Wir sind verdammt lausige Akrobaten als Buch (gebunden)
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Wir sind verdammt lausige Akrobaten

Eine Freundschaft in Briefen.
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"Was macht die Arbeit, Fitz?"
Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald lernen sich 1925 in der Pariser Dingo Bar kennen. Mit dieser Begegnung beginnt eine kurze, aber intensive Freundschaft. Sie tauschen sich über Leben und Literatur in zahlreichen Br … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Wir sind verdammt lausige Akrobaten

ISBN: 3455404669
EAN: 9783455404661
Eine Freundschaft in Briefen.
Herausgegeben von Benjamin Lebert
Übersetzt von Benjamin Lebert
Hoffmann und Campe Verlag

16. August 2013 - gebunden - 158 Seiten

Beschreibung

"Was macht die Arbeit, Fitz?"
Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald lernen sich 1925 in der Pariser Dingo Bar kennen. Mit dieser Begegnung beginnt eine kurze, aber intensive Freundschaft. Sie tauschen sich über Leben und Literatur in zahlreichen Briefen aus, die Benjamin Lebert in dieser Auswahl einander gegenüberstellt. Fitzgeralds Briefe macht er mit seiner Übersetzung erstmals einem deutschsprachigen Publikum zugänglich. Als sich Hemingway und Fitzgerald in Paris kennenlernen, ist Fitzgerald bereits ein gefeierter Autor und eine Ikone des Jazz Age. Hemingway schlägt sich dagegen noch als Korrespondent durch. Von Anfang an sind beide nicht nur Freunde, sondern auch Rivalen. Sie gehören zum Kreis um Gertrude Stein und unternehmen gemeinsame Reisen in Europa. In ihren Briefen tauschen sie sich über Klatsch ebenso wie über drängende existenzielle Fragen aus, schreiben über Boxen und kritisieren die Texte des jeweils anderen. Immer wieder diskutieren sie, wie der Drahtseilakt des Lebens zu Literatur wird. Ihre Briefe zeugen von gegenseitiger Faszination und geben Einblick in die außergewöhnliche Freundschaft zweier außergewöhnlicher Schriftsteller.

Pressestimmen

»Es ist eben eine private, feine
Zärtlichkeit [ ], die diese Briefe bei all ihrer Ruppigkeit so schön und lesbar
macht.«

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 20.09.2013

Vergiss deine persönliche Tragödie, wir sind alle verflucht

Glücklich wie die Könige: Der faszinierende Briefwechsel zwischen den Schriftstellerfreunden F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway liegt endlich auch auf Deutsch vor.

Die Schriftstellerfreundschaft zwischen Ernest Hemingway (1899 bis 1961) und F. Scott Fitzgerald (1896 bis 1940) hat einen Berg von Studien, Biographien und Memoiren hervorgebracht. Allein in den letzten zwanzig Jahren ist rund ein Dutzend Bücher über die Beziehung der beiden herausragenden Vertreter der "Lost Generation" erschienen, darunter "Fitzgerald and Hemingway: A Dangerous Friendship" des Fitzgerald-Experten Matthew Bruccoli oder "Hemingway vs. Fitzgerald: The Rise and Fall of a Literary Friendship" von Scott Donaldson. Wenn alle Rechnungen erledigt sind, könnte es sogar sein, dass die beiden Amerikaner das Duo Goethe & Schiller überflügeln. Natürlich geht es dabei nicht nur um literarisches Talent. Der Erste Weltkrieg, die wilden Zwanziger, die Expatriate-Gemeinschaft amerikanischer Künstler in Paris, der Alkohol, die Filmindustrie und jede Menge Klatsch und Romantisierung spielen ihre Rolle in der Anziehungskraft des Themas.

Es ist eine Faszination, die vor allem Amerikaner spüren. Der deutsche Buchmarkt blieb davon merkwürdig unberührt. Wenn jetzt erstmals der schmale Briefwechsel zwischen Hemingway und Fitzgerald auf Deutsch erscheint, füllt er also eine Lücke. Und doch ist die vorliegende Edition ein Zwitter. Die Hemingway-Hälfte stammt aus dem Band "Glücklich wie die Könige", der in der Übersetzung von Werner Schmitz schon 1984 bei Rowohlt erschien. Den Fitzgerald-Anteil hat der Schriftsteller Benjamin Lebert frisch übertragen und außerdem ein Vorwort, Anmerkungen und eine Zeittafel beigesteuert.

