Dauerkämpfe

Feministische Zeitdiagnosen und Strategien.
Buch (kartoniert)
In Zeiten, die sich durch eine "postfeministische" Konstellation und zunehmenden Antifeminismus auszeichnen, verweist der Band auf vielfältige Räume und Praxen feministischer (Dauer-)Kämpfe. Die Autor innen diskutieren geschlechterpolitische Kontinui … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Dauerkämpfe

ISBN: 3593508044
EAN: 9783593508047
Feministische Zeitdiagnosen und Strategien.
Herausgegeben von Brigitte Bargetz, Eva Kreisky, Gundula Ludwig
Campus Verlag

2. Oktober 2017 - kartoniert - 310 Seiten

Beschreibung

In Zeiten, die sich durch eine "postfeministische" Konstellation und zunehmenden Antifeminismus auszeichnen, verweist der Band auf vielfältige Räume und Praxen feministischer (Dauer-)Kämpfe. Die Autor*innen diskutieren geschlechterpolitische Kontinuitäten, Brüche und Widersprüchlichkeiten im Kontext der multiplen Krise und der Autoritarisierung von Staat und Gesellschaft. Ebenso werden feministische Strategien gegen Unterdrückung, Ungleichheit und Gewalt sowie Suchbewegungen für eine andere gesellschaftliche Ordnung aufgezeigt. So zeichnet der Band ein facettenreiches Bild feministischer Gegenwartsdiagnosen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
"Ich habe das Gefühl, ich befinde mich in einem Dauerkampf" - Feministische Zeitdiagnosen und Strategien 11
Brigitte Bargetz/Eva Kreisky/Gundula Ludwig
Staat
Politik mit der Geschlechterkarte: Historische Ambivalenzen
in Frauenfreund-Konjunkturen 27
Gabriella Hauch
Challenges and Strategies for State Feminism in the 21st Century:
A Pragmatic Perspective 37
Amy G. Mazur/Dorothy E. McBride
Europäische und österreichische Geschlechterpolitik aus geschlechterdemokratischer Perspektive: Wirkungen einer
paradoxen Politik 45
Nora Gresch/Stefanie Wöhl
Mühen der Ebene: Rechtsfragen der Gleichstellung am Beispiel
des Programms "Für Österreich" 55
Elisabeth Holzleithner
Demokratie
Mehr als gleiche Rechte! Zu einem neuen Verhältnis von Freiheit
und Gleichheit 67
Andrea Maihofer
Wider die Norm: In Verteidigung eines Kampfes um Gleichheit 79
Gabriele Wilde
Sorge im Präsens: Von der Repräsentationskritik zur präsentischen Demokratie 89
Isabell Lorey
Körperpolitiken
Stalins Tod. "Ignoble Care" oder: Die Sorge um Leben und Sterben
in einer postpatriarchalen Gesellschaft 99
Cornelia Klinger
Auf Leben und Tod: Politische Epistemologie und Körperpolitik
im Grenzland Europas 111
Teresa Kulawik
Grenzenlose Reproduktionsfreiheit? Grenzüberschreitende
Mobilisierung weiblicher reproduktiver Ressourcen und die Frage feministischer Gesellschaftskritik 123
Kathrin Braun
Bewegte Kämpfe
NGOisierung revisited: Versachlichte Männlichkeit
im zivilgesellschaftlichen Sektor 135
Sabine Lang
Das Bessere im Transnationalen? Über den Südwind
in der Geschlechterpolitik 145
Uta Ruppert
Feminismus in Pakistan. Postkoloniale Diagnosen und Strategien 155
Ina Kerner
Lotta continua: Quantifizierte Steuerung und metrisierte Leistungsbeurteilung - neue Anlässe für einen alten Dauerkampf
in Wissenschaft und Hochschule 163
Sabine Hark/Johanna Hofbauer
Rechte Politiken
Mit Gefühl von Rechts zur Verteidigung der Lufthoheit über Kinderbetten 175
Katja Chmilewski/Katharina Hajek
Maskulinismus: Der ganz normale Gender-Wahnsinn 185
Marion Löffler
Mann, oh Mann Wenn der Schutz unserer Frauen
die Antwort ist, was war noch mal die Frage? 195
Edma Ajanovic/Stefanie Mayer
Sprechen können: Gouvernementalität zu Köln 205
Sigrid Schmitz
Zur symbolischen Bevölkerung identitärer Landschaften 217
Karin Liebhart
Zwischen Ethnomasochismus und Androsadismus - Bausteine
zu einer geschlechtersensiblen Affekttheorie von Rassismus 229
Gabriele Dietze
Wie weiter?
Still Loving Feminism 241
Gudrun-Axeli Knapp
Konflikthafte Komplexität - Konflikt als Impuls
und Praxis politischer Veränderung 251
Antke Engel
Vom Ringen mit der Utopie: Gewalt(freiheit), Feminismus
und Wissenspolitik 263
Claudia Brunner
Die Herrschaft der weißen Männer: Feministische
Überlebenskämpfe im Kapitalismus der Gegenwart 273
Gabriele Michalitsch
Feministische Kämpfe an der Schnittstelle von Neoliberalismus,
religiösem Konservatismus und Krieg in der Türkei 283
Ays?e Dursun im Interview mit dem I?stanbul Feminist Kolektif
(Feministisches Kollektiv Istanbul)
Vulva Riot! Wider die charakterlose Mainstream-Porno-Muschi.
