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Das Bernstein-Amulett

Geschichte einer Familie aus Deutschland. Überarbeitete Neuausgabe.
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Eine große Familiensaga, in der sich das Schicksal des geteilten Deutschlands widerspiegelt - anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls aktuell wie eh und je: Deutschland, 1945-1990. Ein Land zwischen Zusammenbruch und Wiederverein … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Das Bernstein-Amulett
Autor/en: Peter Prange

EAN: 9783943824315
Format:  EPUB ohne DRM
Geschichte einer Familie aus Deutschland.
Überarbeitete Neuausgabe.
hockebooks GmbH

20. Dezember 2013 - epub eBook - 510 Seiten

Beschreibung

Eine große Familiensaga, in der sich das Schicksal des geteilten Deutschlands widerspiegelt - anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Berliner Mauerfalls aktuell wie eh und je: Deutschland, 1945-1990. Ein Land zwischen Zusammenbruch und Wiedervereinigung. Eine Familie zwischen Ost und West. Und eine Frau zwischen zwei Männern ... Im Mittelpunkt steht eine Frau: Barbara. Ihre Familie wird durch den Zweiten Weltkrieg auseinandergerissen und kann erst ein halbes Jahrhundert später wieder zusammenfinden. Dazwischen liegen Jahre des Überlebenskampfes, des Wiederaufbaus, des Kalten Krieges und des Sich-Arrangierens in verschiedenen Welten - bis zur Wiedervereinigung. Eine Geschichte, wie sie nirgendwo auf der Welt hätte passieren können, außer in Deutschland ... »>Das Bernstein-Amulett< ist ein vollendeter ergreifender Schicksalsroman, und es gab selten ein Buch, das mich so in seinen Bann gezogen hat wie dieses. Es gehört mit Sicherheit zu den spannendsten, gefühlvollsten und einfallsreichsten Büchern, die ich je gelesen habe. Ständig war ich hin und her gerissen zwischen banger Hoffnung, Verzweiflung, Enttäuschung, Erleichterung und Glückseligkeit; und es gab so manche Stelle, an der ich beinahe weinen musste. Ein bisschen ,Vom Winde verweht', ein Hauch von >Doktor Schiwago< und ein wirklich fesselnder Roman über die Geschichte einer Familie aus Deutschland.« Buchtipp, WDR 4

Portrait

Geboren 1955, promovierte mit einer Arbeit zur Sittengeschichte der Aufklärung. Der Durchbruch gelang ihm mit »Das Bernstein-Amulett« (als Zweiteiler verfilmt für die ARD). Mit seinen Bestsellern »Die Principessa«, »Die Philosophin«, »Die Rebellin«, »Der letzte Harem« und »Die Gottsucherin« hat er sich auch international einen Namen gemacht. Seine Bücher wurden in 24 Sprachen übersetzt, mit einer internationalen Gesamtauflage von über 2,5 Millionen Exemplaren. Zuletzt erschienen von ihm die ...

Leseprobe

ZWEITES BUCH
Die Stunde Null
1946/47


1


Aus dem Schornstein der Küchenbaracke stiegen Rauchwolken in den grauen Himmel empor, und aus den Lautsprechern der Kommandantur schepperte Marschmusik. Ein Tag wie unzählige andere brach an in Grasnoworsk, einem Arbeitslager für zweitausend deutsche Kriegsgefangene, das sich am Ufer der Desna, umgeben von sumpfigen Wäldern, im riesigen Reich der Sowjetunion verlor, klein und bedeutungslos wie ein Sandkorn in der Wüste.

Alex wusste nicht, ob er schlief oder wach lag, ohne Gefühl für die verrinnende Zeit im trüben Schein der Barackenfunzel, die sich weder ein- noch ausschalten ließ, sondern die ganze Nacht hindurch ihr gleichförmiges, armseliges Licht verströmte. Seit er am Abend nach der Arbeit auf sein Lager gesunken war – zu schwach, um den Teller Kohlsuppe aus eigener Kraft zu sich zu nehmen, sodass Üppi ihm die wässerige Flüssigkeit Löffel für Löffel hatte einflößen müssen –, war er unzählige Male auf der Latrine gewesen und hatte sich die übrigen Stunden im Fieber auf seiner Pritsche hin und her geworfen, zugedeckt nur mit seinem Uniformmantel, der Brotbeutel mit dem Kochgeschirr als Unterlage für seinen Kopf, anstelle eines Kissens.

«Gut, dass Sie mich gerufen haben, Hauptmann. Ich verständige sofort Dr. Swetlana.»

«Die Swetlana? Die lässt ihn zur Arschbackenparade antreten, und wenn er noch ein Gramm Fleisch auf den Knochen und keine vierzig Grad Fieber hat, erklärt sie ihn für arbeitsfähig. Können Sie ihn nicht direkt ins Revier einweisen, Oberstabsarzt?»

