Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Roman. Originaltitel: Quand le diable sortit de la salle de bain. 2. Auflage.
Buch (gebunden)
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"Der Triumph der Literatur über die Niederlagen, die das Leben bereithält." Le Monde
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Produktdetails

Titel: Als der Teufel aus dem Badezimmer kam
Autor/en: Sophie Divry

ISBN: 3550081367
EAN: 9783550081361
Roman.
Originaltitel: Quand le diable sortit de la salle de bain.
2. Auflage.
Übersetzt von Patricia Klobusiczky
Ullstein HC

22. September 2017 - gebunden - 272 Seiten

Beschreibung

"Der Triumph der Literatur über die Niederlagen, die das Leben bereithält." Le Monde

Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen ein sprühendes, kompromissloses, unglaublich lustiges Buch (Le Parisien).

Portrait

Sophie Divry, geb. 1979 in Montpellier, lebt zurzeit in Lyon. "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" erregte große Aufmerksamkeit in Frankreich und wurde für zahlreiche Literaturpreise nominiert.

Patricia Klobusiczky, 1968 geboren, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und arbeitete lange als Lektorin. Seit 2006 übersetzt sie aus dem Englischen und Französischen, unter anderem Werke von William Boyd, Marie Darrieussecq, Stéphane Hessel, Françoise Giroud.
Bewertungen unserer Kunden
unmöglich
von Zauberzeichen - 29.10.2017
Inhalt: Die enddreißigerin Sophie arbeitet als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung. Da die Auftragslage aber schwierig ist, schwindet das Geld auf ihrem Konto. Rechnungen, die bezahlt werden wollen, häufen sich. Dies führt dazu, dass sie am Monatsende so gut wie pleite ist und vor der Frage steht, wie sie an Geld kommt um nicht zu verhungern. Toaster und Lieblingsbücher verkaufen erscheint ihr sinnvoller, als sich vor ihrer Familie und ihren Freunden zu "outen". Dass sie als Schriftstellerin nicht leben kann, ist bitter. Kreativ, aber arbeitslos muss sie sich durchs Leben schlagen. Die Probleme mit dem Sozialamt und die Versuchungen, die an jeder Ecke warten, schildert sie in ihrem etwas anderen Buch. Meinung: Zu Beginn war ich zwar etwas irritiert von dem Schreibstil, jedoch hat mich der Umgang mit der Sprache und die Andersartigkeit dieses Buches fasziniert. Leider nam dies im Verlauf sehr ab und ich war am Ende nur noch genervt von den langen Aneinanderreihungen und der Ausdrucksweise der Autorin. In das Thema findet man leicht hinein, da zur heutigen Zeit leider viele Menschen -auch trotz Arbeit- am Monatsende mit dem wenig verbliebenden Geld jonglieren müssen. Sie können sich kaum mehr genügend Lebensmittel kaufen, erliegen aber trotzdem den Verlockungen des Lebens, was dazu führt, dass man Rechnungen nicht zahlen kann, die sich Anhäufen und von Monat zu Monat belastender werden. Sophie Divry begenet dem Thema mit einem gewissen Witz und Charme, durch den sie die Schwierigkeiten auflockert. Leider übertreibt sie es meiner Meinung nach gegen Ende mit ihren zahllosen Andernanderreihungen und auch ihrer Ausdrucksweise. Das, was mich anfänglich noch fesseln konnte, war am Ende leider nur noch ein "ist das ihr Ernst???" Fazit: Für Leser, die mal etwas anderes, als herkömmliche Romane und Biographien (wenn es denn tatsächlich eine ist) lesen wollen, könnte "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" etwas sein. Anderen, die noch etwas von anständiger Sprache halten, würde ich von diesem Buch abraten. Hätte ich dieses Buch nicht vorabgelesen, sondern mir gekauft, hätte ich mich masslos über das rausgeworfene Geld geärgert. Ich war zunehmendst genervt und muss leider auch dementsprechend bewerten.
teuflisch gut!