Eine Widerstandsschrift 293
Anna Gius/Verena Kettner/Julia Sachseder
Autor*innen 303

Portrait

Brigitte Bargetz, Dr. phil., ist Universitätsassistentin (post doc) am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Mither
Eva Kreisky ist emeritierte Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Politische Theorie, Staat und Geschlecht sowie Demokratie- und Staatstheorien.
Gundula Ludwig, Dr. phil., ist Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (APART) am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien und Gastwissenschaftlerin am Institut für Geschichte der Medizin und Ethik der Medizin an der Charité Berlin.

Leseprobe

Ich habe das Gefühl, ich befinde mich in einem Dauerkampf - Feministische Zeitdiagnosen und Strategien
Brigitte Bargetz/Eva Kreisky/Gundula Ludwig
Zu Beginn des Jahres 2017 eine Einleitung zu einem Band über feministische Zeitdiagnosen, Strategien und Kämpfe zu schreiben und diese nicht mit der Wahl von Donald Trump beginnen zu lassen, fällt angesichts der Unfassbarkeit, dass jemand mit derartig unverhohlenem Sexismus und Rassismus zum Präsidenten der USA gewählt wurde, schwer. Ebenso schwer fällt es allerdings, nicht genauso schnell die zahlreichen und eindrucksvollen Bilder, Statements und Reden des Women's March zu erinnern, zu dem sich Anfang Januar 2017 global mehr als drei Millionen Menschen versammelten, um gegen Unterdrückung, Ungleichheit, Gewalt und für eine andere gesellschaftliche Ordnung einzutreten - und daher trotz (hetero-)sexistischen und rassistischen Gegenwindes feministisch-kämpferisch zu bleiben. So betonte auch Angela Davis (2017) in ihrer Rede in Washington DC: "[L]et us remind ourselves that we the hundreds of thousands, the millions of women, trans people, men and youth who are here at the Women's March, we represent the powerful forces of change that are determined to prevent the dying cultures of racism, hetero-patriarchy from rising again."
Diese Gleichzeitigkeit von sexistischem, rassistischem Backlash und feministischem, antirassistischem Aufbruch findet globalen Widerhall: Einerseits lassen sich gegenwärtig im Kontext der Autoritarisierung des Neoliberalismus weltweit Tendenzen der Remaskulinisierung des Politischen und des Staates, die Zunahme (hetero-)sexistischer Politiken und Diskurse sowie das Um-Sich-Greifen von Anti-Genderismus wahrnehmen: In Polen legte die Partei Prawo i Sprawiedliwo?? (PiS) im Herbst 2016 einen Gesetzesentwurf vor, der Abtreibung beinahe komplett und selbst im Falle der Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung verbieten sollte; in Russland gilt häusliche Gewalt seit Februar 2017 nicht mehr als Körperverletzung, sondern als Fehlverhalten , das lediglich als Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann; in der Türkei geht mit der gegenwärtigen Repressions- und Verhaftungswelle im Rahmen des von Präsident Recep Tayyip Erdo?an nach dem Putschversuch im Sommer 2016 verhängten Ausnahmezustands auch ein Anstieg sexualisierter Gewalt von Frauen* in (Untersuchungs-)Haft einher; weltweit sind Frauen* und LGBTIQ in Flüchtlingslagern der Gefahr sexualisierter Gewalt ausgesetzt; in Deutschland wettert die Alternative für Deutschland (AfD) beständig gegen den Gender-Wahnsinn , der angeblich Gegenstand der Gender Studies sei; und in Österreich wäre beinahe ein Mann Bundespräsident geworden, der noch 2016 versucht hatte, das Recht von Frauen* auf Abtreibungen zu beschneiden, um zu verhindern - wie im Handbuch freiheitlicher Politik der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) nachzulesen ist -, dass der Uterus jener Ort Österreichs mit der höchsten Sterbewahrscheinlichkeit bleibe. Und die Liste der Beispiele ließe sich fortsetzen.
Andererseits gelang es polnischen Feminist*innen durch eindrucksvolle Proteste, das geplante Abtreibungsverbot zu verhindern; in der Türkei reagierten Feminist*innen auf die im Rahmen des Ausnahmezustands verhängte Schließung der kurdisch-türkischen Nachrichtenagentur JINHA, die ausschließlich von Frauen* betrieben wurde, mit der Neugründung des Nachrichtenportals SUJIN; um gegen Gewalt an Frauen zu protestieren und einen Krisenstab gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu fordern, hielten Frauen* im März 2017 auf der Puerta del Sol in Madrid einen Hungerstreik ab; generell wurde zum diesjährigen internationalen Frauentag zu einem weltweiten Frauen*streik aufgerufen, der nicht zuletzt von der südamerikanischen Bewegung gegen Gewalt an Frauen* Ni Una Menos inspiriert war; in Wien versammelten sich im Februar 2017 Frauen*, um gegen das von der Regierung vorgeschlagene Burka-Verbot im öffentlichen Raum einzutreten; und gegen rechte Politiken geht in Österreich unter anderem die feministische Burschenschaft Hysteria mit ironischen und subversiven Aktionen vor. Auch diese Liste ließe sich fortsetzen.
