Als wir uns die Welt versprachen

Roman. Originaltitel: I bambini di Svevia. 1. Auflage. 1 s/w-Abbildung.
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Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine unglaubliche Reise über die Alpen.

Der internationale Bestseller von Romina Casagrande, so ergreifend wie humorvoll erzählt.
»Ein wunderbarer Roman mit einer Protagonistin, in die man sich nur verlieben kann.« a

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Produktdetails

Titel: Als wir uns die Welt versprachen
Autor/en: Romina Casagrande

ISBN: 3810500097
EAN: 9783810500090
Roman.
Originaltitel: I bambini di Svevia.
1. Auflage.
1 s/w-Abbildung.
Übersetzt von Katharina Schmidt, Barbara Neeb
FISCHER Krüger

10. März 2021 - gebunden - 476 Seiten

Beschreibung

Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine unglaubliche Reise über die Alpen.

Der internationale Bestseller von Romina Casagrande, so ergreifend wie humorvoll erzählt.
»Ein wunderbarer Roman mit einer Protagonistin, in die man sich nur verlieben kann.« a3 kultur


Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Berge, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen.

Der internationale Bestseller von Romina Casagrande, so ergreifend wie humorvoll erzählt.

»Ein wunderbarer Roman mit einer Protagonistin, in die man sich nur verlieben kann!« a3 kultur

»Bewegend schreibt Romina Casagrande über die Geschichte der kleinen Sklaven und auch über das Reisen als Bild für das Leben an sich.« Corriere della Sera

Portrait

Romina Casagrande, geboren 1977, lebt in Meran in der Provinz Bozen in Südtirol. Ihre Mutter ist deutsch, ihr Vater Italiener. Mit ihrem Roman »Als wir uns die Welt versprachen« gelang ihr auf Anhieb der Durchbruch als Autorin; auch ihr zweiter Roman »Feuer auf den Bergen« wird in viele Sprachen übersetzt. Romina Casagrande hat klassische Literatur und Geschichte studiert, für Museen in Südtirol gearbeitet und unterrichtet als Mittelstufen-Lehrerin. Sie liebt die Natur, besonders die Berge; ihr Zuhause teilt sie mit ihrem Mann, drei Papageien und zwei Hunden.

Katharina Schmidt lebt in Frankfurt am Main und arbeitet als Übersetzerin, gern auch im Tandem. Ihre literarischen Wege führen sie nach Italien, England und Frankreich. 

Pressestimmen

Vor allem jedoch schenkt Romina Casagrande dem Leser [...] eine ermutigende Botschaft: Es ist nie zu spät für eine Reise zu sich selbst. Carolin Federl, Passauer Neue Presse

Der Roman Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande verbindet berührend historische Fakten und Fiktion. Südwest Presse

voller berührender und überraschender Begegnungen. Wally Gramm, Dolomiten

Ein wunderbarer Roman mit einer Protagonistin, in die man sich nur verlieben kann! Juliana Hazoth, a3 kultur

Casagrande [...] erzählt eindringlich in Rückblicken von den Kindern Edna und Jacob; von Armut, harten Arbeitsbedingungen, Gewalterfahrung, Not und Hilfsbereitschaft. Zett Südtirols Sonntagzeitung

