Donaudämmerung

Ein Krimi aus dem Jahr 1939.
Buch (kartoniert)
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WER HAT GÖRINGS TANTE UMGEBRACHT?
Die Aufregung ist groß, als HERMANN GÖRING zur Einweihung der "Reichswerke Hermann Göring" persönlich in Linz erscheint. Kurz darauf wird eine Frau erstochen in ihrer Wohnung aufgefunden. GERÜCHTE BESAGEN, SIE SEI EIN … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Donaudämmerung
Autor/en: Thomas Buchner

ISBN: 370997884X
EAN: 9783709978849
Ein Krimi aus dem Jahr 1939.
Haymon Verlag

1. Juli 2018 - kartoniert - 288 Seiten

Beschreibung

WER HAT GÖRINGS TANTE UMGEBRACHT?
Die Aufregung ist groß, als HERMANN GÖRING zur Einweihung der "Reichswerke Hermann Göring" persönlich in Linz erscheint. Kurz darauf wird eine Frau erstochen in ihrer Wohnung aufgefunden. GERÜCHTE BESAGEN, SIE SEI EINE TANTE VON GÖRING GEWESEN. Noch dazu soll die Ermordete eine größere GELDMENGE in ihrer Wohnung gebunkert und ihre Nachbarn mittels DENUNZIATIONSBRIEFEN erpresst haben. Sofort wird der Mordfall zum KRIMINALISTISCHEN SKANDAL, der den eigentlich recht behäbigen Kommissar Josef Steininger ganz schön auf Trab bringt: Mit HÖCHSTER DRINGLICHKEIT und der GESTAPO im Nacken muss Steininger schleunigst den Mörder finden - und wird MIT ZAHLREICHEN VERDÄCHTIGEN UND MENSCHLICHEN ABGRÜNDEN konfrontiert.

SCHAUPLATZ LINZ IM AUGUST 1939: ÖSTERREICH AM VORABEND DES ZWEITEN WELTKRIEGS
Seit eineinhalb Jahren ist die "OSTMARK" Teil des nationalsozialistischen Deutschen Reichs. Mittendrin die STAHLSTADT, eine jener fünf "Führerstädte", die Adolf Hitler mit seinem "Sonderauftrag Linz" von Albert Speer zur mustergültigen Nazi-Stadt ausbauen lassen wollte. Nun zeigt sich, wer sich mit den NEUEN MACHTHABERN arrangiert, von ihnen profitiert oder gar schon lange vor dem "ANSCHLUSS" ÖSTERREICHS 1938 mit ihnen sympathisiert hat. Klar wird auch, wer nicht in den nationalsozialistischen "Volkskörper" passt und um sein Leben fürchten muss. Ehemalige Arbeitskollegen zeigen ihr wahres Gesicht, aus Nachbarn und Freunden werden Feinde - und gar Mörder?

FESSELNDE KRIMIHANDLUNG TRIFFT EINDRUCKSVOLLES ZEITKOLORIT
Vor dem Hintergrund der Diktatur ermittelt Bezirksinspektor Steininger in einem politisch höchst brisanten Fall. Historiker Thomas Buchner zeichnet anschaulich und mit viel Gespür für die Zeit EIN LEBENDIGES BILD ÖSTERREICHS KURZ VOR BEGINN DES ZWEITEN WELTKRIEGS.


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LESERSTIMMEN:
"Man merkt, dass der Autor Ahnung von seinem Fach hat. Er schildert die damaligen Verhältnisse mit viel Fingerspitzengefühl und zeigt die vielen Grauzonen der damaligen Gesellschaft auf, z. B. wenn die anfänglichen Profiteure und Täter selbst von den Entwicklungen überrollt werden und sich plötzlich auf der andern Seite wiederfinden. Oder auch das Denunzieren, das damals schon fast ein Hobby gewesen zu sein scheint ... Eine Zeit ohne Gnade, die Thomas Buchner eindrücklich schildert."

"Der Kriminalfall, den Bezirksinspektor Steininger lösen muss, ist sehr knifflig, nicht nur wegen der politischen Umstände. Ein ganzes Wohnhaus steht unter Verdacht, hinter jeder Tür lauert der potentielle Mörder. Man weiß nie, was als nächstes passiert. Die Figuren sind überzeugend gezeichnet und man fiebert bis zum Schluss mit. Ein sehr spannender historischer Kriminalroman!"

