Sterben im Sommer

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Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Sterben im Sommer
Autor/en: Zsuzsa Bánk

ISBN: 3103970315
EAN: 9783103970319
1. Auflage.
FISCHER, S.

9. September 2020 - gebunden - 237 Seiten

Beschreibung

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

Portrait

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Auch ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später« wurden große Erfolge. Zuletzt erschien »Sterben im Sommer«.


Literaturpreise:

Open Mike-Preis 2000
Jürgen-Ponto-Preis 2002
aspekte-Literaturpreis 2002
Deutscher Bücherpreis 2003
Mara Cassens Preis 2003
Bettina-von-Arnim-Preis 2003
Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2004

Leseprobe

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Pressestimmen

Zsuzsa Bánk schreibt aber auch ihre wahre Geschichte mit einem poetischen Zauber. Jürgen Kanold, Südwest-Presse

Ein berührender Roman voller Bilder und Erinnerungen, in der unnachahmlichen Sprache der Erfolgsautorin. Anita Strecker, Buchjournal

eine poetische Dokumentation, ein Tage- und Erinnerungsbuch [...], vielleicht sogar ein Geschichtsbuch. Diese Mischung erzeugt den besonderen Reiz des Werks und ein außerordentliches Leseerlebnis. Michael Schardt, Kölnische Rundschau

Spätestens seit ihrem Roman Die hellen Tage gilt Zsuzsa Bánk als eine Erzählerin, die in leichtesten Satzmelodien das große Moll des Lebens hörbar machen kann. Westdeutsche Allgemeine

Bánks Erinnerungsbuch Sterben im Sommer nimmt einen besonderen Platz unter den Väterbüchern ein Frank Riedel, Literaturkritik

Bánks Sätze schweben sanft auf durchgängig ausgewogener Melodie und entfalten so ihre starke Sogkraft. Wiesbadener Kurier

Das Buch, das sich so unkompliziert anfühlt, als sei es chronologisch schwungvoll nach vorne erzählt, besteht auf den zweiten Blick aus einer Unzahl von Zeitsprüngen. Florian Balke, Frankfurter Allgemeine Zeitung

eine sprachlich brillante Hommage an ihren Vater, eine Liebeserklärung an ihre Familie, ein sich Schreibend in einer Welt zurechtfinden Laura Freisberg, Bayern 2 - Diwan - Das Büchermagazin

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 24.09.2020

Leben, Tod und Schreiben
RHEIN-MAIN Zsuzsa Bánk berichtet vom Tod ihres Vaters und davon, wie man das eigene Erleben erzählt

Urlaub am Plattensee. Sommerferien, Badespaß, das Zusammensein der Familie. Dann der Einbruch der Endlichkeit. Der Vater, seit Jahren an einer Krebserkrankung leidend, bekommt Fieber. Es beginnen Wochen der Unsicherheit. Während die Familie den Urlaub fortsetzt, fährt die Tochter zwischen österreichischen Krankenhäusern und dem Ferienort in der alten Heimat der Eltern hin und her, die sie nach dem Ungarnaufstand verließen. Schließlich wird der Vater zurück nach Hause gebracht, nach Frankfurt, wo sein Leben zu Ende geht. "Sterben im Sommer" hat Zsuzsa Bánk ihr neues Buch genannt, das vor kurzem bei S. Fischer erschienen ist. Heute stellt sie es im Museum Wiesbaden vor.

Fiel ihr das Schreiben leicht? Einerseits ja: "Weil alles da war. Ich musste nichts erfinden." Das empfinde sie bei Romanen oft als schwer. Nicht die Figuren, aber das "Stoffgewebe", auf das es ihr ganz besonders ankommt, "das sich stets aufeinander bezieht und sich immer weiterentwickelt". Ehe es zu ihrer Zufriedenheit fertiggestellt ist, vergeht Zeit. Hier war es anders: "Ich musste nur zuschauen." Schwerer aber war es auch. "Will ich das überhaupt?", fragte sie sich: "Weil es eigentlich niemanden etwas angeht, im Privaten geschieht. Warum will ich das jemandem mitteilen? Warum soll das über mich jemand wissen?" Aber es gab einen entscheidenden Grund, ein Buch draus zu machen: "Ich schreibe, ich bin Schriftstellerin, das ist das, was über allem steht." Und das Thema hielt sie in Beschlag, ein anderes wäre gar nicht möglich gewesen: "Deswegen habe ich es dann getan." Vieles, sagt sie, werde zudem gar nicht beschrieben. Das, was niemanden etwas angehe. "Es wird nicht alles erzählt."