Das Buch erzählt ergreifend aber auch humorvoll akzent-magazin

Schwere Kost, die leicht erzählt wird. [...] Sehr lesenswert! Beate Windisch, Heilbronner Stimme
Bewertungen unserer Kunden15
Außergewöhnliche Pilgerreise mit Hahn
von Irisblatt - 23.01.2022
Die hochbetagte Edna entdeckt im Magazin "Der Stern" ein Foto von Jacob, den sie seit Kindertagen nicht mehr gesehen hat. Sie erkennt ihn sofort an einer alten Verletzung, die er sich während ihrer gemeinsamen Zeit als sogenannte Schwabenkinder zugezogen hat. Aus dem Zeitungsartikel erfährt sie Jacobs derzeitigen Aufenthaltsort - das Krankenhaus in Ravensburg. Ohne lange zu überlegen macht sie sich mit Rucksack und Papagei Emil bepackt auf den Weg von Südtirol nach Ravensburg. Sie folgt dabei der Route, der sie bereits als Schwabenkind gefolgt ist. Nach all den vergangenen Jahrzehnten möchte sie Jacob endlich wiedersehen und eine alte Schuld begleichen. Das Erzähltempo ist gemächlich und passt sehr gut zu Ednas hohem Alter und dem langen Weg, den Edna in großen Teilen zu Fuß zurücklegt. Ednas Reise ist zugleich auch ein Ausflug in ihre eigene Erinnerung. In Rückblenden erfahren wir von ihrer Freundschaft mit Jacob, vom harten Arbeitsleben der Schwabenkinder auf den Höfen sowie den Misshandlungen und sexuellen Übergriffen, die diese Kinder erlitten haben. Wir begleiten Edna und ihren Papagei auf ihrer persönlichen Pilgerreise nach Ravensburg und zu Jacob. Edna stößt auf zahlreiche Hindernisse, gibt nicht auf und begegnet sehr unterschiedlichen Menschen. Ednas Reise ist mal berührend, mal spannend, mal skurril, mal traurig und mal witzig. Ich habe Edna über weite Teile ihrer wichtigen Reise gerne begleitet, mit ihr gemeinsam gebangt, gehofft und mich gefreut. Immer wieder gab es jedoch Abschnitte, wo ich der Geschichte nicht mehr folgen konnte. Die beschriebenen Szenen und Begegnungen wirkten auf mich konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Ein Roman muss für mich nicht realistisch sein, aber auf jeden Fall glaubwürdig. Diese Glaubwürdigkeit habe ich an einigen Stellen vermisst. Das Ende des Romans ist für mich wieder schlüssig und gut gelungen. Als Gesamtwerk würde ich diesem Roman, der sich übrigens angenehm leicht lesen lässt, gerne 3,5 Punkte geben. Wegen der vielen schönen Bilder, die ich von Ednas Reise mit Papagei im Kopf habe und den sehr gelungenen Abschnitten über die Situation der Schwabenkinder runde ich gerne auf vier Sterne auf. Im Anhang findet sich noch ein sehr lesenswertes Interview mit der Autorin.
Das Gestern fließt immer ins Heute
von Waschbaerin - 24.08.2021
Als wir uns die Welt versprachen ist eine fiktive Geschichte, wie sie sich zum größten Teil tatsächlich hätte so abspielen können. Das traurige Schicksal der Schwabenkinder wurde viele Jahre lang nicht wahr genommen. Es war zu unrühmlich, als dass man daran erinnert werden wollte. Die Autorin hat sich dieses Themas angenommen und einen Roman daraus gemacht, der sowohl im Gestern als auch im Heute spielt. Heute: Die 90jährige Südtirolerin Edna macht sich in Begleitung ihres Papageis auf den Weg, ein vor mehreren Jahrzehnten gegebenes Versprechen einzulösen. Edna entspricht so gar nicht der betagten alten Frau, wie man diese Generation sowohl in TV-Filmen, als auch in den Medien üblicherweise darstellt. Zwar sagen auch die Menschen im Umfeld über Edna, sie sei alt und tatterig, brauchte Pflege usw. - im Grunde um selbst nicht belästigt zu werden und das eigene Gewissen zu beruhigen - doch Edna ist ganz und gar nicht damit einverstanden, in ein Pflegeheim abgeschoben zu werden. Würde ich nicht selbst Senioren dieses Alters kennen, die noch fit genug sind (manchmal fitter als 40jährige) ausgiebige Wanderungen oder im eigenen Camper Urlaub zu machen, ich hätte wohl den Kopf geschüttelt und der Autorin zu viel Phantasie bescheinigt. Die Autorin nahm sich viel künstlerische Freiheit in ihren Schilderungen. Trotzdem fand ich es erfrischend zu lesen, wie sich Edna diesem Klischee der Alten widersetzt. Gestern: Als kleines Mädchen wurde sie als Schwabenkind zu einem reichen Bauern in Dienst gegeben. Es war eine Möglichkeit armer Eltern einen Esser weniger am Tisch zu haben, wenn sie sich nicht in der Lage sahen, ihre Kinder zu ernähren. Soweit die grobe Kurzfassung. Mein Tipp wäre, dass sich der Leser schon vor Beginn der Lektüre über das Schicksal der Schwabenkinder informiert, damit er die Zusammenhänge und Abläufe besser versteht. Es gibt einen sehr guten Film mit T. Moretti, der auch Schwabenkinder heißt und das Schicksal dieser Kinder zum Thema hatte. Dass Ausbeutung durch die wohlhabende Herrschaft, brutale Gewalt und auch sex. Missbrauch Tür und Tor geöffnet wurden, versteht sich von selbst. Doch die Knechte (S. 154/158) waren nicht besser. Hier kam die berühmte Hackordnung zum Tragen. Mitleid war für viele ein Fremdwort. Auch sie wurden ausgebeutet, mussten für geringen Lohn viel arbeiten. Da kamen diese schutzlosen Kinder gerade recht, waren oftmals Freiwild. Es waren Esser , kosteten also Geld und das mussten sie wieder einbringen. Die Not der Schwächeren wurde schon zu allen Zeiten von den Stärkeren ausgenützt. Doch Edna war auf dem Hof nicht allein. Sie fand einen Freund, Jacob, der sie beschützte - wenn es ihm möglich war. Gemeinsam schmiedeten sie Pläne, aus diesem unerträglichen Dasein zu fliehen. Zusammen bereiteten sie alles für ihre Flucht vor. Mehr will ich über deren Zeit als Schwabenkinder nicht verraten. Ich glaube, diese eindrücklichen Schilderungen lassen niemanden unberührt. In dem Roman ist es Fiktion, doch so oder so ähnlich hat es sich unzählig oft abgespielt. Zurück zu der Edna von heute. Natürlich war es eine abenteuerliche Reise, auf die sie sich begab. Nachdem sie ihr Geld verloren hatte, musste sie ihren Weg sogar zu Fuß fortsetzen und traf dabei auf die skurrilsten Menschen, die ihr weiter halfen. Manchmal verstanden sie sich auf Anhieb. Natürlich kann man sagen, der Autorin sei die Phantasie durch gegangen und es sei von allem etwas zu viel und zu dick aufgetragen. Doch wer schon mal auf Reisen war - ich meine nicht in einem Pauschalurlaub oder in einer Ferienwohnung, sondern mit einem Campingbus - der weiß, solche kunterbunten Leute wie in dem Roman beschrieben, gibt es tatsächlich. Derart ungeplante Begegnungen können außergewöhnlich und auch spannend sein, wenn man den Mut hat, sich darauf einzulassen. Edna hatte keine Berührungsängste. Sie ist ganz und gar keine alltägliche Person. Sie ist eher der Gattung unbequeme Alte zuzuordnen. Ein Hauch von später Freiheit durchweht diesen Roman von Anfang bis Ende. Wie schon am Anfang erwähnt, mir gefiel dieses Buch mit der alten Dame als Protagonistin. Die Autorin wählte eine angenehm zu lesende Sprache. Flickte in den Text immer wieder Lebensweisheiten ein, wie z B. Denn Menschen verschwinden nie vollständig . (S. 343) oder .... Der Junge zuckte mit den Schultern. Keine Ahnung.... Dass jedes Ende irgendwie der Anfang von etwas anderem ist. Wie bei einem Kreis, glaube ich . (S. 439)
Ein Versprechen aus Kindertagen erfährt nach Jahrzehnten seine Erfüllung.
von jumare2703 - 04.07.2021
