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Der Glückliche schlägt keine Hunde

Ein Loriot Porträt. 1. Auflage. Mit 60 mitlaufenden Abbildungen.
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Vicco ante Portas!

Ihr Hund kann überhaupt nicht sprechen? Macht nichts, dafür können Sie das Porträt eines der beliebtesten Humoristen Deutschlands lesen. Stefan Lukschy, langjähriger Weggefährte und enger Vertrauter Loriots, erzählt voller Respekt … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Glückliche schlägt keine Hunde
Autor/en: Stefan Lukschy

EAN: 9783841206640
Format:  EPUB
Ein Loriot Porträt.
1. Auflage.
Mit 60 mitlaufenden Abbildungen.
Aufbau Digital

1. Oktober 2013 - epub eBook - 345 Seiten

Beschreibung

Vicco ante Portas!

Ihr Hund kann überhaupt nicht sprechen? Macht nichts, dafür können Sie das Porträt eines der beliebtesten Humoristen Deutschlands lesen. Stefan Lukschy, langjähriger Weggefährte und enger Vertrauter Loriots, erzählt voller Respekt, Witz und Liebe von dem Mann, der die Deutschen das Lachen gelehrt hat.

Loriots Sketche sind Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden -- wer kann sich heute noch eine Liebeserklärung ohne Nudel vorstellen? Stefan Lukschy lernte Vicco von Bülow 1975 kennen, als er dessen Regieassistent wurde. Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich eine langjährige Freundschaft -- bis zu Loriots Tod im Jahr 2011. Beide verband nicht nur ihre Liebe zur Komik, sondern auch die Faszination für die Musik, insbesondere für die Oper. Lukschy erzählt, wie er als langhaariger Student aus Berlin den "preußischen Edelmann" in Ammerland kennen lernte. Er schildert den für seinen Perfektionismus berüchtigten Künstler ebenso wie den Privatmann Loriot, der seinen Freunden ein inniger und loyaler Vertrauter war.

Mit Beiträgen von Harald Clemen, Axel Hacke, Bully Herbig, Hape Kerkeling, Rudolf Kowalski, Heinz Meier, Peter Neugebauer, Bastian Pastewka, Max Raabe, Peter Raue, Dagmar Reim, Otto Sander, Heinrich Schafmeister und Helmut Schmidt.

Portrait

Stefan Lukschy, geboren 1948 in Berlin, studierte nach dem Abitur Musikwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Publizistik an der Freien Universität Berlin sowie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), danach freiberuflich tätig als Autor und Regisseur, zahlreiche Fernsehproduktionen und Spielfilme.

Leseprobe

Ammerland, die Erste


Am 16. März 1975, knapp zwei Wochen nach unserem ersten Beschnuppern, erreichte mich ein Brief unseres Redakteurs Jürgen Breest: »Lieber Stefan, Loriot ist sehr angetan von Dir, unserer Arbeit steht nun also nichts mehr im Wege.«

Diese positive Nachricht fiel in eine für mich privat sehr schwere Zeit. Während der Vorbereitungen und des Drehs der ersten Bremer Sendung hatte mein Bruder psychische Probleme, die ihn zu Aufenthalten in Nervenkliniken zwangen, mit meinem Vater lag ich politisch über Kreuz, die geliebte Großmutter, mein Anker in der Familie, war altersschwach und bedurfte meiner Hilfe. Und das Studium an der dffb verlangte mir viel ab. Während ich in Berlin meinen eigenen Abschlussfilm, die Heimarbeiterinnen-Komödie »Krawatten für Olympia«, vorbereitete, arbeitete ich parallel als Kameramann bei dem Abschlussfilm einer Kommilitonin. Zu allem Überfluss war ich auch noch unglücklich verliebt.

Aus einer zerrissenen Stadt und aus einer zerrissenen Lebenssituation kommend, setzte ich mich am 6. April 1975 stark übernächtigt in meinen zum Campen selbst ausgebauten rostigen alten VW-Bus (grau, geteilte Frontscheibe, Ersatzreifen mit roter Radkappe vorn angeschraubt, schadhaftes Getriebe) und fuhr über die löchrige und kaputte DDR-Autobahn zum Starnberger See. Ich kam aus der Vorhölle und landete im Paradies.

Loriots Haus in Ammerland ist, er hat dies oft erzählt, kein der Gegend entsprechendes typisch bayerisches Bauernhaus. Er hat es selbst entworfen, vom Stil her ist es ein bescheidenes märkisches Herrenhaus, wie man es in den Straßendörfern Brandenburgs häufig findet – eine Hommage an Loriots Kindheit in seiner Geburtsstadt Brandenburg und in Berlin. Der klassizistische Entwurf sah im Rohbau derart schlicht aus, dass der Chef der ausführenden Baufirma vor S
cham die Bauschilder mit seinem Firmennamen entfernte. Erst als Stuck und dunkelgrüne Fensterläden den Bau schmückten, wies der Mann mit Stolz darauf hin, dass er das Haus gebaut hatte.