von skaramel - 05.10.2017
Sophie macht das, was so viele gerne tun würden: etwas mit Medien. Doch ihre Aufträge bei der Zeitung sind zu wenig, die Kosten für das Leben doch stetig. Was also tun, wenn es noch zehn Tage bis zum Monatsende sind und man nur noch 40 Euro hat? Ausharren und ein Buch drüber schreiben. Wortgewaltig, witzig und vor allem ehrlich erzählt Sophie Divry in "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" über den Wahnsinn, den man durchlebt, wenn man das Geld bis zum Monatsende [oder länger] zusammen halten muss, jeden Cent umdreht und sich in der Zwickmühle der Sozialhilfe befindet. Denn Sophie will sich eigentlich nicht mit der Situation abfinden, denn sie selbst hat sich immer als eigenständige Künstlerin gesehen, die von ihrem Handwerk, in dem Falle das schreiben, leben kann. Doch die Nachzahlungen müssen überwiesen werden und schon steht sie mit weniger als nichts da. Auf einmal gibt es kein Kaffee beim Spaziergang, keine Schokolade und keine Zeitungen mehr. Stattdessen besucht sie Freunde, versucht sich unauffällig zum Essen einzuladen und ernährt sich zuhause von Brot und Nudeln. Der Witz und Charme des Buches bestehen hauptsächlich aus Sophies inneren Monologen und ihrer Kreativität mit der schweren Situation umzugehen. Das verpackt in eine stilsichere Sprache, das macht jedem Spaß, nicht nur, wenn der eigene Berufsweg der einer Germanistin ist und man an vielen Stellen nur noch müde lächeln und nicken kann. Divry spielt mit einer Leichtigkeit mit der Sprache, schafft neue Wörter, durchbricht die Regeln jedes Standardromans und gewinnt Seite für Seite Sympathien dazu. Auch die Aufmachung des Buches, verschobene Textelemente, in sich zusammenfallende Buchstaben - es ist wunderbar gemacht und unterstützt den Roman in seiner eigenen Art. Dabei ist "Als der Teufel aus dem Badezimmer kam" sicherlich kein einfacher Roman, nicht für jedermann gedacht, aber für Liebhaber von Sprache, Witz und der französischen Leichtigkeit - lest es!
Außergewöhnliches Buch mit außergewöhnlichem Schriftbild
von kindder80er - 04.10.2017
Schon der Untertitel hat mich zum Schmunzeln gebracht: Ein Improvisationsroman voller Unterbrechungen und ohne Anspruch auf Tiefgang ! Auf sowas muss man erstmal kommen! ;-) Sophie, ihres Zeichens Autorin, ist arbeitslos, muss von ihren restlichen 300 Euro auf dem Konto 260 an ihren Stromanbieter abgeben und so oft sie die Rechenaufgabe auch löst - es bleiben ihr 40 Euro für 10 Tage zum Leben. Sie kauft sich nun Nudeln als Vorrat und hofft, damit in ihrem kleinen, gemieteten Kämmerchen zu überleben während sie darüber sinniert, was arm eigentlich ist. Das macht sie durchaus mit viel schwarzem Humor und sehr hübsch ist dabei auch, wie viele neue Synonyme sie dabei findet, WIE ihre Mutter etwas sagt: Sie kraquäte, widernörgelte, seufzeterte, pflichtpampte, unkzürnte, bellschnauzte... Ich musste dabei so oft schmunzlachen... ;-) Sophie kommt eigentlich aus einer Familie, die immer alles hatte und ist mit sechs Brüdern aufgewachsen. Trotzdem oder gerade deswegen bekommt sie ihr Leben gerade nicht in den Griff, da als Autorin nicht gerade die Welt auf sie gewartet zu haben scheint. Ihre Rechnungen bezahlt sie aber immer und ist irgendwie auch stolz darauf, so eine Zahlungsmoral zu haben, aber so richtig weiter bringt sie sie natürlich nicht. Im weiteren Verlauf kommt tatsächlich mal der Teufel aus dem Badezimmer, aber eigentlich nur weil sie mit ihren eigenen Dämonen kämpft. Nicht nur bei dieser Gelegenheit gerät die Typographie des Buches völlig außer Kontrolle - es wird vertikal, schief, groß, fettgedruckt und gebogen geschrieben oder mit Dingbats verziert, was das Zeug hält und ich mochte diese Unterbrechungen sehr, denn sie lockern das Buch zum Einen auf und zum Anderen bringt die Autorin so auch noch mehr zum Ausdruck, was sie eigentlich sagen will. An dieser Stelle muss ich auch unbedingt die deutsche Übersetzung loben, die wirklich großartiges dabei geleistet hat! Ich mag den schnoddrigen Schreibstil und die Art von Sophie sehr gerne. Das Cover ist einfach gehalten, aber dennoch sehr passend zum Titel. Es ist ein Buch, das zwar über Armut schreibt, aber dabei nicht allzu negativ wird. Es ist auch nicht wirklich lustig, weil Armut per se nicht lustig ist, aber man begleitet Sophie bei ihren Kämpfen gerne , fühlt mit und hofft, dass es ihr bald besser geht. Sie will weiter kommen, verdingt sich schließlich als Kellnerin und erlebt dabei so einiges, was sie bei allem schwarzen Humor auch an ihre Grenzen bringt...
