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Wohin die Dinge gehen

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In einer kleinen Stadt am Fluss begegnen sich zwei Geheimnisse, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Das eine handelt vom ewigen Leben, das andere vom endgültigen Tod. Selma ist sechzehn Jahre alt, als ihre Welt an einem tristen Samstagabend aus d … weiterlesen
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Wohin die Dinge gehen als eBook

Produktdetails

Titel: Wohin die Dinge gehen
Autor/en: Betti Anders

EAN: 9783827198662
Format:  EPUB
Niemeyer C.W. Buchverlage

19. August 2014 - epub eBook - 480 Seiten

Beschreibung

In einer kleinen Stadt am Fluss begegnen sich zwei Geheimnisse, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Das eine handelt vom ewigen Leben, das andere vom endgültigen Tod. Selma ist sechzehn Jahre alt, als ihre Welt an einem tristen Samstagabend aus den Fugen gerät. Alles beginnt mit einem unheimlichen Traum und mit dem Fremden auf der Kaimauer, der dafür sorgt, dass sie sich selbst nicht mehr wiedererkennt. Während Viktor erbittert darum kämpft, seinen Hunger zu beherrschen, entdeckt Selma ihre eigene, dunkle und wilde Seite. Ihr Leben verwandelt sich in einen Irrgarten aus Angst, Verlockung - und tödlicher Gefahr, denn die junge Frau besitzt eine Gabe, die sie in den Mittelpunkt einer grausamen Verschwörung rückt.

Portrait

Betti Anders, geboren und aufgewachsen in Hameln, entwickelte im Rahmen ihres Soziologie-Studiums an der Universität Bielefeld ein tiefes Interesse an der grundlegenden Beschaffenheit zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie beschäftigte sich intensiv mit erkenntnistheoretischen Ansätzen und der Funktionalität und Dysfunktionalität von Moral und Ethik. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie wieder in ihrer Heimatstadt, ist dreifache Mutter und genießt das Leben in der Provinz. Bei aller Düsternis ist ihr erstes Buch "Wohin die Dinge gehen" auch eine Hommage an die Stadt am Fluss und ihre eigene Jugendzeit in der Enge und Geborgenheit der Kleinstadt.

Leseprobe

3.


Die Beerdigung hatte ihr Einiges erspart: Sie versäumte drei volle Schultage und hatte so die Chance, sich erst einmal zu sortieren, bevor sie Lisa und Micha begegnete. Was am Wochenende geschehen war, erschien ihr so unwirklich, dass sie manchmal die leise Hoffnung beschlich, sie könnte alles nur geträumt haben. Sowohl der Tod ihrer Großmutter als auch die schrecklichen Minuten mit diesem Typen, dem sie völlig grundlos vertraut hatte, ließen das Scharmützel mit Lisa im Nachhinein wie einen Kindergeburtstag aussehen. Und Micha? Der süße, harmlose, unschuldige, kleine Micha? Er war wahrscheinlich immer noch genauso süß, harmlos und unschuldig wie vorher. Aber immer, wenn sie versuchte, sich sein Gesicht vor zustellen, stieß sie stattdessen auf ein anderes, eines mit gierigen Opalaugen und einem furchterregenden Lächeln.

Vielleicht konnte ihr diese unglückselige neuronale Verknüpfung dabei helfen, sich Micha endgültig aus dem Kopf zu schlagen.

Ihrer toten Oma hatte sie außerdem zu verdanken, dass der Termin mit Dr. Weber ausgefallen war. Leider hielt ihr Vater große Stücke auf den Psychiater, der erst vor Kurzem seine Praxis in der Stadt eröffnet hatte. So große Stücke, dass er am Abend nach der Beerdigung freudestrahlend verkündete, dass er kurzfristig einen neuen Termin für sie vereinbart hatte. Wahrscheinlich sollte ein Freak sich beizeiten daran gewöhnen, wie ein Freak behandelt zu werden. Sie dagegen hatte es in all den Jahren, die sie von Seelenklempner zu Seelenklempner weitergereicht wurde, noch nicht geschafft, Frieden mit dieser Rolle zu schließen. Sie spielte das Spiel nur mit, weil sie wusste, dass ihre Eltern nicht locker lassen würden. Ihr Vater war nicht umsonst Mediziner und als solcher restlos davon überzeugt, dassalles Übel heilbar war. Das Problem war nur, dass sie eher ihre Zunge roh und am Stück verschlucken würde, als ihr Geheimnis preiszugeben oder gar an seiner Beseitigung mitzuwirken. Sie würde als
o tun, was sie in vergleichbaren Situationen seit Jahren immer wieder getan hatte: Lächeln und lügen.

