Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten

Wunderbare Zeiten. 2. Auflage.
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Aufbruch, Petticoats und Rock 'n' Roll - drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Ku'damm in turbulenten Zeiten.
Teil 2 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Sil … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
Autor/en: Brigitte Riebe

ISBN: 3805203349
EAN: 9783805203340
Wunderbare Zeiten.
2. Auflage.
Wunderlich Verlag

17. September 2019 - gebunden - 477 Seiten

Beschreibung

Aufbruch, Petticoats und Rock 'n' Roll - drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Ku'damm in turbulenten Zeiten.
Teil 2 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe.

Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Ku'damm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen.
Doch seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmens leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss...

Portrait

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2018 erschien der Auftakt ihrer großen 50er-Jahre-Trilogie über drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Ku'damm: "Jahre des Aufbaus" dreht sich um die älteste Thalheim-Tochter Rike. Band 2, "Wunderbare Zeiten", erzählt die Geschichte der mittleren Schwester Silvie. Der dritte Teil, "Tage der Hoffnung", widmet sich Nesthäkchen Florentine. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Leseprobe

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Pressestimmen

Brigitte Riebe schreibt gute klassische Unterhaltungsliteratur, es ist viel los in ihren Romanen, an jeder Ecke wartet eine schicksalhafte Wendung. Ursula März, Die Zeit

Die Autorin mischt erneut Zeitgeist mit (sehr) viel Gefühl. Für alle, die den ersten Band liebten. HÖRZU

Ein grandioser zweiter Teil um die Thalheim-Schwestern, der meiner Meinung nach den ersten Band überflügelt und mich komplett überzeugt hat. Zahlreiche Wendungen und ein sehr spannendes letztes Drittel ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen! Ich empfehle diese Reihe wirklich gerne weiter und freue mich schon auf den finalen Band. martinasbuchwelten.blogspot.com

Insgesamt eine gelungene Fortsetzung der Familiengeschichte im Berlin der 50er Jahre. Wer den ersten Teil mochte, der sollte unbedingt weiterlesen! buchsichten.de

Brigitte Riebes Romane fesseln bis zum letzten Satz. Mit der "Die Schwestern vom Ku'damm-Trilogie" gelingt ihr ganz großes, überwältigendes Lesekino wie aus der Feder einer Carmen Korn. Kaum "Wunderbare Zeiten" aufgeschlagen, erliegt man dieser Verführung über viele Stunden lang. Susann Fleischer, literaturmarkt.info