"Als Linzer kennt man natürlich die Bilder aus der Zeit, die Gebäude, die damals gebaut wurden. Aber Thomas Buchner schafft es, das, was man sonst nur aus Sachbüchern kennt, in einen spannenden Kriminalroman zu verpacken und die menschlichen Tragödien und Abgründe vor Augen zu führen. Erschreckend, wie es hier vor 80 Jahren zugegangen ist. Als Bewohner von Linz fast schon eine Pflichtlektüre, finde ich."

"Ich habe schon Thomas Buchners 'Der Fall Schinagl' gelesen, das ein paar Jahre früher spielt, und war deshalb gespannt, wie es wohl weitergehen wird. Bezirksinspektor Steininger findet sich 1939 in einer völlig umgekrempelten Welt wieder: Musste er 1935 noch zwischen Schutzbündlern und Heimwehrlern ermitteln, rückt ihm nun die Gestapo auf die Pelle. Und selber weiß er ja auch nicht so genau, wo er eigentlich hingehört. Auch dieser Aspekt macht den Krimi so spannend!"
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Portrait

Thomas Buchner ist Spezialist für spannende Streifzüge durch die jüngere Vergangenheit Österreichs. Der 1974 in Linz geborene Autor studierte Geschichte und Politikwissenschaft und ist heute als Archivar tätig. Als Historiker veröffentlichte er bereits zahlreiche wissenschaftliche Publikationen. Mit "Der Fall Schinagl. Ein Linz-Krimi aus den 1930er Jahren" (HAYMONtb 2016) debütierte er als Krimiautor.

Pressestimmen

"ein atmosphärisch dichtes Buch aus einer bedrückenden Zeit" ekz-bibliotheksservice, Brunhilde Wichert-Haslett

