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Fliege machen

Lila Zieglers dritter Fall.
eBook ePub

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Ein Hund ist schuld, dass Lila Ziegler auf der Straße landet: Ein Obdachloser, der :Fliege9 genannt wird, verschwindet aus Molles Kneipe und lässt sein Tier zurück. Der dicke Wirt bittet Privatdetektiv Ben Danner und Lila, den rechtmäßigen Hundebesit … weiterlesen
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Fliege machen als eBook

Produktdetails

Titel: Fliege machen
Autor/en: Lucie Flebbe

EAN: 9783894258498
Format:  EPUB
Lila Zieglers dritter Fall.
Grafit Verlag GmbH

26. September 2011 - epub eBook - 250 Seiten

Beschreibung

Ein Hund ist schuld, dass Lila Ziegler auf der Straße landet: Ein Obdachloser, der :Fliege9 genannt wird, verschwindet aus Molles Kneipe und lässt sein Tier zurück. Der dicke Wirt bittet Privatdetektiv Ben Danner und Lila, den rechtmäßigen Hundebesitzer zu suchen, um den kleinen Kläffer wieder loszuwerden. Ein Freundschaftsdienst, der sich nebenbei erledigen lässt, so glauben alle drei. Doch dann muss Danner Prügel einstecken und Lila macht sich mit den Gesetzen der Straße vertraut. Sie mischt sich unter die obdachlosen Kids - und das mitten im Winter. Was als eiskalter Job beginnt, wird bald tödlicher Ernst ... Lucie Flebbe kann es einfach: Auch Lilas dritter Fall besticht durch den unnachahmlichen Erzählstil und das Eintauchen in ein höchst ungewöhnliches Milieu - Krimikunst vom Feinsten!

Portrait

Lucie Flebbe (vormals Klassen) kam 1977 in Hameln zur Welt. Sie ist Physiotherapeutin und lebt mit Mann und Kindern in Bad Pyrmont. Mit ihrem Krimidebüt "Der 13. Brief" mischte sie 2008 die deutsche Krimiszene auf. Folgerichtig wurde sie mit dem "Friedrich-Glauser-Preis" als beste Newcomerin in der Sparte Romandebüt ausgezeichnet. www.lucieflebbe.de

Leseprobe

2.


Es war Viertel vor sieben an diesem Montagabend, als ich durchgefroren die Kneipe in Bochum-Stahlhausen erreichte. Der Schriftzug Bei Molle leuchtete einladend neben einer Werbung für das Bier der Bochumer Fiege-Brauerei. Die Hände tief in den Taschen meiner alten Cordjacke vergraben, stieß ich die Tür mit der Schulter auf.

Der Laden war eine echte, altmodische Kneipe, mit beige gefliestem Boden und einem mit Spirituosen überfüllten Regal hinter dem glänzend polierten Tresen. Die Polster der hölzernen Stühle und Sitzbänke waren passend zu den Tischdecken rot kariert. Es gab Fußballfotos und VfL-Flaggen an den Wänden, ein elektronisches Dartspiel, einen Flipper und einen Computer, an dem man für zwei Euro Trivial Pursuit spielen konnte.

Müde ließ ich mich auf einen Stuhl am Tisch direkt neben der Theke plumpsen: »Hi, Molle.«

Was für bescheuerte Arbeitszeiten! Bisher war mir verborgen geblieben, dass Kindergärtnerinnen Schicht arbeiten mussten. Aber tatsächlich wurden die ersten Kinder morgens um halb sieben abgegeben und die letzten erst gegen neunzehn Uhr wieder abgeholt. Dass Mütter ihre Berufung neuerdings nicht mehr in der Rolle der preisgünstigen Haushälterin ihrer Ehemänner fanden, sondern sich flexibel und motiviert an die Zweiundzwanzig-Uhr-Öffnungszeiten bei Penny anpassten, war für Erzieherinnen kein Anlass zur Freude.

Und für ausgebeutete Praktikantinnen war das ein Fluch. Den Vormittag von sieben bis zwölf hatte ich bei den Vormittagsschlümpfen verbringen dürfen. Nach einer arbeitnehmerfeindlichen dreistündigen Mittagspause ging es von drei bis sechs weiter mit den Nachmittagsgnomen. Teildienst nannte man diese freizeitverhindernde Elf-Stunden-Schicht. Wohl der Grund, aus dem im Gegensatz zu mir die meisten der Kindergär
tnerinnen halbtags arbeiteten. Nur Noch-Single Doro war genauso lange anwesend wie ich.

