Im Netz des Lemming

Kriminalroman.
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DER LEMMING ZWISCHEN WÜRSTELSTAND UND WORLD WIDE WEB: EIN NEUER KRIMINALROMAN VON STEFAN SLUPETZKY!

Ein tragischer Suizid und ein Nachtwächter in Bedrängnis
Der Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch a … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Im Netz des Lemming
Autor/en: Stefan Slupetzky

ISBN: 3709934974
EAN: 9783709934975
Kriminalroman.
Haymon Verlag

2. Januar 2020 - gebunden - 200 Seiten

Beschreibung

DER LEMMING ZWISCHEN WÜRSTELSTAND UND WORLD WIDE WEB: EIN NEUER KRIMINALROMAN VON STEFAN SLUPETZKY!

Ein tragischer Suizid und ein Nachtwächter in Bedrängnis
Der Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch aus Internet-Sprache und Englisch, das sein Sohn Ben mit seinem Freund Mario spricht. Als der Lemming sich mit ebendiesem Mario durch Zufall eine Straßenbahn teilt, passiert das Unfassbare: Auf Marios Handy-Display erscheint eine offenbar schockierende Nachricht, der Bub rennt unvermittelt aus der Bahn und springt von einer Brücke in den Tod.
Der Lemming ist fassungslos. Noch mehr, als plötzlich ein Shitstorm auf ihn einprasselt: Die Medien haben aus dem Mann, der mit dem unglücklichen Burschen vor dessen Suizid gesprochen hat, einen pädophilen Triebtäter gemacht. Und plötzlich sind sein Foto und sein Name überall. Auch Chefinspektor Polivka, der dem Lemming vertraut und mit ihm herausfinden will, was wirklich hinter Marios Tod steckt, gerät ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit. Bald ranken sich auch wilde Spekulationen um Marios Familie - denn die engagiert sich in der Flüchtlingshilfe - während Wien im Zeichen von dirty campaigning und politischer Hetze steht.
Der Lemming indes droht sich in verschiedensten Netzen zu verwickeln: Im World Wide Web, mit dessen Gefahren er es zu tun bekommt, in den Verstrickungen korrupter Politiker, die nicht nur im Internet Fake News verbreiten, und in den feinen Fäden, die die Boulevardpresse spinnt, wenn sie mit haltlosen Behauptungen eine möglichst große Leserschaft einfangen möchte.

Slupetzky legt den Finger in die Wunden der Gesellschaft
Jeder Satz passt in diesem Kriminalroman, jedes Wort trifft - Stefan Slupetzky ist ein Sprachkünstler, der es versteht, mit viel Feinsinn Bilder entstehen zu lassen, die sich einprägen. Nichts ist schwarzweiß, jeder hat eine Geschichte, stets hat es einen Grund, warum einer da ist, wo er heute ist. Slupetzky schaut ganz genau hin, wenn er seine Figuren zeichnet, und so manche wird einem bekannt vorkommen. Da ist der kleine Bub, der es unter den Schulkollegen so schwer hat, dass ihn eine Aura der Traurigkeit umgibt, da ist der frühere Neonazi, der sich für seine Tätowierungen schämt. Da ist jener Lehrer, der einmal Idealist gewesen ist, bevor ihm die Realität den Antrieb genommen hat, und der ehemalige Polizist, der jetzt nachts im Tierpark arbeitet und erst mehrere rauschhafte Nächte braucht, bevor er seinem Freund Polivka das Du anbieten kann. Leopold "Lemming" Wallisch ist ein stiller, feinfühliger Charakter mit trockenem Humor und Gespür für seine Mitmenschen und deren Realitäten.
Slupetzky lässt seinen Lemming durch die Wiener Nächte wandeln, mit Lust am Wortspiel - und ohne dabei jemals seine Leichtigkeit zu verlieren.

Portrait

Stefan Slupetzky, 1962 in Wien geboren, wo er heute noch lebt, verfasst Bühnenstücke, Kurzgeschichten und Romane. Seine Kriminalromane um den Antihelden Leopold "Lemming" Wallisch wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Glauser-Preis, dem Burgdorfer Krimipreis und dem Leo-Perutz-Preis.
Slupetzky ist ein Drittel des "Trio Lepschi", mit dem er als Texter und Sänger durch die Lande tourt. Er ist außerdem Mitbegründer des Vereins zur Verwertung von Gedankenüberschüssen und wirkte an der Entwicklung unverzichtbarer Gebrauchsgegenstände wie etwa des "Transzebra Portable", eines ausrollbaren Zebrastreifens, mit.

Pressestimmen

"Slupetzky greift in seinem neuesten Roman nicht nur brandaktuelle Themen - Mobbing, Fake News, Dirty Campaigning - auf, er versteht es einmal mehr, eine spannende Story in eine literarisch höchstwertige Sprache zu kleiden, bei der auch der sprichwörtliche Wiener Charme nicht zu kurz kommt." Aus der Jurybegründung für die Glauser-Nominierung 2021 "Ein sehr politischer Roman von Slupetzky, der eindringlich auf die Gefahren des Internets hinweist (...)" hr2 Kultur, Birgit Spielmann "Eine turbulente Handlung, die es diesmal wirklich in sich hat und Lemming-Fans an den Rand der mitfühlenden Verzweiflung bringt." Wiener Zeitung, Mathias Ziegler "Stefan Slupetzky gelingt zweierlei: den Mechanismus von Rufmord und Aufwiegelung in der heutigen Zeit exemplarisch zu beschreiben - und immer wieder Figuren und Szenen zu entwerfen, die satirische Begabung und Liebe zum Lokalkolorit vereinen." APA - Austrian Presse Agentur, Wolfgang Huber-Lang "Hinter dem beliebten und von seinen Fans erwarteten Schmäh kommt die Satire mit all ihren Überhöhungen zum Tragen ..." BUCHKULTUR, Silvia Treudl "... die Zeitgeschichte-Analyse gelingt treffsicher und tiefgreifend. Zeitweise tut sie richtig weh." OÖNachrichten, Klaus Buttinger "Jahrelang haben wir gewartet, endlich gibt es wieder einen Lemming!" Puls4-Frühstücksfernsehen, Rotraut Schöberl "Die satirischen Anspielungen auf die jüngsten Politikskandale in Wien bereiten bösestes Lesevergnügen." BÜCHERmagazin