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Bewertungen unserer Kunden
spannender und interessanter Krimi
von Katharina Richter - 23.07.2018
Klapptext: Wer hat Görings Tante umgebracht? Die Aufregung ist groß, als Hermann Göring zur Einweihung der Reichswerke Hermann Göring persönlich in Linz erscheint. Kurz darauf wird eine Frau erstochen in ihrer Wohnung aufgefunden. Gerüchte besagen, sie sei eine Tante von Göring gewesen. Noch dazu soll die Ermordete eine größere Geldmenge in ihrer Wohnung gebunkert und ihre Nachbarn mittels Denunziationsbriefen erpresst haben. Sofort wird der Mordfall zum kriminalistischen Skandal, der den eigentlich recht behäbigen Bezirksinspektor Josef Steininger ganz schön auf Trab bringt: Mit höchster Dringlichkeit und der Gestapo im Nacken muss Steininger schleunigst den Mörder finden - und wird mit zahlreichen Verdächtigen und tiefen menschlichen Abgründen konfrontiert. Wieder einmal hat es der Autor geschafft mich mit diesem Krimi zu begeistern.Da ich schon sein erstes Buch gelesen hatte ,waren meine Erwartungen sehr groß.Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde. Der Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit Lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen. Ich wurde nach Österreich in das Jahr 1939 nach Linz entführt.Kurz vor Beginn des 2.Weltkrieges welcher auch dort schon zu spüren war.Die NSDAP und Gestapo wurde immer stärker.Der Autor hat gleich zu Beginn eine bedrückende und beängstigende Atmosphäre geschaffen.Ich habe mich in diese Zeit zurück versetzt gefühlt .Das Ermittlerteam begleitete ich bei Ihren Nachforschungen .Dabei erlebte ich so einige spannende und interessante Momente. Die Protoganisten wurden gut beschrieben und so konnte ich sie mir klar und deutlich vorstellen.Es gab viele unterschiedliche Charaktere welche bestens ausgearbeitet wurden.Besonders sympatisch fand ich Anna Rabisch und ich habe sie gleich in mein Herz geschlossen.Aber auch die anderen Personen waren sehr interessant.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Durch die sehr fesselnde und packende Erzählweise wurde ich förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Thomas Buchner es hervorragend verstanden historische Fakten in diesen Krimi einzubauen.Durch die guten Recherchen habe viele Informationen und Wissenswertes über die Ereignisse und Geschehnisse der damaligen Zeit erfahren.Das Leben der Bevölkerung und die ständige Angst vor dem Krieg.Aber auch einige humorvolle Situationen gab es.Manchmal habe ich mich köstlich amüsiert und geschmunzelt.Toll fand ich auch den Dialekt der mich in keinster Weise gestört hat.Es gab immer wieder unvorhersehbare Wendungen und so blieb es immer wahnsinnig aufregend.Fasziniert haben mich auch die sehr ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der einzelnen Schauplätze.Auch wurde ich immer wieder auf eine falsche Spur geführt was den Täter anbelangt.Und so habe ich bis zum Schluss mitgerätselt wer es denn nun sein könnte.Das Finale fand ich einfach genial und sehr gelungen.Erwähnenswert ist auch noch ein Glossar am Ende des Buches. Das Cover finde sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das Meisterwerk ab.Ich hate viele unterhaltsame und lesenswerte Momente mit dieser Lektüre.Ein wirklich sehr interessantes Buch und ich vergebe glatte 5 Sterne.
Linz am Vorabend des Zweiten Weltkriegs
von bellis-perennis - 18.07.2018
Seit dem "Fall Schinagl" hat sich einiges in der politischen Landschaft verändert und Österreich hat zu existieren aufgehört. Es ist als "Ostmark" Teil des Deutschen Reiches. Der Linzer Bezirksinspektor Josef Steininger hat nur mehr wenige Jahre bis zu seinem wohlverdienten Ruhestand, die er eher gemächlich zu verbringen gedenkt. Doch die Ermordung der Ernestine Bremstaller im August 1939 bringt Unruhe in die Abteilung II a. Es geistert nämlich das Gerücht herum, die Tote sei eine Tante von Hermann Göring und hätte erst vor kurzem eine große Erbschaft gemacht. Die angebliche Verwandtschaft mit dem Reichsmarschall ruft die Gestapo auf den Plan, die sich selbstredend in die Ermittlungen einmischt. Sedlak und Wögerer schießen sich schnell auf einen bestimmten Hausbewohner aus dem Wohnhaus der Ermordeten ein, obwohl mehrere der Hausparteien ein Motiv hätten. Ist der Mord politisch motiviert oder eine Beziehungstat oder geht es wieder einmal "nur" um den schnöden Mammon? Meine Meinung: Neben Bezirksinspektor Steininger, der in seiner geistigen und körperlichen Behäbigkeit wohl den trägen österreichischen Beamten darstellt, gibt es wieder eine Menge Nebendarsteller, die ihm Paroli bieten oder ihn zur Weißglut bringen. Da ist zum einen der schwerhörige Heumader, der in seiner Unsicherheit einige Fehler macht und der ehemalige Kollege Sedlak, der nun bei der Gestapo ist und ein wachsames Auge auf Steininger hat. Doch es scheint, dass er sich in der Gesellschaft (noch) nicht ganz wohl fühlt. Manches Vorgehen, wie