Der Wirt wischte sich die vom Spülen nassen Hände an der Schürze ab, die stramm seinen Bauch umspannte. Er kam um die Theke herum und schob mir einen großen, dampfenden Becher unter die Nase: »Mach ruhig Feierabend, Lila. Ich schaff das hier heute Abend schon allein.«

Ich schloss meine steifen Finger um die Teetasse: »Quatsch. Ich bin gleich wieder fit.«

Das warme Porzellan erzeugte ein schmerzhaftes Pochen in meinen rot gefrorenen Händen.

Im gleichen Moment schlang sich ein kräftiger, männlicher Unterarm um meinen Hals, nahm mich in den Schwitzkasten. Ich ließ den Becher stehen, krallte meine Finger in den kratzigen Strickärmel und versuchte fluchend, mich zu befreien – aussichtslos.

»Kannst du mir vielleicht verraten, wie deine moppelige Kollegin auf die Idee kommt, sie und ich hätten viele Gemeinsamkeiten?«

Lachend japste ich nach Luft.

»Keine Ahnung, warum alle Frauen auf deinen Gammellook fliegen«, log ich frech.

Danner dachte nicht dran, seinen Griff zu lockern. Er kippte mich mitsamt meinem Stuhl nach hinten und sah von oben auf mich herab: »Du hast mir das Huhn mit Torschlusspanik nicht zufällig auf den Hals gehetzt?«

»Nicht ›zufällig‹«, grinste ich. »Ich hab ermittelt. Dafür bezahlst du mich, falls du dich erinnerst. Und deinen Hintern hast du immer noch selbst vors Fenster gehalten.«

Danners graue Augen funkelten.

»Immerhin hab ich herausgefunden, dass in unserer Gruppe kein fremdes Handy gefunden worden ist«, berichtete ich, noch immer kopfüber nach hinten hängend.

Danner runzelte die Stirn: »Moppelchen hat aber was anderes behauptet.«

Ich verdrehte die Augen: »Mann, du wirs
t doch nicht auf den ältesten Trick der Welt reinfallen! Das Ding, mit dem sie dich angequatscht hat, war natürlich ihr eigenes Telefon. Die brauchte doch einen Vorwand, um dich angraben zu können.«

»Und hilfsbereit, wie du bist, hast du ihr den passenden Vorwand geliefert.« Abrupt ließ der Detektiv meinen Hals los und eine Sekunde später lag ich samt Stuhl auf dem Boden.

Während er sich auf einen freien Platz fallen ließ, rappelte ich mich hoch. Ich griff meine Teetasse: »Und was hast du heute rausgefunden?«

Molle stellte Danner ein Bier auf die karierte Tischdecke.

Der Detektiv zuckte die Schultern: »Berti ist kein Genie, aber seinen Job nimmt er sehr ernst. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der sich eine Erpressung ausdenkt.«

Das war nämlich der Grund, aus dem Simone Müller-Wunk, Leiterin der Kindertagesstätte Zwergenland, die Detektei Danner mit den Ermittlungen im Kindergarten beauftragt hatte. Die gepflegte, eher streng wirkende Diplom-Pädagogin hatte eine kurze, aber offenbar heftige Affäre mit dem dicken Berti gehabt. So heftig immerhin, dass auf dem Handy der Kindergartenleiterin mehrere Videos entstanden waren, die zeigten, wie der Hausmeister die schicke Rothaarige auf ihrem Schreibtisch beglückte.

Zu gern hätte ich gewusst, wie genau das ausgesehen hatte, denn meiner Meinung nach konnten weder die zierliche Diplom-Pädagogin noch der Schreibtisch eine Nummer unter Bertis Massen ohne größere Schäden überstehen.

Doch leider waren die lehrreichen Aufnahmen letzte Woche samt Handy verschwunden. Und weil Simone Müller-Wunk seit elf Jahren mit Peter Wunk, einem biederen Beamten der Agentur für Arbeit, verehelicht war, befürchtete sie nun, dass der dicke Berti ihr nach dem Ende ihrer kurzen Beziehung das Handy entwendet hatte. Die Kindergart
enleiterin glaubte, der Hausmeister sei bis über beide Ohren verliebt und wolle sie zwingen, zu ihm zurückzukehren. Oder noch schlimmer – er zeigte die interessanten Aufnahmen ihrem Mann, um so die Trennung zu provozieren.

Also hatte sie Danner und mich beauftragt, das Telefon schnellstmöglich wiederzubeschaffen.

»In Bertis Werkstatt habe ich jedenfalls kein knallrotes Handy gefunden.« Danner nippte an seinem Bier.

Dank der Signalfarbe sollte Frau Müller-Wunks Telefon eigentlich nicht zu übersehen sein. Stilbewusst hatte die Kindergartenleiterin es nämlich passend zu Haaren, Handtasche und Schuhen in ihrer Lieblingsfarbe gekauft.

