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Ein Ziegelstein für Dörte

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Volker Strübing liest und singt. Auf Lesebühnen, Poetry Slams, Literaturfestivals sowie in Kabaretts und Comedy Clubs. Seine Texte sind rasant, skurril und lustig auch wenn sie Tragödien erzählen. Mit schwarzem Humor und einem genauen Blick für das A … weiterlesen
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Ein Ziegelstein für Dörte als eBook

Produktdetails

Titel: Ein Ziegelstein für Dörte
Autor/en: Volker Strübing

EAN: 9783938424612
Format:  EPUB ohne DRM
Voland & Quist

1. Juli 2010 - epub eBook - 157 Seiten

Beschreibung

Volker Strübing liest und singt. Auf Lesebühnen, Poetry Slams, Literaturfestivals sowie in Kabaretts und Comedy Clubs. Seine Texte sind rasant, skurril und lustig auch wenn sie Tragödien erzählen. Mit schwarzem Humor und einem genauen Blick für das Abseitige berichtet er von Reisenden und Nachbarn, Helden und Antihelden, von frisch Verliebten und liebenswerten Paranoikern. Sein Alter Ego kämpft mit Herpes und böswilligen Doppelgängern, wird in einer Parallelwelt von der nie aufgelösten Stasi gejagt und fällt buchstäblich aus allen Wolken aber immer wieder auf die Füße.

Portrait

Volker Strübing, 1971 in Sondershausen geboren, ist in Sachsen-Anhalt und Berlin-Marzahn aufgewachsen. Er ist ausgebildeter Facharbeiter für Datenverarbeitung. Über viele Jahre war er Mitglied der Lesebühnen LSD - Liebe statt Drogen sowie der Chaussee der Enthusiasten. Er gewann 2005 bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften den Einzelwettbewerb und 2006 gemeinsam mit Micha Ebeling den Team-Wettbewerb. Sein Roman "Das Paradies am Rande der Stadt" ist im yedermann Verlag erschienen. Mit "Ein Ziegelstein für Dörte" erschien bei Voland & Quist eine Auswahl seiner Kurzgeschichten. Zusammen mit Kirsten Fuchs schrieb er das Buch zur 3sat-Doku "Nicht der Süden". Im Jahr 2010 erschien mit "Mr. & Missis.Sippi" ein weiterer Reisebericht der ebenfalls im Fernsehen zu sehen war.

Leseprobe

Berlin–Amsterdam.
Ein Roadmovie


Ich war mal wieder verliebt. Wir sahen uns fast jeden Tag auf Arbeit, hinterher bei Konzerten, in Kinos und Bars und Parks, es gab tausend Möglichkeiten, ihr meine Liebe endlich zu gestehen, aber ich suchte nach der perfekten Situation. Nach vielen Wochen ergab sie sich endlich. Sandra wollte mit einer Freundin für ein verlängertes Wochenende nach Amsterdam fahren. Am Tag ihrer Abreise saß ich den ganzen Abend zuhause, trank traurig ein Bier nach dem anderen und dann, gegen 22 Uhr und einigermaßen angetütert, fasste ich einen Entschluss: Ich würde auch nach Amsterdam fahren. Sofort. Ich würde trampen. In Amsterdam würde ich sie schon finden, da war ich sicher, und meine abenteuerliche Reise würde sich als Liebesbeweis nicht hinter den größten Heldentaten liebeskranker Trottel aller Zeitalter verstecken müssen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, da mein bester Freund an diesem Wochenende seinen Geburtstag feiern wollte und ich versprochen hatte, bei den Vorbereitungen zu helfen. Aber Liebe ging vor. Ich schaute in meinem großen Europa-Atlas nach, wo Amsterdam eigentlich lag – aha, genau links von Berlin, ich hätte eher so schräg links oben geschätzt – packte ein paar Sachen zusammen und machte mich auf den Weg.

Ich war nie zuvor getrampt. Es war abzusehen, dass ich nach einer Viertelstunde vergeblichen Wartens aufgeben und wieder zurückfahren würde. Da ich mich so gut kannte, griff ich zu einer List. Ich nahm den letzten Zug vom Ostbahnhof nach Magdeburg, das, wie ich im Atlas gesehen hatte, genau auf der Linie Berlin–Amsterdam lag. Einmal dort angekommen, konnte ich nicht mehr umkehren.

