HERKUNFT

Gekürzte Ausgabe, Lesung. Gekürzte Lesung. Laufzeit ca. 339 Minuten.
Hörbuch
"Herkunft ist Zufall und wird doch als Absicht verwendet ..." Sasa Stanisic

In HERKUNFT geht es um Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Es geht um den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart oft auf … weiterlesen
Hörbuch

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Produktdetails

Titel: HERKUNFT
Autor/en: Sasa Stanisic

ISBN: 3844533028
EAN: 9783844533026
Gekürzte Ausgabe, Lesung.
Gekürzte Lesung.
Laufzeit ca. 339 Minuten.
Vorgelesen von Sasa Stanisic
Hoerverlag DHV Der

18. März 2019 - CD

Beschreibung

"Herkunft ist Zufall und wird doch als Absicht verwendet ..." Sasa Stanisic

In HERKUNFT geht es um Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Es geht um den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart oft auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

Gelesen von Sasa Stanisic.

(5 CDs, Laufzeit: 5h 39)

Portrait

Sasa Stanisic wurde 1978 in Visegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman »Wie der Soldat das Grammofon repariert« wurde in 31 Sprachen übersetzt. Mit »Vor dem Fest« gelang Stanisic erneut ein großer Wurf; der Roman war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit dem renommierten Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Für den Erzählungsband »Fallensteller« erhielt er den Rheingau Literatur Preis sowie den Schubart-Literaturpreis. Sasa Stanisic lebt und arbeitet in Hamburg.

Pressestimmen

"Der Autor liest herzerfrischend, empathisch, authentisch und sehr ehrlich." Münchner Merkur

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 03.06.2019

Ein geborener Dichter
Und ein Meister des Vortrags: Sasa Stanisic stellt im Frankfurter Literaturhaus seinen Erinnerungsband "Herkunft" vor

Auf jedem Grabstein der eigene Name. Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, als ihn Großmutter Kristina in jenes Dorf in den bosnischen Bergen brachte, in dem seine Ahnen ruhen. Nur noch 13 Menschen leben dort, wo in den achtziger Jahren noch hundert zu Hause waren. Auch seine Großeltern. Sasa Stanisic fand hier die Antwort auf die Frage, die ihm so oft in Deutschland gestellt wird. "Du kommst von hier", hörte er seine Großmutter sagen. Hier also begann seine Geschichte, die er in diesem Jahr unter dem Titel "Herkunft" im Luchterhand Verlag publiziert hat. Im Gespräch mit Moderatorin Anna Engel von hr2-kultur stellte er sein autobiographisches Buch mit fiktiven Einsprengseln jetzt im Frankfurter Literaturhaus vor. Es war ausverkauft. Und das verdient. Denn der Verfasser empfahl sich nicht nur abermals als Dichter, sondern auch als Meister des Vortrags, der seinen Text so weit internalisiert hatte, dass er ihn über weite Passagen auswendig rezitieren konnte: oral history.

Ein genuiner Poet. So viele gibt es davon nicht im deutschen Literaturbetrieb. Nicht einmal unter denen, die Deutsch nicht erst mit 14 Jahren oder später gelernt haben. Wie auch der Iraker Abbas Khider, der die schlampigen Muttersprachler sprachkritisch sensibilisiert für vergessene Genitive und starke Verben. Sasa Stanisic ist mit seiner Mutter gerade noch den "Säuberungen" der bosnischen Serben entkommen, die 1992 in seiner Heimatstadt Visegrad knapp 3000 Menschen ermordeten und viele der Toten in die Drina warfen - jenen Fluss, der von dem Schriftsteller immer wieder poetisch beschworen wird. Geschichten hat er schon als Kind gern erzählt und ist dafür mittlerweile hoch dekoriert worden: etwa 2008 mit dem inzwischen abgeschafften Chamisso-Preis für seinen Romanerstling "Wie der Soldat das Grammophon repariert" (2006) und mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014 für seinen zweiten Roman "Vor dem Fest".

Jetzt erzählt er am liebsten seinem Sohn Gute-Nacht-Geschichten. "Was für ein Luxus, so einen Vater zu haben", kommentierte Anna Engel. Sein Vater kam erst später nach Heidelberg, wo ein Onkel die Familie untergebracht hatte. Stanisic traute sich nie zu fragen, woher die Narbe am Bein seines Vaters stammte. War das ein Einschussloch? Auch habe er seine Eltern nie gefragt, wie sie die Flucht und die prekären Momente in Deutschland erlebt hätten. Er wollte ihre Würde nicht antasten. Stattdessen habe er die Imagination bemüht, um die Leerstellen auszufüllen. Den Grad der Fiktion auszuloten war nicht einfach. Damit hat er gehadert. Daher sind die Stellen im Text markiert. In seinem ersten Roman hatte er der Fiktion größeren Raum gegeben und sich danach über die allzu überzuckerte Version seiner Flucht-Erzählung geärgert. Sein Protagonist Alexander sei eine Stellvertreter-Figur gewesen.

Jetzt sagt er mutig: "Ich". Ich auf dem Schulweg in Heidelberg, ich beim Verfassen des Antrags an die Ausländer-Behörde, der er - unter einem "Riesenstress" - von seiner Geburt am 7. März 1978 im "Regensturm" unter Blitz und Donner erzählt. Ich unter dem erhobenen Nudelholz der mafiösen Großmutter, Ich unter den Drachen der slawischen Mythen, denn der Dichter ist ein Fantasy-Fan. Niemals aber wird dieses Ich aufdringlich, weil es stets humorvoll gebrochen wird. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Großmutter, der Sasa Stanisic so viel verdankt und die mit ihrer Demenz zum Anlass dieses Buchs wurde: "Wenn Oma mich braucht, dann erzähle ich ihr eine Geschichte."

CLAUDIA SCHÜLKE

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