Ein Roman, dessen Cover, Bild und Titel gleichermaßen, mich sofort angesprochen hat. Wurden doch Erinnerungen an Kinderbilder meiner Eltern und Großeltern geweckt und in Kombination mit dem Titel des Romans entstand die Neugier, was möglicherweise aus einem Kindheitsversprechen geworden ist. So meine Frage und nachdem ich den Begriff Schwabenkinder entdeckt hatte, habe ich mich lesend auf die Suche nach einer Antwort zu dieser Frage gemacht. Da mir die Thematik der Schwabenkinder bereits aus einem anderen Roman bestens bekannt ist, wird mit diesem Roman jetzt die Geschichte von zwei ehemaligen Schwabenkindern, Edna und Jacob, bis hinein in die Gegenwart erzählt. Die hochbetagte Edna begibt sich zu Fuß und einem alten Papagei auf den Weg über die Alpen nach Deutschland, um ihren Kindheitsfreund Jacob aufzusuchen. So weit so gut. Interessante Romanidee aber die Ereignisse um und mit Edna haben mich nicht wirklich überzeugt - eher das Gegenteil. Ihre Reise, in dem Alter und in der beschriebenen Form wirkt auf mich zwar sehr kreativ aber alles andere als realistisch und glaubwürdig. Und das ist sehr schade, da es sich bei den Schwabenkindern um ein wirklich wichtiges und ergreifendes Thema handelt, unter dessen Härte und Grausamkeit sicher viele Kinder ihr Leben lang gelitten haben. Da der Roman in zwei Zeitebenen spielt, auf der einen Seite Ednas Reise hier und jetzt, und auf der anderen Seite die gemeinsame, aber sehr harte Zeit als Kinder, die sie und Jacob gemeinsam durchgestanden und überlebt haben. Gerade dieser Erzählstrang wird den Erwartungen, die ich an den Roman hatte, gerecht. Nur schade, dass Ednas (unglaubwürdige) Reiseerlebnisse und der Reiseverlauf diese berührenden, tragischen und ergreifenden Rückblenden immer wieder unterbrechen. Dies ein Grund, dass mich der Roman letztendlich doch enttäuscht zurücklässt.
Schwabenkinder
von Lea - 09.06.2021
"Als wir uns die Welt versprachen" bekommt vier Sterne von mir. Ich fand die Geschichte, vor allem der Rückblick auf die historischen Begebenheiten, sehr interessant. Aber auch sich mit Edna zurückzuerinnern und die neue Reise mitzumachen ist mitreißend. Edna sieht in einer Zeitung ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob, weswegen sie zu einer Reise aufbricht, die sie von Südtirol bis Süddeutschland führt und bei der sie vor allem ihre Erinnerung an ihre Kindheit als "Schwabenkind" aufarbeitet, eine Begebenheit, die es auf jeden Fall wert zu erzählen ist. Die Reise birgt natürlich schon viel Erzählstoff, hinzu kommt der Vergangenheitsstrang. Auch ist die Geschichte gut erzählt. Zu Anfang sind noch viele Fragen offen, die dann nach und nach erklärt werden. Man muss kurz etwas ins Buch hineinkommen, aber dann ist man total drin. Nur ein Erzählstrang von einer Frau, die Adele kennt, hinterlässt ein paar Fragezeichen, weil der Sinn dieser Geschichte nicht ersichtlich wird. Nur die Geschichte von Edna und Jacob hätte es auch getan. Edna ist eine gute Hauptperson, der man direkt anmerkt, dass sie schon viel erlebt und deswegen viel zu erzählen hat. Natürlich ist sie ein bisschen eigensinnig, aber das passt einfach zu ihrem Alter und ihrem Charakter. In der Geschichte tauchen auch viele andere interessante Personen auf, die das gesamt Geschehen gut ergänzen. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Unterhaltsam und gleichzeitig erschütternd
von adel69 - 09.06.2021
Worum geht es in dem Buch? Edna ist ungefähr 90 Jahre alt, lebt in Südtirol (Italien) mit dem Papagei Emil und liest immer wieder die deutsche Zeitschrift "Stern", die sie sich von ihrer Nachbarin Adele besorgen lässt. Tief im Herzen weiß Edna jedoch, dass sie ein jahrzehntealtes Versprechen einlösen muss. Sie muss den Papagei Emil seinem rechtmäßigen Besitzer, ihrem Freund aus Kindertagen Jacob, zurückbringen. Allerdings konnte sie sich nicht früher auf den Weg machen, denn sie wusste nicht, wo Jacob lebt und wie er mit Nachnamen heißt. Mit Jacob verbinden Edna gemeinsame Erlebnisse auf einem Bauernhof in Süddeutschland. Sie waren so genannte "Schwabenkinder", die oft schuften mussten, um zu überleben. Viele Bauern und ihre Mitarbeiter gingen mit den Schwabenkindern um, wie es ihnen beliebte. So gab es bittere Zeiten für die Kinder - aber auch Freundschaften entstanden. Ein Artikel im "Stern", der von einer Katastrophe im Süden Deutschlands berichtet, zeigt Edna plötzlich, dass Jacob in einem Krankenhaus in Ravensburg ist. Er wurde schwer verletzt und kämpft um sein Leben. Edna fasst den Entschluss, ihn endlich in Deutschland zu besuchen und den Papagei Emil zurückzugeben. Diverse Pannen - zum Beispiel der Verlust ihres Geldes und ihres Ausweises - bringt sie nicht davon ab, die Reise zu machen. Auf ihrem Weg findet sie immer wieder Leute, die sie unterstützen und ihr helfen können. Sie nehmen sie beispielsweise mit auf einem Motorrad, sie begleiten sie zu Fuß und so weiter. Meine Leseerfahrung: Dieser Roman ist ein aberwitziges Roadmovie - teilweise abenteuerlich, absurd und humorvoll, teilweise aber auch sehr ernst. Er ist in der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit verfasst. Als Leserin erfahre ich, wie Edna mit ihrem Papagei per Bus, Zug, Motorrad, zu Fuß und so weiter versucht, ihr Ziel in Deutschland zu erreichen. Dabei trifft sie allerhand interessante Leute, Roland mit der Lederjacke, das esoterische Pärchen Priska und Flo und andere. Ich habe das Buch gelesen, weil ich wissen wollte, ob Edna Deutschland erreichen und wie das Treffen mit Jacob nach langer Zeit ablaufen wird. Natürlich habe ich mich auch gefragt, warum Edna in ihrem Alter diese Reise überhaupt noch macht. Ihre Gesundheit ist nicht die beste. Das Buch spielt in zwei Zeiten. Einmal in der Vergangenheit, als Edna und Jacob als "Schwabenkinder" auf einem Bauernhof in Süddeutschland schuften und der Willkür von Bauern und Knechten ausgeliefert sind. Diese Kapitel erschüttern. Ein Lichtblick ist hier, dass sich Edna und Jacob anfreunden - und sich gemeinsam um den Papagei Emil kümmern, den sie im Hof immer wieder verstecken können. Die Reise Ednas nach Deutschland dagegen ist humorvoll, spannend und immer wieder skurril. Die Autorin schildert alles mit intensiver Fantasie - so entstehen immer wieder Bilder im Kopf und man kann sich beim Lesen gut ablenken. Auch wenn ich denke, dass viele der beschriebenen Begebenheiten so nicht in Wirklichkeit passieren können, hat mich der Roman sehr gut unterhalten. Einen Augenblick lang habe ich geschmunzelt - und im nächsten Moment war ich erschüttert. Den Schluss hätte ich mir etwas anders gewünscht. Aber das ist meine Meinung. Ich vergebe dem Buch alle Sterne und eine Weiterempfehlung.
Ein tiefgründiges Buch mit einer starken Protagonistin
von Jonas1704 - 16.05.2021
Die junge Südtirolerin Edna ist eines der Schwabenkinder, die während des zweiten Weltkriegen von ihren Eltern an wohlhabende schwäbische Bauern verkauft wurden, wo sie unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten. Diese Bergbauernkinder hausten unter ärmlichen Verhältnissen sowohl vor als auch nach ihren Verkauf a de strengen Dienstherren. Während des Kriegen verliert Edna ihren Freund Jacob und nachdem sie sein Bild in einer deutschen Zeitschrift sieht, beschließt sie, ihn zu suchen und mit sich im Reinen zu kommen. Somit beginnt sie zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Schlepptau, unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Wendungen und Begegnungen. Das komische an der Geschichte ist, dass sich Edna auf diese Suche schon im hohen Alter macht, was die Geschichte etwas unglaubwürdig macht. Denn bis dahin hatte sie ihn nie wieder gesehen und sie wollte unbedingt eine alte Schuld begleichen bevor sie starb. Die Geschichte ist sehr ausdrucksstark und beschreibt mit viel Gefühl und Wehmut die Geschehnisse die Edna durchlebt und lässt ihren Erinnerungen Revue passieren. Trotzdem war das Buch berührend und spannend zugleich obwohl es manchmal etwas übertrieben rüber kam. Das Interessanteste auf jeden Fall ist die Tatsache, dass man sich über diese Zeit der Geschichte informieren kann und man kann sich auch über das Schicksal der Schwabenkinder nachhaltig beschäftigen. Bücher die mir solche Anregungen geben betrachte ich immer als eine gelungene Wahl.