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Bewertungen unserer Kunden
Silvie - Das Herz der Familie
von Katharina2405 - 10.08.2021
Der Roman Wunderbare Zeiten ist der zweite Teil der Schwestern vom Kudamm Trilogie von Brigitte Riebe und spielt zwischen 1952 und 1957. In diesem Band wird die Geschichte aus Sicht von Silvie in der dritten Person erzählt. Silvie ist die unabhängigste und unkonventionellste der Thalheim Schwestern. Sie möchte ihr eigenes Ding machen. Das Familienunternehmen ist ihr zwar wichtig, das Kaufhaus steht aber nicht an erster Stelle, so wie bei Rike. Sie macht Karriere beim Radiosender RIAS und ihre Sendung Stimmen erfreut sich außerordentlicher Beliebtheit. In dieser Sendung interviewt sie Berühmtheiten wie Hildegard Knef, Willy Brandt oder Helmut Rahn. So erfolgreich sie im Beruf ist, so viel Pech hat sie doch in der Liebe. Man spürt die Wirtschaftswunderjahre. Das Kaufhaus entwickelt sich prächtig. Die Frauen möchten sich wieder schick kleiden und sind verrückt nach Mode. Doch es gibt auch jemanden, der der Familie diesen Aufschwung nicht gönnt und ihr schaden möchte. Diese Richtung im Buch sorgt für die ein oder andere aufregende Entwicklung. Auch zum Ende hin passieren ein paar überraschende Dinge, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Es ist toll wie gekonnt die Autorin reale historische Figuren rund um die fiktive Geschichte der Familie Thalheim einbaut. Die Zeit des Kalten Krieges und die Spannungen zwischen Ost und West sind immer wieder Thema. Aber auch gesellschaftliche Ereignisse wie das Wunder von Bern oder die königliche Hochzeit von Elisabeth II und Prinz Philip werden schön mit eingewoben, so dass ich häufig dachte: Stimmt, das war auch zu dieser Zeit . Ich fühlte mich toll in die 50er Jahre zurückversetzt. Wir begleiten auch weiterhin die anderen Familienmitglieder. Einige sind uns wohlvertraut wie Rike und Sandro, andere lernen wir besser oder sogar ganz neu kennen, wie Silvies Bruder Oskar. Die einzige die aus meiner Sicht sehr blass bleibt, ist Flori. Sie ist der Wildfang und Freigeist der Familie, aber ich finde von ihr erfährt man sehr wenig. Daher bin ich total gespannt, wie sich ihre Geschichte im dritten Band entwickeln wird. Fazit: Ein toller zweiter Teil, der mir fast noch ein bisschen mehr gefallen hat als der Auftakt. Die Geschichte von Flori wird im April 2020 erscheinen.
Wunderbare Zeiten zwischen Kummer, Sorgen und einer neuen Liebe
von claudi-1963 - 26.05.2020
Das Leben ist wundervoll. Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben. Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel. (Édith Piaf) Berlin 1952: Die Stadt hat sich inzwischen vom Krieg erholt und das Leben ist für viele Berliner wieder lebenswert geworden. Silvies Motto Man muss das Leben tanzen , scheint ebenso bei vielen anderen angekommen zu sein. Unterdessen ist ihre Schwester Rike weiterhin im Kaufhaus an erster Stelle. Silvie dagegen möchte das Leben in vollen Zügen genießen und weiter beim RIAS ihre Zukunft planen. Jedoch in Sachen Liebe soll es noch immer keine richtige Erfüllung geben. Nachdem sich auch ihr Neuster als Schwerenöter herausstellt, trennt sie sich von ihm. Auch bei Zwillingsbruder Oskar reißen wieder dunkle Wolken auf. Seit er aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt ist, ist nichts mehr wie früher. Silvie macht sich immer mehr Sorgen um ihn, da er zu oft Nächte durchfeiert. Als er dann noch ein dubioses Geschäft mit Brahms eingeht und sie scheitern, stürzt er die ganze Familie mit in seine Probleme. Für Silvie ist klar, dass sie nun dem Kaufhaus und der Familie zur Seite stehen muss und sie nicht alleine lassen kann. Doch nach dunklen Zeiten soll es für Silvie wieder einen Lichtblick geben, mit einer neuen Liebe. --- Meine Meinung: Das helle Cover mit der schönen Blondine, die Silvie Talheim darstellt und hinter ihr ein wenig Flair der 50er Jahre passt wieder sehr gut. Im zweiten Band der Schwester vom Ku¿damm dreht sich vieles um Silvie Thalheim, die Mittlere der Schwestern. Als begnadete Radiomoderatorin feiert sie ihre großen Erfolge mit der Sendung Stimmen , für die sie Prominente aus Politik, Kultur, Literatur, Wirtschaft und andere einlädt. Von Willy Brandt, Heinrich Böll bis Günter Pfitzmann jeder ist vor ihrem Mikrofon und erzählt aus seinem Leben. Silvie könnte sich glücklich schätzen, wären da nicht ihre privaten und familiären Probleme. Friedrich ist durch seine Herzschwäche und die Sorgen um Florentine die Jüngste ziemlich eingeschränkt, so bleibt das Kaufhaus immer öfter an Rike hängen. Den Oskar scheint einfach kein Händchen als Leiter des Familienunternehmens zu haben. Zudem hat er noch Pech mit der großen Liebe, die er eigentlich heiraten wollte. Silvie macht sich besonders Sorgen, weil ihn nur noch Alkohol und schnelle Autos zu interessieren scheinen. Sie selbst allerdings träumt immer öfters vom Wunsch nach Familie, Haus und Kinder, doch wird sich dieser Wunsch je erfüllen? Nach Wanjas Trennung glaubt sich nicht mehr groß daran. Mit diesem zweiten Band knüpft die Autorin an die weiteren Zeiten Berlins an, die Petticoat, Rock ¿n¿ Roll und schnellen Autos die Jugend imponieren. Alle weiteren bewegenden Ereignisse die in diese Zeit fallen, befinden sich im Anhang des Buchs. Auch diesmal erlebt wieder die Historikerin Brigitte Riebe, die alles sehr präzise für die Leser aufgelistet hat, was sich in den Jahren 1952-1957 ereignet hat, zudem kommen im Buch ebenfalls einige der Ereignisse zum Tragen. Wie schon im Vorgängerband leide ich auch hier an vielen Stellen mit Silvie mit, da ihr Leben nicht immer gerade rosig verläuft. Aber welches Leben ist schon erfüllt? Auch diesmal kommen wieder einige Sorgen und Probleme auf die Familie zu, ehe für Silvie wieder der Himmel voller Rosen hängt, weil sie eine neue Liebe findet. Jedoch selbst vor Tod, Trauer und Kummer hat die Autorin ihre Charaktere nicht verschont. Sie stellt eben das Leben mit allen seinen Facetten dar, wie es ist, und das ist gut so. Für mich spiegelt das Buch erneut alle Höhen und Tiefen einer bemerkenswerten, sympathischen Frau, dadurch bleiben die Schwestern interessant, unterhaltsam und abwechslungsreich. Darum von mir erneut eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
Gefällt
von raschke64 - 07.01.2020
Berlin 1952. Nach dem Krieg hat sich das Kaufhaus Thalheim in Westberlin neu aufgestellt. Langsam wird es besser. Die Leute haben wieder genug zu essen, sie haben Arbeit und damit auch Geld für neue Kleidung, für Kultur und auch Kunst. Silvie arbeitet nur zeitweise im Kaufhaus mit, stattdessen arbeitet sie als Rundfunkredakteurin beim Rias und hat dort eigene Sendungen. Ihr Zwillingsbruder Oskar kommt auch endlich nach Hause nach dem Krieg und der Gefangenschaft. Er soll als Geschäftsführer in das Kaufhaus einsteigen, doch er macht dabei viele Fehler, die das Kaufhaus bedrohen. Das Buch ist der zweite Teil um die Geschichte der Familie Thalheim. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, was ein Fehler war. Nicht im Sinne, dass ich das Buch nicht verstanden habe, sondern deshalb, weil mir das Buch sehr gut gefallen hat und ich bedaure, dass ich die Vorgeschichte nicht im Detail gelesen habe. Zum Verständnis des zweiten Teils ist es überhaupt kein Problem, die Vorgeschichte wird immer kurz angerissen und man versteht alles gut. Ansonsten ist das Buch sehr gut geschrieben und ebenso gut lesbar. Es ist eine typische Familiengeschichte des Bürgertums in der Nachkriegszeit. Hier wird durch die verschiedenen Mitglieder der Familie die Zeitgeschichte präsentiert. Und es wird auch immer Bezug genommen auf die wirkliche Geschichte. Am Ende des Buches gibt es ein Glossar, das die historischen Tatsachen, die in der Zeit des Buches spielen, aufführt. Das hat mir gut gefallen. Ich freue mich auf den nächsten Teil und werde ihn auch gern lesen.
Gelungene, stimmige Fortsetzung!
von Anonym - 16.12.2019
"Die Schwestern vom Kudamm: Wunderbare Zeiten" ist der zweite Band der "50er-Jahre-Trilogie" aus der Feder von Autorin Brigitte Riebe. Zum Klappentext: Aufbruch, Petticoats und Rock n Roll - drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Kudamm in turbulenten Zeiten. Teil 2 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe. Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Kudamm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen. Doch seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmens leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss¿ Brigitte Riebe lässt den zweiten Teil ihrer Familiensaga 1952 beginnen und schließt damit fast nahtlos an das Ende von "Die Schwestern vom Kudamm: Jahre des Aufbaus" an. Die älteste Schwester Rike, mit deren Erbe das Modekaufhaus Thalheim finanziert wurde, geht völlig in der Führung des Kaufhauses auf, ganz im Gegensatz zu ihrer lebenslustigen Schwester Silvie, die nicht im Familienunternehmen arbeitet, sondern erfolgreich beim Radiosender RIAS. Sie ist einer der Mittelpunkte der Geschichte, da sie mit beiden Beinen im Leben steht, beruflich erfolgreich und dadurch unabhängig, politisch interessiert und engagiert ist. Daneben stehen familieninterne Zwistigkeiten im Vordergrund: Als Silvies Zwillingsbruder Oskar nach 7 Jahren aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft heimkehrt, soll er auf Wunsch des Vaters die Führung des Kaufhauses übernehmen - zu Rikes großer Enttäuschung. Oskar ist labil, lässt sich mit den falschen Geschäftspartnern ein und macht so Rike und Silvie das Leben schwer¿ Insgesamt eine rundherum gelungene Fortsetzung der Familiensaga!
Steht Teil 1 in nicht nach
von scarlett59 - 08.12.2019
Zum Inhalt: Es sind die Nachkriegsjahre in Berlin. Das Modekaufhaus Thalheim hat sich zwar etabliert, aber es gibt auch immer wieder Konkurrenten, die versuchen, das Geschäft zu torpedieren. Nach der Rückkehr von Oskar, Silvies Zwillingsbruder, aus der russischen Gefangenschaft muss sich Rike die Geschäftsleitung auf Wunsch des Vaters mit ihm teilen. Doch Oskar ist mehr am Nachtleben, als am Geschäft interessiert. So gerät Silvie, die Karriere beim RIAS macht, immer wieder zwischen die geschwisterlichen Fronten. Die Eskapaden von Flori, der jüngsten, machen das Ganze nicht einfacher ... Meine Meinung: Der zweite Teil der Trilogie spielt von 1952 - 1957 und zeigt sehr authentisch den aufkommenden Wohlstand und die Lebenslust der Nachkriegsjahre auf. Die Mode, die Musik und die Filmleidenschaft, auch angefacht durch die BERLINALE, werden in das Leben der Familie Thalheim hervorragend eingebunden. Auch wenn ich selbst erst 1959 geboren wurde, kommt mir vieles durch die Erzählungen meiner Eltern bekannt vor. Und auch der RIAS Berlin, wo Silvie Karriere macht, ist ein Radiosender, der mich bis in meine Teenagerzeit begleitet hat. Ich warte nun schon sehnsüchtig auf den 3. Teil, der im April 2020 erscheinen soll. Sehr gefallen hat mir auch die Zusammenfassung von politischen und kulturellen Ereignissen am Ende des Buches! Fazit: eine überaus gelungene und lesenswerte Fortsetzung
Reise in das Berlin der 50er
von Brigitte Riebe - 27.11.2019
Der zweite Teil von Brigitte Riebe`s Triologie ¿die Schwestern vom Ku`-Damm¿ ist wieder ein historisches Meisterwerk! Nahtlos geht die Geschichte ¿Jahre des Aufbaus¿ mit ¿wunderbare Zeiten¿ weiter. Diesmal steht Silvie Thalmann im Fokus und nachdem für ihre Schwester Rike das Familienunternehmen im Vordergrund steht, träumt Silvie eher von einer Karriere beim Radio. Frau Riebe hat sogar Berlins geliebten Radiosender Rias wieder aufleben lassen und mich direkt in das Berlin meiner Eltern und Großeltern katapultiert! Ost und West Sektoren trennen die Stadt, und wenn die Mauer auch erst im nächsten Jahrzehnt erbaut wird, so erschwert es doch schon jetzt das Leben in der Großstadt! Das Wirtschaftswunder klopft schon an die Tür. Da die Konkurrenz nicht schläft und Silvies Zwillingsbruder lieber die Nächte durchzecht anstatt sich um das Kaufhaus zu kümmern, muss das Rock`n Roll liebende Mädchen nun doch endlich Verantwortung übernehmen. Diese fiktive Geschichte kommt einem so real vor, dass man sich fast im Petticoat sitzend mit dem Buch in der Hand sieht. Historische Fakten werden natürlich nicht vergessen und werden auf einer Zeittafel angezeigt. Für mich eine sehr schön gelungene Fortsetzung und ich kann kaum abwarten das Finale in den Händen zu halten! Das Cover ist fast noch schöner als vom ersten Band und läd schon im Buchladen ein das Stück in die Hand zu nehmen und zu blättern! Vielen Dank Frau Riebe!
Silvie Thalheim geht ihren Weg
von HexeLilli - 19.11.2019
Auch dieser zweite Band der Autorin über das Modehaus und die Familie Thalheim hat mir wieder sehr gut gefallen. Das Cover ähnelt dem ersten Band und man kann gleich erkennen um welche Zeit sich die Geschichte dreht. Der Schreibstiel leicht und flüssig zu lesen. Der Autorin gelingt es gut, die damaligen politischen Ereignisse der 50er Jahre in die Familiengeschichte einzuknüpfen. Hier steht nun die zweite Tochter Silvie im Vordergrund. Dank Rieke ist es gelungen, das Kaufhaus wieder zu Ansehen zu verhelfen. Silvie hat beim Radio Karriere gemacht, nur ihr Zwilling Oskar, vom Vater zum Mitgeschäftsführer ernannt, hat sich noch nicht von Krieg und Gefangenschaft erholt. Silvie ist das Herz der Familie. Jeder kommt mit seinen Problemen zu ihr. Sie versucht zwischen ihrer Schwester und ihrem Bruder zu vermitteln. Vertuscht sogar seine krummen Geschäfte gegenüber dem Vater. Spielt den Puffer zwischen der Jüngsten und den Eltern. Kümmert sich um die Verwandtschaft in der Ostzone. Sie selber ist allerdings noch auf der Suche nach der großen Liebe. Hautnah ist hier der Leser dabei, als Deutschland West Anfang der 50er Jahre wieder zum Leben erwacht. Er wird in eine tolle Zeitreise entführt. Dazwischen Musikeinlagen und Gedichte, die die Stimmung der Zeit gut wiedergeben. Stars und Sternchen der damaligen Zeit tauchen am Rande auf. Allerdings kann von wunderbaren Zeiten nicht unbedingt die Rede sein, einige Probleme, zu dick aufgetragen, z.B. die Entführung des Kindes. Die Zeittafel am Ende des Buches hat mir sehr gut gefallen, hier konnte man sich noch einmal in Erinnerung rufen, was damals in Berlin alles geschah. In den Hintergrund gedrängt wurde der Vater Friedrich und die Stiefmutter Clara. Ich denke die Geschichte hat Potenzial für einen dritten Band, schließlich gibt es ja noch eine Tochter. Wem der erste Band schon gefallen hat, den kann ich auch diesen nur empfehlen, wenn ich ihn auch nicht für ganz so gelungen halte.
Berliner Wirtschaftswunderjahre
von Gisel - 14.11.2019
Berlin, 1952: Die schwierigen Jahre der Nachkriegszeit sind vorbei, die Wirtschaftswunderjahre stehen vor der Tür. Die Schwestern vom Ku¿damm stecken nach wie vor ihre Energie in ihr Kaufhaus, das die neueste Mode anbietet und so langsam einen Käuferstamm findet. Während Rike voll in ihre Tätigkeit im Kaufhaus aufgeht, arbeitet Silvie erfolgreich an ihrer Karriere beim Rundfunk, das Nesthäkchen Florentine muss sich auf den Schulabschluss konzentrieren. Der Bruder Oskar, aus dem Krieg zurückgekehrt, soll seinen Platz im Geschäft übernehmen, doch das passt nicht immer zu Rikes bisherigen Bemühungen. Und während Rike den Mann ihrer Träume gefunden hat, suchen Silvie und Oskar nach ihren Partnern fürs Leben. Dieser zweite Teil der Trilogie um die Familie Thalheim mit ihrem Kaufhaus auf dem Ku¿damm schließt nahtlos an den ersten Teil an und ist genauso spannend geschrieben. Mit viel Atmosphäre entführt die Autorin Brigitte Riebe den Leser in die spannenden Jahre der Wirtschaftswunderjahre, diesmal steht Silvie Thalheim mehr im Fokus des Geschehens. Das Schicksal dieser Familie wird bestens in die Geschehnisse der Zeit eingebunden, der Leser findet sich schnell zurecht in diesem Berlin, das in einen Ost- und einen Westsektor getrennt wird und dennoch um eine Zukunft kämpft. Auch hier wieder zeigt sich die akribische Recherche der Autorin, die ihre fiktionale Geschichte auf äußerst spannende Weise in die historischen Tatsachen einbindet. Sehr schnell findet sich die Leserin im Sog der Erzählung wieder, und am Schluss möchte man eigentlich sofort weiterlesen, um in den Abschluss der Trilogie einzutauchen. Wie schon im ersten Band ergänzt eine Zeittafel die Erzählung um die historischen Fakten der damaligen Zeit. Ich habe dieses Buch gefühlt ohne Atem zu holen verschlungen und kann es nur unbedingt weiter empfehlen. Schwerpunkt der Geschichte ist die Protagonistin auf dem Hintergrund ihrer Zeit, das ist auf jeder Seite des Buches bestens gelungen. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.
Leider nicht so wunderbar
von schokoflocke - 09.11.2019