Extravagant
von Toni - 02.10.2017
Als der Teufel aus dem Badezimmer kam von Sophie Divry versteht sich mehr wie ein Kunstwerk als ein Unterhaltungsroman. Es geht dabei um Sophie, aus deren Sicht wir die Arbeitslosigkeit und Armut einer Französin kennen lernen. Im gesamten Roman findet kaum eine großartige Handlung statt, es geht viel mehr um das Einfangen von Gefühlen und Situationen. Die Autorin ist dabei sehr fantasievoll und arbeitet enorm viel mit der Darstellung im Text. So sind ganze Seiten teilweise andersartig beschrieben. Die Schriftart wechselnd, quer, rund, schräg, im Dialog, Zeichnungen ergebend und völlig chaotisch wird den Lesern eine andere Art Buch aufgezeigt. Dazu kommen dann noch Stilmittel wie Aufzählung und bildhafte Beschreibungen, sowie fiktive Gespräche mit zwei wichtigen Personen in Sophies Leben und dem Teufel. Trotzdem verliert man nie den Faden zu der Figur. Sophie ist dabei sehr humorvoll und sympathisch, teilweise erkennt man sich sogar selbst in ihren Gedanken wieder. Durch die fast schon biographischen Züge erfährt der Leser zudem eine sehr Nahe Bindung zu der Protagonistin, da man beinahe angesprochen wird. Insgesamt ist Divrys Roman daher ein sehr lesenswertes Buch. Es geht dabei aber nur um reine Literatur, wer auf spannende Geschichten wartet, ist hier fehl am Platz. Ein bisschen genervt war ich trotzdem von den endlosen Aufzählungen und einem sehr plötzlich abbrechendem Ende. Daher ein Stern Abzug.
Leben im Prekariat
von cosmea - 01.10.2017
Sophie, eine junge Frau in den 30ern, hat ihren Job bei einer Zeitung verloren und kämpft seitdem ums Überleben. Nach Auslaufen des Arbeitslosengelds ist sie auf die Sozialhilfe angewiesen, für die sie unzählige bürokratische Hürden überwinden muss. Sie lebt in einem 12 qm großen, spartanisch eingerichteten Zimmer und hat nahezu alles im Internet verkauft, was sich zu Geld machen lässt. Oft bleiben ihr nur wenige Euro für das letzte Monatsdrittel. Selbst Billignahrungsmittel aus dem Supermarkt können nicht verhindern, dass sie Hunger leidet. Ihre Familie hilft ihr nicht. Zumindest ihre sechs Brüder, die sich alle "eine Existenz aufgebaut haben", wissen nichts von ihrem Elend. Sie hat in Hector ihren einzigen Freund, der ähnlich knapp bei Kasse ist, aber als eingefleischter Schürzenjäger hat er zumindest noch etwas mehr Ablenkung als Sophie. Sophie möchte finanziell unabhängig werden, indem sie einem Roman schreibt. Dabei erlebt sie kuriose Schwierigkeiten. Ihre Figuren melden Ansprüche an. Sie wollen auf bestimmte vorteilhafte Weise dargestellt werden - als Charaktere und sogar drucktechnisch. Auch ihr persönlicher Dämon Lorchus mischt sich immer wieder ein, Gegenstände wie der Toaster sprechen mit ihr. Divrys Roman ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich, innovativ, extravagant. Es gibt lange katalogartige Listen von Aufzählungen und ausgefallene Metaphern und immer wieder typografische Besonderheiten. Die Autorin geht sehr kreativ mit der Sprache um. Da gibt es Neologismen wie speziöses Spezimen, Sozialhilfeempfangsberechtigungsbescheinigung, postschmausastisches Syndrom usw. Die Mutter horchhakt nach, widernörgelt, kraquäkt, seufzetert, pflichtpampt, unkzürnt usw. Der deutsche Leser ahnt, was für eine gewaltige Herausforderung dieses Buch für die Übersetzerin war, denn die sprachlichen Spielereien gibt es auch im Original. Das Buch ist interessant und durchweg auch deshalb lesbar, weil es viel Humor - zum Teil der derbsten Art - enthält, obwohl es die Situation einer hungernden Langzeitarbeitslosen realistisch und kritisch und ohne jede Larmoyanz darstellt. Deutliche Sozialkritik findet sich auch an anderer Stelle, zum Beispiel in ihren Ausführungen zum Verschleierungsverbot oder zu unzumutbaren Verhältnissen am Arbeitsplatz inklusive sexueller Belästigung. Für mich ist Sophie Divrys Roman ein gut lesbares Experiment, bei dem man sich nicht langweilt.
