Geteilte Träume

Eine deutsche Familiengeschichte. Roman. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 3. Aufl. 2021. Großformatiges…
Buch (kartoniert)
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Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West - ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen


Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Geteilte Träume
Autor/en: Ulla Mothes

ISBN: 3785727291
EAN: 9783785727294
Eine deutsche Familiengeschichte. Roman.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
3. Aufl. 2021.
Großformatiges Paperback. Klappenbroschur.
Lübbe

26. Februar 2021 - kartoniert - 444 Seiten

Beschreibung

Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West - ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen


Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden?


Ulla Mothes wirft in ihrem Debütroman einen intimen Blick auf die unterschiedlichen Facetten des Lebens in der DDR - respektvoll und authentisch.


Trailer

Portrait

Ulla Mothes, geb. 1964, wuchs in der Mark Brandenburg und in Ostberlin auf. Als Studentin stellte sie einen Ausreiseantrag, weil sie nicht wollte, dass ihre Kinder mit einem Maulkorb aufwachsen müssen. Es folgten Exmatrikulation, Arbeit als Garderobenfrau, Ausreise 1986. Heute lebt sie als Lektorin, Autorin und Schreibcoach in Berlin. Ihre zwei erwachsenen Kinder dürfen noch immer sagen, was sie wollen.

Bewertungen unserer Kunden15
Eine interessante Geschichte zur DDR und was Familie ist
von Anonym - 09.07.2021
Das Cover passt zur Geschichte. Ich war sehr gespannt, da mich Geschichten im Jahre der DDR bisher noch nie so mitreißen  konnten, ob es diese konnte. Und ja, sie konnte es und ich habe einen guten Einblick in die Thematik bekommen. Der Einstieg in die Geschichte gefiel mir gut. Ich war überrascht, wie die Geschichte von Ingke erzählt wird, da ich es mir anders vorgestellt habe, wie die Story aufgebaut ist. Ingke wird von Person zu Person (Familienmitglieder) geschickt die ihre Geschichte von damals erzählen und die Ingke zeigen soll,  was Familie ist, da sie adoptiert wurde und es gerade erst herausgefunden hatte durch einen Zufall. Sie zweifelt mit sich, wer sie überhaupt ist und wer überhaupt ihre wahre Familie ist bzw. was Familie ist. Manche ihrer Familienmitglieder kennen Personen ihrer leiblichen Familie. Die Zusammenhänge der einzelnen Geschichten fand ich sehr faszinierend. Nur manche Stellen, die ich nicht so spannend fand, kam ich nur schleppend voran. Aber manche Geschichten waren auch packend und haben mich zum Weiterlesen motiviert. Zum Ende hin waren die Seiten auch nur so verflogen und ich wollte unbedingtwissen wie es ausgeht.
Kindheit in der DDR
von Buecherseele79 - 08.06.2021
1992 erfährt Ingke dass sie adoptiert wurde. Natürlich ist sie enttäuscht weil ihr viel verschwiegen wird und die Eltern bekannt sind. Aber warum wurde Ingke damals weggegeben? Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer eigenen Familie. Diese Ungewissheit, diese Schwebe, dieses Im -Niemandsland- Leben, während ein Ausreiseantrag läuft, jahrelang. Wenn alle wissen, dass du gehst, dann gehörst du nicht mehr dazu. Du bist noch da, bist aber in den Augen der anderen eigentlich schon weg. Du bist eine lebende Tote. (Seite 65) Auf das Buch hatte ich mich sehr gefreut. Und leider konnte mich das Buch nicht wirklich packen oder begeistern. Der Schreibstil ist schon sehr anstrengend. Ich habe zu Beginn soviel Namen im die Ohren geschlagen bekommen das ich nur noch durcheinander gekommen bin. Ein Stammbaum gibt es zum Ende des Buches aber trotz vielem nachsehen hat es nicht ganz geklappt. Ingke möchte wissen wer ihre leiblichen Eltern sind. Ingke war mir zu blass und unscheinbar, sie ging fast unter bei dieser Flut von anderen Personen. Es hat mich aufgeregt dass Ingke ihre ganze Familie ablaufen musste um mehr zu erfahren. Dabei erzählt noch jeder seine eigene Geschichte und so ganz im Zusammenhang stand es einfach nicht. Die weiteren Protagonisten waren ebenso platt. Was mich zudem störte war diese Fragmente zu den Zuständen der DDR. Es wird von Landwirtschaft, Stasi, das Gute und Böse geredet, viele Ansichten und Meinungen prasseln auf den Leser ein aber es war mir zu stark aus dem Kontext gerissen. Es gab keine rote Linie die mich überzeugen konnte. Hier hätte ich mir einfach ein bündiges Konzept gewünscht wo viele Facetten beleuchtet werden, es genaueren Einblick hinter die Kulissen der DDR gibt. In meinen Augen hätten hier die Protagonisten besser eingebunden werden können. Die Ansichten von Ingke gehen hingegen fast komplett unter. Sicherlich gab es auch interessante Abschnitte die mich mitnehmen konnten. Aber das wiegt nun mal nicht auf. Für Menschen die sich für die Geschichte der DDR um größeren Umfang interessieren - sie werden hier nicht auf ihre Kosten kommen.
