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Bell und Harry als Buch
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Bell und Harry

Roman. Originaltitel: The Hollow Land.
Buch (gebunden)
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Ein "wunderschönes Buch darüber, wie Menschen leben - in Familien, in Gemeinschaften, in kleinen Flecken der Welt." (Meg Wolitzer, The New York Times) Von Jane Gardam, Bestseller-Autorin der Trilogie um "Old Fith".
Buch

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Bell und Harry als Buch

Produktdetails

Titel: Bell und Harry
Autor/en: Jane Gardam

ISBN: 3446261990
EAN: 9783446261990
Roman.
Originaltitel: The Hollow Land.
Übersetzt von Isabel Bogdan
Hanser Berlin

13. Mai 2019 - gebunden - 187 Seiten

Beschreibung

London ist laut und anstrengend, die Batemans sehnen sich nach Ruhe und haben sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Vor allem der Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung. Hier trifft sein kleiner Sohn Harry auf Bell, den jüngsten Sohn der Vermieter, und eine tiefe Jungenfreundschaft beginnt. Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind. Ein hell leuchtendes Ferienbuch von Jane Gardam, in dem die Spannung zwischen Stadt- und Landmenschen mit so viel Weisheit und Humor eingefangen ist.

Portrait

Jane Gardam wurde 1928 in North Yorkshire geboren und lebt heute in East Kent. Für ihr viel bewundertes schriftstellerisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Nach der Bestseller-Trilogie um Old Filth sowie dem Erzählungsband "Die Leute von Privilege Hill" erschien bei Hanser Berlin zuletzt ihr Roman "Weit weg von Verona" (2018).

Pressestimmen

"Der Charme des frühen Romans liegt zum einen in dem einprägsamen Personal, zum anderen in dem ungekünstelten Tonfall." Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 06.07.19

"Jane Gardam verfügt über diesen ganz eigenen subtil, liebevoll, ironischen Ton. Ein großes, leichtes Sommervergnügen." Ursula May, hr2 Kultur, 01.07.19

"Wenn mich jemand am Ende des Jahres nach meinen liebsten Büchern 2019 fragen wird, dann gehört dieses Buch aus dem Juni ganz sicher dazu." Christine Westermann, WDR 5, 28.06.19

"Gardams Buch hat einen ähnlichen Charme wie Astrid Lindgrens 'Ferien auf Saltkrokan' ... als Sommerlektüre ein großes Vergnügen." Claudia Voigt, Der Spiegel, 15.06.19

"Mit diesem Buch kann man träumen: Noch einmal jung sein, Sommerferien, Bauernhof, Freundschaft." Kurier, 08.06.19

"Die fabelhafte britische Autorin fängt die Gerüche, die Farben, die Wunder ein und erzählt davon, wie sich Städter und Dorfbewohner miteinander versöhnen können, wenn sie sich gegenseitig ein bisschen sein lassen, wie sie sind." Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, 28.05.19

