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Die Schule am Meer

Roman. 3. Auflage. Mit 1 s/w Karte und s/w Fotos im Vor-/Nachsatz.
Buch (gebunden)
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Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdis … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Schule am Meer
Autor/en: Sandra Lüpkes

ISBN: 3463407221
EAN: 9783463407227
Roman.
3. Auflage.
Mit 1 s/w Karte und s/w Fotos im Vor-/Nachsatz.
Kindler Verlag

10. März 2020 - gebunden - 569 Seiten

Beschreibung

Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?

Interview

büchermenschen
EXKLUSIV INTERVIEW:
Insel der Idealisten
TÖWERLAND, also Zauberland, nennen die Einheimischen ihre Nordseeinsel - und Juist macht dieser Bezeichnung alle Ehre. So ist ihre alte Heimat die wichtigste Inspirationsquelle und Kulisse für die literarischen Erfolge von Sandra Lüpkes. Nun lässt die vielseitige Autorin Geschichte lebendig werden: "Die Schule am Meer" ist ein opulenter Gesellschaftsroman über ein Wagnis reformpädagogischer Idealisten.
Wenn Sie die Augen schließen und an Ihre alte Heimat Juist denken: Was kommt Ihnen spontan in den Sinn?
Kirchturmglocken, Pferdeäpfel und Rosinenstuten an der Bill.
 

Portrait

Sandra Lüpkes ist Autorin zahlreicher Romane, Sachbücher, Drehbücher und Erzählungen. Mit "Die Schule am Meer" hat sie einen groß angelegten Gesellschaftsroman geschrieben über ein reformpädagogisches Internat auf Juist. Die ausgiebigen Recherchen zu den historischen Begebenheiten und realen Personen im Umfeld der Schule führten sie ins Tessin, nach Berlin und natürlich auch nach Juist, wo sie aufgewachsen ist und wo sie lange Jahre gelebt hat.

Pressestimmen

Gute Unterhaltungsliteratur ... ausgiebig und akribisch recherchiert. Radio Bremen Zwei 20200404
Bewertungen unserer Kunden
Eine historisch interessante Geschichte
von Alexander Bittner - 27.05.2020
Das Buch ist halb Fiktion halb Realität und befasst sich mit dem Thema Bildung in den frühen 30er Jahren. Die Pädagogen Anni und Paul ziehen im Jahr 1925 mit ihren Kindern auf die kleine Nordseeinsel Juist und gründen dort ein Internat um neue pädagogische Ideen umzusetzen. Wichtigste Prioritäten sind Gleichberechtigung und Lernen im Einklang mit der Natur. Doch so manche sehen das Ganze mit Argwöhn und als der Nationalsozialismus an Vehrerern gewinnt, eng sich die Situation ein, vor allem für die jüdischen Schülerinnen. Die Schule auf Juist hat es tatsächlich gegeben, die Personen gab es jedoch nicht alle wirklich. Trotzdem passt der Schreibstil und die Atmosphäre von Abenteuer die er verstreut sehr zu dem Schulleben. Hinzu kommen die detaillierten und äußerst bildhaften Beschreibungen, die den Lesern den Wind, die Wärme und das Meer fast spüren lassen. Mir hat dieser historische, lebendige Roman sehr gefallen und zudem habe ich etwas dazugelernt, vom dem ich noch nicht wusste. Die historischen Fotos im Innenteil haben mir darüber hinaus auch sehr gefallen.
Eine Schule für alle
von Anonym - 26.05.2020
"Die Schule am Meer" ist zu allererst ein wunderschön geschriebener Roman, aber auch ein Stück Geschichtsunterricht, den er basiert auf wahren Gegebenheiten. Anni und ihr Mann Paul gründen 1925 gemeinsam mit weiteren Pädagogen eine Schule "am Rand der Welt", in der sie ihre eigenen Vorstellungen von einer kindgerechten und modernen Pädagogik umsetzen möchten. Im Mittelpunkt des Romans stehen natürlich die Lehrer und Schüler der Schule, aber auch die "Ureinwohner Juists", die der Schule teils wohlwollend und teils mit Skepsis gegenüberstehen. Das Buch behandelt sehr viele interessante Themen der damaligen Zeit wie eben die Bemühungen, Pädagogik zu reformieren und von dem starren System der wilhelminischen Ära abzurücken, aber auch den immer stärker aufkommenden Antisemitismus. Sandra Lüpkes Schreibstil ist einfach nur schön und flüssig zu lesen, ihre Beschreibungen lassen die Insel Juist vor dem inneren Auge lebendig werden. Auch ihre Figuren sind vielschichtig und liebevoll gestaltet, besonders schön fand ich es, den Kindern, die aus den verschiedensten Verhältnissen stammen, beim Erwachsenwerden zuzusehen. Ein sehr nettes Detail sind die vielen zeitgenössischen Fotos auf der Innenseite des Buchumschlags.
Inselschule
von Ecinev - 24.05.2020
Juist im Jahre 1925. Nach einer langen Reise trifft das Lehrerehepaar Reiner mit seinen Kindern endlich auf der Insel ein. Zusammen mit anderen Lehrerkollegen wollen sie auf der kargen Nordseeinsel eine neue Schule gründen. Reformpädagogik, zu dieser Zeit ein Fremdwort und entsprechend kritisch wird die Schule von den Insulanern beäugt. Beschrieben wird der abenteuerliche Alltag der Schüler beim Aufbau der neuen Schule. Ein Lernen im Einklang mit der Natur mit einem täglichen Tauchbad in der kalten Nordsee. Auf der anderen Seite sind die Insulaner die in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus die Schule als Hort von Kommunisten und Juden sehen. Insulaner die in der Schule einen neuen Arbeitgeber gefunden haben aber auch der Bürgermeister der um seine Wiederwahl bangen muss. So begleiten wir die Schüler und Bewohner der Insel von der Gründung der Schule bis zu deren Schließung kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges in recht kurzen Kapiteln. Dabei geht es um Freundschaft, erste Liebe, aber auch Missgunst und Verrat. Das Buch hat einige Längen, lässt einem aber dennoch wunderbar für einige Zeit den Alltag vergessen. Der Schreibstil ist sehr lebendig, klare einfache Sätze, fast spürt man das raue Klima der Nordsee.
