Enemies of the People: My Family's Journey to America als Hörbuch CD
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Enemies of the People: My Family's Journey to America

MP3 - CD. Laufzeit ca. 540 Minuten. Sprache: Englisch.
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In this true-life thriller, Kati Marton draws on her skill as an investigative reporter to discover who her journalist parents really were---and how they survived the Nazis in Budapest and imprisonment by the Soviets during the Cold War.


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Enemies of the People: My Family's Journey to America als Hörbuch CD

Produktdetails

Titel: Enemies of the People: My Family's Journey to America
Autor/en: Kati Marton

ISBN: 1400163358
EAN: 9781400163359
MP3 - CD.
Laufzeit ca. 540 Minuten.
Sprache: Englisch.
Ausgewählt von Laural Merlington
TANTOR AUDIO

1. November 2009 - MP3

Beschreibung

In this true-life thriller, Kati Marton draws on her skill as an investigative reporter to discover who her journalist parents really were---and how they survived the Nazis in Budapest and imprisonment by the Soviets during the Cold War.


Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 28.03.2010

Wie Budapest die Welt verändert hat
Die amerikanische Autorin Kati Marton hat zwei Bücher geschrieben, die nicht nur für Ungarn absolut lesenswert sind

Ungarisch zu sein, sei eine kollektive Neurose, hat Arthur Koestler gesagt. Zwei neue Bücher illustrieren diese Diagnose aufs Glänzendste. Beide stammen von derselben Autorin, Kati Marton, 61, einer gebürtigen Budapesterin, die hierzulande weit weniger bekannt sein dürfte als ihr Ehemann, der Sonderbeauftragte der amerikanischen Regierung für Pakistan und Afghanistan Richard Holbrooke. Sie selbst hat sich in Amerika einen Namen als Radio- und Fernsehjournalistin gemacht, leitete unter anderem das Bonner Büro des Nachrichtensenders ABC, inzwischen hat sie sich aufs Schreiben verlegt. Eins der beiden Bücher, um die es hier gehen soll, ist vor zwei Jahren in Amerika erschienen und erscheint nun auf Deutsch. Das andere liegt bislang nur auf Englisch vor. Beide handeln von Ungarn, genauer ungarischen Juden, die in schwierigen Zeiten Großes vollbrachten. Im einen geht es um neun Männer, die das 20. Jahrhundert entscheidend prägten, im anderen um die Eltern der Autorin, die zwar nichts taten, das den Lauf der Welt verändert hätte, aber unter allerwidrigsten Umständen großen Mut bewiesen.

Am Donnerstag war Kati Marton in Berlin, um beide Bücher vorzustellen. Sie ist eine geistreiche, warmherzige, humorvolle Person, der man ansieht, dass sie die meiste Zeit ihres Lebens in den Vereinigten Staaten gelebt hat. Sie hat dieses offene Lachen und ist auf diese unverwechselbar amerikanische Art perfekt gepflegt und frisiert, wie Europäerinnen es nie hinbekommen. Ihr Buch "Enemies of the People" ist die ebenso unglaubliche wie beunruhigend wahre Geschichte ihrer Eltern und deren Beschattung durch den berüchtigten ungarischen Geheimdienst AVO.

Ilona und Endre Marton waren die letzten unabhängigen Journalisten hinter dem Eisernen Vorhang. Bis 1955 berichteten sie von Budapest aus für die amerikanischen Nachrichtenagenturen Associated Press und United Press International, für den Staatsfeind also. Natürlich standen sie im Verdacht, Spione für die Gegenseite zu sein. Noch dazu verkörperten sie alles, was im stalinistischen Ungarn verpönt war: Bildung, Eleganz, Weltgewandtheit. Auf den Fotos im Buch ist ein glamouröses Paar zu sehen. Der Vater erinnert mit seinen sorgsam gescheitelten Haaren und den tadellos sitzenden Anzügen an Cary Grant, seine Frau trägt taillierte Kostüme und guckt amüsiert. Beide hatten den Holocaust mit falschen Papieren überlebt. Sie sprachen mehrere Sprachen, spielten Tennis und Bridge und lebten, als fände der Kommunismus ohne sie statt. In einer Zeit, in der es in ganz Budapest nur 2000 Autos gab, fuhr Endre Marton einen auffälligen weißen Studebaker mit offenem Verdeck, den er einem amerikanischen Diplomaten abgekauft hatte. Dass sie bespitzelt wurden, wussten sie. Aber in welchem Ausmaß die Überwachung stattgefunden hatte, welche perfiden Methoden der ungarische Staat sich hatte einfallen lassen, das mondäne Journalistenehepaar Endre und Ilona Marton endlich irgendeiner Sache überführen zu können, die eine Verhaftung gerechtfertigt hätte, das hat ihre Tochter erst nach dem Tod ihrer Eltern erfahren, als sie die Akte des Geheimdienst über die Martons anforderte - und in Budapest ausgehändigt bekam.

