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Schneckenkönig

Nettelbecks erster Fall.
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Ein spleeniger Kommissar taucht ein in die Kulturenvielfalt Berlins - Wittkamps Debüt hat alles, was der Krimisüchtige sucht. Martin Nettelbeck ist einer der erfolgreichsten Mitarbeiter im Berliner LKA - gewesen. Denn nach einem Angriff auf einen Ko … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Schneckenkönig
Autor/en: Rainer Wittkamp

EAN: 9783894258849
Format:  EPUB
Nettelbecks erster Fall.
Grafit Verlag

7. März 2013 - epub eBook - 183 Seiten

Beschreibung

Ein spleeniger Kommissar taucht ein in die Kulturenvielfalt Berlins - Wittkamps Debüt hat alles, was der Krimisüchtige sucht. Martin Nettelbeck ist einer der erfolgreichsten Mitarbeiter im Berliner LKA - gewesen. Denn nach einem Angriff auf einen Kollegen wurde er ins Referat 'Versorgung' zu Bleistiftanspitzern und Druckerpapier verbannt. Ein Personalengpass ruft ihn nun wieder auf den Plan, aber die Ermittlungen im Fall eines ermordeten Schwarzen versprechen alles andere als einfach zu werden: Nettelbecks Vorgesetzte misstraut ihm aufgrund der damaligen Ereignisse und lässt ihn nicht aus den Augen. Zudem gestaltet sich die Identifizierung der Leiche als schwierig. Der junge Mann war offensichtlich ein Ghanaer, doch in der afrikanischen Gemeinschaft beißen Nettelbeck und sein Partner auf Granit, niemand will den Toten zu Lebzeiten gekannt haben. Dem Kommissar sitzt die Zeit im Nacken - wenn er nicht innerhalb weniger Tage Ergebnisse liefern kann, droht ihm die Rückversetzung in die verhasste Bürobedarfshölle ...

Portrait

Rainer Wittkamp wurde in Münster/Westfalen geboren. Bereits während des Studiums der Kunstgeschichte, Soziologie und Theaterwissenschaft in Berlin arbeitete er als Regieassistent. Seit 1992 führte er Regie bei diversen Fernsehserien und betätigte sich als Producer, Dramaturg, Headwriter und Stoffentwickler für namhafte Produktionsfirmen. Seit Mitte der Neunzigerjahre schreibt er auch Drehbücher für Familienserien und allerhand Kriminelles ('Die Wache', 'SOKO Leipzig', 'SOKO Wismar'). Schneckenkönig ist Wittkamps erster Kriminalroman.

Leseprobe

1

Die Hände des Toten waren an seine Brust gepresst, der Mund weit geöffnet. Die Baggerschaufel hatte das rechte Bein fast aus dem Hüftgelenk gerissen. In bizarrer Verrenkung deutete es zum Ostbahnhof, dessen Lichter an dem trüben Aprilmorgen schwach leuchteten.

Die Leiche lag vielleicht drei oder vier Tage im Schlamm des Abwasserkanals, während wenige Meter entfernt die Nutten Nacht für Nacht die Kondome ihrer Kunden entsorgt hatten.

Der Regen ließ langsam nach und zwei uniformierte Polizisten versuchten, die Gaffer davon abzuhalten, die letzte noch nicht bebaute Fläche in Bahnhofsnähe zu betreten.

Ein schlaksiger junger Mann mit rotblonden Locken und hunderttausend Sommersprossen kam über den von Reifenspuren durchpflügten Boden und ging zu zwei Einsatzfahrzeugen. Mit seiner rostfarbenen Chino, dem verwaschenen T-Shirt und der lichtgrünen Kunstlederjacke hätte er besser in einen abgeranzten Friedrichshainer Club gepasst als an den Schauplatz eines Kapitalverbrechens.

In einem der Einsatzfahrzeuge saß der Baggerfahrer, der die Leiche entdeckt hatte. Sein dunkelblauer Overall war mit Erbrochenem bekleckert.

Der Rotblonde beugte sich in den Mercedes-Sprinter, lächelte den Baggerfahrer an.

»Wilbert Täubner, Landeskriminalamt. Echte Scheiße, was?«

Der Baggerfahrer nickte, bemühte sich um Haltung. »Hab alles ausgekotzt. Ist mir noch nie passiert so was.« Erneut begann der Mann zu würgen.

»Ging mir beim ersten Mal genauso«, Täubner reichte ihm ein paar Papiertaschentücher. »Werd ich mich auch nie dran gewöhnen.«

Der Baggerfahrer würgte heftiger, Papiertaschentücher waren keine Lösung. Der Kriminalkommissar nahm den Mann an den Schultern und bugsierte ihn nach draußen, damit er sich au&szli
g;erhalb des Polizeifahrzeuges übergeben konnte.