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.03.2020

Komm, sobald du kannst
Krimis in Kürze: Stefan Slupetzky, Nicci French und Carlos Hanimann

Ein englisches Sprichwort besagt, man solle ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen. Nun müssen wir ergänzen: bitte auch nicht nach seiner Autorin. Unter dem Pseudonym Nicci French erschreiben sich die Eheleute Nicci Gerrard und Sean French seit mehr als zwanzig Jahren einen Psychopathenstadl, dessen ideales Habitat die Bahnhofsbuchhandlung abgibt: Dutzendware für den Last-Minute-Kauf. Von ganz anderem Kaliber ist ihr neuer Thriller "Was sie nicht wusste" (C. Bertelsmann, 448 S., br., 16,- [Euro]). Neve, verheiratet, drei Kinder, erhält eine SMS von ihrem Liebhaber: "Komm, sobald du kannst." Sie gehorcht und findet ihn in seinem Apartment bereits in der Horizontalen vor - mit eingeschlagenem Schädel. Statt die Polizei zu rufen, schreitet sie zu einem Postmortem-Wohnungsputz, womit sie jedoch nicht nur die Spuren des Ehebruchs, sondern auch des Mordes verwischt. Anschließend webt sie eine engmaschige Textur aus Lügen und Geheimnissen, die den Plot dynamisiert und zugleich ins Wanken bringt.

Obwohl es sich um einen Roman in der dritten Person handelt, weicht der Leser nie von Neves Seite. Jede Dummheit, jeden Fehler und jeden Affekt nimmt er wie durch ein Brennglas wahr. Im Mittelpunkt stehen mithin die Winkelzüge der Protagonistin, nicht die Nachforschungen der Londoner Polizei. Zu den Verdächtigen zählen bald alle wichtigen Figuren, was, kombiniert mit der grandiosen Schilderung familiärer Schieflagen, einen Sog erzeugt, dem man sich kaum entziehen kann.

Das lässt sich über Stefan Slupetzkys neuen Krimi "Im Netz des Lemming" (Haymon, 200 S., geb., 19,90 [Euro]) nicht behaupten. Im sechsten Roman um Leopold "Lemming" Wallisch, der früher Polizist war und inzwischen als Nachtwächter im Wiener Zoo arbeitet, stürzt sich ein Junge in den Tod, nachdem er auf dem Smartphone eine Nachricht gelesen hat. Da Wallisch zuvor mit dem Jungen in der Straßenbahn gesehen wurde, vermuten die Trolle der sozialen Netzwerke, er sei schuld an dem Selbstmord. Daraufhin beginnt eine Recherche, die von Unterhaltung zu Unterhaltung führt, wobei die Gesprächspartner zu Stammtischgeheule im Endstadium neigen: Political Correctness hier, Binnen-I da.

Weil dieser Kolumnenroman um die Abgründe des Internets kreist, versucht sich Slupetzky an der Diktion der Digital Natives: "Gib Check, Digga", "Wetehaa", "O Em Dschi", "Chill dein Leben", "Voll episch". Kleine Aphorismen gehen daneben fast unter: "Weißt du, das Erbärmlichste am Altwerden ist nicht der körperliche Niedergang, es ist, dass dein Geschmack nicht mitaltert." Hübsche Beobachtung, aber keineswegs satisfaktionsfähig, wenn man Slupetzky mit den beiden großen österreichischen Sprachverdrehern und Wortkaskadeuren Wolf Haas und Heinrich Steinfest vergleicht.

Vergleiche liegen ebenfalls nahe, sobald es um True Crime geht, denn auf diesem Gebiet haben die Amerikaner stilbildend und voluminös vorgelegt. Der Journalist Carlos Hanimann übt sich in seinem Bändchen "Caroline H. Die gefährlichste Frau der Schweiz?" (Echtzeit, 79 S., br., 24,- [Euro]) allerdings in Zurückhaltung. Auf wenig Raum wird wenig ausgebreitet: Caroline H. hat 2001 ausgesagt, zwei Frauen in Zürich ermordet zu haben. Spuren? Keine. Motiv? Nicht erkennbar. Zeugen? Fehlanzeige. Außerdem soll sie für Körperverletzungen und mehr als fünfzig Brandstiftungen verantwortlich sein. Später hat Caroline H. ihr Geständnis widerrufen. Ist das glaubhaft? Hanimann schreibt: "In der Kriminologie weiß man, dass Geständnisse eine häufige Fehlerquelle sind."

Und in der Publizistik weiß man, dass eine Geschichte tragfähig sein muss, vor allem wenn sie als Buch erscheint. Viele Klassiker des Genres sind ellenlang, weil das Material ergiebig ist. Hier verhält es sich anders. So umfangreich die Recherche des Autors auch gewesen sein mag, am Ende lesen wir von anonymen Briefen, schweigsamen Anwälten und Hinweisen zu einem Mann, der einen der Morde, die Caroline H. zur Last gelegt werden, begangen haben könnte - zufriedenstellend überprüfen lässt sich das aber nicht. "Oft landete ich in einer Sackgasse", bekennt Hanimann. Das liest man dem Buch auf fast jeder Seite an.