Ein feministischer Blick auf gegenwärtige gesellschaftliche Verhältnisse und Kämpfe zeigt mithin, dass den Gender Studies als einer Wissenschaft zur Analyse und Kritik ungleicher Geschlechterverhältnisse und als einer Plattform, um über emanzipatorische Subjekt-, Beziehungs- und Gesellschaftsformen nachzudenken, der Stoff so schnell nicht ausgeht. Daran ändert auch der gegenwärtige Anti-Genderismus rechter und konservativer Strömungen nichts, der sich unter anderem gegen Gender Studies richtet. Alte Themen und die Kritik daran bleiben - wenngleich unter veränderten Vorzeichen - aktuell: die Maskulinisierung von Politik, Staat und Ökonomie, der vergeschlechtlichte Subtext gesellschaftlicher Arbeitsteilung, von Sorgeverhältnissen und der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums, die heterosexistische Grenzziehung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, die androzentrische Ausgestaltung von Rechten und Partizipationsmöglichkeiten, die vergeschlechtlichte Ungleichheit, über Körper, Sexualität und Reproduktion bestimmen zu können, die Bedeutung von heterosexistischen Familienkonstruktionen für (National-)Staatlichkeit und nicht zuletzt androzentrische Definitionsweisen, was überhaupt als gesellschaftlich anerkennbares und anerkanntes Wissen gilt.
Ebenso virulent bleibt die Frage, wie unter anhaltenden Ungleichheitsverhältnissen feministische Kritik und feministisches Handeln imaginiert, konzipiert und gelebt werden können: Setzt feministische Kritik an Strukturen oder an Mikropraxen an - oder wie am besten an beiden zugleich? Begründen sich feministische Strategien im Konsens oder im Konflikt? Wie können Bündnisse geschlossen werden und wo liegen deren Grenzen? Wie viel jenseits von androzentrischen Institutionen wie dem Staat oder der Universität ist für feministischen Widerstand erforderlich? Wie sich der Macht entziehen, die zugleich immer auch Verführungen bereithält, um Zustimmung zu Ungleichheitsverhältnissen zu organisieren?
Dauerkämpfe hier und dort
Was sich aus feministischer Perspektive gegenwärtig also abzeichnet, ist, um es im Anschluss an Birgit Sauer (Mesquita/Sauer 2015) zu formulieren, ein "Dauerkampf" angesichts der nach wie vor vorherrschenden (hetero-)sexistischen und androzentrischen Verhältnisse, die vielfältig und in Verschränkung mit anderen Herrschaftsverhältnissen unsere Gegenwartsgesellschaften prägen. Einen Dauerkampf erkennt Birgit Sauer allerdings ebenso - und vermutlich auch aus diesen Gründen - in Bezug auf ihren eigenen feministisch-politikwissenschaftlichen Weg, wie sie in einem Interview 2015 anmerkte: "Ich habe das Gefühl, ich befinde mich in einem Dauerkampf." (Ebd.)
Für die feministische Politikwissenschaft stellt dieser Dauerkampf von Birgit Sauer seit den 1990er Jahren zahlreiche und überaus vielfältige Anregungen für feministische Zeitdiagnosen, Analysen, Theoretisierungen und Strategien bereit. Suchbewegungen nach alternativen Formen, Wissen zu generieren und vermeintlich Selbstverständliches anders zu denken, durchziehen ihre theoretischen wie empirischen Arbeiten. Denn politische und gesellschaftliche Veränderung setzt voraus, sich von jenen androzentrischen Definitionen von und Perspektiven auf Geschlecht und Geschlechterverhältnisse(n) sowie Ungleichheit, Gewalt, Ausbeutung, Arbeit und Politik zu befreien, wie sie im Malestream an Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenso wie in weiten Teilen von Politik, Recht, Öffentlichkeit, Ökonomie, Kultur, Medien oder Medizin als objektive Wahrheiten bereitgestellt werden (z.?B. Kreisky/Sauer 1995b; Flicker/Sauer 2015; Sauer 2005).
Grundlegend für Sauers Arbeiten war von jeher die Zurückweisung der vermeintlich naturgegebenen androzentrischen Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit. Sauer spricht stattdessen von einem "liberale[n] Trennungsdispositiv" (Sauer 2001: 184), das als fundamentales Regulierungsprinzip westlich-moderner Gesellschaften Geschlechterverhältnisse als Ungleichheitsverhältnisse (mit) hervorbringt und aufrechterhält. Obgleich dieses Trennungsdispositiv sich in der spezifischen Ausgestaltung und nicht zuletzt als Ausdruck gesellschaftlicher Macht- und Kräfteverhältnisse historisch gewandelt hat, bleibt es aktuell wirkmächtig. Denn die Grenzziehung von Öffentlichkeit und Privatheit trägt weiterhin dazu bei, gesellschaftlich notwendige Reproduktionsarbeit, die immer noch zumeist von Frauen* erbracht wird, zu entwerten und unsichtbar zu machen (Sauer 1997a; 2003c; 2014). Zugleich befördert die auch staatlich abgesicherte Grenzziehung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit geschlechtliche Gewaltverhältnisse, die sich durch Verschränkungen von Geschlecht mit nationaler Herkunft, Religion und Klasse noch verstärken (Sauer 2002; 2008d; 2009b).