In diesem Buch geht die Geschichte der Familie Talheim in den Fünfzigern weiter,diesmal steht Silvie im Vordergrund.Ich hab mich auf dieses Buch gefreut,da ich die 50-Jahre intressant finde-der schwierige Aufbau nach dem Krieg und die neu aufflammende Lebensfreude.Leider kommt die Atmosphäre der Zeit nicht so rüber,wie ich mir das gewünscht hätte.Die Geschichte dreht sich vor allem um die Familiengeheimnisse und Silvies Privatleben.Ich fand sie ehrlich gesagt wenig fesselnd,in die Länge gezogen und teilweise langweilig.Die historische Ereignise sind zwar gut und detaliert dargestellt worden,aber irgendwie fliessen sie nicht reibungslos in die Familiengeschichte rein.Mir hat die ganze Geschichte nicht besonders gefallen,fand sie sehr emüdend und mühsam zum lesen und war tatsächlich sehr froh,als es endlich zu Ende war.
wunderbar
von brauchnix - 08.11.2019
Die Geschichte der Thalheims am Ku'damm geht in die zweite Runde. Die jungen Leute werden erwachsen. Und ebenso, wie die junge Bundesrepublik sich mausert und erste Ecken und Kanten bekommt, so sind es die drei Geschwister, Silvie, Rike und Oskar, die auf unterschiedliche Weise ihre Jugend hinter sich lassen. Hierbei ist Silvie die erfolgreichste, denn sie ist zielstrebig, ehrgeizig und hat ein Gespür für den richtigen Stoff aus dem man Kleider aber auch Radiosendungen macht. Gelingt ihr der Spagat zwischen Familienunternehmen und Traumjob beim Sender Rias Berlin? Ich lese die Bücher von Brigitte Riebe einfach sehr gerne. Sie hat einen leichten angenehmen Stil zu Erzählen. Außerdem recherchiert sie gründlich und lässt viel Zeit- und Lokalkolorit in diese Geschichte fließen. Im Hinterkopf die guten alten Ufa-Filme hat man ein schönes Kopfkino bei "Wunderbare Zeiten" und die Seiten fliegen nur so dahin. Ein guter zweiter Teil, wobei spannungstechnisch etwas Luft nach oben geblieben ist, denn die wirklichen überraschenden Wendungen sind bis jetzt ausgeblieben. Ich bin gespannt auf Teil drei.
Turbulenzen im Modehaus Thalheim
von mabuerele - 07.11.2019
"...Nur wer heute schon die Trends von übermorgen im Blick hat, kann auf die Dauer erfolgreich sein..." Im Modekaufhaus Thalheim in Westberlin geht es aufwärts. Rike, die älteste Tochter des Seniors Friedrich, hatte daran wesentlichen Anteil. Bisher hatte sie die Fäden in der Hand, nun aber muss sich sich die Leitung des Modehauses mit ihrem jüngeren Bruder Oskar teilen, der aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt ist. Das hat allerdings tiefe Spuren bei ihm hinterlassen. Silvie, Oskars Zwillingsschwester, ist froh, dass sie ins Modehaus nicht eingebunden ist. Sie hat sich ein festes Standbein als Moderatorin beim RIAS erarbeitet und schon Ideen für neue Sendeformate. Die Autorin hat eine abwechslungsreiche und gut recherchierte Geschichte über das Leben in Berlin in den 50er Jahren geschrieben. Grundlage sind die Vorgänge in der Familie Thalheim, wobei in weiten Strecken Silvies Sicht im Mittelpunkt steht. Obwohl ich Teil I nicht kenne, hatte ich kein Problem, der Handlung zu folgen. Der Schriftstil ist ausgereift und passt sich der jeweiligen Situation an. Der Roman beginnt im Jahre 1952 und endet 1957. Gekonnt werde die politischen Verhältnisse in die Handlung integriert, sei es Stalins Tod oder die Unruhen in der DDR im Jahre 1953. Ein Teil der weitläufigen Verwandtschaft lebt in Ostberlin. Dadurch werden die innerdeutschen Probleme erlebbar. Friedrichs Bruder Carl hat sich bewusst für eine Rechtsanwaltskanzlei im Osten der Stadt entschieden. Das hat in erster Linie keine politischen, sondern private Gründe. Deutlich wird, wie schnell sich die Lebensverhältnisse auseinander entwickeln. Während im Westteil der Stadt der Aufschwung an Fahrt gewinnt, herrscht im Osten noch der Mangel. Detailliert wird dargestellt, mit welchen Initiativen das Modehaus um neue Kundschaft wirbt. Oskar allerdings ist eine Fehlbesetzung. Er will gut leben und hat Probleme, seine inneren Verletzungen zu kaschieren. Silvie verteidigt ihn lange, obwohl er ihr vorwirft, sich geändert zu haben. "...Früher warst du irgendwie anders, lustiger, nicht auf den Mund gefallen und vor allem nicht so grässlich angepasst..." Alkohol und schnelle Autos sind seine Mittel der Wahl. Damit das Kaufhaus nicht den Bach runtergeht, muss sich nun auch Silvie verstärkt einbringen. Natürlich bleibt das persönliche Leben nicht ausgespart. Es ist ein Auf und Ab zwischen Freude und Trauer, Geburt und Tod, Liebe, Eifersucht und Untreue. Die gesamte Palette der Emotionen macht auch vor Thalheims nicht Halt. Das liest sich dann so: "...Treue ist nicht nur, wenn man bleibt [...]. Treue ist auch, wenn man immer wieder zurückkommt..." Mancher steckt die Niederlagen gut weg, andere drohen daran zu zerbrechen. Selbst heiße Eisen, wie gleichgeschlechtliche Liebe, werden angepackt. Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur werden auf Grund von Silvies Job gekonnt in das Geschehen integriert, seien es Willi Brandt oder Heinz Ehrhardt. Eine ausführliche Darstellung der historischen Ereignisse schließt das Buch ab. Der Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Er ist ein prima Zeitdokument.
Ganz stark
von Thomas Jessen - 03.11.2019
Der Krieg ist verloren und das Deutsche Reich ist in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Aus den drei westlichen Zonen, die unter britischer, französischer und amerikanischer Besatzung stehen wird 1949 die junge Bundesrepublik Deutschland (BRD). Fast zeitgleich wird aus der östlichen Besatzungszone, die unter sowjetischer Besatzung steht, die Deutsche Demokratische Republik, auch DDR genannt. Vor diesem Hintergrund spielt der neue Roman von Brigitte Riebe, der zweite Teil ihrer Saga um die Familie Thalheim. Während der erste Teil die Jahre nach dem Krieg von 1945-1951 behandelt, abgesehen vom Prolog der kurz die Vorkriegsjahre streift, behandelt der zweite Band die Jahre 1952 - 1957. Das Buch steigt ein im Frühjahr 1952, nach Jahren des Wiederaufbaus und der Rationierungen sind in der Bundesrepublik die Lebensmittelkarten abgeschafft und insbesondere nach der Währungsreform gibt es wieder alles in ausreichender Menge zu kaufen. Dagegen herrscht in der DDR nach wie vor bittere Not und auch die Dinge zum Lebensunterhalt sind nach wie vor noch auf Lebensmittelkarte zu beziehen. Viele verlassen die DDR über die noch offene Grenze um der Not zu entkommen. Wie man es von Brigitte Riebe gewohnt ist sind ihre Figuren sehr fein herausgearbeitet. Sie wirken sehr echt und lebendig. Es scheint fast so, als wenn man alte Freunde wiedertrifft, besonders nach der Lektüre des ersten Bandes. Noch besser gestaltet finde ich persönlich die Schauplätze, ich hatte da sofort ein Bild vor Augen wie Berlin, nach der bis dahin schon mächtigen Aufbauleistung der Berliner, ausgesehen haben muss. Die Story lässt den Leser hoffen und bangen, lachen und weinen und sich am Leben oder besser der neugewonnenen Lebensfreude im Wirtschaftswunderland Bundesrepublik erfreuen. Doch es gibt auch die andere Seite, der tägliche Kampf ums Überleben im Osten-in der DDR. Die Drangsalierungen durch die sowjetischen Besatzer und das obwohl die DDR eigentlich nach außen ein souveräner Staat ist. Ich denke es ist Brigitte wieder mal aufs Beste gelungen die Lebensumstände einer ganzen Generation aufzuzeigen und dies in einer liebevoll erzählten Story zu verpacken. Mich konnte sie wieder sehr gut unterhalten und so kann ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen. In der Summe komme ich hier auf hochverdiente 5 von 5 Sternen.
Die Geschichte der Thalheims zur Zeit des Wiederaufbaus Berlins
von dreamlady66 - 27.10.2019
(Inhalt, übernommen) Aufbruch, Petticoats und Rock n Roll - drei Schwestern und ihr Kaufhaus am Kudamm in turbulenten Zeiten. Teil 2 der packenden 50er-Jahre-Trilogie von Bestseller-Autorin Brigitte Riebe. Berlin, 1952: Man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Kudamm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Krieges nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neueste Mode an. Petticoats und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen. Doch seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmens leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss¿ Zur (genialen) Autorin: Brigitte Riebe wird 1953 in München geboren. Nach dem Abitur in München studiert sie an der LMU Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte und promoviert 1981 in Neuerer Geschichte. Danach arbeitet sie zunächst als Museumspädagogin, danach als Verlagslektorin, u.a. für die Verlage List, Goldmann und Blanvalet. Seit 1991 ist sie freie Schriftstellerin. Unter dem Pseudonym Lara Stern entsteht schließlich eine 8-bändige Krimireihe um die quirlige Münchner Anwältin Sina Teufel - einer davon 1995 verfilmt unter dem Titel Inzest . Ihre Romane werden in zahlreiche Sprachen übersetzt, u.a. französisch, niederländisch, portugiesisch, tschechisch, griechisch, türkisch, ungarisch, polnisch, kroatisch und russisch. Auch moderne Gesellschaftsromane hat sie in ihrem Portfolio. Brigitte Riebe lebt mir ihrem Mann in München. Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit: Die mir bereits bestens bekannte und auch überaus geschätzte Autorin hat einen wunderbaren Roman per Fortsetzung verfasst. Sie hat die Geschichte des Thalheim-Kaufhauses in den 50ziger Jahren nach dem verlorenen Krieg und die Teilung Berlins gegenwärtig und authentisch dargestellt. Silvie ist die Hauptperson. Sozusagen das Rückgrat der Familie. Sie strahlt viel Optimismus aus und hilft, wo sie kann. Ganz besonders kümmert sie sich um ihren Zwillingsbruder Oskar, der spät aus dem Krieg zurückkehrt und das Unternehmen leiten soll, aber die Verantwortung auf die leichte Schulter nimmt. Die ältere Schwester Rike hält das Unternehmen aufrecht, sie ist eine gestandene Frau. So erlebt der Leser einige Erlebnisse und auch aussergewöhnliche Überraschungen in der Familie. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut lesbar und sehr interessant zu lesen. Der Roman wirkt mit seiner Geschichte authentisch und hat mich wirklich gut unterhalten, so dass ich hierfür sehr gerne 5* vergebe und schon hier und jetzt auf den 3. Band doch sehr gespannt bin...
Tolle Zeitreise
von Miss Marple - 23.10.2019
Die Autorin nimmt ihre Leser im zweiten Band der Familiengeschichte um die Thalheim Schwestern und ihre Familie mit in das aufstrebende (West) Berlin der 50er Jahre. Stand Rike mit dem Aufbau des Kaufhauses Thalheim im ersten Band im Mittelpunkt, ist es nun ihre Schwester Silvie, die die sogenannten Wirtschaftswunderjahre voll genießen will. Das Kaufhaus läuft gut und ihr steht eine Karriere beim RIAS Rundfunksender bevor. Auch die aus dem Krieg heimgekehrten Brüder müssen ihre Stellung in der Familie und Firma neu finden und ihre Platz in einer veränderten Gesellschaft suchen. Die Autorin zeichnet ein buntes Bild der Zeit. Es gelingt ihr, Familien-und Gesellschaftsgeschichte zu verbinden. So wird Geschichte für den Leser anschaulich. Es sei zu empfehlen, den ersten Band zuerst zu lesen, dann findet man sich schneller im doch recht komplexen Figurengeflecht zurecht.
Silvie - eine starke Frau
von Anonym - 23.10.2019
Wunderbare Zeiten ist der zweite Band der Trilogie Die Schwestern vom Ku¿damm der Autorin Brigitte Riebe. Der erste Band bildet den Auftakt zur Saga um die Familie Thalheim, die in Berlin ein exklusives Modekaufhaus betreibt. Protagonisten sind vor allem die Töchter Rike und Florentine, sowie Silvie und ihr Zwillingsbruder Oskar und spielt in den 40-er Jahren, der Zeit des Wiederaufbaus im Nachkriegs-Deutschland. Im aktuellen Band Wunderbare Zeiten steht Tochter Silvie im Mittelpunkt und spielt in den 50-er Jahren. Silvie ist eine emanzipierte, selbstbewußte junge Frau, der es gelingt, beim Radiosender RIAS Karriere zu machen. Als abzusehen ist, daß das Familienunternehmen Thalheim in den wirtschaftlichen Ruin treibt, gelingt ihr der Spagat zwischen ihrem geliebten Job und ihrem Engagement im Familienbetrieb, um diesen am Leben zu erhalten. Privat hat sie aber einen ganz konservativen Wunsch: Mann, Haus, Kind. Sie durchlebt und durchleidet eine Liebschaft, bis sie letztendlich ihre große Liebe findet. Ich mag Romane, insbesondere historische, die von starken, emanzipierten Frauen handeln und die Autorin Brigitte Riebe hat mit diesem Buch genau meinen Nerv getroffen. Ihr ist auch besonderst gut gelungen, die damaligen politischen Ereignisse mit der Familiengeschicht zu verweben und die Stimmung der Menschen im Ost- und Westteil Berlins einzufangen. Meine Meinung: Tolle Familiensaga und ich freue mich auf Band 3.
Tolle Familiengeschichte im Berlin der 50er Jahre
von Sissy0302 - 22.10.2019
Berlin 1952-1957: Dieses Mal begleiten wir die mittlere Tochter der Thalheims. Silvie ist eine warmherzige, unkonventionelle Frau, die vor allem im 1. Teil manchmal etwas aus dem Rahmen fiel. Doch schon da hat sie mir sehr gut gefallen, und ich habe mir einen tollen zweiten Teil mit Charme versprochen. Mit dem gewissen Etwas, das mir im ersten Teil bei Rike doch etwas gefehlt hat. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit Silvie rennen wir in einem atemberaubenden Tempo durch die Zeit. Mit ihr wird es einfach nicht langweilig. Und ihr wird in diesen Jahren ziemlich viel aufgebürdet. Stellenweise hatte ich wirklich ein bisschen angst um sie, denn auch für sie habe ich mir doch ein Happy End gewünscht. Ich darf nicht zu viel verraten, aber das Buch hat mich ziemlich bewegt zurück gelassen. Ich freue mich schon auf den 3. Teil der Trilogie und bin gespannt wie es mit den Schwestern weiter gehen wird. Was mir wieder sehr gut gefallen hat, das war wie die Autorin eine Familiengeschichte mit viel geschichtlichem verwoben hat. Ich habe viel gelernt, viel erfahren, ohne mich eine Sekunde zu langweilen. Überhaupt finde ich an diesem Buch sehr reizvoll, die damalige Zeit in Berlin kennenzulernen. Dies ist eine Trilogie, die ich geschichtlich Interessierten eindeutig empfehlen kann.
Ein großartiger Roman und zweiter Teil
von nellsche - 21.10.2019
Berlin 1952. Nach den dunklen Kriegszeiten läuft das Kaufhaus Thalheim nun bestens. Sie bieten die neueste Mode an und feine Kollektionen aus Italien. Für Rike steht das Kaufhaus an erster Stelle. Anders bei Silvie, die das Leben nun in vollen Zügen genießen will. Doch als ihr Bruder Oskar, der das Unternehmen leiten soll, sich lieber durchfeierten Nächten zuwendet, erkennt Silvie, dass sie Verantwortung übernehmen muss. Auf diesen zweiten Teil der Trilogie um die Thalheims habe ich mich riesig gefreut, weil mir der erste Teil super gut gefallen hatte. Ich war sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Und ich wurde nicht enttäuscht.  Der Schreibstil war leicht zu lesen und dabei spannend und bildhaft. Ich habe sowohl die Geschehnisse als auch die Personen richtig vor Augen gehabt und alles super miterlebt. Auch das Flair der damaligen Zeit wurde einfach perfekt eingefangen und transportiert.  Die Charaktere besaßen Authentizität und Tiefe und weckten eine ganze Bandbreite an Gefühlen. Ich lernte sie teilweise auch von einer anderen Seiten kennen, was absolut lebensecht gelungen war. Toll fand ich, dass dieses Mal Silvie in den Vordergrund gerückt war. Ich bekam ein detailliertes Bild von ihr und konnte richtig mit ihr mitfiebern und mitfühlen.  Die Geschichte sowie die Entwicklung der Thalheims und des Kaufhauses fand ich sehr interessant und spannend. Ich hing gebannt an den Seiten und wollte unbedingt wissen, was alles geschieht. Ich konnte gar nicht schnell genug lesen. Nun freue ich mich auf den dritten Teil, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt. Ein großartiger Roman und zweiter Teil. Ich vergebe 5 von 5 Sternen. 
grandios gelungene Fortsetzung
von Petra Sch. - 14.10.2019
