Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch als Hörbuch
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Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch

4 CDs. Empfohlen ab 8 Jahre. Laufzeit ca. 300 Minuten.
Hörbuch
Heiligabend in der Dieffenbachstraße: Volles Programm, und natürlich läuft nichts nach Plan! Geschenke sind zwar gekauft und die Bäume geschmückt, aber wer mit wem feiert, wird noch einmal kräftig durchgemischt. Und warum verschwindet in Oskars Gegen … weiterlesen
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Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch als Hörbuch

Produktdetails

Titel: Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch
Autor/en: Andreas Steinhöfel

ISBN: 3867423628
EAN: 9783867423625
4 CDs.
Empfohlen ab 8 Jahre.
Laufzeit ca. 300 Minuten.
Vorgelesen von Andreas Steinhöfel
Silberfisch

1. Oktober 2017 - CD

Beschreibung

Heiligabend in der Dieffenbachstraße: Volles Programm, und natürlich läuft nichts nach Plan! Geschenke sind zwar gekauft und die Bäume geschmückt, aber wer mit wem feiert, wird noch einmal kräftig durchgemischt. Und warum verschwindet in Oskars Gegenwart ständig so viel Essen - füttert er da etwa noch jemanden mit durch? Als nun auch noch ein Schneesturm über Berlin hereinbricht und niemand mehr vor die Tür kann, ist das Chaos perfekt.

Portrait

Andreas Steinhöfel gehört seit Bestsellern wie Die Mitte der Welt zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren. Insbesondere für seine Kinderbücher, die Steinhöfel oftmals selbst fürs Hörbuch liest, wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit der Corine, dem Deutschen Jugendliteraturpreis sowie dem Erich Kästner Preis für Literatur. Andreas Steinhöfel arbeitet zudem als Übersetzer, Rezensent und Drehbuchautor.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 25.11.2017

Dann bewegt man die Hand und fragt: Besser?

Andreas Steinhöfel beschert seinen Kinderbuchhelden Rico und Oskar einen Heiligabend mit Schneesturm und Überraschungsgästen.

Von Fridtjof Küchemann

Zusammen sind Rico und Oskar schwer zu toppen, das weiß jedes Kind. Zumindest sollte jedes etwa zehn Jahre alte Kind das wissen, denn es wäre ein Jammer, in diesem Lesealter die Geschichten des nach Selbstauskunft tiefenbegabten Erzählers und seines allem Anschein nach hochbegabten Freundes zu verpassen. Doch in "Rico, Oskar und das vom Himmelhoch", dem vierten Roman aus Andreas Steinhöfels Kinderbuchreihe, muss die entscheidenden Rätsel jeder für sich allein lösen, ohne den anderen, gegen den anderen in gewisser Hinsicht. Selbst wenn auch diesmal nicht viel gefehlt hat, damit sich die beiden Freunde einander anvertraut hätten: ein bisschen mehr Gelassenheit vielleicht in der einen, ein bisschen weniger Heißhunger in der anderen Situation.

Wer hat die Schneekugel mit der kleinen Meerjungfrau gestohlen? Gerade erst hatte Oskar sie aus dem Sommerurlaub mitgebracht, aus den Wochen in Dänemark, in denen Rico zu Hause in Berlin schon vor Langeweile zu versauern befürchtet hatte. Doch dann hatte eine großspurige Zufallsbekanntschaft den Größeren des ungleichen Freundespaares in einen Hinterhof geführt, in dem eine wilde Berliner Kindermischung die Sommerferientage verbrachte. Und Rico nur zu gerne mit ihnen. Nach seiner Rückkehr wurde sogar Oskar seiner Neigung zum Fremdeln zum Trotz in die Gruppe aufgenommen. Doch als eines Tages die Schneekugel verschwindet, fällt ihm zu jedem der neuen Freunde ein Motiv ein. Eine Situation, die Oskar mit der Gruppe brechen lässt und auch seine Freundschaft mit Rico auf die Probe stellt.

Es sollen Monate vergehen, bis der Dieb schließlich den Mut zum Geständnis und zu einer Entschuldigung findet. Ausgerechnet an Heiligabend, zur Unzeit, auch wenn einer der multikulturellen Hinterhoffreunde noch gemeint hatte, Oskar wäre dann womöglich "friedlicher gestimmt wegen der feiernden Christenheit, also barmherziger, nächstenliebender und vergebender und so weiter".