Interessant, aber etwas zäher Schreibstil
von Buchstabenfestival - 23.05.2020
Die Schule am Meer ist eine Geschichte, die viele historische (und wahre) Komponenten und Charaktere beinhaltet. Die Autorin ist auf Juist aufgewachsen und kennt somit die Begebenheiten auf der Insel. Es ist eine gut recherchierte Geschichte, die die Zeit von 1925-1934 beleuchtet und man kann lesen, wie sich das Gedankengut des Nationalsozialismus innerhalb der Inselbewohner ausgebreitet hatte. Die reale Geschichte ist interessant und informativ, aber der Stil des Erzählens war leider nicht meins. Ich hatte einige Probleme mit den Charakteren warm zu werden und so richtig in die Geschichte abtauchen, konnte ich auch nicht. Der Schreibstil hat mich nicht mitgenommen und so blieb ich immer Zaungast. Die gute Recherche der Autorin konnte man bis ins kleinste Detail lesen. Manchmal einfach zu detailliert, so dass man nicht vorankam und die Geschichte etwas langatmig und langsam wurde. Für die zahlreichen Charaktere wäre ein Personenregister am Ende des Buches ganz schön gewesen, damit man sie besser zuordnen bzw. sich besser zurecht finden kann. Auch der Perspektivenwechsel, der ja durchaus auch Spannung erzeugen kann, war hier eher hinderlich und brachte den Lesefluss etwas ins Stocken. Die Spannung verlor sich leider in den vielen Details und Personen. Und trotzdem würde ich das Buch empfehlen, weil es ein anderes Schulmodell (reformpädagogische Schule) näher beschreibt, voller historischer Fakten und Begebenheiten ist und die Insel Juist dem Leser näher bringt.
Eine ganz besondere Schule am Meer
von Rebecca Kiwitz - 20.05.2020
Im Sommer 1925 reist Anni Reiner zusammen mit ihren Kindern nach Juist um dort zusammen mit ihrem Mann und weiteren Mitstreitern "Die Schule am Meer" zu gründen. Viele auf Juist wissen nicht was sie von dieser unkonventionellen Schule halten sollen und so muss die Schulgemeinschaft viele Hindernisse überwinden. Ich persönlich lese wirklich sehr gerne Romane die auf wahren Begebenheiten basieren. Hier bei diesem Roman dachte ich lange Zeit, es wäre nur die Schule und der Rest der Handlung wäre dann fiktiv, aber dem ist gar nicht so. Viele der Figuren haben wirklich auf Juist gelebt und sich in den Schulalltag eingebracht, andere Figuren waren dann fiktiv und haben sich auch gut in die Geschichte eingefügt. Von der ersten Seite an habe ich mich sehr schwer getan in die Geschichte mich einzufinden und zu 100% ist mir dies Leider nicht so ganz gelungen. Zum einen habe ich mich mit dem Erzählstil sehr schwer getan und die vielen wechselnden Handlungsstränge haben mich mehr als einmal im Lesefluss gehindert. Auch fand ich es erschreckend wie recht die Nation in den 1920er Jahren schon war, da ich dies so dann doch nicht erwartet hätte und ja einiges an der Schule bzw. in der Ausübung empfand ich fast schon befremdlich und das sage ich obwohl ich in der Waldorfschule war und dort einiges erlebt habe. Obwohl es mir manchmal etwas schwer gefallen ist konnte man dem Handlungsverlauf schon folgen, nur mit vielen der getroffenen Entscheidungen war ich nicht einverstanden auch wenn es damals eine andere Zeit war. Der Spannungsbogen war wirklich bis zum Schluss gespannt und ja mit einigen Ereignissen hätte ich so nun doch nicht gerechnet. Die wirklich vielen Figuren des Romans konnte man sich alle durch die sehr detailgetreuen Beschreibungen während des Lesens vorstellen. Hier hatte ich während der ganzen Lektüre keine Lieblingsfigur war ich ehrlich Schade finde. Man konnte sich alle Handlungsorte recht gut vorstellen und es gab ja auch noch einen Lageplan wo man die genaue Lage der Gebäude der Schule sehen konnte. Leider bin ich bis zum Schluss nicht wirklich mit dem Roman warm geworden und so habe ich Lange überlegt wie viele Sterne ich vergebe und habe mich letztendlich für drei Sterne entschieden.