Konnte mich leider nicht fesseln
von Jasika - 29.05.2021
Zum Inhalt (übernommen): Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden? Meine Meinung: Ich lese sehr gerne Romane, die sich mit der jüngsten Geschichte Deutschlands befassen. Daher war ich sehr gespannt auf den Roman, der mich leider nicht fesseln konnte. Ingke erfährt, dass sie adoptiert wurde und möchte wissen wer ihre leiblichen Eltern sind, was damals genau geschehen ist und was aus ihnen geworden ist. Die Erzählweise ist ungewöhnlich und hat für mich dazu beigetragen, dass ich mich nicht in Ingke einfühlen konnte. Sie wird letztlich von einem Familienmitglied zum nächsten geschickt und jeder erzählt die eigene Lebensgeschichte. Das ist zwar interessant und man bekommt durchaus einen guten Einblick in die damalige DDR, aber auch sehr langatmig mit vielen Details, die die Geschichte nicht voran bringen. Es waren einfach zu viele Charaktere, wodurch man leicht den Überblick verlieren kann. Fazit: Spannendes Thema, aber der Fokus auf weniger Charaktere und mehr Emotionen hätte dem Roman besser zu Gesicht gestanden.
von Anonym - 19.05.2021
Die Mutter von Ingke, die mitten im Abitur steht, ist schwer erkrankt und braucht eine Stammzellenspende. Ihre Eltern lehnen sie als Spender ab. Das ist der jungen Frau nicht recht und so lässt sie sich testen. Dann der Schock. Sie wurde adoptiert und weis nichts über ihre Abstammung. Der Schauplatz des Romans von Ulla Mothes ist größtenteils die ehemalige DDR. Es hat ein schönes Cover, das eine scheinbar glückliche junge Familie darstellt. Doch der Schein trügt. Die Handlung spielt auf verschiedenen Zeitebenen und macht oft große Sprünge. Ingke wuchs behütet und beschützt auf. Jetzt zerfällt ihr bisheriges Leben wie ein Kartenhaus. Sie reagiert total verstört, was auch kein Wunder ist, da sie sich hintergangen fühlt. Diese plötzliche Wahrheit, ist für sie ein Hammer. Sie reagiert durch fort laufen. Aber wer sind ihre Adoptiveltern wirklich und wer sind ihre Eltern? Sie möchte Klarheit über ihre Herkunft und begibt sich auf Spurensuche. Dieser Weg wird recht abenteuerlich und vielmals undurchsichtig. Man schickt die junge Frau kreuz und quer zu allen Verwandten. Diese erzählen ihr, warum, wieso, weshalb sie mit ihrem Leben nicht zufrieden sind und wie sehr sie in der DDR litten. So begegnen uns im Buch viele unterschiedliche Charaktere mit ihren Familiengeschichten. Diese haben gemeinsam, das alle nur möglichen Schikanen des DDR Regimes genau an diesen Personen begangen wurden. Meiner Meinung nach zu viele Personen mit zu vielen negativen Geschichten in geballter Ladung. Dadurch ist kein wirklicher roter Faden im Buch. Die Handlung springt hin und her. Am Ende des Buches gibt es einen Stammbaum. Durch die vielen Personen ist er hilfreich aber leider nicht so gut platziert. Meine Erwartungen an das Buch, wurden leider nicht erfüllt. Ich wollte wissen, wie es Ingke erging, wie sie fühlte und was sie nach all den Eröffnungen dachte. Sie wird leider nur oberflächlich dargestellt. Was sie nach all den Einblicken in drei Generationen für sich empfindet, fehlt mir. Sie war stark verletzt. Wie verkraftet das ihre junge Seele? Eigentlich ist sie die Hauptprotagonistin aber sie verliert sich in den vielen Erzählungen aus der Vergangenheit. Ich hätte gern mehr über sie und die Gegenwart in der sie lebt, erfahren. Was mir nicht gefiel und das ganze Buch nicht gerade zur Glaubwürdigkeit verhilft, es wurden nur negative Dinge aus der DDR beschrieben. Sehr subjektiv und nicht authentisch. 16 Millionen DDR Bürger waren zwar mit vielen Dingen in ihrem Staate nicht einverstanden aber wäre alles so schlecht gewesen, hätte die DDR nicht 40 Jahre überlebt. Auch ich habe die ersten 36 Jahre meines Lebens in der DDR verbracht und nie an Flucht gedacht. Das, obwohl ich schon zu Schulzeiten gebrandmarkt war. Man hat sich arrangiert, wie es so schön heißt. Auch in der BRD gibt es mehr Schein als Sein. Eine Leseempfehlung möchte ich nicht geben.
Eine junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln...
von Eva G. von Evas Lesezeit - 30.04.2021
Berlin 1992: Die 18-jährige Ingke steht kurz vor dem Abitur, weiß aber noch nicht, was sie nach dem Schulabschluss machen möchte. Gerade ist sie auch sehr besorgt, denn ihre Mutter Maren hat Leukämie und braucht dringend eine Knochenmarkstransplantation. Deshalb hat Ingke auch ohne zu zögern einen Test machen lassen, ob sie als Spenderin in Frage kommt. Doch die Probe ist komplett inkompatibel, warum, erklärt ihr ihr Vater Kelle erst nach langem zögern. Denn sie ist adoptiert, da ihre Mutter keine Kinder bekommen kann. Ingke ist so verletzt, dass sie so schnell wie möglich verschwindet und sich vornimmt, dass sie endlich wissen will, was damals passiert ist und wer ihre leibliche Mutter ist. So begibt sich die junge Frau auf Spurensuche in ihrer Familie und lüftet so manches gut gehütete Familiengeheimnis, was nicht immer leicht zu verkraften ist. Ulla Mothes hat in diesem Buch einige dunkle Kapitel aus der deutschen Geschichte aufgearbeitet. Denn da ist nicht nur die Zwangsadoption, sondern auch das Denunziantentum der DDR, die Republikflucht und noch viele weitere lange Zeit verschwiegene Themen aus der damaligen Zeit. Die Sprache passt perfekt zum Inhalt, denn sie enthält viele Emotionen und transportiert diese auch sehr gut zum Leser, ist aber trotzdem an einigen Stellen sehr sachlich und man merkt, dass sie Autorin sehr gut recherchiert hat und mit vielen Fakten aufwarten kann. Dieser Roman hat es wirklich in sich, denn er greift sehr viele Themen auf, die gar nicht so einfach zu verkraften sind. Mir hat der Aufbau sofort zugesagt, denn die Abwechslung zwischen den Zeitebenen und den verschiedenen erzählenden Personen ist abwechslungsreich und hat mich gefesselt.
