Manche Geschichten fühlen sich schon nach wenigen Seiten vertraut an. Nicht, weil viel passiert, sondern weil die Menschen darin wirken, als könnte es sie wirklich geben. Genau das macht dieses Buch besonders. Zwischen Rentenbeginn, alten Wünschen und der Sehnsucht nach einem vertrauten Ort entsteht eine Geschichte, die oft zum Schmunzeln bringt und dabei trotzdem leise Themen anspricht.
Marie möchte zurück nach Köln, doch ihr Mann Willi sieht vieles deutlich nüchterner. Aus diesem Gegensatz entstehen immer wieder Szenen, die humorvoll sind und gleichzeitig zeigen, wie unterschiedlich Vorstellungen vom Älterwerden sein können. Die Wortwechsel wirken lebendig und manchmal herrlich stur. Gerade das macht sie glaubhaft.
Mit Kurt kommt neue Bewegung hinein. Auch die Kneipe und selbst der kleine Igel sind weit mehr als bloße Nebensachen. Sie verändern Stimmungen, bringen neue Gedanken ins Spiel und sorgen dafür, dass eingefahrene Wege plötzlich nicht mehr ganz so fest wirken. Diese kleinen Einfälle geben der Geschichte etwas Eigenes.
Beim Lesen entsteht nach und nach das Gefühl, Menschen zu begleiten, die ihre Macken haben, an Gewohntem festhalten und trotzdem noch Träume mit sich tragen. Das wirkt angenehm bodenständig. Die Geschichte bleibt leicht, ohne belanglos zu werden, und verbindet Humor immer wieder mit ruhigeren Momenten.
Besonders schön ist, dass nicht große Ereignisse im Mittelpunkt stehen. Viel wichtiger sind die Figuren, ihre Gespräche und die Frage, ob Wünsche irgendwann zu spät kommen oder vielleicht eben doch nicht. Dadurch fühlt sich vieles nah am Alltag an.
Am Ende bleibt ein warmer, humorvoller Roman mit kölschem Gefühl, liebenswerten Figuren und der Erinnerung daran, dass Veränderungen auch später im Leben noch möglich sind. Dafür gebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.