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Was mit dem weißen Wilden geschah

Roman. 1. Auflage.
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1843 wird der junge Matrose Narcisse Pelletier von seinem Kapitän versehentlich an der australischen Ostküste zurückgelassen. Als man ihn nach siebzehn Jahren zufällig wiederfindet, lebt er inmitten eines Stamms von Jägern und Sammlern: Er ist nackt … weiterlesen
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Was mit dem weißen Wilden geschah als eBook

Produktdetails

Titel: Was mit dem weißen Wilden geschah
Autor/en: François Garde

EAN: 9783406663055
Format:  EPUB
Roman.
1. Auflage.
Übersetzt von Sylvia Spatz, François Garde
C.H.Beck

18. Februar 2014 - epub eBook - 318 Seiten

Beschreibung

1843 wird der junge Matrose Narcisse Pelletier von seinem Kapitän versehentlich an der australischen Ostküste zurückgelassen. Als man ihn nach siebzehn Jahren zufällig wiederfindet, lebt er inmitten eines Stamms von Jägern und Sammlern: Er ist nackt und tätowiert, spricht nur noch deren Sprache, hat seinen Namen vergessen.

Was ist geschehen?

Dieses Rätsel versucht der Entdecker Octave de Vallombrun zu ergründen und glaubt sich der Lösung schon ganz nah, als ihm der "weiße Wilde" in gebrochenem Französisch antwortet. Er bringt seinen verunglückten Landsmann nach Paris und macht es sich zur Aufgabe, ihn in sein altesLeben, zu seiner Familie zurückzuführen. Doch Narcisse Pelletier öffnet sich dem selbsternannten Retter nur widerwillig: Reden, so sagt er, ist wie Sterben.

Packend und elegant, frei nach einer wahren Geschichte, vergleichbar mit Bruce Chatwins "Traumpfade", erzählt François Garde in seinem vielfach ausgezeichneten Debütroman von einem, der die sogenannte Zivilisation über alles stellt, und von einem, dessen Leben dreigeteilt wurde in ein Vorher, Während und Danach.

Portrait

François Garde wurde 1959 in Le Cannet, nahe der französischen Mittelmeerküste, geboren und war als hoher Regierungsbeamter u.a. auf Neukaledonien tätig. Was mit dem weißen Wilden geschah (Ce qu il advint du sauvage blanc) wurde in Frankreich mit acht Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Prix Goncourt für den ersten Roman.

Leseprobe

1


Als er auf dem Gipfel des kleinen Felsens angekommen war, entdeckte er, dass er allein war. Die Schaluppe befand sich nicht mehr auf dem Strand, sie schwamm auch nicht auf den türkisfarbenen Wellen. Vor der Bucht lag kein Schoner mehr vor Anker, am Horizont waren nicht einmal Segel zu erkennen. Er schloss die Augen, schüttelte den Kopf. Nichts zu machen. Sie waren abgesegelt.

Absurderweise fühlte er sich schuldig. Nachdem sie die Schaluppe an Land gezogen hatten, hatte der Bootsmann die Matrosen aufgeteilt, um auf der Suche nach Trinkwasser mehr Chancen zu haben. Drei schickte er zu der Baumreihe, die sich am Ende des Strands abzeichnete; drei weitere auf die andere Seite der Bucht, die felsig und wenig einladend wirkte; die restlichen sollten in Gesteinsmulden nachsehen und am Fuß der Kalkwand nach einer Grotte suchen. Zuerst hatte er zusammen mit seinen Kameraden Korallenblöcke inspiziert, aber schnell gemerkt, dass alle Mühe vergebens war: Regen, der hierauf fiel, sickerte sofort hindurch in den Sand. Anstatt auf gut Glück herumzustochern, wollte er lieber nach Spuren von Leben Ausschau halten: Tiere oder Menschen würden ihn zu einer Wasserquelle führen. Es wehte eine leichte Brise und nahm der tropischen Sonne etwas von ihrer Intensität.

Er begann zu klettern, bewegte sich geschmeidig das Kliff hinauf, hielt sich an Wurzeln oder Felsvorsprüngen fest. Nach einigen Minuten und einem recht waghalsigen Klimmzug, der viel Kraft kostete, gelangte er auf den oberen Rand. Er winkte seinem Schiff, schwenkte die Arme, aber niemand schenkte ihm Aufmerksamkeit, und so wandte er sich landeinwärts. Vor seinen Augen erstreckte sich eine weite Ebene. Grasbüschel und vereinzelte magere Bäume, die metallisch grün und staubbedeckt waren, ließen erahnen, wie sehr diese Gegend mit Wasser geizte. Nirgendwo ein Haus oder Rauch. In dieser kargen Steppe würde er d
ie Quelle, nach der sie alle suchten, nie finden.