Kurz zum Inhalt: Berlin, in den 1950ern. Silvie Thalheim ist ganz anders als ihre ältere Schwester Rike - diese leitet das Familienunternehmen Modekaufhaus Thalheim, doch Silvie will unabhängig sein und beginnt eine Karriere als Rundfunkredakteurin und später auch Sprecherin beim Radiosender RIAS. Doch es gibt Unstimmigkeiten in der Familie. Vater Fritz möchte die Leitung des Unternehmens an den aus dem Krieg heimgekehrten Sohn Oskar, Silvies Zwillingsbruder, übertragen, was Rike sauer aufstößt. Doch Oskar ist traumatisiert und genießt sowieso lieber den Rausch von schnellen Autos und Alkohol. Als ein Konkurrent die Geschäfte des Kaufhauses torpediert, und dieses daraufhin finanziell ins Straucheln gerät, müssen alle zusammenhalten, um das Modekaufhaus Thalheim zu retten. Und dann erleidet die Familie einen schweren Schicksalsschlag... Meine Meinung: Wunderbare Zeiten schließt direkt an Jahre des Aufbaus an. In dieser Geschichte, die von 1952 bis 1957 spielt, steht Silvie im Mittelpunkt. Man kann Silvies Entwicklung hautnah miterleben - war sie mir im ersten Teil noch eher unsympathisch, mochte ich sie hier immer lieber und sie ist mir schließlich sehr ans Herz gewachsen. Auch wenn sie immer noch das Leben eher locker nimmt, ist sie doch erwachsen geworden und übernimmt auch Verantwortung. Und merkt dann doch, dass sie eine Thalheim ist, und der Mittelpunkt der Thalheims ist nun mal das Modekaufhaus. Die Autorin schafft es wieder wunderbar, historische Details in die Geschichte zu verweben, auch die tolle damalige Mode der Petticoats und Nylonstrümpfe. Die Atmosphäre der damaligen Zeit kommt gut rüber. Die Schreibweise ist wieder genauso angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sie alle Probleme gut lösen können. Man leidet mit Silvie und ihrem Herzschmerz und Liebeskummer, von dem sie leider viel erdulden muss, und freut sich über alle positiven Ereignisse. Silvie ist eine starke Frau, und ihre Radiosendung Stimmen ist ein voller Erfolg. Es gibt aber auch wieder etliche Schicksalsschläge, die die Familie und einzelne Figuren erleiden müssen. Gut fand ich, obwohl Silvie im Mittelpunkt steht, dass man viel über alle anderen Familienmitglieder liest. So trifft man auch Onkel Carl und die beiden Cousins wieder. Rike ist nun verheiratet und hat ein Kind und muss sich die Leitung des Kaufhauses mit ihrem Bruder Oskar teilen, der eigentlich kein wirkliches Interesse daran hat. Obwohl Rike ihr Geschick und Talent lange schon unter Beweis gestellt hat, waren damals Söhne einfach mehr wert. Einfach nur schlimm diese veralteten Ansichten. Diesmal stand auch Miri Sternberg etwas mehr im Mittelpunkt, was mir sehr gut gefiel, denn Miri ist einfach eine total sympathische Figur und ich mag sie immer noch sehr gerne. Nun bin ich sehr auf den letzten Teil gespannt, in dem Florentine, die in diesem Band eine sehr aufmüpfige Rolle hatte, im Fokus stehen wird. Sehr interessant und lehrreich ist auch die ausführliche chronologische Zeittafel am Ende des Buches, in der sämtliche historischen Ereignisse aus dieser Zeit detailliert aufgezählt sind. Fazit: Großartige Fortsetzung der Familiensaga im Berlin der 1950er mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Handlung verwoben sind. Nun bin ich schon sehr auf Floris Geschichte gespannt!
Sylvies Geschichte - Berlin in den 50igern
von Marakkaram - 13.10.2019
** Wer gegen den Strom schwimmen will, der muss viel Wasser schlucken können. ** Der zweite Teil der Ku`damm Triologie knüpft zeitlich nahtlos an den ersten an. Diesmal steht nicht Rike sondern ihre Schwester Sylvie im Vordergrund. Es ist Frühling '52 und Sylvie liebt ihren Job bei Radio RIAS. Sie hat sogar ihre eigene Sendung Stimmen und arbeitet sporadisch im Modekaufhaus ihrer Familie mit. Nur mit den Männern hat sie scheinbar kein Glück. Auch in Wunderbare Zeiten fängt Brigitte Riebe die 50-iger Jahre geschickt ein. Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit des Wandels, der großen Kaufhäuser, aufkommenden Filmstars, der Trennung Ost und West und das damit verbundene ungleiche Verhältnis. Während im Westen scheinbar alles boomt ist im Osten der Mangel und die Restriktion zu spüren. Die Autorin bindet dies ins Alltagsgeschehen und Familienleben mit ein. Man begleitet Sylvie auf die Berlinale und die Frankfurter Buchmesse, genauso wie auf die Hochzeit von Miri, einer jüdischen Freundin der Familie. Es ist einfach eine großartige Mischung aus historischen Fakten und fiktiver Familiengeschichte, die unheimlich akribisch recherchiert ist. Schon im ersten Teil hat mich der Schreibstil gefangen genommen, der einen automatisch tief in das Zeitgeschehen der aufkommenden Wirtschaftswunderjahre eintauchen, aber auch immer noch die Nachwehen des Krieges durchscheinen lässt. Sylvie Thalheim ist ein sehr starker Charakter. Sie weiss was sie will und hat ihren eigenen Kopf. Trotz aller Emanzipation spielt Familie eine große Rolle in ihrem Leben und auch aus dem Modekaufhaus kann sie sich nicht ganz rausziehen. Man spürt ihre Wünsche, Sehnsüchte und auch Ängste und das macht sie von Anfang an sehr nahbar und sympathisch. Im Laufe des Romans erkennt sie was wirklich wichtig ist im Leben. Insgesamt sind die Charaktere einfach wieder großartig und manche lernt man jetzt nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen. Im Anhang befindet sich eine Zeittafel die chronologisch die wichtigsten historischen Fakten aufführt. Das finde ich persönlich sehr interessant und es rundet das Ganze schön ab. Fazit: Auch der zweite Band nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise in die 50iger Jahre (hier 1952-57). Eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und historischen Fakten, die auch für Quereinsteiger geeeignet ist. Man muss also nicht unbedingt den ersten Teil kennen, wer aber eh die Triologie lesen möchte, der sollte mit Rike (Jahre des Aufbaus) beginnen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Flori und hoffe, ich muss nicht zu lange warten.
Fundiert recherchierter und mitreißender historischer Roman aus den 1950er Jahre
von Hermione - 13.10.2019
Der zweite Band der Trilogie "Die Schwestern vom Ku¿damm" dreht sich um Silvie, die mittlere Tochter der Thalheims, die hauptamtlich beim Radio als Moderatorin arbeitet und nur einen Teil ihrer Woche im Kaufhaus der Familie verbringt. Es treibt sie um, dass sie "Keinen Mann. Kein Haus. Kein Kind." hat und sie verlebt Affären mit verschiedenen Männern¿ Wird sie auch ihr Glück und irgendwo ihren Heimathafen finden? Meine Meinung: Von Anfang an hat mich dieser Roman, in dem nun die mittlere Thalheim-Schwester Silvie im Vordergrund steht, wieder gepackt. Die Erzählweise ist einfach sehr angenehm und wunderbar flüssig zu lesen, dabei gleichzeitig richtig spannend. Die Charaktere sind einfach wieder toll. Nun aus der Sicht von Silvie erscheinen einem manche Personen und Geschehnisse ganz anders als aus Rikes Sicht, die im ersten Band im Mittelpunkt stand. Dadurch bekommt man ein viel runderes Bild, weil natürlich jeder seinen eigenen Blick auf Geschehnisse hat, je nachdem, was ihm oder ihr wichtig ist bzw. wie er oder sie geprägt wurde. Silvie war mir von Anfang an sympathisch, sogar jetzt noch sympathischer als im ersten Teil. Dass ihre Kinderlosigkeit ihr zu schaffen macht, ist sehr nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt. Vor allem hat mir aber sehr gut gefallen, welche Entwicklung sie im Laufe des Romans durchmacht, als sie erkennt, was ihr eigentlich wirklich wichtig ist. Wie auch im ersten Teil hat mir neben den sehr warmherzig angelegten Charakteren wieder sehr gut gefallen, wie gründlich die Autorin über die Zeit recherchiert hat. Ich habe unglaublich viel über die Fünfziger Jahre erfahren, was ich so gar nicht präsent hatte. Vor allem, weil die Geschichte in Berlin spielt, konnte die Autorin die Geschichte der BRD und die der DDR wunderbar miteinander verknüpft darstellen. Was die Geschehnisse für den Alltag der Menschen in Berlin bedeutet haben, wurde anhand der Familie Thalheim, ihrer Verwandten, Freunde und Angestellten besonders gut deutlich. Fazit: Nach diesem mitreißenden, manchmal auch arg dramatischen Roman rund um die mittlere Schwester Silvie Thalheim freue ich mich bereits sehr auf den dritten Band der Trilogie, in dem die kleine Schwester Flori im Mittelpunkt stehen wird. Eine tolle Reihe historischer Romane mit einer packenden Handlung und gleichzeitig einer sehr gelungenen Darstellung des Alltags ganz normaler Menschen zu der Zeit!
Silvie, die Stimme Berlins
von Miss Norge - 12.10.2019
Das Feeling und das Flair der 50er Jahre ist zurück, Brigitte Riebe sei Dank. Nachdem mich Band 1 schon begeistern konnte, war ich sehr gespannt, ob Band 2 da mithalten kann. In diesem Band dreht sich der Plot hauptsächlich um Silvie Thalheim, die mittlere der drei Thalheim-Schwestern. Silvie, geboren 1923, ist in den 50er Jahren eine bekannte junge Frau beim Radio RIAS in Berlin. Mit dem Modehaus ihrer Familie hat sie eigentlich nicht so viel im Sinn und auch im Privatleben läuft es nicht so richtig rund, wie sie es gerne hätte. Oftmals verliebt, dann aber von den Männern enttäuscht bzw. getäuscht worden, ach irgendwie hat Silvie mir richtig leid getan. Die Autorin kann sehr intensiv und gut die Gefühle von Menschen beschreiben, so auch bei Silvie, die einige Tiefschläge hinnehmen muss, wo man denkt, hoffentlich ist das Glück ihr auch einmal hold. Man verfolgt das Leben zwischen den Jahren 1952-1957 und Brigitte Riebe hat wieder hervorragend recherchiert. Der Schreibstil ist wieder flüssig und gut zu lesen, aber leider gab es für mich persönlich einige langatmige Passagen, die zwar in der Deutschen Geschichte eine Rolle spielen, die mir aber zu reingepresst in den Plot wirkten, nur um irgendwie erwähnt zu werden, obwohl sie keinen direkten Einfluß auf die Geschichte hatten. Ausführlicher und vor allem mehr Einblick in das Familienleben hätte ich mir auch gewünscht, aber vielleicht passiert das ja wieder im dritten Band, der sich mit der jüngsten Thalheim Schwester Florentine befassen wird. Ein guter zweiter Band dieser Trilogie, in dem mir aber ein wenig zu viel Zeitgeschehen eingebaut wurde.
Historisch bewegende 50er Jahre!
von nil_liest - 09.10.2019
Der zweite Teil der Trilogie "Die Schwestern vom Kudamm" spielt in den "wunderbaren Zeiten" der goldenen 50er in Berlin von 1952 bis 1957. Brigitte Riebe hat bereits mit dem ersten Teil ihr Können unter Beweis gestellt und mich von den Figuren überzeugt mit "Jahre des Aufbaus"! Nun starten wir im Jahr 1952 und das Kaufhaus brummt wieder. Alle Charaktere sind wieder mit dabei. Wer vergessen hat wer was wo und wie zusammenhing sei beruhigt, denn alle Eckpunkte aus dem ersten Band werden aufgegriffen und auf charmante Weise im ersten Teil wieder ins Gedächtnis gerufen. Daher ist der Roman auch eigenständig lesbar, wenn man sich vielleicht nur speziell für die 50er Jahre in Berlin interessiert. Ist man jedoch an der Reihe interessiert, rate ich definitiv mit dem ersten Band zu beginnen: "Jahre des Aufbaus" und dann erst diesen zweiten Band "Wunderbaren Zeiten" zu lesen. Was macht diese Reihe so besonders? Ich finde auch diesen Roman wieder wunderbar erzählt, eine dichte und breite Familiengeschichte wird erzählt kombiniert mit den historischen Ereignissen der damaligen Zeit. Die historischen Umstände und prägnanten Geschehnisse werden nonchalant eingewoben. Hier wird man bestens unterhalten und lernt zugleich so viel über die damalige Zeit. Wie beispielsweise das Verhältnis von Männern zu Frauen waren im geschäftlichen Umfeld, was trug man, was war sittlich, was war hip, wie sprach man, was wurde gegessen und konsumiert. All das steckt tief im Subtext und erhöht damit die Qualität der erzählten Geschichte. Und natürlich steht der Ost-West-Konflikt indirekt im Fokus, denn das tägliche Leben ist dadurch stark beeinflusst in Berlin. Natürlich ist die Familiengeschichte auch (weiterhin) spannend, denn man will eigentlich immer wissen wie es mit der Familie Thalheim weitegeht. Jeder hat seine Höhen und Tiefen. Alles gut dossiert und auf die verschiedenen Personen verteilt. Mir gefallen die sehr unterschiedlichen Charaktere gut, vor allem die starken Frauen haben es mir angetan!
(K)ein Mann. (K)ein Haus. (K)ein Kind - wunderbar unterhaltsam
von Rebecca1120 - 06.10.2019
Leider habe ich den ersten Teil nicht gelesen. Darum ist es mir auch am Anfang recht schwer gefallen die doch recht vielen Personen, die direkt oder indirekt zur Familie Thalheim gehören richtig einzuordnen. Also mein Rat an neue Leser: erst Teil 1 lesen. Nachdem ich diese Anfangsschwierigkeiten überwunden habe, konnte ich das Buch einfach nicht weglegen. Denn Familie Thalheim erlebt in den 50er Jahren so einiges. Freude, Sorgen und Trauer wechseln sich ab und Familiengeheimnisse, die Jahrzehnte lang gehütet wurden, kommen ans Licht. Auf keinen Fall ist die Handlung vorhersehbar, was das Lesen abwechslungsreich macht und zum Weiterlesen zwingt. Denn schließlich will der Leser ja wissen, ob Silvies Motto: Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind. weiter bestehen bleibt, oder sie vielleicht doch noch ihren Traummann findet. Silvie ist in meinen Augen das Herz der Familie. Mit ihrer Gradlinigkeit, ihrem Optimismus und ihrer Herzenswärme hat sie für jeden in der Familie ein offenes Ohr und versucht zu helfen wo sie nur kann. Am meisten am Herzen liegt ihr ihr Zwillingsbruder Oskar. Der blauäugig durchs Leben geht, kein Risiko scheut und in meinen Augen ein Leben am Limit führt. Ihn zu erden und in die Verantwortung zu nehmen, ist für Silvie eine große Aufgabe, die sie oft an ihre Grenzen bringt. Ganz anders dagegen ist ihre große Schwester Rike. Sie steht ihre Frau im Unternehmen, dem Modekaufhaus Thalheim und gibt die Verantwortung dabei ungern an andere ab. Sie hält die Zügel lieber selbst in der Hand. Dabei wirkt sie eher konservativ, als könne sie ihr Leben nicht richtig genießen. Aber das muss ja nicht immer so bleiben¿ Diese 3 Hauptfiguren sollen nur beispielhaft benannt sein, denn es gibt noch viele liebenswerte oder auch weniger liebenswerte Personen in und um der Familie Thalheim. Sie alle zusammen erzählen eine kurzweilige wie wunderbar unterhaltsame Geschichte zur Zeit des Wiederaufbaus Berlins in den 50er Jahren. Von mir gibt¿s eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 5 Lese-Sterne
Ein wunderbares Buch über wundervolle Zeiten
von Internetmaus - 06.10.2019
Wunderbare Jahre in denen man das Leben tanzen muss Ein Jahr nach Erscheinen des ersten Teils der packenden Trilogie über die Thalheim Schwestern erschien nun der nächste Band. Das Cover des Buches ist sehr schön gestaltet. Im Vordergrund, die junge Frau, ist Silvie in einem schicken Kleid, ganz im Stil der 50-iger Jahre. Im Hintergrund ein Hotel und davor viele schöne Autos. Auf der Rückseite sehen wir noch das Cafe Kranzler. Es geht den Menschen besser und sie wollen wieder was erleben. Das suggeriert mir das schlichte aber sehr schöne Cover. Der zweite Teil der Trilogie über das Modekaufhaus Thalheim ist von Brigitte Riebe aus Sicht der mittleren Schwester geschrieben. Es beginnt im Frühjahr des Jahres 1952. Silvie ist da 29 Jahre und möchte endlich ihr Leben genießen. Ihr steht der Sinn nach Musik, Tanz, Kino und all den schönen Dingen, die in den schweren Zeiten ins Abseits gerieten. Es sind die Jahre des Wirtschaftswunders. Ludwig Erhard trägt als Bundeswirtschaftsminister erheblich dazu bei. Die Bundesrepublik und Westberlin erholen sich recht schnell von den Kriegsfolgen. In den sowjetisch besetzten Teilen Deutschlands und Ostberlin sieht es dagegen ganz anders aus. Die 1949 gegründete DDR kann in keinster Weise mithalten. Überall sind noch die Wunden des Krieges zu sehen. Während es in der BRD ständig besser wird und die Menschen vom Marshallplan der USA profitieren, herrscht im anderen Teil Deutschlands ein ständiger Mangel. Noch immer gibt es kaum neuen Wohnraum. Ruinen bestimmen das Straßenbild. Die Lebensmittelmarken sind noch nicht abgeschafft und die Geschäfte sind leer. Durch die Teilung Deutschlands in die einzelnen Besatzungszonen sind viele Familien getrennt und erleben diese Zeit sehr unterschiedlich. So auch die Thalheim Familie. Das Modekaufhaus Thalheim in Westberlin wird von der ältesten Thalheim Schwester Rike, sehr gewissenhaft und sorgsam geführt. Doch als nach 10 langen Jahren in Krieg und Gefangenschaft, Oskar, der Zwillingsbruder von Silvie zurückkehrt beginnen die Turbulenzen. Friedrich Thalheim, der Vater, setzt den Sohn als Geschäftsführer ein. Entsprechend dem Rollenbild der Zeit. Dieser ist von Krieg und russischer Gefangenschaft traumatisiert und wird von Albträumen geplagt. Die kaufmännischen Kenntnisse, die Rike das Modekaufhaus erfolgreich führen lassen, fehlen ihm. Silvie möchte ihren eigenen Weg abseits des Modekaufhauses gehen. Beim Rundfunksender RIAS engagiert sie sich stark. Ist Redakteurin und bringt ein neues Sendeformat heraus. "Stimmen". Sie hat den genialen Einfall bekannte Persönlichkeiten live in ihre Sendung zu holen und sie zu interviewen. Da gerade in Berlin die 2. Berlinale vor der Tür steht, möchte sie mit Billy Wilder starten. Es gelingt ihr und wird ein voller Erfolg. Doch im Privatleben ist sie nicht zufrieden. Sie möchte Mann, Kind und Haus. Leider hat sie bei ihren Männerbekanntschaften nicht solch glückliches Händchen, wie im Beruf. Mit viel Empathie und einem geschichtlich fundiertem Wissen über die damalige Zeit lässt uns Brigitte Riebe an den großen und kleinen Erlebnissen, Schicksalsschlägen und Kämpfen der Thalheim Familie weiter teilhaben. Sehr gut gefällt mir, dass es auf den letzten 21 Buchseiten eine Zeittafel gibt, wo wichtige geschichtliche Daten der Jahre 1952 bis 1957 aufgelistet sind. Ihr Schreibstil ist so bildhaft, dass ich, die in der DDR, im Jahre des Wunders von Bern geboren wurde, total hingerissen von ihren Büchern bin. Sie bringt mir in leichter Form die Geschichte jener Zeit nahe, die ich nicht erlebt habe und die meine Eltern in der DDR ganz anders erlebten. Für mich macht dieses Buch auch sehr authentisch, das Musik, Filme, Schauspieler und Ereignisse, wie zufällig im Buch erwähnt werden. Eine Inhaltsangabe über das Buch hier zu erstellen, liegt mir fern. Auf jeden Fall sollten alle, die Interesse an der deutschen Geschichte, in Ost und West, dieses Buch und die anderen der Trilogie lesen. Ich muss feststellen. Dass ich doch noch viele Fakten aus der BRD nicht kannte. Die fiktiver Familie Thalheim und die Zeit der 50er- Jahre sind hier hervorragend miteinander verwoben. Ich gebe dem Buch 5 wohlverdiente Sterne und meine absolute Leseempfehlung.
