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Der Wal und das Ende der Welt als Hörbuch
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Der Wal und das Ende der Welt

Gekürzte Ausgabe, Lesung. Originaltitel: Not Forgetting the Whale. Schachtel. Laufzeit ca. 603 Minuten.
Hörbuch
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Ein kleiner Ort in Cornwall, eine große Geschichte über die Menschlichkeit
Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, de … weiterlesen
Hörbuch

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Der Wal und das Ende der Welt als Hörbuch

Produktdetails

Titel: Der Wal und das Ende der Welt
Autor/en: John Ironmonger

ISBN: 3839817102
EAN: 9783839817100
Gekürzte Ausgabe, Lesung.
Originaltitel: Not Forgetting the Whale.
Schachtel.
Laufzeit ca. 603 Minuten.
Übersetzt von Maria Poets, Tobias Schnettler Vorgelesen von Johann von Bülow
Argon Verlag GmbH

27. März 2019 - MP3

Beschreibung

Ein kleiner Ort in Cornwall, eine große Geschichte über die Menschlichkeit
Eines Morgens retten die Bewohner des idyllischen Fischerdorfs St. Piran einen jungen Mann aus dem Wasser. Alle kümmern sich rührend um ihn: der pensionierte Arzt Dr. Books, der Strandgutsammler Kenny Kennet, die Romanautorin Demelza Trevarrick und Polly, die hübsche Frau des Pastors. Doch keiner von ihnen ahnt, wie existenziell ihre Gemeinschaft vermutlich bedroht ist. Denn Joe ist aus London geflohen, wo er einen Kollaps in Gang gesetzt hat. Aber steht wirklich das Ende der ganzen Zivilisation bevor? Und was ist mit dem Wal, der in der Bucht von St. Piran viel zu nah am Strand schwimmt?

Portrait

John Ironmonger kennt Cornwall und die ganze Welt. Er wuchs in Nairobi auf und zog im Alter von 17 Jahren mit seinen Eltern in den kleinen englischen Küstenort, aus dem seine Mutter stammte. John promovierte in Zoologie; nach Lehraufträgen wechselte er in die internationale IT-Branche. Schon immer hat er geschrieben und seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Seine Leidenschaft ist die Literatur - und das Reisen auf alle Kontinente.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 04.06.2019

Apokalypse in Pilcherland
John Ironmongers "Der Wal und das Ende der Welt"

Wenn der Wal in der Literatur auftaucht, bläst er meistens Bosheit. Der Walfisch des Propheten Jona, Hobbes' Leviathan, Melvilles Moby Dick, selbst der ausgestopfte Riesenwal in László Krasznahorkais postkommunistischer Weltuntergangsfabel "Melancholie des Widerstands": immer steht er für absolute Macht und Niedertracht. Für John Ironmonger ist die Welt zwar auch "ein gestrandeter Walfisch", aber noch lange nicht verloren. In seinem vierten Roman macht er das Tier zur Metapher für Menschlichkeit in Krisenzeiten.

Mit dem Wal taucht auch ein Mann aus dem Meer auf: Joe Haak, ein Banker aus der Londoner City. Man weiß nicht, ob er nach drei Tagen im Walfischbauch ausgespuckt wurde oder mit dem Sportwagen kam, aber wie der Prophet Jona verkündet auch Joe das baldige Weltende, und als Mathematiker und Bankenanalyst weiß er, wovon er spricht. Sein Computerprogramm "Cassie" verarbeitet riesige Mengen an Daten und Nachrichten, um Krisenszenarien durchzurechnen und Profit daraus zu ziehen. Als die Algorithmen den globalen Crash heraufziehen sahen und das Kassandra-Programm Millionenverluste produzierte, floh Joe in Panik aus der Stadt. Er landete in einem idyllischen Dorf an der Küste Cornwalls, wo man Sodom und Gomorrha bekanntlich nur vom Hörensagen kennt. St. Piran ist ein "Ort, an dem man vor dem Leben flüchten konnte" und in höchster Verzweiflung auch gerne ins Wasser geht.

In dem 300-Seelen-Nest laufen die Uhren langsamer als anderswo. Es gibt kaum Autos, keinen Handyempfang und kein Internet, dafür jede Menge Freundlichkeit, Anständigkeit, ja sogar scheue Liebe. Zwar geht die von Cassie geweissagte Katastrophe - eine weltweite Grippeepidemie mit Ölknappheit, Stromausfällen, Hungersnöten und Millionen von Toten - auch an dem abgeschiedenen Dorf nicht spurlos vorbei. "Jede Gesellschaft ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt", heißt eine der vielen Kalenderweisheiten von St. Piran. Aber die weise Dorfschullehrerin weiß eben auch: "Ein Dorf ist mehr als nur ein paar Häuser. Es ist ein Netz aus Verbindungen."