Gemischte Gefühle
von amena25 - 13.05.2021
Die neunzigjährige Südtirolerin Edna lebt sehr zurückgezogen mit ihrem Papagei Emil. Ihr Leben verläuft in ruhigen, regelmäßigen Bahnen. Als sie aber in einer deutschen Zeitschrift das Bild ihrer Freundes Jacob sieht, bricht sie aus ihrer beschaulichen Zurückgezogenheit auf. Mitsamt ihrem Papagei macht sie sich auf den Weg, über die Alpen, bis nach Ravensburg. Dort hatte sie als junges Mädchen zusammen mit tausenden anderen ,,Schwabenkindern¿ auf einem Hof schwere Arbeit leisten müssen und unter menschenunwürdigen, fast sklavenähnlichen Bedingungen gelebt. Dort hatte sie auch in Jacob einen Freund gefunden, der ihr Mut und Trost gegeben hatte. Doch bei einem Fluchtversuch wurden sie auseinandergerissen. Noch heute plagen Edna deshalb Schuldgefühle, die sie nun, fast am Ende ihres Lebens, zu dieser Reise treiben. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei beginnt Edna diese beschwerliche Reise, die aber zu vielen überraschender Begegnungen und berührenden Momenten führen. Auf dem Weg beginnt Edna sich zu öffnen und nach und nach lässt sie so auch ihre lang verdrängten Erinnerungen an die Oberfläche kommen. So erfährt der Leser in immer wieder eingestreuten Passagen von Ednas Leben auf dem oberschwäbischen Hof, von den Ungerechtigkeiten, dem Heimweh, den Zudringlichkeiten der Männer¿. ,,Als wir uns die Welt versprachen¿ erzählt wie schon die Kinderbücher ,,Hungerweg¿ von Othmar Franz Lang oder ,,Das verkaufte Glück¿ von Manfred Mai vom Schicksal der Schwabenkinder. Jedoch wird Casagrande in manchem deutlicher und konkreter, was in den Kinderbüchern nur angedeutet wurde. Allerdings erscheint mir die beschwerliche Reise, teilweise zu Fuß, mitsamt dem Papagei und Übernachtungen teils im Freien für eine Frau in diesem Alter wenig realistisch, die ,,wundersamen Begegnungen¿ Ednas auf ihrer Reise wirken zum Teil etwas konstruiert und eher schräg. Auch bleibt so einiges offen, z.B. warum Edna nicht schon früher nach Jacob gesucht hat. Der Roman ist auf jeden Fall lesenswert, vor allem die historischen Passagen sind bedrückend und sehr bewegend. Der ,,moderne" Teil konnte mich allerdings nicht so überzeugen und noch weniger begeistern.
Edna auf der Suche nach ihre Jugendfreund
von Philo - 11.05.2021
Das Buch über Edna und Jakob geht weit zurück in die Vergangenheit und behandelt zunächst einmal deren Schicksal als Schwabenkinder. Auch wenn ich darüber schon viel gehört habe, hat mich deren Verkauf auf Bauernhöfe von Südtirol nach Schwaben wieder erschüttert. Die Autorin beschreibt in gut lesbarer Erzählform, wie arme Bergbauern ihre Kinder nach Schwaben an reiche Bauern verkauften in der Hoffnung, daß es ihnen dort besser gehen würde. Aber weit gefehlt. Sie mußten dort schwerste Arbeiten verrichten, bekamen nicht ausreichend zu essen und waren erbarmungswürdig untergebracht. Schrecklich zu lesen ist, daß die Mädchen nicht vor den Übergriffen der Knechte geschützt wurden. Edna und Jakob beschließen, aus ihrer Gefangenschaft zu fliehen und bereiten ihre Flucht akribisch vor. Bei dem Fluchtversuch werden sie getrennt. Nur Edna entkommt mit einem Papagei, der eigentlich Jakob gehört. In einem Zeitsprung erleben wir Edna, die allein in ihrem Haus in Tirol wohnt, immer dabei auch noch nach fast 80 Jahren Emil, der Papagei. Von Jakob weiß man leider nichts, aber Edna hat ihn nie vergessen. Ein Bild in einer Zeitschrift, das den verunglückten Jakob während eines Unwetters zeigt, ist für Edna Anlaß genug, sich auf die Reise und Suche nach Jakob zu machen. Interessant am Buch fand ich die Schilderung über die Schwabenkinder. Ein wirklich trauriges Kapitel in der deutschen Geschichte. Ednas Reise hat mich nicht überzeugen können. Daß sie Jakob wiederfinden wollte, kann ich gut nachvollziehen, aber die ihr in dem Buch zugemutete Reise kann nach meinem Dafürhalten eine Frau in ihrem Alter nun wirklich nicht durchstehen. Daß sie lauter Gutmenschen begegnet, die ihr ständig Hilfe anbieten, ist meines Erachtens auch völlig unrealistisch. Und die Erschwernisse, die das Mitschleppen von Jakobs Papagei mit sich bringt, sind grotesk. Hier hätte die Autorin lieber einen Geldspender für Edna finden sollen, der ihr eine Fahrkarte kauft, damit sie ihr Reiseziel auf unproblematische Art und Weise erreichen kann. Die Erzählung der Reiseabenteuer fand ich zu langatmig und nicht immer sehr überzeugend. Hier hat die Autorin zu viel Phantasie hineingelegt Ich hatte mir mehr von dem Buch erwartet. Hier wären viele Seiten weniger mehr gewesen.
Ausgesprochen berührend!!!
von MB - 09.05.2021
Romina Casagrande hat einen sehr berührenden Roman geschrieben. Als Südtirolerin hat sie sich mit den Figuren Edna und Jacob der Geschichte der Schwabenkinder gewidmet, einem dunklen Kapitel der Geschichte: Der armutsbedingten Verschickung von Kindern aus südlichen Gefilden (v.a. den verarmten Bergdörfern) über die Berge hinweg, um auf den reichen Höfen Oberschwabens (hier Ravensburg) ihre Arbeitskraft zu opfern; Gewalt, sexuelle Nötigung und Missbrauch waren an der Tagesordnung. Auf einem Hof in Ravensburg haben sich die Kinder Edna und Jacob kennengelernt, sich die Welt versprochen und die gemeinsame Flucht geplant, die dann allerdings nur Edna gelungen ist. In der Gegenwartsebene des Romans erfährt die inzwischen hochaltrige Edna (immer noch das kleine gemeinsame Geheimnis von damals - den Papagei Emil - an ihrer Seite...) in einem Zeitungsartikel über einen Unfall in der Region Ravensburg, bei der auch Ihr alter Freund Jacob zu Schaden gekommen und zur Behandlung dort im Krankenhaus untergebracht ist. Sofort macht Edna sich mit iherem Papagei auf die Reise über die Berge - genau wie damals bei ihrer Verschickung - um Jacob wiederzusehen und sich ihm anzuvertrauen, ihm das zu berichten, was sie ihm damals nicht hatte mitteilen können. Natürlich gerät Edna auf ihrer Reise in einige Schwierigkeiten. Eine wahre Lebensreise mit inspirierenden Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen; ein wahres Roadmovie im Spannungsfeld von Verzweiflung und Glück! Nach vielen Jahrzehnten will Edna etwas zuende bringen, eine Seelenlast klären und entdeckt schlussendlich einen Neubeginn für sich. Ein Roman, der es schafft zu berühren, sich bis an den Rand des zu Anrührigen zu bewegen - und dabei doch eine große Geschichte zu bleiben! Leseempfehlung!
Sehr ergreifend
von BQK - 09.05.2021
Bei Als wir und die Welt versprachen handelt es sich um einen wirklich sehr ergreifenden Roman. Der Klappentext macht direkt neugierig und zeigt, dass es sich um eine spannende Geschichte handeln wird. Außerdem lässt sich erahnen, dass es einen historischen Hintergrund gibt. Beim Lesen fängt man sofort an mit zu fiebern. Wird Edna ihre Reise schaffen und ihr Versprechen einlösen können? Im Laufe des Romans reist man nicht nur mit der älteren Dame und ihrem treuen Papagei Emil in Richtung Ravensburg, sondern man reist auch durch die Zeit. In Rückblenden erfährt man immer mehr schreckliche Dinge aus der Vergangenheit von Edna und man kann beim Lesen kaum glauben, dass dies alles auf wahren Begebenheiten beruht. Die Passagen der Vergangenheit sind beim Lesen wirklich sehr bedrückend und regen stark zum Nachdenken an. Der Roman verdeutlicht auch, dass man so gut wie alles schaffen kann, wenn man nur genug Mut hat. Man sollte sich nicht vor unbekannten Dingen verschließen, sondern offen für neues sein. So kann man auch ganz wunderbare neue und unerwartete Freundschaften knüpfen.
Als wir uns die Welt versrpachen
von Elisabeth Ullmann - 05.05.2021