Hey, Selma!, rief Miri schon von Weitem über den Schulhof. Ihre blonden Löckchen lugten unter einer knallroten Mütze hervor, die farblich perfekt mit ihrer rot gefrorenen Nase harmonierte. Miri kam auch bei akuter Lawinengefahr mit dem Fahrrad zur Schule, und sie war eingemummelt wie ein Eskimo. Habs schon gehört, sagte sie. Als sie Selma in die Arme schloss, fühlte sich das weich und ein bisschen feucht an. Wie gehts dir denn?, fragte sie und schaute Selma ernst ins Gesicht. Es geht, Selma versuchte, wenigstens ein bisschen traurig auszusehen. Der Gedanke an ihren Opa, der jetzt allein zurechtkommen musste, half dabei ganz gut. Miri hakte sie unter, als sie in Richtung Schulgebäude gingen und Selma von ihrer Oma und der Beerdigung erzählte. Glücklicherweise schnitt Miri nicht noch einmal das Thema Samstagabend an, und so konnte Selma es noch so lange in den hintersten Winkel ihres Kopfes verbannen, bis sie Lisa gegenüberstand. Ihr Herz schlug bis zum Hals, als sie ihre Freundin war sie das überhaupt noch? im Klassenraum stehen sah. Sie straffte die Schultern, als Lisa ihr entgegenkam, und machte sich auf eine unschöne Szene gefasst. Aber Lisa lächelte freundlich. Selbstverständlich war es kein echtes Lächeln, und trotzdem war Selma irgendwie erleichtert: Es hätte schlimmer kommen können. Alles hätte viel schlimmer kommen können. Tut mir echt leid, das mit deiner Oma, sagte Lisa mitleidig und berührte sie sanft an der Schulter, wenn ich irgendwas tun kann, sag es, ja? Selma nickte, räusperte sich kräftig und sagte: Ist schon okay. Sie war ziemlich krank.

Tom kam wie immer als Letzter in die Klasse gestürmt. Obwohl Herr Breitkopf schon vorne am Lehrertisch Platz genommen hatte, nahm er sich die Zeit, um ihr mit etwas ungeschickten Worten sein Beileid auszusprechen. Sie wurde rot, als sie merkte, wie die ganze Klasse sie neugierig anstarrte
. Wahrscheinlich erwarteten sie einen Heulkrampf oder so was. Als der ausblieb, erlahmte das Interesse schlagartig, und es breitete sich die gelangweilte Stimmung aus, die für Chemie normal war.

Als es nach der Doppelstunde zur großen Pause klingelte, beeilte sie sich, nach draußen zu kommen. Auf keinen Fall wollte sie Gefahr laufen, ein längeres Gespräch mit Lisa führen zu müssen. Die hatte es offenbar ebenfalls eilig und überholte sie kurz hinter der Klassentür. Micha stand auf dem Gang, wahrscheinlich hatte er dort auf seine Liebste gewartet. Lisa warf sich theatralisch in seine Arme und gab ihm einen langen Kuss auf den Mund, während Selma sich an der Wand entlang in Richtung Ausgang drückte und so tat, als hätte sie ihn gar nicht gesehen. Gerade wollte sie erleichtert ausatmen, da hörte sie Michas Stimme hinter sich: Hi, Selma! Schön, dass es dir wieder besser geht. Sie drehte sich um, und da stand er auch schon vor ihr. Lisa hatte er mitten im Gang stehen gelassen. Mit ihrem aktuellen Gesichtsausdruck hätte sie sicherlich gute Chancen, im Lexikon der Sagen und Mythen als Illustration einer Rachegöttin verewigt zu werden. Es fehlte nur noch ein bisschen Schaum vor dem Mund.

Hi, Micha, sagte Selma und versuchte, Lisas tollwütigen Blick zu ignorieren, ist alles wieder okay bei mir. Noch war alles okay, aber aller Voraussicht nach würde es nicht lange dabei bleiben. Prima, antwortete er und lächelte so vorsichtig, als wollte er testen, ob sie das schon wieder verkraften konnte. Sie wiederholte artig ihren kurzen Bericht über die Beerdigung, während Lisa sich langsam von hinten heranpirschte. Kaum hatte sie Micha erreicht, wickelte sie lässig einen Arm um seine Taille und fiel Selma unsanft ins Wort: Sag mal, wohin bist du denn eigentlich am Samstag so plötzlich verschwunden? Sie lächelte süß und unschuldig. Ich war draußen, antwortete Selma leise. Vor ihrem inneren Auge stiegen Bilder auf, die sie nicht sehen wollte. Lisa zog mit gespieltem Er
staunen die Augenbrauen hoch: Die ganze Zeit? Das war doch arschkalt an dem Abend. Sie schmiegte sich noch enger an ihren Freund und flötete: Komm, gibs zu. Du bist wieder um eins nach Hause gegangen. Hättest uns ruhig mal Bescheid sagen können. Tom war ja richtig krank vor Sorge.