Geschichte einer Zwangsadoption
von Siglinde Haas - 18.04.2021
Ingke wächst behütet und glücklich bei ihren Eltern in der DDR auf. Kurz vor ihrem Abitur erfährt sie, dass sie adoptiert wurde. Eine Welt bricht für sie zusammen. Nun will sie ihre richtige Mutter, die im Westen lebt, kennenlernen. Will wissen, was damals passiert ist, Sie frägt die verschiedenen Familienmitglieder nach ihren Erinnerungen, aus denen sich ein Bild der damaligen Ereignissen ergibt. Das Buch hat mich sehr betroffen gemacht. Natürlich hatte ich schon von Zwangsadoptionen und den Bespitzelungen durch die Stasi gehört. Ich habe es auch als großes Unrecht empfunden. Doch es waren eher abstrakte Begriffe für mich. Die Autorin hat es geschafft, diese Begriffe mit Leben und Emotionen zu erfüllen. Ich konnte Ingkes Wut und Hilflosigkeit gut verstehen, als sie erfährt, dass ihre vermeintlichen Eltern, sie belogen haben. Wie konnten sie in Ingkes Augen so herzlos sein und sie ihrer wahren Mutter weg nehmen ? Dann beginnt Ingke nachzufragen. Sie will verstehen, wie all das passieren konnte. Und so wie Ingke erkennt, dass es kein schwarz-weiß gibt, habe auch ich dazu gelernt. Für mich war es unvorstellbar, wie leicht man in den Blickfang der Stasi geraten konnte. Ingkes Adoptivmutter wird als Jugendliche rekrutiert, in dem man ihr mit massiven Nachteilen für ihre Eltern droht. Sie soll ihren Bekanntenkreis ausspähen. ich kann nur erahnen, was für eine seelische Belastungdas bedeutet haben muss. Genauso schockierend fand ich das Prinzip der Sippenhaft. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist Ingkes richtige Oma. Die Kinder ihren Eltern wegzunehmen war sicher Unrecht. aber die neuen Eltern waren keine Monster. Sie haben ihre Kinder geliebt. Nach der Wende muss das für die betroffenen Familien dramatisch gewesen sein. Auch das wird im Buch gut heraus gearbeitet - die Verletzungen, Hoffnungen und Ängste auf beiden Seiten. Trotz des wichtigen und belastenden Themas liest sich der Roman sehr unterhaltsam. Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung, weil es ein schwieriges Kapitel der DDR unterhaltsam aufbereitet und Verständnis für alle Beteiligten weckt.
Eine Spannende Deutsch-Deutsche Familiengeschichte
von kinderbuch_abenteuer - 14.04.2021
Auf dieses Buch war ich ganz besonders gespannt, da ich selber in der DDR geboren bin, zwar kurz vor dem Mauerfall, aber meine Eltern und Großeltern haben ja trotzdem immer mal wieder was dazu erzählt. Aber nun von Anfang an. Worum gehts? Ingke¿s Mutti Maren ist an Krebs erkrankt und braucht einen Stammzellenspender, als Tochter lässt sich die 17 jährige natürlich Testen und erfährt da, dass sie gar nicht die leibliche Tochter ist und so beginnt die Suche nach den leiblichen Eltern. Ingke hat natürlich viele Fragen und macht sich bei ihrer vermeintlichen Familie auf Spurensuche, stösst auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie und erfährt, dass sie seit einem Fluchtversuch ihrer echten Mama nicht mehr bei ihr ist. Wie dieser Fluchtversuch aussah, was Ingke seit Kindertagen für einen Alptraum hat und wie sie damals zu ihren Eltern gekommen ist, lest ihr besser selbst. Der Klappentext und das Cover hat mich zunächst sehr angesprochen. Am Anfang des Buches habe ich mich aber zunächst etwas schwer getan, um in die Geschichte richtig rein zu kommen, es ging um viele Onkels, Omas und andere Familienmitglieder, was für mich sehr irritierend war und ich immer wieder nachschauen musste wer jetzt in welcher Verbindung zu wem stand. Aber das dranbleiben hat sich gelohnt, nach ca. 1/3 des Buches hat mich die Autorin komplett gehabt und es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. An dieser Stelle habe ich auch festgestellt, dass hinten ein Stammbaum drin ist und so die Verbindungen untereinander auch zu Beginn schon leichter zu verstehen gewesen wären. Der Stil, in dem das Buch geschrieben worden ist war etwas aussergewöhnlich, da es nicht immer nur um Ingke ging , sondern eben auch um die Geschichte anderer Familienmitglieder, es gab Zeitsprünge, aber es wurde immer so geschrieben als ob es gerade erst geschehen ist. Das hat mir sehr gut gefallen. Fazit: Eine spannende deutsch-deutsche Geschichte, die die Autorin sehr gut recherchiert hat und auch die eigenen Erfahrungen einbauen konnte. `Ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen¿ steht auf der Rückseite und das trifft auch genauso zu.
Eine verstrickte Familiengeschichte
von KerstinT - 10.04.2021
1992: Ingkes Mutter hat Leukämie, als Ingke sich gegen den Willen ihrer Eltern für eine Knochenmarkspende testen lässt, erfährt sie, dass ihre Eltern nicht ihre leiblichen Eltern sind. Ingke wurde innerhalb der DDR adoptiert. Ein Schock für sie. Wo kommt sie wirklich her, wer sind ihre Eltern? Der Anfang war sehr wirr, da es sehr viele Handlungsstränge gab. Es gab viele Zeitsprünge und zwischen den Protagonisten sprang es auch hin und her. Ab dem zweiten Drittel wurde es zum Glück übersichtlicher und so auch fesselnd. Sehr anschaulich werden die Geschichten von Ingkes Eltern und ihrer leiblichen Mutter erzählt. Als roter Faden dient Ingke, die in der Gegenwart mit den unterschiedlichen Personen redet. In diesem Roman sind wahrscheinlich alle schlechten Seiten der DDR aufgezählt. Die guten Dinge, gehen etwas unter. Hätten aber auch gar nicht zur Handlung gepasst. Es sollte nun mal eine erschütternde Familiengeschichte sein. Es ist immer wieder erschreckend zu lesen, was Menschen - wohlgemerkt in Deutschland - passierte, wenn sie das Land verlassen wollten. Einige der Protagonisten waren im Gefängnis, im Buch erhalten wir zum Beispiel Einblicke in das Frauengefängnis Hoheneck. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich fand es gut gemacht, dass eine Vergangenheitsgeschichte in der Gegenwart als Gespräch mit Ingke beginnt und der Leser dann mit genommen wird in die Vergangenheit. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn mir die Charaktere recht fremd blieben und ich keine Verbindung zu ihnen aufgebaut habe. Zum Teil waren sie mir sogar recht unsympathisch. Das Ende war etwas merkwürdig, genauer kann ich es leider nicht formulieren, sonst würde ich spoilern. Aufgrund der Startschwierigkeiten vergebe ich vier von fünf Sterne.
