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Geheimsache NSU

Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur.
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Verschiedene Parlamentarische Untersuchungsausschüsse befassen sich mit dem Fall, in München läuft der Mammutprozess am Oberlandesgericht, der vor dem Frühsommer 2015 schwerlich beendet sein wird. Der ganze Komplex erweist sich freilich immer mehr al … weiterlesen
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Geheimsache NSU als eBook

Produktdetails

Titel: Geheimsache NSU
Autor/en: Frank Brunner, Esther Dischereit, Hajo Funke, Manfred Gnjidic, Anton Hunger

EAN: 9783863512231
Format:  EPUB
Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur.
Herausgegeben von Andreas Förster
Kloepfer und Meyer

26. Mai 2014 - epub eBook - 315 Seiten

Beschreibung

Verschiedene Parlamentarische Untersuchungsausschüsse befassen sich mit dem Fall, in München läuft der Mammutprozess am Oberlandesgericht, der vor dem Frühsommer 2015 schwerlich beendet sein wird. Der ganze Komplex erweist sich freilich immer mehr als politisch hochbrisante Geheim- und Verschlusssache. Statt schonungslos aufzuklären, wie es die Bundeskanzlerin noch versprochen hatte, lenken Behörden ab, die Öffentlichkeit wird getäuscht - und geradezu für dumm verkauft.

Der Polizistenmord von Heilbronn scheint der Schlüssel für den ganzen Fall: Zehn renommierte Autoren dokumentieren am Beispiel des NSU-Komplexes die Verhinderung wirklicher Aufklärung, beschreiben anhand noch unveröffentlichter
Spuren und Hinweise neue Ermittlungsansätze und analysieren, wie und warum staatliche Behörden, Geheimdienste, Teile der Politik und auch der Medien eine innenpolitische Katastrophe ausblenden (wollen).

Alle zehn Autoren befassen sich seit gut drei Jahren mit der NSU-Mordserie, sie beobachten die verschiedenen Untersuchungsausschüsse sowie den laufenden
Münchner Prozess, sie haben Hunderte von Ermittlungsakten ausgewertet, pflegen Kontakte zu Insidern, haben Zugang zu »sehr gut unterrichteten Kreisen«.

Portrait

Andreas Förster, Jahrgang 1958, freier Journalist, arbeitet u. a. für die Berliner Zeitung, Stern, Cicero, Stuttgarter Zeitung und ZDF; die Arbeit der Geheimdienste zählt zu seinen Schwerpunktthemen; Autor mehrerer Sachbücher, darunter "Maulwürfe in Nadelstreifen" (1997).

Journalist, Zeitenspiegel

Autorin, Publizistin

Poltikwissenschaftler

Rechtsanwalt

Autor, Journalist

freier Journalist

Zeitenspiegel, Stern

Thumilan Selvakumaran, Journalist, Südwest Presse

Journalist, ARD

Leseprobe

Tatort Theresienwiese


Der Anschlag auf zwei Polizisten in Heilbronn ist ein Schlüsselfall zum NSU-Komplex. Die offizielle Version vom Tathergang hinterlässt offene Fragen

FRANK BRUNNER

Kurz bevor die Welt um ihn herum verschwindet, schaut Polizeimeister Martin Arnold noch einmal in den Rückspiegel. Deshalb sieht er ihn kommen, diesen Mann, der aus dem Schatten des Trafohäuschens tritt, neben dem er und seine Kollegin mit ihrem grün-silbernen 5er-BMW parken. Der Mann im Spiegel ist im mittleren Alter, trägt ein helles Kurzarmhemd, dunkle Jeans, dunkle Schuhe, dunkle Haare. Noch ein paar Schritte und er erreicht die Beifahrertür. In diesem Moment bemerkt Arnold eine zweite Gestalt auf der anderen Seite des Wagens, dort, wo seine Streifenpartnerin hinterm Steuer die Pause mit einer ihrer Gauloises genießt. Es ist ein sonniger Tag, 25 Grad Celsius, die Beamten haben die Seitenscheiben heruntergelassen; sie reden, rauchen. Bis die Männer auftauchen. »Nicht mal hier hat man seine Ruhe«, hört Arnold die Kollegin sagen. Dann geht alles ganz schnell. Der junge Polizist sieht noch die weißgrauen Härchen auf den Armen des Mannes, registriert ein Geräusch, spürt, wie er aus dem Fahrzeug fällt und mit dem Gesicht auf die Kieselsteine kracht. An dieser Stelle enden seine Erinnerungen. So schildert er es später den Ermittlern der Sonderkommission, teilweise unter forensischer Hypnose. Denn wie durch ein Wunder hat Martin Arnold den Kopfschuss aus unmittelbarer Nähe überlebt. Für seine Kollegin Michèle Kiesewetter kommt an jenem 25. April 2007 jede Hilfe zu spät.