Die Schule am Meer
von Lese-katze92 - 17.05.2020
Juist 1925: Voller Hoffnung, aber zugleich auch erfüllt mit tiefstem Respekt blickt Anni, Lehrerin und Mutter dreier Töchter, auf ihre neue Heimat Juist, die wahrlich am Rande der Welt zu liegen scheint. Sie weiß, dass es nicht leicht werden wird, doch auch freut sie sich auf diese Zeit. Doch wie wird es ihr, ihrer Familie, ihren Freunden, ihren Schülern und auch dem Personal auf Juist wohl ergehen? Werden sie alle dort wie eine große Gemeinschaft zusammenwachsen und somit sich ihre Vision bewahrheiten, dort ihr eigenes kleines Paradies zu errichten, fernab der strengen und oft sehr steifen Schulen, die es im Inland so zahlreich gibt? Kann man auf Dauer glücklich werden, wenn sich am Horizont schon bedrohlich dunkle Wolken auftürmen? Auch einer ihrer Schüler, Maximilian Mücke, welcher aber stets nur Moskito genannt wird, sucht sein Glück am Rande der Welt, dies jedoch nicht freiwillig. Sein Vater, welcher eine Zinnmine in Bolivien besitzt, traf die Entscheidung für ihn und seine schulische Bildung, jedoch plagen Moskito seither nicht nur schreckliches Heimweh, auch die morgendlichen Rituale der Schule am Meer sind für ihn gewöhnungsbedürftig. Doch bald schon erkennt er, dass die Schule am Meer für ihn mehr ist, als eine Schule, die sich ein wenig von den anderen unterscheidet.  Denn neben einem Lernkonzept, in welchem Gleichberechtigung, praktisches Lernen und die Vermittlung menschlicher Werte vordergründig sind, werden aus einfachen Mitschülern und Lehrern bald mehr als nur Freunde und Respektspersonen und bald schon steht man vor der Frage, ob man vorher je die richtige Bedeutung des Wortes Familie erfasst hat. Als Eduart Zuckmayer sich eine Auszeit auf der Insel genehmigt, ahnt er noch nicht, dass sein Leben sich danach von Grund her ändern wird. Statt großer Konzerthallen tritt er eine Anstellung als Musiklehrer an, fernab jeder Konvention und jener Erinnerungen, die sich so schmerzhaft in sein Gedächtnis gegraben haben. Doch kann man vor etwas wegrennen, was man so gar nicht greifen kann und wird er dort mehr Erfüllung finden, als in seinem bisherigen Leben? Auch Kea Joosten träumt von einem besseren Leben, als sie die Stelle der Hauswirtschafterin in der Schule am Meer annimmt. Jedoch nicht nur für sich, vorwiegend für ihr Patenkind Marje, welche es einmal besser haben soll, als sie es hatte. Doch bald holt die Vergangenheit sie ein und nichts ist mehr, wie es einmal war. Wird es ihnen allen trotzdem gelingen, neben dem Glück und dem Unglück anderer, ihr eigenes Leben in Zufriedenheit und Erfüllung zu leben? Eines steht fest, wenn ein Sturm aufzieht, dann halten sie zusammen, doch können sie auch der rechten Sturmflut trotzen, die vom Festland naht? Beeindruckend und mit einem tollen Schreibstil erzählt die Autorin Sandra Lüpkes aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer der Schule am Meer. Aber auch das Personal erhält eine Stimme, ebenso wie ein kleiner Teil der Inselbewohner selbst, was der Handlung, welche teilweise fiktiv aber zu großen Teilen auf wahren Begebenheiten basiert, sehr viel Authentizität und Charakter verliehen hat. Oft wechselte die Erzählung ohne vorherige Kapitelüberschrift oder sonstiges die Sichtweise, was jedoch nicht störte, sondern bei besonders spannenden oder vielleicht auch witzigen Momenten nur die Vorfreude steigern konnte. Zudem hat es vieles greifbarer und auch nachvollziehbarer erscheinen lassen, aber auch ermöglicht, die Protagonisten zum Teil ins Herz zu schließen und mitzufiebern. Neben dem tollen Schreibstil Lüpkes empfand ich die Handlung zu keinen Zeitpunkt langweilig oder langatmig. Mit viel Liebe zum Detail erzählt sie die Geschichten von Anni Reiner, Maximilian Mücke oder auch genannt Moskito, Eduard Zuckmayers und die der Angestellten Kea Joosten, welche untrennbar miteinander verwoben sind. Besonders hervorzuheben ist hierbei, wie sehr sie sich dabei jedem einzelnen Protagonisten zugewandt hat und sie somit unglaublich lebendig hat erscheinen lassen. Positiv überrascht hat mich die Gestaltung des Buches. Während die Handlung ohne viel Aufhebens oder unnötige Schnörkel verpackt wurde, befinden sich im Vorder- und Hinterdeckel des Buches Fotografien, die auf ihre ganz eigene Art und Weise das Leben in der Schule am Meer spiegeln und zugleich anregend auf die Vorstellungskraft des Lesers wirken. Auch die Umschlaggestaltung wirkt durch ihre Schlichtheit sowie den abgedruckten Schwarzweißfoto, welches durch die Farbwahl des Umschlages beinahe wie eine Sepiaaufnahme wirkt, sehr edel und nicht überladen. Durch die Einfachheit der Gestaltung bekommt man schon einen guten ersten Eindruck über das Leben der Protagonisten, welches zwar sehr einfach und stellenweise auch entbehrungsreich war, dennoch aber auch Momente des Glücks aufweisen konnte. Insgesamt ist Sandra Lüpkes mit ihrem Werk Die Schule am Meer eine bildgewaltige und sehr authentische Geschichte gelungen, welche mich nicht nur von Anfang bis Ende begeistern sondern zugleich auch überzeugen konnte.
sehr langatmig
von Marita Robker-Rahe - 16.05.2020
Die Schule am Meer von Sandra Lüpke war für mich das erste Buch dieser Autorin und kann nicht unbedingt sagen, dass es Lust auf mehr macht. Anhand von vier Personen wird die Geschichte einer Schule auf Juist erzählt, die dort in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts von ambitionierten Lehrern entstand, die der konventionellen Schule etwas entgegensetzen wollten. Ich dachte während des Lesens häufig So macht lernen Spass, mit einem ganzheitlichen Ansatz, in dem Geist und Körper und die individuellen Neigungen der Kinder berücksichtig wurden. So ein bisschen Waldorfpädagokik. Dass solch eine Art zu lernen natürlich auf Skepsis stoßt und das in Zeiten, wo der braune Sumpf anfängt sogar die Insel Juist zu überziehen, mag nicht verwundern. Ich denke man hätte viel aus diesem Buch machen können und manch einer wird das auch so gesehen haben, wie die Rezensionen zeigen. Mir aber war das Ganze zu gemächlich erzählt. Die wenigen Male wo ich dachte, jetzt kommt etwas Schwung in die Sache, waren dann auch ganz schnell wieder vorbei. Ich will nicht sagen, dass dieses Buch nicht interessannt war, einer Gemeinschaft zuzusehen, die keine Untershiede zwischen Religionen und Herkunft macht und eine der ersten Schule war, die das gemeinschaftliche Lernen zwischen Jungen und Mädchen , Coedukation genannt, möglich macht und das zu diesen Zeiten, war interessant zu lesen, aber ein bisschen mehr Pepp in der Erzählweise hätte das Ganze etwas weniger träge gemacht. Ein behäbiges, aber interessantes Buch, dass sicherlich Leser begeistert, ich war es leider nicht.