Sehr lebensnah und doch am Thema vorbei
von herrzett - 22.09.2017
Im Supermarkt sind die Armen leicht zu erkennen. Es sind die mit einer Einkaufsliste in der Hand, von der sie nicht abweichen. Die, die Waren ohne Preisschild mit dem Barcodescanner prüfen. Die, die vor den Regalen von einem Fuß auf den anderen treten. Die, die lange vor dem Überangebot an Joghurt verharren und Vergleiche anstellen [...] in der Hoffnung, die klügste Wahl zu treffen - Willkommen im Leben von Sophie. Das Buch Als der Teufel aus dem Badezimmer kam eine Art Biografie, nur anders. Sophie Divry schreibt sehr offen über ihre Gedanken und das Dasein als Arbeitslose, Schriftstellerin und von der Grundsicherung Lebende. Der Weg hinaus aus diesem Leben ist nicht einfach und gar häufig schwieriger als es aussieht - die Verlockung steckt überall und macht nicht am fehlenden Plus auf dem Konto halt. Sophie hat gerade noch 17,70 Euro für die nächsten Tage ... eine weitere Rechnung? Bingo! Überzogen. Es wird bereits zu Beginn nur von einem Improvisationsroman voller Unterbrechungen und ohne Anspruch auf Tiefgang gesprochen, dennoch hätte ich mehr erwartet. Die durch den Titel erwartete Auseinandersetzung mit dem Teufel beschränkt sich auf wenige Seiten, die kaum der Rede wert sind. Es ist eine Art Collage aus Alltagsbeschreibung, lustigen Metaphern und Umschreibungen sowie Auseinandersetzungen mit dem gesellschaftlichen Problem der Arbeitslosigkeit. Der lockere Schreibstil macht es recht einfach in Sophies Leben hineinzuversetzen, dennoch denke ich, dass vieles durch die Übersetzung aus dem Französischen verloren ging. Das Besondere an diesem Buch ist die Gestaltung, bereits der minimalistische Titel macht aufgrund seiner Ausstanzung der Teufelshörner neugierig und die Innenseiten brechen häufig aus dem alltäglichen Blocksatz heraus. Ansonsten muss man leider sagen: am Thema vorbei . Sehr schade!
Wie das Leben manchmal so spielt
von Marilou - 21.09.2017
Leider ist das Leben nicht immer einfach und Sophie hat es alles andere als leicht. Kein Job, kein Arbeitslosengeld mehr, die Sozialhilfe reicht nicht um die Nebenkosten wie Strom usw. zu decken und um den Hunger zu stillen. Dann kommt es bei Sophie auch noch zu einer verzögerten Zahlung der Sozialhilfe da sie ehrlicherweise ein kleines Nebeneinkommen mit angegeben hat. Manchmal spielt einem das Leben einen Streich und bei Sophie hat man das Gefühl als wenn diese Streiche nicht aufhören wollen. Vom ihrem Charakter her ist sie mit sehr sympathisch und wäre sie meine Nachbarin würde ich sie sicherlich öfters mal zum Essen einladen. Wenn man eine gesicherte Existenz hat ist es einem gar nicht bewusst wie schlimm es sein kann wenn am Ende des Monats kein Geld mehr da ist um die Grundversorgung zu sichern. Auch wenn dies im Prinzip eine sehr traurige Geschichte ist konnte ich mir das Schmunzeln ab und an nicht verkneifen. Sophie führt gedanklich Selbstgespräche mit ihrer Mutter und hört auch zum Beispiel ihren Toaster jammern. Das Cover ist teuflisch gut gelungen, einfach super!