KAI SPANKE

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Bewertungen unserer Kunden
Krimi, der ein aktuelles Thema sehr gut lesbar umsetzt.
von dieschmitt - 19.03.2020
Zum Inhalt: Mario, der Freund des Sohnes des "Lemmings" - ein ehemaliger Polizist - stürzt sich nach Erhalt einer Nachricht auf sein Handy in den Tod. Fassungslos bleibt der Lemming zurück und versucht dies zu verarbeiten, als er plötzlich selbst ins Schussfeld gerät, nämlich unter den Verdacht ein pädophiler Täter zu sein. Er macht sich auf die Suche nach der Antwort auf die Frage was hinter dem Tod von Mario steckt. Meine Meinung: Dies ist mein erstes Buch des Autors. Daher kannte ich auch den Protagonisten der Geschichte noch nicht. Ein wenig eigenwillig wird der Hauptcharakter des Buches, das mir persönlich aber sehr gut gefällt. Das Buch ist an für sich ein Krimi, ich würde ihn als gesellschaftspolitischen Krimi bezeichnen. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte ist für mich schlüssig und rund. Die Geschichte spielt in Wien und das merkt man. Hin und wieder hatte ich das Gefühl dort vor Ort zu sein und in die dortige Mentalität zu schlüpfen. Dies gelang dem Autor gut und ohne aufgesetzt zu wirken. Die spannende Geschichte ist gut geschrieben und ich fand sie sehr gut lesbar. Den etwas weltfremd wirkende Lemming fand ich sehr sympathisch und ich freue mich schon darauf ihn in weiteren Geschichten wieder zu treffen. Sehr schön umgesetzt fand ich auch die hochaktuelle Thematik. Ein etwas anderer, aber lesenswerter, Krimi. Fazit: Krimi, der ein aktuelles Thema sehr gut lesbar umsetzt.
Das Recht auf Würde
von Chattys Bücherblog - 17.03.2020
Der sechste Band der Lemming Reihe des österreichischen Autors Stefan Slupetzky, ist ein zeitkritischer, bewegender, erschreckender und auch aktueller Krimi. Auch wenn man die Vorgängerbände nicht kennt, wird man sich recht schnell mit dem Antihelden Ludwig Wallisch, genannt Lemming, anfreunden. Der vorliegende Krimi zeichnet sich durch die Wortgewandheit des Autors aber auch der Aktualität aus. Im Vordergrund steht Cybermobbing und die damit verbundenen Folgen. Wer kennt sie nicht, die Verbreitung von Fake News auf den Social Media Seiten. Aber wer steckt dahinter? Und was ist mit den Betroffenen? Welchen Schutz haben die Betroffenen? Im Zeitalter der Kommunikation per Internet, werden auch die Hetzkamoagnen immer einfacher. Aber wer steckt dahinter und wie kann man sich schützen? Mir hat dieser Krimi, gerade wegen seiner Aktualität, sehr gut gefallen. Auch wenn mit der Lemming manchmal etwas träge und nicht gerade als Blitzmerker vorkam, so habe ich mich dennoch in der Dtory verloren. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Ich fand es sehr interessant, wie der Autor die Grundstimmung und die Fragen der Bevölkerung gegenüber der Regierung, in diesen Krimi eingeflochten hat. Es steckt soviel wahres und aktuelles in diesem Krimi, dass man fast schon einem Sog verfällt. Einem Sog, der Unfassbares greifbar macht und dem Bösen ein Gesicht gibt. Ein Sog, bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Cybermobbing
von Gisel - 12.03.2020
Als der Lemming mit Mario, einem Freund seines Sohnes zufällig in derselben Straßenbahn fährt, kommt es zu einem tragischen Vorfall: Auf Marios Handy-Display erscheint eine Nachricht, die den Jungen so verstört, dass er sofort von einer Brücke in den Tod springt. Der Lemming versucht ihn noch davon abzuhalten, doch erfolglos. Urplötzlich bricht ein Shitstorm über ihn herein, wird er doch in der Presse als pädophiler Triebtäter bezeichnet, der den Jungen in den Tod getrieben hat. Zusammen mit seinem alten Freund, Chefinspektor Polivka, macht er sich auf, die wahren Hintergründe zu Marios Tod aufzudecken. So schnell kann es gehen, dass jemand vorverurteilt und von den Medien abgestraft wird: Wie schnell der Lemming in eine Rolle gerät, die ihn arbeitslos macht und seine Familie ausgrenzt, das ist leider nur allzu vorstellbar. Genauso wie das Mobbing, dem Mario zum Opfer fällt. Es ist erschreckend, dies zu lesen, denn die Geschichte klingt hier sehr realistisch. Berechtigte Gesellschaftskritik klingt durch. Allerdings verfängt sich diese Kritik m.E. zu sehr in den Untiefen der österreichischen Politik: Hier wird Bezug genommen auf aktuelle Ereignisse, das ist interessant, wird aber sehr breit getreten. Dass dieses Buch Teil einer Reihe ist, war mir nicht von Anfang an klar. Dennoch lässt es sich auch gut für sich allein lesen, die nötigen Hintergrundinformationen erhält der Leser, sobald sie relevant werden. Allerdings habe ich nicht den Hintergrund zu dem Spitznamen des Protagonisten verstanden, mich hat es auch immer wieder gestört, dass der ehemalige Kommissar Leopold Walllisch als "der Lemming" bezeichnet wird. Dieser Krimi gibt einen interessanten Einblick in die österreichische Gesellschaft und behandelt gleichzeitig ein sehr brisantes und aktuelles Thema, nämlich Cybermobbing. Diese beiden Themen finde ich sehr gut gelungen dargestellt, allerdings muss ich Abstriche machen wegen der Umsetzung. Ich vergebe deshalb 4 von 5 Sternen und empfehle das Buch weiter.
Gesellschaft und Politik
von Nele33 - 05.03.2020