Hätte mir mehr Authentizität und Emotionalität gewünscht!
von Lia48 - 06.04.2021
INHALT: Berlin, 1992: Ingke, die in Ost-Berlin aufgewachsen ist, erfährt durch einen Zufall, dass sie als Baby während DDR-Zeiten adoptiert wurde. Die junge Frau, die gerade ihr Abitur macht, fällt aus allen Wolken. Warum hat ihr niemand Bescheid gesagt? Und wer sind ihre leiblichen Eltern? Nach und nach erfährt Ingke, dass ihre leibliche Mutter - Petra Schröder - damals bei einem Fluchtversuch erwischt wurde und ins Gefängnis kam. Sie selbst wurde daraufhin in ein Heim gegeben. Je weiter Ingke nachforscht, desto mehr bekommt sie das Gefühl, sich zwischen den Menschen, die sie gerne hat, entscheiden zu müssen. MEINUNG: Der Gegenwartsstrang spielt 1992, als Ingke von ihrer Adoption erfährt. Daraufhin spricht sie mit den verschiedensten Leuten aus ihrer Umgebung. Als Leser*in lernt man so langsam die Protagonistin besser kennen, erhält durch unterschiedliche Perspektiven und Zeiten aber auch zahlreiche kurze Einblicke in die damalige Situation und wie es Petra und den Familien ergangen ist. Ich muss zugeben, dass es auf mich leider weniger authentisch wirkte: Eine junge Frau erfährt, dass sie adoptiert wurde. Doch statt, dass die Menschen, die ihr nahe stehen, ihr von ihren leiblichen Eltern erzählen, holt erst einmal jeder weit aus und teilt ihr seine eigene Geschichte von früher mit. An Ingkes Stelle wäre ich vermutlich an die Decke gegangen. Leider hatte ich dieses Gefühl beim Lesen auch. Als würde man mich hinhalten wollen, obwohl Ingke schon recht bald den Namen ihrer leiblichen Mutter weiß. Bei manchen wird dies vielleicht für Spannung sorgen, ich war von diesem Aufbau der Geschichte eher genervt. Einzelne Erzählstränge waren nicht uninteressant. Doch sie waren mir zu kurz und die Perspektivwechsel waren mir zu viele, sodass ich mich nicht richtig auf das Buch einlassen konnte. Zudem wirkte das Verhalten mancher Figuren auf mich nicht immer authentisch. Manche Entwicklungen gingen mir hier zu schnell vonstatten. Petras Figur dagegen fand ich interessant und schön ausgearbeitet. Ich mochte, dass man anhand ihrer Situation einen guten Einblick bekommt, was es zu DDR-Zeiten hieß, alleinerziehend zu sein. Die ersten 2/3 des Buches bin ich kaum mit den Figuren warm geworden. Obwohl das Thema so viel Potenzial bietet, um einen emotional abzuholen, wollte dies bei mir leider nicht gelingen. Erst im letzten Drittel, als weniger Wechsel in Perspektive und Zeit stattfanden, habe ich die restlichen Zeilen mit Interesse verfolgt. Das Ende war mir dann aber zu glatt. FAZIT: Inhaltlich hätte es eine interessante Geschichte werden können, doch die Umsetzung war nichts für mich. Insgesamt blieben mir die Figuren zu fern, ich hätte mir mehr Authentizität und Emotionalität gewünscht. 2,5-3/5 Sterne. TRIGGERWARNUNG: Enthält eine Szene mit sexuellem Missbrauch.
Ost und West
von Anonym - 05.04.2021
Im Jahr 1992 ist Ingke gerade einmal 18 Jahre. Es ist kurz nach der Wende. Aufgewachsen ist Ingke in Ost-Berlin. Durch einen Zufall erfährt sie, dass sie adoptiert ist. Eine Welt stürzt für sie zusammen, denn sie fühlt sich betrogen. Aber sie ist auch neugierig und möchte ihre Mutter und ihre "andere" Familie kennenlernen. Doch hinter der Geschichte ihrer Mutter tun sich Abgründe einer schrecklichen Tragödie auf. Ausgelöst durch großes Unrecht, dass ihr und ihren Eltern in der DDR widerfahren ist. In jeder Zeile spürt man die Liebe der Autorin zu ihren Protagonisten. Sie zeichnet die Charaktere lebensecht, mit viel Feingefühl. Mir hat besonders gut gefallen, dass es hier kein klares Gut und Böse gibt. Alle sind Menschen mit ihren Starken, Schwächen, Fehlern, Ängsten und Träumen. Jede Handlung ist nachvollziehbar und auf ihre Weise verständlich. Durch diese Nähe zu den Protagonisten, bekommt man einen guten Einblick in das Leben in der DDR mit einer aufgezwungenen Gesellschaftsform, mit der nicht jeder sympathisieren konnte. Menschen die Willkür und Unrecht ausgesetzt waren. Und jeder der es selber erlebt hat, kann nach der Lektüre dieses Buches nur sagen: Ja so war das! Mich hat es unglaublich berührt und gefesselt. Selbst Kind der Wendezeit habe ich mich schon gleich auf den ersten Seiten zu Hause gefühlt. Aber neben der Freude über dieses Gefühl, war da auch die Beklemmung, und damit ein weiteres Gefühl von damals. Und ich habe mich wieder daran erinnert wie es war durch eine Mauer getrennt von einem großen Teil der Familie zu sein. Wenige Kilometer entfernt führten sie ein völlig anderes Leben als wir. Wir waren uns räumlich so nahe und wurden doch immer mehr entfremdet. Und genau diesen Umstand schafft es Ulla Mothes einzufangen und zu skizzieren. Und so wird aus einem Gefühl, geschriebenes Wort, dass einen tief berührt.