Der Mord an der 22-jährigen Polizistin zählt zu den rätselhaftesten Verbrechen der vergangenen Jahre. Noch immer ist unklar, was sich abspielte, damals, auf der Theresienwi
ese in Heilbronn. Zunächst verdächtigten die Fahnder einige Schausteller, die am Tattag auf dem Gelände kampierten, dann jagten sie zwei Jahre lang das »Heilbronner Phantom«, eine vermeintliche Serientäterin, deren DNA an Kiesewetters Streifenwagen und an 40 weiteren Tatorten gefunden wurde. Doch das Erbgut gehörte einer Frau, die in einem Verpackungsbetrieb mit jenen Wattestäbchen hantierte, die zur Spurensicherung verwendet wurden. Im März 2009 deckte der stern diese Polizeipanne auf. Nach Angaben des Magazins diskutierten Kriminalisten bereits im Juni 2008 über die Möglichkeit kontaminierter Spurentupfer. Trotz starker Zweifel an der Phantom-Spur erklärten der Chef des baden-württembergischen Landeskriminalamts (LKA) Klaus Hiller und Landespolizeipräsident Erwin Hetger noch wenige Wochen vor der stern-Veröffentlichung, dass sich das Netz um die Polizistenmörderin immer enger ziehe.

Im November 2011 scheint der Fall endlich geklärt. Seinerzeit fliegt eine Gruppe auf, die sich »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) nennt und die zwischen 2000 und 2006 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln getötet haben soll. Die mutmaßlichen Mörder müssen sich dafür nicht verantworten. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die – obwohl seit 1998 zur Fahndung ausgeschrieben – jahrelang unbehelligt untertauchen konnten, werden tot in einem Wohnmobil in Eisenach gefunden. »Selbstmord«, sagen die Ermittler. Neben den leblosen Männern finden Beamte ein ganzes Arsenal geladener Waffen, darunter zwei Heckler & Koch. Es sind die Dienstpistolen von Michèle Kiesewetter und Martin Arnold, die nach dem Anschlag in Heilbronn gestohlen wurden.

Als Kriminalisten anschließend das letzte Versteck des NSU, eine Wohnung im sächsischen Zwickau, durchsuchen, folgt
die nächste Überraschung: Das Haus gleicht einer Ruine, nachdem es Beate Zschäpe, eine mutmaßliche Komplizin von Böhnhardt und Mundlos, angezündet haben soll. Im Brandschutt stoßen die Männer von der Spurensicherung auf ein nahezu unversehrtes Bekennervideo, eine mit dem Blut Kiesewetters befleckte Hose sowie auf eine Radom und eine Tokarew – die Tatwaffen von Heilbronn. Zschäpe wird derzeit vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gemacht. Aber bisher schweigt die 39-Jährige. Daher bleiben viele Fragen offen: Warum gerieten Kiesewetter und ihr Kollege ins Visier der Neonazis? Ein Anschlag auf deutsche Polizisten passt nicht ins rassistische Muster der Morde an Migranten. Die Bundesanwaltschaft spricht von »Zufallsopfern«, die nur deshalb angegriffen wurden, weil sie »Vertreter des verhassten Staates« gewesen seien. Aber warum fuhren die Attentäter hunderte Kilometer nach Heilbronn, um dann eine unbekannte Polizistin zu erschießen? Vor allem aber: Wie konnten Böhnhardt und Mundlos am helllichten Tag in einer belebten Gegend völlig unbemerkt ein solches Verbrechen begehen?