Ein melancholisches und sehr sentimentales Buch. Es zeigt uns das Schicksal der Schwabenkinder, die aus der armen Bergregion in Südtirol zum Arbeiten zu den reichen Bauern nach Schwaben geschickt wurden. Auch Edna ist so ein Kind. Sie mußte hart arbeiten, bekam sehr wenig zu essen und wurde von den Knechten vergewaltigt. Ihr einziger Freund ist Jacob, der mit ihr bei einem heimlich besuchten Rummel eine zerflederten Papagei kaufte. Mit dem wollten sie um die Welt reisen und vor ihrem tristen Leben fliehen. Aber auf der Flucht wurde Jacob aufgehalten und Edna erreichte allein mit dem Papagei Emil ihre Heimat. Sie hat sich aber geschworen, eines Tages Emil zurück zu Jacob zu bringen. Inzwischen ist Edna fast 90 Jahre alt, verwitwet und kinderlos und da sieht sie in einer Zeitschrift plötzlich ein Foto von Jacob. Er lebt anscheinend noch immer in Ravensburg. So macht sich die alte Dame auf den Weg von Castelbello nach Deutschland ins Schwabenland, mit in einer Karre mit Emil, denn er soll nun endgültig an seinen Besitzer zurückgegeben werden. Sie macht sich auf den Weg über die Berge, ihr wird die Geldbörse gestohlen aber sie findet immer wieder Leute, die ihr weiterhelfen: Hippies, ein Werkstattbesitzer, Rocker, Wanderer auf dem Jacobsweg bis sie dann endlich Ravensburg erreicht. Am Ende ihres Weges hat sie so viele gute Erlebnisse gehabt und sie trifft auf Jacobs Enkelin. Das Buch ist sehr interessant und so gut geschrieben, besser kann kein Krimi sein. Es wird aus der heutigen Sicht von Edna berichtet und schweift dann immer wieder in die Vergangenheit zurück auf den Hof in Schwaben und der Leser erfährt Dinge, die die Schwabenkinder erdulden mußten, sogar das Vieh des Bauern hatte es besser. Aber mit fast 90 Jahren hat Edna noch so einen eisernen Willen, dass sie die Wanderung über das Gebirge schafft, getrieben von der Sehnsucht nach Jacob. Ich finde es aber total überzogen, welche Kräfte die fast 90jährige Edna hat. Hier hat es die Autorin wirklich sehr gut mit ihrer Protagonisten gemeint. Ansonsten war es eine sehr gute Unterhaltung und man bekam wieder Einblick in eine vergangene Zeit. Mir gefällt das sepiafarbene Cover sehr gut, das ein kleines Mädchen mit Zöpfen im wirren Haar zeigt.
Das Lesen lohnt, mit einem Ja, aber
von Flyspy - 05.05.2021
Lohnt sich das Lesen dieses Buches? Ja, es lohnt sich, allein wegen der historischen Passagen, in der Romina Casagrande die Erlebnisse von Edna aus ihrer Kindheit erzählt. Die Geschichten um die sogenannten Schwabenkinder, die als billige Arbeitskräfte von ihren armen Familien an Bauern vermittelt wurden, war mir bekannt und war auch der Grund, warum mich das Buch interessierte. Dieser Teil der Erzählung ist bewegend und dramatisch zugleich. Die Schwabenkinder hatten ein schweres Leben, in so jungen Jahren hart arbeiten zu müssen. wurden dabei drangsaliert. Dennoch entsteht zwischen dem Leid eine besondere Freundschaft zu Jacob, die noch lange im Leben Ednas nachhallt. Während der historische Teil berührt, ist es schwierig zu der alten Edna einen persönlichen Zugang zu finden. Es fängt damit an, dass ich nicht glauben kann, dass eine beschwerliche Reise von Südtirol über die Alpen bis nach Ravensburg ¿ überwiegend zu Fuß - für eine Neunzigjährige ¿mit Papagei im Käfig¿ realistisch ist. Edna hat zwar einen starken Willen, ist aber nicht so fit, dass ich es ihr zutrauen würde. Unterwegs hat sie einige ¿ teils kuriose Begegnungen ¿ die durchaus auch witzig beim Lesen wirken. Was sich mir gar nicht erschlossen hat, ist der Handlungsstrang um Adele und ihre Familie. Das fand ich einfach unnötig für das Buch an sich. Beim Lesen war ich versucht, diese Passagen nur zu überfliegen. Dadurch wirkt die Erzählung auch seltsam zerrissen, fast wie von zwei Autorinnen verfasst. Der historische Teil wirkt gut recherchiert und wühlt auf, dem Teil, der im ¿heute¿ spielt fehlt es an Substanz. Dreieinhalb Sterne wäre meine Bewertung, vier Sterne mit Wohlwollen, weil die Geschichte der Schwabenkinder es wert ist, dass sie so erzählt wird.
Eine mutige alte Frau geht ihren Weg
von Waca - 02.05.2021
Edna ist eine fast 90jährige rüstige alte Dame, die mit Papagei Emil zurückgezogen in einem kleinen Dorf in Südtirol lebt. Keiner der Dorfbewohner ahnt, dass Edna in ihrer Kindheit schreckliches erleben musste, da sie von ihrer Familie als sogenanntes "Schwabenkind" über die Alpen nach Deutschland verkauft wurde, um bereits als 10jährige Schwerstarbeit auf einem schwäbischen Bauernhof zu leisten. In diesen harten Monaten hat sich eine enge Freundschaft mit Jacob aufgebaut, einem Jungen, der sich um sie gekümmert und sie so gut es geht beschützt hat. Damals haben sich die geschworen, zusammen fliehen - gelungen ist es nur Edna. Als die alte Dame Edna nun Jacobs Foto in einer Zeitung sieht, fühlt sie sich an das alte Versprechen gebunden und rüstet sich zum Aufbruch: Sie möchte Emil Jacob zurückbringen und dafür ist ihr kein Weg zu weit oder zu steinig - selbst der der Schwabenkinder über die Berge nicht. "Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande ist ein berührender Roman, der zwei Geschichten in einer vereint: Die der jungen Edna aus der Zeit als Schwabenkind und die der alten Edna auf ihrer Reise zurück nach Ravensburg. Der Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart liest sich angenehm, auch wenn zu Beginn eines neuen Kapitels zunächst nicht eindeutig klar ist, in welcher Zeit wir uns gerade befinden. Das in Sepia gehaltene Bild des kleinen Mädchens passt sehr gut dazu, man kann sich gut vorstellen, dass es sich dabei um das Foto aus dem Buch handelt. Auch gut gefällt mir die abgedruckte Karte, die ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte spielt. Ich hatte viel Freude dabei, anhand dieser Ednas Weg nachzuvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe dadurch etwas gebraucht, bis ich wirklich in die Geschichte eintauchen konnte. Vieles wird nur angedeutet und die vielen zusätzlichen Einschübe in Klammern waren so zahlreich, dass sie den Lesefluss etwas beeinträchtigt haben. Auch wirkt das Erzähltempo aufgrund des Schreibstils mit vielen Detailbeschreibungen irgendwie sehr langsam. Dies passt zwar zur Sichtweise der alten Dame, für meinen Geschmack hätte die Story aber an einigen Stellen schneller voranschreiten dürfen. Mit der Zeit habe ich mich aber an den etwas anderen Schreibstil gewohnt und mich nicht mehr daran gestört. Der Erzählstrang aus der Vergangenheit ist der Autorin sehr gut gelungen. Das Mädchen Edna berichtet in ihrer naiven Art von den schlimmen Geschehnissen auf dem Hof, durch ihre kindliche Erzählweise wirken trotz ihres Schreckens beinahe alltäglich. Die Szenen auf dem Hof haben mich tief erschüttert, vor allem weil sie auf der wahren Geschichte der "Schwabenkinder" beruhen, über die es meiner Meinung nach viel zu wenig Aufklärung gibt. Ihr Schicksal hat mich unheimlich erschüttert und traurig gemacht. Wo der Vergangenheitsstrang durch seine grausame Authentizität überzeugt, desto unglaubwürdiger wirkt der aus der Gegenwart. Auch wenn es amüsant zu lesen war, so halte ich es doch für überzogen, dass eine fast 90jährige alleine mit einem Papagei den Weg über die Alpen geht, ohne dabei aufzufallen oder zusammenzubrechen. Natürlich erhält sie Hilfe von verschiedensten Leuten, überwindet eigene Vorurteile und lernt dabei viele Lebensweisheiten, aber an vielen Stellen wirkte die Wanderung dann doch zu konstruiert, um noch realistisch zu sein. Trotzdem sind der Trip und ihre Begegnungen sehr unterhaltsam. Das Ende hingegen hat mich traurig hinterlassen. Es ist emotional, irgendwie aber auch stimmig. Vieles bleibt ungesagt, aber Edna schließt ihren Frieden mit ihrem Schicksal. Dieses