Eine deutschdeutsche Familiengeschichte
von nati51 - 30.03.2021
Beerenhain war der Name des Gutes von dem ihre Familie stammte, aber erst jetzt mit 18 Jahren erfährt Ingke, dass ihr Familienname Schröder lautet. Als ihre Mutter Maren Beerenhain an Leukämie erkrankt und dringend eine Stammzellenspende benötigt, lässt sich Ingke gegen den Willen ihrer Eltern testen. Sie fällt aus allen Wolken, als sie erfährt, dass es keine Übereinstimmung gibt. Mit dieser Tatsache konfrontiert, erzählt ihr Vater Kelle, dass sie adoptiert wurde und ihre leibliche Mutter Petra Schröder ist. Petra hat einen Fluchtversuch unternommen und wurde erwischt. Sie kam ins Gefängnis und ihre kleine Tochter Ingke in ein Heim. Ingke wollte mehr über ihre Herkunftsfamilie wissen und macht sich auf die Suche. Gleichzeitig begleitet sie die Angst, dass sie die Menschen, die sie für ihre Familie hielt, verlieren würde. Muss sie sich wirklich entscheiden? Das Buch spielt überwiegend im Jahr 1992, in dem Ingke erfährt, dass sie adoptiert worden ist. Sie spricht mit verschiedenen Personen, um mehr über das Schicksal und Leben ihrer Mutter Petra zu erfahren. Durch die Rückblenden und Perspektivwechsel können sich nicht nur Ingke, sondern auch die Leser ein Bild der damaligen Situation machen. Man bekommt Einblicke in die Familien und deren Schicksale. Zu Beginn war ich etwas verunsichert, um die Geschichten mit den unterschiedlichen Personen richtig einzuordnen. Irgendwann bin ich dann auf den Stammbaum am Ende gestoßen, der mir dann doch sehr geholfen hat, um die Personen auch vom Alter her richtig einzuordnen. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn diese Informationen gleich zu Beginn aufgeführt wären. Der Schreibstil von Ulla Mothes ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Auch das Gut Beerenhain wird sehr bildhaft beschrieben, so dass ich es mir sehr gut vorstellen konnte. Die handelnden Personen waren sehr gut ausgewählt, wobei sie bei ihren Erzählungen manchmal etwas distanziert wirkten, hier hätte ich mir tiefergehende Emotionen gewünscht. Wer sich für deutschdeutsche Geschichte interessiert, sollte dieses Buch lesen.
Ein Familienroman, der zur Zeit der deutschen Teilung erzählt
von Wencke - 27.03.2021
In diesem Familienroman geht es in der Hauptrolle um Ingke, die in der DDR groß geworden ist. Es ist das Jahr 1992 und Ingke macht gerade ihr Abitur. Sie wächst in einer liebevollen Familie auf, ihre Eltern sind Ärzte. Durch einen dummen Zufall erfährt sie (leider nicht von ihren Eltern), dass sie adoptiert wurde. Durch viele Gespräche, die sie mit verschiedenen Familienangehörigen führt, erfährt Ingke nach und nach, was alles geschehen ist. Zunächst möchte ich erwähnen, wie toll ich das Format des Buches finde: perfekt für viele schöne Lesemomente. Ein Stammbaum am Ende des Buches hilft, die vielen unterschiedlichen Personen gut zuordnen zu können. Der Schreibstil liest sich locker und leicht, da dieser Roman zu unterschiedlichen Zeiten erzählt, ist es sehr hilfreich, dass über jedem Kapitel der Ort und das Jahr geschrieben steht. Was mich etwas gestört hat, dass es am Anfang des Buches schon sehr viele Personen waren, von denen wir die Besonderheiten in deren Leben erfahren haben, der rote Faden fehlte mir dort noch. Aber nach dem ersten Drittel des Buches war der rote Faden dann gefunden. Was mich bei diesem Roman sehr bewegt hat, ist es zu lesen, wie speziell das Leben in der DDR doch war. Ich selber hatte selber keinen direkten Bezug zur DDR, somit fand ich die detailierten Ausführungen dazu sehr gut. Insgesamt ein lesenswerter Roman.
Die DDR und ihre Folgen, spannend, informativ und bewegend
von barbara kenner - 27.03.2021
Ein Buch, dass mich mitgenommen hat und zum Denken angeregt. Ulla Mothes hat mit diesem Buch einen großen Bogen geschlagen von der Nachkriegszeit bis 1992. Zwei Familien die sich ein Kind teilen durch eine unfreiwillige Adoption. Ingke erfährt kurz vor ihrem Abitur, dass sie adoptiert wurde. Und macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Sie spricht mit Verwandten und Beteiligten und langsam breitet sich das Bild ihrer Adoption aus. Dabei entstehen zwei grundverschiedene Familienbilder, die einen, die hadern, die etwas verbessern wollen in diesem Staat, den sie mindestens anfangs auch als große Chance begreifen, die dann scheitern an einem System, dass die Angst als Handlungsmaxime übernommen hat. Die anderen, die in diesem System ihren Weg finden, auch mal anecken, aber prinzipiell ganz gut damit zurechtkommen und sich auch ihren Idealismus mindestens teilweise bewahrt haben. Das beschriebene Spitzelsystem, in dem einzelne Personen viel zu viel Macht hatten ohne Korrektive ist wieder einmal sehr erschreckend. Spannend finde ich den Zusammenhang, den dieses System sogar unter den Gefangenen erzeugt hat, die sich gegenseitig halfen, über schwierige Erlebnisse hinwegzukommen. Wunderbar fließt der ruhige Erzählstrang, der Stil ist eher trocken, sachlich, manchmal fast zu distanziert, aber gerade das verleiht den schrecklichen Geschehnissen, die teilweise erzählt werden eine ganz deutliche Schärfe. Besonders gut finde ich auch, dass die Erzähler:innen - und das sind viele - allesamt eher gut im Leben stehen, mit ihren Problemen umgehen und ihren Weg finden. Es ist ein versöhnliches Buch, das Ulla Mothes geschrieben hat, ein Buch, das unbedingt gelesen werden sollte und das durch seine Versöhnlichkeit es auch einfacher macht, diese Geschichte zu begreifen.