Wunderbare Fortsetzung
von Ameland - 05.10.2019
In Band 2 der Trilogie um das Thalheim-Kaufhaus steht dieses Mal die mittlere Schwester Silvie im Vordergrund. Die ersten schweren Jahre nach Kriegsende sind überstanden und dank Wirtschaftswunder läuft nicht nur das Kaufhaus bestens sondern auch die Menschen wollen endlich wieder fröhlich und glücklich sein. Ich weiß nicht wie Brigitte Riebe es immer schafft, aber bereits die ersten Seiten haben mich wieder in ihren Bann gezogen. Ihr einzigartiger Schreibstil ist fesselnd und lässt die Seiten nur so dahin fliegen. Meisterlich verbindet sie Realität und Fiktion zu einer unterhaltsamen und informativen Geschichte. Das macht ihre Romane so authentisch. In keinem anderen Roman mit historischem Bezug habe ich so viele Informationen aus und über das Leben der Menschen aus dieser Zeit erfahren. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr realistisch, denn sie haben alle ihre Stärken und Schwächen. In diesem Buch bin ich mit ihnen wieder durch ihre Höhen und Tiefen gegangen. Inzwischen sind sie mir auch ans Herz gewachsen. Besonders erwähnenswert ist die Auflistung am Ende des Buches über die Ereignisse aus den Jahren 1952 - 1957. Die Auflistung geht über die Informationen aus dem Geschichtsunterricht (jedenfalls meinem) hinaus. Für mich war auch Band 2 ein tolles Leseerlebnis und ich vergebe sehr gerne 5 Sterne. Und ab sofort freue ich mich schon auf die Fortsetzung.
Ein solider historischer Roman
von lesebiene - 03.10.2019
Meine Meinung: Denn dieses Buch stellt für mich eigentlich den perfekten Einstieg in das Genre der historischen Romane dar, guter Schreibstil, der dennoch nie zu anstrengend oder langweilig gewählt ist. Dennoch ist die Sprache unglaublich detailreich, die Charaktere einfach überzeugend und realistisch gezeichnet und Story ist sowohl packend, als auch berührend. Ein wirklich gelungener historischer Roman, über eine starke Frau, die in Zeitender 50er Jahre! Dennoch hat dieses Buch im Mittelteil den ein oder anderen Moment, in dem die Geschichte an Fahrt verliert und etwas langatmig wird, doch diese Phase hält nicht lange an, sondern schnell, findet der Roman wieder zur alten Stärke zurück Fazit : Absoluter Lesetipp
Silvie
von Isabell - 02.10.2019
Es ist der zweite Teil der Trilogie von Brigitte Riebe um die Thalheim-Schwestern und dieses Mal steht Silvie im Mittelpunkt der Erzählung. Wir befinden uns in den Jahren 1952-1957 in Berlin. Während für ihre Schwester Rieke stets das Kaufhaus im Mittelpunkt ihres Interesses stand, hat Silvie das Ziel beim Rundfunk Karriere zu machen. Da Oskar, Silvies Zwillingsbruder, nun von dem Vater mit so großen Befugnissen für das Geschäft ausgestattet worden ist, gibt es Schwierigkeiten im Familienimperium. Silvie indessen erlebt beruflich und privat einiges an Neuland. Die Autorin erzählt in ihrem Roman ein Stück Zeitgeschichte, in dem sie historische Ereignisse und Personen in ihren Roman einwebt. Es geht um Politik, Wirtschaft, die Rolle der Frau, Sexualität, das Lebensgefühl inklusive Sorgen, Ängste aber auch Hoffungen sowie Aufbruch in eine neue Zeit. Auch die Musik und die Mode werden uns anschaulich vor Augen geführt. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs wird klar, auch wenn es Silvie nun beruflich gut geht. privat hat sie einige Päckchen zu tragen. Ob es nun um die Situation der Familienmitglieder im Osten geht, wo die Drangsalierungen weiter zu nehmen oder um die Familie nah um sie herum, überall gibt es zwischen viel Freude auch viele Schattenseiten. Silvie versucht ihr Glück zu finden, jedoch der Weg ist steinig. Mich hat der Roman tief bewegt zurückgelassen und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Silvies Leben, und das der Menschen im Umkreis, Familie und Freunde, ging mir sehr nahe. Wenn ich zuvor Wirtschaftswunderzeit gehört habe, dann dachte ich an fröhliches Leben mit viel Schwung ähnlich den Petticoats, die ich dabei stets vor Augen hatte. Die vielen Facetten, die die Autorin nun aufzeigt, waren mir zum größten Teil gar nicht klar. Sehr gelungen ist auch die Zeittafel am Ende des Buches, mit dem mir als Leser noch mal alle historischen Ereignisse dieser Jahre in Erinnerung gerufen werden. Ein wunderbares Buch und ich möchte den dritten Teil der Reihe um keinen Preis verpassen.
von dorli - 01.10.2019
In ihrer großen 50er-Jahre-Trilogie "Die Schwestern vom Kudamm" nimmt Brigitte Riebe den Leser mit auf eine spannende Zeitreise in das Nachkriegsjahrzehnt nach Berlin. Wiederaufbau, Wirtschaftswunder und Wohlstand prägen den Alltag, die vom Krieg gezeichnete Stadt blüht auf, das Leben ist wieder bunter - zumindest im Westteil der Stadt. "Wunderbare Zeiten" ist der zweite Band der Trilogie und spielt in den Jahren 1952 bis 1957. Da die Ereignisse in diesem Band auf die Geschehnisse des ersten Teils aufbauen, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Nach Rike steht diesmal mit der 29-jährigen Silvie die mittlere der Thalheim-Schwestern im Zentrum des Geschehens. Die im ersten Teil noch sehr sprunghafte Silvie hat ihren Platz im Berufsleben gefunden - allerdings nicht im familieneigenen Modekaufhaus, sondern beim Rundfunk. Silvie ist als Redakteurin und Moderatorin mit ihrer neuen Sendung beim RIAS äußerst erfolgreich. Während es mit der Karriere steil bergauf geht, sieht es im Privatleben der lebenslustigen Silvie etwas anders aus. Besonders die Sorgen um ihren Zwillingsbruder Oskar, der körperlich und psychisch versehrt aus langjähriger Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist, reißen nicht ab. Außerdem wird ihr Wunsch nach einer eigenen Familie immer lauter, Silvie sehnt sich nach einem Mann an ihrer Seite, nach einem Kind und einem behaglichen Zuhause¿ Schon nach wenigen Seiten hat mich die Welt der Thalheims wieder gefangen genommen. Brigitte Riebe lässt ihre Protagonistinnen auch in diesem Band viele Höhen und Tiefen durchmachen. Während das Kaufhaus große Erfolge feiert, bringen herbe Schicksalsschläge Silvie und ihre Lieben immer wieder ins Straucheln - die kleinen und großen Katastrophen wirken dabei genauso wie die Glücksmomente echt und wie aus dem Leben gegriffen und lassen den Leser Seite um Seite mit den Akteuren mitleiden und mitfiebern. Brigitte Riebe hat das Leben und den Alltag der Thalheims eng mit dem historischen Geschehen der 50er Jahre und der Entwicklung Berlins verflochten. Unzählige Details aus allen Lebensbereichen sorgen für Authentizität und lassen ein vielschichtiges Bild von Ort und Zeit vor den Augen des Lesers entstehen. Nicht nur große Ereignisse wie Berlinale, Arbeiteraufstand und Fußballweltmeisterschaft lässt die Autorin ihre Akteure miterleben, die Thalheims agieren auch an vielen bekannten Stätten und begegnen zahlreichen Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Kultur. "Die Schwestern vom Kudamm: Wunderbare Zeiten" hat mir sehr gut gefallen. Eine gut ausbalancierte Mischung aus Familiengeschichte und spannender Historie, die mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß - ein durchweg mitreißendes Leseerlebnis.
Die Thalheim Schwestern
von Bibliomarie - 01.10.2019
Mit "Wunderbare Zeiten" findet die Geschichte um die Geschicke der Thalheims und ihres Modehauses eine Fortsetzung. Wir sind mittlerweile in den frühen Fünfzigern angekommen und dieser Band stellt nun das Leben der mittleren Schwester Silvie in den Vordergrund. Ganz im Gegensatz zu Rike, sieht sie ihre Bestimmung eher beim Rundfunk. Dort hat sie sich inzwischen einen Namen gemacht und ihre Sendung "Stimmen" ist zu einem Erfolgsformat geworden. Doch in ihrem Privatleben sieht es nicht so erfolgreich aus. Sie hat die unglückliche Liebe zu Ben Green einigermaßen überwunden, aber immer öfter denkt sie an das Kind, das nicht zur Welt kommen konnte. Doch dann stürmt der junge Schauspieler Wanja in ihr Leben und Silvie weiß, sie kann wieder nur verlieren. Wanja ist charmant und egozentrisch, unbeständig und stürmisch, aber wenn Silvie liebt, dann mit Haut und Haar. Doch wieder muss sie erleben, dass ihre Gefühle tiefer sind, als die ihres Partners. Zudem fordert das Familienunternehmen ihre Kraft. Oskar, ihr Zwillingsbruder kann seine Kriegserlebnisse nicht vergessen und agiert nicht unbedingt als Geschäftsmann, das Modehaus muss sich neuen Konkurrenten und Herausforderungen stellen. Was für eine dramatische Geschichte! Wunderbar eingebettet in die aufregende Zeit des Wiederaufbaus und dem Beginn des Wirtschaftswunders. Brigitte Riebe verwebt auf lebendige und farbige Weise die Geschichte der beiden jungen deutschen Staaten mit einem vielschichtigen Familiendrama. Damit wird Historie greifbar. Kleine Anekdoten aus der Zeit werden in die Handlung eingeflochten, man trifft die Stars der Zeit, wie O.W. Fischer und Maria Schell, aber auch ernste Themen kommen zu Wort. Besonders gefiel mir die Beschreibung der unterschiedlichen Entwicklung der getrennten Zonen. Ich hatte diesen Prozess nicht so schleichend und vor allem nicht so früh spürbar in Erinnerung. Arbeiterinnen aus dem Osten, die im Westen für niedrigere Löhne schufteten - das ist keine Erfindung der Gegenwart, schon 1952 nutzten findige Unternehmer das Lohngefälle. Im Anhang gibt es eine Zeitleiste, die die geschichtlichen Ereignisse noch einmal aufführt. Ein für mich interessanter und wichtiger Anhang. Die Protagonistin Silvie ist schon ein wenig weiter in Unabhängigkeit, als es die ältere Schwester sein konnte. Das Frauenbild, das die Autorin zeichnet, hat mir gut gefallen und passt auch sehr gut in den geschichtlichen Kontext. Schon aufbegehrend, ihr Recht auf Selbstbestimmung und eine eigene Sexualität fordernd, aber noch von den Anschauungen der 50iger gebremst und eingeengt. Das macht neugierig, wie die Autorin die jüngste Tochter als Mittelpunkt des nächsten Bandes zeichnen wird.
Teil 2
von Castilleja - 01.10.2019
Und weiter geht es mit den Schwestern vom Kudamm . Dieses Mal ist Sylvie die Hauptperson. Sie ist erst einmal überglücklich, dass ihr Zwillingsbruder Oskar nach langer Zeit in sowjetischer Gefangenschaft doch endlich zurück gekommen ist. Doch was hat er wohl alles Schreckliches erlebt. Um das zu kompensieren, führt er ein unstetes Leben, mit schnellen Autos und viel Ablenkung. Sylvie hätte auch gerne wie Rike einen Mann und ein Kind, doch will sie sich wirklich schon binden? Und welche Faszination übt der jüngere Wanja auf sie aus. Aber wird sie mit ihm glücklich? Sehr gefreut habe ich mich, dass Miri zurück ist aus dem Kibuzz und wieder eine große Rolle spielt, da ich sie bereits im ersten Teil sehr gerne mochte. Da die Bücher aufeinander aufbauen, empfehle ich, Teil eins zuerst zu lesen. Neben der Familiengeschichte hat die Autorin Brigitte Riebe auch wieder viele historische Häppchen eingebaut.
tolle Fortsetzung
von Andreas Rahe - 29.09.2019
Mit diesem Buch liegt der zweite Teil de Trilogie Die Schwestern vom Ku`damm vor. In diesem Buch geht es um Silvie, die Zwillingsschwester von Oskar. Auch in diesem Buch ist die Atmosphäre der damaliegen Zeit sehr gut eingefangen. Silvies Schwester Rike hat mit ihrem Geld dafür gesorgt, dass das Kaufhaus Thalheim wieder neu aufgebaut werden kann und langsam aber sicher kommt die Stadt Berlin wieder auf die Beine, obwohl sie immer noch eine Ausnahesituation einnimmt. Die neue Währung kommt später und auch die Versorgungslage und der Städteaufbau ist noch nicht wie in der restlichen BRD, denn diese ist mittlerweile gegründet worden, genauso wie die DDR. Die Familie Thalheim hat immer noch Verwandtschaft im Osten und so werden in diesem Buch auch die Lebensverhältnisse im Osten und auch die politische Situation angesprochen. Oskar, der mittlerweile aus russischer Gefangen schaft zurück ist, sorgt immer wieder für neuen Wirbel und auch das Privatleben von Silvie gestaltet sich erst am Ende dieses Buches nach ihren Wünschen. Alles in allem hat mir dieses Buch wieder genauso gut gefallen wie der erste Band. Man kann sich gut mit den agierenden Personen identifizieren, das Leben nach dem Krieg und in den fünfziger Jahren wird interessant, anschaulich und sehr spannend erzählt , sodass mir nicht eine Minute langweilig wurde beim Lesen dieses Buches. Ich freue mich schon jetzt auf Band 3, in dem die jüngste Thalheimtochter im Mittelpunkt steht, die auch in diesem Band so einige Kapriolen schießt.
Zeitreise ins Berlin der 50er Jahre
von lilalesemaus - 29.09.2019
Brigitte Riebes zweiter Band der Schwestern vom Kurfürstendamm - Wunderbare Zeiten , erschienen im Wunderlich Verlag, nimmt mich mit auf eine Zeitreise in das Berlin der 50er Jahre, das Berlin des Wirtschaftswunders, in den Zeitraum vom Frühling 1952 bis zum Frühling 1957. Erzählt wird hier nun die Geschichte der mittleren Thalheim Tochter, Silvie. Erschien sie im ersten Band noch recht flatterhaft und ohne Bodenhaftung, entwickelt sie sich im zweiten Band nun einer selbstbewussten, selbständigen, bodenständigen Frau, die versucht, ihr Leben so zu leben, wie es für sie UND die Familie Thalheim am besten ist. Ich habe - wie im ersten Band schon mit Rieke - mit Silvie mitgelitten, mitgefeiert und mitgeweint. Der Autorin gelingt es meisterhaft, die Jahre des Wiederaufbaus und des beginnenden Wirtschaftswunders anschaulich und lebendig zu schildern. Auch die politischen Ereignisse werden gekonnt und spannend in die Familiengeschichte eingewebt, so dass man den Eindruck hat, man sei gerade dabei. Fünf Sterne von mir - es stimmt für mich einfach alles, vom Cover, über die Geschichte bis hin zum zeitgeschichtlichen Kolorit! Ich freue mich schon auf den dritten Band der Trilogie!
Der zweite Teil der Reihe um die Berliner Thalheim Geschwister
von Wencke - 28.09.2019
Dieses ist der zweite Teil aus der Reihe um die Berliner Thalheim Geschwister. Ich finde diese Reihe sehr interessant, weil es ein Stück Berliner Geschichte widerspiegelt, das finde ich sehr lesenswert! Während der erste Teil in den letzten Kriegsjahren und in der Nachkriegszeit erzählt hat, lesen wir hier von den spannenden 50-er Jahren. Ebenso hat sich der Blickwinkel der Geschichte verändert, den ersten Teil haben wir aus der Sicht der ältesten Schwester Rike gelesen nun erfahren wir die Sichtweise von Silvie. Diese geänderte Betrachtungsweise finde ich sehr gelungen. Silvie arbeitet sehr erfolgreich beim Berliner Radiosender RIAS, nach außen sieht es aus, als wenn die erfolgreiche und gut aussehende Silvie glücklich mit ihrem Leben ist. Aber in ihrem Inneren wünscht sie sich nichts sehnlicher als eine kleine glückliche Familie mit einem lieben Ehemann und einem Kind. Insgesamt hat mir dieses Buch schöne Lesestunden bereitet, wobei ich auch sagen muss, dass manches sehr in die Länge gezogen wurde und die Spannung manchmal etwas auf der Strecke geblieben ist. Ich hoffe, dass es einen spannenden dritten Teil gibt und bin gespannt aus welcher Sicht wir die Geschichte um die Thalheim Geschwister und das Modehaus weiter lesen dürfen.
Ausflug in die 50er Jahre
von Lea - 27.09.2019
"Die Schwestern vom Ku¿damm - Wunderbare Zeiten" ist ein tolles Buch über das Leben in Deutschland in den 50er Jahren. Die Stimmung wird sehr authentisch rübergebracht und durch tolle Charaktere ergänzt. Das einzige, was mir etwas gefehlt hat, war so ein Wow-Effekt, wie ich ihn bei manchen Büchern habe. Aber trotzdem ist diese Geschichte toll, also gibt es vier Sterne. Im Vordergrund stehen die drei Schwestern Thalheim und ihr Kaufhaus am Kudamm in turbulenten Zeiten. Vor allem Silvie nimmt einen großen Part ein, wie sie sich auf ihre Karriere beim RIAS konzentriert. Ihre Schwester Rike hingegen hat gerade heiratet und ist schwanger. Deswegen muss sie sich auch etwas aus den Geschäften vom Kaufhaus Thalheim zurückziehen und mehr Verantwortung an Oskar, Silvies Zwillingsbruder, abgeben. Der feiert jedoch lieber und dann werden auch noch die Geschäfte torpediert¿ Jetzt muss Silvie handeln. Mir haben sowohl die Handlung, als auch der Schreibstil sehr gut gefallen. Ich bin vor allem mal wieder begeistert, wie gut hier recherchier wurde und dieses Bild vom Berlin der 50er Jahre herauf beschwört. Die Ereignisse werden gut miteinander verknüpft, sodass nie Langeweile entsteht. Von der ersten Seite an habe ich mich den Charakteren sehr nahe gefühlt und wollte wissen, wie es für sie weitergeht. Leider habe ich nicht zuvor den ersten Teil lesen können. Trotzdem habe ich mich ganz gut zurecht gefunden und hatte keine Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen. Wahrscheinlich wäre es aber interessant und gut gewesen, auch das erste Buch zu kennen, dann wären die Entwicklungen der Charaktere noch spannender zu beobachten gewesen.
