Der Erste Weltkrieg als Buch (gebunden)
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Der Erste Weltkrieg

2. , durchges. A. Mit Abbildungen und Ktn. -Skizz.
Buch (gebunden)
Mit großem erzählerischen Können entwirft Michael Salewski ein umfassendes Panorama der Jahre von 1914 bis 1918. Er zeigt einer Gegewart, die selbst wieder zunehmend mit Bildern des Krieges konfrontiert ist, was der Erste Weltkrieg auch jenseits der … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Erste Weltkrieg
Autor/en: Michael Salewski, Finanzverwaltung Schleswig-Holstein

ISBN: 3506774034
EAN: 9783506774033
2. , durchges. A.
Mit Abbildungen und Ktn. -Skizz.
Schoeningh Ferdinand GmbH

1. Oktober 2004 - gebunden - 415 Seiten

Beschreibung

Mit großem erzählerischen Können entwirft Michael Salewski ein umfassendes Panorama der Jahre von 1914 bis 1918. Er zeigt einer Gegewart, die selbst wieder zunehmend mit Bildern des Krieges konfrontiert ist, was der Erste Weltkrieg auch jenseits der Schützengräben für die, die ihn führten und erlitten, bedeutete. Und er ordnet den Krieg, mit dem das 19. Jahrhundert zu Grabe getragen wurde, in die Geschichte des neuen, des 20. Jahrhunderts, dem er zum Auftakt wurde, ein.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.04.2004

Feldherrnkunst und Schlächterhandwerk
Der Erste Weltkrieg entwickelte sich allmählich zu einem Massenmord auf Gegenseitigkeit

Sönke Neitzel: Blut und Eisen. Deutschland und der Erste Weltkrieg. Pendo Verlag, Zürich 2003. 272 Seiten, 9,90 [Euro].

Michael Salewski: Der Erste Weltkrieg. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2003. 415 Seiten, 29,90 [Euro].

Das Interesse an der Geschichte des Ersten Weltkriegs hat sich in Deutschland während der letzten Jahre wieder spürbar intensiviert. Als Ergebnisse dieser neuen Tendenz der Historiographie liegen zwei Veröffentlichungen vor, deren Lektüre lohnt: Das ist zum einen die Publikation von Sönke Neitzel, die unter dem Titel "Blut und Eisen" die Entwicklung Deutschlands im Ersten Weltkrieg untersucht, und das ist zum anderen die Darstellung von Michael Salewski, die ein Gesamtpanorama des Ersten Weltkriegs entwirft.

Sönke Neitzels Studie beschäftigt sich bevorzugt - ohne darüber die politische oder wirtschaftliche Entwicklung zu vernachlässigen - mit dem militärischen Verlauf des "Großen Krieges". Angesichts des zur Debatte stehenden Untersuchungsgegenstands ist das eine mehr als plausible Vorgehensweise, die allerdings von der deutschen Geschichtsschreibung über Jahrzehnte hinweg eher gemieden wurde. Bemerkenswert erscheint, wie sachkundig und kritisch sich der Autor mit den Problemen der strategischen Führung in den Jahren zwischen 1914 und 1918 auseinandersetzt und beispielsweise im Hinblick auf die gescheiterte Offensivplanung am Ende des Jahres 1914 den "Abgesang" einer bis dahin kaum in Frage gestellten "Feldherrnkunst" diagnostiziert. Die in den Krieg führende Julikrise des Jahres 1914 und die hochgemuten Siegeserwartungen im August, der rapide Gestaltwandel der herkömmlichen Kriegführung zur menschenverschlingenden Materialschlacht und die tiefen Verwerfungen in der deutschen Gesellschaft, die erbitterten Diskussionen über Kriegsziele und Friedensversuche sowie über die Zukunft des Reiches zwischen Monarchie und Republik werden ebenso scharfsinnig wie anschaulich abgehandelt, so daß eine rundum gelungene Synthese der zentralen Probleme deutscher Geschichte im Ersten Weltkrieg geboten wird.

Ein sich davon abhebendes Ziel verfolgt Michael Salewskis Buch. Ihm liegt das Manuskript einer Vorlesung zugrunde, das der Verfasser als "eigenständige Textsorte" belassen und zum Druck gegeben hat. Diese Entscheidung ist außerordentlich zu begrüßen, hat der Kieler Historiker doch ganz offensichtlich ein brillantes Kolleg gehalten, das selbst ein so sprödes Kapitel wie das "Zur Quellenlage" ausgesprochen fesselnd zu präsentieren versteht. Zwar legt auch diese Darstellung ihren Schwerpunkt auf die deutsche Geschichte, verliert darüber aber die universale Kontur des Gesamten niemals aus dem Auge. Solches Vorgehen erlaubt dem Autor, immer wieder das Spezifische dieses historischen Großereignisses zu betonen, welches das "Ende einer Weltepoche" markiert. In dieser Perspektive kommt es dem Autor als außerordentlich problematisch vor, "die beiden Kriege zu einer Einheit zu verschmelzen und vom ,europäischen Bürgerkrieg' zwischen 1914 und 1945 zu sprechen. So ähnlich die beiden Kriege bei vordergründiger Betrachtung sein mögen, so unterschiedlich sind sie doch bei genauerem Zusehen. Sie entsprangen nicht der gleichen Wurzel, sie waren nicht kausal aufeinander bezogen und - das ist entscheidend - sie waren von einer ganz unterschiedlichen historischen ,Qualität'. Der Erste Weltkrieg ,paßt', so betrachtet, viel eher zu den Kriegen Napoleons oder auch Ludwigs XIV. als zu dem Kriegs-Verbrechen von 1939 - 1945."