Sauers Verknüpfung von marxistischen und poststrukturalistischen staatstheoretischen Ansätzen legte nicht nur den Grundstein dafür, diese Ansätze zu einer gesellschaftstheoretisch-feministischen Staatstheorie zu verbinden. Ebenso gelang es auf diese Weise, sowohl Herrschafts- und Machttechniken als auch Widersprüchlichkeiten des westlich-modernen Staates präziser zu fassen (Sauer 2001; 2003a; 2004). Zugleich entwarf Sauer damit eine "anti-essentialistische Perspektivierung von Staatlichkeit" (Sauer 2001: 109), in der das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft sowie von Staat und Subjekten als stets miteinander verwoben konzipiert wird.
Retrospektiv könnte beinahe der Eindruck entstehen, dass just zu jenem Zeitpunkt, als von den Pionier*innen der feministischen Staatstheorie deren Fundamente formuliert waren (vgl. dazu Kreisky/Sauer 1995a; Kreisky/Sauer 1997), sich deren Gegenstand tiefgreifend zu wandeln begann: Globalisierung, Neoliberalismus, Internationalisierung von Staatlichkeit, Governance und Postdemokratie wurden zu jenen Stichworten, unter denen ab Anfang der 2000er Jahre Staat, Politik und Geschlecht unter neuen Vorzeichen nach Untersuchungen verlangten. Sauer zufolge sollte sich dabei eine paradoxe Geschlechterlogik abzeichnen: Im Kontext der Internationalisierung von Staatlichkeit (Sauer 2003b; 2008b), des multiskalaren Regierens insbesondere im Rahmen der Europäischen Union (Sauer 2008e), der neoliberalen Globalisierung (Sauer 1998; 1999a; 2003c) und der Wandlungsprozesse von Demokratie (Sauer 2011a; 2011d) werden Geschlechterverhältnisse zugleich verfestigt und flexibilisiert (s.a. Ludwig/Sauer/Wöhl 2009). Sauers Arbeiten zu den Veränderungen von Staatlichkeit und Geschlecht verdeutlichen zudem, dass sich Macht- und Herrschaftsverhältnisse auch über die Inkorporierung von Forderungen sozialer Bewegungen wie der Frauen*bewegung(en) fortschreiben: Einerseits brachten Globalisierung, Neoliberalismus, Governance-Strukturen und die Internationalisierung von Staatlichkeit gewisse Freiheitsgewinne für manche Frauen* insbesondere im Globalen Norden mit sich (Sauer 2008f); ebenso eröffneten sich - nicht zuletzt durch feministische Kämpfe - historische windows of opportunity für einige Frauen*-Interessen, wie sich an der Einführung von Gender Mainstreaming ablesen lässt (Sauer 2008c). Andererseits wurden zugleich die vergeschlechtlichte, auch globale, Arbeitsteilung und Ausbeutung verfestigt, wie Sauer (u.?a. 2014) nie müde wurde zu betonen. Und auch auf der Ebene staatlicher Politik beurteilt sie die geschlechterpolitischen Möglichkeiten von Governance-Strukturen und einer Transnationalisierung von Politik als begrenzt und geprägt von maskulinistischen und männerbündischen Logiken (Sauer 2011b). Denn die "Informalisierung von Politik" (Sauer 2009c: 114) in der Postdemokratie führt gerade dazu, dass jene "Repräsentationsorgane wie z.?B. Parlamente, in die sich Frauen einen quotierten Zugang erkämpft haben", an Einfluss verlieren und Politik in "Hinterzimmern" gemacht wird, "zu denen Frauen schwerer Zugang haben und an denen das Instrument der Quote scheitert" (ebd.). Im Kontext der multiplen Krise, die spätestens mit Ausbruch der Finanzkrise 2008 virulent wurde, wird schließlich deutlich, dass selbst die kleinen Gelegenheitsfenster institutionell nur schwach verankert sind und in Zeiten von Austeritäts- und Sparpolitiken sowie Privatisierungslogiken ohne viel Aufsehen zurückgefahren oder abgebaut werden (Sauer 2009d; 2010).
Dass dabei weder Politik, Arbeit und Wissen noch deren Umgestaltungen nur "mit dem Kopfe gemacht" werden, wie Max Weber einst gefordert hatte (Sauer 1999b), sondern auch affektiv hervorgebracht und legitimiert werden, haben Sauers Beiträge zu Politik, Emotion und Affekt bereits vor dem affective turn vorweggenommen (z.?B. Sauer 1997b; 2007; Bargetz/Sauer 2010; Penz/Sauer 2016). Nicht zuletzt weist sie darin das liberale Trennungsdispositiv auch als liberales Gefühlsdispositiv aus. Gegenwärtig ortet Sauer (2016) ein neuartiges Dispositiv, eine neuartige Form des affektiven Regierens in neoliberalen Verhältnissen, über das Transformationen von Staat, (Lohn-)Arbeit und Öffentlichkeit ebenso angezeigt werden wie eine paradoxe Rekonfiguration und zugleich Verstetigung hierarchischer Geschlechterverhältnisse (Penz/Sauer 2016: 220).
