Klick ins Buch Ungarn in der auswärtigen Politik des Dritten Reiches 1942-1945 als Buch (gebunden)
PORTO-
FREI

Ungarn in der auswärtigen Politik des Dritten Reiches 1942-1945

1. Aufl.
Buch (gebunden)
Durucz beschäftigt sich mit der Veränderung der ungarisch-deutschen Interessengemeinschaft hin zu einer einseitigen Bündnispolitik der NS-Regierung. Dabei widmet er sich der letzten Phase (1942-1945) dieser Entwicklung.Das Werk zeichnet den Weg Ungar … weiterlesen
Buch (gebunden)

60,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Ungarn in der auswärtigen Politik des Dritten Reiches 1942-1945 als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Ungarn in der auswärtigen Politik des Dritten Reiches 1942-1945
Autor/en: Peter Durucz

ISBN: 3899712846
EAN: 9783899712841
1. Aufl.
V & R Unipress GmbH

7. März 2006 - gebunden - 301 Seiten

Beschreibung

Durucz beschäftigt sich mit der Veränderung der ungarisch-deutschen Interessengemeinschaft hin zu einer einseitigen Bündnispolitik der NS-Regierung. Dabei widmet er sich der letzten Phase (1942-1945) dieser Entwicklung.Das Werk zeichnet den Weg Ungarns von seinem Plan, wieder zur regionalen Hegemonialmacht aufzusteigen, über die wirtschaftliche Ausbeutung durch Deutschland und den Verlust der Souveränität bis zum Untergang nach. Letzterer wird durch die Darstellung des Handlungsspielraumes von Regierung, Kirche und Besatzungskräften vor dem Hintergrund der Deportation der ungarischen Juden erläutert.Durucz erschließt unter Berücksichtigung sowohl deutscher als auch ungarischer Quellen neue Zusammenhänge in den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen der beiden Länder. Es gelingt, die innerungarischen Vorgänge und auch die jeweiligen Strategien, die beide Staaten in Bezug auf die Gegenseite verfolgten, deutlich herauszuarbeiten.

Portrait

Dr. Peter Durucz wurde 2005 an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt promoviert.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 03.12.2007

Schlechte Aussichten
Hitlers Deutschland und Horthys Ungarn seit 1942/43

Was für Deutschland der Versailler Vertrag war, das war für Ungarn der Vertrag von Trianon: ein "Schmach- und Schandfrieden", der die Magyaren und ihr Selbstverständnis ins Mark traf. Fast drei Viertel des Vorkriegsterritoriums wurden abgetrennt; 63 Prozent der einstigen, unter der Stephanskrone versammelten Bevölkerung lebten außerhalb der neuen Grenzen, darunter knapp 30 Prozent Ungarn. Fast alle Rohstoffgebiete wurden amputiert, die Infrastruktur wurde zerschnitten - all das machte Ungarn zur revisionistischen Macht, die alles daransetzte, das Friedenswerk von Paris zu zerstören. Hinzu kam die außenpolitische Isolierung. Das französische Hegemonialsystem in Ostmitteleuropa, die "kleine Entente" (Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien), ein Defensivbündnis mit Polen und ein Netzwerk von Neutralitätspakten, zielte nicht nur darauf, den Zweifrontendruck auf Deutschland aufrechtzuerhalten. Als Instrument zur Zementierung des Status quo diente es auch der Fesselung Ungarns.

Eine Allianz zwischen Ungarn und Deutschland galt seit 1919 als vorprogrammiert. Sie nahm in dem Augenblick Gestalt an, als Hitler-Deutschland begann, offen gegen den Versailler Status quo Front zu machen. Ein Wirtschaftsabkommen von 1934, der Anschluss an den Antikomintern- und den Dreimächtepakt (1939/40), ein Paket antijüdischer Diskriminierungsgesetze im Zeitraum von 1937 bis 1941, die Unterstützung beim Balkanfeldzug gegen Jugoslawien im April 1941 und schließlich die Teilnahme am Lebensraumkrieg gegen die Sowjetunion im Juni waren Stationen einer Raubgemeinschaft, die sich für Ungarn auszahlte: in der Zerstörung der Versailler Territorialordnung und in Gebietsgewinnen wie der Karpatho-Ukraine und dem nördlichen Teil Siebenbürgens. Den Positionsverbesserungen im Windschatten der nationalsozialistischen Aggression waren jedoch bald Grenzen gesetzt. Zum einen durch den ungarisch-rumänischen Gegensatz in der Frage Siebenbürgens, bei dem Hitler wegen der Ölreserven deutliche Sympathien für Bukarest erkennen ließ. Zum anderen wegen des in Schlamm und Eis steckengebliebenen Blitzfeldzuges im Osten, was allen ungarischen Aspirationen auf weitere Gebietsgewinne einen Riegel vorschob.

