Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch vorher wirklich nirgendwo gesehen habt und es euch dann komplett umhaut?
Genau so ging es mir hier.
Als Erstes ist mir dieses wunderschöne Cover ins Auge gefallen. Ich fand es einfach richtig schön und musste dann natürlich den Klappentext lesen. Und da dachte ich schon: Oh wow, das hört sich echt richtig gut an. Dass es mich am Ende sogar so begeistern würde, hätte ich aber trotzdem nicht erwartet.
Es ist ein True-Fiction-Roman. Die Geschichte basiert also auf einer wahren Begebenheit, wurde aber als Roman erzählt.
Mich hatte die Geschichte wirklich ab der ersten Seite. Tine Nell schreibt so flüssig, so einfühlsam und nahbar, dass ich komplett in Hannas Geschichte versunken bin.
Erzählt wird das Ganze aus zwei Perspektiven, aus Hannas und Noahs Sicht. Das mochte ich total gerne, weil man beide Figuren richtig gut kennenlernt und nach und nach erfährt, was sie aus ihrer Vergangenheit mit sich herumtragen. Beide haben ihr eigenes Päckchen zu tragen und wissen anfangs überhaupt nicht, wie groß das des anderen eigentlich ist.
Vor allem Hanna hat mich unglaublich berührt.
Sie kommt aus einer kleinen, streng religiösen Gemeinde, in der jeder einzelne Schritt kontrolliert wurde, und zieht für ihr Studium nach München. Plötzlich ist da diese riesige neue Welt. Dinge, die für uns völlig normal sind, muss sie erst kennenlernen. Freundschaften schließen. Selbst Entscheidungen treffen. Einfach leben.
Ihre Freundschaft zu Julia habe ich so geliebt. Zwischen den beiden hat man von Anfang an einfach gute Vibes gespürt. Julia gibt Hanna den Raum, den sie braucht, ohne sie zu drängen, und genau das hat sich einfach richtig angefühlt.
Und dann kommt Noah...
Ich liebe ja eine gute Slow-Burn-Romance und genau das bekommt man hier. Zwischen den beiden entwickelt sich alles ganz langsam. Keine übertriebene Dramatik, sondern ganz viel Verständnis, Geduld und Empathie. Noah gibt Hanna die Zeit, die sie braucht, und gewinnt ihr Vertrauen Stück für Stück. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, die Entwicklung der beiden mitzuerleben.
Aber wisst ihr, was für mich eigentlich das Schönste an diesem Buch war?
Hanna.
Ihre Entwicklung.
Zu sehen, wie sie sich langsam aus den Fesseln ihrer Vergangenheit löst, anfängt, eigene Entscheidungen zu treffen um sich selbst zu finden... das war einfach unglaublich schön zu lesen. Für mich könnte dieses Buch auch einfach Hannas Befreiungsschlag heißen.
Ich bin wirklich durchweg begeistert. So ein Thema habe ich vorher tatsächlich noch nie in einem Roman gelesen und Tine Nell hat es mit unglaublich viel Feingefühl umgesetzt.
Das ist eines dieser Bücher, bei denen man die letzte Seite zuschlägt und trotzdem noch lange an die Geschichte denkt.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.