von Anonym - 21.03.2021
"Auch wenn meine Kinderwelt zusammengebrochen ist, [...] meine Erwachsenenwelt muss ich mir sowieso selbst aufbauen, und die gehört mir allein." Kurz vor dem Abitur erfährt Ingke - Hauptprotagonistin in "Geteilte Träume" von Ulla Mothes - dass sie adoptiert ist. Damit verliert sie abrupt ihre kindliche Unbefangenheit und weiß zunächst nicht mehr so recht, wer sie ist und wem sie noch trauen kann. Um wieder zu sich selbst zu finden, begibt sie sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Diese Handlung ist nicht gänzlich neu und wurde schon in einige Romanen aufgegriffen. Was diesen Roman jedoch besonders macht, ist die zugrundeliegende Geschichte des geteilten Deutschlands. Denn Ingke ist im Osten geboren und nach der Adoption im Westen aufgewachsen. Und so erfährt man beim Lesen nicht nur Ingkes Geschichte und die ihrer beiden Familien - der leiblichen und der Adoptiv-Familie - sondern auch einiges über das Leben in den beiden Teilen Deutschlands. Diese Einblicke habe ich als sehr interessant empfunden, da ich selber keinerlei eigene Eindrücke habe und auch in der Schule nicht viel über diese Zeit Deutschlands vermittelt wird. An so mancher Stelle hat es mich ungläubig mit dem Kopf schütteln lassen und mich sprachlos gemacht, was damals insbesondere in der DDR mit den dort lebenden Menschen gemacht wurde. Wenn man nicht gänzlich angepasst war oder das Glück hatte nicht aufzufallen, musste man doch einjges in Kauf nehmen. Wie traurig, sich zwischen Familie und Liebe, Freiheit und Selbstaufgabe, entscheiden und stets Repressalien fürchten zu müssen. Eine Zeit, die es so nie wieder geben darf! Der Erzählstil der Autorin war für mich anfangs eher gewöhnungsbedürftig. Ingke wird bei ihrer Suche nach Antworten von Person zu Person und von Geschichte zu Geschichte geschickt. Niemand erzählt ihr einfach direkt, was für sie so wichtig zu erfahren ist. Stattdessen werden Geschichten angedeutet und sie dann zum nächsten Familienmitglied geschickt, um sich diese dann von demjenigen erzählen zu lassen. "Geteilte Träume" von Ulla Mothes ist ein durchaus gelungener Debütroman mit leichten Schwächen, der spannende Einblicke in das Leben im geteilten Deutschland gibt. Insgesamt kann ich eine Leseempfehlung aussprechen, möchte jedoch gern deutlich machen, dass es eine eher sachlich und weniger emotional spannende Handlung gibt.
Stark subjektiv gefärbte Sichtweise
von Dreamworx - 21.03.2021
1992. Kurz vor ihrem Abitur erfährt die 18-jährige Ingke bei einer Stammzellenspende für ihre an Krebs erkrankte Mutter, dass ihre Eltern gar nicht ihre leiblichen sind. Maren und Kelle haben sie mit viel Liebe aufgezogen, sind jedoch nur ihre Adoptiveltern. Ingke fällt aus allen Wolken, reagiert wütend und verletzt. Von ihren Adoptiveltern erfährt sie, dass sie bereits als Baby in der ehemaligen DDR adoptiert wurde. Ingke setzt sich mit ihren Wurzeln auseinander und begibt sich auf Spurensuche nach ihren leiblichen Eltern, um Antworten auf ihre vielen Fragen zu bekommen¿ Ulla Mothes hat mit "Geteilte Träume" einen unterhaltsamen Roman vorgelegt, der sich mit einem Schicksal der jüngsten Vergangenheit deutsch-deutscher Geschichte befasst, welches stellvertretend für viele andere ähnliche Lebensläufe gilt. Der flüssige Schreibstil stellt den Leser als unsichtbaren Schatten an die Seite der jungen Ingke, die sich nicht nur auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern macht, um ihre Wurzeln kennenzulernen, sondern vor allem, um endlich die Wahrheit um die damaligen Umstände herauszufinden und Antworten zu bekommen. Die Autorin bedient sich neben Rückblenden auch einiger Perspektivwechsel, um einzelne Protagonisten aus der Verwandtschaft ihre Sichtweise der damaligen Ereignisse erzählen zu lassen. Sicherlich ist das kein ungewöhnliches Mittel, um die Handlung interessant zu machen, jedoch wird die Hauptprotagonistin dabei fast vollständig aus den Augen verloren. Hier hätte man sich mehr auf Ingke konzentrieren sollen, um die es eigentlich geht und die das Ganze ja angestoßen hat mit ihrer Suche. Die Autorin hat ihrer Geschichte die historischen Ereignisse nach dem Zweiten Weltkrieg und die Teilung Deutschlands unterlegt. Allerdings fehlt hier die gebührende Distanz, die Dinge objektiver darzustellen und nicht zu verallgemeinern. Menschen die in der damaligen DDR gelebt haben, werden einiges völlig anders empfunden haben, als es hier dargestellt wird. Der Geschichte fehlt es zudem sowohl an Spannung als auch an Gefühl, so dass der Leser sich eher wie ein ungeladener Gast fühlt, der in eine eingeschworene Runde hineinplatzt und lieber sofort wieder umdreht. An Charakteren mangelt es in diesem Buch wirklich nicht, jedoch sind sie meist eher oberflächlich gezeichnet. Ihnen fehlt es an Tiefe und Authentizität, um den Leser an sich zu binden und das Mitfiebern zu ermöglichen. Aus der Vielzahl von Protagonisten stechen vor allem Maren und Kelle heraus. Beide sind sehr liebevolle, fürsorgliche Menschen, die Ingke eine behütete Kindheit in einem geschützten Kokon geschenkt haben. Ingke selbst ist ein Teenager, der nicht nur mit der Krankheit ihrer Mutter überfordert ist, vor allem die plötzliche Offenbarung über ihre Adoption wirft sie aus der Bahn und lässt sie viele Dinge hinterfragen. Die Situation überfordert das Mädchen sichtlich, was Unsicherheit zur Folge hat. Die Schicksale der ganzen Verwandtschaft sind sicher bedauerlich und zum Teil sogar traumatisch, doch in dieser geballten Form wirkt manches einfach nur unglaubwürdig und überspitzt. Weniger wäre hier mehr gewesen. "Geteilte Träume" enthält eine schwierige Familiengeschichte in historischem Kontext, bei der die Hauptprotagonistin auf der Strecke bleibt. Wer einen Schreibstil mag, der mit dem erhobenen Zeigefinger doziert, ist hier bestimmt richtig. Über die angesprochene Thematik gibt es weitaus empathischere und fesselndere Bücher. Eingeschränkte Leseempfehlung, für zwischendurch geht es noch.