Ende hat mich sehr berührt, auch aufgrund seiner gnadenlosen Ehrlichkeit - der Kreis hat sich geschlossen. Der alten Dame Edna stand ich bis zum Ende hin etwas zwiespältig gegenüber. Einerseits hatte ich das Gefühl, dass sie nicht mehr vollkommen klar denken kann, stark in der Vergangenheit lebt und darüber hinaus ihre körperlichen wie geistigen Fähigkeiten überschätzt. Andererseits bewundere ich sie für ihren Mut, ihre Hartnäckigkeit und Entschlossenheit, das Versprechen Jacob gegenüber einzuhalten. Auch ist sie sehr tolerant, wundert sich zwar über die seltsamen Menschen, die ihr auf ihrer Reise begegnen, gibt aber jedem eine Chance und sieht das Gute in ihnen. Dadurch werden beiderseits Vorurteile abgebaut und generationsübergreifende Lebensweisheiten ausgetauscht. Insgesamt hat mir das Buch trotz einiger unrealistischer Begebenheiten gut gefallen, gerade die Botschaften hinter den Worten waren so wahr und wichtig. Die alte Edna macht Mut, seinen Weg zu gehen und anderen Menschen offen zu begegnen und ihnen zuzuhören. Insbesondere hat mich aber die Thematik der Schwabenkinder nachhaltig beschäftigt. Meiner Meinung nach ist die Zeit der Schwabenkinder ein sehr dunkles Kapitel der deutschen Geschichte, von deren Schicksal jeder gehört haben sollte. Super, dass in "Als wir uns die Welt versprachen" mithilfe eines fiktiven Romans gleichzeitig geschichtliche Aufklärung stattfindet.
Aufwühlend
von Anonym - 02.05.2021
Ein Artikel im Stern versetzt Edna zurück in ihre Vergangenheit, in der sie als junges Mädchen nach dem Tod ihres Bruders den beschwerlichen Weg über die Alpen angetreten ist, um dort unter schlimmen Bedingungen auf einem Bauernhof zu arbeiten. Nur Jacob, ein anderes der vielen auf dem Hof arbeitenden Kinder, ist ihr ein t. Er nimmt sich ihrer an und verhilft ihr schließlich zur Flucht. Diese wollten sie eigentlich gemeinsam antreten. Im hohen Alter macht sich Edna mit ihrem Paradiesvogel Emil aus der Zeit auf dem Hof auf den beschwerlichen Weg zurück nach Ravensburg, um Jacob zu finden. Dabei begegnet Sie vielen interessanten Charakteren, zum Beispiel Roland dem Rocker, oder auch ein alternatives Pärchen, die sich ihrer annehmen. Doch sie lässt sich nicht von ihrer Reise über die Alpen abbringen, auf der sie allerhand Unwägbarkeiten überwinden muss. Das Buch ist interessant geschrieben, springt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Während sie den beschwerlichen Weg der Gegenwart meistert, erinnert sie sich immer wieder an die Zeit auf dem Hof und Jacob. Sprachlich ist das Buch gut gehalten, er schafft es, mich als Leserin zu fesseln. Allerdings springt es doch sehr und baut neue Personen/Geschehnisse eher schockartig als solide auf.
Von festen Freundschaftsbanden
von Miss Marple - 01.05.2021
Edna und Jakob waren in ihrer Kindheit Freunde, die das schwere Schicksal der sogenannten "Schwabenkinder" teilten. Sie versprachen sich, immer füreinander da zu sein. Als jedoch der 2. Weltkrieg kam, wurden sie getrennt und verloren sich aus den Augen. Fast 80 Jahre später macht sich Edna auf den Weg, Jakob zu suchen. Im Gepäck hat sie ihren Papagei und eine Menge Erinnerungen, die der Leser auf dieser Reise mit ihr teilt. Wir wechseln während des Lesens immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. Ich war sehr gespannt auf das fast in Vergessenheit geraten Kapitel deutsch- italienischer Geschichte, als sich über Jahrhunderte hinweg arme Bergbauernkinder aus Südtirol bei schwäbischen Landbesitzern verdingen mussten. Hier gelingt es der Autorin den Leser zu fesseln, ihn mit auf eine Zeitreise zu nehmen. Doch die Handlung in der Gegenwart kann den Spannungsbogen nicht immer halten. Was jedoch am Ende des Buches nachhallt, ist die Bedeutung von Freundschaft und Freiheit.
Eine Reise
von misery3103 - 27.04.2021
Edna entdeckt in einer Zeitung ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob. Sofort macht sie sich auf den Weg nach Deutschland, um eine alte Schuld zu begleichen. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, bei der Edna neue Bekanntschaften macht, während sie zu Fuß, mit Bus und Zug unbeirrt ihren Weg hinter sich bringt. Über weite Strecken fand ich Ednas Reise wirklich amüsant und unterhaltend. Die Sprünge zwischen den Ereignissen damals und heute sind nachvollziehbar und interessant. In dem Buch geht es um die sogenannten "Schwabenkinder". Bergbuernkinder, die unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften mussten, so auch Edna und Jacob. Das ist historisch interessant und spannend. Die Rückblenden fand ich auch wirklich gut beschrieben und berührend, während ich die Ereignisse in der Gegenwart nicht so fesselnd fand. Natürlich ist es interessant gewesen, Edna während ihrer ereignisreichen Reise zu begleiten, aber ich fand die Gegenwartsgeschichte nicht so fesselnd. Insgesamt konnte mich Ednas Reise nicht komplett überzeugen. Ich gebe 3 Sterne für eine hinreißende alte Dame, die ein altes Unrecht gut machen will.
Ein schöner Roman mit ein paar unrunden Stellen
von wanderer.of.words - 25.04.2021
Auf zwei Zeitebenen erzählt Romina Casagrande die Geschichte von Edna. In der Gegenwart geht es um ihre Reise nach Ravensburg zum verloren geglaubten Freund und in der Vergangenheit um das Schicksal als sogenanntes "Schwaben- oder Hütekind". Von diesen Kindern habe ich durch das Buch zum ersten Mal gehört. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gaben arme Familien ihre Kinder als Arbeitskräfte an Bauern, doch um zu den Höfen zu gelangen mussten die Kinder erst einmal über die Alpen ziehen um dann in der Fremde harte Arbeiten unter strengen Dienstherren zu verrichten. Die in der Vergangenheit spielenden Kapitel sind daher oft eine eher schwere Kost, konnten mich insgesamt aber mehr überzeugen als die in der Gegenwart angesiedelten. Bei Ednas in der Gegenwart stattfindenden Reise über die Alpen tat ich mich teilweise etwas schwer was die Glaubwürdigkeit angeht. Schon für einen jungen Menschen ist so ein langer Fußweg enorm beschwerlich, an vielen Stellen konnte ich nicht nachvollziehen wie eine knapp 90-Jährige mit einem sperrigen und schweren Transportkäfig auf den unebenen und steilen Bergpfaden zurechtkommen soll. Denn Edna ist keineswegs übermäßig fit. Auch das Verhalten einiger Personen war nicht immer nachvollziehbar. So wird der gänzlich erschöpften Edna von einer Freundin angeboten, sich von ihr mit dem Auto fahren zu lassen. Doch als dieses den Dienst versagt soll die alte Dame alleine mit dem Zug reisen. Warum die Freundin sie zwar mit dem Auto chauffieren, aber nicht auch im Zug begleiten will bleibt ungeklärt. Solche Ungereimtheiten trüben die Lesefreude ein wenig. Auch Ednas Begegnungen erschienen mir teils etwas konstruiert und ich konnte mir nicht immer vorstellen, dass etwas in der Realität so ablaufen könnte. Die Stärken des Buches liegen für mich in den eher unspektakulären Begegnungen, aus denen oft Gespräche mit fast philosophischer Note entstehen. Insgesamt muss man aber sagen, dass die Charaktere wunderbar herausgearbeitet sind und selbst die Nebencharaktere immer sehr lebendig wirken. Edna und Papagei Emil schließt man schnell ins Herz, die beiden sind zwar etwas kauzig aber absolut liebenswert. Sehr gut haben mir auch die Erzähl- und Schreibweise der Autorin gefallen. Das Buch liest sich flüssig mit vielen tollen Formulierungen die mein literaturbegeistertes Herz höherschlagen lassen. Fazit Wenn man über die nicht ganz runden Stellen hinwegsehen kann, ist es ein sehr schöner Roman mit gut herausgearbeiteten Figuren, den zu lesen sich durchaus lohnt.
Als wir uns die Welt versprachen...
von Bücherfuchs88 - 25.04.2021