Auch für die Analyse und Kritik von geschlechtlichen Körper- und Reproduktionspolitiken gibt Sauers Werk instruktive Instrumentarien zur Hand: In ihren Arbeiten zu Sexarbeit (Hrzeniak/Sauer/Tertinegg 2007; Sauer 2008a; Gurtner/Sauer 2014) und zu Politiken und Diskursen um das "Kopftuch und andere Formen der Körperverhüllung" (Sauer 2015a; s.a. Gresch/Hadj-Abdou/Rosenberger/Sauer 2008; Sauer 2009a) wird deutlich, wie staatliche Macht Körper vergeschlechtlicht, sexualisiert und ethnisiert und wie zugleich andro- und eurozentrische Konstruktionen (weiblicher) Körper und Sexualität bestimmte Formen staatlicher Gewalt legitimieren. Dass sich Geschlechterpolitiken mit Rassismen und Nationalismen verbinden, hat Sauer daran anschließend einerseits in ihren "Überlegungen zu einem intersektionellen Gewaltbegriff" hervorgehoben (Sauer 2011c). Andererseits analysiert sie dies in ihren jüngsten Arbeiten, in denen sie zeigt, wie in rechten und rechts-konservativen Diskursen insbesondere muslimische Migranten* und Asylwerber* als Gefährdung nationaler Sicherheit konstruiert werden, indem ihnen eine imaginierte sexuelle Gewaltbereitschaft unterstellt wird. Über die Konstruktion einer schutzbedürftigen Weiblichkeit wird das maskulinistische Bild des starken neokolonialen Nationalstaates als Retter vor Gefahren heraufbeschworen und zur Legitimierung eines rassistischen Sicherheitsstaates herangezogen (Ajanovic/Mayer/Sauer 2014; 2015). Darüber hinaus plädiert Sauer in diesem Zusammenhang für eine geschlechterpolitische Analyse "jenseits offensichtlicher diskursiver Instrumentalisierungen von Geschlechterbildern" (Sauer 2017: 4). Erst eine solche Perspektive ermögliche ein umfassenderes Verständnis des "rechtspolitischen Projekt[s]", erlaube sie es doch zu begreifen, dass dieses in "langfristigen gesellschaftlichen Konstellationen, z.?B. ungleichen Geschlechterverha?ltnissen und tradierten Geschlechterbildern gründet" (ebd.).
Schließlich lassen sich in Sauers Werk ebenso viele inspirierende Ausführungen und Gedanken für Strategien in feministischen Dauerkämpfen finden: Aus ihrem gesellschaftstheoretischen Staatsverständnis leitet sie ab, dass es keinen Ort gibt, der ein machtfreier Ausgangspunkt für feministisches Handeln sein könne. Feministische Kämpfe finden immer schon inmitten vergeschlechtlichter Machtverhältnisse statt. Damit weist Sauer die Vorstellung einer genuin frauen*freundlicheren Zivilgesellschaft zurück. Diese ist nicht der Gegenpol des androzentrischen Staates, denn der Staat ist "nur so frauenfreundlich oder genau so maskulinistisch [ ] wie die Zivilgesellschaft und umgekehrt" (Sauer 2001: 166). Zugleich kann feministische Politik nicht nur den Staat adressieren: Feministisches Handeln ist vielmehr auch alltägliche Intervention in zivilgesellschaftliche Deutungsmuster von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen.
Ein solches Terrain alltäglicher Interventionen und Dauerkämpfe stellt nicht zuletzt die feministische Politikwissenschaft selbst dar. Diese versteht Sauer als "transformative Politik": Sie überschreitet "die Grenzen traditioneller Politik" und macht das "Private zum Öffentlichen", ebenso wie sie angeleitet wird von einer " dissident[en] " "Denkpraxis" der " Entunterwerfung ", so Sauer (2015b: 36) im Anschluss an Michel Foucault und Sabine Hark. Diese Haltung impliziert die stetige Reflexion der eigenen Subjektivierungsweisen als wissenschaftliches/akademisches Subjekt sowie das Gewahrsein dessen, dass auch feministische (Politik-)Wissenschaft nicht "machtenthoben" ist (ebd.: 39):
"Wahrheitsansprüche und Autoritätsanmutungen feministischer Theoretisierungen sind immer kritisch zu hinterfragen, da auch feministische Theoriebildungen immer im Horizont einer je historisch-spezifischen Konstellation stattfinden. Feministische Politikwissenschaft muss also ebendiese Wandelbarkeit und Elastizität behalten und Weiterentwicklungen - z.?B. der Geschlechtertheorie hin zu postkolonialen und queeren Ansätzen - nicht als Bedrohung, sondern als notwendige kritische Bewegungen, also als Grenzhaltungen betrachten." (Ebd.)
Schließlich muss feministische Politikwissenschaft für Sauer vom Anspruch getragen werden, "Teil der Selbstverständigung über gesellschaftliche Kämpfe und Auseinandersetzungen um neue Geschlechter-, Klassen- und Zugehörigkeitsverhältnisse" zu sein (ebd.: 38). Dies bedeutet, "den Zusammenhang von Institutionen und Subjekten, von Strukturen und Subjektivierungsweisen, von Staat und Ökonomie beziehungsweise Gesellschaft, von Diskurs und Struktur stets neu [zu] entdecken, um in neuen Praxen zu resultieren" (ebd.).
Dauerkämpfen!