Im Netz der Lemmings von Stephan Supletzky hatte mich durch die Lesprobe sehr angesprochen. Es war mein erstes Buch über und um den Lemming -Leopold Wallisch. Mario in Jugendsprache LOL genannte ist der Freund von Lemmings Sohn Ben. Als Mario sich auf dem Nachhauseweg vor den Augen des Lemmings das eben nimmt, gerät der Lemming ins Visier des Internets. Er wird des Mordes an dem Kind bezichtigt, schnell wird aus dem ganzem ein Shitstorm im Internet, der nicht ur Lemmings Leben beeinflusst und verändert, sondern auch seine Familie und ehemalige Kollegen sind direkt betroffen und spüren die Wut der Menschen. Seinen Job ist er auch direkt los. Nur sein ehemaliger Kollege glaubt ihm von Anfang an und lässt ihn nach dem Verhör gehen. Lemming macht sich nun auf die Suche nach der Wahrheit um den Selbstmord von Mario. Im Netz des Lemmings ist ein sehr Gesellschaftskritik Roman, den ich jetzt nicht unter Krimi im engeren Sinne einordnen würde. Der Schreibstil ist locker zu lesen und der Autor hat schrullige und auch liebenswerte Charaktere erschaffen. Der österreichische Humor und Lokalkolorit rundeten das Buch für mich ab.
unterhaltsam
von simi159 - 29.02.2020
Vorweg, egal ob man die Teile davor kennt oder nicht, man kommt auch noch sehr gut bei diesem 6. Teil in diese Krimireihe hinein. Für den Lemming, Leopold Wallisch, wird es immer schwerer diese immer schneller werdende Welt, voller Technik, Chats und Abkürzungen zu verstehen. Er scheint wie ein Dinosaurier zu sein, der aus einer längt vergangenen Zeit kommt und sich nicht so recht anpassen will. Doch sein Sohn, Ben und dessen neuer Schulfreund Mario zeigen dem Lemming, wie das so geht, was die Abkürzungen bedeuten und wie toll das Alles ist. Zufällig fährt der Lemming mit Mario kurz darauf in der Strassenbahn, dieser ließt eine Nachricht auf seinem Handy, sprintet an der nächsten Haltestelle aus der Bahn und springt von einer nahegelegnen Brücke in den Tod. Wallisch versucht das Kind zum retten, doch er schafft es nicht. Stattdessen prasselt schon kurz darauf ein Shitstorm auf ihn nieder, in dem er als Mörder, pädophiler mit Bild und Klarname beschimpft wird. Sein Freund und Polizist, Chefinspektor Polivka, kann ihm leider auch nicht helfen, denn auch er landet im Strudel der falschen Anschuldigungen¿. Und so versuchen sie zusammen herauszufinden, warum sich Mario das Leben genommen hat. Fazit: Leopold Wallisch , der Lemming ist ein sehr reale, authentische Figur, die ein großes Gespür für seine Mitmenschen hat und der sich selbst dadurch in die Situation des Shitstorms bringt, ohne selbst in dieser schnellen Technikwelt, schon angekommen zu sein. Schnörkels ermittelt man als Leser mit den beiden in die Jahre gekommen Charakteren mit. Wallisch und Polivka ergänzen sich, reiben sich teilweise aneinander und lösen mal mehr so zufällig, den tragischen Selbstmord des Kindes auf. Angenehm zu lesen, ohne Cliffhanger und in einem gemächlichen Tempo geht es um Themen wie Internethetze, Flucht- und Asylpolitik und die sich verändernde Gesellschaft. Wenn auch mit wenig Tiefe, läßt sich gut lesen und unterhält. 4 STERNE.
Leider nahe an der Realität, geht unter die Haut ¿
von Sikal - 23.02.2020
Mittlerweile ist es der fünfte Fall, den Leopold Wallisch, genannt Lemming und sein Freund Chefinspektor Polivka zu lösen haben. Dieses Mal begeben sich die beiden in die Tiefen des Internets, machen Erfahrungen mit Shitstorm, Hass im Netz, Social-Media-Gepflogenheiten und den Abgründen der Gesellschaft. Lemming ist Ex-Polizist und derzeit Nachwächter im Tiergarten Schönbrunn, er ist aber auch Ehemann und Vater und freut sich über die Freundschaft seines Sohnes Ben zum kleinen Mario, den alle Welt Lol zu nennen scheint und der ansonsten keine Freunde hat. Als Lemming mit Mario gemeinsam in der Straßenbahn fährt, erhält dieser eine Nachricht auf seinem Smartphone. Plötzlich springt Mario auf, rennt aus der Straßenbahn. Doch bevor der Lemming den Kleinen erreicht, springt dieser von einer Bücke auf eine gerade einfahrende U-Bahn. Der Lemming ist geschockt ob des Vorfalls, hat aber zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung was alles "besorgte Bürger" durch unzureichende Informationen, Wichtigtuerei und Hass auf die Gesellschaft alles anrichten können. Der Autor Stefan Slupetzky schreibt mit einer unglaublichen Präzision über die politischen Ereignisse, über aktuelle Vorkommnisse und die Unzulänglichkeiten im Internet. Dies alles wird eingeflochten in die "Ermittlungsstrategien" der beiden Freunde, wobei der Lemming einiges an Nachhilfe zum Thema Social Media erhält. Trotz der humorvollen Schreibweise merkt man wie wichtig dem Autor Themen wie Populismus oder auch die Flüchtlingspolitik der vergangenen österreichischen Regierung sind. Mit Sprachkunst, Wortwitz und viel Empathie gelingt dem Autor somit ein lesenswerter Kriminalroman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ein geistreiches, tiefgründiges Lesevergnügen, das ich jedem nur empfehlen kann. Gerne vergebe ich dafür 5 Sterne.
Wenn die Anonymität im Netz zur Gefahr für andere wird
von buchgestapel - 18.02.2020