Ich bin nicht nach Hause gegangen, antwortete Selma und fühlte, dass sich in ihrem Bauch etwas wie ein kleiner harter Ball zusammenzog. Lisa hatte ihren Spaß an der Sache, sie redete einfach weiter: Ach, Selma. Wir kennen dich doch, du brauchst halt einfach deinen Schönheitsschlaf. Jetzt lass sie doch!, sagte Micha, der eindeutig die besseren Antennen für potenziell lebensgefährliche Situationen besaß. Aber Lisa ließ sich nicht aufhalten, schließlich war sie auf einem Feldzug. Sie starrte Selma an und maunzte: Da ist doch gar nichts dabei, Micha. Ich finde bloß, dass sie was sagen könnte, bevor sie in die Heia geht.

Selma wusste nicht genau, was mit ihr geschah, aber plötzlich wusste sie, dass es genug war. Nur ihre eigene, dämliche Angst stand ihr wieder mal im Weg und verhinderte, dass sie auf der Stelle explodierte. Wenn du es ganz genau wissen willst: Ich war draußen und habe geheult, presste sie hervor, und zwar, weil du mich wie den letzten Dreck behandelt hast. Dabei habe ich dir nichts getan, rein gar nichts. Plötzlich erinnerte sie sich an eine endlose Reihe kleiner Gemeinheiten, hinterhältiger Intrigen und abfälliger Bemerkungen, mit denen Lisa sie seit Jahren traktierte. Und sie war sich ganz sicher, dass es einen, aber auch wirklich nur einen einzigen Grund gab, warum Lisa ausgerechnet mit Micha zusammen war: Es gab nichts, womit sie Selma mehr verletzen konnte. Aber genau in diesem Punkt hatte sich etwas verändert. Selma wusste jetzt, dass es viel schlimmere Verletzungen gab; dass man viel tiefer stürzen konnte. Schlimmstenfalls ins Bodenlose.

Sie fühlte, wie sich neue Worte auf ihren Lippen formten. Worte, die niemanden etwas angingen, die aber jetzt trot
zdem endlich nach draußen wollten. Ich habe wen kennengelernt, einen komischen Typen, der mir was über Krähen erzählt hat, sagte sie und spürte, wie ihre Kehle sich zusammenschnürte, er hat mir seinen Mantel geliehen und mich nach Hause gefahren. Der Kerl hatte nicht alle Tassen im Schrank. Ich dachte, er bringt mich um! Die letzten Worte hatte sie so laut ausgesprochen, dass ein paar Schüler sich zu ihnen umdrehten. Ganz leise krächzte sie: Das war übrigens so gegen halb vier.

Sie merkte noch, wie ihre Beine unter ihr nachgaben, den Aufprall selbst spürte sie schon nicht mehr.

Als sie zu sich kam, lag sie auf der Pritsche im Krankenzimmer. Ihr Kopf tat höllisch weh und sie brauchte ein paar Augenblicke, bis sie sich wieder an alles erinnerte. Gesichter tanzten kreuz und quer durch ihren Schädel. Da war Lisa, deren Mund sehr unfein offen stand. Da war Micha, verkleidet als ein Denkmal der Betroffenheit. Und da war Tom, der aus der Klassentür lugte und schockiert die Augen aufriss. Außerdem waren da noch ein paar andere Visagen, deren bedeutungslose Namen ihr gerade nicht einfallen wollten. Auf jeden Fall mehr als genug Publikum für eine erstklassige Blamage, über die die Schule noch lange reden würde. Sie schloss die Augen und wünschte sich woanders hin.

Du bist ja wach, sagte eine vertraute Stimme. Sie drehte den Kopf, der sich mit einem schmerzhaften Hämmern dafür bedankte. Natürlich war es Miri, die neben der Liege auf einem umgedrehten Papierkorb saß. Sie sah blass aus und ziemlich besorgt. Du hast uns einen Riesenschreck eingejagt, du blöde Ziege, sagte sie zärtlich. Selma probierte ein Lächeln: Sorry, war nicht meine Absicht....


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