"Ein Ferienbuch, das alle Generationen mit großem Vergnügen lesen können." Manuela Reichart, Deutschlandfunk Kultur, 20.05.19
Bewertungen unserer Kunden
Stadt- oder Landmensch
von cabotcove - 14.07.2019
Stadt- oder Landmensch ? Es gibt ihn tatsächlich: diesen kleinen, feinen Unterschied zwischen Stadt- und Landmenschen... Einige Menschen können ja nicht in der Stadt leben, weil es ihnen einfach zu laut und schmutzig erscheint. Wieder anderen ist es auf dem Land viel zu langweilig, wenn nicht die nächste Shopping-Gelegenheit um die Ecke ist... 192 Seiten sind schnell gelesen für einen Viel- und Schnellleser wie mich, doch möchte ich empfehlen, sich für dieses Buch Zeit zu nehmen, damit es auch richtig wirken kann, denn es wurde nicht umsonst dem Genre "Literatur" zugeordnet. Es ist ein wunderschönes Buch über Menschen und ihr Zusammenleben, ein interessanter Einblick in verschiedene Familien. Ein Buch über Freundschaft, so schön erzählt, voller Humor und Weisheit.
Hollowland
von Pedi - 08.07.2019
In Bell und Harry erzählt die bei uns erst sehr spät mit ihrer Old-Filth-Trilogie bekanntgewordene Jane Gardam über das Landleben in North Yorshire und zwei Jungen, die sich dort kennenlernen. Die neun Geschichten sind chronologisch angeordnet, aber nur lose miteinander verbunden. In der ersten erzählt der achtjährige Dorfjunge Bell selbst von seiner Begegnung mit dem etwas jüngeren Stadtkind Harry. Bis auf die letzte, sind danach alle in der personalen Perspektive erzählt. Sie erzählen in unregelmäßigen Zeitsprüngen von einem Angelausflug im strömenden Regen, einer beinahe schief gegangenen Expedition in einen unterirdischen Stollen und einem Fahrrad-Eis-Ausflug, von der Eier-Hexe und ihrer alten Mutter und wie Jimmy Meccer auf dem Pferdemarkt in Appleby unerwartet reich wurde. Am Ende sind die Jungen im Teenageralter, bevor die letzte Geschichte einen großen Sprung in die Zukunft macht. Diese letzte Geschichte hat mich nicht überzeugt. Sie spielt im Jahr 1990, bei Veröffentlichung des Buches 1981 also Zukunft. Alle anderen Geschichten sind sehr schön erzählt, freundlich, und doch mit dem Gardam typischen britischen Humor. Deshalb eine Empfehlung!
Ferien in Yorkshire
von Klaraelisa - 07.07.2019
Im Mittelpunkt von Jane Gardams Roman "Bell und Harry" steht die Freundschaft zwischen zwei Jungen. Bell Teesdale und Harry Bateman werden als Kinder Freunde, seit die Batemans aus London Jahr für Jahr im ländlichen Yorkshire ein Bauernhaus mieten. Anfangs sind die Gegensätze zwischen den Städtern und den Bauern und Schafzüchtern aus der Region groß, aber allmählich werden nicht nur die Kinder Freunde. Die Jungen erleben zum Teil gefährliche Abenteuer, z. B. in einer still gelegten Silbermine oder im eisigen Schneesturm bei einem Fahrradausflug. Wer die Faszination dieser Landschaft mit ihren Sagen und Bräuchen und der langen Geschichte von Invasoren erfahren hat, kommt immer wieder zurück oder bleibt wie Poppet, Tochter einer namenlosen prominenten Londonerin, die hier als 11jährige einige Tage verbringt, danach immer wieder zurückkehrt und schon beim ersten Treffen beschließt, sechs Jahre später Harry Teesdale zu heiraten und für immer zu bleiben. Die Autorin reiht neun Geschichten um die beiden Familien und andere Dorfbewohner aneinander. Sie decken einen Zeitraum von fast 30 Jahren ab und zeigen Bell und Harry auch im Erwachsenenalter. Gardams im Original unter dem Titel "The Hollow Land" bereits 1981 veröffentlichtes Buch wurde mit dem Whitbread Book Award in der Kategorie Kinderbuch ausgezeichnet, wendet sich aber inzwischen an Leser jeden Alters. Das Buch ist humorvoll und mit großer Wärme geschrieben und zeigt, wie tief die Menschen in ihrer Heimat verwurzelt sind und das schon seit Generationen. "Bell und Harry" macht alle Fans von Gardams berühmter Trilogie um den Richter Edward Feathers mit dem lohnenden Frühwerk der Autorin bekannt. Ein schönes kleines Buch.
Eine Freundschaft fürs Leben
von Gisel - 07.07.2019
Die Londoner Familie Bateman hat sich für den Sommer auf einer Farm in Yorkshire eingemietet. Es ist der Beginn einer Freundschaft zwischen den Jungen Bell und Harry, zwischen den beiden Familien Teesdale und Bateman. Sommer für Sommer wird diese Freundschaft erneuert und vertieft, auch wenn die Unterschiede zwischen den Stadtmenschen und den Landmenschen zunächst viel zu groß erschienen. Die Autorin Jane Gardam beschreibt in diesem Buch die Sommerfreuden zweier Jungen, die die Basis für eine Freundschaft fürs Leben entstehen lassen. Im Mittelpunkt stehen das Landleben mit seinen manchmal etwas kauzigen Bewohnern, aber auch der Zusammenhalt der Menschen, die füreinander einstehen. Wie Anekdoten reihen sich die Erzählungen aneinander und bilden eine einzigartige Geschichte voller sprachlicher Eleganz. Dieses besondere Buch über eine Freundschaft fürs Leben strahlt einen besonderen Charme aus, deswegen möchte ich es sehr gerne weiter empfehlen.
Eine Freundschaft fürs Leben
von Gisel - 07.07.2019
Die Londoner Familie Bateman hat sich für den Sommer auf einer Farm in Yorkshire eingemietet. Es ist der Beginn einer Freundschaft zwischen den Jungen Bell und Harry, zwischen den beiden Familien Teesdale und Bateman. Sommer für Sommer wird diese Freundschaft erneuert und vertieft, auch wenn die Unterschiede zwischen den Stadtmenschen und den Landmenschen zunächst viel zu groß erschienen. Die Autorin Jane Gardam beschreibt in diesem Buch die Sommerfreuden zweier Jungen, die die Basis für eine Freundschaft fürs Leben entstehen lassen. Im Mittelpunkt stehen das Landleben mit seinen manchmal etwas kauzigen Bewohnern, aber auch der Zusammenhalt der Menschen, die füreinander einstehen. Wie Anekdoten reihen sich die Erzählungen aneinander und bilden eine einzigartige Geschichte voller sprachlicher Eleganz. Dieses besondere Buch über eine Freundschaft fürs Leben strahlt einen besonderen Charme aus, deswegen möchte ich es sehr gerne weiter empfehlen.
Kinderglück auf Light Trees
von Emmmbeee - 25.06.2019
Es ist sehr zu bedauern, dass die Bücher von Jane Gardam erst so spät ins Deutsche übersetzt worden sind. 38 Jahre mussten vergehen, bis auch wir in den Genuss von Bell und Harry (und ihren anderen ganz besonderen Büchern) gekommen sind. Es ist die Geschichte einer Kindheit auf dem Land, irgendwo in Grossbritannien. Die Londoner Familie Bateman hat ein heruntergekommenes Bauernhaus in der Einöde gepachtet und wird anfangs mit etwas Distanz von ihren Wirten, dem Ehepaar Teesdale, betrachtet. Eines Nachts, als der kleine Bell pflichtbewusst das Weidegatter kontrolliert, wird er vom schlaflosen Harry beobachtet. Eine innige Bubenfreundschaft beginnt, die regelmässig zu Ferienzeiten ihre Fortsetzung findet. Einerseits führen die beiden teils waghalsige Unternehmungen durch, andrerseits haben sie selbst als Erwachsene das Staunen über Naturschönheiten nicht verlernt. Sie zweifeln auch nach Jahren keineswegs an der Existenz von Geistern und Feen - aber das tut der Schornsteinfeger Kendal auch nicht. Jane Gardam hat einen poetischen Blumenstrauss gebunden aus beinah märchenhaften Geschichten, kleinen Weisheiten, kostbaren Kindererlebnissen und Bubenseligkeit, garniert mit anschaulich dargebotenen Naturschilderungen. Schon, wie sie die Kristallwelten der Eiszapfen beschreibt, ist ein einziger Genuss. Die einfache Sprache (hervorragend übersetzt von Isabel Bogdan) mit kurzen Sätzen wirkt fast so, als sei der Roman für Kinder geschrieben. Doch die immer wieder eingestreuten Humorbeilagen benötigen die Denkweise von Erwachsenen. Ich habe immer wieder hell aufgelacht und empfehle das schmale Bändchen auch all jenen, die sich nicht oft an ein umfangreicheres Werk wagen.
Diese Story ist eine tolle Ferienlektüre
von sommerlese - 25.06.2019
Jane Gardams Buch The Hollow Land wurde bereits 1981 veröffentlicht und mit dem Whitbread Book Award in der Kategorie Kinderbuch ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung Bell und Harry durch Isabel Bogdan erscheint im Hanser BerlinVerlag. Jedes Jahr im Sommer entflieht Harry Batemans Familie dem hektischen Großstadtleben in London und macht Urlaub in Yorkshire im alten Farmhaus der Familie Teesdale. Die Eltern entspannen sich und die Kinder erleben eine Welt voller ländlicher Eindrücke. Zwischen Großstädtern und Landbewohnern prallen unterschiedliche Weltbilder aufeinander, aber Harry freundet sich mit dem achtjährigen Bell Teesdale an. Sie erleben gemeinsame Abenteuer und die Freundschaft lebt jedes Jahr in den Ferien wieder auf. Was wollen die denn mit ¿ner Farm? Die sitzen da nur drin rum. Die machen gar nichts. Sie ruhen sich aus , sagte mein Grandad, Die nehmen die Häuser zum Ausruhen von London. Zitat Seite 8 In Bell und Harry geht es um die Freundschaft zweier Jungen in den Ferien auf dem Land. Bell ist eines Farmers und Schafzüchters im "Hollow Land", dem hohlen Land. Diesen Namen trägt es, weil die Gegend von unterirdischen alten Bergwerksstollen durchzogen ist. Harry ist der Sohn eines Journalisten aus London. Beide erklären sich gegenseitig ihre Welt, aber in erster Linie erleben sie spannende Abenteuer und herrliche Ferien auf dem Land. Zwischen den Städtern und den Bauern herrscht anfangs noch eine Kluft aus Gegensätzen, die auf Unkenntnis beruht. Die Batemans suchen Ruhe vom Lärm der Großstadt, doch die Heuernte steht gerade an und muss vor dem nächsten Regen unbedingt erledigt werden. Die erholsame Ruhe ist dadurch natürlich gestört. Bell und Harry stört das nicht, sie freunden sich als Kinder schnell an und auch die Erwachsenen kommen sich näher. Die Jahre vergehen und es gehört einfach zum Leben dazu, dass die Batemans jeden Sommer wiederkehren. Die schönste Zeit im Jahr für die Jungen, denn sie hecken alles mögliche aus und erleben tolle Abenteuer. Inhaltlich sind die neun Geschichten chronologisch geordnet, sie sind allerdings nur lose wie besondere Episoden aneinander gereiht. Man begleitet die Jungen bei ihren kindlichen Abenteuern bis ins Teenageralter, und der besondere Charme zeigt sich in jedem Alter auf seine Weise. Mal erlebt man reine Feriengefühle, mal Abenteuer und es zeigen sich immer wieder ernste Dinge des Lebens, denn das Landleben ist nicht friedlich, es bedeutet harte Arbeit und ist anstrengend. Die Autorin beschreibt ihre Charaktere recht warmherzig und heiter, sie lässt herrliche Bilder der Hochmoore, Weiden und Berge entstehen, in denen man schwelgen kann. Es wird deutlich, wie sehr die Menschen auf dem Land schon über Generationen mit ihrer Heimat verwurzelt sind. Jane Gardam schreibt wunderbar, sie erweckt spezielle und eigensinnige Figuren zum Leben, mit denen man sich als Leserin sofort anfreundet. Der Großvater mit seinen Geschichten und seiner Sense, die Eier-Hexe und ihre Mutter, die im Bett lebt und andere Figuren sorgen für heitere Wohlfühlstimmung. Als ich das Buch gelesen habe, wurde ich an meine eigene Kindheit erinnert, an Sommer, Landleben und unbekümmerte Freiheit in den großen Ferien mit Freunden und Großeltern. Ich konnte mich richtig in die Geschichten fallen lassen. Ich habe die Welt aus Kinderaugen gesehen Bells und Harrys Ausflüge im strömenden Regen, die waghalsige Exkursion in den unterirdischen Stollen und das Treffen mit der Eier-Hexe sehr genossen. Während mir die ersten acht Geschichten mit ihrer Leichtigkeit gut gefallen haben, brachte die letzte eine Änderung im Erzählstil mit sich. Mit diesem Wechsel in der Tonart könnte man auch den Zeitsprung erklären. Dennoch hat gerade dieser Teil das Buch zu einem angenehmen Abschluss gebracht. Diese heitere, in leisen Tönen erzählte Story sorgt für ein Abtauchen in Kindheitserinnerungen an die Sommerferien auf dem Land und vermittelt eine Wohlfühlstimmung.