die Entscheidung sich auf Kommerzialrat Berger als Täter festzulegen, kommt ihm als Kriminalpolizisten ein wenig vorschnell vor. Und der plötzliche Abgang von Wögerer, der für seine effizienten Verhörmethoden bekannt ist, lässt Sedlak ein wenig nachdenken. Eine neue Figur ist Anna Rabitsch, die Kriminalassistentin aus Wien, die Steininger dienstzugeteilt ist. An Steiningers Verhalten ihr gegenüber, sieht man deutlich, dass er von Neuerungen wenig hält. Ihm ist ein geordneter Tagesablauf, der eine Vormittagsjause enthält wichtiger, als eine systematische Mordermittlung. Anna Rabitsch geht die Ergebnisse der Befragungen analytisch durch und kommt dadurch dem wahren Täter auf die Spur, an dem aber niemand Interesse zu haben scheint. Doch nicht nur die handelnden Personen oder die Mordermittlung stehen hier im Mittelpunkt: Nein, es dieses Klima der Verunsicherung, der Propaganda ("Die Polen wollen uns Danzig wegnehmen.") und, wenige Tage vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, die immer stärker werdende Feindseligkeit den Juden gegenüber. Sehr subtil beschreibt Autor und Historiker Thomas Buchner, wie besorgte Mütter ihren Söhnen den Zugang zum Futtertrog (in dem Fall zur SS) ebnen und auch vor Erpressung und Anstiftung zur Urkundenfälschung nicht zurückschrecken. Sehr gut finde ich den Hinweis auf Mauthausen oder Dachau, denn vor allem bei den Behörden im Umland wird der Zweck der Lager, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, bekannt gewesen sein. Sich später darauf auszureden, nichts davon gewusst zu haben, ist eher unglaubwürdig. Mit diesem zweiten Fall für Josef Steininger hat der Autor einen fesselnden Krimi geschrieben, indem der österreichische Schlendrian dem neuen Zeitgeist gegenübergestellt wird. Die Spannung ist hoch und das Ende doch ein wenig überraschend. Der Ausspruch Steiningers (S. 87) " .. wir da von der Polizei haben mit der Gerechtigkeit gar nix am Hut." Klingt sehr prophetisch, denn er weist darauf hin, was auf die Menschen noch zukommen wird. Fazit: Ein historischer Krimi, der einen in eine Zeit versetzt, in der Recht und Gerechtigkeit nicht immer im Einklang stehen. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Eine Reise ins Jahr 1939 ¿
von Sikal - 14.07.2018
Als Ernestine Bremstaller tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, denkt der ermittelnde Beamte Steininger erst an eine einfache Mordermittlung. Doch schnell kommt das Gerücht hervor, dass es sich um eine Tante Görings handelt und somit will nun auch noch die Gestapo mitmischen. Was ist hier wirklich passiert? Ein politisches Ärgernis oder ein Mord aus Habgier? Immerhin war die Tote kein stilles Wässerchen, hat auch überall herumerzählt, dass sie eine Erbschaft gemacht hatte. Und was bedeuten die Briefe, die in ihrem Tresor gefunden werden? Doch nicht nur die Mordermittlung steht hier im Mittelpunkt, sondern vor allem ein Rückblick in diese grausliche Zeit, bei der jeder von Angst geprägt wird, zwielichtige Gestalten rasch Karriere machen, der Ariernachweis eine enorme Wichtigkeit besitzt und vieles andere. Die Aufnahme in die SS stellt für die jungen Männer eine Aufgabe dar und Mauthausen oder Dachau sind zwar bekannt, aber noch nicht das gesamte Ausmaß der Schrecklichkeiten. Der Autor Thomas Buchner hat einen äußerst spannenden Krimi geschrieben, eine gehörige Portion Lokalkolorit eingebaut und mit humorvollen Dialogen verwoben. Der Zeitgeist kommt ebenso gut hervor, wie die Spannung langsam steigt und das Ende mit einer Überraschung aufwartet, mit der ich ganz und gar nicht gerechnet hätte. Die Charaktere sind durchwegs gut gezeichnet und authentisch - die landläufige Meinung vom gemütlichen österreichischen Beamten wird durch Steininger hervorragend getroffen, dem acht Schnitzel oder seine pünktliche Vormittagsjause wichtiger sind, als Licht ins Dunkel zu bringen und lieber einen Fall ad acta legt, als sich zu sehr hineinzukämpfen. Die Kriminalassistentin Anna Rabbitsch muss sich in der Männerliga ziemlich behaupten, hängt sich auch sehr in den Fall hinein und wie mir scheint, ist sie die einzige, die den richtigen Mörder ausfindig machen will - wenn ihr die Lösung dann auch nicht sonderlich gefällt. Doch auch Heumader ist eine Bereicherung, der durch seine Unsicherheit immer wieder Fehler macht und beim Steininger ein schweres Dasein fristet. Die neugierige Nachbarin darf ebenso wenig fehlen wie das Geschimpfe auf Juden und Polen. Der Autor hat es geschafft, dass man sich in eine Zeit zurückversetzt fühlt, in der Recht nicht unbedingt Gerechtigkeit bedeutet, wo man auch mal Fünf gerade sein lässt und der anstehende Krieg so manches richtet. Gerne vergebe ich fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Eine perfekte Zeitreise und ein verzwickter Fall
von Elke Seifried - 10.07.2018