Tiefe Einblicke in die DDR
von Daniela - 21.03.2021
Voller Vorfreude habe ich zu "Geteilte Träume" gegriffen, denn die auf dem Klappentext bereits thematisierte Zwangsadoption klang nach einem sehr erschütternden Schicksal. Ulla Mothes machte es mir allerdings wahnsinnig schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Ich muss gestehen, dass ich sogar in Erwägung gezogen habe, das Buch auf die Seite zu legen. Gleich zu Beginn erfährt Protagonistin Ingke, ein junges Mädchen kurz vor dem Abitur, dass sie adoptiert ist. Sie beginnt Fragen zu stellen. Bei ihrer Odyssee wird sie von einem Verwandten zum nächsten geschickt und jeder hat einen Schwank anzubieten. Es sind tragische Erlebnisse, aus der DDR Zeit und auch aus dem Krieg, die Ingke hier erzählt werden, aber auf mich wirkte alles sehr verworren und zusammenhanglos. Die vielen Personen und Einzelschicksale überforderten mich und so waren die ersten 150 Seiten ein kleiner Kampf für mich. Nach dem ersten Drittel gewann die Handlung sehr viel an Struktur, der Fokus lag auf weniger Personen und die Kapitel werden länger. Was ich nicht mehr zu hoffen gewagt hatte, trat doch noch ein, "Geteilte Träume" packte mich und lies mich nicht mehr los. Ulla Mothes taucht sehr tief in die DDR ein, beleuchtet Themen, die ich in dieser Form noch nicht wusste und zeichnet ein erschreckendes Bild. Insbesondere die Schilderung über die gewünschte Berufstätigkeit der Frauen und die Tagesabläufe in der Wochenkrippe, in der Babys betreut wurden, ging mir sehr nahe. Es wird heute gerne verherrlicht, dass es dort keine Arbeitslosen gab, durch diesen Roman habe ich erfahren, dass die Bürger quasi gezwungen waren, eine Stelle anzunehmen, notfalls eine Zugeteilte. Es machte mich sehr betroffen zu lesen, wie die junge Petra von der Fürsorgestelle als asozial abgestempelt wurde, nur weil sie ihren Säugling selbst betreuen und nicht abgeben wollte. Häufig ist es in Romanen, die in der DDR spielen so, dass die Helden der Geschichte diejenigen sind, die schon immer gegen das Regime gekämpft haben. In "Geteilte Träume" ist dies grundsätzlich nicht der Fall. Ingkes Adoptivvater Kelle zum Beispiel vertritt auch nach der Wende noch viele Ansichten der DDR und findet es noch immer richtig, dass Ingkes Geburtsmutter das Sorgerecht verloren hat, nachdem sie wegen Republikflucht verhaftet wurde. Die Autorin bietet hier interessante und tiefgehende Einblicke in das Gedankengut mancher DDR Bürger und hilft dem Leser, sich die damalige Zeit besser vorzustellen. All das liegt noch gar nicht so lange zurück und trotzdem klingt es wie ein schlechter Alptraum. Ich bin froh, dass ich mich durch den Anfang des Romans gekämpft und durchgehalten habe denn insgesamt war dies wirklich ein sehr bewegendes Buch, welches einem die deutsche Geschichte näherbringt.
Facettenreiche Familiengeschichte aus der DDR
von laurina - 21.03.2021
Ingke 18 Jahre, kurz vor dem Abitur stehend, erfährt 1992 völlig unvorbereitet, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Sie fühlt sich von ihren Eltern hintergangen ebenso wie von den Menschen aus ihrem Umkreis, die davon wussten. Kopflos verlässt sie ihr Elternhaus und nimmt Kontakt zu ihrer geliebten Cousine Rosa auf. Nicht nur Rosa beginnt ihr Teile aus ihrem Leben zu erzählten, sondern nach und nach auch andere Familienmitglieder, Alle erzählen ein Teil aus ihrem Leben, der mit der besonderen Lebenssituation in der DDR verbunden ist. Auf der Suche nach ihren Eltern erfährt Ingke sehr viel über die Vergangenheit. Mich hat dieses Buch total gefesselt und obwohl eigentlich Ingke die Hauptfigur in der Geschichte ist, lag mein Augenmerk immer auf der Person, die gerade einen Teil ihrer Geschichte erzählte bzw. über die erzählt wurde. Ich habe sehr vieles über das Leben in der DDR erfahren, jedoch kann ich als jemand, der nie in der DDR war und im Westen ohne Ostkontakte aufgewachsen ist, nicht beurteilen, in wie weit die geschilderten Schicksale auf die Gesamtheit der Bevölkerung zutreffen. Was mir jedoch aufgefallen ist, dass die Menschen, die aus Ingkes Umfeld bzw. mit denen sie in Kontakt im Westen kommt, fast durchweg ein sehr gutes Auskommen haben, was auch im Westen auf weniger Menschen zutraf. Ingke die Hauptfigur des Buches war für mich nicht die Sympathieträgerin, was vielleicht daran liegt, dass ich altermäßig mich eher mit den Eltern von Ingke identifizieren kann und ich teilweise sehr geschockt war über den Ton, den Ingke gegenüber der schwerkranken Mutter sowie anderen Mitmenschen gegenüber anschlug. Mir fehlte es hier an Empathie ihrerseits. Nichts desto trotz hat mich diese Geschichte aufgrund der Vielfalt der Einblicke der Familie und der Schicksale absolut begeistert.. Am Ende des Buches findet sich versteckt ein Stammbaum, der sehr nützlich ist bezüglich des Alters und der Verbindungen der Erzählenden. Ich vergebe 5 Sterne!