Am Anfang stehen Großzügigkeit und Uneigennützigkeit. Im Oktober 1924, während der Arbeit am "Großen Gatsby", legt Fitzgerald seinem Lektor Maxwell Perkins einen drei Jahre jüngeren Story-Autor "mit glänzender Zukunft" ans Herz. Hemingway hat gerade in Paris unter dem Titel "In unserer Zeit" kleine Prosastücke veröffentlicht. Scott und Ernest, wie wir sie einmal nennen wollen, lernen sich 1925 in der Dingo Bar in Paris kennen, empfinden Respekt voreinander und begreifen sofort, dass sie gegensätzliche Künstlertypen sind. Der hübsche, zartgliedrige, mit dem Ruhm des Jazz-Age gesalbte Fitzgerald, hochbezahlter Geschichtenlieferant für die "Saturday Evening Post" und längst Alkoholiker, spürt in der Lakonik des virilen Hemingway die Erzählkraft, die die Moderne verändern wird. Gertrude Stein wiederum, in deren Pariser Salon beide verkehren, hält Fitzgerald für den Begabteren. Komplimente fliegen hin und her, auch in dieser Korrespondenz, teils hemdsärmelige, teils hochherzige Nettigkeiten. Man hat von Liebe zwischen den beiden literarischen Ausnahmetalenten gesprochen, sogar erotische Anziehung vermutet, was sicherlich Blödsinn ist. In der Rückschau wird verständlich, dass Rivalität und charakterliche Unterschiede irgendwann zur Distanzierung führen mussten.

Im Jahrzehnt nach dem Kennenlernen verschieben sich die Gewichte. Während Ernest 1926 mit dem Roman "Fiesta" einen enormen Erfolg landet und im Jahr darauf den Storyband "Der Sieger geht leer aus" nachlegt, braucht Scott neun volle Jahre, viele Ehekräche und unzählige Martinis, um auf den "Großen Gatsby" (von dem Hemingway nicht besonders viel hielt) seinen letzten vollendeten Roman "Zärtlich ist die Nacht" (von dem Hemingway milde enttäuscht war) folgen zu lassen. Ernest geht von Frankreich nach Spanien, nach Afrika, nach Kuba, heiratet und lässt sich scheiden. Er ist der mobile Eroberertyp und schafft es, seine depressiven Züge künstlerisch zu sublimieren. Scott dagegen verharrt in der zerstörerischen Ehe mit Zelda (zwischen ihr und Hemingway herrscht Abneigung auf den ersten Blick) und sieht, dass die alte Welt, die er so glänzend beschrieben hat, schon in den amerikanischen Depressionsjahren unwiderruflich museal geworden ist. Eine andere hat er nicht. Oder andersherum: Ernest, der Amateurboxer, Kriegsreporter, Jäger und Draufgänger, segelt im Aufwind und setzt die neuen literarischen Trends. Scott dagegen scheint seine Jugend schon hinter sich zu haben und erlebt als Berufsschriftsteller nach 1929 einen unaufhaltsamen wirtschaftlichen Niedergang, bis er 1940 an Herzinfarkt stirbt. There are no second acts.

Das ist aber nicht die Geschichte, die dieses Buch erzählt. Weil die Briefe nur einen kleinen Ausschnitt des Freundschaft zwischen "Hem" und "Fitz" abbilden. Die anderen Teile muss man sich in Memoiren und Biographien zusammensuchen. Dabei stößt man auf das Phänomen, dass die Hemingway-Industrie für Hemingway Partei ergreift, die Fitzgerald-Industrie für Fitzgerald. Leben ist deutbar, legendenumranktes Leben erst recht. Am besten also, man lässt sich vorbehaltlos in diese Korrespondenz hineinplumpsen.

