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Versunkene Gräber

Joachim Vernau 4 - Kriminalroman.
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Verschollene Briefe, eine alte Familiengruft und ein grausamer Mord - Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Au … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Versunkene Gräber
Autor/en: Elisabeth Herrmann

EAN: 9783641118969
Format:  EPUB
Joachim Vernau 4 - Kriminalroman.
Random House ebook

16. Dezember 2013 - epub eBook - 448 Seiten

Beschreibung

Verschollene Briefe, eine alte Familiengruft und ein grausamer Mord - Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangenen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang - damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.

Portrait

Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

Leseprobe

Johannishagen im März 1945

Rosa, lieb Röschen mein,

ich lebe. Ich lebe! Du sollst es wissen, gleich im ersten Wort, ich lebe. Und der Tag wird kommen, an dem wir wieder vereint sind. Du, lieb Röschen lieb, die Kinder und ich. Ich bete beim Herrgott, dass er bald kommen wird, Tag und Nacht, zu jeder Stunde, doch unsere Herzen müssen geduldig sein. Dann kann ich die Tränen von deinen süßen Lippen küssen und dich im Arm wiegen. Nie mehr soll das Schicksal uns so grausam trennen. Nie mehr will ich euch verlassen, euch, mein Leben, mein Lieb, meine Ehr.

Hatte ich doch schon die Hoffnung verloren, jemals wieder Heimaterde unter den Stiefeln zu spüren. Wochen war ich unterwegs, aneinandergereiht zu Ewigkeiten. Bin verwundet, mein Lieb, dennoch kann ich nicht ins Lazarett. Es gibt keins mehr, das mich nähme … Ich kann dir nicht schreiben, was geschehen ist, denn mein Geist sträubt sich, es zu fassen, meine Feder, es zu beschreiben.

Rosa, lieb Rosa, ich war schon tot. Ertränkt im eigenen Blut und dem der Kameraden. Sie kamen wie eine rote Flut, bei Nacht, als die Kälte am schlimmsten war, erbittertste Gegenwehr, tapferstes Aufbäumen – vergebens. Mein Tolbrukstand war eine Falle. Die russischen Panzer preschten voran. Kaum, dass ich mich erheben konnte, waren sie über mich hinweg. Zwei Tage lag ich mehr tot als lebend im Stand. Erst als ich die rauchenden Trümmer verließ, die einmal unsere stolze Stellung gewesen waren, offenbarte sich mir das ganze Ausmaß des Gemetzels. Rauchende Krater, grotesk verbogenes Eisen, die Kameraden weiter flussab – alle tot. Fraß der Krähen, wenn nicht Eis und Schnee sich gnädiger zeigten als das Schicksal. Selbst ich nur ein bleicher, wankender Schatten. Mit zerfetzter Uniform schlich ich ins nä
chste Dorf. Geisterleer empfing es mich, zerstört, verbrannt. Was mit den Bewohnern geschehen war, erspare ich dir. Die Lichtung am Waldrand war ihre Richtstatt. Einem zog ich die Kleider aus. Ich schäme mich zu sagen, dass ich meine Uniform vergrub. Ich schäme mich der Feigheit, kein deutscher Soldat sein zu wollen, der neben seinen Kameraden nun im Winde schaukelt, von den Russen aufgeknüpft. Oder erschossen. Von Panzern zermalmt, von Splittern durchsiebt. Dann wäre ich doch ein Held, nicht wahr?

Weißt du noch, wie du weintest und stammeltest: Ich will keinen Helden! Da riefen sie die Kinder und die Alten zum Sturm – ein Husten ist daraus geworden, mein Lieb, ein Husten, das im Donner der Geschütze nicht mehr zu hören war. Ich schäme mich, nicht tot sein zu wollen, es ist ein großes Verbrechen in diesen Tagen, am Leben zu hängen – aber ich will dich wiedersehen. Dich und die Kinder. So streifte ich die Kleider eines Toten über und lief los, wie all die anderen Verbrecher, die auch nicht tot sein wollten. Die nächste Kreuzung Richtung Ostbahn war belebter. Ein Greis schob den Karren durch den Schlamm, sein Weib und seine Kinder zogen ihn. Ochs und Kuh erschossen, die Schweine trieben tot im Fluss … nicht nur die Schweine, mein Lieb. Immer mehr Leute kamen dazu. Verlöschende, dem Wahnsinn nahe Gestalten waren darunter, Alte, Kranke, Kinder, Frauen …

Ich packte mit an, er stellte keine Fragen. So kam ich, die Netze entlang, unserer schönen Heimat näher. Doch was ist von ihr geblieben?