Während er die wenig verheißungsvolle Landschaft betrachtete, fiel ihm auf, dass nicht weit entfernt eine Rinne begann, die sich in die Hochebene erstreckte, dort verbreiterte und schließlich in eine Senke mündete. Er folgte ihr mit den Augen und stellte fest, dass sie immer breiter und tiefer wurde. Die Bäume zu beiden Seiten waren grüner und größer als die anderen und formten am Ende einen kleinen Wald, dessen smaragdgrüne Farbe aus der blassen Umgebung herausstach. Bei Regen musste sich in dieser natürlichen Vertiefung das Wasser sammeln. Vielleicht gab es dort irgendwo im Schatten einen Tümpel. Selbst das kleinste und sumpfigste Wasserloch würde ausreichen, um ein Fass zu füllen und die Kranken zu retten.

Er ging geradewegs auf die Doline zu und begann seinen Abstieg in diese trichterförmige Senke. Der Weg war beschwerlich, denn die Vegetation unterschied sich von jener in der Ebene: verwachsene Büsche und Zwergsträucher mit glänzenden Blättern, zwischen denen er sich hindurchwinden musste. Dann tauchte eine Art Kresse auf, die allmählich alle anderen Pflanzenarten verdrängte. Schließlich gelangte er in eine kleine Talmulde, die einige Meter tiefer lag als die Ebene. Er befühlte die Erde, sie war feucht. Aber nirgendwo ein Rinnsal, nicht einmal eine Pfütze. Er kniete nieder und schabte und stocherte mit seinem Messer herum. Die feuchte Erde war locker, und er schaffte es, ein Loch zu graben, so tief wie sein Unterarm. Vergeblich.

Er war nicht der Held des Tages. Ein wenig enttäuscht erhob er sich und ging durch den Hohlweg zurück Richtung See. Dieser Spaziergang am Grund der kühlen, grünen Allee inmitten des grauen Buschs würde sein Geheimnis bleiben, eine winzige Genugtuung auf der Suche nach Wasser an dieser unbekannten Küste. Er beeilte sich n
icht, sondern schritt ruhig den leichten Anstieg zum Kamm hinauf, der die Bucht überragte.

Und hier entdeckte er, dass er allein war. Er stieß einen Schrei aus, der auf keinem Schiff gehört wurde. Seine Gedanken überschlugen sich, Panik befiel ihn, er wurde wie wahnsinnig: So schnell er konnte, kletterte er die Steilküste hinab, rutschte ab, schrammte entlang, hätte sich zweimal fast das Genick gebrochen, sprang in den Sand, raste den feuchten Strand hinunter zum Wasser und lief bis zur Brust hinein, um dem Schiff, das nicht mehr da war, so nahe wie möglich zu kommen, schrie vor Wut, er schrie um Hilfe. Seine Schreie wurden hier ebenso wenig gehört wie oben auf dem Kliff. Als eine Welle seinen Hals umspülte, zog er sich, den Blick immer noch aufs offene Meer gerichtet, zurück an den Strand.

Er brauchte einen Aussichtspunkt, von dem aus er den Horizont absuchen konnte. Zitternd vor Aufregung stieg er das Kliff wieder hinauf.

Was war passiert? Wie lange hatte sein Alleingang ins Landesinnere gedauert? Höchstens eine Stunde. In der Zwischenzeit hatte man die Schaluppe zurückgerufen: Er hatte die Fahne Zurück an Bord nicht gesehen und auch die Gewehrschüsse nicht gehört. Die Saint-Paul hatte den Anker gelichtet, die Segel gesetzt und war ausgelaufen. Doch warum? Warum so schnell und ohne ihn?

Er setzte sich in den Schatten eines knorrigen Bäumchens. Seine Erlebnisse auf See, einige Sätze, die in der Führungsmannschaft gefallen waren, kamen ihm in den Sinn. Laut Steuermann war der Ankerplatz, grober Sand auf Fels, nicht sehr günstig. Der Vollmond von vor zwei Tagen verstärkte die Gezeiten. Letztlich hatte der Kapitän der Einfahrt in die fremde Bucht nur zugestimmt, um dort nach Trinkwasser für die Kranken zu suchen. Der Wind vom Land schien aufzufrischen.