Fesselnder emotionaler Hochgenuss
von Gartenkobold - 25.09.2019
Der zweite Teil der Trilogie "Die Schwestern vom Kudamm Wunderbare Zeiten "spielt in der Anfang der 50iger Jahre bis 1957, das Kaufhaus Thalheim knüpft langsam wieder an die alten Erfolge an. Während Rieke sich völlig dem Kaufhaus verschrieben hat, geht Silvie beim RIAS Berlin ihren eigenen Erfolgsweg. Nur Oskar, Silvies Zwillingsbruder, macht der Familie immer wieder Kummer, er interessiert sich nicht für das Kaufhaus, geht eigene Wege, durchzecht Nächte und bindet sich an falsche Freunde. Als er in die Fänge eines Widersachers des Kaufhauses gerät und dem Kaufhaus Thalheim dadurch fast die Pleite droht, ist Silvie gezwungen, Verantwortung für die Familie und das Lebenswerk der Thalheims zu übernehmen. Brigitte Riebe schreibt wunderbar emotional, flüssig und packt den Leser direkt von der ersten Seite mit ihrem fesselnden und spannenden Schreibstil. Auch dieser Roman ist wiederperfekt recherchiert und der Leser durchlebt beim Lesen die unterschiedlichsten emotionalen Gefühle, von Glück und Liebe bis hin zu Hass und Trauer. Selten schafft es ein Roman den Leser so in seinen Bann zu ziehen, denn sie verbindet Fiktion und Geschichte auf eine wunderbare leichte, aber sehr elegante Art und Weise. Geschichtliche Daten fließen so gekonnt mit ein, dass dem Leser die so ganz nebenbei nochmal vor Augen geführt werden und auch der Beginn des "Kalten Krieges" zwischen Ost und West ist gekonnt sensibel mit eingebunden. Der Roman hat mein Herz berührt und ich war leider viel zu schnell am Ende des Romans angelangt und habe die am Ende des Romans angehängten historischen Ereignisse Berlins der Jahre 1952-1957 noch einmal Revue passieren lassen. Voller Spannung erwarte ich den dritten Band der Trilogie und kann diesen Roman mit einer klaren Leseempfehlung jedem ans Herz legen, es war ein absolut wunderbarer Lesegenuss.
Was damals war
von ikatzhorse2005 - 24.09.2019
Die Schwestern vom Ku¿damm - Wunderbare Zeiten (Band 2 Silvie) von Brigitte Riebe erschienen im Rohwohlt Verlag - Wunderlich Die schöne Silvie wird endlich flügge. Er begann zu schmunzeln. Gefällt mir. Gefällt mir sogar sehr. Ja, ich denke, da ließe sich durchaus etwas machen... Silvie Thalheim, die Mittlere der drei Thalheim-Schwestern, ist die charakterstarke Hauptprotagonistin in Brigitte Riebes 2. Band der Berliner Kaufhaus-Dynastie. Selbstbewusst, erfolgreich, sagt, was sie denkt, kritisiert an richtiger Stelle, ungebunden und frei, agiert und jongliert sie zwischen den Belangen ihrer Familie und der eigenen Selbstverwirklichung. Silvie schafft den Spagat zwischen Macht, Intrigen, Rangeleien, Versöhnung und Zusammenhalt, ein Cocktail an Gefühlen im Alltag eine Großfamilie. Besonnen und klug musst sie sich eingestehen, auch ihren Teil der Verantwortung für das Unternehmen und gegenüber ihrer Familie beizutragen. ... Die Autorin schreibt wie gewohnt fesselnd und lebendig. Ihr emotionaler, klarer Schreibstil gepaart mit den lebensnahen und verschieden agierenden Figuren, machen dieses Buch zu einer reinen Achterbahnfahrt der Gefühle. Ihre Geschichte, die unmittelbar an den 1. Band-Rieke anknüpft, zeigt dem Leser ein vielschichtiges Bild Berlins von 1952-1957. Die historisch fundierten Einflechtungen in dieser historischen Geschichte, machen die wunderbaren Zeiten so interessant. Silvies Rundfunkarbeit trägt dazu bei, kulturelle Details in die Erzählung einfließen zu lassen. Zwischen den Zeilen spielen historische und fiktive Personen perfekt zusammen und bereichern die Erzählung ungemein. Dank gut gewählter Worte und findigen Dialogen, gelingt es, beim Durchstreifen der Bevölkerung alltägliche Situationen einzufangen sowie die beginnenden unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Ost und West lebensnah darzustellen. Brigitte Riebe gestaltet einen Abriss unter politischen und wirtschaftlichen, geschichtlichen und kulturellen Gesichtspunkten vermischt mit musiklischen und vergnüglichen Details. Umrahmt wird der Text von einem Prolog am Anfang und einer fundiert rechergierter Zeittabelle: Berlin 1952-1957 sowie einer Danksagung am Ende. Fazit: Ein Gesamtpaket als dramatischer, unterhaltsamer Roman, großes Erzählkino, welches man sich gönnen sollte. Es darf niveauvoll weitergesponnen werden und somit freue ich mich auf den kommenden 3. Band um Florentine.
Es geht aufregend weiter
von cybergirl - 23.09.2019
Brigitte Riebe bewegte sich in ihren früheren Werken meist im Mittelalter und hat viele Bestsellerromane veröffentlicht. Seit "Marlenes Geheimnis" hat die Autorin sich den Nachkriegsjahren zugewandt und vermittelt die damalige Zeit den Lesern mit Bravour. "Die Schwestern vom Ku¿damm - Wunderbare Zeiten" ist nun der 2.Teil einer Trilogie um die Familie Thalheim und ihrem Kaufhaus. In diesem Buch wird der Leser nach Berlin in die Jahre 1952-1957 versetzt. Die Menschen im Westen haben sich langsam von den Folgen des Krieges erholt. Die Läden sind wieder voll, man kann kaufen wonach dem Herz begehrt. Im Osten sieht das ganz anders aus. Es gibt immer noch Lebensmittelkarten. Die Menschen haben oft nicht genug um satt zu werden. Auch die Spannungen zwischen Ost und West nehmen immer mehr zu, das zweigeteilte Land triftet immer mehr auseinander. Brigitte Riebe zeigt dies gut anhand der Geschwister Friedrich und Carl Thalheim auf. Friedrich der Besitzer des Modehaus Thalheim und Patriarch der Familie bekommt langsam einen Wohlstandsbauch. Die Geschäfte blühen und die Regale im Kaufhaus sind voll. Carl ist Anwalt und lebt im Osten. Carl lebt von einem kargen Salär, seine geschiedene Frau hat einen Pfarrer mit 2 Töchtern geheiratet denen das Leben schwer gemacht wird. So kommt es zwischen den Geschwistern genauso zu Spannungen wie zwischen der BRD und der DDR. Stand im 1. Band Rike, die älteste der 3 Thalheim Mädchen im Mittelpunkt der Handlung so ist es im 2. Band Silvie die mittlere Tochter. Während Rike sich ganz dem Kaufhaus verschrieben hat, macht Silvie Karriere beim RIAS Berlin. Silvie macht in diesem Buch einen enorme Entwicklung durch. Sie wird e in diesem Buch immer mehr zum Familienmensch. Silvie ist immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird. Besonders um Oskar, Ihrem Zwillingsbruder ist sie bemüht. Oskar leidet an den Folgen des Krieges und der Gefangenschaft. Wie wahrscheinlich tausende Männer die aus dem Krieg nach Hause gekommen sind leidet er unter Albträumen. Silvie hat aber auch ihre Probleme die sie versucht mit sich selber auszumachen. So leidet sie darunter, dass ihr die Liebe und die eigene Familie versagt bleiben. So stößt man immer wieder auf ihre Worte "Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind" Ich habe in diesem Buch viel mit Silvie gelitten und immer wieder gehofft, dass sie endlich das Glück findet. Es werden auch viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Film und Musik in diesem Buch erwähnt, was die Erzählung noch authentischer werden lässt. Viele der Namen sind mir noch aus meiner Jugend bekannt. Im Anhang des Buchs gibt es wieder eine Timeline wo wichtige Ereignisse der Jahre 1952-1957 aufgeführt werden. So einiges ist in die Handlung des Buchs mit eingeflossen so, dass Realität und Fiktion kaum zu trennen sind. Wieder einmal hat Brigitte Riebe mich mit ihrem Schreibstil begeistert. Das Buch hat mich einfach so gefesselt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ich war von der 1. Seite an von der Geschichte begeistert und habe mich gefreut die Protagonisten wieder zu treffen. Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne, könnte ich 10 Sterne vergeben so würde ich es gerne tun den das Buch gehört zu meinen Highlights des Jahres 2019 wie schon der 1. Band zu meinen Highlights 2018 gehört hatte. Jetzt bleibt mir nur noch mich auf den 3. Band, der im April 2020 erscheint zu freuen. Und ich bin mir jetzt schon gewiss, dass mir auch im nächsten Jahr zumindest ein Lesehighlight bevorsteht.
Sylvies Geschichte
von marsu - 22.09.2019
Welch eine grandios Fortsetzung. Brigitte Riebe hat es mal wieder geschafft, mich mit einer ihren Geschichten total in ihren Bann zu ziehen, so dass ich alles um mich herum vergessen habe und nur noch im Thalheim-Universum gelebt habe. Letztes Jahr erschient der erste Band der Reihe, erzählt aus der Sicht der ältesten Schwester Rike. Dieses Buch nun, aus der Sicht von Sylvie geschrieben, spielt in einer hoffnungsvolleren Zeit. Es geht langsam wieder aufwärts, zumindest im Westen, während es in Ostberlin noch Lebensmittelkarten gibt und Mangel vorherrscht. Brigitte Riebe baut äußerst geschickt immer wieder historische Ereignisse und Anekdoten ein. Wobei hier das Spektrum sehr groß ist, sei es nun der Toast Hawaii oder aber auch Ereignisse aus der Film- und Musikwelt, oder eben aus der Politik. Ein sehr großer Pluspunkt ist in dem Buch die Timeline, die am Ende abgedruckt ist; da kann man so einiges nachlesen und sich noch zusätzliche Informationen holen. Sylvie arbeitet weiter beim RIAS und hat mit Stimmen schon bald ihre eigene Sendung. Eigentlich könnte das Leben so schön sein. Ihr Zwillingsbruder Oskar ist wieder da, ihre Arbeit gefällt ihr, die Wirtschaft ist wieder angekurbelt - wenn da nicht das leidige Thema der Liebe wäre. Ob sie jemals Mann, Haus und Kind haben wird - ein Mantra, das sie innerlich oft wiederholt. Es kommen auf jeden Fall turbulente Zeiten auf sie zu - und auf die gesamte Familie Thalheim. Ich freue mich schon, wenn nächstes Jahr Floris Geschichte erscheinen wird. Für mich war dieses Buch definitiv ein Jahreshighlight.
DDie Überraschenden Wendungen machen das Lesen zu einem Erlebnis.
von Lilofee - 22.09.2019
Das Lebensgefühl und der Zeitgeist der 1950er Jahre werden sehr gut wiedergegeben. Man merkt, dass die Autorin eine promovierte Historikerin ist. Bis ins kleinste Detail ist alles wunderbar recherchiert. Berlin von 1952 bis 1957 mit vielen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Ob Wirtschaftswunder, Arbeiteraufstand, Spannungen zwischen West und Ost, alles wird geschickt mit der Geschichte der Familie Thalheim verbunden. Das Schicksal dieser Familie wird eins mit dem Berlins. Höhen und Tiefen, Freud und Leid wird mittels dieser wunderbaren Charaktere zu einem Leseerlebnis. Aber auch die Rolle der Frau in den 50er Jahren wird nicht vergessen. Ganz tief taucht man in diese Familie ein, lebt und leidet mit ihnen. Drei Schwestern: Rike, Silvie und Florentine. Jeder der dreien ist ein Band gewidmet. In Band zwei nun Silvie. Die Schreibweise der Autorin ist voller Esprit und von einer erfrischenden Leichtigkeit. Diese Zeitreise ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es geht um die Liebe, um Träume, Machtkämpfe und immer wieder um das Modekaufhaus Thalheim. Die Überraschenden Wendungen machen das Lesen zu einem Erlebnis. Das Gefühl Teil dieser außergewöhnlichen Familie zu sein macht einfach großen Spaß. Ein wunderbares Buch über die politische Lage Deutschlands und auch über die Rolle der Frau in den 50er Jahren. Erwähnenswert ist noch die detaillierte Zeittafel am Ende des Buches. Sie rundet das Ganze ab. Eine unbedingte Leseempfehlung.
Wunderbare Zeiten - wunderbar erzählt
von Anonym - 22.09.2019
Nach den "Jahren des Aufbaus" geht das Berliner Kaufhaus Thalheim in Brigitte Riebes zweitem Band der Trilogie über "Die Schwestern vom Ku¿damm" nunmehr "Wunderbaren Zeiten" entgegen. Endlich - möchte man sagen - wird die Geschichte fortgesetzt, obwohl zwischen der Erscheinung der beiden Bände kaum ein Jahr lag. Während im ersten Teil Rike Thalheim im Mittelpunkt stand, ist die Reihe nunmehr an Silvie. Unterschiedlicher können Schwestern wohl kaum sein. Für Rike ist die führende Position im Unternehmen Lebensinhalt, für Silvie wäre eine vergleichbare Rolle völlig undenkbar. Sie arbeitet mit Leib und Seele beim Rundfunksender RIAS und sieht ihren Platz ausschließlich am Mikrofon. Sie will mit ihren Sendungen die Hörer begeistern. Dritter im Bunde ist Rikes Zwillingsbruder Oskar, aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, traumatisiert, kein Interesse und wohl auch keine erforderlichen Fähigkeiten, um ein Kaufhaus zu leiten. Trotzdem holt der Seniorchef seinen Sohn in die Geschäftsführung, sehr zum Leidwesen Rikes. Aus dieser heterogenen Familienstruktur bezieht der Roman um das fiktive Kaufhaus seine Spannung. Hinzu kommen die historischen Hintergründe der nach Aufbruch und Wohlstand gierenden Jahre. Nirgendwo hätte die Autorin ihren Schauplatz besser ansiedeln können als im sektorengeteilten Berlin. Das Wirtschaftswunder bahnt sich an, die Spannungen zwischen Ost und West nehmen zu. Auch wenn die Stadt noch nicht durch eine Mauer zerschnitten wird, spürt man förmlich: Hier liegt Zunder in der Luft. Selbst wenn man wie ich diese Jahre nur als Kind miterlebt hat, kommt einem beim Lesen vieles bekannt und vertraut vor: Orte und Ereignisse, das Lebensgefühl, Prominenz von Caterina Valente über Hildegard Knef bis Heinrich Böll und vieles mehr. Es gelingt Brigitte Riebe überzeugend, auch den zweiten Band konsequent zum Lesevergnügen zu machen, bestens recherchiert und abwechslungsreich erzählt. Eher ein "Frauenroman"? Keineswegs. Ich freue mich auf den April 2020. Dann nämlich erscheint Band 3 der Trilogie.
Silvie übernimmt Verantwortung
von leseratte1310 - 22.09.2019
Ich hatte mich schon sehr auf den zweiten Teil von "Die Schwestern vom Kudamm" gefreut und wurde nicht enttäuscht. In diesem Band wird Silvie Thalheim in den Fokus gestellt. Nach den Schrecken des Krieges möchte sie nur noch ihr Leben genießen. Rieke hat das Kaufhaus vorangebracht und es läuft sehr gut. Daher erfüllt sich Silvie einen Traum und wird Rundfunkredakteurin beim RIAS. Oskar ist aus dem Krieg heimgekehrt und soll die Leitung des Unternehmens übernehmen, er aber feiert lieber nächtelang. Dann macht ihnen auch noch ein Konkurrent das Leben sehr schwer. Silvie macht sich bewusst, dass sie Verantwortung übernehmen muss - für das Kaufhaus und für die Familie. Wieder einmal bin ich begeistert von dem fesselnden und authentisch Schreibstil der Autorin Brigitte Riebe. Die Personen sind alle authentisch und sehr lebendig ausgearbeitet. Während die Frauen in den Kriegsjahren und danach ihren "Mann" gestanden haben, versuchen die Männer nun, wieder das Heft in die Hand zu bekommen. Friedrich will natürlich, dass sein Sohn Verantwortung übernimmt, dass die Geschäftsführung in Männerhände gehört. Doch Oskar ist schwer traumatisiert und versucht nachzuholen, was ihm durch den Krieg versagt wurde. Rike hat natürlich damit zu kämpfen, dass sie in die zweite Reihe abgeschoben wird. Die jüngste Schwester Florentine sorgt auch für manchen Ärger. Es ist schön zu sehen, dass die lebenslustige Silvie sich weiterentwickelt. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und bringt Schwung und Ideen mit. Die Familie Thalheim muss mal wieder einiges wegstecken. Aber egal was geschieht, sie halten zusammen und sorgen dafür, dass der Laden läuft. Es gelingt Brigitte Riebe immer wieder, mich zu fesseln mit ihren Geschichten, die einen zurück in eine andere Zeit bringen. Es ist auch schon, wie sie reale Personen in diese Geschichte einbaut. Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band. Sehr zu empfehlen!
Findet Silvie ihr Glück?
von Lerchie - 21.09.2019
Berlin 1952. Während Rike, die älteste Thalheim-Tochter versucht sich um das Geschäft zu kümmern, ist für Silvie das Leben ein Tanz. Für sie ist es wichtig als Rundfunkredakteurin beim RIAS Karriere zu machen. Die Geschäfte im Kaufhaus laufen gut, es bietet die neueste Mode an. Auch Nylnstrümpfe und Petticoats sowie feine Kollektionen aus Italien. Doch der Senior der Familie ist der Meinung, dass sein heimgekehrter Sohn Oskar die Geschäftsleitung des Unternehmens übernehmen muss. Er ist schließlich der Erbe. Was Rike dafür getan hat ist ohne Belang. Doch Oskar feiert liebe die Nächte durch. Dann torpediert auch noch ein Konkurrent die Geschäfte und droht ihnen alles zu nehmen. Da wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie übernehmen muss. Meine Meinung Gespannt habe ich auf diesen zweiten Band der Ku¿damm-Schwestern gewartet und es ging spannend weiter. In der Geschichte war ich auch wieder schnell drinnen, konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen. In diesem Buch geht es mehr um Silvie, so wie es im ersten Band um Rike ging. Aber auch die anderen kamen nicht zu kurz. Und es gibt viele historische Fakten, die für einen historischen Roman ja wohl auch selbstverständlich sind. Silvie wurde - gegenüber dem ersten Band - bodenständiger, zumindest ein bisschen. Rike wurde Mutter und musste sich nun auch noch um ihr Kind kümmern. Jeder freute sich, dass Oskar überlebt hatte, aber er machte es ihnen das Leben ordentlich schwer. Silvie verliebte sich und musste Enttäuschungen hinnehmen, wie vorher auch. Die Verwandten im Osten Berlins wollten dort für sich kämpfen. Und Silvie versuchte als Rundfunkredakteurin Fuß zu fassen. All dies ist in diesem Buch sehr gut und spannend erzählt, man fühlt richtig mit den Personen und möchte ihnen am liebsten zu ihrem Glück verhelfen. Ob am Ende dieses Buches alles so gekommen ist, wie die Protagonisten sich das vorgestellt haben, darüber schweige ich, das muss der geneigte Leser selbst lesen. Mich jedenfalls hat dieses Buch gefesselt und von Anfang an in seinen Bann gezogen. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass Brigitte Riebe die Ereignisse im Berlin der Jahre 1952 - 1957 am Ende des Buches erklärt hat. Dieses