Mord mit vielen Unbekannten


Die Version der Strafverfolger geht so: Irgendwann, wahrscheinlich im Jahr 2006, beschließen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos Polizeibeamte zu töten. Im April 2007 mieten sie oder einer ihrer Unterstützer in Chemnitz ein Wohnmobil. Damit fahren die beiden kurz darauf – der genaue Tag ist unbekannt – aus »nicht bekannter Motivation« nach Heilbronn. Böhnhardt und Mundlos parken den Camper an einem unbekannten Ort und steuern »wahrscheinlich« mit ihren mitgeführten Fahrrädern aus einem unbekannten Grund auf unbekanntem Weg die Theresienwiese an, wo sie kurz vor 14 Uhr die zwei Beamten in ihrem BMW entdecken. Die beiden Neonazis beschließen spo
ntan, »ihren grob gefassten Tatplan« umzusetzen, und ignorieren dabei das hohe Risiko, von Schaustellern beobachtet zu werden, die nur 200 Meter weiter die Buden für das jährliche Frühlingsfest aufbauen. Die Männer schleichen sich von hinten an den Streifenwagen, ziehen Handschuhe über und schießen auf die ahnungslosen Polizisten. Danach stehlen sie Pistolen, Munition, Handschellen, eine Reizgasdose und ein Multifunktionstool. Mit der Beute verlassen Böhnhardt und Mundlos unbeobachtet das Areal und flüchten zurück zum Wohnmobil, wo sie die Räder verstauen. Mit ihrem Fahrzeug rasen die Täter nun Richtung Stuttgart. Gegen 14.30 Uhr passieren sie in Oberstenfeld, etwa 20 Kilometer vom Tatort entfernt, unerkannt eine Kontrollstelle der Polizei, wo Beamte das Kennzeichen des Wagens notieren.

Es ist eine Geschichte mit vielen Unbekannten. Niemand hat Böhnhardt und Mundlos am Tattag in Heilbronn gesehen. Was bleibt, sind die bei den Neonazis gefundenen Tatwaffen, die Dienstpistolen der Polizisten im NSU-Versteck, eine Jogginghose, die Mundlos gehören soll, mit Kiesewetters DNA und ein mutmaßliches Bekennervideo des Trios, in dem der Polizistenmord thematisiert wird.

Vielleicht hat sich der Anschlag auf die zwei Beamten genauso abgespielt, wie die Bundesanwaltschaft vermutet. Vielleicht trugen die zwei mutmaßlichen NSU-Terroristen, die für ihren Banküberfall kurz zuvor andere Waffen nutzten, die Polizeipistolen tatsächlich als Trophäen bei sich. Auch das vermuten die Strafverfolger. Vielleicht stimmt auch deren These, dass Mundlos die blutige Hose vier Jahre lang nicht gewaschen hat, weil sie ihn an »das Gefühl der Machtausübung« bei der Tat erinnerte. Möglicherweise existieren plausible Erklärungen dafür, warum das Trio belastendes Material in seinem Versteck hortete oder weshalb in der Hi
tze des brennenden Hauses in Zwickau zwar Waffen schmolzen, aber die DVDs mit den Bekennervideos unbeschädigt gefunden wurden. Vielleicht wissen wir eines Tages sogar, warum die Mordserie nach dem Tod der Polizistin endete.

Doch selbst dann bleiben jede Menge Ungereimtheiten. Wer die Ermittlungsakten dieses Falles sichtet – Tausende Seiten mit Fotos, Vernehmungsprotokollen und Fallanalysen –, der stößt auf ein Konvolut aus vielversprechenden Spuren, die nicht weiter verfolgt wurden, auf Zeugenaussagen, die zunächst als glaubwürdig eingestuft wurden, aber später angeblich nicht mehr tatrelevant waren, und findet Ermittlungsergebnisse, die der offiziellen Version der Bundesanwaltschaft widersprechen. Möglicherweise könnten Mitarbeiter amerikanischer Behörden die fehlenden Puzzleteile liefern. Geheime Unterlagen von Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischem Abschirmdienst (MAD) legen nahe, dass zum Zeitpunkt des Überfalls in Heilbronn eine FBI-Operation stattfand. Was also geschah am 25. April 2007?

Es ist kurz vor 9.30 Uhr an diesem Mittwoch, als die sechs Beamten der Bereitschaftspolizei Böblingen das Gebäude der Heilbronner Polizeidirektion betreten. Unter ihnen Michèle Kiesewetter und Martin Arnold. An diesem Tag sollen sie die Kollegen beim Einsatz »Sichere City« unterstützen. Es geht um Präsenz, Prävention und Abschreckung gegen Rowdies, Diebe, Dealer. Polizeiroutine. Viertel nach 10 Uhr beginnen Kiesewetter und Arnold den Streifendienst. In ihrem BMW-Kombi fahren die Polizisten Richtung Zentrum, kontrollieren am Trinkertreffpunkt »Fontäne« die üblichen Verdächtigen, überprüfen kurz darauf beim Friedhof einen offensichtlich drogensüchtigen Mann.

Eigentlich sollte Michèle Kiesewetter an diesem Tag ganz woanders sein. Nicht in dieser Stadt, n
icht in diesem Auto, nicht in Uniform. Denn...


Technik

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