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Geschenk vom Olymp

und andere Bescherungen Neue ägäische Geschichten.
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Auf dem Olymp leben dem Mythos nach die griechischen Götter. In vielen Sagen und Legenden haben die Olympier oftmals in die Geschicke der Menschen eingegriffen - aus Liebe, Lust, Hass, Eifersucht oder Machtgier, und Intrigen waren an der Tagesordnung … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Geschenk vom Olymp
Autor/en: Brigitte Münch

EAN: 9783942223591
Format:  EPUB
und andere Bescherungen Neue ägäische Geschichten.
Grössenwahn Verlag

25. Juli 2013 - epub eBook - 190 Seiten

Beschreibung

Auf dem Olymp leben dem Mythos nach die griechischen Götter. In vielen Sagen und Legenden haben die Olympier oftmals in die Geschicke der Menschen eingegriffen - aus Liebe, Lust, Hass, Eifersucht oder Machtgier, und Intrigen waren an der Tagesordnung. Was wäre, wenn die griechischen Götter auch heute noch auf uns Menschen blickten und unser Leben beeinflussen würden? Was würden Zeus, Ares und Aphrodite zu unserer gegenwärtigen Welt sagen? Und welche Geschenke würden sie für uns noch bereithalten?

Brigitte Münch verpflanzt die griechische Götterwelt in unsere moderne Zeit und Gesellschaft. In 16 Kurzgeschichten treten Götter, Helden, Musen und Philosophen aus der Antike in die Welt eines ahnungslosen Menschen. Dem griechischen Drama nachempfunden bedeutet der Kontakt zwischen Sterblichen und Göttern für die Menschen die Konfrontation mit einem inneren Konflikt und einen Wendepunkt in ihrem bisherigen Leben. Mit solchen Begebenheiten befasst sich hier die Autorin und erzählt in ihrer einfühlsamen Weise vom Geist einer scheinbar verlorenen Zeit: von Griechenland, der Wiege unserer Kultur, denn besonders in Krisenzeiten ist die Rückbesinnung auf die Welt der Antike eine Chance für eine bessere Zukunft.

Nach ihrem erfolgreichen Debüt 'Die blaue Tür, Ägäische Geschichten', legt Brigitte Münch, die seit 26 Jahren auf der Insel Naxos lebt, einer ihrer Heldinnen diesen Satz in den Mund: "Das Einzige, was mir dauernd vorschwebt, - aber lach bitte nicht! - ich wäre einem Gott begegnet ..." Worte, mit denen sie den Leser auf eine Reise nimmt in ihren neuen ägäischen Geschichten, dorthin, wo Wunder allgegenwärtig sind, der Mythos zur Realität wird, und um ihn mit Witz, Hoffnung, Weisheit und Melancholie gleichermaßen zu beschenken.

Inhaltsverzeichnis

GESCHENK VOM OLYMP
SAGE MIR, MUSE ...
ALEX UND DIOGENES
ALS DIE DÄMMERNDE FRÜHE ...
DER MAULBEERBAUM
WARTEN AUF ÄSOP
AMO(U)R FOU
SCHULE DER APHRODITE
PHANTOMSCHMERZ
DIE SÄULEN DER DEMETER
TAGEBUCH DES LOTOPHAGEN
DER ADLER
VATERTAG
GÖTTERALLTAG
EPIGONEN
ÜBER DEN WOLKEN
GLOSSAR
BIOGRAPHISCHES

Portrait

Brigitte Münch wurde 1947 in Düsseldorf geboren. Sie besuchte das humanistische Gymnasium, verließ es im Jahr 1965 und absolvierte eine dreijährige Buchhändlerlehre.
Im Anschluss an die Prüfung ging sie mit ihrem griechischen Freund für ein Jahr nach Thessaloniki, wo sie einerseits ihre bereits erworbenen Grundkenntnisse der griechischen Sprache weiterentwickelte und andererseits Studenten und Schüler privat in Deutsch unterrichtete.
Im Jahr 1969 kehrte sie zunächst nach Deutschland zurück und arbeitete in ihrem Beruf als Buchhändlerin in Buchhandlungen und Verlagen. Der Kontakt zu Griechenland und ihren dortigen Freunden riss jedoch nie ab, er wurde durch jährliche Reisen dorthin und regelmäßigen Briefverkehr aufrechterhalten.
Ende 1979 ging sie mit ihrem damaligen, ägyptischen Ehemann nach Kai-ro. Dort war sie als freie Mitarbeiterin bei Radio Kairo für den Local European Service tätig, als Sprecherin, Übersetzerin und Programmgestalterin. In den letzten zwei Jahren ihres Ägyptenaufenthalts arbeitete sie zusätzlich noch als Chefsekretärin in der Kairoer Niederlassung von Mercedes-Benz.
Im Herbst 1985 kehrte sie endgültig in ihr eigentliches Traumland Griechenland zurück. Sie ließ sich auf der Kykladeninsel Naxos nieder und betrieb dort bis 1993 eine Jazz-Bar. Danach machte sie sich an die Erfüllung eines schon länger gehegten Wunsches: das Übersetzen griechischer Literatur ins Deutsche. Vor Ort waren es hauptsächlich touristische Texte und Reiseliteratur, und in Verbindung mit dem Romiosini-Verlag in Köln griechische Belletristik der Neuzeit - Romane (z.B. 'Kaiserin Theophano' von Kira Sinou), Erzählungen und Kurzgeschichten (T. Patrikios, J. Theotokas, M. Karagatzis, M. Fakinos u.v.a.). Zuletzt erschien in ihrer Übersetzung 'Amerika '62, Roman einer Reise' von Panos Ioannides (Oktober 2011, Verlag Auf dem Ruffel, Hamburg). Diese Tätigkeit als freie Literaturübersetzerin übt sie bis heute aus.
Neben allem anderen war sie seit ihren Jugendjahren auch immer schriftstellerisch produktiv. Aber erst seit zwei Jahren hat sie begonnen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen - zunächst mit Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. Im Jahr 2011 erschien dann ihre erste Sammlung mit Ägäischen Geschichten (Größenwahn Verlag), mit dem Titel 'Die blaue Tür'. Die, wie auch wieder der vorliegende neue Band, auf den Eindrücken und Erlebnissen eines 26jährigen Lebens in der Ägäis basiert.