Worum geht¿s? Der Lemming muss mit ansehen, wie sich ein Freund seines Sohnes das Leben nimmt. Grund war offenbar eine verletzende Nachricht, die der Junge zuvor erhalten hatte. Als wäre dieses Erlebnis nicht schon schockierend genug, tauchen bald Gerüchte im Internet auf, die den Lemming als Täter beschuldigen und ihn schließlich auch seinen Job kosten. Gemeinsam mit dem ebenfalls vom Dienst freigestellten Chefinspektor Polivka versucht er herauszufinden, wer hinter den Nachrichten steckt, mit denen zuvor schon andere Leute diffamiert wurden. Meine Meinung: In seinem neuen Fall bekommt es der Lemming mit einer ziemlich aktuellen Problematik zu tun: Fake News, Shitstorms und all das ausgelöst durch anonyme Postings in sozialen Medien. Auch im Alltag begegnet man diesen Themen immer mal wieder, weshalb ich ziemlich gespannt darauf war, wie das in diesem Buch verarbeitet werden würde. Leopold Wallisch als absoluter Internetlegastheniker war sehr witzig zu lesen, da er auch mit den meisten Begriffen der Jugendsprache nichts anfangen kann und dementsprechend lustige Aussagen tätigt. Da er den Suizid des kleinen Mario aus nächster Nähe miterlebt hat und auch von den Konsequenzen der anonymen Postings direkt betroffen ist, ist sein Wunsch den Fall zu lösen auf jeden Fall nachvollziehbar. Dabei wirkt er aber nicht übertrieben ehrgeizig, was ihn für mich als Charakter runder gemacht hat. Bei Polivka war ich mir nicht so ganz sicher, was ich von ihm halten soll. Er möchte ebenfalls herausfinden, wer für die Nachrichten verantwortlich ist, bei ihm hatte ich aber eher das Gefühl, dass er beweisen will, dass er trotz der Suspendierung in der Lage ist, den Fall zu lösen. Ganz legal waren seine Aktionen nicht immer, auch wenn die beiden dem Täter so schlussendlich ein paar Schritte näher gekommen sind. Wirklich gut gefallen hat mir, wie aktuelle politische Ereignisse in die Geschichte eingeflochten wurden. Stellenweise musste ich wirklich herzhaft lachen, weil der schelmische Unterton manche Dinge einfach noch absurder hat klingen lassen, als sie ohnehin schon sind. Kreativ war auch die Auflösung um die Identität des anonymen Internettrolls gemacht, auch wenn ich das Ende etwas fragwürdig gelöst fand. Wenn man aus dieser Geschichte eine Moral ziehen soll, dann sind Folter und Mord nämlich meiner Meinung nach eventuell etwas harsch als Resonanz auf Cybermobbing und die gezielte Manipulation von Massen an Menschen, auch wenn das Ausmaß und die Folgen natürlich immens waren. Fazit: Auch wenn ich mir zunächst überhaupt nicht sicher war, ob man tatsächlich einen gesellschaftskritischen und gleichzeitig humorvollen Krimi schreiben kann, hat mich dieses Buch davon überzeugt, dass auch das möglich ist. In knapp 200 Seiten wird eine kurzweilige und trotzdem spannende Geschichte über Hass und Fremdenfeindlichkeit erzählt, die immer wieder mit der Sprache spielt und sowohl gesellschaftliche als auch politische Entwicklungen auch mal mit einem Augenzwinkern kommentiert. Mir hat der sechste Fall des Lemmings sehr gut gefallen, was nicht zuletzt zu einem großen Teil auch an der Aktualität der Thematik lag. Dafür gibt es von mir alle fünf Bücherstapel
Gesellschaftskritisch und spannend
von Lesehörnchen99 - 16.02.2020
Ein tragischer Suizid und ein Nachtwächter in Bedrängnis Der Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch aus Internet-Sprache und Englisch, das sein Sohn Ben mit seinem Freund Mario spricht. Als der Lemming sich mit ebendiesem Mario durch Zufall eine Straßenbahn teilt, passiert das Unfassbare: Auf Marios Handy-Display erscheint eine offenbar schockierende Nachricht, der Bub rennt unvermittelt aus der Bahn und springt von einer Brücke in den Tod. Der Lemming ist fassungslos. Noch mehr, als plötzlich ein Shitstorm auf ihn einprasselt: Die Medien haben aus dem Mann, der mit dem unglücklichen Burschen vor dessen Suizid gesprochen hat, einen pädophilen Triebtäter gemacht. Und plötzlich sind sein Foto und sein Name überall. Auch Chefinspektor Polivka, der dem Lemming vertraut und mit ihm herausfinden will, was wirklich hinter Marios Tod steckt, gerät ins Kreuzfeuer der Öffentlichkeit. Bald ranken sich auch wilde Spekulationen um Marios Familie ¿ denn die engagiert sich in der Flüchtlingshilfe ¿ während Wien im Zeichen von dirty campaigning und politischer Hetze steht. Der Lemming indes droht sich in verschiedensten Netzen zu verwickeln: Im World Wide Web, mit dessen Gefahren er es zu tun bekommt, in den Verstrickungen korrupter Politiker, die nicht nur im Internet Fake News verbreiten, und in den feinen Fäden, die die Boulevardpresse spinnt, wenn sie mit haltlosen Behauptungen eine möglichst große Leserschaft einfangen möchte. Normalerweise mag ich gesellschaftskritische Romane nicht so gerne. Ich mag es nicht, wenn mir erhobenen Zeigefinger durch die Seiten gewirbelt wird. Jeder soll sich ,meiner Meinung nach, an die eigenen Nase fassen. Aber in diesem Buch machte mir das gesellschaftskritische nicht so viel aus. Der Schreibstil und sie Sprache des Buches sprechen für sich. Die Protagonisten, allen voran Lemming, sind total authentisch. Also, wer sich von dem Thema nicht abschrecken lässt ist hier sehr gut beraten. Ein topp Krimi, spannend und stark erzählt.
Die Auswirkung der digitalen Welt
von buchverrückt - 15.02.2020
