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Der Graben

Thriller. Originaltitel: Ejji.
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Japans Stephen King kehrt zurück! In den USA verschwinden immer wieder Menschen, ohne jede Spur. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Derweil beobachten Astronomen seltsame, beängstigende Himmelsphänomene. In Japan häufen sich ähnliche Vorkommniss … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Graben
Autor/en: Kôji Suzuki

EAN: 9783641102470
Format:  EPUB
Thriller.
Originaltitel: Ejji.
Übersetzt von Katrin Marburger, Kôji Suzuki
Heyne Verlag

13. Januar 2014 - epub eBook - 592 Seiten

Beschreibung

Japans Stephen King kehrt zurück! In den USA verschwinden immer wieder Menschen, ohne jede Spur. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Derweil beobachten Astronomen seltsame, beängstigende Himmelsphänomene. In Japan häufen sich ähnliche Vorkommnisse. Die junge Saeko soll für eine Fernsehsendung das Verschwinden einer ganzen Familie untersuchen. Schritt für Schritt gerät sie in einen unfassbaren Albtraum, der globale Ausmaße annimmt. Als der San-Andreas-Graben vor San Francisco von einem Beben erschüttert wird, spitzen sich die Ereignisse zu einem Crescendo des Grauens zu ...

Portrait

Kôji Suzuki wurde 1957 in Hamamatsu geboren und studierte an der Keio Universität. Er gewann 1990 mit »Rakuen« den japanischen Fantasy Novel Award, bevor er 1991 mit der Mystery-Saga »Ring«, die sich acht Millionen Mal verkaufte, den Durchbruch schaffte. Suzuki wird heute in einem Atemzug mit Stephen King genannt und gilt als Erneuerer des »Psycho-Horrors«.

Leseprobe

1

5. NOVEMBER 2012

Saeko Kuriyama fuhr aus dem Schlaf auf, und das Herz schlug ihr bis zum Hals. Es war beinahe, als hätte es ihren ganzen Körper in Besitz genommen. Sein Klopfen drang nach außen, sodass ihre Brüste unter dem heftigen Pulsieren zuckten. Schon wieder war sie heute nach dem Aufwachen eine Zeit lang nicht dazu in der Lage aufzustehen.

Als sie die Augen öffnete, waren die Umrisse um sie herum noch dunkel. Zunächst blieb sie bewegungslos liegen und versuchte durchzuatmen, bevor sie zu dem Wecker auf ihrem Nachttisch griff. Er zeigte 9.11 Uhr an. Sie hatte ganz schön verschlafen. Als die Einzelheiten ihres Zimmers langsam Konturen annahmen, wich die Dunkelheit, die sie zuerst wahrgenommen hatte.

Volle zwanzig Minuten lang blieb Saeko unter ihrer Decke liegen und wartete darauf, dass ihr Puls aufhörte zu rasen, obwohl sie unbedingt auf die Toilette musste und ihr Hals wie ausgetrocknet war. Bis zum Kühlschrank waren es nur ein paar Meter, er schien jedoch viel weiter weg zu sein. Der Gedanke an kaltes Mineralwasser war verlockend, aber Saeko brachte es noch nicht fertig, sich zu bewegen.

Das Leben war so qualvoll geworden, es war unerträglich. In letzter Zeit empfand Saeko das jeden Morgen so. Vor allem, als der Herbst in den Winter überging, hielt sie das elende Alleinsein kaum noch aus, es zerriss sie beinahe. Ihr aufgestauter Kummer schlug in ihr wild um sich und suchte nach einem Ausgang.

Na los. Tu mir weh. Nimm mir das Leben, bitte.

Den Tod fand sie verführerisch. Ihr fehlte der Mut dazu, sich umzubringen, doch wenn der natürliche Lauf der Dinge sie zum Tod führen sollte, würde sie sich derzeit nicht widersetzen. Sie hing überhaupt nicht am Leben. Die Gründe dafür waren vage, aber nicht unmöglich zu bestimmen.

Die Scheidung vor sechs Monaten hatte ihr emotional und k&
ouml;rperlich mehr zugesetzt, als sie erwartet hatte. Die Einsicht, dass sie zur Ehe nicht taugte, hatte ihr Selbstvertrauen zutiefst erschüttert und dazu geführt, dass sie sich noch mehr abschottete. Sie war zu der Überzeugung gelangt, dass ihr etwas fehlte, was andere Menschen hatten.

