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Zurück auf Los

Roman. 1. Auflage.
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Sein Name, das hat Bernard immer gespürt, birgt eine Gefahr, bei aller Nettigkeit, ja komödiantenhafter Harmlosigkeit. Und nun, Bernard ist 50 geworden und glaubt an ein ruhiges Leben bis ans Ende seiner Tage, da passiert es: Eine Serie von Katastrop … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Zurück auf Los
Autor/en: David Foenkinos

EAN: 9783406670145
Format:  EPUB
Roman.
1. Auflage.
Übersetzt von Christian Kolb, David Foenkinos
C.H.Beck

18. Juli 2014 - epub eBook - 252 Seiten

Beschreibung

Sein Name, das hat Bernard immer gespürt, birgt eine Gefahr, bei aller Nettigkeit, ja komödiantenhafter Harmlosigkeit. Und nun, Bernard ist 50 geworden und glaubt an ein ruhiges Leben bis ans Ende seiner Tage, da passiert es: Eine Serie von Katastrophen fegt alle Gewissheiten fort. Es beginnt mit Nathalie, Bernards Frau mit ihren schönen, langen, schwarzen Haaren, die er so großartig findet, dass es ihm gereicht hätte, bloß mit ihren Haaren verheiratet zu sein. Als Bernards und Nathalies Tochter Alice mit 20 auszieht, bahnt sich in der eher harmonischen Ehe eine Krise an, die sich zum Debakel ausweitet. Aber das ist noch nicht alles. Was man guten Gewissens verraten kann ist, dass dieser im besten Sinne gewöhnliche, im Übrigen sympathische Mensch für das, was ihm bevorsteht, nicht gewappnet ist. Ob es die Arbeit ist oder das Verhalten der guten Freunde - auf nichts ist mehr Verlass, vor allem nicht auf die Frauen. Bernard muss sogar wieder bei seinen alten Eltern einziehen, die er auch noch nie so richtig verstanden hat ...
In diesem so komischen wie melancholischen Roman folgen wir mitfühlend und mit einem leichten Schauer der Angst Bernards, einem postmodernen Buster Keaton, der seinen Michel Houllebecq unfreiwillig intus hat und am Ende trotz allem seinen Platz in der von Krisen geschüttelten Welt findet.

Portrait

David Foenkinos, 1974 geboren, Schriftsteller und Drehbuchautor, studierte Literaturwissenschaften an der Sorbonne und Jazz am CIM. Seine Bücher sind weltweit in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Bei C.H.Beck erschienen bereits die Romane «Das erotische Potential meiner Frau» (2005), «Größter anzunehmender Glücksfall» (2006), «Unsere schönste Trennung» (2010), «Nathalie küsst» (2011), der mit Audrey Tautou in der Hauptrolle verfilmt wurde, «Souvenirs» (2012) und «Zum Glück Pauline» (2013).

Leseprobe

1


Eines Tages hatten meine Eltern den merkwürdigen Einfall, ein Kind in die Welt zu setzen: mich.

Ihre Beweggründe haben sich mir nie erschlossen. Gut möglich, dass sie ihnen selbst schleierhaft sind. Vielleicht wollten sie ja ein Kind haben, weil sie die Dinge immer ein bisschen so machen wollten wie die anderen. Ich spüre noch die Erschütterungen der Anfangszeit in mir, als ich durch das Wohnzimmer kugelte wie ein unwirklich anmutendes Bündel. Meine Eltern fassten mich mit spitzen Fingern an und küssten mich mit gespitzten Lippen. Es war fast so, als würden sie einen Sicherheitsabstand wahren, als hätten sie Angst davor, mir ihre Liebe zu geben, Angst davor, sich so etwas wie eine Krankheit einzufangen, über die sie nie hinwegkommen würden. Wer weiß das schon? Sie hätten sich mit Güte infizieren und Lust auf ein zweites Kind bekommen können.

Ich übertreibe sicherlich ein wenig. Aber das tut man immer, oder? Mir ist noch nie jemand begegnet, der in der Lage gewesen wäre, in einem gesetzten, angemessenen und redlichen Ton über seine Eltern zu sprechen. Bestimmt ist das, was ich als Zurückhaltung interpretiere, ihre Art, mich zu lieben. Denn ihre Liebe existiert. Ich besitze kein Lexikon, das diese Liebe definiert, aber ich habe durchaus das Gefühl, dass sie vorhanden ist. Auch wenn sie sich nicht konkret äußert. Wenn wir hin und wieder miteinander telefonieren, haben wir uns so gut wie nichts zu sagen. Unbeteiligt streifen wir verschiedene Themen, und doch liegt in diesen leeren Worten ein Hauch von Zärtlichkeit. Man muss nicht immer reden. Wir lieben uns so, wie sich wohl Pantoffeltierchen lieben. Und ich denke, das passt ganz gut zu mir. Wahrscheinlich habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass meine Eltern mich eines Tages so lieben könnten, wie ich mir das vorstelle. Aber man kann machen, was man will,
Liebe kann man nie genug bekommen.