«Sie wissen selbst, dass ich das nur in Notfällen darf. Die von der Lagerleitung vorgeschriebene Krankenquote beträgt drei Prozent, tatsächlich sind aber über vierzig Prozent der Männer kr
ank. Woher soll ich die Betten nehmen?»

«Leutnant Reichenbach ist ein Notfall, Doktor!»

Alex schlug die Augen auf. Vor seiner Pritsche standen Üppi, sein ehemaliger Kommandeur, und Dr. Seibold, der deutsche Lagerarzt.

«Ich bin nicht krank», sagte Alex. «Nur entsetzlich schlapp und müde.»

«Ah, die Leiche kann sprechen», sagte Seibold und setzte sich zu ihm. «Durchfall?»

«Alle zehn Minuten», antwortete Üppi. «Er schafft es kaum bis zum Lokus. Er wiegt keine fünfzig Kilo mehr, und schauen Sie mal seine Beine an!» Er schlug Alex' Mantel zurück; der Arzt zog die Hosenbeine hoch und betastete seine blauroten Waden, die von Wassereinlagerungen zum Zerplatzen angeschwollen waren. «Wenn er nicht ins Lazarett kommt, macht er's keine zwei Wochen mehr!»

«Nun gut», sagte Dr. Seibold. «Ich glaube, ich kann eine Einweisung verantworten.»

«Nein», widersprach Alex. «Das können Sie nicht. Ich bin kein Notfall, andere brauchen das Lazarett nötiger als ich.»

«Halleluja, ein Held! Ich dachte schon, so was gäb's gar nicht mehr», sagte Dr. Seibold.

«Sehen Sie?» sagte Üppi. «Das Fieber hat ihn schon ganz wirr im Kopf gemacht.»

Mit einer Energie, die niemand ihm zugetraut hätte, fuhr Alex zu Üppi herum. «Halt dein verdammtes Maul! Ich kann selbst beurteilen, ob ich krank bin oder nicht. Und Sie, Herr Doktor, sollten sich lieber um diejenigen kümmern, die wirklich Ihre Hilfe brauchen.»

Seibold schüttelte den Kopf. «Sie sind ein komischer Heiland, Leutnant», sagte er. «Doch bitte sehr, wenn Sie partout so wollen – des Menschen Wille ist sein Himmelreich!»

Bevor der Arzt ging, verabreichte er Alex die übliche
Spritze, von der es hieß, sie enthalte «reines» H2O sowie ein paar Esslöffel flüssiger, zu Schaum aufgeschlagener Hefe, die Alex ein wunderbares Völlegefühl im Bauch bescherte. Für einen Augenblick gestärkt, legte er den kurzen Weg von der Baracke zum Appellplatz zurück, wo die Gefangenen wie jeden Morgen in Fünferreihen antraten, die mageren Gesichter mit den kahlgeschorenen Schädeln auf die Kommandantur gerichtet, in gehörigem Abstand zu dem Sicherheitsstreifen vor dem Stacheldrahtzaun mit dem geharkten Sand, den zu betreten jeden Gefangenen das Leben kostete. Oberst Weber, der deutsche Kommandant, erstattete Meldung an den russischen Offizier vom Dienst; dann wurde der Reihe nach durchgezählt, drei- oder viermal, weil die Zahlen mal wieder nicht stimmten, und schließlich trotteten sie durch das große Tor hinaus, schon am Morgen erschöpft und mit hängenden Köpfen, unter den Augen der Wachtposten auf den Türmen, die Befehl hatten, auf jeden zu schießen, der sich von dieser Kolonne des Elends entfernte. Die Bäume auf den Bergen waren schon mit einer Puderschicht Schnee bedeckt. Es war nur noch eine Frage von Tagen, wann der Frost einsetzte.

Grasnoworsk war das sechste oder siebte Arbeitslager, in dem Alex interniert war. Seit seiner Gefangennahme bei Stargard – das war jetzt anderthalb Jahre her – hatte er in einem Bergwerk, in einer Ziegelei, in einer Chemiefabrik, in einer Mühle und in einer Sowchose gearbeitet, mit Ausnahme der Chemiefabrik immer zusammen mit Üppi, weshalb die zwei inzwischen als «Ehepaar» galten. Bei jedem Lagerwechsel hatte es «Skora damoi!» geheißen – «Bald geht's nach Hause!» Doch in Wirklichkeit war es nur immer weiter in Richtung Osten gegangen.