Kriminalassistent Ertl, der unter dem Pantoffel seiner Gattin steht, soll seine ehemalige Pensionswirtin einladen. Doch daraus wird nichts, denn er findet Ernestine Bremstaller nur noch tot in einer Blutlache in deren Wohnung. Schon genug, dass Kommissar Josef Steinigers Sonntagruhe mit solch einem Fall gestört wird, wird es wenig später noch viel ungemütlicher für ihn. Denn "Beim Spatenstich für die Göring-Werke ist ein Bild durch alle Wochenschauen gegangen: eine ältere Frau, die den Reichsfeldmarschall abbusselt. Die Propaganda hat das natürlich ausgeschlachtet, [] Und irgendwie muss das Gerücht entstanden sein, dass sie, also diese Bremsstaller eine Tante von Göring ist.", ganz klar, dass auch die Gestapo hier mitmischen will und muss. Politischer Skandal oder doch nur ein Mord aus Rache, Wut oder Habgier? Der lockere, flüssige Schreibstil des Autors nimmt den Leser sofort mit auf die Reise. Im Nu war ich in der Geschichte versunken, hatte ein klares Bild der Protagonisten vor mir und fast das Gefühl mit in der Zeit zu sein. Ab und an darf auch jemand in Dialekt zu Wort kommen, das Lokalkolorit ist daher auch richtig gelungen. Der Fall braucht etwas bis die Spannungskurve ansteigt. Aber ich habe die anfängliche Zeit aufgrund der gekonnten Darstellung des Zeitgeists mindestens genauso gefesselt gelesen, wie dann die spannende und kniffelige Lösung, die mich völlig überrascht hat. Ganz besonders gut hat mir aber die feine Prise von Humor, an österreichischem Schmäh gefallen, die den Krimi zur wirklichen Empfehlung und zum großen Vergnügen macht. "Der Herr Rosenberg ist ein Nudist. Ja, und? Kann ja ein jeder essen, was er will. Ein jeder nach seiner Fassad sag ich immer!", witzige Dialoge, Situationskomik vom Feinsten, da kann es schon mal sein, dass eine neugierige Lauscherin zur Tür herein plumpst, Hitler Sammelbildchen aus Zigarettenpackungen als eine Art Running-Gag und einiges mehr hat der Autor in petto, was mich oft zum Schmunzeln, Grinsen und Lachen gebracht hat. Wirklich mehr als gelungen ist die Figurenzeichnung in diesem historischen Krimi. Einer der zentralen Figuren ist sicher der behäbige Josef Steininger. "Ich sag, du bist ein alter Gockel. Kaum schmiert dir ein feines Weiberleut mit lackierten Nägeln den Grieß ums Maul, rennst schon." Da hat seine Gattin sicher Recht, denn er dreht sich nicht nur für die Frauenwelt wie ein Fähnlein im Wind. Ihm geht das Essen über alles, da muss sich seine Mizzi schon mal schämen und ärgern, wenn er acht Wiener Schnitzel und drei Portionen Topfenstrudel bei der Nachbarin, die ja so gut kochen kann, verdrückt. Dass er stets um elf jausnet, samt Bier und Zeitungsstudium versteht sich von selbst. "Andere mochten klug wirken, er war es!", Selbstüberschätzung ist zudem sein eigen. Nichts zum Lachen haben seine Kollegen. "Es war nicht leicht, unter einem Vorgesetzten wie Steininger zu arbeiten, aber Heumader hatte sich fest vorgenommen, sich von dessen Launenhaftigkeit und erkennbarer Aversionen ihm gegenüber nicht entmutigen zu lassen." Gerade weil der schwerhörige Heumader, stets mit Propeller um den Hals, so mancher Schnitzer passiert, ist er ein grandios erschaffener Nebenspieler. Kriminalassistentin Anna Rabbitsch, die es schon als Frau, "Linz reimte sich halt auf Provinz!", bei ihrem Chef ganz schlechte Karten hatte, war mir von Anfang an super sympathisch und sie scheint die einzige zu sein, die Interesse daran hat, den richtigen Mörder ausfindig zu machen. Aber auch alle anderen Nebendarsteller sind authentisch, einfallsreich, originell und treffend gezeichnet, beim brutalen Wörgerer angefangen, der sich mittels Willkür der Gestapo am Elend seiner Gefangengen weidet, über Elisabeth Hennbichler, das Töchterchen des versoffenen Hausmeisters, die mir so leid getan hat, bis hin zu meinem persönlichen Highlight unter ihnen, der neugierigen Nachbarin Frau Schoiswohl. "Obs es Poln sads, verdammte Hund, es! Reds gfälligt wenn a Deitscha deitsch mit eich redt.", "Was?! Krakauer? Sie! Das ist Verrat an den Volksgenossen in Danzig! Kaufen S eine deutsche Wurscht, gefälligst." Perfekt eingefangen hat der Autor die Atmosphäre der Zeit. Angst vor einem drohenden Krieg, Unsicherheit, Anpassung, Ablehnung, Widerstand, aber auch Freude an der neuen Machtstellung, Hetze auf Juden und Polen, hier ist alles vertreten, was die Zeit kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs ausmacht. "Aber wurden in einem Krieg, wie er gedroht und nun plötzlich begonnen hatte, nicht auch viele Menschen getötet? Ganz legal, folgenlos und für viel abstraktere Gründe als Geld? Führte das nicht das gesamte Recht ad absurdum?" Mit diesem treffenden Denkanstoß, der auch nach dem Lesen noch im Kopf bleibt, enden der Krimi und auch meine Buchbesprechung. Der Autor hat hier ein super Gesamtpaket geschnürt. Man wird atmosphärisch gekonnt in die Zeit versetzt und mit einer grandiosen Figurenzeichnung und einer gelungenen Prise Humor perfekt und zunehmend spannend unterhalten. Fünf Sterne sind hier auf jeden Fall verdient.
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