Später, mein Lieb, später. Nicht allen Wahn auf einmal. Ich bleibe bei dem, was wahr und richtig ist: Vor drei Tagen bin ich angekommen in unserem Haus.

Ach, unser Haus, lieb Rosa! Wenn du es sehen könntest, das Herz würde dir brechen. Keine Scheibe mehr in den F
enstern, die Räume leer, verwüstet, geplündert. Die Tür zum Weinberg aufgebrochen und zersplittert, die Fässer leer, von den Flaschen nur noch Scherben. Ich weiß, der Schreck fährt dir in alle Glieder, wenn du dies liest. Doch warte ab, mein Lieb, warte ab.

Die Straßen und Gräben sind gesäumt von fliegenden Händlern, flinken jungen Burschen, die im Tumult des Durcheinanders feilbieten, was nach dem großen Sturm noch heil geblieben ist. Federbetten, Töpfe, Gläser mit blassen Sommerpfirsichen – eins zerbrach beim wütenden Feilschen. Ich hab einen gestohlen, gestohlen, Rosa!, rennen musste ich, mit letzten Kräften erreichte ich ein dunkles Kellerloch, das ich mit Ratten teilte. Den Pfirsich verschlang ich noch im Laufen. Bis jetzt glaube ich, seine Süße auf meinen Lippen zu schmecken. Süß wie ein Kuss von dir, süß wie Friedels Lächeln, wenn er an seinem Daumen lutscht im Schlaf, süß wie Ellis »Gute Nacht, Herzenspapa!« … Erinnerungen. Vorbei. Nachts verstecke ich mich vor der Miliz. Nur kurzer, wilder Schlaf mit düsteren Träumen. Dann glimmt das Feuer im Kamin. Dunkler roter Wein funkelt im Glas wie flüssiger Rubin. Du sitzt im Stuhl neben dem Feuer. Dein liebes Gesicht über die Nadeln gesenkt, nie ruhten deine Hände. Immer warst du fleißig, hast Haus und Hof geführt mit strengem und doch liebevollem Blick. Ich sehe zum Fenster hinaus auf unser Land, so weit das Auge schauen kann …

Der Himmel ist schwarz, der Atem rasselt in den Lungen. Das Land, es brennt. Schwarzer Rauch beißt in den Augen. Schüsse und Schreie, und wieder haben sie ein paar arme Seelen gefunden und aus den Kellern getrieben, gleich an die Wand gestellt oder zur Miliz gebracht für die Transporte …

Was we
ißt du, mein Lieb, von der Front? Sie ist weitergezogen, und was danach kam, ist grausiger und kälter als alle Vorstellung. Russen und Polen – sie konnten die Toten nicht alle bestatten, lieb Rosa. Bei manch guten Menschen bekam ich Unterschlupf, und wenn es nur ein Bett im Stroh und eine Decke waren, um nicht zu erfrieren. So kam ich nach Johannishagen, als der schlimmste Frost vorüber war. Ich will es nicht schreiben, doch du musst wissen, dass du zur rechten Zeit gegangen bist. Wilhelm fand ich im Brunnen, aufgedunsen und fliegenumschwirrt. Ich erkannte ihn an seinen Schuhen, die hat man ihm gelassen, warum, weiß der Himmel oder der Teufel. Seine Hedwig, die Wasserpolnische, Jaga hat er sie doch immer neckend genannt, wenn er ihr in die roten Wangen gekniffen hat? Jaga hat sich erhängt im Torhaus. Ich hatte noch nicht die Kraft, sie abzuschneiden. Die Kinder … beten wir, dass die Kinder einen guten Herrn, ein tapferes Herz, einen kräftigen Karren gefunden haben. Ich habe nicht nach ihnen gesucht. Sie hatten einen Säugling, nicht wahr? Er wird eine Brust gefunden haben, mein Lieb. Es ist nichts verloren. Wir sind ein starkes Volk, das den Sieg verdient. Zumindest nicht eine solche entsetzliche Niederlage. Du fragst, mein Lieb, was aus deinem Soldaten geworden ist? Deinem späten Helden, den sie, im zweiundfünfzigsten Jahr, noch gezogen haben? Er ist dem Ruf des Vaterlandes gefolgt bis hin zur Schleife, wo sie die alten Bunker wieder ausgehoben haben. Dort sollten wir den Russen aufhalten. Gott möge mir verzeihen: Es war, wie auf die Feuersbrunst zu spucken … Sie werden mich hängen, wenn dieser Brief in falsche Hände kommt.

