Der Palast der unsterblichen Dichter. Das größte Abenteuer seit Dumas' Monte Christo

Historischer Roman. Originalausgabe.
Buch (kartoniert)
Das größte Abenteuer seit Dumas' Graf von Monte Christo! In einem Pariser Palais treffen sich die Großen der Weltliteratur und erzählen gemeinsam ein letztes großes Abenteuer: Alexandre Dumas, Victor Hugo, Emile Zola, George Sand und Gustave Flauber … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Palast der unsterblichen Dichter. Das größte Abenteuer seit Dumas' Monte Christo
Autor/en: Heinz-Joachim Simon

ISBN: 3862826414
EAN: 9783862826414
Historischer Roman.
Originalausgabe.
Acabus Verlag

11. März 2019 - kartoniert - 747 Seiten

Beschreibung

Das größte Abenteuer seit Dumas' Graf von Monte Christo! In einem Pariser Palais treffen sich die Großen der Weltliteratur und erzählen gemeinsam ein letztes großes Abenteuer: Alexandre Dumas, Victor Hugo, Emile Zola, George Sand und Gustave Flaubert. Während Dumas und Balzac sich über die Größe ihres Genies streiten, verhöhnt George Sand die Eitelkeit ihrer männlichen Kollegen - Gustave Flaubert versucht zu schlichten. Dabei entsteht ein großartiges literarisches Gemälde des 19. Jahrhunderts. Wir durchleben den Aufstand der Pariser Kommune, den Barrikadenkampf in den Straßen. Der Held Julien Morgon wird ins Bagno nach Französisch-Guayana verbracht und kann von dort fliehen. Er wird ein Gaucho im Grasland Argentiniens und reitet für die indigenen Völker. Im Wind der Pampa liegt die Freiheit. - Er kehrt als Fürst von Almeria nach Paris zurück und rächt sich an denen, die ihn ins Gefängnis brachten ... Spannend, romantisch, verzaubernd - große Erzählkunst!

Portrait

Heinz-Joachim Simon lebt in der Nähe von Stuttgart. In spannenden Romanen ging er der Frage nach, warum die deutsche Geschichte immer wieder auf Abwege geriet. Nach seinen viel beachteten biografischen Romanen über den berühmten Kriegsfotografen Robert Capa, den Revolutionär Ernesto Che Guevara und den Pharao Echnaton legt Simon nun einen Roman vor, der ein Epos über die Freiheit und die Liebe zur Literatur ist.

Leseprobe

Aus Kapitel 9 Die milde Art der Bourgeoisie
(Victor Hugo erzählt)