Amüsant, außergewöhnlich und gewöhnungsbedürftig
von Readaholic - 20.09.2017
Die Leseprobe versprach ein amüsantes Buch über die arbeitslose und am Hungertuch nagende Journalistin Sophie. Vor allem die Wortneuschöpfungen, die Sophie ihrer Mutter in den Mund legt, fand ich höchst gelungen: kraquäken, widernörgeln, unkzürnen, bellschnauzen, anfeuermutigen... Der Übersetzerin ist hier ebenfalls ein großes Lob zu zollen. Wir erfahren, wie es ist, wenn man mit ein paar Euro den Rest des Monats über die Runden kommen muss. Diesen Teil der Geschichte fand ich interessant. Auch Sophies sexbesessener Freund, mit dem sie selbst allerdings eine platonische Beziehung unterhält, ist amüsant, will er doch unbedingt in Sophies Roman vorkommen. Sehr lustig: die Beschreibung seiner Zufallsbekanntschaft mit der lustgesteuerten Sirine, die er später unter ganz anderen Vorzeichen wiedertrifft. Allerdings konnte mich das Buch nicht durchgehend fesseln. Immer wieder kamen Passagen, mit denen ich so gar nichts anfangen konnte, zum Beispiel, als Sophie über zwei Seiten hinweg aufzählt, mit was für Männern sie keine Beziehung eingehen kann oder die Passage, der das Buch seinen Titel verdankt. Ich bin wirklich sehr gespalten, was dieses Buch anbelangt. Denn das Buch enthält auch geniale Beschreibungen, beispielsweise eine Anleitung für eine effektive Andiedeckestarrung. Was mir dann jedoch gar nicht gefallen hat, ist der Schluss, bei dem ich den Eindruck hatte, die Autorin wusste ganz einfach nicht, wie sie dieses Buch zu Ende bringen soll. Als der Teufel aus dem Badezimmer kam ist ein sehr ungewöhnliches Buch, das wohl vor allem Literaturkritikern, nicht aber der breiten Masse gefallen wird.
Not lehrt schreiben
von Emmmbeee - 12.09.2017
Auch wenn man sich selbst schon in ähnlichen Notsituationen befunden hat, ist es bedrückend, zu lesen, was Sophie mangels Geld alles nicht machen kann und deshalb beinahe ohnmächtig dem Schicksal freien Lauf lassen muss. Abwarten, aber kein Geld fürs Teetrinken. Dafür inspiriert sie die Not zum Schreiben eines erfolgreichen Buches. Nur: Wenn eine Mutter im Nachhinein liest, wie schlecht es ihrer Tochter vor Jahren ergangen ist und sie es lieber nicht gewusst hätte, was ja leider häufig vorkommt, schleicht sich Bitterkeit zwischen die Zeilen und in die Mutter-Tochter-Beziehung. Die Handlung wird von Kapitel zu Kapitel irrationaler und verrückter, als ob nun wirklich der Teufel in der Sprachsuppe rührt, ein infernalischer Ritt über Silben und Ausdrücke, durch Schriften und erotische Szenen, dass die Funken stieben. Gegen Ende taucht die Frage auf: Was kommt noch, das diesem Buch zu einem solchen Erfolg gleich nach seinem Erscheinen verholfen hat? Was soll das Ganze? Ich weiss es nicht. Würde nicht so viel Humor dahinterstecken, man würde es nach kurzer Zeit wieder zuklappen. So aber liest man weiter und nimmt dankbar all die Hoffnung in sich auf, die man doch selbst in ähnlichen Situationen so dringend nötig hat. Was mir jedoch weniger gefällt, sind Wortschöpfungen wie seufzetern, pflichtpampen und quäkrakeelen. Das wirkt überholt, ausgelutscht und kratzt empfindlich am Witz. Das Buch kommt mir vor wie das verzweifelte Rudern eines Schauspielers auf der Bühne, wenn er den Text vergessen hat, und wirkt über weite Stellen zäh wie alter Kaugummi. Auch gewisse Aufzählungen haben mich etwas genervt, und ich habe mich dabei ertappt, quer zu lesen. Zweifellos ein witziger Titel und ein aussergewöhnliches Coverbild, sodass das Buch im Schaufenster ins Auge springt. Das braucht es wohl auch, damit man es überhaupt in die Hand nimmt.