Das, was erzählt wird, schrieb sich ziemlich genau in der Zeit, von der berichtet wird, dem ersten Jahr nach dem Tod des Vaters im Herbst 2018. Der Tod tritt nicht nur ein einziges Mal auf, es sterben auch eine Joggerin im Park, eine Berliner Bekannte des Bruders und die ungarische Philosophin Ágnes Heller, die im Sommer 2019 beim Schwimmen im Plattensee ums Leben kommt, in dem auch der Vater gerne geschwommen ist, weit hinaus: "Der Tod ist das, was immer da ist, was immer zugreifen kann, was immer geschieht." Trotzdem galt es, von ihm in Nuancen zu erzählen, im Miteinander von Hell und Dunkel: "Es geht nicht nur um den düsteren Teil des Sterbens." Traurig, wütend, komisch, hilflos - so sei die Trauerzeit gewesen, so hätten sich daher auch die rund 200 Seiten anfühlen sollen: "Auf keinen Fall immer dieselbe Tonart." Stattdessen ein Thema mit Variationen, dazu da, diesen Gefühlszustand in immer neuen Wendungen zu fassen: "Ihn immer wieder anders auszuleuchten."

Zum Wechsel von Hellem und Dunklem tragen die Rückblenden bei. Das Buch, das sich so unkompliziert anfühlt, als sei es chronologisch schwungvoll nach vorne erzählt, besteht auf den zweiten Blick aus einer Unzahl von Zeitsprüngen. Und ungarischen Schlaglichtern. Die Schublade mit den Briefen im Küchenschreibtisch zum Beispiel, die ihre Mutter aus Deutschland an ihre eigene Mutter zu Hause richtete. Bánk hatte die Briefe erst im Jahr zuvor gefunden. "Vom Albtraum meiner Großmutter, die ein ganzes Jahr lang nichts von ihrer Tochter hörte, hat mir meine Mutter erst dann erzählt." Kleine Szenen zum Irrsinn der Diktatur seien das, von der die Eltern sich abwenden mussten.

Es geht um den Vater, die Tochter, die Mutter, die Budapester Cousine und ihre langsam das Gedächtnis verlierende Mutter, jene Tante, der die Mutter vor ihrem Fluchtversuch über die Grenze als Einziger von ihrem Plan erzählt hatte. Um eine abenteuerliche Reise des Vaters in das aufständische Budapest, bei der er Verwandten Suppe bringen soll, und um eine Autofahrt der 13 Jahre alten Tochter mit Mutter und Bruder zur Familie des Vaters nach Ostungarn, wo die Straßen im Jahr 1968 abgesperrt sind, weil sowjetische Panzer in die Tschechoslowakei rollen.

Getröstet hat sie das Schreiben nicht: "Aber ich bin sehr glücklich, dass ich das Dokument habe." Dass es vorliegt, mag dazu beigetragen haben, dass sie sich heute "gefasster" fühlt. Vielleicht liegt hier die Erklärung für die Notwendigkeit dieses Buches. Das Schreibenmüssen, das sie diesmal so getriezt hat, definiert Bánk wie folgt: "Ich beruhige mich damit." Denn so lasse sich das jeweilige Thema beherrschen: "Ich fasse es, ich stelle es in seine Grenzen."