Das Cover und der Klappentext von Im Netz der Lemminge sind bereits sehr vielversprechend. Die Ausgangssituation ist die, dass sich ein Junge in Wien im Beisein von Protagonist Leopold Wallisch vor einen Zug wirft. Es folgen schonungslose und brutal klare Worte, bereits das erste Kapitel zeigt, was der Autor sprachlich kann. Es wird dem Leser schnell bewusst, wie grausam social media ist und wie feige die Menschen sind, die sich in dieser Welt verstecken. Wallisch ist sehr sympathisch, es ist ziemlich witzig wie naiv er in Bezug auf das Internet und die Technik ist, so als hätte er die letzten hundert Jahre technische Entwicklung verschlafen. Der blumige Sprachstil und die Metaphern des Autors hätte man so nicht erwartet, gepaart mit der Jugendsprache eines Teenager, die ich mittlerweile selbst schon nicht mehr verstehe. Die Auszüge aus dem Internet bringen die nötige Abwechslung ins Buch. Die virtuelle Spurensuche zweier Neu-Arbeitslose, die vogelfrei sind und auf Schritt und Tritt verfolgt werden- klasse Idee!. Es wird einem bei dieser Lektüre immer wieder bewusst welche negative und gefährliche Wirkung das Internet trotz aller Vorzüge hat. Man spürt den Schmerz und den Verlust deutlich. Die Beschreibung des gezielten Mobbings geht einem ungewöhnlich nahe. Zwischendurch dann dieser trockene Humor, es macht Spaß das ungleiche Duo auf seinen Ermittlungen auf eigene Faust zu begleiten. Dennoch geht der Ernst dieses Themas nie verloren. SOcial mobbing zerstört ganze Existenzen und Leben. Das Buch lebt von Spannung, Witz und zwischendurch ein wenig Wiener Geschichte. Für mich als WIen-Fan könnte es nicht besser sein. Es ist fesselnd und trifft ganz meinen Humor. Zum Ende wird etwas philosophisch und regt auf den letzten Seiten noch zum Nachdenken an. Wallisch ist ein ANtiheld, der mir sehr ans Herz gewachsen ist und den ich hoffentlich bei seinem nächsten Fall wieder begleiten darf.
toller Schreibstil, aber nicht mein Thema
von CW - 13.02.2020
Für mich war es das erste Buch vom Lemming und irgendwie frage ich mich, warum ich die Reihe nicht schon früher entdeckt habe. Der Schreibstil des Autors ist einfach toll. Locker leicht und doch mit Niveau manövriert er seine Hauptpersonen in die eine oder andere witzige Situation und durch den Wortwitz und die Einfachheit der Charaktere wirkt das leise humorvoll. Hier ergibt sich das u.a. daraus, dass er seinen Sohn mit seiner Internetsprache nicht versteht. Auf mich wirkte das ganze etwas wie ein Regionalkrimi mir sprachlich hohem Niveau. Leider war das Thema nicht so meins. Der Shitstorm im Internet o.k., das fand ich noch ganz gut. Irgendwann driftet das Buch aber ins politische und gesellschaftskritische ab. Manche Figuren halten ganze Monologe über ihre politische Gesinnung, das war mir dann doch zu viel. Ich werde mir jedoch sicher die Vorgänger dieses Buches noch anschauen.
Der etwas andere Krimi
von VZ - 10.02.2020
Die Reihe um den Lemming , Leopold Wallisch findet mit dem Buch Im Netz des Lemming eine Fortsetzung. Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut. Es ist sehr schlicht und genauso wie ich mir den Lemming vorstelle. Das Buch handelt von dem Jungen Mario, ein Freund Bens, der Suizid begeht. Der Lemming wird Zeuge dessen, da er sich zum gleichen Zeitpunkt in der U-Bahn befindet. Um die Hintergründe des Vorfalls und dessen Schuldigen zu ermitteln, begibt sich Lemming in eigene Ermittlungen. Diese werden von einem alten Bekannten, dem Chefinspektor Polivka unterstützt. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Neben dem Krimi spricht der Autor hier auch wichtige Themen an. Die Politik und die Folgen der Flüchtlingskrise, welchen Einfluss das Internet auf die Menschheit hat und was Cybermobbing auslösen kann. Lemming ist ein sehr lustiger Charakter, der nichts mit dem WWW zu tun hat und mit der heutigen Jugendsprache schier überfordert ist. Der Autor verkauft brisante Themen mit Humor, so macht das lesen gleich noch viel mehr Spaß. Das Buch ist auch ohne Vorkenntnisse super zu lesen und für einen Krimi ungewöhlich kurz. Ich habe das Buch auch dank des großartigen, außergewöhnlichen Schreibstils (mit österreichischen Wörtern/Schreibweise) in kürzester Zeit verschlungen. Mein Fazit: Absolut empfehlenswert
Hass im Internet
von Edith Schmitt - 10.02.2020
Von frau schmitt Der Lemming versteht die Welt nicht mehr: erst sein Sohn Ben, der sich wie selbstverständlich in der virtuellen Welt bewegt, da schien der Lemming doch sehr rückständig zu sein. Dann lernt er noch den Freund Bens kennen, Mario, ein Junge der schon genug zu ertragen hatte und durch einen Shitstorm von der Brücke springt weil er es nicht mehr ertragen kann. Dieses dünne Buch zeigt wieder einmal, dass ein guter Krimi nicht 500 Seiten dick sein muss. Keine sinnlosen Verwirrungen, zwei Protagonisten (der Lemming und der Polivka) die mit ihren Eigenarten sympathisch sind und Umstände die so aktuell sind wie noch nie (Fremdenhass gegen Asylanten und Mobbing im Internet). Ich war stets sehr gut unterhalten und kann dieses Buch nur wärmstens empfeh
Zwei Wiener Originale ermitteln
von Anonym - 08.02.2020
Leopold Wallisch, genannt Lemming, muss mit ansehen, wie ein Freund seines Sohnes Selbstmord begeht. Grund für die Verzweiflungstat ist eine beleidigende und herabwürdigende SMS, die der Junge im Beisein des Lemmings geschickt bekommt. Nachdem der Lemming in den virtuellen Medien beschuldigt wird, am Tod des Jungen Schuld zu sein, macht er sich mit seinem Freund Polivka daran, die wahren Hintergründe aufzudecken. Stefan Slupetzky greift in seinem neuen Roman viele aktuelle Themen auf. Die Macht der sozialen Medien, Cybermobbing und Fake News werden genauso beleuchtet wie die aktuelle politische Situation in Österreich. Er zeigt sich hier einmal mehr als scharfer und kritischer Beobachter unserer Gegenwart. Hier liegt die Stärke des Romans und dies macht ihn lesenswert. Kritisch ist allerdings anzumerken, dass der eigentliche Kriminalfall etwas zu kurz kommt. So empfand ich die Auflösung des Falles als abrupt und auch das schnelle Geständnis des Täters kam für mich überraschend. Ein paar zusätzliche Volten bei der Falllösung hätten dem Roman gutgetan und die Höchstwertung gebracht.