Unsere Geschichte hat schon mal schlecht angefangen: Sie gaben mir den Namen Bernard. Eigentlich ist das ja ein netter Vorname. Im Laufe meines Lebens habe ich zudem die Bekanntschaft des einen oder anderen Bernard gemacht, der mir in eher guter Erinnerung geblieben ist. Mit so einem Bernard lassen sich angenehme Abende verbringen. Man gelangt im Nu zu einem stillschweigenden, um nicht zu sagen unverzüglichen Einvernehmen und klopft ihm leicht auf die Schulter, dem Bernard an sich. Ich könnte mich also glücklich schätzen, solch einen Namen zu tragen, der sich als regelrechte Propagandamaschine der Freundschaftswerbung gebärdet. Doch so ist es nicht. Allmählich tat sich mir die dunkle Seite dieses Namens auf. Der potenzielle Abgrund, der in ihm steckt.

Wie soll ich sagen? Ich glaube, alles in allem wirkt sich der Name nicht sehr vorteilhaft aus. Es tickt eine Zeitbombe in ihm, es schwelt in ihm die große Niederlage, und das habe ich mein Leben lang gespürt. Es gibt Namen, die klingen wie der Vorspann des Schicksals. Bernard taugt bestenfalls für eine Komödie. Jedenfalls beruft einen der Name nicht gerade dazu, das Menschengeschlecht zu revolutionieren.

Einem Kind einen Namen zu geben ist gar nicht so einfach. Man soll ja auch nicht übers Ziel hinausschießen. Ich wundere mich immer, wenn Leute ihr Kind Odysseus nennen. Man stelle sich das arme Kind vor, wie es erschrocken die eigenen Fußstapfen betrachtet. Und sein Kind Marilyn oder Lolita zu nennen birgt natürlich auch gewisse Risiken. Bei solchen Namen bleibt einem dann keine Wahl mehr. Man muss die Sinnlichkeit im Blut haben. Insofern darf ich mich gar nicht beklagen. Bernard mag vielleicht nicht unbedingt für Erfolg stehen, aber der Name hat nun auch nichts Abstoßendes. Man könnte fast sagen, es ist eigentlich ein charmanter Name. Könnte man fast sagen. Nun
ja, das ist bezeichnend für mich. Ein Name ohne Extravaganzen, der keinen großen Wirbel macht. Ich kann mich nämlich nie für irgendwas entscheiden, gehöre zu der Sorte, die nie weiß, auf wessen Seite sie sich schlagen soll. Oft höre ich, wie Leute sich darüber unterhalten, welche Rolle sie wohl im Zweiten Weltkrieg gespielt hätten. Widerstandskämpfer oder Kollaborateur? Für mich wäre die Sache ganz klar gewesen: weder das eine noch das andere.

Mein Vater heißt Raymond, und auch wenn er kein Widerstandskämpfer[] war, so hat er das Kriegsgeschehen doch grimmig vom Fenster aus mitverfolgt. Gern wäre er in den Kampf gezogen, aber dazu war er in den 1940er-Jahren noch zu jung. Das heißt, als sein älterer Bruder gleich zu Beginn der deutschen Angriffe an der Front sein Leben lassen musste, war er zwölf. Der kleine Raymond hängte ein Bild von seinem Helden über dem Bett auf. Seine Eltern versetzte der Tod des ältesten Sohns in einen apathischen Zustand. Raymond sah sie langsam sterben, obwohl sie doch immer noch am Leben waren. Sie verkamen zu Schatten ihrer selbst, und selbst die Befreiung vermochte sie von nichts mehr zu befreien. Sie blieben im Geiste für immer im Jahr 1940 gefangen, dem Jahr des fatalen Telegramms. Als sie ein Jahr nach Kriegsende nach Orléans umzogen, fand sich Raymond allein in Paris wieder. Anfangs steckte ihm die Angst in den Knochen, und er musste sich eingestehen, dass er gewiss keinen guten Soldaten abgegeben hätte. Alles machte ihm Angst, und so fand er auch keine Freunde. Das lähmende Schweigen in seinem Elternhaus hatte mit den Jahren jegliche soziale Kompetenz in ihm ausgelöscht. Er nahm ohne große Überzeugung ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das er beim Anblick all der jungen Leute, die in der Blüte ihrer Jahre standen und sich ihrer Sache so sicher zu sein sch
ienen, jedoch schnell wieder aufgab. Schließlich fand er eine Stelle, die ihm besser zu Gesicht stand: Er wurde Nachtportier in einem Hotel. Wenn er des Nachts an seiner Rezeption saß, war er endlich in seinem Element. Manchmal stelle ich mir vor, wie mein Vater da sitzt, glücklich und behütet, in seinem finsteren Kokon.