Bücher über Krankheit und Sterben hat es in den vergangenen Jahren viele gegeben, von Joan Didion über Arno Geiger und David Wagner bis zu Connie Palmen: "Ich mag diese Form von autobiographischem Schreiben." Auch wenn sie sich frage, was die vielbeschworene Autofiktion ausmache: "Was ist das eigentlich?" Viele verschiedene Schreibweisen steckten hinter dem unpräzisen Wort. Jetzt hat sie ein solches Schreiben zum ersten Mal ausprobiert. Geht es bei ihr jetzt so weiter wie bei Knausgård und Kurzeck? Eher nicht: "Ich würde sagen, das war einmalig."

Vor kurzem hat sich der Todestag ihres Vaters abermals gejährt: "Jetzt ist es schon ganz anders." Die Wucht des ersten Jahres sei verflogen. Genau sie habe sie festhalten wollen: "Bannen. Kleinschreiben." Kleinschreiben? "Nicht niederknüppeln. Untersuchend in Einzelteile zerlegen." Mehr davon heute in Wiesbaden.

FLORIAN BALKE.

STERBEN IM SOMMER Heute stellt Zsuzsa Bánk ihr Buch von 19.30 Uhr an im Museum Wiesbaden vor. Am 6. Oktober liest sie in Darmstadt, am 17. Oktober in der Frankfurter Katharinenkirche, am 3. November im Literaturhaus Frankfurt.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Erfahrungsbericht, Trauerverarbeitung und Familiengeschichte.
von Susanne Probst, https://lieslos.blog/ - 18.09.2020
Es geht um Krankheit, Sterben und Tod, es geht ums Loslassen. Es geht um die Akzeptanz des Verlusts und um das Gefühl der Ohnmacht. ¿Sterben im Sommer¿ ist aber auch eine Familiengeschichte. Eindringlich und einfühlsam, wehmütig, zärtlich und dankbar erzählt Zsuzsa Bánk vom Leben und Sterben ihres betagten Vaters und auch von der Zeit danach, dem Trauerjahr. ¿Sterben im Sommer¿ ist ein sehr emotionaler Roman, der jedoch zu keinem Zeitpunkt kitschig oder rührselig wird. Im Januar 2018 erfährt die Familie von der Rückkehr des Krebses, was sie nicht davon abhält, sondern geradezu bestärkt, den Sommer wieder in Ungarn am Plattensee zu verbringen. 1956 sind ihre Eltern aus politischen Gründen aus dem Land geflüchtet, das bis zuletzt Sehnsuchtsort geblieben ist. In der alten Heimat angekommen, sitzt der Vater im Sommer 2018 lesend unter den Akazien oder er schwimmt im Balaton. Seine Schmerzen versucht er vor den Seinen zu verbergen. Aber der Aufenthalt wird schließlich von seiner fortschreitenden Erkrankung überschattet, er bekommt Fieber, er muss operiert werden, der Rettungshubschrauber wird gerufen und zuletzt geht es im Drei-Länder-Eck zwischen Slowakei, Österreich und Ungarn von Arzt zu Arzt, von Krankenhaus zu Krankenhaus. Schließlich: Frankfurt am Main. Dann: Der Sieg des Krebses. Das Buch ist gleichermaßen berührend, herzerwärmend und poetisch, wie traurig, persönlich und authentisch. Die Autorin verarbeitet ihre Trauer literarisch und verdaut damit gleichzeitig auch ihre Wut auf all das Bürokratische, das erledigt werden muss, obwohl Trauer, Angst und Hilflosigkeit die Angehörigen in so einem Ausnahmezustand lähmen. Obwohl es ein trauriges Buch ist, ist es auch ein Buch, das Mut macht und von Zuversicht und Hoffnung handelt. Es ist schwere, aber gut verdauliche Kost! Die Autorin schreibt darüber, dass der Tod eines geliebten Menschen zwar Lücken hinterlässt, dass man aber auch Kraft schöpfen kann aus Erinnerungen, Erlebnissen und Ritualen. Ein absolut lesenswertes Buch!
Zum Sommer passt das Sterben nicht
von Literaturhexle - 13.09.2020