Je schlimmer die Lage scheint, desto enger rücken die Menschen hier zusammen und desto mehr wächst Joe als Menschenfischer, Tröster und Motivator über sich und alle pessimistischen Rechenmodelle hinaus. Alle Einzelnen werden in der Summe größer, stärker, besser; Ironmonger zitiert ungeniert die Ameisen als Vorbild für sein System wechselseitiger Hilfe. Der Mensch ist eben nicht von Natur aus ein egoistischer Wolf, wie Hobbes glaubte. In Notzeiten und im Rudel entwickelt er seine besten Eigenschaften: Solidarität, Hilfsbereitschaft, stille Humanität.

Dreimal begegnen sich Joe und der Wal, und jedes Mal wächst der Glaube an das Gute im Menschen. Am Anfang rettet der Wal den lebensmüden Joe; als er dann selbst im Schlick strandet, ziehen Joe und die Dorfgemeinschaft ihn mit vereinten Kräften wieder ins offene Meer. Bei der letzten Begegnung, als die Krise in St. Piran ihren Höhepunkt erreicht, opfert sich der Wal für die Menschheit. Ausgerechnet an Weihnachten spendet sein gestrandeter Leichnam Fleisch für ein Festmahl, das nicht nur Pastor Hocking an die biblische Speisung der fünftausend erinnert. Der unverhoffte Weihnachtsbraten wird mit Liedern, Tänzen und Reden gefeiert, und dann geht auch schon wieder das lange Zeit erloschene Licht an: "Kaum ein Auge, das nicht blinzelte, um die Tränen zurückzuhalten."

Nun ja, Ironmonger schreckt auch vor Tran und Kitsch nicht zurück, wenn es um die Rettung der Welt geht, St. Piran liegt nicht umsonst im Herzen von Pilcher-Land. Mrs. Demelza Trevarrick, die alte Romanautorin, weiß genau, dass Liebe in Nähe und Gefahr am besten gedeiht. Alle Einwohner sind sympathisch und skurril, vom knorrigen alten Arzt bis zu den Strandgutsammlern, Hafenmeistern, Netzflickern und Krankenschwestern, die sich auch in Zeiten strengster Quarantäne abends im Pub treffen. St.Piran ist so possierlich aus der Welt gefallen, so übersichtlich, humor- und seelenvoll, dass selbst ein mittelgroßer Weltuntergang das Dorf nicht erschüttern kann. Ironmongers Roman ist eine veritable Kuschel-Dystopie, eine Wohlfühl-Apokalypse, die Optimismus verbreiten will.

Als promovierter Zoologe und ehemaliger IT-Berater kennt der Autor natürlich Wal und Welt, Hobbes und die Risiken Künstlicher Intelligenz bei Börsentransaktionen. Ironmonger konfrontiert plakativ die Kälte der Londoner City mit der Nestwärme der Provinz, die Leere globaler Leerverkäufe mit Sinn und Solidarität im dörflichen Nahraum. Aber der Roman ist mehr als eine verkitschte Pilcheriade. Ironmonger macht sich durchaus Gedanken über Zeit und Vergänglichkeit, Heimat und Geborgenheit in einer globalisierten Welt. Sein Wal enthält so außer viel Süßstoff und mehr nahr- als schmackhaftem Lebertran auch einige mutmachende, frohe Botschaften, die runtergehen wie Butter in Zeiten von Klimakrise und Brexit.

MARTIN HALTER

John Ironmonger:

"Der Wal und das Ende

der Welt". Roman.