Packend
von Nele33 - 11.05.2020
Sandra Lüpkes erzählt die historische Geschichte einer Verwirklichung eines großen Traumes. Die Autorin hatte den Nachlass der Protagonistin Anni zur Verfügung und nutzte diesen um einen realen Roman mit fiktiven Inhalten zu vermischen, welches im Nachwort erläutert wird. Anni, eine jüdische Lehrerin und Paul Reiners haben einen großen Traum, gemeinsam mit Martin Luserke eine ganz besondere Schule zu gründen. Sie finden ein passendes Grundstück auf der schönen ostfriesischen Insel Juist. Die Geschichte beginnt 1925 in einer Zeit nach dem großen Krieg und den antisemitischen Anfeindungen und Kämpfen. Die Autorin schafft ein großartiges Bild des Insellebens vor beinahe 100 Jahren, lässt den Leser mit durchs Watt laufen, lässt historische Personen wie den Bruder von Carl Zuckmeyer, Eduard Zuckmayer aufleben. DIe Charaktere des Buches sind teils historisch belegt wie z.b. Martin Luserke, teils fiktiv wie Moskito, den ich durch sein gesamtes Schulleben begleiten durfte. Die Geschichte wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt und brachte mir die Protagonisten sehr nahe. Ich habe mitgelitten, mitgelebt und mitgetrauert. Die Schule am Meer hat mir aufgrund des realistischen und historischem Hintergrundes und seiner Kompexivität sehr gut gefallen.
Lesenswertes, eindrucksvolles Zeitdokument
von bookloving - 10.05.2020
Bei dem historischen Roman "Die Schule am Meer" der deutschen Autorin Sandra Lüpkes handelt es sich um einen groß angelegten, sehr interessanten Gesellschaftsroman, in dessen Mittelpunkt die wechselvolle Geschichte der titelgebenden "Schule am Meer" steht, einem reformpädagogischen Landerziehungsheim, das zur Zeit der Weimarer Republik von 1925 bis 1934 auf der Nordseeinsel Juist existierte. Es ist zugleich eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Enthusiasmus, Leidenschaft und Mut, aber auch über Missgunst, Verrat, Verlust und Scheitern. Gekonnt verwebt die Autorin die sorgsam recherchierten Fakten zur Reformschule auf Juist, Details aus dem Leben der historischen Personen und dem Zeitgeschehen mit ihrer fiktiven Geschichte zu einem fesselnden historischen Roman. In ihrem sehr aufschlussreichen Nachwort widmet sich Lüpkes der Entstehungsgeschichte ihres Romans, erläutert ausführlich interessante Hintergründe zu ihren umfangreichen Recherchen und nimmt Stellung zu den realen Geschehnissen und den künstlerischen Freiheiten, die sie sich in ihrem fiktiven Roman genommen hat. Untermalt wird das Ganze von den sehr ansprechenden, im Vorsatz abgedruckten Original-Schwarz-Weiß-Fotografien, die das Umfeld der Schule und viele der geschilderten Personen lebendig werden lassen. Sehr hilfreich ist zudem die dem Roman vorangestellte Skizze des Schulgeländes. Hervorragend ist es der von der Nordseeinsel Juist stammenden Autorin gelungen, die besondere Atmosphäre auf der Insel stimmungsvoll einzufangen, die örtlichen Begebenheiten und die einzigartige Landschaft authentisch und anschaulich darzustellen. Eingebettet in eine kurze, einen Prolog und Epilog umfassende Rahmenhandlung, die im Schweizer Tessin im Jahre 1962 angesiedelt ist, erstreckt sich der zeitgeschichtliche Haupt-Handlungsstrang über einen Zeitraum von 1925 bis 1934 und deckt eine Zeitspanne von immerhin neun Jahren ab. Mit einem angenehmen, leicht zu lesenden Schreibstil schafft es die Autorin, ihre Leser direkt von der ersten Seite mitzunehmen. Erzählt wird die eher beschaulich verlaufende Geschichte mit vielen überlieferten Anekdoten und interessanten Episoden aus unterschiedlichen, ständig wechselnden Perspektiven. Zum einen erlebt der Leser die Ereignisse rund um die Schule am Meer aus der Sicht der historisch verbürgten Persönlichkeiten wie der jungen Lehrerin Anni Reiner, die aus reichem jüdischen Elternhaus stammt und als Gründungsmitglied gemeinsam mit ihrem Ehemann Paul an der Schule unterrichtet, oder dem jungen Pianisten und Dirigenten Eduard Zuckmayer, der eher zufällig als Musiklehrer engagiert wird. Zum anderen wird die Handlung auch aus der Perspektive einiger fiktiver Figuren wie Kea, der Hauswirtschafterin der Schule, oder den beiden jungen Schülern Moskito und Marje, Keas cleverer Patentochter, erzählt. Zudem sind auch Passagen aus Sicht der jungen Hotelierstocher Therese und ihrem Geliebten, dem Kellner Gustav Wenniger eingestreut, die als eingefleischte Insulaner der modernen Bildungseinrichtung keineswegs wohlwollend gegenüber stehen und der Lehrerschaft später als Anhänger des Nationalsozialismus das Leben schwer machen. Dank der sehr anschaulichen und lebendigen Schilderungen können wir mühelos in den damaligen Schulalltag eintauchen. Neben Schilderungen von den kleinen und großen Problemen im zwischenmenschlichen Miteinander, witzigen Anekdoten und allerlei alltäglichen Kleinigkeiten haben wir auch Anteil an wichtigen Entwicklungen in der Schulgemeinschaft und an zeitgeschichtlich verbürgten Geschehnissen wie beispielsweise der harte, folgenschwere Eiswinter im Jahr 1929. In den unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet die Autorin die Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern, die durch ein