Eine Familiensaga mit zeitgeschichtlichem Hintergrund
von nati - 19.09.2019
Dies ist der zweite Band der 50er Jahre Trilogie um die Schwestern vom Ku¿damm und dem Modekaufhaus Thalheim. Er umfasst die Jahre 1952 bis 1957. Während im ersten Band Rieke Thalheim eine tragende Rolle spielte, nimmt in diesem Band ihre Schwester Silvie diesen Platz ein. Silvie will nach dem Krieg ihr Leben genießen und träumt von einer Karriere als Rundfunksprecherin. Durch den Wirtschaftsaufschwung läuft das Modekaufhaus gut. Ihr Zwillingsbruder Oskar ist aus dem Krieg zurückgekehrt, versehrt an Körper und Seele. Ihr Vater ernennt Oskar zum Mitgeschäftsführer, doch er nimmt seine Rolle im Kaufhaus nicht ernst und verbringt lieber Nächte in Etablissements, sehr zum Ärger von Rieke, die sich immer für das Kaufhaus eingesetzt hat. Doch dann begeht Oskar einen folgenschweren Fehler, der das Modehaus ins Wanken bringt. Silvie wird bewusst, dass sie für das Kaufhaus und ihre Familie Verantwortung übernehmen muss. Der fesselnde Schreibstil der Autorin hat mich auch in diesem Band wieder von Anfang an gefangen genommen. Sie schafft es, die jüngere deutsche Geschichte fesselnd und mitreißend zu erzählen. Die bestehenden Unterschiede zwischen Westberlin und Ostberlin treten deutlich hervor. Während in Westberlin der Wirtschaftsaufschwung regiert, werden in Ostberlin noch Lebensmittelmarken verteilt. Brigitte Riebe versteht es geschickt, historische Ereignisse mit dem Leben der Familie Thalheim zu verknüpfen. Die Protagonisten sind gut gezeichnet und haben sich weiterentwickelt. Silvie wirkt nach außen oberflächlich, aber in ihrem Herzen liebt sie ihre Familie sehr und wünscht sich nichts lieber als Mann, Haus und Kind. Doch werden sich ihre Träume verfüllen können? Auch der zweite Band der Trilogie hat mir wieder sehr gutgefallen und in seinen Bann gezogen. Eine chronologische Zeittafel Berlins von 1952 - 1957 am Ende rundet die Geschichte perfekt ab.
mit den Thalheims die 50er selbst miterleben
von Elke Seifried - 18.09.2019
Ich habe schon den Auftaktband der Schwestern vom Ku'damm fasziniert verschlungen und so mit der Familie Thalheim und Co mitgefiebert, dass ich diese Fortsetzung geradezu herbeigesehnt habe. Brigitte Riebe hat mich nicht enttäuscht, und wieder einen wahrer Pageturner, der mir den Schlaf geraubt hat, geschaffen. Die Autorin knüpft unmittelbar am ersten Teil an und man darf sich im Frühling 1952 wieder unter die Thalheims mischen. Dank Rikes Erbe, ihrem geschickten Haushalten damit während der Kriegsjahre und ihrem vollen Einsatz konnte das Modekaufhaus Thalheim nach dem Krieg wieder aufgebaut werden und strahlt im immer noch kriegsgebeutelten Berlin regelrecht zwischen den Ruinen am Ku'damm heraus. Eigentlich fast einzig ihr Verdienst, doch all das zählt nicht mehr viel, als Oskar nach sieben Jahren russischer Gefangenschaft tatsächlich doch noch aus dem Krieg heimkehrt. Vater Friedrich ernennt ihn sofort zum Mitgeschäftsführer, endlich wieder ein Mann an der Leitung. Wäre es nicht schon genug, nachdem Rike jahrelang bewiesen hat, dass sie ihren Mann stehen kann und alles hinter das Familienunternehmen gestellt hat, plötzlich wieder einen vor die Nase gesetzt zu bekommen, der bestimmt, kommt noch hinzu, dass Oskar schwer mit den Dämonen des Kriegs zu kämpfen hat, denen er davonlaufen muss, und wenn dann erst einmal alle verpassten Vergnügen der jungen Jahre nachholen mag, und sich daher höchstens für die Einnahmen interessiert, die sich nicht nur in schnelle Autos investieren lassen. Dass sie auch von Silvie keine Unterstützung bekommt ist nicht neu. Die lebt für ihre Freiheit und ihre Arbeit beim Radiosender Rias, Einsatz fürs Kaufhaus daher weit gefehlt, und über ihren Zwillingsbruder Oskar, dem sie so verbunden ist, lässt Silvie sowieso nichts kommen. Während die beruflich voll auf Erfolgskurs fährt, ihr neues Sendeformat "Stimmen" der Renner schlechthin ist, sieht es bei ihr in Liebesdingen nicht ganz so gut aus. "Kein Mann. Kein Kind. Kein Haus", und das dringt immer mehr in ihr Bewusstsein, je glücklicher Rike mit Alessandro ist und sich bald auch schon deren Babybauch wölbt. Im Jahr 1952 in den Achterbahnwagen einsteigen und im Jahr 1957 wieder entlassen werden, das ist bei dieser Familiengeschichte geboten. Es gilt einige Verluste zu verschmerzen, Enttäuschungen zu verarbeiten, aber ebenso dürfen Schmetterlinge im Bauch tanzen und auch Träume gelebt und getanzt werden. Zudem gibt es zahlreiche Machtkämpfe zwischen Oskar und Rike und das Auf im Modekaufhaus durch neue Ideen, neueste Kreationen ist ständig bedroht und wieder in Talfahrt begriffen durch Oskars Eskapaden. Mehr will ich gar nicht verraten. Nur vielleicht so viel, dass ein "Endlich mal keine größeren Probleme! Die Sendung brummt, der Umsatz ist prima, die gesamte Familie wohlauf. Kommt mir irgendwie richtig komisch vor." , nie lange währt, ist bei Brigitte Riebe Programm. Wäre alleine schon die fesselnde Familiengeschichte durch die zahlreichen Schicksalsschläge, die vielen schönen und mindestens genauso vielen bösen Überraschungen, der Liebe in allen Variationen, bei enttäuschter und verbotener angefangen, bis hin zu alles erfüllender, fünf Sterne wert, bekommt man hier von der Autorin zudem noch eine Zeitreise geboten, die ihresgleichen sucht. Man erlebt die Zeit richtig mit, und die zahlreichen kleinen Details, mit denen sie ihre Erzählung spickt und die mich so viel dazulernen lassen, machen ihre Romane für mich zu den wirklich guten historischen. Da wird das Wunder von Bern nicht nur erwähnt, sondern da fiebert man mit der Familie vor dem extra ganz neu angeschafften Fernseher regelrecht mit. Es werden sich schon mal solche Gedanken darüber gemacht, dass im Osten im Konsum noch mit leidigen Lebensmittelmarken herumgeknapst werden muss, "Gute zehn Jahre nach Kriegsende, das muss man sich mal vorstellen! Bin min mir nicht einmal ganz sicher, ob die abends immer satt im Bett liegen. Hier bei uns im Westen veröffentlichen die Frauenzeitschriften dagegen bereits seitenweise Diät-Rezepte, weil viele Zeitgenossen aus lauter Fressgier immer mehr aus dem Leim gehen.", oder auch das Unfassbare was ich mir beim Lesen gedacht habe, wird laut und deutlich ausgesprochen, wenn die Umsiedlungsaktion aus dem Grenzgebiet, z.B. mit "Aktion Ungeziefer" bezeichnet wird. "Ungeheuerlich, dass man schon wieder die Traute besitzt, etwas so zu bezeichnen, was mit Menschen zu tun hat.". Auch das weltpolitische Geschehen wie die Aufstände vom 17. Juni 1953 in Ostberlin oder auch den Prager Frühling fehlen nicht, und sei es nur, wenn es im Hintergrund die Radiomeldungen überschwemmt. Hier lebt man Geschichte. Richtig gut hat mir auch gefallen, dass man beim Lesen auf viele bekannte Größen trifft, da wird schon mal der Schriftsteller Heinrich Böll oder auch Heinz Erhardt in Silvies Radiosendung "Stimmen" eingeladen, eine Lilo Pulver findet ihr exklusiv vom Modehaus Thalheim angefertigtes Kleid zu madamig, oder es wird ein Lied der Comedian Harmonists gesungen, nicht natürlich ohne dabei zu erwähnen, dass dieses legendäre Vokalensemble während der Nazizeit gewaltsam auseinander gerissen wurde. "Die Berliner Frauen waren ganz verrückt nach dem Kleid das Marilyn Monroe in Billy Wilders Film Das verflixte 7.Jahr trug, figurbetont, mit Neckholder und einem weiten Plisseerock, den die Abluft der New Yorker U-Bahn so sexy nach oben gewirbelt hatte." Während Rike und noch einige andere aus ihrem Kreis ihre ganz eigenen Träume von Brautkleidern geschneidert bekommen, wird im Kaufhaus Grace Kellys Hochzeitskleid schon mal zur Vorgabe für die neueste Kollektion. Die Thalheims betreiben ein Modekaufhaus, ganz klar, dass man hier auch von der Mode der Jahre träumen und in Erinnerungen an Petticoat und Co schwelgen darf, was mir super gut gefallen hat und ich deshalb auch noch unbedingt erwähnen musste. Brigitte Riebe versteht es auch in ihrer Figurendarstellung alles mit einzubinden. Allesamt sind mehr als authentisch dargestellt, die meisten vermögen völlig für sich einzunehmen und dazu wird noch ein toller Querschnitt der damaligen Bevölkerung gezeichnet. Da gibt es eine Rike, die ihre im Krieg erkämpften Privilegien wieder abtreten soll, und daran schwer zu knabbern hat, im Gegensatz dazu eine Claire, die ganz froh ist, sich wieder etwas als Hausfrau und Mutter zurücknehmen zu können. Da gibt es einen Oskar, der nach dem Krieg nie wieder derselbe sein, sein Leben lang mit seinen Erfahrungen als Soldat und denen in Gefangenschaft kämpfen werden wird, da gibt es solche, die vor kurzem noch "mit sehr viel braunem Rückenwind" eine Karriere vor sich hatten und meinen, daran anknüpfen zu können, und auch solche die glauben jetzt mit der Not der anderen das große Geld machen zu können und dabei über Leichen gehen, wie einen Brahm. Ganz klar auch der immer größer werdende Ost West Gegensatz, gehört dazu und ist z.B. mit einer Franzi Dessauer, die den Osten wegen ihrer Familie nicht verlassen will, einer Luisa, deren eigene Meinung auch das Dessauer Jugendhaus nicht brechen kann und die deshalb für ein Leben im Westen alles riskiert, vertreten. Die Autorin weiß wie man Leser regelrecht an die Seiten klebt, das hat sie mir hier mit ihrem einnehmenden, mitreißenden Sprachstil und ihrer perfekten Mischung aus Spannung, Liebe, historischem Background und authentischen Mitspielern, die einem so gut wie alle ans Herz wachsen müssen, wieder einmal eindrücklich bewiesen. Sie beschreibt so anschaulich, ich hatte das Gefühl, dass ich die Jahre inmitten der Familie regelrecht selbst erleben durfte. Ab und zu wird auch mal für ein Schmunzeln gesorgt und so ist das Gesamtpaket einfach der Hit. Begeisterte fünf Sterne, ein LESEMUSS
Emotionale Achterbahnfahrt
von Langeweile - 17.09.2019
Inhalt übernommen: Berlin, 1952: man muss das Leben tanzen, das war schon immer Silvie Thalheims Motto. Während für Schwester Rike das Kaufhaus am Ku`damm an erster Stelle steht, will Silvie nach der dunklen Zeit des Kriegs nur eins: das Leben in vollen Zügen genießen. In den Wirtschaftswunderjahren laufen die Geschäfte ohnehin bestens, das Kaufhaus Thalheim bietet die neuste Mode an, Patty Kuss und Nylonstrümpfe, dazu feine Kollektionen aus Italien. So träumt Silvie ihren eigenen Traum: als Rundfunkredakteurin beim Rias Karriere zu machen. Seit ihr Zwillingsbruder aus dem Krieg heimgekehrt ist, hat sich die Dynamik in der Familie verändert. Oskar soll das Unternehmen leiten, gibt sich aber lieber dem Rausch durchfeierter Nächte hin. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte torpediert und den Thalheims alles zu nehmen droht, wird Silvie klar, dass sie Verantwortung für das Kaufhaus und Ihre Familie übernehmen muss. Meine Meinung: Die Autorin hat in ihrer Trilogie ganz bewusst jeweils eine Schwester in den Vordergrund des Buches gestellt,das ist in diesem Fall Silvie. Dadurch entsteht beim Lesen ein größeres Gefühl der Nähe zu den einzelnen Protagonistinnen. Während es wirtschaftlich für die Familie Thalheim aufwärtsgeht, gibt es im privaten Bereich sehr viele Schicksalsschläge zu verkraften. Der Autorin ist es, wie auch im ersten Band, hervorragend gelungen, historische Ereignisse und Personen mit den fiktiven Protagonisten zu verknüpfen. Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Recherchearbeit, welche das Buch zu etwas Besonderem macht. Der sehr emotionale Schreibstil bescherte mir beim Lesen ein Wechselbad der Gefühle, was mich teilweise an meine Grenzen brachte. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der Anhang des Buches, in welchem die historischen Ereignisse dieses Zeitraums genau aufgelistet wurden. Fazit: Ich gebe aus voller Überzeugung eine Leseempfehlung ab und bin schon voller Vorfreude auf den dritten Band dieser Trilogie.
Die Schwestern vom Ku¿damm, Wunderbare Zeiten,
von Gelinde - 17.09.2019
Die Schwestern vom Ku¿damm, Wunderbare Zeiten, von Brigitte Riebe Cover: Sehr schön, total passend zum Inhalt und mit großem Wiedererkennungswert. Inhalt: Dies ist 2. Teil der große 50er-Jahre- Trilogie. Berlin 1952 bis 1957. Die Familie Thalheim wird vom Schicksal mehr als einmal herausgefordert. Während für Rike, die älteste der Thalheimschwestern, nach wie vor das Modekaufhaus an erster Stelle steht, beginnt Silvie mehr und mehr ihr eigenes Leben und ihre Kariere bei Sender RIAS zu leben und voranzutreiben. Ihr Zwillingsbruder Oskar der erst seit kurzem aus dem Krieg zurück ist, kann sich noch nicht so recht einfinden. Vom Vater auf den "Familienthron" gesetzt, findet er keinen so rechten Platz für sich. Flori die dritte Tochter beginnt in ihrer rebellischen Art sich ihr eigenes Leben einzurichten. Als dann auch noch ein verhasster Konkurrent die Geschäfte der Familie torpediert, wird Silvie automatisch mitten mit hineingezogen. Meine Meinung: Wie von der Autorin, Brigitte Riebe, nicht anders zu erwarten, wieder ein genial recherchiert und geschriebener, und dadurch sehr authentisch und realistischer historischer Roman. Die Geschichte um die Familie Thalheim wird durch sehr viele historische Begebenheiten aus Politik, Gesellschaft, der Bühnen- und Kunstwelt, zu einem lebhaften großen Ganzen verwoben und erzählt. Brillant führt uns die Autorin durch eine Achterbahn der Gefühle und Emotionen. Ein Schicksalsschlag jagt den anderen. Emotionen pur. Freud und Leid liegen hier so nahe zusammen. Da denkt man: jetzt wird alles gut, und schon kommt die nächste Tragödie. Wer den ersten Band schon kennt, freut sich, die vielen alten Bekannten wieder zu treffen und mit ihnen ein Stück ihres Lebens weiter zugehen. Aber das Buch kann auch gut ohne die Vorkenntnisse gelesene werden. Der Schluss ist wunderbar rund und in sich abgeschlossen. Wenn auch durch das Abtauchen von Flori und ihrer rebellischen Art sich selber zu verwirklichen, viel Raum und Spannung für den nächsten Band geschaffen ist. Die detaillierte Zeittafel am Schluss wird wieder alle geschichtlich interessierten hellauf begeistern. Autorin: Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin (deshalb auch die toll recherchierten Bücher die ich liebe). Sie hat viele erfolgreiche historische Romane geschrieben, in denen sie die Geschichte der vergangenen Zeiten wieder lebendig werden lässt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München. Mein Fazit: Ein wunderbarer historischer Roman mit der Familie Thalheimer in Berlin im Mittelpunkt. Spannung und Emotionen PUR! Der Herzschlag und der Atem dieser Zeit werden "erlebbar"! Von mir eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne. Auf die Fortsetzung Tage der Hoffnung warte ich voller Spannung.
Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind.
von hasirasi2 - 17.09.2019