In diesem Hotel lernte er Anfang der 50er-Jahre übrigens auch Martine kennen: meine Mutter. Sie war zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Paris gekommen (sie war aus Orléans, reiner Zufall) und musste ihre Freude, endlich die Hauptstadt zu sehen, daher unterdrücken. Während die Eltern am Boden zerstört waren, konnte sie vor Aufregung nachts nicht schlafen, denn sie war zum ersten Mal in der Stadt, in der das pralle Leben tobte. Jeden freien Moment nutzte sie, lief durch die Straßen und verlor gern die Orientierung. Indem sie die Pariser Luft atmete, hatte sie das Gefühl, den Jazz in sich einzusaugen, eine Traumwelt zu betreten. Sie war erfüllt vom Mythos von Saint-Germain-des-Prés, und dazu brauchte sie lediglich den Mund aufzutun. Es fällt mir etwas schwer, mir meine Mutter als junge Frau vorzustellen. Die Jugend der eigenen Eltern ist ein Roman, den man nie zu Papier bringt. Man greift Situationen heraus, klebt Fetzen aneinander und häuft Kommata an, aber irgendwie haftet dieser Wirklichkeit doch immer etwas Falsches an. Das Bild, das ich von Raymond und Martine habe, ist von der Gegenwart geprägt. Ich sehe sie vor mir, in Hausschuhen, wie sie vor dem Fernseher sitzen, wie sie sich wegen unerwarteter Unkosten streiten, ich sehe, wie sie immer älter, intoleranter und langsamer werden, aber jetzt wird meine Mutter immer schneller, sie läuft durch die Straßen von Paris und fühlt sich schon richtig heimisch. Nach ein paar Tagen hat sie die prachtvolle Gewissheit: Sie will hier nicht mehr weg. Fehlt nur noch der Grund zu bleiben. Und
solche Gründe finden sich oft im Parterre.

Raymond saß hübsch artig auf seinem Platz, erstrahlte in seinem gedämpften Ehrgeiz und schenkte der jungen Frau, die sich zusammen mit ihren Eltern in seinem Hotel einquartiert hatte, ein schüchternes Lächeln. Martine hatte zwar noch keinerlei Erfahrungen, verstand sich wie jede Frau jedoch ganz gut darauf, intensive männliche Blicke zu deuten. Sie verstand, dies war kein ausgesuchter Höflichkeitsblick, kein Profiblick eines Hotelangestellten. Sie erkannte in diesem Blick das Spiegelbild ihrer eigenen Verwirrung wieder. In Orléans wäre ihr der junge Mann womöglich gar nicht aufgefallen, aber in Paris steigerte sich seine Bedeutung ins Unermessliche. Raymond war eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort (damit ist sein größtes Verdienst genannt). Und dieser Umstand entlockte Martine ebenfalls ein Lächeln. Wir befinden uns im Jahre 1953. Stalins Tod verdrängt Prokofjews Tod gerade aus den Schlagzeilen, doch das zählt für meine Eltern nicht. In der Nacht vor ihrer Abreise steigt meine Mutter die Treppen herab, sie hat ein Rendezvous mit dem Nachtportier. Und sie küssen sich.

Danach vergingen die Jahre.

Während ich auf die fünfzig zugehe, senkt sich über meine Eltern bereits der Lebensabend. Achtzig erschien mir vor Kurzem noch wie ein biblisches Alter. Meine Eltern leben so heimlich, still und leise vor sich hin, als würden sie darauf spekulieren, dass der Tod sie vergessen könnte. Das ist sicherlich das Rezept für ein langes Leben: nur keinen Wirbel machen. Und daher sollte man auch nicht zögern, auf ein Paar Pantoffeln zurückzugreifen. Meine Eltern sind geradezu besessen von ihren Pantoffeln. Wenn ich zu ihnen zu Besuch komme, werde ich noch vor dem Hallosagen oder einem wie auch immer gearteten Gesprächsbeginn genötigt, in die Schlappen zu...


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