Ein Buch wie eine Collage
von Kundin - 03.09.2017
Als der Teufel aus dem Badezimmer kam von Sophie Divry habe ich in wenigen Stunden gelesen. Durch ihre Wortwahl, ihren Satzbau und ihre Sprachrhytmik fand ich das Lesen des Buches sehr angenehm und in erster Linie sehr unterhaltsam. Divry hat anscheinend einen unerschöpflichen Vorrat an Neologismen, die das Lesen noch unterhaltsamer machen. An einigen Textstellen wurden mir die Ausführungen zu ausschweifend und zu ausführlich, beispielsweise ihre Auflistung, was sie an Männern nicht mag oder Auflistungen von Synonymen. Jedoch reihen sich diese Ausschweifungen in den collagenartigen Aufbau des Buches ein und passen damit zum Ton des Buches. Divry gelingt es durch Unterbrechungen des Textes und alternativen Erzähltechniken (z.B. Emails, über den Rand schreiben, herumfliegende Buchstaben, verändertes Textlayout) einen aufgelockterten Text zu schreiben, der mich beim Lesen an der Stange gehalten hat (was nicht nötig gewesen wäre). Damit ist dieses Buch jedoch sehr unterhaltsam. Nebem dem Unterhaltungswert schildet Divry mit Ironie und Witz die Sorgen der arbeitslosen Protagonistin und auch melancholisch die Themen Kindheit, Erwachsenwerden und Familie, wobei meiner Meinung nach nie etwas verharmlost oder lächerlich gemacht wird. Dies liegt auch daran, dass die Protagonistin sich selbst Gedanken darüber macht, dass andere es noch schlechter haben und sie Vorurteile (z.B. gegenüber Arabern) kritisch aufgreift. Die teils metaphorischen Figuren finde ich sehr gelungen und werden, mit ihrem plötzlichen Auftauchen und ihrem eingeräumten Platz im Buch, Teil der Collage. Ein richtiges Happy End gibt es nicht, doch das bedarf es nicht. Meine Empfehlung: Jeder, der sich auf neue Dinge in Büchern einlassen kann und diese spannend findet, sollte dieses Buch probieren.
Witzig und anders, aber auch eine Herausforderung
von Jennifer Hempel - 02.09.2017
INHALT Die junge Französin Sophie hat sich lange als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung durchgeschlagen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei. Gerade einmal 17,70 € bleiben ihr nach Abzug aller Kosten zum Leben; was eindeutig zu wenig ist. Kurzum, eine Lösung muss her. Doch Sophie zögert diese hinaus, isst bei einer bekannten alten Dame und kümmert sich nur sporadisch um Sozialhilfe. Ihre Arbeitslosigkeit und der damit verbunden finanzielle Engpass setzen ihr gehörig zu. Tag für Tag scheint sie mehr abzudriften. Ihre sechs soliden Geschwister und die ewig klagende Mutter sind auch keine Hilfe. Darüber hinaus will der Teufel himself sie tagtäglich zu kriminellen Handlungen verleiden. Auch Sophies bester Freund Hector, der ständig klamme Musiker und Frauenheld, ist kein Vorbild oder guter Ratgeber... MEINUNG Sophie Divrys überspitzte Gesellschaftssatire um die arbeitslose Schriftstellerin Sophie las sich recht unterhaltsam und punktete vor allem durch die eingebauten Gedichte, ungewöhnlichen Aufzählungen und lautmalerischen Neologismen (wie z.B. seufzetern oder unkzürnen). Das Schicksal der jungen Ich-Erzählerin Sophie wird stets mit bitterböser Ironie oder stoischem Fatalismus betrachtet. Auf diese Weise bekommt der Leser eine recht guten Einblick in Sophies vertracktes Seelenleben. Entgegen den biederen Lebensentwürfen ihrer Brüder mit Familie, Haus und Festanstellung hat sich Sophie nämlich für einen freien Beruf und gegen ihren betrügerischen Lebensgefährten entschieden. Sie ist das enfant terrible und damit das bemitleidenswerte Geschöpf der Familie. Doch Sophie will nicht länger im Schatten stehen und wagt den Neuanfang im Gastgewerbe - eine Entscheidung für ein eigenständiges, aber auch arbeitsintensives Leben, wie sich schnell zeigen wird. Die Nebencharaktere in Gestalt von Sophies Mutter und Freund Hector sind alles andere als sympathische Weggefährten. Im Gegenteil, die Mutter hat stets etwas an der einzigen Tochter auszusetzen und keift vor sich hin. Hector hingegen ist zu sehr mit sich und seiner Libido beschäftigt, dass er sich wenig bis gar nicht mit Sophies existentieller Notlage auseinandersetzt. Als dann Hector und der Teufel einen Pakt miteinander schließen, sind die amoralischen Ausschweifungen kaum noch zu ertragen. Mehr als einmal widerte mich Hectors promiskuitives Verhalten einfach nur an. Sicher wurde Hector von der Autorin bewusst überspitzt dargestellt, um der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, doch ihm hätte weniger Raum gegeben werden müssen. Auch der Teufel spielt hier eine wenig sinnreiche bis verständliche Rolle. Im Vorhinein hatte ich erwartet, dass er vornehmlich Protagonistin Sophie beeinflussen würde, was allerdings nicht der Fall gewesen ist. FAZIT Sprachlich und plottechnisch mal etwas Anderes, was ich so noch nicht gelesen habe.
