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Stefano Cerio

Chinese Fun. 55 Abbildungen. Sprachen: Deutsch Italienisch Englisch 24, 5 cm / 30, 7 cm / 1, 7 cm ( B/H/T ).
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Trugbilder von Spaß und Frohsinn, Projektionen des Glücks: chinesische Freizeitparks
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Produktdetails

Titel: Stefano Cerio
Autor/en: Nadine Barth, Walter Guadagnini

ISBN: 3775739696
EAN: 9783775739696
Chinese Fun.
55 Abbildungen.
Sprachen: Deutsch Italienisch Englisch
24, 5 cm / 30, 7 cm / 1, 7 cm ( B/H/T ).
Hatje Cantz Verlag GmbH

5. Mai 2015 - gebunden - 128 Seiten

Beschreibung

Stefano Cerios besonderes Augenmerk gilt Gegenwelten: Er fotografiert für seine vielschichtigen Serien Freizeitparadiese - Skiarenen, Kreuzfahrtriesen, Erlebnisbäder und Funparks. Selbst italienische Straßenaltäre gehören für ihn zu diesen bunten Scheinwelten, die sich der Mensch errichtet, um dem Alltag zu entfliehen. Doch Cerio (geb. 1962) demaskiert in seinen kühlen Bildern, die Fahrgeschäfte und Spaßbäder ausnahmslos außerhalb der Saison und daher ohne Besucher porträtieren, die Brüche, die Trostlosigkeit und Sinnlosigkeit, die hinter den lustigen Fassaden zutage treten. Für Chinese Fun besuchte der Fotograf eine ganze Reihe von Freizeitparks, Badelandschaften und Sportplätzen in Peking, Schanghai, Tsingtau und Hongkong. Seine zentralperspektivisch arrangierten Kompositionen entstehen mit der Plattenkamera und dokumentieren ausgesucht absurde Arrangements, vom hausgroßen Früchtekorb aus Beton bis zu den Gleisschlingen einer riesigen Achterbahn im Innenhof eines Bürokomplexes.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 18.02.2016

Der Spaß muss draußen bleiben

Zwischen Befremden und Neid: Stefano Cerio fotografiert chinesische Vergnügungsparks, deren Architekten sich ganz unbekümmert der unterschiedlichsten Stile bedienen.

Von Mark Siemons

Orte, deren einzige, aber umso gebieterischer auftretende Bestimmung das Vergnügen ist, können natürlich überall auf der Welt trostlos sein. Aber in China sind sie es für Menschen, die im Westen sozialisiert worden sind, vielleicht ganz besonders: Diese Orte mischen Materialien, Stile, Zeiten, Funktionen und Urheberrechte mit einer Unbekümmertheit, die den an tausend Regeln und Distinktionen gewöhnten Abgesandten der Alten Welt ganz blümerant werden lässt. Doch womöglich gehört zu seinem Befremden auch ein bisschen Neid, dass die Chinesen selbst sich von solchen ästhetischen Überbauten ihren eher unvermittelten Spaß offensichtlich nicht nehmen lassen.

Insofern sind die Bilder, die der italienische Fotograf Stefano Cerio mit seiner Plattenkamera von chinesischen Vergnügungsparks gemacht hat, Dokumente eines sehr westlichen Empfindens. Er holt aus den Gestellen, die mit ihren Nachahmungen von globalen Marken wie dem Eiffelturm oder den Peanuts ohnehin schon unwirklich und beziehungslos wirken, die maximale Künstlichkeit heraus. Das tut er in zwei Schritten. Zuerst bringt er durch den Bildausschnitt die Attrappen wieder in Verbindung mit ihrer meist ziemlich prosaisch-nüchternen Umgebung, so dass die fokussierende Illusion, die das Vergnügen bewirken soll, gezielt aufgebrochen wird. So zeigt er etwa die nachgebauten venezianischen Palazzi in Macao frontal vor dem gigantischen modernen Hotel- und Casino-Komplex, das sie einrahmt. Und dann löst er diese gesamte Konstellation wieder aus jedem Kontext, indem er sie völlig menschenleer und vor einem immergleichen weißgrauen Hintergrund zeigt, der aussieht, als stamme er aus dem Fotostudio, während er doch in Wahrheit der ganz reale winterliche Smoghimmel ist, den Cerio bei allen Fotos geduldig abzuwarten wusste.

Was auf diese Weise zustande kommt, sind emblematische Bilder, die sich nicht auf das geringste Augenzwinkern mit dem Amüsement einlassen. Der italienische Fotografiehistoriker Walter Guadagnini weist im Geleitwort darauf hin, dass die "Metaphysik" dieser Fotos, die ihn offenbar an de Chirico erinnern, nicht ganz frei von Komik sei, etwa wenn ein völlig asynchron konstruiertes Turmgestell an einem leeren Badestrand von einer irrwitzig goldenen Uhr gekrönt wird. Doch auch er hält diese Komik für "unfreiwillig".

Die Fotografien nehmen die forcierte Lustigkeit todernst; tatsächlich scheint in diesen menschenleeren Apparaturen niemand anderes als der Tod zu lauern. Das ist der größtmögliche Gegensatz zu der Vitalität und Menschenfülle, die das Erlebnis der chinesischen Städte auch außerhalb der Vergnügungsparks prägen. Ist das eine Art Memento mori hinter der Kulissenhaftigkeit der Welt? Entspricht es der Diagnose der Seelenlosigkeit, die manche Abendländer dem chinesischen Antisubstantialismus stellten? Oder ist es einfach eine Methode der Distanzierung, um sich das Bedrängende dieses Landes ästhetisch ein wenig vom Leibe zu halten? Stefano Cerio macht uns mit seinen nachmenschlichen Fotografien auch die eigene Welt etwas rätselhafter.

"Chinese Fun" von Stefano Cerio, mit Beiträgen von Nadine Barth und Walter Guadagnini. Verlag Hatje Cantz, Ostfildern 2015. 128 Seiten, zahlreiche Farbfotografien. Gebunden

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