Täubner befürchtete, dass diese Art von Einsätzen ihn in den kommenden dreißig Jahren seines Polizistendaseins begleiten würde. Das war nicht sehr verlockend. Vielleicht sollte er doch besser in die Heimat fliehen und Winzer werden. Statt Großstadtzombies zu jagen, lieber Rhombenspanner und Traubenwickler an den Moselhängen killen.

Eine stämmige Mittvierzigerin kletterte die Böschung hinab. Sie trug ein Glencheck-Kostüm und dem Wetter angepasste Schnürschuhe. Ihre Haare waren dunkel getönt und mit hellen Strähnchen versetzt. In der bodenständigen Aufmachung wäre Kriminalrätin Jutta Koschke ohne Weiteres als Direktorin einer oberfränkischen Polizeiinspektion durchgegangen. Die Leiterin des Dezernats Delikte am Menschen ging zu den Einsatzfahrzeugen, wo Täubner gerade die Kollegen der KTU instruieren wollte.

Koschke baute sich vor den Männern auf, wühlte in ihrer Handtasche, wurde offensichtlich aber nicht fündig. »Morgen. Wer ist hier der leitende Beamte?«

»Im Moment ich«, erwiderte Täubner.

»Sie?«

Täubner nickte.

»Na super. Kommissar Täubner, richtig? Wie lange sind Sie schon bei uns? Zwei Monate?«

»Genau genommen drei – nächste Woche«, erwiderte Täubner.

»Und wo ist der Kollege Buchwald?«

»Ist heute Morgen nach Dublin geflogen. Nimmt an einem Seminar teil.«

»Was für ein Seminar?«, fragte Koschke entgeistert.

»Internationale Zusammenarbeit in der Kriminalitätskontrolle und die damit verbundenen rechtlichen Problemstellungen«, erklärte Täubner. »Oder so ähnlich.«

»Und wann kommt er zurück?«

»In neun Tagen

»Und wieso erfahre ich das erst jetzt?«

Täubner zuckte die Achseln.

Koschke fand endlich ihr Smartphone und wählte. »Roger, guten Morgen. Jutta hier. Ihr könnt doch nicht einfach Paul Buchwald abziehen, ohne mir Bescheid zu sagen. – Und wer hat seine Teilnahme bewilligt? Ich war das nicht! – In der Woche hatte ich Urlaub, das wusstet ihr doch! Wieso hat mir kein Mensch was gesagt? – Super, ihr seid vielleicht Teamplayer, alle Achtung! – Und woher kriege ich jetzt einen Ersatzmann? – Ja, der Tote am Ostbahnhof.«

Alles hätte ganz anders kommen können. Erheblich schlimmer. Der Polizeipräsident hätte ihn in die Polizeischule abschieben können. Zu den Diensthundeführern, ins Polizeimuseum, selbst in den Verkehrskindergarten, wie er sich in besonders trüben Momenten ausmalte. Sogar seine fristlose Entlassung wäre drin gewesen. Er wusste nicht, ob das der Korpsgeist verhindert hatte oder seine berufliche Erfolgsbilanz.

Stattdessen wurde er zur Zentralen Serviceeinheit versetzt, zum ZSE. Ins Dezernat Dienstleistung, als stellvertretender Leiter des Referats ZSE II C – Versorgung. Das Referat war zuständig für die Beschaffung von Ausrüstung, Dienstbekleidung, Einsatzgeräten, Waffen und Munition. Wobei er für den Unterbereich ZSE II C 1 verantwortlich war, die Versorgung der Berliner Polizei mit Bürobedarf. Seit dem Tag der Versetzung bestand seine Welt ausschließlich aus Stempelkissen, Kugelschreibern, Hängeregistraturen, Klebestiften und Heftzangen. Eben alles, was in den Büros des Polizeivollzugsdienstes benötigt wurde.

Die Tätigkeit war noch langweiliger, als er vorher befürchtet hatte. Druckereinheiten mit Multifunktionspapier auszustatten, Briefumschläge nach ISO 269 oder DIN 67
8 zu unterscheiden, Bleistifte nach einundzwanzig Härtegraden sortiert zu ordern, von 9B über HB bis zu 9H – zweifellos das Grauen, der Gipfel an Langeweile. Konnte es etwas Öderes geben? Besonders für einen Kriminalbeamten, der für seinen beispielhaften Einsatz bei einer United-Nations-Mission im Kosovo mehrfach ausgezeichnet wurde? Der den Ruf hatte, die kompliziertesten Fälle zu lösen? Der unmittelbar vor seiner Ernennung zum Kriminalrat stand?