Die Südtirolerin Edna hat in ihrem Leben schon viel erlebt. Nicht nur die schwere der Vergangenheit macht ihr zu schaffen, auch fühlt sie eine Schuld über die sie nie sprach. Als sie das Bild ihres Freundes Jacob in einer renommierten Zeitung sieht, macht sie sich auf dem Weg zu ihm, auch wenn dieser lang und beschwerlich über die Alpen führt. Doch Edna ist wild entschlossen, trotz ihres hohen Alters diese Reise auf sich zu nehmen. Der Schreibstil der Autorin sowie deren sprachlicher Ausdruck konnten mich für sich gewinnen. Gefallen hat mir auch der Aufbau der Handlung, auch wenn ich anfänglich ein paar Probleme hatte, mich besser in selbige einzufinden. Edna wirkte auf mich sympathisch, ein wenig schrullig und dennoch authentisch. Sie war vom Leben gezeichnet und man merkte im Verlauf der Handlung immer wieder, wie emotional und bewegend ihr Schicksal war, welches sie in seinen Auswirkungen bis ins hohe Alter beeinträchtigte. Auch erzählt die Autorin eine wunderbare Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, welche mich in ihrer Gesamtheit mit einem positiven Gefühl zurückgelassen hat. Das Schicksal der Schwabenkinder war wahrlich kein leichtes und es erfordert Fingerspitzengefühl, dieses Thema zu ergründen, was der Autorin scheinbar mühelos gelang. Die Länge der in Kapiteln gegliederten Handlung war angenehm und die Covergestaltung passt wirklich sehr gut zur Handlung.
Ergreifend und humorvoll
von Mareike Honkomp - 21.04.2021
Die Südtirolerin Edna sieht in einer Zeitung das Bild ihres Kinderfreundes Jacob. Als Kinder mussten die Beiden bei einem schwäbischen Landbesitzer, unter härtesten Bedingungen arbeiten. Der zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit dem Bus und Zug macht sie sich, zusammen mit ihrem Papagei Emil auf die Reise über die Alpen um ihren Freund zu treffen und eine alte Schuld zu begleichen. Diese Reise steckt voller berührender und überraschender Begegnungen. Meine Meinung: Ein tolles Buch. Eine tolle Geschichte. Der Schreibstil ist super, ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Edna ist eine tolle Person und ich finde die Geschichten sehr interessant und auch spannend. Ich habe beim Lesen viele verschiedene Emotionen gehabt und genau das ist auch wohl das was dieses Buch ausmacht. Absolute Leseempfehlung.
Die Geschichte kommt zu oft vom Weg ab
von Lesepartie - 20.04.2021
Meinung Die Autorin Romina Casagrande hat sich einem unpopulären und schrecklichen Thema angenommen, den Schwabenkindern. Jahrhunderte lang wurde Kinder der armen Bergbauern aus Südtirol an reichen Großbauern in Schwaben verkauft. Manche Kinder sahen ihre Heimat und ihre Eltern nie wieder. Auch als unter Mussolini dieser Handel untersagt wurde, gab es weiterhin illegale Wanderungen über die Alpen. Federführend war dabei die katholische Kirche, deren Dorfpfarrer meinten, sie täten den Armen etwas Gutes. In Schwaben angekommen, wurden die Kinder wie Sklaven angeboten. Auf den Höfen erwartete die Kinder nicht nur schwere, harte Arbeit, sondern auch Missbrauch und Demütigung. Dem war damals auch Edna ausgesetzt. Glücklicherweise fand sie einen guten Freund, Jacob, der auf sie aufpasste. Jacob war ihr Halt, auch wenn er sie nicht vor allem beschützen konnte. In Rückschauen erinnert sie Edna an die Zeit auf dem Hof und an Jacob. So erfahren wir Leser:innen, wie das Leben der Schwabenkinder auf dem Hof aussah und was Edna als zehnjährige erlebte. Eines Tages ersteht Jacob einen Papagei, einen Paradiesvogel, der zur lebendig gewordenen Hoffnung der beiden Kinder wird. Sie schmieden einen Plan um fortzulaufen. Sie wollen mit Emil um die Welt ziehen. Doch es kommt anders. Ednas Erinnerungen verlaufen meist chronologisch, sodass wir auch erst zum Schluss erfahren, warum Jacob und Edna auf ihrer Flucht getrennt wurden. Die Erlebnisse auf dem Hof schildert die Autorin oftmals aus der naiven Sichtweise der zehnjährigen Edna. Dadurch wirkt das Geschehene nicht weniger schrecklich und grausam, doch es mildert die harten Worte, die Erwachsene dafür hätten, ab. Ich habe bei den Episoden der Vergangenheit sehr mitgelitten und musste das Buch öfters aus der Hand legen, um das Schicksal sacken zu lassen. Die Handlungen heute und damals fließen wunderbar ineinander über, ohne zu verwirren. Ednas Reise entbehrt nicht allerlei skurriler Begegnungen. Von einem, im Wohnwagen lebenden, Motorradfahrer über eine Schamanin mit Jura Studium oder einem Städter, der pilgert, um über den Verlust seines Partners hinwegzukommen. Den größten Teil der Strecke, dieser beschwerlichen Reise, geht sie zu Fuß. Natürlich kann man darüber streiten, ob es überhaupt möglich ist, dass eine Neunzigjährige den Weg über die Alpen schafft, dennoch halte ich es für durchaus denkbar. Edna hat viel erlebt in ihrem Leben, sie ist zäh, sie hat einen starken Willen und der versetzt bekanntlich Berge - oder überwindet sie. Allerdings wird es manchmal etwas abstrus und wirr, sowie ihre Fahrt im Gepäckraum eines Busses oder die ungeklärte Verfolgungsjagd mit der Polizei. Im letzten Drittel eröffnet die Autorin einen unnötigen Erzählstrang um Adeles Familie. Sinn und Zweck dieses Strangs hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Mich hat er verwirrt, den Fokus der Geschichte verrückt und alles künstlich in die Länge gezogen. Edna stellt sich ihren Dämonen der Vergangenheit, damit hätte das Buch beendet sein sollen. Ich verstehe, dass die Autorin Zuversicht vermitteln möchte, aber das hätte auf andere, kürzere Weise geschehen können. Max und Lukas sind für mich auf dieser Reise zwei vollkommen unnötige Charaktere, ebenso wie deren Probleme. Die reine Konzentration auf Edna und Jacob wäre ausreichend und richtig gewesen, so habe ich mich streckenweise ziemlich gelangweilt, weil ich kein Verständnis hatte, warum ich mich mit Adeles Familie beschäftigen soll. Ich war davon so genervt, dass ich die letzten Seiten nur noch überflogen habe. Die Rückblenden sind absolut gelungen. Ich konnte mir das Leben auf dem Hof gut vorstellen. In der Gegenwart fehlt es mir oftmals an Tiefgang. So hätte ich gerne mehr über Ednas Leben nach ihrer Rückkehr nach Südtirol erfahren. Die alte Dame bleibt mir das Buch über fremd. Sie ist für mich nicht greifbar, weil es ihr an Kontur, an wahrem Charakter fehlt. Nur weil ich über ihre Liebe zum Garten oder ihre Sternsammlung Bescheid weiß, ist das für mich noch kein tiefer gehendes Kennenlernen. Zu Beginn hatte ich den Eindruck sie sei etwas senil, dann hielt ich sie trotz ihres Alters für ziemlich naiv, aber richtig warm wurde ich mit der alten Edna nie. Mir fehlen die Verknüpfungspunkte von der jungen zu der alten Edna. Auch bei den Abenteuern und Begegnungen auf ihrer Reise wäre weniger mehr gewesen. Es ist etwas zu viel des Guten, wie beispielsweise die Fahrt im Gepäckraum und die darauffolgende Jagd nach Emil. Fazit Die grauenhaften Bedingungen, unter denen die Schwabenkinder zu leiden hatten, sollten öfters Platz in Romanen finden. Der Roman konnte mich nicht vollends überzeugen. Teils zu oberflächliche Charaktere, teils fehlt mir die Sinnhaftigkeit. Die Erzählung verlor sich immer wieder in Nebenstränge, was dazu führte, dass sie kein Ende zu finden schien. Guter Ansatz, leider kommt die Geschichte zu oft vom Weg ab.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
von Panagiota Leissou - 18.04.2021