gleichberechtigtes Miteinander geprägt waren, und gibt zudem eher beiläufig interessante Einblicke in das besondere reformpädagogische Konzept dieser einzigartigen Schule, das einen Schwerpunkt auf dem praktischen Lernen im Einklang mit der Natur legte und auch großen Wert auf bildende Kunst, Schauspiel und Musik legte. Gelungen zeigt die Autorin aber auch auf, dass die enthusiastischen Gründungsmitglieder immer wieder mit einigen Widrigkeiten, persönlichen Rückschlägen und dem mehrfach drohenden finanziellen Ruin zu kämpfen hatten. Durch den Wechsel der verschiedenen Sichtweisen, Handlungsstränge und Schauplätze versteht es Lüpkes ihre Geschichte abwechslungsreich zu gestalten und den Leser trotz der ruhigen Erzählweise mit kleineren, spannungsvollen Höhepunkten zu unterhalten. Zudem hat die Autorin das politische Geschehen in Deutschland sehr anschaulich in ihre Geschichte eingearbeitet und thematisiert den heraufziehenden Antisemitismus und Nationalsozialismus, der allmählich bei immer mehr Insulanern Anklang findet und zunehmend die Schulgemeinschaft als "Hort für Kommunisten und Juden" bedroht. Leider werden einige Ereignisse und Themen im Handlungsverlauf nur angerissen, sehr oberflächlich abgehandelt oder bleiben sogar unausgesprochen, während andere Passagen gewisse Längen aufweisen. Lüpkes lässt in ihrem Roman eine Fülle von interessanten Charakteren auftreten, über die man glücklicherweise stets den Überblick behält. Insgesamt ist ihr die einfühlsame, tiefgründige Zeichnung vieler Charaktere gelungen, die authentisch und lebendig wirken und einem im Laufe der Geschichte an Herz wachsen. Bei einigen Figuren ist es mir allerdings etwas schwer gefallen, mich in ihr Innenleben hineinzuversetzen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen. FAZIT Ein eindrucksvoller und lehrreicher historischer Roman über die wechselvolle Geschichte der "Schule am Meer" - einer faszinierenden, reformpädagogischen Schule auf der Nordseeinsel Juist zu Zeiten der Weimarer Republik.
Eine Insel in der Zeitgeschichte
von crazy girl - 26.04.2020
Ein sehr schöner Titel. Man denkt sofort, das wäre etwas für mich gewesen hier zur Schule zu gehen und die Natur genießen. Das Cover mit den fröhlichen Mädchen verstärkt diese Gefühl. Innen im Einband sind sehr schöne Originalfotos. Denn die Schule am Meer hat es tatsächlich gegeben. 1925 vier engagierte Lehrerehepaare gründen die Schule am Meer. Unter den Lehrern und Kindern befinden sich auch Juden. Die von den Einheimischen nicht gerne gesehen werden. In den Aufzeichnungen des Schulleiters wird der Alltag und die Entwicklung der Lehranstalt bis 1933 dokumentiert und diente als Romanvorlage für die Autorin. Das Inselleben wird sehr anschaulich beschrieben und Romanfiguren und reale Personen gut miteinander verwoben. Die politischen Veränderungen, die ganz Deutschland betreffen ,gut mit eingebunden.
Spannender Einblick in ein unbekanntes Kapitel deutscher Geschichte
von Lesendes Federvieh - 22.04.2020
Juist 1925. Auf der kleinen Nordseeinsel gründen ambitionierte Lehrer, darunter Anni Reiner und ihr Mann Paul eine Schule, die durch ein neues, modernes pädagogisches Konzept besticht. Gleichberechtigung und Lernen im Einklang mit der Natur stehen an erster Stelle. Für die musikalische Bildung der Kinder setzt sich der talentierte Pianist und Dirigent Eduard Zuckmayer ein. Alle, sowohl Lehrer als auch Schüler, machen begeistert mit. Doch kann sich dieses Schulformat in den schwierigen Zeiten, die sich immer stärker ankündigen, durchsetzen? Eine neue Schule, deren Konzept ihrer Zeit weit voraus und sehr modern und kindgerecht war, den Schülern zwar Pflichten auferlegte, aber gleichzeitig Freiraum zur individuellen Entfaltung bot, der in einer Regelschule undenkbar war. Mit engagierten und motivierten Lehrern, die den Mut und Willen aufbrachten etwas Neues im pädagogischen Miteinander zu versuchen. Klar, interessant und spannend beschreibt die Autorin diesen nicht immer leichten Weg, den Kampf ums Geld, gegen wachsende politische Schwierigkeiten und den Kraftakt die Schule mitsamt Internat erhalten zu können. Dieser Roman ist nicht nur ein Stück deutscher Geschichte in dunkel aufziehender Zeiten, sondern erzählt auch vom Werdegang der Schüler auf der einen Seite und dem beschwerlichen Dorfleben der Einheimischen auf der kleinen Insel. Gerade durch den absolut gelungenen Mix aus Historie und künstlerischer Freiheit der Autorin liest sich dieser Roman so locker und leicht. Denn dadurch erfährt man nicht nur vieles zur Schule, sondern auch eine Menge zum Leben auf der kleinen Nordseeinsel. Detaillierte und bildhafte Beschreibungen von Juist lassen den Leser den Wind, das Meer und die Sonne spüren, so dass man mitten im Geschehen dabei sein darf. Die Charaktere wirken allesamt authentisch mit all ihren Eigenheiten, Stärken und Schwächen. Durch die Fotografien am Anfang und Ende des Buches bekommt man einen guten Einblick über die Schulanlage und den Schulalltag mitsamt der Schulfamilie. Das rundet die Geschichte gelungen ab. Fazit: Es hat mir große Freude bereitet, diesen interessanten, historisch fundierten und fesselnden Roman zu lesen.