Gegen ein Uhr nachts stand ich schließlich an einer dunklen Autobahnauffahrt in der Nähe des Magd
eburger Bahnhofes.

Eine halbe Ewigkeit passierte nichts, außer dass es zu regnen begann. Endlich, nach einer dreiviertel Stunde, hielt ein Auto.

»Ich fahr aber nur nach Kleindingsbumsdorf« – ich weiß nicht mehr wie das Nest genau hieß – »Bis dahin kannste mitkomm’!«, sagte ein vielleicht 18jähriger Typ mit Bomberjacke und Basecap. Ich stieg ein. Mein Fahrer kam, wie sich herausstellte, aus einer Magdeburger Technodisco. Keine Ahnung was er alles geworfen hatte – auf alle Fälle war er völlig paranoid.

»Okay … wir müssen bloß aufpassen wegen den Zivilbullen … Scheiße Alter, wenn die mich erwischen … ach du Kacke, haste den gesehen? ’n roter BMW mit ’ner blonden Fahrerin, das stinkt doch förmlich nach Zivilbullen! Hier nimm das!«

Er drückte mir ein Tütchen mit Pillen in die Hand.

»Wenn die uns anhält, dann schmeißte das aus’m Fenster … scheißescheißescheiße … oder nee, gib her, wenn die uns anhält, dann schluck’ ich die, Alter, wär’ schade drum und außerdem … wer weiß, ob ich dir vertrauen kann! Biste vielleicht selber Zivilbulle, komm Alter, versuch nicht, mich zu verarschen, ich seh’s dir doch an, du Arsch! Und ich Idiot hol mir auch noch selber die Bullen in die Karre – uh! Hinter uns! ’n blauer Golf. Blaue Gölfe sind alle vom BKA, echt jetze, kein Scheiß Alter, hat mir’n Kumpel erzählt!«

Wer wie er auf der Flucht vor den Behörden war, hatte keine Verwendung für ein Bremspedal. Ich rutschte immer tiefer in meinem Sitz zusammen. Mehrmals bat ich ihn, anzuhalten und mich aussteigen zu lassen, aber er hatte wieder Vertrauen zu mir gefasst und besc
hlossen, mich noch ein Stück weiter zu fahren, bis zur Raststätte Helmstedt. Außerdem, wenn er jetzt anhielte, hätten sie ihn am Arsch und das würde mir wohl so passen, was? Ich stecke wohl mit den Bullen unter einer Decke, Alter, verarsch mich nicht, ich sach dir, verarsch mich nicht, Alter …

Nach einer dreiviertel Stunde Todesangst ließ er mich endlich gehen. Danach beruhigte sich meine Reise etwas. Ich war erstaunt, wie schnell man mitgenommen wurde, wenn man erst einmal auf der Autobahn war. Wahrscheinlich wären es jetzt zwischen sechs und zwölf Stunden bis Amsterdam gewesen, doch leider war ein Teilstück der A2 gesperrt und jeder Fahrer hatte eine andere Auffassung davon, wie ich weiterzufahren hatte. Ich umrundete Hannover dreimal komplett, was mich alleine fast zwölf Stunden kostete. Seither hasse ich diese Stadt, die ich nie von innen gesehen habe.

Über Belgien erreichte ich schließlich die Niederlande, ein Riesenumweg. Ich brauchte über vierzig Stunden nach Amsterdam. Als ich ankam, hatte ich knapp sechzig Stunden nicht geschlafen. Die letzten Stunden der Dunkelheit hatte ich in einem LKW verbracht und vor Müdigkeit das erste Mal in meinem Leben echte Halluzinationen gehabt. Ich sah einen nackten Mann, der auf der Standspur rennend unseren Wagen überholte. Ich nehme zumindest an, dass das eine Halluzination war.