die Leichtigkeit des hohen Landes
von Stefany Pham - 25.06.2019
Diese Serie von miteinander verbundenen kurzen Geschichten die die Freundschaft zweier Jungen erzählt, die in unterschiedlichen Umfeldern aufgewachsen sind und dennoch eine innige Verbindung pflegen, wird von Gardam wundervoll porträtiert, mit einer solchen Zuneigung und Fertigkeit für die Charaktere welche uns schnell mit ins hohle Land nehmen und mitfühlen lassen. Bell und Harrys Freundschaft verbindet Abenteuer, Erzählungen von Geistern und Legenden, die Freude draußen zu sein und das Land, auf dem Bell aufwächst und Harry jeden Sommer über Jahre immer wieder besucht. Gardams Beschreibungen der moorigen Landschaft, der Gewässer und Minen scheinen wie magisch zu sein. Sowohl Erwachsene als auch Kinder, und lokale Exzentriker wurden hervorragend und glaubhaft dargestellt. Sie sind lebendig, humorvoll und absolut charmant. Nicht nur die Freundschaft der beiden Jungen bringt sie jedes Jahr wieder zusammen. Beide Familien erleben soziale und kulturelle Veränderungen, und trotz des Komforts neuer Technologien hält ihre Liebe zum hohlen Land sie am Boden. Ein wundervolles Buch um den Trubel und die Hektik des Alltags zu entschwinden und in die ruhige Natur einzutauchen, die Gardam mit einer Präzision fürs Detail malt, und einem Ton von Frische und Witz wiedergibt.
Die Zeit, die so wichtig ist
von a.n. - 24.06.2019
Eine Kindheit, die man sich vielleicht selbst gewünscht hätte. Die Jungen Bell und Harry machen das beste daraus, unterstützt von ihren Familien. Eine tiefe Freundschaft beginnt, sie wächst und hält vielleicht bin ins Erwachsenenalter an. Heranreifen, gemeinsam erleben, sich verstehen. Und das, obwohl sie aus ganz verschiedenen Sphären aufeinander getroffen sind. Eine Wonne, dies zu lesen. Harmonie, Ruhe, Einigkeit. Keine Action und dennoch so ereignisreich und eindrucksvoll. Bewegung ist auch im Inneren der Hauptpersonen. Ein zielgerichteter warmer Sommerwind, der den Leser trägt und erfrischt. Eine Inspiration. Einfach Kind sein dürfen, die Freiheit erleben; aber mit Sinn und Verstand. Sich selbst erinnern, seinen eigenen Kindern Möglichkeiten geben jenseits von Handyspielen und der neuesten Mode. Schmunzeln, denken, schwelgen, mitfiebern - alles ist erlaubt und sehr willkommen. Aufmerksames Lesen erleichtert das Hineinkommen in die Handlung und der etappenhaften Erzählweise. Für den einen werden diese empfundene Langsamkeit im Erzählen und Erleben, die sich wiederholenden Sommerabenteuer vielleicht langweilig vorkommen. Doch vielleicht ist genau dies ein Ritual als Voraussetzung für Beständigkeit; eben die Zeit, die wichtig ist und die sich heute kaum mehr jemand nimmt oder einem gestattet wird. Plätschernd, mit wohl platzierten Untiefen. Ein wenig aus dem Hier und Heute gefallen scheint die Geschichte der Jungen tatsächlich. Doch gerade das macht dieses Buch lesenswert. Das Bild von einer schönen heilen Welt wird gezeichnet. Nicht Weltfremdheit gleichzusetzen. Es bringt ein gedankliches Idyll zum Vorschein. Rückblicke, Vergangenheit, die Gegenwart beeinflusst. Und die große Frage, ob diese Freundschaft auch wirklich halten wird, egal, was noch kommt, sorgt dafür, dass man das Buch einfach bis zu Ende lesen muss. Vorhersehbar ist dies nämlich nicht.
Das Leben auf dem Land
von Lea - 21.06.2019
"Bell und Harry" hat mir gut gefallen. Die Beschreibungen dieses Fleckchens Erde, der besonderen Charaktere harmonieren gut zu einer gesamten Geschichte. Dafür vergebe ich vier Sterne. Harry und seine Familie kommen aus London in den Ferien aufs Land nach Yorkshire. Dort pachten sie ein Haus von Bell und seiner Familie. Schnell freunden sich die beiden Jungen miteinander an und erleben auch das ein oder andere verrückte Abenteuer. In verschiedenen Kapiteln wird die Entwicklung der beiden Jungen bis in das Erwachsenenalter geschildert. Natürlich muss man berücksichtigen, dass man es hier nicht mit einem Kinder- oder Abenteuerbuch zu tun hat, sondern mit einem literarischen Text. Viele Sachen werden nur angedeutet, oder es werden ganz andere Sachen beschrieben, als erwartet. Aber genau das fand ich so erfrischend an diesem Buch. Der Schreibstil war dabei sehr interessant, ist oft zwischen Stilmitteln, wie abgehackten Sätzen, Dialogen oder anderen Sachen, hin und her gewechselt. Das bringt Abwechslung. Deswegen lässt sich das Buch auch so gut und schnell lesen und man stockt nicht, wie ich das bei Literatur schon öfter hatte. Manchmal weicht der Text auch zu Geistergeschichten ab, das fand ich interessant mit eingebaut. Besonders gefallen hat mir auch, wie die Arbeiten auf dem Land beschrieben wurden. Man konnte so richtig in das Leben der Leute miteintauchen und alles hautnah miterleben. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr nett zu verfolgen, aber fast stehlen ihnen die skurrilen Dorfbewohner die Show, wie zum Beispiel die Eierhexe. Es war immer interessant, wenn solch eine Person aufgetaucht ist, vor allem, weil es einfach so gut zu dieser ländlichen Szenerie gepasst hat. Das konnte man sich sehr bildlich vorstellen. Ich habe die Lektüre insgesamt wirklich sehr genossen und empfehle das Buch gerne weiter.
Sommer der Kindheit
von simi159 - 21.06.2019
Familie Bateman verbringt ihre Feriensommer auf dem Land. Um dem hektischen London zu entfliehen geht es nach Yorkshire. Entspannung für die Eltern und für den jüngsten Sohn, eine Welt voller ländlicher Abenteuer. Diese erlebt er Jahr um Jahr mit Bell, dem Sohn des Vermieters. Da treffen unterschiedlichste Welten, Ansichten und Erleben aufeinander. Fazit: Schade, schade, schade¿.nach den ersten Kapiteln mit den Erlebnissen von Bell und Harry hatte ich mich auf dieses Buch mit seiner ruhigen, dahin plätschernden Erzählweise gefreut, doch leider passiert nicht wirklich etwas. Kapitel um Kapitel hängt man als Leser in dieser langsamen Zeitschleife, der immer wieder kehrenden Sommer auf dem Land. Die Jungs werden älter, doch wirklich entwicklen tun sie sich nicht. Auch gibt es wenig Tempo und Spannung, das ist wirklich Schade. Denn die Sprache der Autorin, Jane Graham, läßt so tolle entspannte Bilder im Kopf entstehen, man riecht förmlich den Wald, die Felder die Erde, das war auch das was mich bei dieses dünne Buch zu Ende lesen lies. Die Charaktere passen zu dieser Art Geschichte/Erzählung, wirken auch authentisch und sympathisch. Doch für mehr als drei Sterne reicht das nicht.
Eine Schriftstellerin mit einem begnadeten Gefühl für Sprache!
von lesebiene - 20.06.2019
Meine Meinung zum Buch: Das Buch Bell und Harry erzählt viele kleine Geschichte rundum das Leben von unseren Protagonisten Bell und Harry und einzeln widergespiegelten Erzählungen, die die unterschiedlichsten Emotionen im Leser hervorrufen. Mal sind diese Erzählungen anrührend und tiefgründig und rufen genau diese Emotionalität im Leser hervor, man beginnt über die einzelnen Sequenzen nachzudenken, wird zum Teil auch wehmütig, aber es gibt auch die Szenen, die mit sehr feinem, intelligenten und sprachwitzigen Humor versehen sind, sodass es im Leser, dass ein oder andere Schmunzeln bewegt. Besonders der Schreibstil der Schriftstellerin konnte mich sehr von sich überzeugen und überraschen, denn dieser ist zu jeder Zeit durchdacht und zeugt von einem großen Gefühl für Sprache und Intelligenz der Schriftstellerin. Mein Fazit: Eine ungemein talentierte Autorin, die ich weiterhin im Augen behalten werde, da mich ihr schriftstellerisches Können bis zum letzten Satz überzeugen konnte!
Ländliche Idylle und ein schriftstellerischer Schatz
von Sarahliest - 20.06.2019
Jane Gardam ist eine fabelhafte Schriftstellerin, die mit ihrem Schreibstil nicht nur die eigensinnigen und oftmals sehr speziellen Charaktere zum Leben erweckt, sondern auch den Leser sofort in die Welt der Geschichte hineinversetzt. Wenn ich ein Buch von Gardam lese, habe ich das Gefühl etwas Bedeutendes zu tun. In Bell und Harry dreht es sich um das Hohle Land - so lautet auch der englische Originaltitel The Hollow Land, der meines Erachtens so viel besser zu der Geschichte passt. Es geht um das ländliche Leben in England und um zwei Jungen und deren Familien, die einen langjährige Bewohner des Hohlen Landes, die anderen Städter, die gerade erst her gezogen waren. Die einzelnen Kapitel des Buches tragen jeweils eigene Überschriften und könnten auch als Kurzgeschichten durchgehen. Jedoch bauen sie auch in gewisser Weise auf einander auf. Faszinierend ist, dass man bei Gardams Geschichten selten etwas voraus ahnt und sich öfters fragt, warum dies oder jenes geschieht und wie ein simpler Fahrradausflug von zwei Jungs so interessant und tiefgehend sein kann. In der Geschichte geht es um alltägliche Dinge, die den Leser trotzdem in den Bann ziehen. Ich kann Bell und Harry sowie auch andere Werke von Jane Gardam nur weiterempfehlen. Sie erschafft mit ihren Geschichten etwas, dass nicht viele Autoren können!