Aus dem Englischen von

Tobias Schnettler und Maria Poets. Verlag S. Fischer, Frankfurt am Main 2019. 478 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Joe und der Wal
von ele - 15.04.2019
Der Wal und das Ende der Welt, Roman von John Ironmonger, Hörbuch 3 CD Gesamtlaufzeit 10 Std., erschienen im Argon Hörbuch-Verlag. Eines Tages wird in St. Piran an der Küste Cornwalls ein Wal gesichtet. Es ist der Tag an dem Joe Haak, nackt und halbtot aus dem Wasser gerettet wird. Die Bewohner des kleinen Küstendorfes kümmern sich rührend um ihn. Am nächsten Tag strandet der Wal und Joe Haak kann die Bevölkerung dazu motivieren, den Wal zu retten. Gemeinschaftlich können die liebenswerten und hilfreichen Bewohner unter Joes Anleitung, den Wal zurück ins Meer schaffen. Gemeinsam haben sie es geschafft. Können sie gemeinsam auch die Gefahr, die ihrem 300 Seelen- Dorf und der gesamten Zivilisation droht, überwinden? Normalerweise lese ich ein Buch lieber, als es als Hörbuch zu genießen. Doch dieses Exemplar hat mir sehr viel Freude gemacht. Die Geschichte gelesen von Johann von Bülow hat mich wunderbar unterhalten. John Ironmonger hat einen überzeugenden Schreibstil der starke Bilder erzeugt, jeder Dialog sitzt. Das Setting und auch die einzelnen Personen, die es in diesem Roman zur Genüge gibt, konnte ich mir hervorragend vorstellen. Dem Hörbuch ist ein kleines Booklet beigefügt, in dem die Personen mit ihrer Stellung im Buch aufgeführt sind. Das war am Anfang, bis ich mich an die Charaktere gewöhnt hatte sehr hilfreich. Johann von Bülow machte das Zuhören zu einem Genuss. Er interpretierte das Gesprochene feinfühlig und doch dynamisch, das war sehr angenehm und fesselnd. Obwohl es sich in der Geschichte um einen eher ruhigeren Weltuntergang handelt habe ich die 3 CD`s in kürzester Zeit hintereinander weggehört. Einfach weil es eine spannende Geschichte ist und die Menschen von St. Piran ungemein sympathisch, zuweilen auch skurril sind, sind sie mir schnell lieb geworden. Da die Geschichte sich um die Weihnachtszeit abspielt und auch diverse Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder zur Sprache kamen, würde ich das Werk als Weihnachtsbuch empfehlen. Einige Zitate sind mir in Erinnerung geblieben, die mir gut gefallen haben, z.B. : "Allein sein ist niemals gut, wenn du einmal allein sein musst, sei mit einem Freund allein." Oder auch: "Wenn genügend Menschen glauben eine Geschichte ist wahr, dann ist sie wahrscheinlich auch wahr." Die Erzählung hat mich an eine Fabel erinnert. Die Botschaft die ich dadurch gelernt habe - zusammen ist vieles möglich, man kann eine Katastrophe abwenden, wenn man fest zusammensteht. Die vielen Charaktere am Anfang haben mich etwas verwirrt, auch habe ich gemerkt, dass ich bei einem gehörten Buch, immer wieder abschweife, deshalb ist für mich die Printversion wohl die bessere Alternative. Insgesamt kann ich "Der Wal und das Ende der Welt" nur empfehlen, die Hörbuchversion und sicher auch das Buch. Von mir dafür 4 Sterne.
Ein Wal, ein Joe und das Ende der Welt
von Wisent - 11.04.2019
Ich liebe Bücher über den Weltuntergang. Egal ob durch Krieg, Terror, Umweltverschmutzung oder Krankheiten verursacht, das Thema fasziniert mich einfach. Der Wal und das Ende der Welt von John Ironmonger geht mal etwas anders an dieses Thema heran. Statt viel Spektakel und Action schlägt diese Geschichte ruhigere Töne an. Alles beginnt damit, dass am Strand des kleinen Fischerdorfs St. Piran im Cornwall morgens ein nackter Mann, gerade so noch lebend, gefunden wird. Er heißt Joe, kommt aus London und prophezeit den Untergang der Welt. Und dann ist da noch dieser riesige Wal aufgetaucht, der die Bucht von St. Piran nicht verlassen will... Ironmonger fokussiert sich in seiner Geschichte auf das Menschliche, auf den Zusammenhalt dieser kleinen Gemeinschaft, auf die Beziehungen und das Vertrauen der Dorfbewohner (zu denen Joe sich bald selbst zählt) zueinander. Einerseits kann man das als schönes Plädoyer für Zusammenhalt in schwierigen Zeiten sehen. Andererseits, finde ich es schwierig dabei den Plot an sich und insbesondere die Welt außerhalb von St. Piran so aus dem Fokus zu rücken. Für mich ergeben sich durch das stets freundlich-menschliche Miteinander Loggiklücken und Handlungen von Charakteren, die in einem Weltuntergangsszenario für mich so komplett unvorstellbar sind. Ein Beispiel: die ganze Zeit kam wirklich kein Charakter auf die Idee, Wachen für das Nutzvieh im Dorf aufzustellen und diese zu bewaffnen, selbst nach wiederholten Viehdiebstählen nicht! Das ist wirklich extrem unglaubwürdig. Johann von Bülow erledigt seinen Job als Hörbuchsprecher tadellos, er trifft einen nachdenklichen Ton, der zum Buch passt. Für mich ist dieser Roman eine Art Wohlfühlbuch unter den Apokalypse- Romanen und evtl. für Leser die nicht so gern gewalttätige oder drastische Handlungen mögen oder für jene, denen es primär um die philosophische Bedeutung einer Apokalypse geht, interessant. Man muss es eher unter dem Aspekt was bedeutet Apokalypse für die Beziehungen innerhalb einer Dorfgemeinschaft lesen und weniger auf Realismus oder logisch nachvollziehbare Handlungen wert legen. Mich konnte dieser Ansatz leider nicht überzeugen, die oft mangelnde Logik in den Handlungen, insbesondere des Hauptcharakters Joe Haak, aber auch der restllichen Dorfbewohner trübten meinen Hörgenuss, so dass ich es nur als ausreichend bewerten kann.
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