In "Meistens kommt es anders, wenn man denkt" begleiten wir Nele, die von der Liebe endgültig die Nase voll hat. Nach einer Enttäuschung will sie sich eigentlich nur noch auf ihre Karriere konzentrieren und heuert bei einer angesagten Hamburger Werbe- und PR-Agentur an. Doch ihr Plan geht natürlich nicht so ganz auf: Ihr attraktiver neuer Chef Claas bringt ihr Herz ziemlich schnell ins Stolpern. Gleichzeitig sorgt ihr Privatleben für Trubel, denn ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, beschließt, dass er flügge werden und in eine eigene Wohnung ziehen möchte. Nele muss sich neu sortieren und feststellen, dass sich das Leben eben nicht immer strikt durchplanen lässt. Nele als Protagonistin ist unheimlich sympathisch und lebensnah gezeichnet. Man kann ihren Hang, es immer allen recht machen zu wollen, und ihre Sorgen gut nachempfinden. Besonders die liebevoll gestalteten Nebenfiguren - allen voran ihr Bruder Lenny und natürlich der aus anderen Büchern bekannte Taxifahrer Knut - sorgen für viel Herz und ordentlich Schwung. Petra Hülsmanns Schreibstil ist wie gewohnt spritzig, locker und lässt sich super flüssig weglesen. Das typische Hamburger Lokalkolorit bringt zudem wieder richtig schönes Flair in die Geschichte.Einen Punktabzug gibt es von mir allerdings für die Entwicklung der Handlung: An einigen Stellen zieht sich die Geschichte leider etwas arg in die Länge. Zudem driften mir manche Szenen, gerade was die Liebesgeschichte angeht, doch ein bisschen zu sehr ins Kitschige ab. Hier hätte die Autorin die Story gerne etwas straffen dürfen, um den Schwung durchgehend aufrechtzuerhalten.Fazit:Trotz kleiner Längen und einer Extra-Dosis Kitsch ist es eine schöne, leichtfüßige Lektüre für zwischendurch. Wer Herzensgeschichten mit familiärem Trubel und Hamburger Charme mag, macht hier wenig falsch. Von mir gibt es daher gute 3,5 bis 4 von 5 Sternen!