An der gehörigen Verantwortung des Deutschen Reiches für den Beginn des mörderischen Ringens läßt Salewski keinen Zweifel. Seine Betrachtungen der Haltung der anderen Großmächte im Verlauf der auf die Mordtat von Sarajevo am 28. Juni 1914 folgenden Wochen legen es jedoch nahe, die Julikrise aus universaler Perspektive zu untersuchen. Daß insgesamt der überall in Europa anzutreffende Fatalismus der Zeitgenossen, die den kommenden Krieg als gleichsam unabwendbar einschätzten, für die sich zuspitzende - tatsächliche oder vermeintliche - Ausweglosigkeit der Akteure entscheidend geworden ist, betont der Autor ein um das andere Mal. Das hält ihn freilich keineswegs davon ab, die für lange Zeit "Unberührbaren" des deutschen Generalstabs einer harschen Kritik zu unterziehen, die stellenweise zu einer massiven Abrechnung gerät. Dies festzustellen darf aber nicht zu Mißverständnissen veranlassen: Dem Autor geht es mit keiner Zeile seiner literarisch überaus gelungenen Darstellung darum, als Späterlebender alles besser wissen zu wollen, sondern vielmehr darum, als Historiker das Gesamte besser verstehen zu können: "Es ist unzulässig", stellt er in diesem Sinne fest, "die Geschichte des Bismarckreiches und die der letzten Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg nur vom Ergebnis her zu beurteilen, und gerade deswegen können große historische Theorien dem Erkenntnisprozeß mehr schaden als nutzen."

Unter diesen Prämissen entziffert er, um es mit einer Rankeschen Wendung zu sagen, die "rätselhafte Hieroglyphe" des Ersten Weltkriegs so weit und so gut, wie das heute möglich ist: Von der Geschichte des Krieges und der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft bis hin zu der der Mentalitäten und der Geschlechter finden die zentralen Aspekte des Untersuchungsgegenstandes ihre angemessene Berücksichtigung. Ohne die Wirkung objektiver Daten - im Bereich der Ökonomie und der Technik beispielsweise - geringzuschätzen, verweist der Autor immer wieder auf das Individuelle, Zufällige und Irrationale als ohne Zweifel geschichtsmächtige Elemente jener Jahre. Anders läßt sich auch die Tatsache nicht erklären, daß Staaten und Völker buchstäblich über ihre Kräfte hinaus weiterhin Krieg geführt haben: Zu kämpfen aufgehört haben sie erst, als sie militärisch längst besiegt waren, und sich zu ergeben waren sie erst bereit, als sie gesellschaftlich total erschöpft waren.

Der Erste Weltkrieg entwickelte sich mit voranschreitender Zeit zu einem organisierten Massenmord auf Gegenseitigkeit. In seinem abschließenden Urteil beschäftigt den Verfasser - ohne über den "historischen Rücksturz", den Europa durch den Ersten Weltkrieg erlitt, Zweifel aufkommen zu lassen - die seit den Tagen des Heraklit immer wieder aufgeworfene Frage nach der Dialektik von Krieg und Fortschritt: "Zur Bilanz des Ersten Weltkriegs werden gemeinhin auch jene Modernisierungsschübe gerechnet, die sich aus der Industrialisierung des Krieges ergeben haben. Das gilt für die Entwicklung der Bürokratie . . . , es gilt für die Fortentwicklung der gesellschaftlichen Verfassung, ein besonderer Lichtblick ist endlich die errungene Gleichberechtigung der Frauen im Wahlrecht . . . Dennoch hat der Krieg insgesamt nicht zur Modernisierung geführt, eher im Gegenteil - versteht man unter Modernisierung nicht nur bessere Autos und schnellere Flugzeuge. In Wahrheit hatte der Krieg viele Atavismen wieder aufgerührt und virulent gemacht, die vor 1914 schon als überwunden galten; zu ihnen zählten jener irrationale Chauvinismus und mörderische Antisemitismus, die schnurstracks in eine ungleich größere Katastrophe führen sollten."

KLAUS HILDEBRAND

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