Berlin 1952: Dank Rikes Erbe konnte das Kaufhaus Thalheim erfolgreich wieder aufgebaut werden. Rike liebt ihre Arbeit und ist traurig, dass ihr Vater ihren Bruder Oskar vorzieht, der nach 7 Jahren aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist. Zwischen beiden tobt ein erbitterter Machtkampf, den Oskars Zwillingsschwerter Silvie nur zu gern stoppen möchte: "Vertrag dich mit Rike, anstatt immer nur gegen sie zu kämpfen. Dein Wagemut und ihre Vorsicht ergänzen sich doch eigentlich ganz vorzüglich." (S. 82) Oskar ist zwar zurück, hat den Krieg aber mitgebracht. "Sie kommen, Silvie, all die Toten sind auf dem Weg." (S. 15) Er kann keine Nacht durchschlafen, rast lieber in schnellen Autos durch Berlin und kennt jeden Nachtklub. Silvie ist die einzige, die sich nicht im Kaufhaus engagiert. Sie liebt ihr freies Leben, ihre Arbeit und den Erfolg beim Radiosender RIAS. Und sie hat eine gute Nase für Trends. "Silvie hat den Wandel im Blut, von der Familie bisweilen als [[Unstetigkeit[[ abgetan, dabei hat sie doch lediglich begriffen, dass nichts so bleibt, wie es ist, und alles immer wieder anders werden muss." (S. 11) Außerdem kann sie sehr gut mit Menschen umgehen, wie sie in ihrer Sendung "Stimmen" jeden Freitageabend beweist. Doch privat sieht es weniger gut aus. "Kein Mann. Kein Haus. Kein Kind." (S. 21) Ihr Lebensgefährte ist im Stasi-Gefängnis Weißensee verstorben. Da begegnet ihr der aufstrebende junge Schauspieler Wanja - könnte er ihre Zukunft sein? Brigitte Riebe schließt mit "Wunderbare Zeiten" fast nahtlos an den ersten Teil der Familiensaga "Jahre des Aufbaus" an. Das Modekaufhaus läuft gut. Dank Rikes Mann und seiner Verbindung zu Italien kommen sie an ausgefallene Stoffe und Miriam, die in Jerusalem nicht glücklich ist, entwirft wieder ausgefallene Kleider für sie. (Interessant waren in diesem Zusammenhang die Passagen über die Grenzgänger - Menschen, die im Ostteil der Stadt, also der DDR, lebten und im Westen arbeiteten.) Aber intern kriselt es. Oskar kennt sich nicht mit dem Geschäft aus, ist unzuverlässig, trifft allein externe Absprachen und lässt sich von ihrem ehemaligen Geschäftspartner Werner Brahm einwickeln, dem Rike und Silvie nicht trauen. Während sich im ersten Band die Handlung um Rike und den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Modekaufhauses drehte, steht diesmal Silvie etwas mehr im Vordergrund. Sie steht für die modernen Frauen der damaligen Zeit, ohne Mann und Kind, aber auf der Suche nach der großen Liebe, sehr intelligent und mit einer eigenen Karriere. Sie interessiert sich sehr das aktuelle Geschehen, Kunst und Kultur und so kann die Autorin geschickt Tages- und Welt-Politik (wie z.B. die Aufstände in der DDR und Ungarn), angesagte Schlager und Filme oder die Frankfurter Buchmesse in die Handlung einflechte. Ihr Lebensgefühl, ihre Sehnsucht nach Freiheit und ihre Freude über den Aufschwung jetzt endlich nach dem Krieg sind in jeder Zeile spürbar. Ich habe mich Silvie nahe gefühlt und mich stets in sie einfühlen. Silvies kleine Wohnung wird zum Unterschlupf all derer, die sich gerade heimat- oder haltlos fühlen. "Weil du das Herz der Familie bist, Silvie. Du fühlst, wo andere denken oder urteilen, das liebe ich so an Dir." (S. 425) Neben ihrem Bruder Oskar wohnen auch ihrer Nichte Florentine oder deren Freundinnen aus dem Ostteil der Stadt kurzzeitig bei ihr. Dabei wird deutlich, wie sehr die Bürger der DDR zum Teil unter ihrem Staat leiden. Lebensmittel sind noch immer knapp und es gibt sie nur auf Marken und wer sich dem System nicht anpasst bekommt Ärger. Davon sind sogar schon Jugendliche betroffen, wenn sie z.B. aus religiösen Gründen nicht in die FDJ eintreten wollen. Für solche Menschen engagiert sich Silvies Onkel Carl sehr. Er lebt und arbeitet als Anwalt in der DDR und will auch dort bleiben: "Ich glaube, dass ich als Anwalt gerade dort gebraucht werde, wo die Ungerechtigkeit am größten ist." (S. 272) Die Familie Thalheim ist insgesamt sehr groß und weitverzweigt. Die Autorin hat versucht, jedem Teil der Familie gerecht zu werden und ihn in der Handlung zu berücksichtigen. Das war mir an einigen Stellen zu viel, auch hat hier der Zufall etwas zu oft mitgemischt. Von diesen kleinen Kritikpunkten abgesehen hat mich "Wunderbare Zeiten" wieder sehr gut unterhalten und ich bin gespannt, wie es im 3. Teil weitergeht - steht dann Florentine im Mittelpunkt?
sehr eindrucksvolles Bild der früheren Zeiten
von Gudrun - 16.09.2019
Das Cover mit seinen zarten Farben und Abbildungen, gibt schon einen guten Einblick in die Zeit, um die sich der Inhalt des Buches dreht. Sehr stimmig. Der Schreibstil hat mich gleich von Beginn an mit ins Geschehen versetzt. Er lässt sich flüssig lesen und gibt ein eindrucksvolles und lebendiges Bild der damaligen Zeit und den Umständen ab. Die Charaktere wirken authentisch und wie aus der Zeit geholt. Ich konnte mir eine umfassende, der Zeit entsprechende Vorstellung machen. Die fiktiven Szenerien werden so gut in die Wirklichkeiten verknüpft, dass ich mich als Leser gut hineinversetzen konnte. Der Zeitgeist und das Lokalkolorit ergänzen sich und so konnte ich mir einen genauen Eindruck verschaffen, der mich voll und ganz überzeugt hat. Die Herangehensweise, die Geschichte, die sich über drei Bände erstreckt, aus der jeweiligen Sicht der drei Schwestern zu schildern, ist optimal gelöst. Ich habe bereits den ersten Band verschlungen, bei diesem zweiten Band ist es mir ebenso ergangen und ich warte jetzt sehnsüchtig auf den dritten Band. Mein Fazit: sehr eindrucksvolles Bild der früheren Zeiten
Die Talheims in den 50ern
von begine - 15.09.2019
Von der Schriftstellerin Brigitte Riebe habe ich schon vieles gelesen. Im vorigen Jahr war es der Anfang der Trilogie Die Schwestern vom Kudamm: Der Aufbruch. An dessen Ende kommt Silvies Zwillingsbruder Oskar gerade aus der Gefangenschaft zurück. In dem zweiten Teil "Die Schwestern vom Kudamm: Wunderbare Zeiten" geht es weiter. Silvie Thalheim wird Rundfunkredakteurin beim Rias. Für Rike Talheim steht das Kaufhaus an erster Stelle. Der Vater Friedrich will immer noch, das Oskar der Chef wird. Der Versteht es gut, immer wieder ein Chaos zu schaffen. Brigitte Riebe flicht wunderbar die Politik ein und wir erfahren von vielen alten Schauspielern, wie sie sich so gaben. Dieser Teil liest sich wieder spannend und interessant. Es ist eine tolle Geschichte, aus den 50er Jahren. Da freue ich mich schon auf den Dritten Teil.
Ein wundervoller Familienroman mit zeitgenauer Schilderung
von sommerlese - 14.09.2019
Berlin, 1952: Silvie Thalheim hat sich aus dem Geschäft des Kaufhauses am Kudamm immer im Hintergrund gehalten, sie will lieber als Rundfunkredakteurin beim RIAS arbeiten und ihr Leben genießen. Während für ihre Schwester Rike das Kaufhaus an erster Stelle steht. In den Wirtschaftswunderjahren läuft das Geschäft wieder rund, jeder will Petticoats und Nylonstrümpfe besitzen. Silvies Zwillingsbruder kehrt aus dem Krieg zurück und soll das Kaufhaus leiten, er ist aber eher an durchfeierten Nächte interessiert. Als ein Konkurrent versucht, die Geschäfte der Thalheims zu schädigen, übernimmt Silvie Verantwortung für das Kaufhaus und ihre Familie. Cremeweiße Pikeeware, mit rosa, gelben, blauen oder wahlweise pistaziengrünen Streifen, als schicke Neckholder mit betonter Taille und schmalen Lackgürtelchen, alles so frisch und sommerlich... Zitat Seite 179 Nach dem ersten Band dieser Familiengeschichte musste ich unbedingt wissen, wie es mit der Familie weitergeht. Die Personen waren mir ans Herz gewachsen und Brigitte Riebe ist einfach eine begnadete Erzählerin, die Zeitgeschehen und gesellschaftliches Leben wunderbar bildhaft darstellen kann. Die Familie Thalheim hat die schwierigen Jahre nach dem Krieg überstanden, die Wirtschaft läuft zu Hochtouren auf, es weht ein anderer Zeitgeist. Mit Elvis zieht der Rock¿n Roll nach Deutschland, die Menschen haben wieder Lebensfreude und zeigen das auch mit ihrer Kleidung. Die Thalheim-Kinder sind erwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Während Rieke in eine reiche italienische Familie einheiratet und schwanger wird, macht Silvie beim Radio Karriere, sie verliebt sich und hat mit ihrem Geliebten so ihre Probleme. Gleichzeitig sorgt sie sich um ihren kriegsgebeutelten Zwillingsbruder Oskar, der die Geschäfte des Kaufhauses von seinem Vater übertragen bekommt und das Unternehmen aufs Schärfste gefährdet. Ihm sind Nachtleben und seine schnellen Wagen wichtiger als kaufmännisches Geschick. Die jüngste Tochter Flori entwickelt sich zu einer jungen Frau und probiert ihre Grenzen aus. Wir treffen auch die Jüdin Miriam wieder, sie ist der Familie weiterhin freundschaftlich verbunden. Hier hat Brigitte Riebe erneut ihr Talent zur Ausabeitung der Charaktere perfekt eingesetzt und ihren Figuren fühlbar Leben eingehaucht. Das macht ihre Romane so unvergleichlich und gut zu lesen. Neben den sehr lebendigen Zeitschilderungen schwappt das Lebensgefühl dieser Wachstumsjahre auf den Leser über. Die Modeszene wird mit Farben und Formen bunt gezeichnet, die politischen Veränderungen werden nachvollziehbar eingebunden und das Leben der Thalheims ist wieder sehr unterhaltsam und interessant aufbereitet. Ich konnte wieder die Sorgen und Nöte der Familie, ob wirtschaftlicher oder emotionaler Art, gemeinsam miterleben und wusste das Zeitgeschehen durch die politischen Ereignisse gut einzuordnen. Brigitte Riebe hat mich auch mit diesem Buch wieder vollkommen überzeugt und mitgenommen auf eine Reise in die 50er Jahre. Selten habe ich in einem Roman so viel politisches Zeitgeschehen, Lieder, Gedichte und Modebeispiele miterleben können, die ich zwar nicht persönlich, aber doch stellvertretend für diese Zeit erkennen konnte. Sie setzt das Lebensgefühl der Nachkriegsgeneration sehr überzeugend um und geht auch auf die besonderen Umstände der Teilung Deutschlands ein. Eine wunderbare Fortsetzung dieser authentisch erzählten Buchreihe, die ich mit voller Überzeugung empfehlen möchte. Ich freue mich schon auf Band 3.
Die Schwestern vom KuDamm - Wunderbare Zeiten
von MarySophie - 14.09.2019
Handlung: Berlin 1952 Langsam läuft es im Leben der Thalheims wieder rund. Das Kaufhaus läuft bestens, mittlerweile werden immer mehr Artikel geboten und die Damen der Stadt besuchen nur zu gerne das Geschäft. Für Rike hat das Kaufhaus zwar immer noch oberste Priorität, langsam widmet sie sich aber auch mehr dem Familienleben mit ihrem Ehemann. Und auch Silvie ist vollkommen zufrieden. Sie arbeitet weiterhin beim RIAS als Rundfunkredakteurin und immer wieder hat sie Ideen für neue Formate. Trotzdem lauert in ihrem Kopf immer ein kleines Mantra, welches sich nicht verscheuchen lässt. Am meisten Sorgen macht Silvies Zwillingsbruder Oskar. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg hat er einen leitenden Posten im familiären Betrieb inne, mit dem er sich nicht anfreunden kann. Zu sehr lauern die Vergnügen der Stadt auf ihn. Außerdem weiß er Freund und Feind nicht recht auseinanderzuhalten. Oskar stürzt den Familienbetrieb in eine Krise und langsam erkennt Silvie, dass sie auch Verantwortung für das Kaufhaus übernehmen muss. Meinung: Auf den ersten Blick zeigen sich beim Cover Ähnlichkeiten zu dem ersten Teil. Hier dominieren jedoch andere Farben und auch die Dame entspricht der Hauptprotagonistin des Buches, Sylvie Thalheim. Diese wirkt selbstbewusst und aufrichtig, sie weiß, was sie will und was ihr steht. Ihre Kleidung entspricht ganz dem Stil der damaligen Zeit und für mich ist sie mittlerweile das Gesicht von Sylvie. Im Hintergrund zeigt sich eine Szene aus dem Alltag. Die Stadt wirkt bunt und authentisch, es sind einige Autos zu sehen und im Vergleich zu dem Cover des ersten Teils wirkt die Szene lebendig. Vielleicht soll so gezeigt werden, dass die Welt sich von dem Zweiten Weltkrieg langsam erholt... Obwohl das Cover aufwendiger wirkt, als das vom ersten Teil, finde ich es trotzdem noch recht schlicht und auf jeden Fall ansprechend. Glücklicherweise habe ich den ersten Teil der Trilogie erst vor kurzer Zeit gelesen, ich konnte mich noch vollkommen an die Handlung erinnern und hatte auch die Protagonisten noch im Gedächtnis. Von dieser Seite her gab es für mich keine Probleme mit dem Lesen. Ich musste mich aber erst etwas daran gewöhnen, dass sicch die Handlung um die Mittlere der Thalheim-Schwestern dreht. Das war wirklich eine Umgewöhnung, schon auf wenigen Seiten wurden die Unterschiede im Denken und Handeln zwischen Sylvie und Rica sichtbar. Nach vielleicht 50 Seiten hatte ich mich dann an diesen Umstand gewöhnt und konnte mich beim lesen zurücklehnen und der Handlung eifrig folgen. Mir hat es richtig gut gefallen, dass nicht erst viele Details aus dem ersten Teil wiederholt wurden, sondern die Handlung direkt gestartet hat. Es gab ab und an kleine Andeutungen auf den ersten Roman, die einige Informationen wieder ins Gedächtnis rufen. Insgesamt kann ich nur empfehlen, vorher den ersten Teil zu lesen, um einige Aussagen und Umstände besser zu verstehen und vollkommen aufzunehmen. Ansonsten stelle ich mir es ab und an etwas schwer vor, den Aussagen einiger Protagonisten zu folgen. Ich erinnere mich noch an meine Rezension zu dem ersten Teil, ich hatte bemängelt, dass es keinen fließenden Übergang zwischen dem Prolog und der eigentlichen Handlung gab. Bei diesem Buch sieht das ganz anders aus. Fließend geht die Handlung über, ich musste nicht erst innehalten, um die Situationen zu verbinden und konnte direkt weiterlesen. Hat mir sehr gut gefallen. Auch die Schreibweise empfand ich wieder als richtig gut. Sie war flüssig, angenehm und nicht zu einfach, immer mit etwas Anspruch. Dazu haben die Protagonisten gezielt ihren Dialekt eingesetzt, was immer eine kleine Auflockerung der gerade erzählten Ereignisse war. Außerdem wurde so auch teils eine unterhaltsame Note in die Handlung gebracht. Flüssig in die Beschreibungen wurden historische Details eingebracht. Es gab immer einen sehr passenden Zusammenhang zu den Erlebnissen der Protagonisten und die historischen Informationen waren breit gefächert. Nicht nur die politische Situation in Deutschland wurde angesprochen, sondern auch Ereignisse aus anderen Ländern. Teilweise fand ich die Handlung leider etwas zu beladen. Es gab immer irgendwelches Drama in der Familie, was ich an sich in Ordnung finde. Es treffen Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Charakteren aufeinander, was eigentlich lebendig wirkte und teilweise wurden normale Streitigkeiten erzählt. Doch manchmal war es mir zu viel Drama, was alles passiert ist. Seien es Unfälle, Entführungen oder Erpressungen, immer ist etwas passiert und ich hätte mir mehr ruhigere Kapitel gewünscht, wo z.B.: über die Politik diskutiert wird. Am Ende des Romans gibt es ein wunderbares kleines Detail, welches noch mal einen groben Rückblick auf die Handlung, vor allem aber auf Geschehnisse in Berlin zwischen 1952 bis 1957 gibt. Es wurde eine Zeittafel angefügt, die ich wirklich wunderbar finde. So ist es möglich, das Gelesene noch mal Revue passieren zu lassen und sich dazu passend einige Details der Handlung ins Gedächtnis zu rufen. Dadurch gibt es ein rundes Ende und ich bilde mir ein, dass sich einige Informationen besser in meinem Gedächtnis festsetzen. Als Setting dient in diesem Teil fast nur die Stadt Berlin. Es gibt kleine Ausflüge an andere Orte, die jedoch nur wenige Seiten umfassen. Diesmal wirkte die Stadt zwar belebter, auf mich jedoch nicht so eindrucksvoll. Es gibt immer noch einige, tolle Umschreibungen mancher Orte, egal, ob sie noch zertrümmert oder wieder aufgebaut sind. Jedoch hielten sich diese in Grenzen, traten nicht so häufig auf. Es schien als hätte Silvie nicht so arg darauf geachtet, ich hatte das Gefühl, dass bei ihr die Mode eine größere Rolle spielt. Es gibt arg viele Hinweise, was sie oder auch andere Protagonisten gerade tragen oder was derzeit modern ist. Gleichzeitig passt diese Thematik auch sehr gut zu dem ganzen Buch, wo es sich oft um das Kaufhaus dreht. Auch wenn hier Silvies Leben, oft auch außerhalb des Geschäftes, beschrieben wird und das Kaufhaus eine etwas untergeordnete Rolle spielt. Während im ersten Teil Rica zwar klar im Vordergrund stand, aber auch ihre Familienmitglieder eine größere Rolle einnahmen, liegen hier die Dinge anders. Silvie ist die klare Hauptprotagonistin, daneben wirken die anderen Charaktere etwas blass und sie agiert meist allein. Sowohl von Rica, aber auch von ihrem Vater oder der Stiefmutter ist nur noch wenig zu lesen, was ich etwas merkwürdig fand. Außerdem wurden die weiteren Personen dadurch nicht so lebendig, sie tauchten kaum auf und konnten nicht hervorstechen. Die Anzahl der Charaktere wurde recht klein gehalten, abgesehen von der Familie Thalheim und Silvies Freunden gibt es nur wenige weitere Protagonisten. Einige sind noch aus dem ersten Teil bekannt, nur eine sehr geringe Anzahl taucht neu auf. Ich musste mich erst etwas an Silvies offene, unverblümte Art gewöhnen. Von Anfang an empfand ich sie als freundlichen Menschen mit einem guten Herz und schnell wurde sie mir sympathisch. Ganz besonders toll empfand ich immer ihren Wunsch nach Freiheit, aber auch den, dass Leben nicht zu ernst zu nehmen. Dadurch brachte sie viel Schwung in die Handlung, neue Energie und hebt sich stark von dem Rest der Familie ab. Fazit: Die Handlung hat mir wirklich gut gefallen und ich bin gerade mehr als gespannt auf den dritten Teil, weil ich mir noch gar nicht vorstellen kann, wie es mit der jüngsten im Bunde, Florentine, weitergehen wird. Ich muss leider sagen, dass mir dieser Teil nicht ganz so gut gefallen hat, wie der erste. Ich fand es schade, dass die gesamte Handlung sehr Silvie-bezogen war und die anderen Mitglieder der Familie etwas schwach daherkamen und nicht recht lebendig wurden. Dazu war mir die Handlung innerhalb der Familie Thalheim etwas hektisch und zu übertrieben dargestellt. Richtig gut gefallen hat mir die Schreibweise, aber auch die wunderbare Einbindung der historischen Details, die für mich das Highlight des Buches waren. Es gibt wirklich die Möglichkeit, sich neues Wissen anzueignen und die Situationen an einem lebendigen Beispiel zu sehen. Auch Silvie hat mir recht gut gefallen, sie war ein lebendiger, freundlicher Charakter, der mir schnell sympathisch wurde und der ich nur das Beste gewünscht habe.
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