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Der Marodeur von Oxford

und andere Geheimnisse aus dem Fallbuch von Henry St Liver.
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London, 1892. Dr. Henry St. Liver und Olive Salter haben mit jeder Menge mysteriöser Ereignisse und beunruhigender Vorfälle zu tun: Exhibitionistische Adlige, diebische Nonnen, verschwundene Ritualgegenstände, marodierende Wesen unklarer Spezies und … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Marodeur von Oxford
Autor/en: Gary Dexter

EAN: 9783037346525
Format:  EPUB
und andere Geheimnisse aus dem Fallbuch von Henry St Liver.
Übersetzt von Zoë Beck
Diaphanes Verlag

1. Januar 2018 - epub eBook - 288 Seiten

Beschreibung

London, 1892. Dr. Henry St. Liver und Olive Salter haben mit jeder Menge mysteriöser Ereignisse und beunruhigender Vorfälle zu tun: Exhibitionistische Adlige, diebische Nonnen, verschwundene Ritualgegenstände, marodierende Wesen unklarer Spezies und seltsame Gourmets bevölkern die Fallgeschichten, gegen die sich die simplen Verbrecherjagden der Kollegen Sherlock Holmes und Dr. Watson durchsichtig und eindimensional ausnehmen.

Wider den viktorianischen Zeitgeist klären St. Liver und Salter Fälle aus dem Gebiet der "Psychopathia sexualis". "Ein einziges Vergnügen" befand die britische Presse über dieses sprachlich brillante Stück Literatur, in dem die menschliche Sexualität die Welt abgründig, aber auch heiterer erscheinen lässt.

Ein viktorianischer Porno der anderen Art und ein Angriff auf den "guten Geschmack". Mit einem Gastauftritt von Oscar Wilde.

Portrait

Gary Dexter schreibt Bücher über Bücher und Kolumnen für "The Guardian", "The Times", "The Spectator", "The Sunday Telegraph" und für die verblichene "Financial Times" Deutschland. Er lebt in Norwich.

Leseprobe

Kapitel Eins


 

Das verschwundene Flabellum


 

 

Aber ich möchte nicht vorgreifen. Der Leser wird keinerlei Vorstellung von meiner persönlichen Verbindung mit Henry St Liver haben, noch wird er wissen, wie ich ihn zunächst kennenlernte.

Vielleicht sollte ich ganz kurz meine Kindheit und Jugend darstellen. Ich wurde 1870 in dem kleinen Ort Summerseat nordwestlich von Manchester geboren. Als ich drei Jahre alt war, zog meine Familie nach Sydney, Australien, wo mein Vater eine Anstellung bei einem Bergbaubetrieb angenommen hatte. Mit siebzehn wurde ich Lehrerin an einer Dorfschule in der Nähe von Goongerwarrie, Queensland, und in den Unterrichtspausen bildete ich mich selbst dank einiger ausrangierter Bände von Milton und Goethe und einer Lateingrammatik weiter. Ich kehrte im August 1892 im Alter von zweiundzwanzig Jahren nach England zurück, um mich zur Ärztin ausbilden zu lassen.

Natürlich hatte ich schon Fotografien und Stiche von London gesehen. Ich hatte Beschreibungen der Stadt gelesen und Karten studiert. Ich hatte sogar schon Londoner Gin probiert. Aber all das konnte nicht verhindern, dass ich nicht auf London vorbereitet war. Ich hatte beispielsweise nichts von den halsabschneiderischen Mieten geahnt, den irischen Bomben, den Morden auf den Straßen etc. etc. An meinem allerersten Tag, als ich in Tilbury an Land ging, geriet ich beinahe in einen Aufstand. Ich denke, Hafenarbeiter waren daran beteiligt. Es war jedenfalls sehr schwierig, von den Docks fortzukommen. Der Tumult hatte sich bis zur Regent Street ausgeweitet, wo ich später bemerkte, dass alle Fenster von Mr William Morris’ Laden eingeschlagen waren und sich Tapetenrollen sträflich vernachlässigt über den Gehsteig ausbreiteten.

