Der Hase im Mond von Milena Michiko FlašarWagenbach Verlag, 240 Seiten, ET: 14.08.2025 Zum wiederholten Male haben wir uns als Leserunde zusammengetan, um ein weiteres Buch von Milena Michiko Flašar zu lesen. In der Vergangenheit haben wir bereits "Oben Erde unten Himmel" in dieser Konstellation gemeinsam gelesen. Der Roman hat mir unheimlich gut gefallen! Daher habe ich mich sehr auf ein neues Buch der Autorin gefreut.Mir war allerdings nicht bewusst, dass es sich bei DER HASE IM MOND um einen Erzählband handelt. Das ist nicht immer mein Fall und auch hier habe ich mich zu Beginn schwergetan.Dies lag keinesfalls an dem Stil von Flašar, den ich sehr bewundere - sie hat so eine unheimlich tolle Art zu schreiben! Es war eher der magische Realismus, der mich erwartet hat, mit dem ich aber nicht gerechnet habe. Darüber hinaus zieht sich durch alle Geschichten eine deprimierende Grundstimmung und ich habe die Atmosphäre der Erzählungen als sehr düster empfunden. Keiner der Protagonisten ist wirklich glücklich, jede Person hadert mit ihrem Leben. Es geht um Einsamkeit und Leere, Stillstand und Traurigkeit, Sehnsüchte und unerfüllte Träume. Dies alles klingt so negativ, dabei möchte ich solch einen Eindruck gar nicht vermitteln.Denn grundsätzlich hat mir auch dieses Buch der Autorin sehr gut gefallen. Doch natürlich haben mich nicht alle Kurzgeschichte gleichermaßen angesprochen und nicht zuletzt gab es da ja noch diese melancholische Grundstimmung. Diese hat letztendlich auch dazu geführt, dass ich das Buch nach jeder Episode erst einmal beiseitegelegt habe und mich nicht direkt auf die nächste Geschichte gestürzt habe. Es ist jedoch so, dass die Autorin es kunstvoll beherrscht, die kurzen Geschichten mit so unheimlich viel Inhalt zu füllen und eine Vielzahl an Emotionen an den Leser zu transportieren, dass diese sehr stimmig sind und es gar nicht mehr Worte bedarf um eine Geschichte zu erzählen.Milena Michiko Flašar ist und bleibt eine großartige Erzählerin, die wunderbar mit Worten umgehen kann