Historische Familienromane gibt es viele, doch dieser Auftakt hat mich schnell neugierig gemacht. Bereits das Cover vermittelt eine ruhige, elegante Stimmung und passt gut zur Zeit, in der die Geschichte spielt. Der plötzliche Tod des Konditormeisters bringt vieles ins Wanken und setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die nach und nach immer weitere Familiengeheimnisse ans Licht bringen. Besonders gelungen fand ich, dass die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Dadurch versteht man die Beweggründe der drei Frauen deutlich besser. Irma, Auguste und Harriet könnten unterschiedlicher kaum sein und genau das macht ihre Begegnungen interessant. Auch die finanziellen Sorgen der Familie und die gesellschaftlichen Erwartungen der damaligen Zeit geben der Geschichte zusätzliche Tiefe. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Beschreibungen schaffen eine schöne Atmosphäre, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Vor allem die Szenen rund um die Konditorei haben bei mir lebendige Bilder entstehen lassen. Gleichzeitig bleibt genügend Spannung erhalten, weil immer neue Fragen auftauchen. Das Ende macht neugierig auf die Fortsetzung, ohne dass ich das Gefühl hatte, einen unvollständigen Roman gelesen zu haben. Ich freue mich darauf, den weiteren Weg der Honigfrauen zu verfolgen und würde den zweiten Band auf jeden Fall lesen.