Ich fand eine günstige Bleibe in Hoxton in der Nähe eines billigen Varietétheaters. Ich
hatte nichts in meinem Koffer außer ein paar Kleidern und Büchern und meinem Manuskript, Die Geschichte einer australischen Scheune. Letzteres waren die Aufzeichnungen aus meiner Zeit in den unermesslichen Weiten des Outbacks. Ich schickte es an Verleger, und nach sieben oder acht Wochen zeigten sich Drebber and Drebber interessiert, so dass das Buch im Januar 1893 veröffentlicht wurde.

Nur kurze Zeit später leiteten mir die Herren Drebber folgenden Brief weiter:

 

 

16 Dover Mansions

Dover St

Shoreditch

 

12. Februar 1893

 

Sehr geehrter Mr Iron,
Ich habe Ihre Geschichte einer australischen Scheune gelesen, und sie bereitete mir solch große Freude, dass ich mir das zusätzliche Vergnügen nicht nehmen lassen konnte, dem Autor davon zu berichten. Auch ich kam zu der Erfahrung von KÖRPER, GEIST und SEELE in einer vergleichbaren Atmosphäre, wie sie von Ihnen beschrieben wird, z.B. einem sehr staubigen, schmutzigen, ärmlichen Ort, dem es an allen materiellen Vorzügen mangelte, der sich jedoch unter einem derart weiten und blauen Himmel fand, dass sich das Empfinden unerhörter Freiheit einstellte, wodurch man sich nahezu in ekstatischer Glückseligkeit befand, wann immer man sich allein auf den Weg machte – und des Nachts erleuchtet von Sternen, wie wir sie niemals in London erblicken. So uns die Erfahrungen im Leben zu Verwandten machen, sind Sie und ich – darf ich es sagen? – fast schon Brüder. Üblicherweise würde ich mich nicht zu diesen Äußerungen hinreißen lassen, jedoch Passagen wie die folgende:

 

Lustvoll werfe ich mich auf die rote Erde; der Samen des Pantheismus sprießt in mir … (SS 58, 345)

 

<
p>ließen mich den Mut aufbringen. Haben Sie Whitman gelesen?

Ich verbleibe, Sir,

Mit den vorzüglichsten Wünschen,
Ihr ergebener
Henry St Liver

 

Das Buch hatte sich in dem Monat, seit es erschienen war, nicht gut verkauft. Man hatte fünfhundert Stück gedruckt, und soweit ich wusste, waren vierzig Exemplare verkauft worden. Zehn davon hatte ich selbst zum vollen Preis erworben, um sie an die Zeitungen zu schicken. Eine Besprechung hatte ich bekommen (im Hoxton Inquirer: „kraftvoll … lebendig … Mr Iron besitzt verblüffende Einblicke in die Seelen seiner weiblichen Figuren“). Kurz gesagt: Es ging unter, ohne Spuren zu hinterlassen. Daher war dieser Brief die einzige unverlangte, unbefangene Rückmeldung, das einzige Zeichen, dass es ein menschliches Herz – Journalisten ausgenommen – berührt hatte. Wie man sich denken kann, studierte ich ihn sehr gründlich (hier war ein Objekt, das der Amateurdetektivin ein weites Feld eröffnete). Ich nahm die zittrige, gestochene Handschrift (ein alter Mann?) zur Kenntnis, die groß geschriebenen Abstrakta, die in die Korrespondenz von Pope oder Macaulay zu gehören schienen, den gleichwohl demütigen und bedächtigen Ton, den braunen Umschlag, der darauf schließen ließ, wiederverwendet worden zu sein (Armut? Oder Sparsamkeit?), und allem voran den faszinierenden Namen – St Liver – mit der Adresse in Shoreditch, die nicht mehr als einen viertelstündigen Fußweg entfernt war.