Nettelbeck hätte den Arbeitsplatz natürlich ablehnen, mit Ende dreißig noch einmal ganz von vorn anfangen können. Etwas völlig Neues machen. Aber erstens hatte er nicht die geringste Idee, was er stattdessen hätte tun sollen. Mit seinem Posaunenspiel hätte er sich niemals über Wasser halten können. Ausgeschlossen. Und zweitens war er immer davon überzeugt gewesen, dass man ihn schon bald rehabilitieren würde. Zurückholen zur Mordkommission des Landeskriminalamtes Berlin, ins Dezernat Delikte am Menschen.

Doch nach zwei Jahren beim ZSE II C 1 hatte er seinen Optimismus verloren. Weder seine Rehabilitation, noch seine Rückkehr ins Dezernat D. a. M. waren auch nur einen Millimeter näher gerückt. Im Gegenteil: Die Chancen darauf verblassten mit jedem Tag mehr. Martin Nettelbeck fühlte sich nicht nur auf dem Abstellgleis, er fühlte sich nach Sibirien verbannt, in den Kriminalisten-Gulag, endgültig zum Polizeikasper degradiert. Für jetzt und in alle Ewigkeit.

Jutta Koschke sah zu, wie die beiden Kriminaltechniker den Leichnam aus dem Abwasserkanal hoben. Der Tote war männlich und schlammverschmutzt. Und er war schwarz. Seine Schuhe fehlten, er trug lediglich Hemd und Jackett. Die Strümpfe hingen an seinen Fersen, waren völlig verdreckt. Im Genitalbereich gingen etliche Stichverletzungen ineinander ü
;ber, bildeten ein Wundgeflecht.

Die Kriminaltechniker legten den Toten auf eine Isoliermatte. Leschke, der ältere der beiden, deutete ins Innere der aufgerissenen Kanalröhre, wo einige Kleidungsstücke zu erkennen waren. »Müssten seine Klamotten sein.«

Koschke beugte sich hinunter, schaute kurz in die Röhre. »Lasst es bitte noch liegen, Ingo. Sichert zuerst die Außenfläche.«

»Könnte ein Ami sein, oder?«, sagte der jüngere KTUler. »Vielleicht aus dem Backpacker-Hostel hinterm Ostbahnhof.«

»Möglich.«

Während der Regen wieder heftiger wurde, kam Kommissar Täubner die Stufen des Baucontainers herunter, zwei Kaffeebecher balancierend, die er mit der freien Hand vor dem Regen schützte.

»Die Rechtsmediziner stehen im Stau. An der Jannowitzbrücke«, Täubner reichte Koschke einen der Becher. »Müssten aber jeden Moment hier sein.«

»Gut. Danke.«

Es klingelte und die Kriminalrätin gab Täubner den Kaffeebecher zurück. Umständlich fischte sie ihr Smartphone aus der Handtasche.

»Koschke.«

»Roger hier. Ich habe deinen Ersatzmann. Martin Nettelbeck springt für Paul ein.«

»Du nimmst mich auf den Arm …«

»Nein. Martin ist perfekt. Du weißt, wie viele Fälle er gelöst hat.«

Koschke schnaubte: »Früher mal. Da spielte er auch noch nicht mit Buntstiften. Muss ich dich daran erinnern, welchen Mist dein Kumpel gebaut hat, Roger? Er hätte fast einen Kollegen erschossen.«

»Übertreib nicht. Es war eine Fleischwunde an der Wade. Völlig harmlos.«

»Harmlos? Der Kollege war fünf Monate krankgeschrieben.«

»Das Disziplinarverfahren gegen Martin ist einge
stellt worden. Seine Versetzung war doch nur für die Galerie.«

In Koschkes Mimik arbeitete es. Dann machte sie einen neuen Ansatz. »Vielleicht sollten wir das erst mal mit dem Chef besprechen.«

»Schon passiert. Er ist einverstanden.«

Martin Nettelbeck stand in einem der besseren Büros des Landeskriminalamts am Tempelhofer Damm und schaute auf die Landebahnen des stillgelegten Flughafens, der inzwischen als Tempelhofer Freiheit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden war.

Ein Halbwüchsiger versuchte, einen Trapezdrachen per Propeller-Spin zu wenden, und hatte Probleme, die Höhe zu halten. Das Fluggerät brach immer wieder aus und drohte, mit einem schlangenförmigen Chinadrachen zu kollidieren. Der Trapezdrachen erinnerte den Kommissar an eine überdimensionierte Vagina, der Chinadrachen an einen schlaffen Phallus.

Was für bescheuerte Vergleiche, rief sich Nettelbeck...


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