Kurz zuvor hatte er noch Wirbel und Strudel bemerkt, dann jedoch war das
Wasser so still gewesen wie auf einem See, und alle waren zuversichtlich. Erst jetzt, aus dem Schatten des Bäumchens, sah er, was der Mann im Ausguck lange vor ihm gesehen haben musste: Die Bucht war von einem Korallenriff umschlossen, das allmählich immer weiter aus dem Wasser ragte und nur zwei enge Durchfahrten ließ. Sie waren bei Flut zufällig durch die breitere eingelaufen und hatten sich nichts dabei gedacht. Mit der Ebbe aber war die Gefahr sichtbar geworden. Mit einem unsicheren Ankerplatz und auffrischendem Wind konnte der Kapitän nicht riskieren, in der Bucht festzusitzen. Ihm war gar nichts anderes übrig geblieben, er musste so schnell wie möglich ablegen, solange der Schoner noch manövrierfähig war. Vielleicht hatte der Bootsmann erwähnt, dass ein Matrose fehlte, doch es hätte wohl eine weitere Stunde gekostet, abermals an Land zu gehen, nach dem Vermissten zu suchen und dann die Segel neu zu setzen. Um das Schiff zu retten, mussten sie schnellstmöglich die offene See erreichen.

Er malte sich die Situation aus, die Diskussionen und aufeinanderfolgenden Befehle. Die Vorstellung erheiterte ihn. Der Kapitän hatte richtig und wie ein Seemann entschieden. Man hatte ihn nicht mutwillig zurückgelassen, nicht gezielt verraten, sondern so gehandelt, wie es die Lage erforderte. Er hatte sich befehlswidrig von der Gruppe entfernt und damit eine Strafe verdient. Die drohenden Prügel des Bootsmanns beunruhigten ihn kaum – er war daran gewöhnt, aus der väterlichen Schuhmacherwerkstatt, aus der Schule, vom Vorschiff –, er hoffte nur, keine Geldbuße zahlen zu müssen. Und in zwei oder drei Monaten würden sie alle über seine missglückte Heldentat lachen.

Der Wind nahm zu, das Meer jenseits der Bucht wurde unruhig, die heranrollenden Wellen brachen sich am Korallenriff. Geistesabwesend griff er nach einem Stein und warf ihn in einen Hauf
en trockener Äste. Einer von ihnen entpuppte sich als stattliche silberfarbene Echse, die stehen blieb und ihren Schlangenkopf wiegte, bevor sie im Gestrüpp verschwand.

Er überdachte seine Lage und bekam Angst: Man hatte ihn an einer unbekannten Küste zurückgelassen, ohne Vorräte, umgeben von wilden Tieren, vielleicht sogar von Kannibalen, die nur auf die Nacht warteten, um über ihn herzufallen. Er hatte weder zu essen noch zu trinken, nichts, um Feuer zu machen. Ihm blieben nur seine Kleider und das Messer am Gürtel.

Er musste sich darauf einstellen, auf dem Boden zu schlafen. Bei diesem Seegang würde das Schiff wohl kaum vor Einbruch der Nacht zurück sein. Aber er wollte seinen Beobachtungsposten nicht verlassen, diese Anhöhe, von der er die gesamte Bucht überblickte. Um sich die Zeit zu vertreiben, aber auch mit der leisen Vorahnung, sich verteidigen zu müssen, sammelte er einige halbwegs gerade Äste, entfernte die Rinde und schnitt die Enden zu. Das Ergebnis war ein Bündel spitzer Stöcke, eine Mischung aus kurzen Spießen und dicken Speeren. Waffen zu haben, wenn auch nur primitive, beruhigte ihn ein wenig.

Einsamkeit und Hunger lasteten auf ihm wie eine große Erschöpfung. Die Sonne ging unter. Seiner Erfahrung nach blieben ihm noch eine Stunde Tageslicht, zwei Stunden, ehe es völlig dunkel sein würde. Er fragte sich, wo er die Nacht verbringen sollte. Der Wind frischte weiter auf und kündigte womöglich Regen an, am Rand der Steilküste zu schlafen, schien wenig ratsam. Er ging zur Senke zurück und stieg hinab, bis er unter Bäumen ein sandiges Plätzchen fand. Dort begann er, sich einen Unterstand zu bauen, indem er einige Zweige abbrach, sie verschränkte und gegen zwei dicht beieinanderstehende Stämme lehnte. Nicht weit davon wuchs Farnkraut, mit dem er die Löcher stopfte...


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