Der vorliegende Band zeichnet - die Überlegungen von Birgit Sauer aufgreifend und weiterspinnend - in Form von 26 Essays ein vielfältiges Bild feministischer Gegenwartsdiagnosen und Strategien. Kontinuitäten, Brüche, Widersprüchlichkeiten, Gleichzeitigkeiten und Reaktivierungen im Feld der Geschlechterverhältnisse werden ebenso thematisiert und politisiert, wie feministische Beharrlichkeiten und Einsätze sichtbar gemacht werden, gegen diese anzuschreiben und anzukämpfen. Die Essays sollen damit ein Mosaik feministischer Kämpfe, Kräfte und Strategien ergeben, gerade in Zeiten, die sich durch eine postfeministische Konstellation (McRobbie 2010) und zunehmenden Antifeminismus ausweisen.
Zum einen werden in den Essays unterschiedliche geschlechterpolitische Orte und Akteur*innen in den Blick genommen werden. Hierzu zählen der Staat, supranationale Organisationen, das Recht, soziale Bewegungen, auch in transnationaler Perspektive, Ökonomie, Körper, Medien ebenso wie Universitäten als Orte umkämpfter Wissensproduktion. Zentrale Fragen sind hier: Was sind gegenwärtig Orte und Kampfplätze geschlechterpolitischer Interventionen, was sind die spezifischen Gelegenheitsstrukturen? Welche geschlechterpolitischen Kämpfe werden hier geführt? Was sind Herausforderungen, was sind Chancen für feministische Politiken? Welche feministischen Kooperationen und Koalitionen sind möglich und/oder notwendig und was sind ihre Forderungen?
Zum anderen werden aktuelle vergeschlechtlichte Macht- und Herrschaftsformen ebenso wie Politisierungspotenziale fokussiert. Unter anderem werfen die Essays dabei folgende Fragen auf: Welche androzentrischen und maskulinistischen Beharrlichkeiten, aber auch welche Veränderungen werden aktuell deutlich? Welche Verwobenheiten werden gegenwärtig wie artikuliert? Wie stellt sich das Verhältnis von Sexismus, Maskulinismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Kapitalismus und Heteronormativität dar? Wo und wie werden diese Verwobenheiten explizit und was bedeutet dies für die Analyse, die Theoretisierung und die Politisierung dieser Verhältnisse?
Diese - und weitere - Fragen diskutieren im vorliegenden Band einige Wegbegleiter*innen von Birgit Sauer in ihrem feministischen Dauerkampf. Angeordnet haben wir den Band entlang von sechs Schwerpunkten: Im Kapitel Staat befassen sich Gabriella Hauch, Amy G. Mazur und Dorothy E. McBride, Nora Gresch und Stefanie Wöhl sowie Elisabeth Holzleithner mit historischen und gegenwärtigen staatlichen Geschlechterpolitiken auf nationaler und supranationaler Ebene. Feministische Perspektiven auf Demokratie entwerfen Andrea Maihofer, Gabriele Wilde und Isabell Lorey. Im Kapitel Körperpolitiken setzen sich Cornelia Klinger, Teresa Kulawik und Kathrin Braun mit machtvollen Konstruktionen von und Zugriffen auf Körper, Reproduktion und Sorge auseinander. In Bewegte Kämpfe loten Sabine Lang, Uta Ruppert, Ina Kerner sowie Sabine Hark und Johanna Hofbauer Spielräume für zivilgesellschaftliche feministische Kämpfe in unterschiedlichen nationalen und transnationalen Konstellationen aus. Mit Rechten Politiken und dem ihnen zugrunde liegenden androzentrischen Gender-Wahnsinn befassen sich Katja Chmilewski und Katharina Hajek, Marion Löffler, Edma Ajanovic und Stefanie Mayer, Sigrid Schmitz, Karin Liebhart und Gabriele Dietze. Anhand der Frage Wie weiter? gehen schließlich Gudrun-Axeli Knapp, Antke Engel, Claudia Brunner, Gabriele Michalitsch, Ay?e Dursun und das ?stanbul Feminist Kolektif sowie Anna Gius, Verena Kettner und Julia Sachseder möglichen zukünftigen feministischen Kämpfen und Utopien nach.
Angesichts der Breite von Birgit Sauers Arbeiten sowie ihrer vielfältigen nationalen und internationalen Kooperationen fiel es uns nicht leicht, die Zahl der Autor*innen auf ein Ausmaß zu beschränken, das nicht in einem mehrbändigen Werk resultiert. Angefragt haben wir Kolleg*innen, Freund*innen sowie politische und wissenschaftliche Mitkämpfer*innen aus unterschiedlichen Zusammenhängen sowie verschiedener (politik-)wissenschaftlicher Stationen, deren Arbeiten sich mit feministischen Politiken und ihren aktuellen Herausforderungen befassen. Dass alle Autor*innen umgehend zugesagt haben, legt gleichermaßen Zeugnis ab von der Notwendigkeit feministischen Dauerkämpfens und der Bedeutung von Birgit Sauers Wirken in der Landschaft feministischer Politik/Wissenschaft.
Danken wollen wir Iris Weißenböck für die sorgfältige Endredaktion, dem Campus Verlag und insbesondere Judith Wilke-Primavesi für die gute Zusammenarbeit und die Möglichkeit der Veröffentlichung dieses Bandes in der Reihe Politik der Geschlechterverha?ltnisse sowie dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien für die finanzielle Unterstützung.
Literatur
Ajanovic, Edma/Mayer, Stefanie/Sauer, Birgit (2015), Umkämpfte Räume. Antipluralismus in rechtsextremen Diskursen in Österreich, Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 44, H. 2, S.?75-85.