von D4RCY - 31.08.2017
Viele Menschen definieren sich über ihren Beruf. Ihren Status. Ihren Lebensstil. Sophie ist Mitte 30, arbeitslos und hat 17,70€ auf dem Konto. All das zuvor genannte hat sie nicht mehr und als wäre das nicht Belastung genug, lässt die nächste Zahlung ihrer Grundsicherung quälend lange auf sich warten. In ihrem bescheidenen Zuhause zwischen angeschlagenem Geschirr, einem einsamen angeknacksten Stuhl und einer kaputten Klospülung versucht Sophie, an Geld zu kommen, einen Job zu finden oder vertreibt sich die Zeit damit, Trübsal zu blasen und einen Roman zu schreiben, um den nagenden Hunger zu vergessen. So deprimierend sich das anhört, so fantasiereich und voller Humor ist jedoch Sophies Art, diese Situation zu bewältigen. Als der Teufel aus dem Badezimmer kam hat eindeutig etwas von einem Meta-Roman, es geht um die Schriftstellerin Sophie (Divry?) und ihr Werk, auf das auch immer wieder innere Stimmen und Nebenfiguren scheinbar direkten Einfluss nehmen. Durch die Form und den Schreibstil wird die Geschichte seinem anfänglichen Versprechen ein Improvisationsroman voller Unterbrechungen zu sein, meiner Meinung nach also absolut gerecht und das ganze Buch liest sich schon fast eher wie ein Tagebuch, gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf Literatur und französische Kultur, diversen Neologismen und mal umgangssprachlichen, modernen, mal mit fast frivolen, mal eleganten, fast poetischen, mal mit schwülstigen Passagen - je nach Kontext. Ein sprachliches und literarisches Potpourri. Und auch ein emotionales Potpourri bekommt der Leser ab, sobald er sich auf Sophie eingelassen hat. Von einem lustigen, selbstironischen Moment voller schwarzer Humor hin zur Nachdenklichkeit hin zum Mitleiden und wieder hin zum Schmunzeln. Meiner Meinung nach besonders hervorzuheben ist die Typografie des Buches. Diese wurde so bedacht und gleichzeitig mit so viel Kreativität eingesetzt, dass ich sie in dieser Art und Weise einmalig finde. Sie schafft es, das zu unterstreichen, was gesagt wird und transportiert so noch viel stärker die Emotionen aus dem Text, ohne nervig oder deplatziert zu wirken. Für mich ist Als der Teufel aus dem Badezimmer kam eine Liebeserklärung an die Literatur, an das Buch und den Akt des Schreibens. In dieser scheinbar einfachen, sehr alltäglichen Geschichte steckt auch etwas Philosophie und viel zum Nachdenken. Manchmal ist man geneigt, Passagen zu überlesen - aber dann überlegt man es sich doch noch mal anders. Alles in allem ein Roman, den ich mit sehr viel Freude gelesen habe. Ein Roman, der deutlich aus dem Mainstream heraussticht und so ganz anders ist als man erwartet. Vielleicht ist er nicht in jeder Hinsicht perfekt (teilweise gab es doch ein paar Längen - etwas, was bei einem Improvisationsroman wohl nicht allzu verwunderlich ist), aber er ist durchaus etwas Besonderes.
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