Das Lager Grasnoworsk gehörte zur Staatsbahn. Hier mussten sie Bäume fällen
und quer durch den Wald eine Schienentrasse anlegen, die irgendwann einmal, wenn die Bodenschätze, die angeblich in der Erde lagerten, erschlossen und abgebaut würden, den weltabgeschiedenen Ort mit dem rund hundertfünfzig Kilometer entfernt liegenden Verladebahnhof von ?ernigow verbinden sollte. Alex ging davon aus, dass ihr Aufenthalt diesmal länger dauern würde. In den drei Monaten, die sie hier interniert waren, hatten sie nicht mal einen Kilometer Gleise verlegt.

Als der Brigadier die Arbeitseinteilung verkündete, holte Alex tief Luft. Ausgerechnet heute musste es ihn erwischen: Schienenschleppen! Diese Arbeit war schlimmer als alle anderen und nur bei solchen Häftlingen beliebt, die Fluchtpläne schmiedeten, weil man dabei einigermaßen sicher vor Spitzeln reden konnte. Alex kannte seinen Körper; er wusste, dass er diese Maloche in seinem Zustand keine zwei Stunden überstehen würde.

«Wenn du willst, können wir tauschen», schlug Heribert Schneider, ein ehemaliger SS-Mann, ihm vor. «Ich habe die Materialausgabe.»

In Alex keimte eine schwache Hoffnung auf. «Und was verlangst du dafür?»

Schneider schaute ihn mit seinem Unschuldsgesicht an, das er immer aufsetzte, wenn er ein Geschäft vorschlug. «Nur deine Postkarte.»

Alex schloss die Augen. In der Materialausgabe konnte er den Rest des Tages im Sitzen verbringen, und die Latrine war gleich nebenan: eine paradiesische Vorstellung. Doch heute war kein gewöhnlicher Tag; heute war Posttag – der erste, seit Alex in Gefangenschaft war. Am Abend, nach der Essensausgabe, würde der Politoffizier die Briefe austeilen, die von Deutschland gekommen waren, und umgekehrt jedem Gefangenen die Rote-Kreuz-Postkarte aushändigen, die es von nun an einmal pro Monat geben sollte, die einzige Möglichkeit, eine Nachricht nach Hause zu schicken. Als er die A
ugen wieder öffnete, grinste Schneider immer noch. Alex musste sich beherrschen, um ihm nicht in die Fresse zu schlagen.

«Scher dich zum Teufel!»

Er wünschte sich, der Tag wäre bereits vorüber. Zusammen mit Üppi trottete er zu dem Stapel rostiger Schienen, die von dort aus fünfhundert Meter weiter bis zur Spitze der Trasse transportiert werden mussten. Zu zweit schleppten sie die zentnerschweren Eisenstangen, einmal auf der linken, einmal auf der rechten Schulter, eine Schiene in vierzehneinhalb Minuten vom Stapelplatz bis zur Trasse, einschließlich Rückweg – das war die Norm.

Nach drei Stunden fiel Alex, vollkommen entkräftet, in Ohnmacht.

Als er wieder zu sich kam, wusste er nicht, wo er sich befand. In der Luft hing ein scharfer, alkoholischer Geruch. Mit geschlossenen Augen versuchte er sich zu erinnern, was passiert war. Von irgendwoher drang eine leise Stimme an sein Ohr; sie erzählte von einer Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer, von einer Tanzkapelle und von einem Büffet mit solchen Unmengen an Speisen, dass der größte Teil davon Abend für Abend ins Meer geworfen werden musste. Als Alex die Augen aufschlug, sah er, dass er im Lazarett lag. Üppi saß auf seiner Bettkante.

«Hier, deine Karte», sagte er und gab ihm das kleine, graue Stück Karton in die Hand.

Alex nahm die Karte, als wäre sie eine Hostie.

«War Post für mich dabei?» fragte er zögernd.

Üppi schüttelte den Kopf. «Tut mir leid», sagte er. «Aber ich kann dich trösten, für unsere ganze Baracke waren es keine zehn Briefe. Ich habe auch nichts bekommen.»

Alex musste schlucken. Er brauchte ein paar Sekunden, um die Enttäuschung zu verkraften.

«Vielleicht halten sie noch Post zurück», sagte er schließlich.

«Schei&szli
g; was auf die Post», sagte Üppi. «Es gibt eine Neuigkeit, die vielleicht viel wichtiger ist... Wir haben einen neuen Politoffizier. Angeblich haben sie ihn hierher strafversetzt, weil er in Deutschland mit dem Feind fraternisiert hat.»

«Ja und? Was geht uns das an?»

«Ein Major Belajow oder Belajew. Wer weiß, vielleicht ist er kein so scharfer Hund, und unsere Aktien steigen. Mensch, sag doch endlich ja, und Weihnachten sind wir zu Hause.»

«Fängst du schon wieder damit an?»

Üppis Gesicht war fast zum Skelett abgemagert, und seine Augen glühten in ihren Höhlen wie zwei Kohlestücke. «Wir müssen fliehen, Alex. Flucht ist unsere einzige Chance. Wenn sie uns den...


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