Wer hätte auch damit rechnen können, dass ausgerechnet an diesem Tag ein Schneesturm Berlin lahmlegen sollte, wie ihn die Stadt noch nicht gesehen hat? Wer hätte ahnen können, dass Ricos Halbschwester, die doch erst in zwei Wochen auf die Welt kommen sollte, ausgerechnet jetzt ungeduldig wird? Und wer wäre darauf gekommen, weshalb Oskar just an diesem Abend in eine Situation gerät, die ihn grundsätzlich überfordert, seinen ebenfalls zur Überforderung neigenden Vater allerdings auf eine Weise über sich hinauswachsen lässt, die es dem Jungen schließlich möglich macht, zu seiner Verantwortung zu stehen und ihm zu folgen? Es gibt gleich eine ganze Reihe großer Auftritte in Andreas Steinhöfels Geschichte. Das liegt an der Kunst des Schriftstellers, Charaktere und Beziehungen von einer Vielschichtigkeit und zugleich Selbstverständlichkeit zu entwickeln, wie es nicht nur in der Kinderliteratur selten ist.

Wer noch eine Vorstellung davon bekommen will, warum Steinhöfel unlängst als erster dezidiert für Kinder schreibender Autor in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen worden ist, der findet sie hier: in der Tiefe, der Wärme und dem Witz, die der Schriftsteller mit den vermeintlich einfachen sprachlichen Mitteln eines ein Förderzentrum besuchenden Kindes zu erzeugen vermag. Eine Geburt sei kein Kindergeburtstag, stellt der Stiefvater klar, als Ricos Mutter in den Wehen liegt - um sich prompt den Einspruch des Jungen einzuhandeln. Selbst das Hadern mit der Sprache wird zur Poesie: Um sich und den hereingeschneiten Freunden die Zeit zu vertreiben, wird "Der Zauberer von Oz" geschaut, ein Film, in dem, wie Rico zusammenfasst, ein Mädchen mit seinem Hund ins Land Oz "sturmverwirbelt, wirbelverstürmt oder versturmwirbelt" werde.

"Vomhimmelhoch" setzt nicht voraus, die anderen Abenteuer von Rico und Oskar zu kennen - Andreas Steinhöfel belässt es bei wenigen Anspielungen. Doch es ist rührend zu lesen, welche Entwicklung der Autor seinen Erzähler nehmen lässt, wie Rico an seiner Freundschaft mit Oskar seit dem ersten Band gewachsen ist, an der Fürsorge und den Herausforderungen der Nachbarschaft, wie sein Selbstvertrauen zunimmt und die Momente blanker Überforderungen weniger werden, in denen in seinem Kopf nur noch die Bingokugeln aneinanderklacken.

Nicht nur für komplizierte Gefühle findet Rico einfache Worte, sondern auch für die richtige Art, sie zu zeigen. Als sich Frau Dahling später am Tag zu Hause fragt, wo ihr Freund bei dem Wetter nur bleibt, tröstet der Junge sie: "Ich ging zu ihr und nahm sie in den Arm", schildert Rico, "was natürlich bedeutete, sie nahm mich in den Arm, weil sie größer ist als ich, aber ich war der Drücker." Und auch als der reumütige Schneekugeldieb es immerhin bis in Ricos Wohnung geschafft hat, ihm dort aber aus Angst vor dem Wiedersehen mit Oskar und aus Scham die Tränen kommen, weiß Rico, was zu tun ist: "Wenn einer weint, legt man ihm eine Hand auf die Schulter oder wo gerade Platz ist. Man wartet still und zählt bis ungefähr zwanzig. Dann bewegt man seine Hand ein ganz kleines bisschen, aber wirklich nur ein bisschen, und sagt: ,Besser?'"

Dabei weiß Rico nicht etwa mehr von der Welt und von den Menschen, als ein kleiner Junge mit großem Herzen eben wissen kann. Seine Einsichten sind klar, aber diskret, ähnlich wie in den Buchillustrationen Peter Schössows, in denen das Entscheidende oft außerhalb des Bildes zu finden wäre, das emotionale Echo allerdings offensichtlich ist. Die Schlaglichter, die Steinhöfel so auf Ricos Familie, seine Nachbarn und Freunde wirft, zeigen ein bewegendes Spektrum an Charakteren und Konstellationen: Zu lesen, wie sich Oskar und sein ebenfalls hochempfindlicher Vater miteinander zurechtfinden, wie unbekümmert sich die Freunde dieses Vaters gelegentlich über dessen Einwände und Vorwände hinwegsetzen, wie Rico und sein Stiefvater damit klarkommen, zu einer Familie zusammenzuwachsen, die auch noch Zuwachs erwartet, wie die Hinterhofbande bei aller Unterschiedlichkeit der kindlichen Charaktere zusammenspielt oder wie vielfältig die Stimmungen und Schwingungen sind, mit denen die Nachbarn im Haus Diefe 93 miteinander auskommen, ist das große Vergnügen dieser Weihnachtsgeschichte, die weit über das christliche Fest der Liebe hinausweist.

Andreas Steinhöfel: "Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch". Roman.

Carlsen Verlag, Hamburg 2017. 272 S., geb., 14,99 [Euro]. Ab 10 J.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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