Ein Stück Zeitgeschichte
von Isabell - 19.04.2020
Sehr gespannt war ich auf dieses Buch Die Schule am Meer von Sandra Lüpkes, die mich schon mit anderen Büchern begeistert hat. Das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen und so habe ich voller Freude dieses Buch erworben. Kurz zum Inhalt: Die Geschichte spielt im Zeitraum ab 1925, wo der Antisemitismus schon Einzug gehalten hat und endet zeitlich gesehen mit einem großen Zeitsprung 1961. Geschildert wird das Leben von Anni Reiners und ihrer Familie, die auf Juist eine Schule mit besonderer pädagogischer Ausrichtung gründen wollen. Gleich schon zu Beginn wird ihnen das Leben auf der Insel nicht leicht gemacht.... Skepsis gegenüber den neuen Bewohnern und ihr Traum von ihrer Schule entwickelt sich in persönlicher, beruflicher, finanzieller, gesellschaftlicher und politscher Hinsicht immer mehr zum Albtraum. Die Geschichte ließ sich in meinen Augen nicht so flüssig lesen, wie ich es mir erhofft hatte, an einigen Stellen erschien sie mir langatmig und mit den Blick auf Details, die mich weniger interessierten, anderes, was mir wichtig für das Einfühlen und Verständnis in die Geschichte war, wurde nur flüchtig erwähnt. Ich konnte keine Bindung zu den Menschen aufbauen und die Geschichte auf wahren historischen Ereignissen bzw. Hintergründen beruht, denn die Schule gab es wirklich. Mir hat dieses Buch leider eher mittelmäßig gefallen. Deswegen drei Sterne von mir!
Sehr berührend
von Malea20 - 16.04.2020
Das Buch "Die Schule am Meer" hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm. Es wurden einzelne Textpassagen aus der Sicht einzelner Personen beschrieben, sodass man einen Einblick in viele Köpfe erhielt. Dadurch konnte man sich auch mit vielen der Charaktere gut identifizieren. Bei manchen viel dies aber auch schwer, da dieses Buch in den Jahren von 1925 bis 1934 spielt und somit auch Charaktere vorkamen, mit denen ich mich gar nicht identifizieren konnte. Aufgrund der Teils sehr ernsten Themen, die von den Charakteren aufgegriffen worden sind, hat mich das Buch an vielen Stellen nachdenklich und manchmal sogar traurig gemacht. Es gab aber auch sehr unterhaltsame und lustige Stellen, sodass ich das Lesen trotzdem genossen habe. Vor allem, wenn es um Moskito und Titicaca ging, habe ich mich sehr amüsiert. Das Buch ist durch die verschiedenen Jahre aufgeteilt, sodass der Spannungsaufbau schon durch diese Chronologie und die Geschichte gegeben ist. Da der allgemeine geschichtliche Verlauf zwar bekannt ist, der spezielle Verlauf auf Juist und ganz besonders der mir vorher unbekannten Inselschule nicht bekannt ist, stieg für mich schon dadurch die Spannung gegen Ende, weil ich wissen wollte, wie es den Charakteren in diesen Jahren ergangen ist. Insgesamt kann ich dieses Buch, was mich mit seiner Geschichte sehr berührt hat, also auf jeden Fall weiter empfehlen.
Ein fiktiver Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht...
von Helga S. - 12.04.2020
Sandra Lüpkes hat der "Schule am Meer" mit ihrem gleichnamigen Buch ein würdiges Denkmal gesetzt. Ich hatte vorher noch nie von diesem reformpädagogischen Internat gehört, dass tatsächlich in der Zeit von 1925 - 1934 auf der Nordseeinsel Juist existiert hat. Während des Lesens wurde ich neugierig und habe mich durch diverse Wikipedia-Artikel durchgearbeitet - und bestimmt noch nicht alle gelesen, so umfangreich ist das Material... Der Roman schildert die Zeit von 1925 - 1934, in dem wir einige Schüler von der Sexta (5. Klasse) bis zur Oberprima (13. Klasse, Abitur), die Lehrer und das Hauspersonal begleiten. Jedes Jahr wird gewissermaßen in einem "Blitzlicht" von verschieden Ereignissen der Schule oder des Inseldorfs Juist berichtet. Wir erfahren die jeweiligen Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven. Dies hat zwar den Nachteil, dass wir anfangs etwas verwirrt über die Vielzahl der Namen sind, aber letztendlich den großen Vorteil genießen können, aus der Sicht verschiedener Menschen ihre Motivation, ihre Vergangenheit, ihre Zukunftshoffnungen zu erfahren¿ Dieses Konzept hat mir sehr gut gefallen und nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte ich auch keine Probleme damit, da mir die meisten Protagonisten schon "ans Herz gewachsen" waren... Meine Sympathie lag eindeutig bei der Schule, besonders bei Anni (Ehefrau von Paul Reiner, beides "reale" Personen), Fräulein Kea, Marje und "Moskito" (fiktive Personen) und - nicht zu vergessen - der Gans Titicaca. Aber wir nehmen auch Anteil an einigen dörflichen Begebenheiten auf Juist und erleben mit, wie der Nationalsozialismus auch auf dieser Insel immer "salonfähiger" wird - und sich dadurch auch der Antisemitismus verstärkt! Das Ende des Buches wird bestimmt durch das Ende der Schule: "Sie wurde im Frühjahr 1934 vor dem Hintergrund der NS-Gleichschaltung und des staatlichen Antisemitismus geschlossen." (S.564). Ein Prolog und ein Epilog aus dem Jahr 1962 runden die Geschichte ab. In einem ausführlichen Nachwort stellt Sandra Lüpkes ihre Herangehensweise an dieses Buch dar, erklärt, welche Personen fiktiv und welche tatsächlich auf Juist gewesen sind, z.B. wird allgemein häufig nur von dem charismatischen Leiter Martin Luserke berichtet, aber auch andere engagierte Lehrer*innen haben ihren Beitrag zum Erfolg dieser Schule beigetragen: u.a. Paul Reiner, Rudolf Aeschlimann, Fritz Hafner, Eduard Zuckmayer (der ältere Bruder Carl Zuckmayers) und viele andere. Sie alle "wirken" auch in dem Buch mit... Frau Lüpkes hat intensiv geforscht und ihre Recherchen "zu den historischen Begebenheiten und realen Personen im Umfeld der Schule führten sie ins Tessin, nach Berlin und natürlich auch nach Juist, wo sie aufgewachsen ist und lange Jahre gelebt hat." (hinterer Klappentext) Und wie sie im Nachwort schreibt: "Dann darf ich als Autorin bestehende Lücken mit Phantasie schließen." (S. 565) Und das hat sie ganz wunderbar und sehr fesselnd gemacht, ich konnte zeitweise das Buch kaum aus der Hand legen und habe einige Male mit den Protagonisten mitgefiebert (und mitgezittert!), manchmal fiel es mir richtig schwer, Juist zu verlassen und in meinen Alltag zurückzukehren... Deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung!