Hier setzt die sorgfältig aus deutschen und ungarischen Archivalien gearbeitete Untersuchung von Peter Durucz ein, die das Beziehungsgeflecht zwischen dem Deutschland Hitlers und dem Ungarn Horthys zwischen 1942 und 1945 thematisiert. Ihren Ausgangspunkt nimmt sie mit der Katastrophe von Stalingrad. Im Januar 1943 wurde beim Frontdurchbruch der Roten Armee südlich von Woronesch die zweite ungarische Armee mit 200 000 Mann eingekesselt. Es war eine Zäsur, die der Regierung Kállay klarmachte, dass man das Schlepptau nach Berlin kappen und bei sich bietender Gelegenheit an die Seite Englands werde rochieren müssen. Dafür standen die Chancen schlecht. Das Ausbleiben der Zweiten Front, die drohende Invasion durch die Rote Armee sowie die Casablanca-Formel der bedingungslosen Kapitulation schufen kein Sprungbrett für eine Absetzbewegung.

Durucz beschreibt detailliert, wie sich der Ring Berlins um Budapest immer enger schloss. Der Verweigerung von Waffenlieferungen und der Abschöpfung der wirtschaftlichen Ressourcen (Getreide, Mineralöl, Bauxit) folgten die Übernahme der Manfred-Weiss-Werke durch das Reichssicherheitshauptamt und damit die Einbeziehung in das SS-Wirtschaftsimperium sowie schließlich im März 1944 die militärische Besetzung Ungarns. Aus dem einstigen Verbündeten war ein Okkupations- und Ausbeutungsobjekt geworden. Der neue "Bevollmächtigte des Großdeutschen Reiches" sollte die "Lösung der Judenfrage" vor Ort vorantreiben und aus Ungarn an "Menschenmaterial" und Wirtschaftsgütern alles herauspressen, was der Kriegführung dienlich war.

Im Konkurrenzkampf zwischen dem Auswärtigen Amt und der SS, die um die Kontrolle Ungarns wetteiferten, gerieten die Pfeilkreuzler Szálasis in eine Schlüsselstellung. Ihre Stunde kam im Oktober 1944, als Reichsverweser Horthy einen Waffenstillstand proklamierte. Mit dem Kommandounternehmen "Panzerfaust" wurde Horthy abgesetzt und Szálasi zum Ministerpräsidenten von deutschen Gnaden gekürt. Die nun folgende Terrorherrschaft der Pfeilkreuzler gehört zu den schwärzesten Kapiteln der Geschichte überhaupt: Von den 724 000 ungarischen Juden wurde mehr als eine halbe Million deportiert oder kam in sogenannten Todesmärschen von Budapest in Richtung österreichische Grenze um. Die Hauptstadt selbst wurde gegen die anrückende Rote Armee von der Wehrmacht bis zum letzten Ungarn verteidigt: Von fast 100 000 Soldaten gelang es nur 785, aus dem Belagerungsring auszubrechen.

Durucz schließt eine Lücke in der Forschung zum Zweiten Weltkrieg. Zu bemängeln ist sein ungelenker sprachlicher Darstellungsduktus.

RAINER F. SCHMIDT

Peter Durucz: Ungarn in der auswärtigen Politik des Dritten Reiches 1942-1945. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht Unipress, Göttingen 2006. 301 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
1 Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

10 Ihr Gutschein AUDIOZEIT15 gilt bis einschließlich 14.04.2020 und nur für die Kategorie Hörbuch Downloads und Hörbuch CDs. Der Gutschein kann mehrmals eingelöst werden. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

11 Ihr Gutschein AUDIOZEIT20 gilt bis einschließlich 30.04.2020 und nur für die Kategorie Hörbuch Downloads und Hörbuch CDs. Der Gutschein kann mehrmals eingelöst werden. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

12 Ihr Gutschein RABATT40 gilt bis einschließlich 11.04.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein gilt nur auf das Gravitrax Starterset (EAN: 4005556275908) und "Create Verrückte Weltreise" (EAN: 4005556008056) und nur solange der Vorrat reicht. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.