Spannendes Thema
von Kamille - 08.02.2020
Das mit Abstand Beste an dem Buch ist der Schreibstil. Geradlinig bringt der Autor die Handlung auf den Punkt, spiegelt in den Dialogen auf angenehm dezente Art die Wiener Lebenseinstellung und bringt die Leser mit skurrilen, unerwarteten Wortspielen und Wiederholungen in der Erzählung zum Schmunzeln. Auch das Thema des Buches finde ich spannend: Cybermobbing. Zu Beginn des Buches begleitet der Lemming, der Protagonist, einen Freund seines Sohnes in der U-Bahn. Als dieser eine Nachricht auf seinem Handy liest, hechtete er plötzlich aus der Bahn und wirft sich vor den nächsten Zug. Der Lemming, dem bis zu dem Moment die virtuelle Welt vollkommen fremd ist, muss erfahren welch hohen Stellenwert soziale Netzwerke in der Gesellschaft haben. Schlimmer noch: er spürt am eigenen Leib, was es bedeutet, wenn sich die anonyme Internetgemeinde gegen einen verschwört. Die Leute glauben er hätte den Jungen in den Tod getrieben. Lemmings Leben wird dadurch komplett auf den Kopf gestellt und er sieht nur eine Möglichkeit die Situation aufzulösen: er will herausfinden, warum sich der Freund seines Bruder wirklich umgebracht hat. Mit dem Buch legt der Autor den Finger in eine Wunde unserer Gesellschaft. Beim Thema Cybermobbing kann niemand behaupten es gehe ihn nichts an. Jeder, der im Internet unterwegs ist, wird Zeuge von Diskussionen, die ins Extreme kippen oder begegnet Nutzern, die sich hinter ihrer Anonymität verstecken. Häufig gehen wir darüber hinweg und es passiert nichts Schlimmeres. Doch das Buch zeigt ganz deutlich, wie es auch einmal ganz übel ausgehen kann. Die Länge des Buches fand ich dabei sehr angenehm. Ich braucht nicht immer dicke Wälzer, wenn man die Geschichte auch mit weniger Worten erzählen kann - und das kann der Autor.
Gesellschaftskritisch
von topper2015 - 06.02.2020
Probiert man Im Netz des Lemming einem Buchgenre zuzuordnen, fällt auf, dass dies gar nicht so einfach ist. Auch die Genrebezeichnung Krimi hier auf Vorablesen ist etwas verwirrend, denn das Buch entspricht auf keinen Fall einem typischen Krimi, so wie man ihn kennt. Das ist auch einer der Hauptaspekte, die mir am Buch gefallen haben. Es bewegt sich fernab aller notwendigen Kriterien, die ein Krimi erfüllen muss. Obwohl ein Unglück geschieht und zwei Personen demhingehend ermitteln, ist das Buch viel mehr als nur ein Krimi . Einerseits bringt der Humor der Figuren einen immer wieder zum Schmunzeln und andererseits ist das Buch so gesellschaftskritisch, dass man sich immer wieder fragt: In was für einer Welt Leben wir eigentlich? Denn es werden so viele wichtige, aktuelle aber auch polarisierende Themen angesprochen, die schon lange nicht mehr nur Fiktion sind, dass man ständig zum Nachdenken angeregt wird. Da Stefan Slupetzky Österreicher ist, pflegen die Figuren eine etwas andere Art und Weise zu reden, die für deutsche Leser ungewöhnlich ist. Aber man gewöhnt sich schnell an die Art des Sprechens und erfährt zugleich ein Stück österreichischer Kultur.
Aktuelle Spannung
von Leseratte - 04.02.2020
Aus der Inhaltsangabe: Der ehemalige Polizist und jetzige Nachtwächterr Lemming versteht sie nicht mehr, die Welt. Und noch weniger versteht er das Kauderwelsch aus Internet-Sprache und Englisch, das sein Sohn Ben mit seinem Freund Mario spricht. Als der Lemming sich mit ebendiesem Mario durch Zufall eine Straßenbahn teilt, passiert das Unfassbare: Auf Marios Handy-Display erscheint eine offenbar schockierende Nachricht, der Bub rennt unvermittelt aus der Bahn und springt von einer Brücke in den Tod. Lemming versucht, diesem tragischen Unglück auf die Spur zu kommen, da über ihm selbst ein Shitstorm hereinbricht. Die Charaktere in diesem Krimi sind gut ausgearbeitet, die Geschichte ist flüssig geschrieben und daher schnell zu lesen. Ein zeitgemäßer Kriminalroman, der die Auswirkungen des World Wide Webs klar herausstellt. Die beklemmende Aktualität des Cybermobbings ist feinsinnig dargestellt. Auch die politischen Geschehnisse sind hier sehr genau beschrieben. Alles in allem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Aktuell
von raschke64 - 04.02.2020
Lemmings Sohn Ben hat einen neuen Freund. Mario ist ein sensibler Junge, der eine Hasenscharte hat. Deshalb wird er oft gemobbt. Auf dem Heimweg in der Bahn begleitet ihn Lemming. Mario bekommt eine Internetnachricht, springt darauf hin aus der Bahn und über die Brücke in den Tod. Lemming versucht, es noch zu verhindern, ohne Erfolg. Im Internet wird wenig später verbreitet, dass Lemming ein alter Pädophiler ist, der Mario belästigt hat. Lemmings Bekannter, der Chefinspektor Polivka, wird wenig später seines Amtes enthoben, weil im Internet behauptet wird, dass er die Sache vertuschen will. Auch Lemming verliert seine Arbeit. Das Buch ist hoch aktuell. Es ist nicht sehr dick und auch sehr gut und schnell lesbar. Ich kenne keinen der Vorgängerbände, das ist zwar für die Geschichte nicht wirklich hemmend, aber einige der Vorkenntnisse fehlen mir dann doch. So zum Beispiel, wie Lemming zu seinem Namen gekommen ist oder warum er den Polizeidienst verlassen musste. Insgesamt lässt mich das Buch aber etwas zwiegespalten zurück. Es werden sehr viele wirklich aktuelle Dinge angesprochen, aber für einen Krimi fehlt mir durchweg die Spannung. Es ist auch oft in einer Art Wiener Dialekt geschrieben, mit dem ich nicht so viel anfangen kann. Dazu kommt noch, dass der Autor unbedingt seine persönliche Meinung zu Politik und dem österreichischen Staat unterbringen musste. Mir kommt es oft so vor, als wären die Figuren nur dazu da, diese eigene Meinung rüber zu bringen. Mit der Geschichte hatte vieles nicht wirklich zu tun. Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass der zumindest indirekte Mord an dem Jungen Mario dadurch eher zu einer Randerscheinung wird. Auch wenn vieles in dem Buch satirisch gemeint ist, fand ich es oft etwas unpassend und sehr überspitzt. So ist es für mich nicht glaubhaft, dass Bens Vater noch nie was von Internet gehört hat und auch vorher nie einer der Ausdrücke von Ben. Alles in allem ist es kein schlechtes Buch, der Autor vertritt eine eindeutige Meinung, trotzdem werde ich die anderen Bücher der Reihe nicht lesen.
Speziell
von badwoman - 03.02.2020
Leopold "Lemming" Wallisch, Ex-Polizist und aktuell Wachmann in einem Tierpark, führt ein recht ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Klara und dem gemeinsamen Sohn Ben. Als dieser jedoch eines Tages seinen Freund Mario mit nach Hause bringt, ändert sich das schlagartig, denn der Lemming hat den gleichen Weg mit der Bahn zum Arbeitsplatz wie Mario nach Hause. Auf dieser gemeinsamen Fahrt stürmt der Junge urplötzlich aus der Bahn und stürzt sich von einer Brücke zu Tode. Der Lemming ist zutiefst verstört, hat er doch noch versucht, den Jungen von seinem Vorhaben abzubringen - ohne Erfolg. Allerdings hat er beobachtet, dass die Verzweiflungstat des Jungen scheinbar die Reaktion auf eine Nachricht war, die er auf seinem Handy gelesen hatte, das lässt ihm keine Ruhe und so versucht er herauszufinden, was passiert ist. Der österreichische Autor Stefan Slupetzky hat mit "Im Netz des Lemming" einen launigen Krimi geschrieben. Sein Protagonist , der Lemming, ist ein liebenswerter, manchmal etwas naiver Charakter, der mir von Anfang an sympathisch war. Auch sein grummelnder, verschrobener Freund Polivka ist im tiefsten Innern ein sehr netter, gerechtigkeitsliebender Mann. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit hat mir die humorvolle und geradlinige Sprache aber ganz gut gefallen. Das Thema der Geschichte ist hochaktuell und wird hier spannend in einen Roman verpackt, es wird deutlich, wie schnell jeder von uns Opfer einer Rufmordkampagne werden kann. Das Cover ist ungewöhnlich, fällt durch die himmelblaue Farbe und den furchterregenden Schatten eines großen Bären auf. Es gefällt mir wirklich gut, auch wenn ich als Krimi und Thrillerleserin im Buchladen nicht unbedingt auf das Buch aufmerksam geworden wäre. Der Titel ist ebenfalls speziell, ohne jegliche Vorkenntnisse weiß man nicht viel damit anzufangen. Doch nun, nach dem Lesen des Krimis, empfinde ich ihn durchaus als passend.
aktuelles Thema
von gerlisch - 02.02.2020
Inhalt: Leopold Wallisch, genannt Lemming, begleitet Mario, den Freund seines Sohnes zur U-Bahn. Der Junge springt, nachdem er auf dem Handy eine Nachricht erhalten hat, direkt vor eine fahrende U-Bahn. Was hat Mario zu diesem schrecklichen Selbstmord getrieben. Meinung: Dieses ist der 6. Teil von Stefan Slupetzky Serie um den Lemming. Ich kannte die Vorgeschichte nicht und hatte daher anfangs etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und den typischen österreichischen Redewendungen. In dem Krimi geht es um aktuelle brisante Themen, die Flüchtlingskrise und die Folgen von Cybermobbing. Der Autor versteht es den Leser mit der Handlung und einem hohen Tempo bis zum Schluss zu fesseln. Die Protagonisten sind herrlich schräge Typen und haben hier tolle Ermittlungsarbeit geleistet. Bei der Auflösung des Falls fehlten mir zum Schluss ein bisschen die Hintergründe und die Auftraggeber. Da es sich aber um politisch angehauchte Aktivitäten handelte, wollte der Autor sich hier wohl nicht allzu deutlich äußern. Fazit: Ein absolut lesenswerter spannender Krimi. Mit einer großen Portion Komik regt er dennoch sehr zum Nachdenken an.
Spannender Krimi und Mobbing im WWW
von kleinschorschi - 02.02.2020
Leopold "Lemming" Wallisch, ehemaliger Polizist und jetzt Nachtwächter im Tiergarten, ist Vater des 11-jährigen Bens. Auf dem Weg zu seiner Nachtschicht sitzt er zusammen mit Bens Freund Mario in der Straßenbahn, als dieser aus der Bahn springt und sich das Leben nimmt indem er sich von einer Brücke vor eine kommende U-Bahn stürzt. Kurz vorher hatte er eine Nachricht über ein Portal auf sein Handy bekommen. Was hat die Nachricht mit dem Tod von Mario zu tun? War es denn Mord oder doch Selbstmord? Schnell verbreitet sich die Nachricht als ein Shitstorm im Internet, dass der Lemming ihn von der Brücke geworfen hätte. Wo doch der Lemming mit dem Internet so rein gar nichts am Hut hat. Einzig Inspektor und langjähriger Freund Polivka glaubt ihm und zusammen gehen sie dem Fall auf eigene Faust auf den Grund, denn beide verlieren ihre Jobs. Lemming und Polivka entdecken so einiges womit sie nicht gerechnet hätten, je mehr und tiefer sie in dem Fall ermitteln. Fazit/Meinung Das war mein erster Lemming und ich habe ihn in einem Rutsch durchgelesen. Das Buch ist spannend geschrieben und beinhaltet ein Thema, was uns alle angeht - Cybermobbing. Gerade Kinder in dem Alter von Ben und Mario wissen nicht wirklich, wie sie mit solchen Nachrichten umgehen sollen. Von mir gibt¿s eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne
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