Ein Stück deutsche Geschichte
von Anonym - 09.04.2020
Das Cover stimmt den Leser bereits auf frühere Zeiten ein: Deutschland in den 20er Jahren. Auf der Nordseeinsel Juist soll eine neue Schule eröffnet werden, die Schule am Meer. Fernab von vielem soll sich hier wieder auf das Wesentliche konzentriert werden, so sollen die Schüler dabei eine Ausbildung genießen, die es so nur selten gibt. Eine verheißungsvolle Zukunft für viele. Und so wird der Leser zu einem Teil der Schulgemeinschaft, in der er den eingeschüchterten Moskito kennenlernt, Anni und ihre Familie, die sich auf Juist niedergelassen haben, Eduard, der sich eher in die Schule verirrt hat als dass er sie gesucht hat, Schulleiter Lu, der sich die Schule immer in neuen Sphären vorstellt und viele andere, die das Gesamtbild der Schule abrunden. Doch hat es die Schule nicht immer leicht, muss sie sich gegen die Inselgemeinschaft behaupten, was nicht immer einfach ist. Dass der Leser sich als ein Teil der Schulgemeinschaft fühlt, macht es dem Leser zum einen leicht, der Geschichte zu folgen, doch findet er dadurch auch Spaß am Lesen, an der Ereignissen auf Juist und den Dummheiten, die die Jugend im Sinn hat. Dabei schafft Sandra Lüpkes es, einen wunderbar einfachen Schreibstil zu wählen, der den Leser auffängt und ihn mitreißt. Die einfachsten Erlebnisse weiß die Autorin, spannend zu gestalten, mit Worten und Verbildlichungen. Ein meiner Meinung nach ein wundervolles Buch der eigenen Geschichte, das mitreißt und einbindet und von einer ganz besonderen Gabe gezeichnet ist: Hoffnung, Zuversicht und Zusammenhalt.
Reformpädagogik auf Juist
von Island - 05.04.2020
Bei der Schule handelt es sich um eine so genannte Reformschule, die Pädagogen arbeiteten mit, besonders für die damalige Zeit (die Schule existierte von 1925 - 1934) ungewöhnlichen Methoden. Dabei standen praktische Erfahrungen, wie durch das Anlegen von Gärten, das Halten von Tieren, Musik und Theaterspiel im Mittelpunkt. Außerdem segelte man auf der Nordsee und zwischen Mai und Oktober zählten morgendliche Bäder in der kalten Nordsee zum Pflichtprogramm. Lehrer und Schüler lebten in einer familienähnlichen Gemeinschaft eng zusammen. Die Bewohner der kleinen Nordseeinsel standen dem Ganzen oft mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber. Zu der Gruppe der Pädagogen, die (fast) von der Gründung an dabei waren, zählen neben Luserke das Ehepaar Anni und Paul Reiner und der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, Bruder des berühmten Dramatikers. Sie bauen die Schule mit viel Herzblut unter teils widrigen Umständen (Wetterkapriolen, Geldknappheit, ungünstige Bedingungen für den Gemüseanbau, Krankheiten, Vorbehalte der Inselbewohner, usw.) auf und genießen für ihren Einsatz Roman spricht so verschiedenste Aspekte an. Einerseits bot er einen, nicht nur für mich als Lehrerin, sehr interessanten Einblick in die Anfänge der Reformpädagogik in Deutschland. Zudem spielen natürlich auch Freundschaft und Zusammenhalt eine wichtige Rolle, sowohl unter den Schülern als auch unter den Lehrern. Eine weitere, nicht unwichtige Komponente ist die Paarbeziehung und das Familienleben von Anni und Paul Reiner, durch das Zusammenleben in der großen Gemeinschaft und den unbedingten Einsatz für die Schule gestaltet sich dies nicht immer einfach. Auch die Insel Juist und das nicht ganz einfache Leben dort, auf dieser abgelegenen Insel, spielt eine wichtige Rolle. Man kann sich die schöne, aber auch oft raue Umgebung sehr gut vorstellen. Und nicht zuletzt sind das Aufkommen des Nationalsozialismus, die hinterhältigen Methoden, mit denen die Nationalsozialisten arbeiteten und der Antisemitismus und in diesem Zusammenhang auch Verrat große und wichtige Themen in diesem Roman. Sandra Lüpkes hat sowohl die historischen als auch die erfundenen Charaktere sehr anschaulich und überzeugend ausgestaltet. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven kann man sich gut in die einzelnen Personen hineinversetzen. Der Schreibstil der Autorin ist gut nachvollziehbar, die Handlung ist fesselnd und den Leser erwartet eine spannende Reise in eine andere Zeit. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter.
Interessant, konnte mich aber nicht fesseln
von Sissy0302 - 02.04.2020
Die jüdische Lehrerin Anni Reiner zieht 1925 gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Töchtern nach Juist. Sie und ihr Mann wollen sich zusammen mit anderen Lehrern eine Vision erfüllen und gründen auf Juist ein Internat. In dem Buch begleiten wir Anni und ihre Familie, die Lehrer und die Schüler über einen Zeitraum von 9 Jahren. Es ist interessant, die Personen zu beobachten. Vor allem vor dem Aspekt, das es dieses Internat wirklich gegeben hat und auch einen Teil der im Buch vorkommenden Personen. Die Schule ist einigen Bewohnern auf Juist ein Dorn im Auge, unter anderem auch die Juden, die dort leben. Dies lässt natürlich immer wieder beklemmende, ergreifende Situationen entstehen. Doch so interessant das Buch auch auf der einen Seite war, vor allem aufgrund des geschichtlichen Hintergrunds. Leider plätscherte die Geschichte für mich eher an der Oberfläche. Ich fand leider nicht wirklich einen Bezug zu den Personen in der Geschichte. Für mich war es vielmehr als würde ich ein Sachbuch lesen. Daher für mich nur 3,5 Sterne.