Im engen Sinn ist dieses Buch kein Roman, sondern ein Erfahrungsbericht. Zsuzsa Bánk als Ich-Erzählerin erzählt darin von ihrer Familie, ihren Eltern und insbesondere ihrem betagten Vater, der im heißen Sommer 2018 einer Krebserkrankung erlag. Wer die Autorin kennt, weiß, dass sie dies in einer einzigartig sensiblen und poetischen Sprache tun kann. Eigentlich dachte die Familie, den Krebs besiegt zu haben, nach einigen Jahren der Ruhe tritt er jedoch mit Heftigkeit wieder hervor. Unheilbar lautet die Diagnose. Einmal noch will man wie so oft zuvor einen gemeinsamen Ungarnsommer am Balaton erleben. Doch es kommt anders: Dort angekommen geht es dem Vater schlechter, er bekommt hohes Fieber, muss operiert werden. Eine Odyssee durch die Krankenzimmer beginnt. "Obwohl wir in Ungarn den hell erleuchteten Sommer gesucht haben, finden wir auch diesmal Krankheit und Tod, dieses sich fest umschlingende Paar, es drängt sich auf, und man wird es nicht los, wie eine Klette haftet es, klebt an einem, es will dazugehören und tanzt mit, krallt sich fest, löst sich nicht aus seiner Umarmung." (Epub S. 9) Jeder, der bereits einen lieben Angehörigen auf ähnliche Weise verloren hat, wird sich von dieser Erzählung berührt fühlen. Die Bilder gleichen sich: Die Diagnose, die Endlichkeit der Zeit, der Wunsch, noch viel davon miteinander zu verbringen, das Bangen, das Hoffen um einen Aufschub, Gespräche mit Ärzten, das Organisieren des Sterbens¿ Während die Familie um den Vater bangt, werden auch Erinnerungen wach. Die Eltern der Autorin stammen aus Ungarn und müssen 1956 aus politischen Gründen fliehen. In Deutschland finden sie eine neue Heimat, gründen eine Familie. Sobald man wieder unbehelligt nach Ungarn reisen kann, werden die Sommer im Kreis der Großfamilie am Balaton verbracht. Herrliche Sommer sind das. Das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zueinander ist gesund, die Vater-Tochter-Verbindung ungetrübt. Selbstkritisch hinterfragt sich die Ich-Erzählerin, warum ihr der Abschied vom Vater so schwer fällt, warum der Gedanke des "nie mehr wieder" ihr so weh tut. "Jeden Tag geschieht es, jeder stirbt, und jeder verliert eines Tages seine Eltern. Es ist nichts Besonderes, uns allen widerfährt es. Wir werden geboren und sterben, wir verlieren jemanden ans Sterben, und eines Tages verliert uns jemand ans Sterben. Warum mache ich es zu etwas Herausragendem?" (Epub, S. 67) Doch man kann der Trauer um einen geliebten Menschen nicht mit Vernunft begegnen. "Es zählt, dass wir es erleben. Nur wir erleben es so, nur wir erleben es auf unsere Art." (Epub, S.67) Bánk erzählt von dieser Zeit des Abschiednehmens unglaublich empathisch. Sie findet genau die richtigen Worte: "Irgendwann ist der Tod deutlicher als das Leben, sagt sie (ihre Freundin), das Leben weicht dem Tod, irgendwann ist der Zeitpunkt da, und man sieht, der Tod hat übernommen, das Leben wird weniger."(Epub, S. 28) Sie schildert den Sterbeprozess eines Menschen, sie schildert die Veränderungen, die der Tod mit sich bringt, die Gedanken, die man sich machen muss, um dem Leben auch nach seinem Ende einen würdigen Abschluss zu geben, die Formalien, die nun einmal zu tun sind, das Auflösen des Nachlasses. "Wir vernichten die Konstante unseres Lebens. Die immer da war, als wir geboren wurden, mit der wir aufwuchsen, die unsere Kindheit, unser Großwerden, unser Erwachsensein, sogar unser Älterwerden begleitet hat." (Epub S. 107) Das Leben muss weitergehen. Die zweite Hälfte des Buches ist der Trauer gewidmet, die man zulassen muss, die bei