»Irgendetwas stimmt mit dir nicht. Du bist wie eine Transformverwerfung. Eine menschliche Fossa Magna«, hatte ihr Mann einmal in einem Anfall von Verzweiflung gesagt.

»Die Fossa Magna ist ein Grabenbruch, keine Transformverwerfung«, hatte Saeko ihn kühl korrigiert.

»Siehst du, das meine ich!«

Ähnliche Bemerkungen hatte er öfter gemacht, wenn auch nicht in exakt der gleichen Formulierung. »Du bist komisch. Du bist nicht normal.«

Nachdem sie sich das oft genug hatte anhören müssen, hatte Saeko angefangen, es zu glauben.

»Warum musst du Leute immer miteinander vergleichen? Das macht mich wahnsinnig!«

Das war der einzige Vorwurf, der sie wirklich bis ins Mark getroffen hatte. Er hatte vollkommen recht gehabt. Saeko hatten ihren Mann bei jeder Gelegenheit mit ihrem Vater verglichen. Wann immer sie beobachtete, dass ihrem Mann etwas nicht gelang, das ihr Vater mit Leichtigkeit geschafft hätte, zog sie auf einer imaginären Wertungsliste Punkte ab.

Kein Mann auf der Welt kann meinem Vater das Wasser reichen.

Für Saeko galt das selbst heute noch. Der Trennungsschmerz nach fünf Jahren Ehe war nichts im Vergleich zu dem überwältigenden Verlustgefühl, als ihr Vater plötzlich fort gewesen war. Vor achtzehn Jahren war er ohne jegliche Erklärung verschwunden. Er war Saekos Beschützer und ihr einziger lebender Verwandter gewesen. Bis heute hatte sie nicht die leiseste Ahnung, was aus ihm geworden war, ob er noch lebte oder tot war.

Saekos Mutter war vor fünfunddrei&
szlig;ig Jahren bei ihrer Geburt gestorben. Soweit sie wusste, hatte es medizinische Komplikationen gegeben, doch ihr Vater hatte darüber kaum gesprochen.

Meine Einsamkeit hat bei meiner Geburt begonnen.

Wenn man es in diesem Licht betrachtete, passte alles zusammen. Saeko war auf die Welt gekommen, als ihre Mutter sie verlassen hatte, und ihr Vater hatte sie mit all seiner Liebe überschüttet. Deshalb war ihre Verzweiflung umso größer gewesen, als er verschwunden war. Über ihrem Leben schien ein Deckel geschlossen worden zu sein, sodass sie im Dunkeln eingesperrt war.

Vielleicht war dies der Grund dafür, dass sie manchmal das Gefühl hatte, in einem engen Raum ohne Licht gefangen zu sein und sich nicht rühren zu können. Das war kein Traum, kein Hirngespinst und auch keine Schlaflähmung – es war viel realer und unmittelbarer. Als wäre sie in einer Art gallertartiger Membran eingeschlossen. Sie konnte die gummiartigen Wände spüren. Sie rollte sich darin wie ein Fötus zusammen, blind und unfähig, Arme oder Beine zu bewegen, und mit dem Gefühl, sie wäre der letzte Mensch auf Erden. Die Verlassenheit war so umfassend, dass es ihr immer schwerer fiel, sich zu bewegen. Erst nach Minuten schaffte sie es meistens, sich wieder zu rühren, und auch ihr Herzschlag beruhigte sich allmählich. Sie verschränkte die Hände über der Brust und atmete gleichmäßig, um das Herzklopfen zum Abklingen zu bewegen. Als ihre Fingerspitzen über ihre linke Brust streiften, bemerkte sie eine leichte, unbekannte Asymmetrie, einen kleinen, harten Klumpen an der Außenseite der Brust.

Rasch zog sie die Hand weg, blieb reglos liegen und starrte an die Decke. Sie hatte die Angewohnheit, angesichts einer ominösen Vorahnung absolut still zu halten und sich nach innen zu kehren – sich »in einen Zustand der Qua
ntensuperposition zu begeben«, wie sie es nannte. Bestätigung und Ablehnung verflocht sie sowohl bewusst als auch unbewusst miteinander, bis sie zu einem Schluss kam. Dann wanderte diese Botschaft aus ihrem Kopf in ihren Körper.