Familie von Bülow brachte in mir Saiten zum Klingen, von denen ich glaubte, sie seien längst verstummt. Meine eigene Familie war eine seltsame Mischung aus unterschiedlichen Lebenswelten. Meine Mutter, die Bühnenbildnerin, Innenarchitektin und Malerin Viktoria von Schack, stammte aus verarmtem Land- und Offiziersadel, mein Vater hatte sich aus ärmlichen kleinbürgerlichen Verhältnissen hochgearbeitet. Meine Eltern waren Künstler, heute würde man ihren Lebensstil vielleicht als »bourgeois-bohèmien« bezeichnen. In dieser reizvollen Mischung aus erlesenem Geschmack (meine Mutter) und sprühendem Witz (mein Vater) wuchs ich auf. Leider hielt die Ehe meiner Eltern nur kurz. Nachdem die zweite Ehe meiner Mutter ebenfalls gescheitert war und sich die psychischen Probleme meines Bruders häuften, nahm sich meine Mutter 1965 das Leben. Ich war siebzehn Jahre alt. Für mich brach eine scheinbar heile Welt zusammen, die ich, wenn auch in anderer Form, bei Bülows wiederfand.

Der erste Nachmittag bei Loriot erinnerte mich an vieles, was ich verdrängt und vergessen hatte. Aber im Gegensatz zu meiner eigenen Familie funktionierte es hier. Die Ehe war stabil, die Beziehungen intakt. Der gute Geschmack sowie der Sinn für Proportionen und Symmetrie standen seltsamerweise in keinem Widerspruch zu Loriots subversivem Humor – es passte einfach alles zusammen.

Und wieder kamen wir gleich zur Sache. Natürlich hatte ich nicht mehr alle »Cartoon«-Sendungen detailliert im Gedächtnis. Aber Loriot gehörte zu den wenigen Menschen, die schon damals einen »VCR«-Recorder hatten, ein Ungetüm mit dicken Kassetten, auf die man, und das war neu, zuhau
se Fernsehsendungen aufzeichnen konnte. Er führte mir von seiner Arbeit das vor, was er für besonders gelungen hielt. Zwischen Biedermeiermöbeln sitzend, guckten wir uns Sketche an, in denen unter anderem ein verzweifelter alkoholisierter Kleinbürger auf chaotische Weise an den Tücken eines Benimmkurses scheitert: »Wir sahen alte ›Cartoon‹-Sendungen vom VCR. Großartig die Szene in der Benimmschule, die leider von der Kritik abgelehnt wurde.«

Heute ist nur noch schwer vorstellbar, dass Kritik und Publikum dem frühen Loriot keineswegs zu Füßen lagen. Viele seiner Sketche wurden als geschmacklos und unfein abgelehnt. Die »Stern«-Serie, auf der sein erstes Buch »Auf den Hund gekommen« (auch dies ein Lieblingsbuch meiner Kindheit) basierte, rief 1953 sogar derart erboste Reaktionen hervor, dass die Serie von der Redaktion des Blattes schon nach sieben Folgen eingestellt wurde: »Lassen Sie doch endlich die blöden und abstoßenden Hundebilder aus Ihrer Zeitung. Diese heben das Niveau des ›Stern‹ sicher nicht. Ein Dauerabonnent.«

So kurz nach dem Ende des Zweien Weltkrieges war man sich der Stellung des Menschen in der Schöpfung offenbar noch nicht wieder sicher und fühlte sich durch Loriots ironische Inversion der Rollen von Mensch und Hund – große Hunde hielten sich kleine Menschen als Haustiere und führten sie an der Leine – auf den Schlips getreten: »Ich bin jedes Mal von neuem enttäuscht, wieder eine Fortsetzung dieser mir

so gar nicht witzig erscheinenden Zeichnungen ›Auf den Hund gekommen‹ in Kauf nehmen zu müssen. Ich sehe in den Bildern eine starke Herabsetzung des ›homo sapiens‹. So weit darf es doch nicht gehen. Können Sie denn nicht endlich damit Schluss machen? Mir wird speiübel dabei.«

Ein angesichts Loriot̵
7;scher Zeichnungen von »Brechreiz« gepeinigter Abonnent schlug dem Verleger sogar vor: »Können Sie ihm nicht ein kl. Fläschchen E 605 eingeben«, das hochtoxische Pflanzenschutzmittel war auch als »Schwiegermuttergift« bekannt.