Leseprobe

Tasso schaltete den Computer aus, schob den Stuhl zurück und wollte gerade aufstehen - als er ein seltsames Geräusch hörte, das vom Fenster her kam. Etwas wie ein leises Seufzen. Er verharrte reglos in derselben Stellung und horchte. Da war es wieder - ja, es war ein Seufzen, aber von wo, von wem denn? Plötzlich sah er zu seinem Entsetzen, wie sich von außen eine mondbleiche Hand auf den Fenstersims legte! Und kurz darauf folgte eine zweite Hand. Tasso wollte aufspringen, aber seine Glieder gehorchten ihm nicht. Ihm stockte der Atem, und im Nacken sträubten sich die Haare. Mit fliegendem Puls starrte er auf die beiden weißen Hände - hinter ihnen tauchte alsbald ein ebenso weißer Kopf auf, und schließlich zog sich eine Gestalt nach oben auf den Sims, nahm noch einen kurzen Schwung und ließ sich unter erleichtertem Ausatmen auf dem Fensterbrett nieder.
Aber nein, das war keine Gestalt. Das heißt: Es hatte durchaus Ähnlichkeit mit einem menschlichen Körper, er schien jedoch nicht stofflich zu sein. Kopf und Rumpf, Arme und Beine, alles war da - aber in einer einheitlichen mondweißen Durchsichtigkeit, und das ganze Gebilde waberte wie Nebelschwaden, oder weißer Dampf. Wobei es sich jedoch nicht verflüchtigte, sondern im Ganzen an derselben Stelle blieb.
"Guten Abend, Tasso", sagte das Gebilde mit einer immerhin festen Stimme. "Du hast mich gerufen."
"Ich, hätte"
"Entschuldige", unterbrach ihn der Besucher auf der Fensterbank freundlich, "ich bin unhöflich! Ich sollte mich vielleicht erstmal vorstellen: Ich bin deine Muse. Eigentlich solltest du mich ja kennen."
"Meine Muse" Tasso versuchte, in der wabernden Erscheinung einen festen Punkt zu finden.
"Daran gewöhnt man sich nach einer Weile", erklärte sie, da sie Tassos Irritation bemerkte. "Ich kann mich leider nicht plastischer machen. Das, was du jetzt von mir siehst, ist das Äußerste. Und glaub mir: Es kostet scho
n Anstrengung genug, diesen Zustand zu erreichen! Ich mache das auch nur sehr selten, und eigentlich ist es gar nicht erlaubt. Heute hatte ich aber so große Lust, mich ein bisschen zu unterhalten."
"Mit mir?"
"Ja, mit dir. Du rufst mich schon seit einigen Tagen, aber ehrlich gesagt: Ich brauche auch mal etwas Urlaub, ich meine, ich habe in der letzten Zeit recht hart für dich gearbeitet und mal ein bisschen Erholung verdient."
"Und um mir das zu sagen, bist du gekommen?"
"Oh nein, natürlich nicht!" Sie ließ ein gläsern tönendes Lachen folgen. "Es gehört nicht zu meinen Gewohnheiten oder Pflichten, über irgendetwas Rechenschaft abzulegen. Du merkst es ja selbst, wenn ich dir gerade nicht zu Diensten bin. Ich hatte ganz einfach Lust auf ein bisschen außerdienstliches Plaudern mit dir. Ich mag dich. Und wollte dich mal ganz privat besuchen, wenn du nichts dagegen hast."
"Aber nein, natürlich nicht, ich fühle mich sehr geehrt! Verzeih nur, wenn ich mich erstmal an deine äußere Erscheinung gewöhnen muss - ich hätte sie mir ein bisschen anders vorgestellt"
"Ihr habt alle zu romantische Vorstellungen und nehmt immer eure eigene Welt zum Vorbild, daran hat sich über die Jahrtausende nichts geändert. Und damit auch das gleich klar ist: Einen Musenkuss gibt es nicht. Auch das ist eine Erfindung von euch Dichtern."
Tasso lachte.
"Nachdem ich nun deine persönliche Bekanntschaft gemacht habe, kann ich mir das auch nicht mehr so recht vorstellen. Ich hoffe, das beleidigt dich nicht?"
"Aber nein. Wir haben völlig andere Gewohnheiten ...

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