Freundschaft
von Andreas Rahe - 14.06.2019
Ich habe von dieser Autorin noch kein Buch gelesen und war überrascht,wie schön sich dieses Buch lesen lies. Zwei Familien , die sich anfreunden, obwohl sie sehr unterschiedlich sind und vor allen die beiden Jungen verleben sehr viel Zeit miteinander und knüpfen eine Freundschaft fürs Leben.Dies ist schön zu lesen, der Lesestil ist sehr angenehm , die Figuren sehr gut beschrieben, sodass man sich gut in die Figuren hinein verdenken kann. Die Handlung ist jetzt nicht besonders spektakulär und spannend,sondern eine Geschichte, die manchmal auch ein bisschen vor sich hinplätschert.Es ist auch wohl ein älteres Werk dieser Autorin, wie es wohl oft geschieht, wenn der Autor erfolgreich ist, werden auch ältere Werke wieder aufgelegt.
Urlaubslektüre
von Rabentochter - 12.06.2019
Bell und Harry lernen sich in den Ferien kennen und begründen eine Freundschaft, die ein Leben lang hält. Nicht nur aufgrund der schlanken Seitenzahl (nicht mal 200 Seiten) ist dieses Buch es wert mit in den Urlaub genommen zu werden. Die Atmosphäre, die über den Buchdeckel schwappt entführt den Leser sofort nach Nordengland. Das raue Leben dort erscheint doch überraschend leicht auf seien schnörkellose Art und Weise. Der Clou bei diesem Roman liegt in dem, was nicht gesagt wird. Zwischen den Zeilen zeigt sich das Zwischenmenschliche: all die ungeschriebenen Worte und Gesten, die eine Londoner Familie in eine eingeschworene nordenglische Gemeinde hineinwachsen lässt. Die großen und kleinen Erlebnisse von Bell und Harry lassen mich an all die Abenteuerromane denken, die ich als Kind so liebte, nur dass sie hier in einer Romanversion für Erwachsene erzählt werden. Weglegen konnte ich das Buch dennoch nur schwer. Es fesselt auf schlichte und natürliche, ja sehr angenehme Weise, wodurch es zum perfekten Buch für ein freies Wochenende oder einen Kurzurlaub wird. Urlaub für den Kopf und eine kurze Reise nach Nordengland erwarten einen zwischen den Seiten und machen das Buch unvergleichlich schön. Fazit: Das ideale Buch für die Ferien!
Freunde fürs Leben
von liesmal - 02.06.2019
Es ist, als käme man in eine andere Welt, wenn man aus der großen und lauten Stadt London aufs Land nach Yorkshire kommt. Das erleben die Batemans, die zunächst einen Sommer in Light Trees, einem alten Farmhaus, verbringen wollen in der Hoffnung, dort Ruhe und Entspannung zu finden. So lernen sich Bell, dessen Grandad Hewitson den Batemans die Farm verpachtet, und Harry, der Sohn der Batemans kennen. Zunächst sieht es so aus, als ob die Batemans sofort wieder ihre Koffer packen und zurück nach London wollten, doch dann werden aus dem einen Sommer viele Jahre, in denen sie auf Light Trees ihre Ferien verbringen. So unterschiedlich das Leben von Bell und Harry bisher auch verlaufen sein mag, hier in Yorkshire beginnt eine Freundschaft der beiden Jungen, die viele Abenteuer bestehen, die mal weniger, mal mehr gefährlich sind. Mit jedem Sommer wird die Freundschaft stärker und fester. Viele kurze abenteuerliche Geschichten werden in diesem Buch zu einem großartigen Gesamtwerk zusammengefasst. Ein außergewöhnlicher Schreibstil einer besonderen Autorin, der mir als Leser die naturbelassene Schönheit einer Gegend sehr nahe bringt - mit all ihren einzigartigen Menschen, mit ihren Eigenarten, die mal schroff und mal herzlich sind, mit ihrem Leben und Wirken auf dem Land, mit ihren Mythen und Legenden, die spannend, gruselig oder auch lustig sind. Ein Buch mit einem ganz besonderen Charme und auf eine gewisse Art anders als alles, was ich bisher gelesen habe.
Urlaub auf dem Land
von Curin - 02.06.2019
Im ländlichen Yorkshire lebt der Junge Bell Teesdale mit seiner Familie auf einer Farm. Eines Sommers lernt er den Sohn der Urlaubsgäste seiner Eltern kennen und freundet sich mit dem etwas jüngerem Harry an. Beide erleben eine tolle Zeit mit einigen witzigen, aber auch gefährlichen Episoden... . Auch in diesem Roman schafft es die Autorin Jane Gardam, den Leser mit nach England zu nehmen und mit einigen skurrile Situationen zum Schmunzeln zu bringen. Ebenso wird in der Handlung der Kontrast von Stadt- und Landmenschen hervorgehoben und gezeigt, welche Vorurteile es gibt und wie diese auch überwunden werden können. Bell ist in der Geschichte der typische Farmersohn, der schon verantwortungsvolle Aufgaben auf dem Hof übernehmen muss und sich des Nachts sorgt, ob das Viehtor auch wirklich geschlossen ist. Er nimmt den Part des mutigen Jungen in der Freundschaft mit Harry ein, der sich allerdings auch während des Urlaubs weiterzuentwickeln scheint. Am Anfang der Handlung ist Harry eher das brave Stadtkind, doch in einigen ziemlich merkwürdigen und skurrilen Situationen und Begegnungen unter anderem mit der ,,Eierhexe verändert er sich und zeigt auch, dass er ein rebellisches Kind sein kann. Wenn man diesen Roman liest, kann mich sich herrlich entspannen und bis auf einige wenige Stellen ist das Buch auch wirklich nicht langatmig. Wie immer schreibt Jane Gardam flüssig und mit einer Art trockenem, aber dafür umso schwärzerem Humor. Wer solche Geschichten mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Insgesamt hat mir ,,Bell und Harry sehr gut gefallen und ich empfehle diesen Roman hier sehr gerne weiter.
Eine britische Milieustudie
von Sabine Mach - 02.06.2019
Die Londoner Familie Bateman verbringt jeden ihrer Sommer in Yorkshire im alten Farmhaus der Familie Teesdale. Bell Teesdale, der achtjährige Sohn, und Harry Bateman, elf, fangen an sich anzufreunden. Und jedes gemeinsame Abenteuer bringt die beiden näher zueinander. Als Kind war ich ganz begeistert von den Gaylord-Geschichten von Eric Malpass. Jane Gardams Bell und Harry hat die Erinnerung daran, in mir wieder hervorgeholt. Schon damals mochte ich, ohne dass ich es benennen konnte, diesen unvergleichlichen, trockenen, britischen Humor, dieses Gefühl der Weite und Freiheit, von Sommer und Sorglosigkeit. Genau das finde ich auch in diesem Buch. Leise und herrlich unaufgeregt plätschert die Geschichte dahin, es passiert wenig. Es fühlt sich an, wie der Sommer, als man noch Kind war. Der Duft von Heu, das Summen der Insekten, der unnachahmliche Geruch einer nassen Straße. Man alle Zeit der Welt hat, keine Sorgen, keine Ängste. Diese Unbeschwertheit konserviert die Autorin in ihren Büchern und auch hier möchte man mit den Protagonisten auf Entdeckungsreise gehen, um noch einmal diese Zeit zu erleben und zu fühlen, wie es war, einfach nur frei zu sein. Schade, dass der Roman so kurz ist. Ich hätte noch ewig so weiter lesen können.
Das Hohle Land
von cosmea - 30.05.2019
Jane Gardams im Original bereits 1981 erschienenes Buch "The Hollow Land" - eine Anspielung auf den Abbau von Silber in früheren Zeiten - wird fast 40 Jahre später zum ersten Mal in der deutschen Übersetzung von Isabel Bogdan veröffentlicht. Es handelt sich eigentlich nicht um einen Roman, sondern um eine personell und thematisch verbundene Sammlung von neun Geschichten. Die Familie Bateman aus London mietet seit den 70er Jahren ein leer stehendes altes Bauernhaus in Yorkshire, damit der Vater, ein Journalist, in Ruhe schreiben kann. Hier trifft der 8jährige Bell Teesdale, jüngster Sohn der Vermieter, auf den einige Jahre jüngeren Harry Bateman. Die beiden Jungen werden sofort Freunde, und auch ihre Familien bleiben verbunden, obwohl man hier eigentlich keine Fremden akzeptiert. Nach und nach freunden sie sich auch mit anderen Bauern und Schafzüchtern aus der Gegend an. Die Batemans pachten ihr altes Bauernhaus jahrzehntelang und fühlen sich hier äußert wohl, trotz der sozialen Unterschiede und gegensätzlichen Lebensweisen. Die Jungen erleben gefährliche Abenteuer, zum Beispiel, als Bell dem Freund den Einstieg in eine stillgelegte Silbermine zeigt und ein Erdrutsch den Ausgang blockiert oder als sie in einem Schneesturm einen Fahrradausflug unternehmen, um den Wasserfall zu sehen, der in der eisigen Kälte mit dem zu Eiszapfen gefrorenen Wasser aussieht wie ein riesiger Kronleuchter. Die Geschichten begleiten die Jungen bis ins Erwachsenenalter. Das herzerwärmende, humorvolle Buch zeigt die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Hier kennt jeder die alten Mythen und Legenden, und die Protagonisten erinnern sich an die lange Geschichte von Invasionen durch Griechen, Römer, Kelten, Angeln, Sachsen, Dänen u.a., die alle ihre Spuren hinterlassen haben. Mir hat "Bell und Harry" sehr gut gefallen, und ich freue mich, dass nach der berühmten Old Filth-Trilogie nun auch Gardams Frühwerk bei uns erscheint.
Schöne Freundschaft
von tkmla - 28.05.2019
"Bell und Harry" von Jane Gardam ist ein sommerleichter Roman über Freundschaft und das Leben an sich. Bell lebt mit seiner Familie auf einer Farm im Norden Englands. Ein abgelegenes Farmhaus der Familie wird nicht mehr genutzt und daher an eine Londoner Familie verpachtet, die fortan jedes Jahr dort ihre Ferien verbringt. Der jüngste Sohn der Familie, Harry, freundet sich mit Bell an und die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander. Harry findet das Landleben viel spannender als die Großstadt und so reiht sich ein Abenteuer an das andere. Nach und nach entwickelt sich über die Jahre eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit, die sich über die Kindheit hinaus weiter hält. Man kann gar nicht so genau beschreiben, worum es in dem Buch genau geht. Jane Gardam erzählt in chronologischer Reihenfolge in einzelnen Kapiteln die Erlebnisse der beiden Jungen über die vielen Jahre. Dabei wird immer nur eine einzelne Episode oder ein bestimmter Tag herausgepickt. Das reicht aber in der Gesamtheit völlig aus, um auch beim Leser eine Art Verbundenheit zu diesen Familien entstehen zu lassen. Die unterschiedlichen Lebenseinstellungen der Londoner Großstädter und der dörflichen Farmer prallen humorvoll aufeinander. Es wird aber nicht geurteilt, sondern eher über Missverständnisse gelacht. Dieses Buch ist durch und durch positiv und ein richtiger Wohlfühl-Roman. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr gut. Auch wenn das Buch recht kurz ist, ist es keinesfalls oberflächlich. Mit den einzelnen Episoden schafft Jane Gardam eine Atmosphäre, die eigentlich alles Wichtige aussagt. Die Abenteuer der Jungs und die ländliche Idylle vermitteln eine heile Welt, die zwar schön, aber sicher auch unrealistisch ist. Nichtsdestotrotz kann man sich von diesem wunderschönen Roman in die Ferien entführen lassen und einfach mal den Alltag loslassen.