Hemingways Briefstil ist knapp, zupackend und von Albereien durchsetzt, vielleicht die angemessene Form für diese Botschaften, in denen auch eine Menge Belanglosigkeiten stehen. College-Humor und Wortspiele waren die tägliche Münze seiner Vertrautheit mit Fitzgerald. Von einer Zeile auf die andere kann der Ton umschlagen, so dass man für das exzessive Namedropping entschädigt wird. "Vielleicht kriegst Du eines Tages den Nobelpreis", schreibt Ernest im April 1926. Doch wer ihn errang, war er selbst, und die Auszeichnung hellte 1954 ein langsam in die Nacht gleitendes Leben auf. Scotts Briefstil ist düsterer, von der kommenden Niederlage gefärbt, und früh erkennt der ehemalige Darling der New Yorker Literatenszene ihre gegenläufigen Lebenskurven: "Alles sieht strahlend für dieses Buch aus", schreibt er 1929 über den Erfolg von "A Farewell to Arms" (In einem anderen Land), "und ich beneide Dich höllisch, aber mir ist es lieber, Dir widerfährt dergleichen als irgendjemandem sonst." Wird Scott ihm zu fatalistisch, holt Ernest ihn auf den Boden zurück und ermahnt ihn, sich ans literarische Handwerk zu klammern. "Vergiss Deine persönliche Tragödie. Wir sind alle von Anfang an verflucht, und besonders Du musst erst furchtbar verletzt werden, bevor Du ernsthaft schreiben kannst."

Diese Sätze stammen aus dem Jahr 1934, nachdem Ernest "Zärtlich ist die Nacht" gelesen und sich nur zu spärlichem Lob durchgerungen hat. Doch er ahnt die Möglichkeiten seines Freundes und beschwört sie wie ein Therapeut. "Schreib, um Gottes willen, und sorg Dich nicht darum, was die Jungs sagen werden oder ob es ein Meisterwerk werden wird oder was. Ich schreibe eine Seite Meisterwerk auf einundneunzig Seiten Scheiße."

Da war Fitzgerald, noch nicht einmal vierzig, schon jenseits seiner Kräfte. Sein unmögliches Benehmen nach Saufgelagen war berüchtigt. Zelda lebte seit zwei Jahren im Sanatorium. Einen ganzen Roman würde er nicht mehr zustande bringen, und bis zum Ende musste er nach eigenen Worten als "Hure" des literarischen Massenmarkts anschaffen gehen. "Sieh mal, alter Freund, Du bist keine tragische Figur", schreibt ihm Ernest. Gemeint war: keine Figur aus einem Fitzgerald-Roman. "Und ich auch nicht. Wir sind bloß Schriftsteller, und wir sollten schreiben."

Was das Handwerkliche betrifft, ist Scott in diesen Briefen der Ernsthaftere von beiden. Er macht sich die Mühe, zu dem Roman "In einem anderen Land" neun Seiten kritischer Anmerkungen zu liefern, und denkt nicht daran, seinen Freund zu schonen: "Das alles ist definitiv abgeschmackt ... Diese Szene, so wie sie hier steht, ist für mich eine Schande." Hemingways wütende Bleistiftnotiz am Briefrand ist gröber als Steinbrücks Stinkefinger.

So geht es hin und her, mit Anflügen von Neid, Ärger, Zärtlichkeit, ein großes Fragment einer viel größeren Geschichte, die am Ende lautlos versandet. In den letzten sechs Jahren sind es nur noch eine Handvoll Briefe, mitten darin Ernests Mahnruf: "Mach weiter und schreib." Nicht ganz vergeblich, wenn man Scotts Wiederentdeckung und postume Kanonisierung vor Augen hat. Was die beiden heute für jeden einzelnen Leser bedeuten - hier Hemingways Männerwelt, der Stierkampf, die letzten großen Abenteuer, dort Fitzgeralds poetischer und sehnsuchtsvoller Abgesang auf die Epoche der Reichen, Schönen und Skrupellosen -, muss jeder selbst entscheiden.

Nur Benjamin Lebert, der Herausgeber dieses Bandes, will diese Entscheidung nicht treffen. Er bekennt in seinem sympathischen, unerschrocken persönlichen Vorwort einfach seine Liebe zu beiden. Damit bewahrt er den Band vor grauer Philologie, die hier ohnehin wenig zu suchen hat, und erklärt ihn zu einem Buch für Schwärmer und Romantiker - unvollständig, mag sein, voller weißer Flecken und nicht immer leicht zu entziffern, aber mit dem Abglanz unvergesslicher Lesestunden.

PAUL INGENDAAY

Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald: "Wir sind verdammt lausige Akrobaten". Eine Freundschaft in Briefen.

Hrsg. und Vorwort von Benjamin Lebert. Aus dem Englischen von Werner Schmitz, Benjamin Lebert. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2013. 160 S., Abb., geb.

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