So schwöre ich, vor dir, den Kindern, vor Gott dem Herrn: Sobald ich weiß, wem ich mich anschließen kann, ich würd es tun! Da ist nichts mehr als Auflösung und wilde Flucht. Dem Volksschutz vielleicht? Es
gibt ihn nicht! Und niemand, der ihn anführt! Alle sind fort. Geflohen, verschleppt, erschossen, erhängt. Tumulte in den Straßen, polnische Miliz und Rote Armee überall! Die Sowjetflagge und der weiße Adler, gehisst am Rathaus von Grünberg, die Männer, Alte und Kinder in Lager gebracht, keiner weiß, wohin, verloren ist es … Herr, vergib mir, ich bin die Kugel nicht wert, doch ich muss es sagen … verloren ist alles … Ich würde mich jedem Haufen anschließen, der in der Flagge noch Ehre und Vaterland führt, vielleicht über die Oder gen Berlin, wo sich der Führer dem Feind so tapfer entgegenstellt.

Meine Hände zittern, lieb Rosa. Sie zittern wie Espenlaub. Siehst du die Tuscheflecken? Die verstrichenen Worte? Zwei Tage habe ich für diesen Brief gebraucht. Und selbst das ist eine Lüge. Nur in den Nächten wage ich mich aus meinem Versteck. In den Nächten schleiche ich mich hinüber ins Haus, durch die leeren, verwüsteten Räume. Keiner darf mich sehen, keiner hören, denn fremde Leute sind nun in Johannishagen und kommen immer wieder in die Siedlung, um zu holen, was zu holen ist, aber kurz vor Morgengrauen ist es still, und das ist meine Stunde. Die Kerzen aus dem Vorrat unter den Dielen, den du noch angelegt hast in deiner weisen Vorsicht. Wie hab ich dich geschimpft! Fast geschlagen hätte ich dich! Nun möchte ich dir die Hände küssen, jene Hände, die so viele Kerzen bündelten, die Schmalztöpfe vergruben, den Schinken ins Tuch wickelten. Ich mein es doch nicht so, hast du geflüstert. Es ist doch nur … wir wissen doch nicht – und ich fühlte mich verraten von dir. Das war die letzte Weihnacht, Weihnacht 1944. Da kam schon böse Kunde aus Lublin, und ein Flüstern machte die Runde … Ich wollte es nicht glauben, durfte es
nicht glauben, hab dir verboten, darüber zu reden, dich fast geschlagen, mein Lieb, mein Lieb …

Friedels kleines Holzpferd hab ich gefunden, halb verbrannt, auch der Russe will sich wärmen. Magda sagt, die Russen sind nicht so schlimm, sie halten die Polen im Zaum.

Magda?, höre ich dich staunend fragen. Magda ist da? In all den tantalischen Qualen hält ausgerechnet die jüngste und kleinste der Dienstboten die Stellung? Mein Lieb, es ist so. Sie ist geblieben, als die anderen gingen. Vielleicht, um...


Pressestimmen

"Herrmanns Figuren sind fesselnde Charaktere, wenn dann noch ein dramatisches Kapitel deutsch-polnischer Geschichte dazukommt, gibt es keinen Grund, den Krimi wegzulegen, bevor nicht die letzte Seite gelesen ist."

Technik

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