Ausruhen im Hohlen Land oder von London in die Hochmoore Yorkshires
von Sagota - 27.05.2019
Der neue Roman von Jane Gardam, Bell und Harry im englischen Original bereits 1981 erschienen ( The Hollow Land ), wurde ins Deutsche von Isabel Bogdan übersetzt und erschien (HC, gebunden) 2019 im Hanser Verlag. Da ich bereits die Trilogie um The Old Filth mit großem Vergnügen gelesen habe, war ich auf diesen Roman sehr gespannt - und wurde belohnt! Ein köstlicher Roman über das Zusammentreffen zweier Familien; die Batemans aus London, die sich im alten Farmhaus Light Trees vom Londoner Gestank, Lärm und der Hektik in den 60er Jahren, in denen die Geschichte beginnt, ausruhen möchte und Familie Teesdale, traditionelle Farmer und Landbesitzer seit vielen Generationen, die das Farmhaus an die Batemans verpachten. In sieben einzelnen Kapiteln lässt Jane Gardam den Leser an dem Beginn der zarten Freundschaft zwischen den Batemans und den Teesdales teilhaben, die sich später zu einer echten Freundschaft entwickelt und die Batemans die einzige Familie sein wird, die sogar im Winter ihr Light Trees , das dem Großvater von Bell Teesdale gehört, beziehen und sich darin sehr wohlfühlen.... Familie Bateman bringt vier große Jungs mit, der Vater ist Journalist und es gibt noch Harry, der mit Bell (11) schnell Freundschaft schließt, auch wenn er etwas jünger als Bell ist. Eine großartige Jungenfreundschaft dieser zwei Hauptprotagonisten nimmt ihren Lauf, obgleich der erste Urlaub der Batemans unter einem schlechten Stern steht: Der Trecker der Teesdales macht mächtig Lärm und es dauert bis in die Nacht, bis die Heuernte vom Home Field eingebracht ist (natürlich ist dieses Feld später immer schon abgeerntet, bis die Batemans kommen ;) Mit Bell und Harry erleben wir wundervolle Ausflüge, lernen den Zigeunerhügel kennen (KEINE ZIGEUNER) und Jane Gardams wunderbaren trockenen Humor, da gerade dort natürlich immer wieder Zigeuner zu finden sind, die jedoch auch wieder spurlos verschwinden können: Sie räumt gar - ganz in ihrer unnachahmlichen Manier - mit so manchem Vorurteil auf und lässt zwei Zigeuner später die Fahrräder unserer jungen Helden zurückbringen, womit sie widerlegt, dass Zigeuner nur aufs Klauen aus sind ;) In weiteren Episoden geht es zum Fischen mit Mr. Kendal, der am besten Kamine fegen, Fische fangen und besonders gut Geschichten erzählen kann; wir erfahren, weshalb die Hochmoore um Appleby Hohles Land genannt werden, erleben Granny Crack und die Geschichte der alten Eierhexe; sind auf einem Fahrradeisflug dabei und begleiten Bell und Harry bei tiefstem Frost zu dem Wasserfall, der im Winter einen sehr seltenen Anblick bietet. Schließlich kommt noch eine TV-Institution zu Besuch, die eine schmollende Tochter mitbringt und Bell und Harry genervt sind (was sich später ändern soll). Schlussendlich taucht ein Verwandter des alten Hewitson auf, der für sich das Recht beansprucht, Light Trees geerbt zu haben (und darüber hinaus eine weitere Goldgrube wittert, obgleich er in Südamerika bereits sein Glück gemacht hat und steinreich im Bergbau wurde). Am Tag der totalen Sonnenfinsternis (wir schreiben den 11. August 1999) marschieren alle, wie es die Tradition gebietet, zu den Nine Standards - und der Held der Stunde ist Bells Great-Grandad, der die Lage sehr gelassen und souverän klärt.... Jane Gardam gelingt es in wenigen Sätzen, die Gier nach Reichtum und Gewinn eines Menschen zu persiflieren - und die wahrhaften Schätze des Menschseins dagegen zu halten. Respekt! Der Stil Jane Gardams ist für mich unnachahmlich; atmosphärisch, mit skurrilen und sehr liebenswerten Haupt- und auch Nebenprotagonisten (hier sei besonders auch John Meccer erwähnt), die man sich gut im dörflichen Leben vorstellen kann. Zwischen den Zeilen tritt ausser dem gewohnten trockenen britischen Humor auch immer eine große Portion Menschlichkeit hervor, z.B. bei der Beschreibung von Granny Crack, die man als LeserIn zutiefst nachempfinden kann. Die herrlichen Dialoge, die teils ironischen Bemerkungen sorgen desweiteren dafür, auch diesen Roman der Autorin bezaubernd zu finden, federleicht und doch voller Tiefgang; gespickt mit knochentrockenem englischem Humor und Wortwitz. Die Romane Jane Gardams lassen mich stets mit einem Schmunzeln zurück ;) Fazit: Eine wundervolle Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten; von Werten, die es hochzuhalten gilt (Freundschaft, Verständnis füreinander z.B.). Niemand kann auf solch witzige, skurrile Art, versehen mit teils schnoddrigem englischen Humors, Romane schreiben wie Jane Gardam, daher reihe ich Bell und Harry zu der Reihe meiner trouvailles ein - meiner literarischen Juwelen, die mich sehr berühren, mich wunderbar unterhalten, Tiefgang haben und mich begeistern! Ich danke sowohl der Autorin für diese Sommergeschichte einer Freundschaft als auch Isabel Bogdan für die tolle Übersetzung und dem Hanser-Verlag für sehr vergnügliche, unterhaltsame und dennoch nachdenklich stimmende und tiefgründige Lesestunden, die ich im Hochmoor von Yorkshire (übrigens wirklich eine wundervolle Landschaft!!) literarisch verbringen durfte: Lesetipp von mir und 5*
Stadt trifft Land und das macht fast allen Spaß, nach einer Weile
von BigZ - 26.05.2019
Die Londoner Familie Bateman zieht es aufs Land. Gerade der stressgeplagte Vater, ein vielbeschäftigter Journalist, hofft dort, in einem im schönen Yorkshire angemieteten Bauernhaus, ein bisschen zur Ruhe zur kommen. Ihre Vermieter, die Teesdales, mit ihrem Jüngsten Bell, sind eigentlich sehr verträglich, ebenso wie die freundlichen, aber bzgl. Landwirtschaft völlig ahnungslosen Batemans, deren Nachzögling Harry nebst Bruder und Freund ebenfalls mit von der Partie ist. Nach einigen Mähtechnischen Problemen, die fast zur Abreise der Städter geführt hätten, kommen sich die beiden Familien, gerade durch die Freundschaft von Bell und Harry näher. Deren kleine Abenteuer, die den vereinten Einsatz von Stadt und Land und einiger Dorfbewohner dazu erforderlich macht, um dann letztendlich gut auszugehen, macht aus den Menschen, die schon irgendwie aus verschiedenen Welten kommen, richtige Freunde und die Batemans werden jeden Sommer und so manchen Winter herzlich in die Dorfgemeinschaft mit all ihren schrägen Gestalten aufgenommen. Der Roman ist episodenhaft aufgebaut, in einer fortlaufenden zeitlichen Abfolge bis ins Erwachsenenalter der beiden Jungs Bell und Harry hinein. Hier geht es nicht um Action und großes Drama, einige kleinere sind schon dabei, sondern um fast durchgehend freundlich und relativ entspannt gehaltene Lebenssequenzen, fernab des Stresses und des Mehr Schein wie Seins der Großstadt. Hier verläuft alles noch echt, es geht um glückliche Lebensexistenzen mitten in der Natur, um die Produktion von Essen, direkt und indirekt, und das Leben mit Mensch und Tier. Es ist einfach nur entspannend, sich mit diesem Buch in eine Ecke zu setzen und neben der Lesefreude selbst, auch ein bisschen die Friedlichkeit dieser beruhigenden Landgemeinschaft mitzunehmen. Und ein inneres und vielleicht manchmal auch direktes Lächeln im Gesicht ist garantiert auch mit dabei.
Familienbande
von Anonym - 24.05.2019
Ich finde das Cover schön, es hat mich direkt angesprochen und auch die Farbgestaltung hat mir gut gefallen. Sie passt auch sehr wunderbar zur Story. Ich mag auch den Schreibstil gern, er ist angenehm zu lesen und man kommt auch immer wieder gut in die Geschichte rein. Die Aufteilung in die kleinen Geschichten war sehr angenehm und ich mag es auch, dass die Kapitel nicht so lang waren. Es geht um zwei Familien und ein Dorf, welches schon sehr lange gibt. Die Geschichten waren sehr nett und haben mich zum Lachen gebracht aber am Ende wurde es durch den Südamerikaner noch mal richtig spannend. Das Einzige was ich zu kritisieren habe ist, dass der Zeitsprung nicht so richtig ersichtlich war. Ich finde, dass hätte man besser regeln können. Aber sonst war das Buch sehr schön zulesen und es zeigt auch wie echter Zusammenhalt geht, dass gefällt mir gut. Fazit ein Buch welches man schnell weglesen kann und ein schöne Sammelung von Geschichten mit mehreren Familien.
Liebenswert
von Paul Schmitz - 22.05.2019
ane Gardam hat 9 Geschichten geschrieben. Es sind immer wieder dieselben Personen, um die es in diesen Geschichten geht. Die Geschichten erstrecken sich über einen Zeitraum von über 20 Jahren. Es geht um den Farmersohn Bell und seine Familie und um seinen Freund Harry und dessen Familie. Harrys Familie verlebt über 20 Jahre regelmäßig ihre Ferien auf einer Farm in der Nachbarschaft von Bell. Ihre kleinen und großen Abenteuer und die Besonderheiten des Lebens im Dorf und seiner Bewohner sind es, die uns erzählt werden. Dabei werden Harry die Farm, das Dorf und seine Bewohner zu einer zweiten wichtigeren Heimat, wichtiger als London, wo die Familie normalerweise wohnt. An dieser Stelle komme ich auf meine Überschrift Liebenswert zurück: In zweierlei Weise trifft diese Bezeichnung zu. Liebenswert sind sie, die Personen, auch mal etwas schrullig und seltsam. Aber selbst die sogenannte Eierhexe entpuppt sich als liebenswert und umgänglich. Und das Zweite ist die Art, wie Gardam die Geschehnisse beschreibt. Auch das kann man nur liebenswert nennen. Viele alte Geschichten und Mythen bestimmen das Leben im Dorf. Krisen sind zu bewältigen. Alles wird auf eine amüsante Art erzählt. An vielen Stellen muss man einfach schmunzeln. Spannung, im Sinne von Krimispannung, kommt nicht auf. Selbst an Stellen, wo Bell und Harry gefährliche Abenteuer erleben, ist man von vorn herein gewiss, dass Gardam ihre Protagonisten schon wieder sicher nach Hause bringen wird. In der letzten Geschichte wird es etwas dramatisch. Aber ich will natürlich nichts verraten. Zusammengefasst lässt sich sagen: Ein liebenswertes Buch, das ich gern gelesen habe. Unbedingt empfehlenswert.
