Nichtsahnend bin ich in die Geschichte von Finlay gegangen und wurde positiv überrascht. Ich habe mehr Mittelalter erwartet, aber dies hielt sich tatsächlich in Grenzen.
Die Geschichte wird aus der Erzählersicht geschrieben, so dass man von allen Perspektiven etwas mitbekommt und so gut über das ganze Geschehen im Schloss Bescheid bekommt. Den Schreibstil empfand ich als etwas anstrengend. Es lies sich nicht so flüssig lesen, da ich doch hier und da an manchen Sätzen und Wörtern hängen geblieben bin. Dadurch, dass das Buch auch eine stolze Länge hat, habe ich meine Zeit zum Lesen gebraucht. Der Schreibstil ist der Zeit im Buch entsprechend angepasst und nicht modern.
Die Beschreibung fand ich aber desto besser. Man konnte sich das Schloss und vor allem die Küche bildlich vorstellen. Ich finde die Autorin hat ein Talent mit Worten ein Bild zu malen. Ich hatte keine Schwierigkeiten mir die jeweiligen Räume und Kulissen bildlich vorzustellen. Auch Fin und vor allem die Ritter, die ja doch öfters mal vorbeischauen wurden gut beschrieben. Es hat Spaß gemacht diesen Beschreibungen zu folgen und sich die Personen vorzustellen.
Die Geschichte nimmt schleppend ihren Lauf. Ich empfand es teilweise als etwas langatmig, weil es irgendwie nicht wirklich voranging. Es passierte so viel drumherum, aber die Hauptgeschichte ging dabei etwas unter. Auch hat sich meiner Meinung nach der Rote Faden etwas spät in der Geschichte gezeigt.
Gegen Ende nahm das Buch jedoch Tempo an und man hat gleich gewusst, wohin die Reise gehen soll. Es hatte was von Aschenputtel, nur in einer männlichen Variante. Es bleiben viele Fragen unbeantwortet und die Geschichte ist definitiv noch nicht auserzählt.
Dass ein Mann der Protagonist ist, ist selten in Fantasy-Büchern, deswegen habe ich mich gefreut, dass es hier so war. Finn ist eine sehr einfühlsame und liebenswerte Person. Auch Kraken, der kleine Prinz, die Königin und das Küchenpersonal sind mir alle im Gedächtnis geblieben. Die Autorin hat es geschafft die Personen wahrlich zum Leben zu erwecken. Ich habe mitgefiebert und für alle nur das Beste gehofft. Die einzelnen Charaktere haben diese Geschichte am Leben erhalten. Nur mit Annika konnte ich nicht ganz warm werden, da sie meiner Meinung nach die Sachen zu einfach sieht. Aber das ist mein Empfinden.
Das Buch hat mir gut gefallen, da Fin mich mit seiner Art und Weise zu denken und zu handeln begeistert hat. Vor allem das Zwischenmenschliche hat mich fasziniert. Es ist ein super Buch für einen regnerischen Tag.