Überall Spione

Sie solle einen leeren Koffer mitbringen, hatte die Frau vom Archiv sie vorgewarnt. Letztendlich brauchte sie zwei. Mehrere tausend Seiten umfassten die Bespitzelungsprotokolle über ihre Eltern, Kati Marton machte sich beklommen an die Lektüre. "Ich hatte Angst, dass ich irgendetwas zu lesen bekommen würde, dass mein Bild von meinen Eltern im Nachhinein beschädigen würde", erzählt sie. 1954 hatte der Staat endlich einen "Beweis" für einen Staatsverrat gefunden (ihr Vater hatte unerlaubterweise ein Dokument mit nach Hause genommen), und Endre Marton wurde verhaftet. Vier Monate nach ihm holten sie die Mutter ab. An diesen Tag erinnert sich Kati Marton genau. Sie war sechs Jahre alt und spielte gerade mit einer Freundin aus der Nachbarschaft in der Wohnung, als plötzlich Männer klingelten, sich als Handwerker ausgaben und nach ihrer Mutter fragten. Kati rief nach ihr und ging wieder zu ihrer Freundin zurück. Anschließend war die Mutter fort, gegangen, ohne sich zu verabschieden, wie es sich für die Tochter damals darstellte. Den Akten entnahm Kati Marton nun, dass die gleichaltrige Freundin vom Geheimdienst beauftragt worden war, Kati an diesem Nachmittag abzulenken. Außerdem erfuhr sie, dass ihre französische Nanny, "Madame" genannt, in Wahrheit eine Agentin gewesen war, die die Familie rund um die Uhr bespitzelt hatte. Auch der Zahnarzt der Familie, die Putzfrau, Freunde der Eltern, nahezu jede Person aus dem Umkreis der Martons stellte sich als Informant heraus. Im Nachhinein erscheint ihre Kindheit wie die perfide Versuchsanordnung aus dem Film "Die Truman-Show": nichts ahnend war sie von lauter Menschen umgeben gewesen, die eine geheime Agenda verfolgten. Ein Skiausflug des Vaters mit seinen Töchtern fand sich in den Akten ebenso minutiös protokolliert wie die täglichen Einkaufsgänge der Mutter; und die Nanny kassierte heimlich die Kinderzeichnungen der Mädchen ein und händigte sie dem Geheimdienst aus. Ein von der Autorin als Fünfjährige angefertigtes Bild fand sich, sorgsam eingeklebt, in den Akten.

Dass ihr Vater im Gefängnis zweimal kurz davor gewesen war, sich das Leben zu nehmen, hat Marton am stärksten erschüttert. Doch hier sollte sich einmal als nützlich erweisen, dass AVO-Spitzel immer und überall waren. Sein Zellengenosse, in Wahrheit ein Agent, verriet der Gefängnisleitung, dass Marton Schlaftabletten hortete. Mit hundert, glaubte er, würde er sterben können, sechzig hatte er da bereits zusammen. Marton entnahm den Akten auch, dass ihre Eltern sich vor ihrer Haftzeit beinahe getrennt hätten. Ihr Vater hatte sich in eine andere verliebt, die Mutter sich daraufhin ihrerseits getröstet. "Solche Sachen sollte ein Kind eigentlich nicht über seine Eltern wissen", sagt Marton. Trotzdem hat sie die Lektüre der Akten nicht bereut, im Gegenteil. "Das Schönste für mich war, als ich gelesen habe, dass mein Vater im Gefängnis sogar unter Folter keinen ungarischen Landsmann verraten hat." Sie verdankt dem Geheimdienst auch die größte Liebeserklärung, die sie je von ihrem Vater erfahren hat. Das Wohl seiner Töchter sei sein einziger Schwachpunkt, das Einzige, womit man ihn brechen könne, befand ein AVO-Offizier nach einem Verhör. So direkt hatte sie das von ihrem eher zurückhaltenden Vater Zeit seines Lebens nie zu hören bekommen.