Ajanovic, Edma/Mayer, Stefanie/Sauer, Birgit (2014), Intersections and Inconsistencies. Framing Gender in Right-Wing Populist Discourses in Austria, NORA. Nordic Journal of Feminist and Gender Research, Jg. 22, H. 4, S.?250-266.
Bargetz, Brigitte/Sauer, Birgit (2010), Politik, Emotionen und die Transformation des Politischen. Eine feministisch-machtkritische Perspektive, Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 39, H. 2, S.?141-155.
Davis, Angela (2017), Angela Davis' Women's March Speech: "This Country's History Cannot Be Deleted", The Guardian, 22.1., https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/jan/22/angela-davis-womens-march-speech-countrys-history-cannot-be-deleted (Zugriff am 17.4.2017).
Flicker, Eva/Sauer, Birgit (2015), Modernisierung der Universität Wien? - Sozialwissenschaftliche Geschlechterforschung an der Alma Mater Rudolphina Vindobonensis, in: Karl Anton Fröschl/Gerd Müller/Thomas Olechowski/Brigitta Schmidt-Lauber (Hg.), Reflexive Innensichten aus der Universität. Disziplinengeschichten zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, Wien, S.?225-238.
Frauen des Netzwerks Muslimische Zivilgesellschaft (2017), Österreichischer "Women's March" der Privilegierten, http://dieanderen.net/oesterreichischer-womens-march-der-privilegierten/ (Zugriff am 17.4.2017).
Gresch, Nora/Hadj-Abdou, Leila/Rosenberger, Sieglinde/Sauer, Birgit (2008), Tu felix Austria? The Headscarf and the Politics of "Non-Issues", Social Politics, Jg. 15, H. 4, S.?411-432.
Gurtner, Anja/Sauer, Birgit (2014), Reglementaristische Prostitutionspolitik. Raumkonstruktionen in der Debatte über den Wiener Straßenstrich, Feministische Studien, Jg. 32, H. 2, S.?281-293.
Hrzeniak, Majda/Sauer, Birgit/Tertinegg, Karin (2007), What's the Problem with Prostitution? Prostitution Politics in Austria and Slovenia since the 1990s. A Comparison of Frames, in: Mieke Verloo (Hg.), Multiple Meanings of Gender Equality. A Critical Frame Analysis of Gender Policies in Europe, Budapest/New York, S.?187-206.
Kreisky, Eva/Sauer, Birgit (Hg.) (1995a), Feministische Standpunkte in der Politikwissenschaft. Eine Einführung, Frankfurt am Main.
Kreisky, Eva/Sauer, Birgit (1995b), Die Politik der Männer - die Wissenschaft der Männer? Hoffnung auf ein Ende des Schulterschlusses, in: Eva Kreisky/Birgit Sauer (Hg.), Feministische Standpunkte in der Politikwissenschaft. Eine Einführung, Frankfurt am Main, S.?9-24.
Kreisky, Eva/Sauer, Birgit (Hg.) (1997), Das geheime Glossar der Politikwissenschaft. Geschlechtskritische Inspektion der Kategorien einer Disziplin, Frankfurt am Main.
Ludwig, Gundula/Sauer, Birgit/Wöhl, Stefanie (Hg.) (2009), Staat und Geschlecht. Grundlagen und aktuelle Herausforderungen feministischer Staatstheorie, Baden-Baden.
McRobbie, Angela (2010), Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes, Wiesbaden.
Mesquita, Sushila/Sauer, Birgit (2015), Forscherinnen: "Ich habe das Gefu?hl, ich bin in einem Dauerkampf". Interview mit Oona Kroisleitner und Tanja Traxler, Der Standard, 8.3., http://derstandard.at/2000012455589/Forscherinnen-Ich-habe-das-Gefuehl-ich-bin-in-einem-Dauerkampf (Zugriff am 29.3.2017).
Penz, Otto/Sauer, Birgit (2016), Affektives Kapital. Die Ökonomisierung der Gefühle im Arbeitsleben, Frankfurt am Main.
Sauer, Birgit (2017), Gesellschaftstheoretische Überlegungen zum europäischen Rechtspopulismus. Zum Erklärungspotenzial der Kategorie Geschlecht, Politische Vierteljahresschrift, Jg. 58, H. 1, S.?3-22.
Sauer, Birgit (2016), Affektive Gouvernementalität. Eine geschlechtertheoretische Perspektive, in: Monica Greco/Elisabeth Mixa/Sarah Pritz/Markus Tumeltshammer (Hg.), Un-Wohl-Gefühle. Eine Kulturanalyse gegenwärtiger Befindlichkeiten, Bielefeld, S.?147-162.
Sauer, Birgit (2015a), Je suis foulard! Ich trage Kopftuch!, http://mosaik-blog.at/je-suis-foulard-ich-trage-kopftuch/ (Zugriff am 29.3.2017).
Sauer, Birgit (2015b), Was macht feministische Politikwissenschaft zu einer kritischen Wissenschaft? Rückblicke und aktuelle Herausforderungen, in: Brigitte Bargetz/Andrea Fleschenberg/Ina Kerner/Regina Kreide/Gundula Ludwig (Hg.), Kritik und Widerstand. Feministische Praktiken in androzentrischen Zeiten, Opladen/Berlin, S.?23-42.