Ein zartesWerk mit leisen Tönen
von N.W. - 21.05.2019
Jane Gardam: Bell und Harry. Aus dem Englischen von Isabel Bogdan Hanser Berlin, 1. Auflage 2019. Die englische Originalausgabe erschien 1981 unter dem Titel The Hollow Land . Ein zartes Werk mit leisen Tönen. Das Cover ist in Türkis, Grün und Weiß gehalten, ein Aquarell, dass sehr asprechend gestaltet ist. Das Meer, ein Schwimmer und die grünen Klippen, die Natur eingefangen in einem fließenden Bild. Jane Gardam erzählt in ruhigem und zartem Stil die Geschichte von Bell und Harry, die sich im Hohlen Land schon als Jungs kennenlernen. Während der eine hier zu hause ist, kommt der andere mit seinen Eltern zum Urlaub machen, an diesen Ort, wo die Familie sich etwas Erholung und Ruhe von dem hektischen Stadtleben erhofft. Die einzelnen Figuren sind charakterstark gezeichnet und versprühen alle ihren ganz eigenen Charme. Ein gut geschriebenes, nettes, langsames Werk, dass sich im Sommer an einem schattigen Plätzchen gut lesen lässt.
So wertvoll ist eine Freundschaft wirklich!
von leseratte54 - 18.05.2019
Der Roman "Bell und Harry" von Jane Gardams erschien am 13. Mai 2019 im Hanser Verlag und umfasst insgesamt 192 Seiten im Hardcover. Bell ist der Sohn eines Bauern und Harry lebt mit seinen Eltern in London. Seine Ferien verbringt Harry über Jahre hinweg auf einer Farm und ist für die Zeit quasi Bell¿s Nachbar. Die Jungen freunden sich schnell an. Gemeinsam erkunden sie die Umgebung, Erleben so einiges und lernen auch unglaublich viel voneinander. Durch die verschiedenen Lebensformen ist für Bell das Londener Leben ebenso wenig nachvollziehbar, wie für Harry das dauerhafte Leben auf dem Land. Die Autorin versteht es sehr eindrucksvoll und mit viel Gefühl zu schreiben. Der Inhalt ist auf den ersten Blick wenig spektakulär. Dennoch ist der Roman keineswegs langatmig oder langweilig. Vielmehr ist er durch den Erzählstil der Autorin charmant und absolut lesenswert. Mir hat der leichte Roman gefallen, weshalb er von mir 4 von 5 Sternen erhält. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir mehr Spannung gewünscht. Hier wird eher zwischen den Zeilen gelesen.
(Zu) nett
von Ann Bee - 18.05.2019
"Bell und Harry" ist ein früher Roman der Erfolgsautorin Jane Gardem, in dem es um die Freundschaft zweiter Jungen geht. Bell lebt auf einem Hof irgendwo im Nirgendwo Südenglands. Harry stammt aus einer Londoner Familie, die jeden Sommer dort in einem gepachteten Haus Urlaub macht. Während es in der Elterngeneration zunächst zu Missverständnissen kommt, freunden Harry und Bell sich schnell an und bestehen zusammen einige Abenteuer. Das wird sehr episodenhaft erzählt; zwischen den einzelnen Anekdoten liegen oft mehrere Jahre. So wird deutlich, wie aus der Urlaubsbekanntschaft eine tiefe, lebenslange Freundschaft wird. Dabei erleben die Jungs einige Abenteuer; so richtig brenzlig wird es aber immer höchstens ganz kurz, bevor sich alles wieder in Wohlgefallen auflöst. Das ist wunderbar warm und zart geschrieben, man möchte unbedingt selbst sofort nach England in den Urlaub, und wenn man bei der Heuernte helfen muss. Insgesamt ist es aber einfach zu harmlos und zu episodenhaft für mein Empfinden. Sicher ein schönes Buch für Urlaubstage, in denen man einfach mal nur friedliche Anekdoten in der Sonne genießen möchte, ohne sich emotional allzu sehr mitreißen oder sich die Wohlfühlatmosphäre kaputtmachen zu lassen. 3,5 Sterne.
Warmherziges Ferienbuch
von KrimiElse - 18.05.2019
Lapidar, very British und wunderbar leichtfüßig erzählt Jane Gardam in ihrem Buch "Bell und Harry" die Sommergeschichten einer Freundschaft, grandios übersetzt von Isabel Bogdan, die den Ton der Autorin sehr gut trifft. Die Londoner Familie Bateman sucht auf dem Land Ruhe und Enstpannung. Sie mieten das Farmerhaus "Light Trees" von der Familie Teesdale im Westmorland, einer alten Bergbauregion in Yorkshire. Hoch auf den Hügeln nahe am Tal Mallerstang finden die jüngsten beider Familien, Bell Teesdale und Harry Bateman zueinander, und was die Erwachsenen der Familien im ersten Sommer in den 1960er Jahren nicht zustande brachten schaffen die beiden: Verständnis füreinander bei völlig unterschiedlicher städtischer und bäuerlicher Lebensweise und Denken zu schaffen. Eine tiefe Freundschaft zwischen Bell und Harry entsteht, die jahrelang hält, bis ins Erwachsenenalter, Sommer für Sommer durch neue Abenteuer geschürt. Leicht, witzig und manchmal hintersinnig lesen sich die Geschichten der Sommerabenteuer der beiden Jungen, die episodenhaft aneinander gereiht das Buch ergeben. Ruhig und sehr menschlich, mit großer Wärme spult Jane Gardam die Abenteuer der beiden Jungen auf. Schlimmes passiert nebenbei, aber die Welt im "Hohlen Land" ist in Ordnung, so dass das Buch ein wahres Wohlfühlbuch ist. Ein bisschen gelangweilt habe ich mich allerdings nach einer Weile, denn das Buch, als leuchtendes Ferienbuch angepriesen, liest sich ein bisschen wie Bullerbü für Erwachsene. Scherzhaft sind alle Abenteuer, keine wirklichen Konflikte trüben die heile Welt, und am Ende wird alles gut, trotz großer Krisen. Das ist sicher Jammern auf hohem Niveau, denn die Weisheit und große Empathie, mit der die oftmals schrulligen Figuren beim Leser ankommen, der äußerst gekonnte Sprachwitz und das leichtfüßige Handeln der Figuren sind nun mal Konzept und überzeugen, dass die Autorin ihre Charaktere liebt. Sprachlich einfach nur großartig, voller Wärme und Witz kann ich dieses Buch für Leser von leichtfüßigen hintersinnigen Wohlfühlgeschichten sehr empfehlen.
Ein Buch, wie ein schöner Sommertag
von lilalesemaus - 17.05.2019
Bell und Harry - zwei Jungs, die aus ganz unterschiedlichen Familien kommen. Bell, der im ländlichen England der 70er Jahre auf einem Bauernhof aufwächst; Harry, der mit seiner Familie aus dem für Bell unbekanntem, großem, lautem London kommt. Harrys Familie mietet sich bei Bells Familie auf dem Land in den Ferien ein, um London mit seinem Lärm, der Hektik und der schlechten Luft hinter sich zu lassen und zu erholen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zwischen Städtern und Landmenschen entwickelt sich sowohl zwischen den Familien als auch zwischen Bell und dem jüngeren Harry eine enge Freundschaft. Jane Gardam beschreibt in einzelnen Episoden die Geschichten, die in diesen, viele Jahre andauernden Sommeraufenthalten entstehen. Sie schildert dies alles so anschaulich, mit leichter Hand, dass es ein Genuss ist, das Buch zu lesen. Eigentlich passiert nicht wirklich viel, wer Action und Spannung erwartet, der liegt mit diesem Buch definitiv falsch. Aber ich habe mich nach dem Lesen gefühlt, als ob ich selbst gerade aus der Sommerfrische komme. Zart, intensiv, bildhafte Beschreibungen des Landlebens in den späten 70er und den 80ern Jahren in England und einige skurrile Typen, über die ich herzhaft lachen musste. Von mir fünf von fünf Lesesternen!
Ohne viele Ereignisse, Kurzgeschichten aber trotzdem toll!
von Raphaela Blind - 16.05.2019
Ich hatte anfänglich so meine Schwierigkeiten mit Bell und Harry als Buch. Die beiden Jungs fand ich jedoch von Anfang an toll, wenn ich auch manchmal den einen mit dem anderen verwechselt habe als Harry auch langsam anfing so zu reden wie Bell. Die Szenerie wechselt häufiger beziehungsweise wird manchmal sehr ausführlich beschrieben, was es mir eher schwer macht mich in das Setting hineinzuversetzen weil ich mit 5 verschiedenen Blumenarten und diversen anderen Adjektiven leicht überfordert bin. Auch hätte ich mir gewünscht, dass man bei den jeweiligen Kapiteln den Zeitsprung schneller rausliest bzw. vielleicht ein Datum oder 4 Jahre später hinzugefügt hätte. Es hat manchmal etwas gedauert bis ich verstanden habe, dass Bell und Harry inzwischen Teenager sind oder wie am Ende sogar erwachsen mit Kindern.
Nicht mein Buch
von Marie aus E. - 16.05.2019
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut und mir eine Sommerfrische auf dem Land erhofft, leicht, zart und mit einem Hauch von Abenteuer. Jane Gardam habe ich mit ihrem Buch Weit weg von Verona kennengelernt. Ein bezauberndes Cover, aber ich fand bereits dieses Buch eher langweilig und das hat sich jetzt für mich bei Bell und Harry wiederholt. Locker aneinander gereihte Episoden über einen langen Zeitraum - von der frühen Kindheit der zwei Jungs bis zum Erwachsenenalter, eingebunden in das Leben der etwas skurrilen Dorfbewohner und für mich leider ohne erkennbaren Spannungsbogen und ohne Witz und Spritzigkeit. Obwohl das Buch nur 187 Seiten umfasst, habe ich gefühlt ewig zum Lesen gebraucht. Schade, aber Jane Gardam und ich kommen wohl einfach nicht zusammen.
Bisher das Buch des Jahres
von Mathildis Schmitz - 16.05.2019
Jane Gardams Buch ist für mich bisher das Buch des Jahres. In neun einzelnen Geschichten über mehr als zwanzig Jahre erzählt sie vom Bauernsohn Bell und seinem aus London stammenden Freund Harry, der seine Ferien immer auf einer Farm in der Nähe von Bell verbringt. Über viele Jahre hinweg erleben die beiden Jungen gemeinsame Abenteuer und Gefahren, doch die größte Gefahr - und eine Überraschung - wartet in der letzten Geschichte. Jane Gardam schreibt sehr bedächtig, auf den Stil muss man sich einlassen können. Doch manche der Geschichten sind auch sehr witzig und skurril, ich musste öfters laut lachen. Genau diese Mischung macht die Qualität des Buches aus, das schon 1981 geschrieben wurde. Es entführt in eine Zeit, als Landwirtschaft noch bäuerlich geprägt war und nicht vom Profitstreben großer Konzerne bestimmt wurde, als die Menschen noch an Geister und Sagen und nicht an Fake News glaubten, und ich finde es einfach bezaubernd, ein Wort, das mir nur selten in den Sinn kommt. Aber hier passt es!
Leise Töne
von Hagazussa - 16.05.2019
Der Roman Bell und Harry von Jane Gardam hat meine Aufmerksamkeit bereits durch das wunderschöne Cover gefesselt. Es handelt sich hier um ein kleines Büchlein, was man schnell an einem Nachmittag gelesen hat. Nichtsdestotrotz ist eine eine wunderbar leise Geschichte um das Kennenlernen, Leben und gemeinsam Erwachsen werden von dem Londoner Stadtjungen Harry, der jedes Jahr mit seiner Familie aufs Land fährt und dort den etwas älteren Bell trifft. Bell zeigt Harry seine Welt, was die beiden mitunter auch in sehr gefährliche Situationen bringt. Diese Welt gefällt dem Jungen Harry allerdings so gut, dass er noch als erwachsener Mann zum alten Farmhaus und zur Familie Teesdale fährt. Das Buch erzählt mit Sequenzen aus dem Leben von Harry und Bell über die Familien und ihr Zusammenleben und Zusammenhalten. Ein Buch der leisen Töne.