Als er die Augen aufschlug, lag er an der Mauer des Seinekais. Die Sonne schien ihm direkt ins Gesicht. Nach ihrem Stand musste es hoher Mittag sein. Der Kopf tat ihm weh. Er sah alles verschwommen. Vor ihm stand eine Gruppe von Männern. Erst sah er nur die Hosenbeine. Er drehte sich zur Seite. Tatsächlich. Es war Auguste mit seinen Freunden.
»Er ist aufgewacht«, stellte Hubert fest.
»Sie hatten keine echte Chance gegen uns. Wie kann man solche Bürschlein wie Julien zum Hauptmann machen!«, entrüstete sich Armand.
»Unser Revolutionsheld ist aus der Traumwelt zurückgekehrt«, bemerkte Charles wiehernd.
»Wird nur ein kurzes Intermezzo sein«, freute sich Jean.
Julien blinzelte. Langsam wurde das Bild klarer. Wenn ihn nur der Kopf nicht so schmerzen würde. Er fühlte, dass das Blut auf der Stirn bereits zu trocknen begann. Wo sind die anderen? Er blickte nach rechts und links. An der Kaimauer lagen andere Verwundete. Nun stellte er fest, dass seine Hände wie bei den anderen Verletzten vor dem Bauch zusammengebunden waren. Auguste bemerkte seinen Blick und grinste.
»Dir habe ich persönlich die Hände zusammengebunden.«
Julien blickte über die Straße. Vor der Barrikade war nichts mehr zu sehen als Schutt. Überall lagen Leichen. Soldaten waren dabei, sie am Straßenrand abzulegen. Wo war Tessier? Lebte sein Freund noch?
Ein Offizier kam heran. Ein wohlbeleibter Oberst mit einem Froschgesicht, wulstigen Lippen und Hängebacken.
»Gut gemacht, Jungs«, lobte er Auguste und seine Kameraden.
»Ohne euch wären unsere Verluste noch höher ausgefallen. Die verdammten Flintenweiber haben gekämpft wie die Harpyien.«
»Was wird mit diesem Schweinehund passieren, diesem Hauptmann dort?«, fragte Auguste.
Der Oberst grinste sardonisch. »Das ist ja der Kerl, der Hauptmann Beauregard, einen prächtigen Soldaten und Kameraden, feige mit einem Messer ermordet hat. Was wohl? Wir schicken ihn zum Friedhof auf Montmartre, wo die Exekutionen stattfinden werden. Ich bekam gerade die Nachricht. Auch dort ist der letzte Widerstand zusammengebrochen. Man hat bereits mit den Erschießungen begonnen. Alle Soldaten, die nachweislich am Kampf teilgenommen haben, werden erschossen.«
»Und die Weiber?«, fragte der schöne Charles grinsend.
»Jede, die nach Petroleum stinkt, wird ebenfalls erschossen. Für die Kinder gilt das gleiche. Unter den Brandstiftern waren Dutzende von Kindern. Es gibt ein großes Reinemachen. Paris ist unser. Macht s gut, Jungs! Ihr seid die Saat, die in einem neuen Frankreich aufgehen und bald das Land regieren wird. Noch mehr von euch und mir ist vor den Kommunisten nicht bange.«
Er grüßte militärisch und stolzierte davon. Auguste sah seine Freunde stolz an.
»Ihr habt es gehört. Ich habe euch gesagt, dass wir uns Verdienste erwerben, wenn wir den Linientruppen helfen, den Quai Voltaire zu erobern. Vater wird dafür sorgen, dass dies nicht vergessen wird.« Selbstgefällig sah er auf Julien herab.
»Na, Ladenschwengel, wie fühlst du dich jetzt, wo du weißt, dass man dich zum Montmartre bringen und vor ein Peloton stellen wird?«
»Jedenfalls fühle ich mich nicht als Verräter«, krächzte Julien. Seine Lippen waren trocken und aufgeplatzt. Er schmeckte Blut.
»Wir sind keine Verräter«, schrie Auguste mit hochrotem Kopf. »Wir sind Patrioten, Feinde der Kommune. Alle wohlanständigen Leute von Paris waren eure Geiseln. Es war unser gutes Recht, sogar unsere Pflicht, als Anhänger des gewählten Parlamentes gegen euch zu kämpfen.«
»Ihr habt euch angeboten, gegen die Versailler zu kämpfen und ich habe euch vertraut. Es war meine Dummheit, dass die Barrikade vorzeitig fiel. Nicht die Liniensoldaten haben uns besiegt, sondern euer Verrat.«
»Wie konntest du nur glauben, dass wir uns mit dem Pack der Kommune gemein machen.«
Soldaten schleppten weitere Verwundete heran und legten sie an der Kaimauer ab. Ein freudiger Schreck durchfuhr Julien. Einer der Verletzten war Marc Tessier. Er hatte die Augen geschlossen. Sein Kopf war blutverschmiert. Ihm fehlte ein Ohr.
»Also, wer von den Gefangenen gehen kann, nimmt an der Parade durch Paris teil. Die, die nicht laufen können, werden auf der Stelle erschossen«, rief ein Leutnant der Linientruppen hämisch lachend.
Warum hassen sie uns so?, dachte Julien. Wir sind doch alle Franzosen.
»Na, Morgon, kannst du noch laufen?«, höhnte Auguste. Mühsam richtete sich Julien auf.
»Das nützt dir gar nichts. Dann wirst du eben auf Montmartre erschossen.«
»Los, Jungs. Wenn ihr an den Erschießungen teilnehmen wollt, verzieht euch nach Montmartre«, forderte ein Korporal.
»Und ob wir daran teilnehmen wollen«, bekräftigte Auguste. »Den Spaß lassen wir uns nicht entgehen.«
Julien bemerkte, dass sich Tessier regte. Er taumelte zu ihm und versuchte, ihn hochzuziehen. Tessier öffnete die Augen und blinzelte. Sich an Julien festhaltend, erhob sich der ehemalige Zuchthäusler.
»Na, Julien, da sind wir ganz schön in die Scheiße geraten«, krächzte er.
Unter den Kolbenstößen der Soldaten formierten sich die Gefangenen zu einem langen Zug.
»Wir werden nachher auf Montmartre dabei sein«, rief Auguste mit bösem Lächeln. »Übrigens, damit du es weißt. Mein Vater und Mercedes Eltern sind übereingekommen, dass wir demnächst heiraten. Du bist ein Verlierer, Ladenschwengel!«
»Sie ist immer noch meine Frau«, stöhnte Julien, der wie unter Schlägen taumelte.
»Die Ehe ist bereits annulliert. Sie war nie rechtskräftig«, brüllte Auguste heftig erregt.
Tessier winkte ab. »Julien, reg dich nicht auf. Der Kerl bekommt nur das, was du schon gehabt hast.«
»Ihr seid des Todes!«, geiferte Auguste und legte das Gewehr an.
»Halt, Junge! Nimm das Gewehr herunter«, schnauzte der Korporal. »Wir brauchen die Überlebenden für die Parade. Geh zum Montmartre, wenn du blutrünstig bist.«
Zögernd legte Auguste das Gewehr ab. »Morgon, du entkommst mir nicht!«, kreischte er.
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