 

An diesem Abend antwortete ich:

 

22 Bank St

Hoxton

14. Februar 1893

 

Sehr geehrter Mr St Liver,

Sehr habe ich mich über Ihren Brief gefreut, wie auch d
arüber, dass Sie mein Buch nachempfunden und genossen haben. Es wurde nicht auf dem Land, sondern in der Stadt geschrieben, einem Vorort von Sydney: Zu dieser Zeit brodelte in mir die Sehnsucht nach der kleinen Farm im Busch, auf der ich fünf wundervolle Jahre verbracht hatte. Sie sagen, Sie kennen dieses Leben, das so anders ist als das in London, ein Leben, in dem Stille alles durchdringt und von Stunde zu Stunde tiefer wird, bis man in halbmystische Träumerei versinkt. Waren Sie in Australien?
Jedoch muss ich Ihnen ein Geständnis machen: Ich bin nicht Roderick Iron. Ich bitte für diesen Schwindel um Verzeihung, aber die Schuld daran tragen meine Verleger. Sie fanden, ein männlicher nom de plumeverkaufe mehr Bücher. Ein absurder Gedanke, aber ich war nicht in der Position, verhandeln zu können. Ich sollte Ihnen noch sagen, dass man mich auch bat, einige Stellen im Text zu verändern – insbesondere die Szene, in der Emmie im Glanze ihrer Eroberung durch Mr Stirrup und offensichtlich noch immer unverheiratet aus Brisbane zurückkehrt –, doch da blieb ich standhaft.
Ich kam erst kürzlich nach London und sehne mich bereits danach, wieder nach Goongerwarrie zurückzukehren. Ich hatte die Hoffnung gehabt, hier Ärztin werden zu können, aber ich leide an schwerem Asthma, und ich fürchte, durch die Londoner Luft wird es nur schlimmer.
Noch einmal meinen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
In großer Verbundenheit, Ihre
Miss Olive Salter

 

Und für eine Weile blieb es dabei. Ich fühlte mich krank (ich leide an Asthma, Bleichsucht, Juckflechte, Heufieber, Schlaflosigkeit, Migräne, Neurasthenie, Tachykardie und lokalen physischen Störungen), verliebte mich schrecklich und wurde bitter enttäuscht und dachte so gut wie gar nicht an Henry St Liver. Dann erhi
elt ich nach drei Wochen einen weiteren Brief:

 

 

16 Dover Mansions

Dover St

Shoreditch

8. März 1893

 

Verehrte Miss Salter,

Bitte entschuldigen Sie, dass ich nicht schon früher geantwortet habe, aber ich erlitt einen Rückfall des Typhus, den ich mir vor sechs Jahren in der ansonsten paradiesischen Umgebung einer landeinwärts gelegenen Ortschaft in der Karru zugezogen habe. Doch nun bin ich vollständig genesen und habe die Möglichkeit, mich meiner umfangreichen Korrespondenz zuzuwenden. Einige Briefe sind noch immer in der Diele unter dem unbedeutenden Deckeneinsturz begraben, der sich Ende Februar zutrug, ausgelöst durch unser kleines Londoner Erdbeben. Ich denke, es erreichte einen Wert von 5,2 auf der Mercalliskala.

Ich war nicht wirklich verwundert, Ihr Geschlecht zu erfahren, da Ihr Buch in der Hauptsache vom Leben einer jungen Frau in einer kleinen, ländlichen Schule handelt und sich, mehr auf thematischer Ebene gesprochen, mit den erotischen, romantischen, edukativen, intellektuellen und künstlerischen Rechten der FRAU auseinandersetzt.

...

Pressestimmen

"Dexter ist eindeutig ein leidenschaftlicher Literaturfan, seine Satire ist stets kühn und perfekt ausgeführt, der Pastiche vielschichtig und nuanciert mit subtilen Insider-Witzen über den Mangel an echten Verbrechen in den Conan-Doyle-Geschichten und über die rätselhafte Leichtigkeit, mit der der Detektiv diese zu lösen scheint." [Quelle: The Guardian]

"Ein wunderbares, lustiges, herrlich cleveres Buch ... Der forensisch akkurate, wunderschöne, brillant ausgearbeitete Humor dieses Werks ist von atemberaubender literarischer Raffinesse ... es ist schlichtweg die reine Freude." [Quelle: The Erotic Review]

"Ein warmer und clever beobachteter Pastiche des Viktorianischen Detektivgenres ... Indem er beweist, dass jedes Geheimnis an seiner Wurzel eine abartige sexuelle Perversion hat, gelingt es Henry geistreich eine Kultur zu entblößen, in der Sex unaussprechlich und zugleich omnipräsent war." [Quelle: The Spectator]


Technik

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