Als Eve erfährt, dass Howard im Tower of London eingekerkert wurde, weil er vor Zeugen einen Mord verübte, kann sie das nicht glauben. So etwas passt nicht zu ihm. Als ihr ein Besuch genehmigt wird, findet sie einen seelisch völlig veränderten Mann vor. Bald wird ihr klar, was geschehen ist: Irene Dorchester hat mit ihren technischen Spielereien Howards Frequenz verändert und ihn so praktisch ferngesteuert.
Schon in Band 0, der nicht im Handel erhältlichen Vorgeschichte "Kindeswerk", stellte Stefan S. Kassner seinen Lesern die technischen und handlungsmäßigen Hintergründe seiner Steampunk-Dilogie "HORA HOMINIS" vor. Diese führt die Leser ins London des viktorianischen Zeitalters, an dem natürlich die fürs Steampunk-Genre typischen 'Korrekturen' vorgenommen wurden. Bis auf Howard, der aufgrund seiner Gefangenschaft jedoch eine größtenteils eher passive Rolle einnimmt, sind fast alle relevanten Charaktere weiblich, was auch den Titel erklären dürfte. Irene Dorchester stellt die eindeutige Antagonistin der Geschichte dar. Aber auch ihre Mitläufer und Gegner sind überwiegend Frauen. Daraus entwickelt sich eine erstaunlich komplexe Handlung, bei der die Loyalitäten - nicht zuletzt wegen der charismatischen Antagonistin - teilweise auch im Fließen sind. Dass Antagonistin und Protagonistinnen zumindest teilweise ähnliche Ziele verfolgen, gibt der Auseinandersetzung eine spezielle Brisanz. Wie man es beim 1. Band einer Dilogie erwarten darf, endet dieser relativ offen, um in der Fortsetzung ("Männerwerk") beinahe nahtlos zu Ende geführt zu werden.
Der Autor wechselt erzählerisch zwischen einer ganzen Reihe an Charakteren und Schauplätzen hin und her.
Fazit:
Diese Steampunk-Story hebt sich von anderen nicht zuletzt dadurch ab, dass die Dampfkraft an sich hier eine eher kleine Rolle spielt.