Im Klartext waren wir mit unseren Ermittlungen also keinen Schritt vorangekommen. Das bedeutete, mir stand morgen ein weiterer Tag in der Schlumpfgruppe bevor. Seufzend rutschte ich vom Stuhl und trat neben Molle hinter den Tresen.

 

»Wofür schuftest du hier, Mädchen? Lohnt sich doch nicht! Benutz dein Köpfchen nicht nur zum Haarefärben, denk mal drüber nach.«

Inzwischen war es halb neun und ich wollte zurück an den Tisch an der Theke, an dem Danner und meine Teetasse auf mich warteten. Nach einem Tag unter kreischenden Kleinkindern war meine Toleranz für die Vollstrammen in Molles Kneipe begrenzt.

Wortlos stellte ich dem Idioten das nächste Fiege-Bier hin. Dabei betrachtete ich seine violett verfärbte Kartoffelnase etwas länger als nötig und überlegte, wie dick und blau sie erst anschwellen würde, wenn ich sie mit einem schnellen, gut platzierten Karatehieb zertrümmerte.

Die geplatzten Adern auf den Wangen des Mannes und die stark gerötete, von Knubbeln, alten Aknenarben und Bartstoppeln unebene Haut seines Gesichtes verrieten mir, dass er seinen Kopf seit Jahren nur benutzte, um Alkohol in seinen Körper zu füllen. Zumindes
t entschuldigten die freundlich geschätzten drei Promille, die er heute bereits in seine Blutbahn gepanscht hatte, seine hirnfreien Sprüche ein klitzeklein wenig und bewahrten dieses Mal sein bunt schillerndes Riechorgan vor dem Zusammenstoß mit meiner Handkante.

Ich sparte mir eine Antwort.

»Die wollen dich auslutschen«, lallte er hinter mir her. »Alle! Bei Vater Staat fängt’s an und bei der lieben Familie hört’s auf! Wenn du ’n dickes Auto unterm Arsch hast, lieben se dich. Aber wenn de inner Gosse liegst, trampeln sogar die Penner auf dir rum!«

Seine Zunge schien ihm beim Sprechen im Weg zu sein, was ihn aber nicht am Weiterfluchen hinderte. »Dat is unser doller Sozialstaat. Der lässt dich nich mehr hochkommen, wenn du einmal auf die Schnauze jefallen bist!«

Er setzte das Bierglas an die rissigen Lippen und trank mit großen Schlucken.

»Bring das mal Ben und Lenny, Lila!« Molle schob seinen beschürzten Bauch hinter der Zapfanlage hervor und reichte mir zwei Gläser. Sein grauer Haarkranz wippte um das von hellen Bartstoppeln übersäte Gesicht und Lachfältchen runzelten sich in seinen Augenwinkeln, als er mir über die halbmondförmige Brille hinweg zuzwinkerte: »Sonst fangen die auch noch an zu randalieren.«

Ich trug die beiden Biergläser zum Tisch an der Theke, an dem neben Danner jetzt auch Danners bester Kumpel Kriminalkommissar Lennart Staschek saß.

»Wieso schmeißt Molle den Penner nicht endlich raus?«, knurrte Staschek genervt. »Der hatte doch schon vorm Mittag genug.«

Der anschmiegsame braune Kaschmir des Pullunders harmonierte perfekt mit dem dicken, welligen Haar des Kommissars und seinen schönen, kastanienfarbenen Augen. Die Wahl der samtweichen Oberbekleidung schien sogar auf seine Stimme abgestimmt zu sein, de
ren Klang einen Versicherungsverkäufer im Telefondienst vermuten ließ. Dass Staschek seinen guten Geschmack gern auf seine Frau schob, hatte ich ihm noch nie so ganz abgekauft. Denn das schmale Gesicht des Polizisten schien auch jetzt im Januar ansprechend gebräunt, was ich mir nur mit heimlichen Solariumbesuchen erklären konnte. Und zu denen zwang ihn vermutlich doch eher die eigene Eitelkeit als seine patente Ehefau. In jedem Fall hätte der attraktive Kommissar besser auf ein Werbeplakat für Haarpflegeprodukte gepasst als in eine schmuddelige Kneipe in Bochum-Stahlhausen.

Ich stellte die Gläser...


Pressestimmen

"Da ist es wieder, das neue Krimiwunder: Lucie Flebbe schreibt sich mit ihrem zweiten Roman >Hämatom< ganz ungeniert weiter in die Spitzengruppe des deutschen Krimis." FOCUS Onlin

Technik

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