Den Beschwerden der Kirche über die Darstellung des Hündischen im Menschen und des Menschlichen im Hund begegnete Loriot damit, dass er einem Pfarrer klarmachte, auch Hunde seien Teil der Schöpfung und damit zu respektieren. Ein sich anschließender Briefwechsel endete immerhin damit, dass der Pfarrer Loriots Zeichnungen mehrfach zum Anlass von Predigten nahm.

Auch die Fernsehsendungen waren nicht unumstritten. Nach der ersten »Cartoon«-Sendung schrieb ein wütender Zuschauer aus Pforzheim: »Ihre heute, Sonntagabend, vorgeführte neueste Errungenschaft ›Cartoon‹ ist eine Sünde und eine Schande, nicht nur für den Südfunk Stuttgart, sondern auch für die Stadt Stuttgart, für ganz Baden-Württemberg, ja für ganz Deutschland. Es ist höchste Zeit, dass der Allmächtige eingreift und die ganze Menschheit vernichtet. So kann es nicht weitergehen.«

Ich hingegen schätzte Loriot schon als Kind. Als die Hunde den »Stern« aufmischten, war ich jedoch noch zu klein, um zu begreifen, dass die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft sich beim Versuch, ihre verloren gegangene Würde wiederzugewinnen, durch Loriot gestört fühlte.

Neben der Arbeit gab es noch etwas, was im Laufe unserer sechsunddreißig Jahre währenden Freundschaft eine immer größere Rolle spielen sollte. Schon an diesem ersten Nachmittagin Ammerland stellten wir fest, dass wir eine gemeinsame Liebe für die Musik hegten. Loriot als leidenschaftlich genießender musikalischer Laie (»Meine große Liebe ist die Musik geblieben, mehr, als es das Zeichn
en oder die bildende Kunst je hätten sein können.«), ich, der ich früher einmal Dirigent werden wollte, als musikalisch Ausgebildeter und Praktizierender. »Wir liegen sehr auf der gleichen Welle, was mir nicht zuletzt seine Schallplattensammlung bewies«, notierte ich in meinem Tagebuch

Mit der Liebe zur klassischen Musik hatte man es als junger Mann in den 1960er Jahren nicht leicht. Die Popmusik hatte sich vom traditionellen Rock ’n’ Roll emanzipiert, aus England kamen die Beatles, die Stones und viele andere Gruppen, die ein vollkommen neues Lebensgefühl vermittelten. Ich war ständig hin- und hergerissen. Einerseits zog mich die aktuelle Musik in ihren Bann – ich spiele selber Gitarre –, andererseits bewegten mich die tiefen musikalischen Erlebnisse, die ich immer wieder in der Berliner Philharmonie hatte. Es war der alte Kampf zwischen »U« und »E«. Gleichaltrige, mit denen ich mich über klassische Musik austauschen konnte, waren rar. Und mein Vater, der nach dem Krieg mit vielen bedeutenden Musikern persönlich bekannt war, wusste eigentlich nur Anekdotisches von ihnen zu berichten. Ein wirklich tiefes Verständnis für Musik hatte er wohl nicht. In Loriot hingegen fand ich diesbezüglich einen sachkundigen und klugen Gesprächspartner.

Wie er mir später sagte, war seine Verwunderung allerdings nicht gering, dass sich der langhaarige Student als intimer Kenner des klassischen Opern- und Konzert-Repertoires erwies.

Und dann war da noch vieles mehr, was das Leben in Ammerland so angenehm machte: der herrliche Garten, die Möpse Henry und Gilbert, die mir nach und nach ans Herz wuchsen, Loriots sehr nette Töchter, Bettina, die ältere, eine Kunststudentin, Susanne, die jüngere, noch Schülerin, und allem voran: Romi.

Romi war (und ist bis heute) ein Phänomen. Als Scheidungskind kannte i
ch intakte Familien nur von Schulfreunden. Das waren bürgerlich-spießige Familien mit Müttern, die Haus und Küche bestellten und dem althergebrachten weiblichen Rollenklischee entsprachen, das mit der aufkommenden Emanzipationsbewegung zu Beginn der siebziger Jahre endlich in Frage gestellt wurde.

Romi war anders. Auch sie bestellte Haus und Küche, aber sie entsprach so gar nicht dem Bild von einem Hausmütterchen. Romi sah schon immer zwanzig Jahre jünger aus, als sie war – bis heute. Sie malte, sie gärtnerte mit Leidenschaft, sie ritt Dressur, sie war witzig, und sie war die beste Köchin, die man sich wünschen konnte. Dies alles mit...


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