Ganz gut
von Magdalena Möller - 17.03.2021
Auch wenn meine Kinderwelt zusammen gebrochen ist, dachte sie, meine Erwachsenenwelt muss ich mir sowieso selbst aufbauen, und die gehört mir allein. Ich hab vom Lübbe Verlag vor kurzem den Roman geteilte Träume von Ulla Mothes gelesen und will ihn euch heute vorstellen. Klappentext: Eine junge Frau zwischen zwei Familien, zwischen Ost und West - ein großer DDR-Familienroman um das Glück im Kleinen und Existenzkämpfe im Großen Berlin, 1992: Erst als junge Frau erfährt Ingke, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Geschichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem gescheiterten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leibliche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und geliebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden? Meine Meinung: Ich hab ja schon vor ein paar Wochen die Bücher Palais Heiligendamm und die vier Gezeiten vorgestellt und euch von meiner Liebe zu historischen Romanen erzählt. Da war ich dann gleich begeistert, als ich geteilte Träume auch noch erhalten habe. Aber leider hat es mich nicht so abgeholt, wie ich es mir gewünscht hab. Das liegt daran, dass ich erstens die Protagonistin Ingke nicht sympathisch fand und mir ihr Charakter irgendwie nicht gefallen hat. Sie hat ganz anders reagiert in Situationen, als ich das tun würde und war oft irgendwie dramatisch und gefühlt auch etwas anstrengend. Die Geschichten der anderen Charaktere fand ich spannend und das alles irgendwie zusammen gefunden hat. Otto mochte ich am liebsten und die Geschichte von Maren war am interessanten. Der Schreibstil war nicht so flüssig und es hat sich am Anfang auch ziemlich gezogen. Dafür war das Ende dann irgendwie so richtig schnell abgehandelt. Aber sonst fand ich es ganz gut zum Lesen, würde aber nicht eine hunderprozentige Leseempfehlung geben.
Interessante und glaubwürdige Einblicke in den DDR-Alltag und eine fesselnde Familiengeschichte...
von Bookworm26 - 17.03.2021
In der Familiensaga von Ulla Mothes, die am Ende des kalten Krieges und hauptsächlich im nördlichen Brandenburg und in Berlin spielt, geht es um die Teilung Deutschlands. Im Verlauf des Romans lernen wir viele verschiedene Personen, die alle glaubhaft und überzeugend gezeichnet werden, und damit auch viele verschiedene Schicksale kennen. Man muss sich zwar konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren, aber auf diese Weise erhält man ein breitgefächertes Bild. Wir lernen zunächst die 18-jährige Ingke kennen, die gerade (1992) ihr Abitur schreibt und behütet in einem Ärztehaushalt aufgewachsen ist. Als ihre Mutter Maren an Leukämie erkrankt, wird Ingke getestet. Kommt sie als Stammzellspenderin in Betracht? Als sie das Ergebnis erhält, beginnt der Boden unter ihren Füßen zu schwanken: Sie ist nicht das leibliche Kind von Maren und Kelle. Nun beginnt die Suche nach ihren Wurzeln. Beharrlich und ausdauernd befragt sie ihre Familie, stößt schließlich auf Familiengeheimnisse und erfährt DDR-Geschichte hautnah. Wir lesen Erschreckendes von der Bespitzelung durch Stasi-Mitarbeiter, von ihren Verhörmethoden und vom Verbot von Westkontakten. Wir erfahren aber auch von schönen Erinnerungen, wie z. B. die Weltfestspiele in Berlin auf dem Alexanderplatz. Die 1964 geborene Ulla Mothes weiß, wovon sie schreibt. Sie wuchs im nördlichen Brandenburg und in Berlin auf, wurde exmatrikuliert, als sie einen Ausreiseantrag stellte und arbeitete als Garderobenfrau, bis ihr 1986 schließlich die Ausreise gelang. Mit ihrem Debütroman ¿Geteilte Träume¿ hat sie ein vielseitiges, vielschichtiges, authentisches und respektvolles Bild der ehemaligen DDR gezeichnet. Sie beurteilt und wertet nicht, sondern die erzählt und beschreibt! Sie erzählt die Geschichte abwechslungsreich und spannend, sowie gleichermaßen realistisch und ungeschönt wie feinfühlig und einfühlsam. Ich fühlte mich gut unterhalten, bekam tiefe und interessante Einblicke in das Leben in der DDR und im Nachkriegsdeutschland. Ich empfehle den bewegenden Roman vor allen denjenigen, die gerne Familiengeschichten lesen und sich für das Leben in DDR-Zeiten interessieren.
Emotionsvoll
von begine - 14.03.2021
Die Schriftstellerin Ulla Mothes verwebt in ihrem Roman "Geteilte Gebiete" den Osten und den Westen Deutschlands. Es beginnt 1992, als 18jährige Inke erfährt, das sie adoptiert ist. Sie ist in der DDR aufgewachsen und ihrer Mutter Petra wurde wegen Republikflucht, die Erziehungsberechtigung aberkannt. Denn Inke will verstehen was Familie ist. Aus ihrer Adoptivfamilie erfährt sie von deren Schicksalen ab 1945. Die Autorin schafft es die Erlebnisse aller Beteiligter ganz gut zu beschreiben. Besonders kann man Inkes Emotionen nachvollziehen. Es wurden menschliche und politische Katastrophen liebevoll verwebt. Vielleicht ist das Ende etwas zu einfach, aber der Roman liest sich schön.
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