jedem Menschen ihr eigenes Tempo, ihre eigene Rhythmik hat. Da kann ich der Ich-Erzählerin zugegebenermaßen nicht immer folgen, manche Szene gerät da für mein Empfinden etwas pathetisch. Doch dieses Buch ist ein Memoir, ein sehr persönliches dazu, jeder erlebt solche Situationen anders. Auch die Ich-Erzählerin hat das Jahr der Trauer überwunden: "Die Toten sind nie tot. Aber wir weinen nicht mehr um meinen Vater, das Weinen um meinen Vater ist versiegt. Wir weinen über den Tod, ganz allgemein und groß. Darüber, dass die Geliebten gehen. Unsere Zeit mit ihnen begrenzt ist. Dass sie verschwinden. Nicht wieder auffindbar verschwinden." (Epub, S. 233) Dieses Buch ist sprachlich ein Kleinod, man darf sich die Sätze auf der Zunge zergehen lassen. Sie sind so treffend, so herzerwärmend. Es ist sicherlich kein Buch, das man eben so weg liest, doch es widmet sich sehr wahrhaftig einem Thema, das zum Leben gehört und dem man sich stellen sollte. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich empfehle es jedem, der ohne Groll an seine verstorbenen Lieben denken kann und möchte.
Der letzte Sommer
von Bibliomarie - 09.09.2020
Zsuzsa Bank, die ich seit ihrem Roman "Helle Tage" sehr schätze, hat mich mit ihrem neuen Buch tief berührt. Wie der Titel schon sagt, kreist es um den Tod ihres Vaters. Wie jedes Jahr will er mit seiner Familie die Heimat Ungarn sehen, ein Sommer im Dorf, die Wärme spüren, die Gerüche atmen, die Erinnerung aufleben lassen. Doch er wird krank und nun beginnt eine Odyssee für die Autorin und die Familie. Zuerst das Krankenhaus gleich hinter der österreichischen Grenze, da fühlt man sich besser aufgehoben, als in einer ungarischen Klinik. Dann nach bangen Wochen der Transport ins Uniklinikum Frankfurt, immer mit dem Wissen, dass die letzten Tage angebrochen sind. Vor dem Sterben, beim Sterben, nach dem Sterben - sie erzählt von Gefühlen, Ängsten und Überforderung. Gleichzeitig blättert sie das Leben der Eltern auf, die nach dem Ungarn-Aufstand nach Deutschland flohen und eine neue Heimat fanden ohne die alten Bindungen je kappen zu können. Auch wenn die Klinikszenen manchmal kaum auszuhalten waren, wenn Frau Bank offen von der Überforderung des Personals spricht, von unsensiblen Ärzten berichtet, die wenig Zeit für den Patienten und die Angehörigen finden. In der Maschinerie des Klinikbetriebs bleibt die Menschlichkeit oft auf der Strecke. Trotz des ernsten Themas schwingt eine spätsommerliche Stimmung durch das Buch, manchmal traurig und fast immer melancholisch, doch auch mit der Gelassenheit, die schöne Erinnerungen mit sich bringen. Es ist ein autobiografischer Bericht, in einer wunderbar sensiblen Sprache erzählt, die mir ein Genuss war. Ich habe das Buch mit großer Empathie gelesen, es hat mich angerührt, doch wurde es nie sentimental.
Tod und Trauer
von yellowdog - 08.09.2020
Zsuzsa Bank erzählt in ihrem autobiografischen Bericht vom Sterben ihres Vaters. Er stammte aus Ungarn, war ein 56ziger, der beim Aufstand in den Westen flüchten musste. Trotzdem war der Balaton immer ein Stück von ihm. Es wird ein langer schwerer Abschied. Die Autorin schreibt ausführlich über die Details, die dazu gehören, z.B. bei den Klinikaufenthalten, später auch über die Trauer. Obwohl das Buch teilweise wirklich schmerzhaft ist, bereue ich nicht, es gelesen zu haben. Zsuzsa Bank überzeugt einmal mehr mit ihrer sprachlichen Qualität.
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