Die Amerikaner bewirkten schließlich die Freilassung ihrer Eltern, die nach ihrer Gefangenschaft, als wäre nichts gewesen, weiter für die westliche Presse aus Ungarn berichteten; für seine Artikel über den Aufstand von 1956 wurde ihrem Vater der prestigereiche George Polk Memorial Award zugesprochen, der es ihm und seiner Familie schließlich ermöglichte, in den Wirren nach der Revolution das Land zu verlassen und über Wien zur Preisübergabe in die Vereinigten Staaten zu gelangen, wo sich die Familie schließlich niederließ. Doch der Agententhriller war damit nicht beendet. Auch in Amerika wurden die Martons noch vom AVO verfolgt, die Endre nun gerne als Spion angeworben hätten. Und auch der FBI war nun hinter den Martons her. Wer aus kommunistischer Gefangenschaft frei gekommen war, stand nun wiederum für den amerikanischen Geheimdienst im Verdacht, ein Spion zu sein. In einem beschaulichen Vorort Washingtons, wo die Martons nun lebten, stiegen sich Spione von beiden Seiten des Kalten Krieges nun also gegenseitig auf die Füße, während sie die überaus verdächtige Familie Marton beschatteten. Kati Marton erzählt das alles so mitreißend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Es ist eine liebevolle und würdige Verneigung vor ihren Eltern, die richtig kennenzulernen sie ausgerechnet deren ehemaligen Feinden verdankt.

Lauter Genies

Das zweite Buch, "Die Flucht der Genies", ist vollkommen anders, zeugt aber von derselben erzählerischen Könnerschaft. Es erzählt von neun ungarischen Juden, die alle zur selben Zeit im Umkreis weniger Kilometer in Budapest aufwuchsen und vor dem Nationalsozialismus ins Ausland fliehen mussten. Vier von ihnen waren als Wissenschaftler maßgeblich am Bau der Atombombe beteiligt, die sie im Wettlauf mit Hitler-Deutschland für die Vereinigten Staaten entwickelten - einer, John von Neumann, gilt außerdem als Vater des Computers; die Fotografen Robert Capa und André Kertész veränderten unsere Sicht auf die Welt - und ihre Kriege; Michael Curtiz und Alexander Korda schufen als Regisseur und Produzent Kinomeisterwerke wie "Casablanca" und "Der dritte Mann"; der Schriftsteller Arthur Koestler schließlich schärfte den Blick des Westens früh für die Abgründe des Kommunismus.

Marton gelingt das Kunststück, diese bunte Truppe in einer Sammelbiographie als logisches Ensemble zu präsentieren. Denn so unterschiedlich sie auch waren, sie gingen alle aus demselben Geist hervor: In Budapest gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine allzu kurze, goldene Epoche für das Judentum, wie es sie in Europa nie zuvor gegeben hatte. Sie konnten sich uneingeschränkt bilden, (fast) alle Berufe standen ihnen offen. Dann schlug die Gunst der Stunde um, 1920 wurde ein Numerus clausus eingeführt, der die Zahl der jüdischen Studenten an den Universitäten auf fünf Prozent begrenzte, wie die Geschichte weiterging, ist bekannt. Unter Lebensgefahr mussten die jungen Männer Ungarn, dann Europa hinter sich lassen und brachten schließlich Außergewöhnliches hervor. Marton sieht in der Kombination aus einer exzellenten Ausbildung und der Erfahrung, nirgends in Sicherheit zu sein und auch keine Zeit zu verlieren zu haben, da der Wind jederzeit umschlagen kann, den Motor, der Genies hervorgebracht hat. Man merkt dem Buch das unglaubliche Quellenstudium an, Marton kennt ihre Protagonisten genau, doch sie erzählt von ihnen wunderbar elegant und leichtfüßig und lässt schöne Details am Rande nicht aus. Selten wurde eine kollektive Neurose mitreißender beschrieben als in diesen zwei Büchern.

JOHANNA ADORJÁN

Kati Marton "Enemies of the People". Verlag Simon & Schuster, 272 Seiten, 19,99 Euro. Bisher nur auf Englisch erhältlich.

Von derselben Autorin: "Die Flucht der Genies". Aus dem Englischen von Ruth Keen. Die andere Bibliothek, 380 Seiten

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