Kleine Episoden
von Bibliomarie - 13.05.2019
Bells Eltern vermieten ein altes Farmwohnhaus als Feriendomizil an eine Familie aus London. So begegnen sich Bell und Harry das erste Mal. Es wird eine Freundschaft fürs Leben. So unterschiedlich sie sind - ein Bauernjunge aus einer alteingesessenen Familie und ein Stadtkind mit intellektuellen Eltern - sie begreifen sehr schnell wie wichtig sie für einander sind. Jane Gardams bereits 1981 erschienener Roman ist jetzt, nach ihrer späten Neuentdeckung, auch in Deutsch erschienen. Es ist eine kleine, verträumte Sommergeschichte. Eigentlich sind es eher kleine Vignetten und Geschichten, die den Rahmen um die Familien Teesdale und Batesman bilden. Alte Legenden fließen ein, die Gegend ist geschichtsträchtig. Die Erinnerung an frühere Zeiten bei den Farmern noch lebendig. Die ersten Erlebnisse der beiden Jungens sind ganz abenteuerlich in Tom Sawyer Manier geschrieben. Im Eiltempo streift Gardam die Jugendzeit und Bell ist schon verheiratet und Vater einer 11jährigen Tochter, selbst Farmer geworden und die Vertrautheit zu Harry bleibt auch nach langer Abwesenheit. Ein wenig seltsam fand ich die Ausblicke der Geschichte, Gardam begleitet ihre Protagonisten bis ins Jahr 1999, also knapp zwanzig Jahre in die Zukunft und lässt eine veritable Energiekrise das Leben verändern. Es gibt kein Erdöl, die Autos sind verschwunden, man fährt - sofern man überhaupt eine Fahrkarte bekommt - mit dem Zug hinter einer Dampflok (!) Die Natur hat längst die Straßen überwuchert und Erntemaschinen stehen wie Dinosauriers am Rande der Felder. Auf der Farm wird wieder mit Pferd und Wagen gearbeitet und so wird es zeitlos weitergehen. So ganz warm bin ich mit diesem schmalen Büchlein nicht geworden. Es wirkt in vielen Teilen wie für Jugendliche geschrieben. Natürlich bleibt Gardams Kunst mit Wörtern zu malen. Ihre Beschreibungen sind von zeitloser Schönheit, ihr reichen wenige Sätze um Stimmungen einzufangen, aber trotzdem blieb mir die Geschichte eher blass.
Episodenhaft erzählt
von TanyBee - 13.05.2019
Schauplatz ist ein kleines Dorf in Yorkshire. Die Familie Bateman hat über den Sommer ein Haus gemietet, um sich vom Stress on London zu erholen. Harry ist das jüngste Bateman Kind und freundet sich bald mit Bell an, der schon sein ganzes Leben auf dem Land und der Farm verbracht hat. Bell und Harry ist ein sehr ruhiges Buch. Es erzählt auch gar nicht richtig eine zusammenhängende Geschichte, sondern eher einzelne Episoden aus dem verschiedenen Sommern, die die Batemans auf der Farm verbringen. Es geht um Missverständnisse zwischen Dorf und Stadtleuten und natürlich um die Abenteuer, die die beiden Jungs zusammen erleben. Ich habe einen Moment gebraucht, um zu verstehen, dass die Jungs immer älter werden, so genau wird das alles nicht erklärt. Ich muss gestehen, dass es mir zwischendurch etwas an Spannung gefehlt hat, da die einzelnen Episoden doch recht kurz sind und relativ zusammenhangslos. Die letzten Seiten konnte mich dann aber wieder mehr begeistern. Der Roman ist bereits 1981 erschienen, aber die Handlung reicht bis zum Jahr 1999! Gardam wagt also einen Blick in die Zukunft und im Buch ist die Situation etwas als sie in Wirklichkeit war, es gibt nämlich kaum noch Öl. Und das Ende schafft es auch noch, das die gesamte Handlung etwas mehr zu verbinden, einen roten Faden über alles zu spannen. Was Gardam wirklich gut kann, ist die Beschreibung ihrer Charaktere. Es ist eine warmherzige Geschichte mit schrulligen Dörflern, die man dann aber trotzdem versteht und lieb gewinnt. Die Bewertung fällt mir schwer, da die Beschreibungen im Buch wirklich wunderbar sind und ein schönes Gefühl beim Lesen erweckten. Aber insgesamt hat mir das Episodenhafte nicht so richtig gefallen, der Spannungsbogen hat gefehlt. Ich gebe vier Sterne.
Eine wunderschöne, rührende Geschichte über Freundschaft
von Christina L. - 12.05.2019
Das Cover ist eher schlicht gehalten, es gefällt mir aber sehr gut, da es Lust auf den Sommer macht und eine entspannte Atmosphäre ausstrahlt. Im Buch geht es um die beiden Jungen Bell und Harry, zwischen denen eine tiefe und langjährige Freundschaft entsteht. Bell ist 8 Jahre alt und wohnt mit seiner Familie auf dem Land. Sein Vater verpachtet ein leerstehendes Farmhaus an die Familie des 6jährigen Harry. Sie wollen dem hektischen, Londoner Stadtleben entfliehen und hoffen auf einen ruhigen Rückzugsort. Die beiden Jungen freunden sich schnell an und erleben einige Abenteuer zusammen. Die Geschichte ist angenehm und flüssig zu lesen. An einigen Stellen haben mich die Beschreibungen der Dorfbewohner durchaus zum Schmunzeln gebracht. Es ist herzerwärmend mitzuerleben wie sich die Freundschaft zwischen Bell und Harry weiterentwickelt und verändert. Das Buch ist herrlich zum entspannen und abtauchen. Mir hat es richtig gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter!
Mir persönlich hat die Nähe zu den Hauptcharakteren gefehlt.
von buecherwolfde - 12.05.2019
Die Handlung: Harrys Familie empfindet ihren Heimatort London als eine stressvolle Stadt. Aus diesem Grund haben sie sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Hier lernt Harry dann Bell kennen, und sie verstehen sich vom erstem Moment an perfekt. Beim ersten Zusammentreffen sind sie noch kleine Kinder und diese wundervolle Freundschaft wird noch bis zum letzten Tag bestehen.  Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind. Das ganze Buch erstreckt sich über eine Zeitspanne von einer ganzen Generation. Zu erzählen wird begonnen, als Harry noch ein kleines Kind ist und weitererzählt wird, bis Bell eine kleine Tochter im Alter von elf Jahren hat. Aufgrund dieser riesigen Zeitspanne und dem Fakt, dass der Roman keine 200 Seiten besitzt, nimmt die Geschichte eine rasende Geschwindigkeit an. Dadurch konnte ich weder zu Harry noch zu Bell eine emotionale Bindung aufbauen. Vermutlich würde ich noch jetzt ihre Nachnamen vertauschen. Stattdessen wird sehr großen Fokus auf eine Horde Nebenfiguren gelegt, die mich oft einfach nur überfordert haben. Mir gefiel die Grundidee des Buches von einer loyalen, bedingungslosen und ehrlichen Freundschaft zu erzählen sehr, wo man doch im Alltag selten so etwas erleben darf. Doch mir hat es in der Ausführung gefehlt. Hier kann ich nur die Aspekte davor aufgreifen: Es wird zu schnell und oberflächlich erzählt, außerdem liegt der Fokus zu sehr auf den Nebenfiguren. Doch es gibt auch positive Punkte: Der Roman versprüht eine unglaublich schöne Leichtigkeit, die mir als Leser sehr gefallen hat. Ich konnte das Buch sehr schnell und innerhalb von nur einem Tag auslesen. Der Schreibstil ist einfach angenehm und verleitet zum Weiterlesen. Auch die Schnelligkeit, wie erzählt wird, hat etwas gutes. Dadurch gibt es immer etwas zu berichten und die Spannung geht nie verloren. Mein Fazit: Mir persönlich hat die Nähe zu den Hauptcharakteren gefehlt. Wer mit vielen Nebenfiguren und einer rasanten Handlung über viele Jahre hinweg zurechtkommt, wird hier eine schöne Geschichte erleben.
Spannungen zwischen Stadt- und Landmenschen
von maulwurf123 - 12.05.2019
Mit Bell und Harry ist der Autorin Jane Gardam ein ganz wunderbares, poetisches Buch über die Spannungen zwischen Stadt- und Landmenschen gelungen. Der mit insgesamt 188 Seiten recht kurze Roman spielt im frühen England. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die beiden Jungen Bell und Harry. Letztgenannter kommt ursprünglich aus London - einer lauten und anstregenden Stadt. Gemeinsam mit seinen Eltern, die sich nach der Ruhe auf dem Land sehen, verbringt er den Sommer in Yorkshire. Vorallem sein Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung und sehnt sich nach der Zeit in dem gemieteten Häuschen. Hier trifft Harry auf Bell, den jüngsten Sohn des Vermieters. Schon bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Jahr für Jahr und mit jedem gemeinsamen Abenteuer wird diese Freundschaft immer tiefer, so unterschiedlich auch die Spähren sind, in denen sie mit ihren Familien leben. In einer klaren, fast poetischen Sprache ist dieses Ferienbuch geschrieben. Mit viel Weisheit und Humor wird die Kluft zwischen dem Leben auf dem Land und dem in der Stadt eingefangen. Beim Lesen hat man dank des Schreibstils regelrechte Bilder vor Augen. Die Geschichte ist lebendig. Fast hat man das Gefühl, Jane Gardam sitzt neben einem und erzählt sie in einem alten Ohrensessel sitzend. So ist es kein Wunder, dass die Autorin für ihr Werk vielfach ausgezeichnet wurde. Authentisch und sympatisch werden die Figuren beschrieben. Gerade die beiden Protagonisten schließt man als Leser recht schnell ins Herz. Auch wenn die Charaktere teils ihre Eigenarten haben, hat man als Leser doch ein gewisses Verständnis für ihr Handeln. Für dieses wirklich einmalige, sehr poetische Werk vergebe ich gerne eine Leseempfehlung und fünf volle Sterne! Definitiv eine Art von Literatur, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
Spannungen zwischen Stadt- und Landmenschen
von maulwurf123 - 12.05.2019
