die es wert sind, zitiert zu werden. Wie er als Mensch ist, lässt sich nur schwer einschätzen. Auch Hans hat immer mal wieder Anlass, an der Richtigkeit dessen zu zweifeln, was ihm erzählt wird. Doch egal, welche Verfehlungen sich Tscharli in der Vergangenheit hat zuschulden kommen lassen und wie man selbst dazu steht - als Mensch gewinnt man ihn im Laufe der Geschichte einfach nur lieb. Welche Frauengeschichten beide Männer verfolgen, will man natürlich erfahren und wird so geschickt an der Stange gehalten. Die tragischen Auflösungen erfolgen spannungserhöhend erst relativ spät. Der Autor hat in dieses Buch Autobiografisches eingearbeitet, der während einer Afrika-Reise im Jahr 1993 lebensbedrohlich erkrankte (eine Parallele zu Hans). Ein Buch, das ich uneingeschränkt mit fünf Sternen bewerte.
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