Von Amsterdam habe ich nicht allzu viel gesehen. Ich verbrachte den Tag in verschiedenen Cafés im Zentrum. Ich war todmüde, hatte Kopfschmerzen, mir war übel von zu viel Keksen und Kaffee, Lunge und Hals taten weh von weit über hundert Zigaretten seit der letzten schlafbedingten Nichtraucherphase.

Mehrmals glaubte ich, Sandra auf der Straße zu sehen, aber wie gesagt: Erst ein paar Stunden zuvor hatte ich einen nackten Mann gesehen, der mit 100 km/h an mir vorb
eirannte. Wenn ich hinauslief, war sie jedenfalls immer verschwunden.

Ich kaufte mir ein Busticket für die Rückfahrt – an Zurücktrampen war nicht zu denken.

Am Abend schleppte ich mich in einen Coffeeshop, wo mich eine Deutsche aufgabelte.

»Hey, ich wohn’ bei ’nem Kumpel, da ist noch genug Platz. Wenn du willst, kannst du dort schlafen.«

Das war das Schönste, was jemals eine Frau zu mir gesagt hatte. Schlafen!

»Kannste mich noch auf ein Bier und’n bisschen Gras einladen? Ich bin leider gerade pleite und ich brauche einfach noch was.«

Ich wäre lieber gleich zu ihr gegangen, aber gut, ich holte Bier, ich holte Gras.

»Gehen wir jetzt?«, fragte ich, als sie ausgetrunken hatte und den Joint ausdrückte.

»Ja«, sagte sie, »aber wir gehen erst noch zu ’ner Party, da wirst du bestimmt wieder munter, total angesagte DJs und so.«

Ich verstand. »Naja, weißt du, danke noch mal für dein Angebot«, sagte ich. »Aber ich glaube, ich will doch nicht bei dir übernachten.«

»Aha. Naja, macht nüscht, aber kannste mir vielleicht 50 Mark borgen? Gibste mir deine Adresse, schicke ich’s dir am Montag zu!«

Ich gab ihr mein ganzes Geld bis auf vielleicht 15 Gulden. Fragt mich nicht warum. 30, 40 Mark müssen es gewesen sein. Die Adresse gab ich ihr nicht.

»Ach lass mal«, sagte ich, obwohl ich damals immer knapp an der Pleite lebte. Ich hatte wohl bloß Angst davor, enttäuscht zu werden und vergeblich zu warten.

Ich schlurfte durch die Stadt, bis ich mich gegen 23 Uhr am Hauptbahnhof, wo mein Bus am nächsten Tag abfahren sollte, au
f eine Bank setzte, um ein wenig Schlaf zu finden.

Kaum saß ich, sprach mich ein Holländer an. Um die 40, Stirnglatze, helles Polohemd.

»Häh?«, antwortete ich.

»Ah. Deutscher?«, fragte der Mann.

Ich bejahte.

»Hast du Feuer?«

Ich hielt ihm mein Feuerzeug hin, er zündete seine Zigarette an und inhalierte tief.

»Suchst du einen Platz für die Nacht?«

Ich starrte ihn an, wie ich wohl zuletzt als Kind den Weihnachtsmann angestarrt hatte.

»Jaaaaaaa …«

Ein paar Minuten später saßen wir in einem Nachtbus und meine Begeisterung ließ rapide nach. Wir fuhren eine halbe Stunde, bis wir in einem gruseligen Neubaugebiet ausstiegen. Ich fühlte mich in meine Kindheit in Marzahn zurückversetzt.

Aber die Dusche war das Paradies. Wir rauchten noch einen Joint – es wäre unhöflich gewesen abzulehnen – und gingen endlich ins Bett.

Ins Ehebett.

Eine Gästecouch gab es nicht.

Mir war alles egal, wenn ich nur endlich schlafen konnte.

Kaum hatte ich mich hingelegt, fragte er: »Und, wollen wir noch ein bisschen in den Po ficken?«[1]

»Äh … nein.«

»Warum nicht?«

»Naja … ich wollte eigentlich einfach nur schlafen. Außerdem stehe ich auf Mädchen.«

»Hast du es schon mal probiert mit Männern?«

»Äh … nein.«

»Musst du mal...


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