Der Tod des Professors

Erzählungen.
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»Der unangefochtene Meister der Short Story.« Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Während Vanessa Ormston ihrem Mann das Frühstück macht, sieht sie mit Entsetzen einen Nachruf auf ihn in der Morgenzeitung. Sie ist hin- und hergeris … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Tod des Professors
Autor/en: William Trevor

EAN: 9783455813210
Format:  EPUB
Erzählungen.
Übersetzt von Hans-Christian Oeser
Hoffmann und Campe Verlag

20. Oktober 2014 - epub eBook - 270 Seiten

Beschreibung

»Der unangefochtene Meister der Short Story.« Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Während Vanessa Ormston ihrem Mann das Frühstück macht, sieht sie mit Entsetzen einen Nachruf auf ihn in der Morgenzeitung. Sie ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, ihm die Schmach dieses schlechten Scherzes zu ersparen, und dem Bedürfnis, ihn vor der drohenden Häme seiner Professorenkollegen zu warnen.

Es sind Konflikte wie dieser, die William Trevor in seinen Geschichten beschreibt: Momentaufnahmen außergewöhnlicher Situationen und Gefühle, die er auf unvergleichliche Weise und mit sparsamen literarischen Mitteln kraftvoll auszudrücken weiß. Egal ob es um den vermeintlichen Tod eines Professors geht oder um das Geheimnis dreier Menschen, die durch ein schreckliches Ereignis lebenslänglich aneinander gebunden sind, oder aber um ein junges Paar, das am Vorabend seiner Hochzeit plötzlich mit dem wahren Gesicht des jeweils anderen konfrontiert wird. »Der melancholische Altmeister der irischen Literatur« Süddeutsche Zeitung lehrt uns einmal mehr, dass es vor dem Schicksal kein Entrinnen gibt.

Leseprobe

Zu dritt


Auf der Treppe vor dem Haus der Scheles, zu beiden Seiten der braun gestrichenen Eingangstür Buntglasfenster, schüttelt Sidney den Regen von seinem Plastikmantel, den er eigens dafür auszieht. Er sperrt auf und tritt in die kleine Vorhalle, dann hält er einen Augenblick inne, um sich mit einem Taschentuch den Regen vom Gesicht zu wischen, und klingelt an der Innentür. So gefällt es ihnen, sein Eintreten in die Vorhalle mithilfe eines Schlüssels, danach die Bekanntgabe seiner Ankunft. Sie werden wissen, wer es ist: Niemand sonst drückt auf den inneren Klingelknopf.

Guten Tag, Sidney, begrüßt ihn Vera, nachdem sie die Riegel zurückgeschoben und den Schlüssel im Schloss herumgedreht hat. Regnets immer noch, Sidney?

Ja. Es schüttet.

Wir haben nicht hinausgeschaut.

In der Diele brennt Licht, wie immer  außer im Hochsommer.

Sidney wartet, bis der Schlüssel im Schloss zurückgedreht ist und die Riegel wieder an ihrem Platz sind. Dann hängt er seinen farblosen Plastikmantel an den Haken des Kleiderständers.

So, da ist das Badezimmer, sagt Vera. Es steht schon alles bereit.

Ihr Vater 

Ach, dem gehts gut, Sidney. Vater ruht sich gerade aus. Sie wissen schon: sein Nachmittagsschläfchen.

Ich hatte gehofft, heute Vormittag kommen zu können.

Er hatte auch darauf gehofft, Sidney. Vielleicht um elf.

Heute Vormittag wars schwierig.

Ach, mir selbst ist es gleich.

Im Badezimmer sind Farbtöpfe, Pinsel und eine Rolle ausgebreitet, Wanne und Waschbecken mit alten Vorhängen abgedeckt. Auch Füllspachtel und Terpentinersatz stehen bereit; letzte Woche hat Sidney gesagt, die benötige er. Statt Terpentinersatz hätte er Reinigerkonzentrat sagen sollen, fällt ihm ein; das taugt besser zum Auswaschen der Pinsel.

Möchten Sie erst einen Tee, Sidney?, bietet Vera an. Möchten Sie eine Tasse, bevor Sie anfangen?

Vera hat markante Wangenknochen,
die Haare hat sie sich schwarz gefärbt, da sie allmählich ergrauen. Die Magerkeit in ihrem Gesicht setzt sich auch andernorts fort; ein marineblauer Rock liegt eng an den knochigen Hüften, ihr schlichter roter Pullover sitzt knapp wie der eines Kindes und schmiegt sich an Brüste, die kaum hervortreten. Was auffällt, sind ihre großen braunen Augen und die sinnlichen Lippen, die Augen ausdruckslos, die Lippen vielleicht eine List der Natur, denn ansonsten wirkt Vera nicht im Mindesten sinnlich.