Saeko öffnete zwei Knöpfe ihres Pyjamas, schob eine Hand durch den Schlitz und untersuchte sorgfältig beide Brüste – Brüste, die seit einem Jahr kein Mann mehr zärtlich gestreichelt hatte. Sie begann an den Brustwarzen und tastete die Brüste von dort in immer größer werdenden Kreisen ab, bis sie erneut den Knoten an der Unterseite der linken Brust fühlte. Sie hatte es nicht für möglich gehalten, aber der Knoten war eindeutig da, genau dort, wo sie ihn zuvor gespürt hatte.

Oh nein…

Saeko wusste nicht, wie sich Brustkrebs anfühlte, doch sie konzentrierte sich auf ihr Inneres und versuchte, dort irgendetwas Unbekanntes zu spüren. In ihrem Verdauungssystem, Atmungssystem, ihrem Kreislauf, Harnsystem, Fortpflanzungssystem, Nervensystem… Nacheinander stellte sie sich die verschiedenen Organgruppen vor und bemühte sich, die Entstehung und Streuung eines bösartigen Tumors wahrzunehmen. Natürlich spürte sie nichts. Sie gab es auf und versuchte stattdessen, sich zu erinnern, wann sie das letzte Mal zur Vorsorgeuntersuchung gegangen war.

Vor zwei Jahren. Vielleicht auch drei. Ihre Werte waren in Ordnung gewesen. Ja, laut der Ergebnisse war sie für eine Frau von Mitte dreißig beinahe zu gesund.

Bei dem Gedanken an Brustkrebs und der Erkenntnis, dass dahinter womöglich der Tod lauerte, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Eben noch hatte sie sich nicht eingestanden, dass sie Angst vor dem Tod hatte, doch diese Furchtlosigkeit verpuffte mit dem unheimlichen Gefühl, in ihrem Körper etwas Unnormales entdeckt zu
haben.

Ihre Libido war nie besonders ausgeprägt gewesen, doch als sie nun über ihre Brüste strich, stellte sie sich vor, ihre Hände wären die eines gesichtslosen Mannes. In einem Augenblick schien die Möglichkeit von Tod und Sex in einem einzigen Punkt in ihren Brüsten zu verschmelzen.

Wahrscheinlich ist es eine Brustentzündung, sagte sie sich. Während sie so die Angst vor dem Krebs verdrängte, setzte sie sich in ihrem Bett auf. Wenn sie herumlag, hatten ihre Gedanken zu viel Raum zu wandern. Es war besser, rasch aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Sie musste etwas tun, wenn sie ihre Qualen vergessen wollte.

Manche Leute arbeiteten, um Geld zu verdienen. Saeko arbeitete, um zu leben. Zurzeit war sie an der Produktion einer Fernsehsendung beteiligt. Sie hatte überlegt, ob sie mitmachen sollte oder nicht, doch ehe sie sich’s versah, war sie als festes Teammitglied in das Projekt eingebunden.

Immer noch auf dem Bett sitzend, griff Saeko zur Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein. Als der Ton zu hören war, verflüchtigte sich das Wort »Brustkrebs« aus ihrem Kopf, obwohl ihre linke Hand unbewusst weiter über ihre Brust strich.

Über den Vorfall war in der Sondersendung eines Boulevardmagazins berichtet worden. Genau wie heute hatte sie im Bett herumgelegen und mit der Fernbedienung den Fernseher eingeschaltet. Auf dem Schirm war das Bild eines stattlichen Landhauses vor einer grünen Hügellandschaft aufgetaucht. Auch damals war es kurz nach 9 Uhr gewesen.

Saeko erinnerte sich erstaunlich genau an die Sendung. Das Haus war im traditionellen japanischen Stil erbaut, von der Art, wie man sie manchmal in Bergdörfern sah. Die Reporterin ging langsam die sanft ansteigende, gepflasterte Straße vor dem Haus hinauf und berichtete dabei den Zuschauern, was geschehen war.

»Vor zwei Woc
hen ist eine vierköpfige Familie aus diesem Haus in einem Vorort von Takato verschwunden.«

Die Geschichte fesselte Saeko sofort. Die Worte drangen tief in ihr Bewusstsein ein und wühlten unsanft Erinnerungen an die Vergangenheit auf: das lebhafte Zirpen der Zikaden, die steile Steintreppe, die zu einem Schrein hinaufführte, die dichten Baumkronen der Riesenlebensbäume, die hoch oben...


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