Mit Bell und Harry ist der Autorin Jane Gardam ein ganz wunderbares, poetisches Buch über die Spannungen zwischen Stadt- und Landmenschen gelungen. Der mit insgesamt 188 Seiten recht kurze Roman spielt im frühen England. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die beiden Jungen Bell und Harry. Letztgenannter kommt ursprünglich aus London - einer lauten und anstregenden Stadt. Gemeinsam mit seinen Eltern, die sich nach der Ruhe auf dem Land sehen, verbringt er den Sommer in Yorkshire. Vorallem sein Vater, ein nervöser Journalist, hofft auf Entspannung in der bäuerlichen Umgebung und sehnt sich nach der Zeit in dem gemieteten Häuschen. Hier trifft Harry auf Bell, den jüngsten Sohn des Vermieters. Schon bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Jahr für Jahr und mit jedem gemeinsamen Abenteuer wird diese Freundschaft immer tiefer, so unterschiedlich auch die Spähren sind, in denen sie mit ihren Familien leben. In einer klaren, fast poetischen Sprache ist dieses Ferienbuch geschrieben. Mit viel Weisheit und Humor wird die Kluft zwischen dem Leben auf dem Land und dem in der Stadt eingefangen. Beim Lesen hat man dank des Schreibstils regelrechte Bilder vor Augen. Die Geschichte ist lebendig. Fast hat man das Gefühl, Jane Gardam sitzt neben einem und erzählt sie in einem alten Ohrensessel sitzend. So ist es kein Wunder, dass die Autorin für ihr Werk vielfach ausgezeichnet wurde. Authentisch und sympatisch werden die Figuren beschrieben. Gerade die beiden Protagonisten schließt man als Leser recht schnell ins Herz. Auch wenn die Charaktere teils ihre Eigenarten haben, hat man als Leser doch ein gewisses Verständnis für ihr Handeln. Für dieses wirklich einmalige, sehr poetische Werk vergebe ich gerne eine Leseempfehlung und fünf volle Sterne! Definitiv eine Art von Literatur, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
Ferienstimmung par excellence
von gst - 08.05.2019
Bell ist acht Jahre alt, als sein Vater das leerstehende Farmhaus an eine Familie aus London als Ferienquartier verpachtet. Das schreibende Familienoberhaupt erhofft sich Ruhe auf dem Land. Doch die gerade stattfindende Heuernte macht seine Hoffnung zunichte. Beinahe hätte er sein Vorhaben wieder aufgegeben. Doch glücklicherweise kommt es anders. Sein sechsjähriger Sohn Harry freundet sich mit dem Bauernjungen an und die beiden erleben abenteuerliche Dinge. Das Leben auf dem Land ist ganz anders als in London und Harry blüht regelrecht auf. Das Buch beinhaltet neun Kapitel, jedes in sich abgeschlossen. Als Leser lernen wir die unterschiedlichsten Typen kennen und begleiten die Freunde auf ihren wahrlich nicht ungefährlichen Abenteuern. Wie sehr die gemeinsamen Erlebnisse sommers wie winters die beiden geprägt haben, zeigt sich vor allem im letzten Kapitel. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Es hat mich verzaubert und in eine weitgehend heile Welt entführt.
Einfallsreiche Erzählung
von Marianna T. - 06.05.2019
Bell lebt mit seinen Eltern im Hochmoor in Yorkshire auf einer Farm. Alles läuft seinen Gang, das Landleben hat so seine Eigenheiten. Als eine Londoner Familie sich für die Ferien eins der Häuser pachtet, beginnt zwischen den beiden Jungen Harry und Bell eine Freundschaft. Diese wird über viele Jahrzehnte halten. Jane Gardam schreibt in ihrem Roman über das Landleben mit seinen Abläufen während der Jahreszeiten, gibt Einblick in den Alltag und die Familienstrukturen der Farmerfamilie und den Dynamiken auf dem Land. Ihre Landschafts- und Situationsbeschreibungen haben fast etwas romantisches, so liebevoll und bildreich sind sie. Die Sprachbilder sind ungewöhnlich einfallsreich und lassen die Geschichte sehr lebendig werden. Zudem wird die Geschichte aus der Perspektive der Jungen, aber auch aus der eines Außenstehenden und anderer Familienmitglieder erzählt. Die Schilderungen wirken oft unbedarft/kindlich, teilweise komisch, die Autorin erzählt mit einem Augenzwinkern. Das macht das Lesen sehr unterhaltsam. Indem Gardam die Londoner-Familie in die Geschichte einführt, bekommt das Ganze noch mehr Spannung. Zu den Eigenheiten der Dörfler, kommen die der Städter hinzu und damit auch Fallstricke im Umgang miteinander, aber auch viel Annäherung und Verständigung untereinander. Die Freundschaft der beiden Jungen zieht sich dabei vordergründig durch das Buch, wie ein roter Faden. Die Entwicklung der Freundschaft zwischen Bell und Harry und deren Familien wird im Laufe der Geschichte deutlich. Es ist spannend und berührend dies mitzuverfolgen. Die Zeitsprünge sind jedoch nicht deutlich (durch Datumangabe oder ähnliches) gekennzeichnet und es ist auch nicht klar, wieviel Zeit zwischen den Teilen liegt. Das macht das Lesen vor allem zu Beginn etwas verwirrend, bis klar wird, das jedes Kapitel für einen anderen Zeitpunkt (also für die nächsten Ferien der Londoner-Familie) steht. Eine einfallsreich und bildreiche Erzählung über die Annäherung zweier Familien, die unterschiedlicher nicht sein können. Unterhaltsam und berührend.
Episodenhaft erzählt
von TanyBee - 06.05.2019
Schauplatz ist ein kleines Dorf in Yorkshire. Die Familie Bateman hat über den Sommer ein Haus gemietet, um sich vom Stress on London zu erholen. Harry ist das jüngste Bateman Kind und freundet sich bald mit Bell an, der schon sein ganzes Leben auf dem Land und der Farm verbracht hat. Bell und Harry ist ein sehr ruhiges Buch. Es erzählt auch gar nicht richtig eine zusammenhängende Geschichte, sondern eher einzelne Episoden aus dem verschiedenen Sommern, die die Batemans auf der Farm verbringen. Es geht um Missverständnisse zwischen Dorf und Stadtleuten und natürlich um die Abenteuer, die die beiden Jungs zusammen erleben. Ich habe einen Moment gebraucht, um zu verstehen, dass die Jungs immer älter werden, so genau wird das alles nicht erklärt. Ich muss gestehen, dass es mir zwischendurch etwas an Spannung gefehlt hat, da die einzelnen Episoden doch recht kurz sind und relativ zusammenhangslos. Die letzten Seiten konnte mich dann aber wieder mehr begeistern. Der Roman ist bereits 1981 erschienen, aber die Handlung reicht bis zum Jahr 1999! Gardam wagt also einen Blick in die Zukunft und im Buch ist die Situation etwas als sie in Wirklichkeit war, es gibt nämlich kaum noch Öl. Und das Ende schafft es auch noch, das die gesamte Handlung etwas mehr zu verbinden, einen roten Faden über alles zu spannen. Was Gardam wirklich gut kann, ist die Beschreibung ihrer Charaktere. Es ist eine warmherzige Geschichte mit schrulligen Dörflern, die man dann aber trotzdem versteht und lieb gewinnt. Die Bewertung fällt mir schwer, da die Beschreibungen im Buch wirklich wunderbar sind und ein schönes Gefühl beim Lesen erweckten. Aber insgesamt hat mir das Episodenhafte nicht so richtig gefallen, der Spannungsbogen hat gefehlt. Ich gebe vier Sterne.
einfach wunderbar
von inya - 05.05.2019
Bell lebt mit seiner Familie schon immer auf dem englischen Land zwischen den Mooren und da die Minen geschlossen wurden, werden es auch immer weniger Menschen um sie herum. Da beschließt sein Opa das leer stehende Cottage Light Trees an eine Londoner Familie zu verpachten, die ab jetzt jeden Sommer und auch im Winter hier in der Einsamkeit ihre Ferien verbringen. Nach anfänglichen Missverständnissen und Verständigungsschwierigkeiten entwickelt sich im Laufe der Jahre eine innige Freundschaft zwischen den Familien und die beiden Söhne Bell und Harry erleben gemeinsam so manches Ferienabenteuer. Ein wirklich schöner Roman, in dem nicht allzu viel passiert, der mich aber in diese wunderschöne englische Landschaft mitgenommen hat und ich mich als ein Teil dieser zwei tollen Familien gefühlt habe.
Von Stadt-und Landmenschen
von Miss Marple - 05.05.2019
In ihrer kleinen Erzählung entführt die Autorin den Leser ins englische Yorkshire und nimmt uns gemeinsam mit den Batemans in eine Landschaft mit, die wie geschaffen ist für lange Sommerferienwochen. Hier können sie den Londoner Lärm und die Hektik hinter sich lassen und sich entspannen und erholen. Hier erfährt Harry (zu Beginn ca. 5 Jahre alt- am Ende fast 20 Jahre älter), was Freundschaft bedeutet, als er mit Bell, dem Sohn der Vermieter, abenteuerliche Wochen verlebt. So erforschen sie z.B. gemeinsam einen stillgelegten Stollengang oder sammeln im Winter Eiszapfen und gehen fast im Schnee verloren. Mit weisen Gedanken und stillem Humor gelingt es der Autorin, ihren Leser zu verzaubern. Allein beim Lesen spürt man die erholsame Wirkung von Weide, Schaf und Moor. Aber auch hier klopft am Ende eine Bedrohung an die Cottage-Tür und es zeigt sich, wie stark das Band der Freundschaft zwischen den Jungen ist.
Zauberhaft
von raschke64 - 03.05.2019
Harrys Familie lebt in London. Sie beschließen, den Sommer in New York hier zu verbringen. Dazu mieten sie in einem kleinen Ort ein Haus, das mitten im Moor zwischen Feldern und Wiesen und Weiden liegt. Harry ist der jüngste Sohn. Er freundet sich mit Bell an. Bell ist der etwas ältere der beiden Jungen und der Sohn des Vermieters. Die beiden unternehmen sehr viel miteinander, erleben Abenteuer und machen auch öfter mal Blödsinn. Anfangs tut sich die Londoner Familie etwas schwer mit dem Leben auf dem Land. Doch sie kommen jeden Sommer wieder und später sogar im Winter. Und mehr und mehr bringen sie Verständnis auf für die Leute im Auto. Umgekehrt lernen auch die Dorfbewohner die Familie aus der Stadt näher kennen und es entstehen Freundschaften. Ich empfand das Buch als sehr zauberhaft. Es ist poetisch geschrieben, aber gleichzeitig weckt es auch Verständnis für die speziellen Eigenschaften der Städter und der Dorfbewohner. Es werden immer nur einzelne Geschichten erzählt und im Laufe des Buches merkt man, wie die Jahre vergehen, wie sich die Jungen verändern, größer und erwachsener werden, viele neue Generationen der Familie dazukommen und wie ein immer engeres Geflecht zwischen den Menschen entsteht. Es ist ein kleines dünnes Buch, das aber nicht nur einfach unterhält, sondern einem auch irgendwie sehr glücklich macht. Es ist ein Loblied auf die Freundschaft.
Land und Stadt
von Castilleja - 02.05.2019
Das Buch ist in 9 Geschichten unterteilt und zwischen den Geschichten liegen manchmal wohl Jahre, mal mehr, mal weniger Zeit ist vergangen, aber das wird nie explizit ausgesprochen. Es beginnt im ersten Sommer, in dem Familie Bateman Light Trees pachtet. Nur das Farmhaus, jedoch nicht das Recht, die Wiesen zu mähen. Bell, der Sohn des Farmers, und Harry, der jüngere Sohn der Mieter, lernen sich so kennen. Bell ist etwas älter als Harry. Hier treffen zwei Welten aufeinander, denn das Leben in London unterscheidet sich sehr von dem in Nord Yorkshire. Bell hat schon in jungen Jahren große Verpflichtungen während Harry seine Ferien dort verbringt. Jane Gardam erzählt diese Geschichte in einer ruhigen Art, sehr anschaulich und trotz der Kürze des Buches mochte ich gar nicht Abschied nehmen von den Personen und der Landschaft. Das letzte Kapitel beinhaltet eine sehr große Überraschung, die für mich aber gut in das Konzept passte.
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