Tee später. Sidney zögert. Er blickt Vera an, als habe er Angst, sie zu kränken. Ginge das?

Vera lächelt und sagt, aber natürlich ginge das. Es gibt ein Hefeteilchen, sagt sie, ein Hefeteilchen mit Aprikosen, noch von gestern, sie wird es aufbacken.

Danke, Vera.

Da ist Vater, er ist gerade aufgewacht.

Als Farbton hat man Pastellblau gewählt. Sidney gießt die Farbe in die Farbwanne und trägt sie mit der Rolle auf die Zimmerdecke auf. Er beginnt in der Mitte, wie ihm einmal ein Farbenhändler geraten hat: Das sei die beste Vorgehensweise. Die Farbe kommt ihm weiß vor, aber er hat gelernt, dass dem nicht so ist. Wenn sie trocknet, wird sie eine Nuance dunkler. Eine Satinfarbe, passend für ein Badezimmer.

Die Fliesen, sagt Mr Schele in der Tür, als Sidney bereits mit den Wänden begonnen hat. Vielleicht erst die Fliesen.

Beim Wegräumen seiner Sachen  seiner Zahnbürste und seines Rasierers  hat Mr Schele die Fliesen um das Handwaschbecken und die Badewanne bemerkt. An einigen Stellen sind die Fliesen nicht mehr ganz in Ordnung, sagt er. An einigen Stellen haben sie sich vielleicht ein bisschen gelockert, etliche haben Risse. Man merkt es kaum, aber wenn Sie genau hinsehen, wenn Sie sich die Zeit nehmen, werden Sie sehen, dass sie gesprungen sind. Und die Dichtungsmasse um die Wanne hat sich verfärbt. Sieht schmuddelig aus, sagt Mr Schele.

Ja, wird alles erledigt.

Nicht zuerst die Fliesen und dann s
treichen, eh? Nicht vielleicht zuerst die Fliesen?

Sidney weiß, dass der Alte recht hat. Die Ersatzfliesen und die Dichtungsfuge sollten zuerst an die Reihe kommen, wegen der Sauerei. So geht man üblicherweise vor. Nicht dass Sidney Fachmann wäre, nicht dass er schon viele Badezimmer gestrichen hätte, aber es leuchtet ein.

Es wird schon gehen, Mr Schele. Es sind ja nicht viele Fliesen anzubringen, nur zwei oder drei.

Während die Grundierfarbe auf den Holzteilen trocknet, wird er die neuen Fliesen verlegen. Er wird die Dichtungsmasse herausschneiden und aus der Spritzpistole neue hineinfüllen, ein schwieriges Unterfangen, das er ungern angeht. Bisher hatte er erst einmal mit der Spritzpistole gearbeitet, hinter der Spüle in der Küche. Während die Masse antrocknet, wird er die Holzteile lackieren.

Tüchtig, tüchtig, Sidney.

Er arbeitet den ganzen Nachmittag. Als Vera ihm das Hefeteilchen und den Tee bringt und zwei verschiedene Sorten Kekse, bleibt sie nicht lange, weil er zu tun hat. Sidney wird für seine Arbeit nicht bezahlt, anders als für seine anderen Tätigkeiten  im Klub, wenn er Handzettel austrägt oder auf der Straße verteilt, je nachdem, was von ihm verlangt wird. Er kommt aus mit dem, was er bezieht; er braucht nicht viel, denn er muss keine Miete zahlen. Gerade genug für Nahrungsmittel und für das Gas zum Kochen. Für Strom braucht er nicht aufzukommen; seine Kleidungsstücke stammen aus einem Wohltätigkeitsladen.

Man lässt ihn über dem Klub wohnen, da sich dort ein Zimmer befindet. Abends nimmt er das Eintrittsgeld in seinem Kabuff entgegen, beschützt von Alfie und Harry an der Tür; tagsüber räumt er vom Vorabend auf und nimmt Anrufe an. Sämtliche Einrichtungen des Klubs stehen ihm zur Verfügung, was er zu schätzen weiß. Sidney ist jetzt vierunddreißig Jahre alt, vierunddreißig Jahre, eine Woche und zwei Tage. Als er Vera das erste Mal geholfen hatte, war er gerade zwanzig geworden.