Sauer, Birgit (2014), Arbeit und Geschlechterdemokratie. Leerstellen und Lehrstellen der Politikwissenschaft, in: Tina Jung/Anja Lieb/Marie Reusch/Alexandra Scheele/Stefan Schoppengerd (Hg.), In Arbeit: Emanzipation. Feministischer Eigensinn in Wissenschaft und Politik, Münster, S.?84-98.
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Sauer, Birgit (2011b), Governance als frauenpolitische Chance? Geschlechterkritik aktueller Debatten um Staatstransformation, in: Alex Demirovi?/Heike Walk (Hg.), Demokratie und Governance. Kritische Perspektiven auf neue Formen politischer Herrschaft, Münster, S.?106-130.
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Sauer Birgit (2009c), Transformation von Staatlichkeit - Chancen für Geschlechterdemokratie, in: Gundula Ludwig/Birgit Sauer/Stefanie Wöhl (Hg.), Staat und Geschlecht. Grundlagen und aktuelle Herausforderungen feministischer Staatstheorie, Baden-Baden, S.?105-120.
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Sauer, Birgit (2008f), Von der Freiheit auszusterben. Neue Freiheiten im Neoliberalismus?, in: Marlen Bidwell-Steiner/Ursula Wagner (Hg.), Freiheit und Geschlecht. Offene Beziehungen, prekäre Verhältnisse, Innsbruck, S.?17-32.
Sauer, Birgit (2007), Politik der Gefu?hle - Gefu?hle der Politik. Eine geschlechtssensible Perspektive zur Gefu?hls-Wissens-Ordnung der Moderne, in: Sabine Ammon/Corinna Heineck/Kirsten Selbmann (Hg.), Wissen in Bewegung. Vielfalt und Hegemonie in der Wissensgesellschaft, Weilerswist, S.?181-199.
Sauer, Birgit (2005), "Add Women and Stir?" Die mühsamen Wege der politikwissenschaftlichen Geschlechterforschung, in: Marlen Bidwell-Steiner/Karin S. Wozonig (Hg.), Die Kategorie Geschlecht im Streit der Disziplinen, Innsbruck, S.?47-61.
Sauer, Birgit (2004), Staat - Institutionen - Governance, in: Sieglinde Rosenberger/Birgit Sauer (Hg.), Politikwissenschaft und Geschlecht, Wien, S.?107-125.
Sauer, Birgit (2003a), Den Staat ver/handeln. Zum Zusammenhang von Staat, Demokratie und Herrschaft, in: Alex Demirovi? (Hg.), Modelle kritischer Gesellschaftstheorie. Traditionen und Perspektiven der Kritischen Theorie, Stuttgart/Weimar, S.?152-175.
Sauer, Birgit (2003b), Die Internationalisierung von Staatlichkeit. Geschlechterpolitische Perspektiven, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Jg. 51, H. 4, S.?621-637.
Sauer, Birgit (2003c), "Gender Makes the World Go Around." Globale Restrukturierung und Geschlecht, in: Albert Scharenberg/Oliver Schmidtke (Hg.), Das Ende der Politik? Globalisierung und der Strukturwandel des Politischen, Münster, S.?98-126.
Sauer, Birgit (2002), Geschlechtsspezifische Gewaltmäßigkeit wohlfahrtsstaatlicher Institutionalisierungen. Staatsbezogene Überlegungen einer geschlechtersensiblen politikwissenschaftlichen Perspektive, in: Regina-Maria Dackweiler/Reinhild Schäfer (Hg.), Gewaltverhältnisse. Feministische Perspektiven auf Geschlecht und Gewalt, Frankfurt am Main, S.?82-106.
Sauer, Birgit (2001), Die Asche des Souveräns. Staat und Demokratie in der Geschlechterdebatte, Frankfurt am Main.
Sauer, Birgit (1999a), "Es rettet uns (k)ein höh'res Wesen ". Neoliberale Geschlechterkonstrukte in der Ära der Globalisierung, in: Brigitte Stolz-Willig/Mechthild Veil (Hg.), Es rettet uns kein höh'res Wesen Feministische Perspektiven der Arbeitsgesellschaft, Hamburg, S.?215-239.
Sauer, Birgit (1999b), "Politik wird mit dem Kopfe gemacht." Überlegungen zu einer geschlechtersensiblen Politologie der Gefühle, in: Ansgar Klein/Frank Nullmeier (Hg.), Masse - Macht - Emotionen. Zu einer politischen Soziologie der Emotionen, Opladen, S.?200-218.
Sauer, Birgit (1998), Globalisierung oder das Ende des maskulinistischen Wohlfahrtskompromisses?, beiträge zur feministischen theorie und praxis, Jg. 21, H. 47/48, S.?29-44.
Sauer, Birgit (1997a), Krise des Wohlfahrtsstaats. Eine Männerinstitution unter Globalisierungsdruck?, in: Helga Braun/Dörthe Jung (Hg.), Globale Gerechtigkeit? Feministische Debatte zur Krise des Sozialstaates, Hamburg, S.?113-147.
Sauer Birgit (1997b), Politologie der Gefühle? Emotionen in der politikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung, Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 10, H. 3, S.?52-65.

Pressestimmen

»Dieser anspruchsvolle Band ist zu empfehlen, um mehr feministische Strategien und Historien kennenzulernen.«, WeiberDiwan, 30.07.2018

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