Lehrreiche Geschichtsstunde zu einem unbekannten Thema
von Sabine Meyer - 02.04.2020
Die Autorin Sandra Lüpkes greift in ihrem Roman ein Kapitel deutscher Geschichte auf Juist auf, welches vielen Lesern bis dahin unbekannt gewesen sein dürfte. Enttäuscht von Entwicklungen an ihrer früheren Schule gründen einige Lehrer rund um das Lehrerehepaar Paul und Anni Reiner sowie Martin Luserke auf Juist die Schule am Meer, welche sich durch reformpädagogische Ansätze, Koedukation und einige andere Bildungsansätze weitestgehend von den anderen staatlichen Schulen unterscheidet. Da es sich um eine private Schule handelt, ist die Schule auf Fördermittel angewiesen. Diese requirieren sich zum einen von den Eltern wohlhabender Schüler, zum anderen verfügt Anni Reiner über Vermögen aus ihrem Elternhaus und stiftet regelmäßig Beträge. Da diese finanzielle Unterstützung von Anni immer mehr als selbstverständlich vorausgesetzt wird, kommt es zu Konflikten mit ihrem Mann aber auch dem Mitbegründer Luserke. Weitere Spannungen ergeben sich aus der Tatsache, daß viele Lehrer aber auch Schüler Juden sind und sich auch auf Juist immer mehr Gedankengut der Nationalsozialisten ausbreitet und begeisterte Inseleinwohner sich von den neuen Zeiten Vorteile versprechen und nicht vor Verleumdung und Verrat zurück schrecken. Aber auch zwischenmenschliche Probleme verpackt die Autorin in ihrem Roman. Sie greift dabei auf reale Charaktere sowie fiktive Charaktere zurück. Durch den Roman wird der Leser verleitet, sich der Geschichte der Schule am Meer sowie deren Lehrern weiter anzunehmen und selber zu recherchieren. Hierzu gibt es genügend frei zugängliche Informationen. Der angenehme Sprachstil der Autorin und die Mischung von fiktiven und realen Charakteren sorgt für eine spannend aufgebaute Handlung, und mit Prolog und Epilog rahmt sie die Handlung würdig ein.
Ein Buches, welches nachwirkt
von Svele - 01.04.2020
Das Cover gibt ohne viel über das Buch zu wissen schon das Genre bekannt. Ich finde es sehr gut gewählt und mir gefallen auch die weiteren zeitgenössischen Fotos im Buch, welche einen die Geschichte noch näher bringen. Ich konnte das Buch trotz seiner Länge nicht aus der Hand legen, weil mich die Geschichte berührt hat. Zum Inhalt des Buches: Die Geschichte spielt im Jahre 1925 auf Juist. Hier gründen verschiedene Lehrer eine Schule, die Schule am Meer. Das Besondere an dieser Schule am Meer ist, dass Jungen und Mädchen gemeinsam lernen und die Herkunft keine tragende Rolle einnimmt. Außerdem soll zum freien Denken erzogen werden. Diese Ansätze sind vielen Insulanern fremd und schnell wird die Schule als ein Ort für Juden und Rote abgestempelt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nationalsozialismus auch vor der Insel Juist keinen Halt macht. In die Geschichte bin ich sehr gut eingestiegen, ich fand es sehr gut, dass diese auch aus den Sichten verschiedener Personen (Lehrer, Schüler, Insulaner) erzählt wird. Sandra Lüpkers hat ein Talent dafür Personen zu beschreiben, denn die Charaktere wurden sehr detailliert herausgearbeitet. Es wurden Charaktere erschaffen, die man nicht so schnell vergisst. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und angenehm. Trotz der Länge des Buches, verliert die Geschichte nicht ihren Reiz. Die pädagogischen Ansätze der Schule am Meer sind einzigartig für diese Zeit und stoßen daher auch auf Misstrauen. Mir hat das Buch sehr gefallen,, die Protagonisten waren authentisch und präsent. Man merkt, dass der Autorin diese Geschichte sehr wichtig ist, sie gut recherchiert hat und sehr einfühlsam erzählt wird. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, wenn man sich für historische Romane aus dieser Zeit interessiert. Mir hat das Buch schöne Lesemomente beschert.
Sehr interessant
von Zitrus - 01.04.2020
Auf der Insel Juist gründet eine Gruppe von idealistischen Lehrern ein Internat. Es soll mit neuen Ideen der Erziehung und Lehre geführt werden. Sie kaufen ein runtergekommenen Gehöft und beginnen es aufzubauen. Mit Hilfe der finanziellen Unterstützung der jüdischen Familie der Frau wird der Bau begonnen. Die Schüler bezahlen Schulgeld, aber es fehlt an allen Ecken. Die strenge Hand der Köchin findet für die Verpflegung aber immer eine Lösung. Jeder Lehrer führt eine Gruppe der Schüler mit einem Thema. Da werden die Begabungen und Eigenschaften noch besonders gefördert. Der Dorfgemeinschaft ist diese Idylle aber ein Dorn im Auge. Es gibt Neid und Hass auf die Schule. Durch Verleumdung wird das Leben nicht gerade leichter. Bald merkt man die antisemitischen Handlungen. Die Autorin beschreibt anhand von realen und fiktiven Figuren den Aufbau der Schule. Die Schwierigkeiten werden mit den Personen lebendig. Durch einige Lehrer und Schüler erleben wir real die schönen und schweren Seiten des Insellebens. In Jahressprüngen geht die Zeit voran. Lüpkes hat den Roman anhand von historischen Belegen geschrieben und diesen mit fiktiven Personen aufgestockt. Was als unterschwelliger, später offener Hass gezeigt wird, entlädt sich in der Judenverfolgung und Krieg. Absolut lesenswertes Stück Geschichte!
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