In Mr Scheles
Haus wird es nie erwähnt. Sie sprechen nicht über eine Zeit, die für Vera wie auch für Mr Schele bedrückend war. Aber wenn Sidney nicht im Haus ist, wenn er allein und für sich ist, in seinem Zimmer über dem Klub, spricht er mit sich selbst darüber. In schillernder Rüstung, sagt er sich vor, denn so stand es in der Zeitung; und steht es immer noch, falls er nachschauen möchte. Ein Ritter in schillernder Rüstung, über eine ganze Seite hinweg. Manchmal, wenn er versucht einzuschlafen, liegt er da und poliert die Rüstung, breitet ihre Einzelteile aus, faltet Lappen auseinander, stellt Duraglit und Politur von Goddards bereit.

Sidney, bleiben Sie heute zum Abendessen? Es sei genug da, versichert ihm Vera. Eine zusätzliche Tasse Reis, mehr brauche es nicht, und sie zählt die samstägliche Speisenfolge auf: Hähnchen nach Veras Art, ihr schmackhafter Salat, Strudel und ein kleines bisschen Sahne. Danach Casualty im Fernsehen, um fünf nach acht.

Es ist eine Bitte, die sie gelegentlich ausspricht, wenn Sidney sich so spät noch im Haus aufhält. Mit ihrer Einladung bettelt Vera um Gesellschaft, denkt Sidney, um die Gegenwart eines anderen als ihres ältlichen Vaters. Vera dürfte sich gefreut haben, dass er nicht schon am Vormittag erschienen war, denn dann hätte er früher mit der Arbeit aufgehört, zu früh fürs Abendessen, und zum Mittagessen dazubleiben war nicht das Gleiche.

Ich mach mich lieber auf den Weg.

Ach, bleiben Sie doch noch bei uns.

Und Sidney bleibt. Er sitzt mit Mr Schele im Wohnzimmer, und es gibt einen Appetizer, kleine Salzbrezeln, die Vera eingekauft hat. Keine Getränke dazu. Mr Schele erzählt von seiner Kindheit.

Den großen Rosenstrauch hats umgeweht, unterbricht ihn Sidney, der jetzt am Fenster steht. Der Wind hat ihn umgeknickt.

Mr Schele tritt zu ihm, um hinauszusehen, und schüttelt kummervoll den Kopf. Vielleicht halten die Wurzeln ja noch, meint er. Vielleicht lässt si
ch was machen.

Sidney geht durch die Küche zum Garten. Nein, sagt er, als alle drei sich zu Tisch setzen: Die Wurzeln sind schon im Herbst gebrochen. Die Nachricht bestürzt Mr Schele, der sich daran erinnert, wie die Rose gepflanzt wurde, als Vera noch ein halbes Kind war. Er werde im Garten bestimmt keine Rose mehr zu einer solchen Größe heranwachsen sehen, sagt er. Die Schuld daran schiebt er sich zu, aber Vera verneint, und Sidney weist darauf hin, dass selbst das Leben einer Rose endlich ist.

Auf das nach Veras Art gekochte Hähnchen und ihren schmackhaften Salat folgt ein mit Sultaninen gespickter Strudel, dann stehen sie in der Badezimmertür und begutachten Sidneys Arbeit. Das Badezimmer sei wie neu, sagt Mr Schele, von dem Anblick sichtlich aufgemuntert. Wie damals, als das Haus erbaut wurde. Bis auf das Linoleum, mit dem der Fußboden schon seit 1951 bedeckt ist, rechnet Mr Schele nach.

Ein schöner neuer PVC-Fußboden, schlägt Mr Schele vor, und Vera fügt hinzu, dass man nicht viel brauche: zweidreiviertel Meter lang, einen Meter breit. Heute Morgen hat sie nachgemessen. Werden Sie ihn verlegen, Sidney?, erkundigt sich Mr Schele. Werden Sie ihn für uns verlegen?

Sie wissen es sehr wohl. Sobald Vera sich etwas nach ihren Wünschen ausgesucht hat und das Stück mit nach Hause bringt, wird er es verlegen. Es ist noch etwas Klebstoff übrig von damals, als er den Bodenbelag in Mr Scheles kleinem Schlafzimmer verlegt hat. Da das Schlafzimmer im Erdgeschoss liegt, war bei windigem Wetter Zugluft durch die Ritzen zwischen den Dielenbrettern gedrungen. Seit Sidney den...


Technik

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