Der Roman hat einen sehr ernsten historischen Hintergrund. Es handelt von den Schwabenkindern. Diese wurden von ihren mittellosen Eltern für wenig Geld an Großbauern in Oberschwaben verkauft und mussten für eben diese wie Sklaven für mehrere Dekaden arbeiten. So ein Schicksal ist auch Edna widerfahren. Sie schuftet in den 30er Jahren und erlebt Armut, Missbrauch und Missachtung. Ihr gelingt es zu fliehen doch sie lässt ihre Freund Jacob zurück. Jahre später beschließt sie ihn zu suchen. Sie macht sich auf dem Weg und der Leser erfährt auf diesem Jacobsweg von all ihren kleinen und großen Erinnerungen, ihren Begegnungen mit den verschiedensten Menschen und ihren Erlebnissen. Ich fand es sehr interessant von dieser Zeit und von den Schwabenkindern zu lesen. Auch wenn das Buch in einigen Stellen etwas übertrieben rüberkommt, sind schon die Gräueltaten die den Schwabenkindern zugefügt wurden durchaus real. Mich hat das Buch sehr berührt und ich habe Edna auf ihre ungewöhnliche Reise gerne begleitet.
Eine interessante Erzählung mit Höhen und Schwächen
von Janina O. - 18.04.2021
Ich bin ehrlich. Ich musste bei diesem Buch erst einmal ein paar Tage verstreichen lassen, bevor ich mich diesen Zeilen widmen konnte. Und auch jetzt fällt es mir nicht leicht. Einerseits bin ich beeindruckt, wie Romina Casagrande das schwere Schicksal der sogenannten Schwabenkinder gekonnt in ihre Geschichte eingebaut hat. Wie sie deren Geschichte erzählt, ohne emotional oder wertend zu sein. Wie glaubwürdig sie die Ängste und die Freundschaft der Kinder Edna und Jacob rüberbringt. Doch so sehr mir auch die meisten Rückblicke des Buches gefallen haben, umso mehr hatte ich mit den Handlungssträngen in der Gegenwart so meine Probleme. Ob es nun glaubwürdig ist oder nicht, dass eine fast 90-Jährige zumeist zu Fuß die Strecke von Castelbello in Italien nach Ravensburg in Deutschland zurücklegen kann, ist hierbei nebensächlich. Mein Hadern hatte eine ganz andere Ursache. Immer wieder habe ich mich beim Lesen dabei ertappt, dass mir einzelne Passagen nicht logisch oder rund erschienen, als hätte ich den entscheidenden Satz überlesen. Doch auch bei näherer Betrachtung war keine genauere Erklärung zu finden. So als hätte man beim Korrekturlesen versehentlich zu viel Text rausgestrichen. Das hat mich von Fall zu Fall immer mehr gestört. Denn die Rückblicke in die Vergangenheit machten leider das Fehlen der Tiefe, der Beweggründe, der Wertschätzung ihrer Begegnungen in den Kapiteln der Gegenwart nicht wett. Hier fehlte mir die Liebe zum Detail, die in die Szenen der Vergangenheit eingeflossen waren. Da hätte ich mir mehr Sorgfalt gewünscht, und stattdessen am Nebenstrang mit Max (den ich stellenweise auch eher verwirrend finde) den Rotstift angesetzt. So hat es die Autorin leider nicht geschafft, mich mit diesem Teil des Buches emotional in irgendeiner Weise in den Bann zu ziehen. Und das Ende des Romans? Ja, es ist nicht das, was ich mir gewünscht hätte? Dennoch ist es ist ein schönes Ende. Doch leider bleiben auch hier viele Fragen offen. Zum Inhalt: Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen.
Bewundernswertes Buch über die starke Willenskraft einer Frau mit großen seelisc
von Leseratte - 16.04.2021
Das Buch Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande ist am 10. März 2021 auf 471 Seiten im Krüger- Verlag erschienen. Das Buch ist über Edna geschrieben, die bereits als kleines Kind ihren Bruder Martin an den Blutkrebs verloren hat. Da die Familie finanzielle Schwierigkeiten hatte, sollte sie auf einem Hof Geld für die Familie verdienen, so wie es früher vielen Schwabenkindern erging. Dort wurden Tätigkeiten verrichtet, die für kleine Kinder unzumutbar waren, dazu kamen Misshandlungen und Vergewaltigungen. Auf dem Hof lernt sie aber auch Jacob kennen und es beginnt eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden und einem Papagei namens Emil, den sie ihr Eigen nannten. Die beiden Kinder planen ihre Flucht vom Hof - und verlieren sich bei dieser. Das Buch beginnt mit Edna, mittlerweile über 80 Jahre alt, die im Stern einen Artikel über Jacob liest, den sie seit der Kindheit gesucht hat. Kurzerhand macht sie sich auf die Reise zu ihm und lernt auf der Reise viele verschiedene Menschen kennen, von denen sie etwas lernt und auch materielle Erinnerungen von jedem einzelnen mitbekommt. Immer an ihrer Seite: Papagei Emil, das letzte, was ihr von Jacob seit der Flucht geblieben ist. Die Handlung hat mich sehr berührt und ich fand die Willenskraft der alten Frau sehr bemerkenswert. Nicht einmal wollte sie - trotz Stolpersteinen - die Reise aufgeben. Das Buch ist abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit geschrieben. Ich kann das Buch sehr empfehlen.
Aufarbeitung einer schweren Kindheit
von Anonym - 16.04.2021
Dieser Roman hat einen schönen historischen Wert. Die Autorin greift in ihm die Thematik der sog. Schwabenkinder auf. Das sind die Tausende von Kindern verarmter Bauern aus Norditalien, die über drei Jahrhunderte hinweg bis Mitte des 20. Jahrhunderts von ihren Eltern für wenig Geld an Großbauern in Oberschwaben verkauft wurden, sich zu Fuß über die Alpen machten und auf den Höfen wie Sklaven arbeiten mussten. Die Protagonistin Edna ist ein solches Schwabenkind. In den 1930er Jahren schuftete sie in Ravensburg und sah sich neben der Arbeit Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Vom ersten Tag an ist Jacob mit dessen Papagei Emil ihr Freund, mit dem sie die gemeinsame Flucht plant, letztlich aber nur ihr allein gelingt. Als Hochbetagte entdeckt sie in einer Zeitschrift ein Foto von Jacob. Um eine ihr zeitlebens zu schaffen machende Schuld wiedergutzumachen, begibt sie sich zu Fuß mit Emil auf den schweren Weg zurück zu Jacob. Unterwegs erinnert sie sich an ihre Kindheit und macht hilfreiche Bekanntschaften. Diese Mischung zwischen fiktiver Geschichte und historischem Kern berührt sehr und lässt die heutigen Leser, für die eine Kindheit wie Edna sie hatte, mitleiden. Während der historische Teil sehr realitätsgetreu dargestellt ist, ist die in der Gegenwart spielende Reise Ednas eindeutig als fiktiv erkennbar. Denn eine über neunzigjährige alte Frau, der auch bereits eine Demenzerkrankung bescheinigt ist, kann kaum zu Fuß mit einem Papagei im Marschgepäck einen Marsch von mehreren hundert Kilometern bewältigen. Sehr schön geschildert sind viele Begegnungen mit urigen, hilfreichen Menschen, von denen Edna jeweils Neues lernt. Das Buch wirkt für mich irgendwie märchenhaft und lässt sich von allen Altersklassen lesen.
Eine wilde Reise in die Vergangenheit mit Papagei
von Andrea Hagemann - 15.04.2021
Ein schöne Geschichte von einer über 80 jährigen Frau, die sich mit einem Papagei auf eine Reise über die Alpen begibt, um eine alte Schuld zu begleichen. Der Schreibstil ist gut gemacht und auch die Sprache leicht und flüssig zu lesen. Immer abwechselnd spannende Situationen, lustige Begegnungen und traurige Erinnerungen. Aufgeteilt ist der Roman in zwei Zeitsträngen. In der Gegenwart geht es um Ednas Reise über die Alpen, um endlich ihren alten Freund wieder zu treffen und etwas wieder gut zu machen. Und auf dieser Reise verarbeitet sie die vielen bedrückenden Erinnerungen an ihre Zeit mit Jakob als "Schwabenkind". Die Geschichte der Gegenwart ist teilweise ein bisschen abstrus und langatmig. Auf ihrer Reise begegnet Edna vielen Menschen und lernt deren Lebensgeschichten kennen. Das ist einerseits sehr witzig und originell (vor allem auch mit dem Papagei) und die Gespräche sind teilweise ernst und tiefgründig. Aber dafür, dass es eine über 80jährige ist, ist es meiner Meinung nach, eine ganz schön lange und (zu) anspruchsvolle Reise (zu Fuß über die Alpen, im Freien schlafen, eine Fahrt im Kofferraum) und es sind auch etwas zu viele "spezielle" Begegnungen (zB. eine Schamanin, ein Motorrat-Rocker, ein Homosexueller, ..) Ein paar davon hätten schon gereicht... Stark sind aber die Abschnitte der Vergangenheit, ihre Erinnerungen an die Zeit mit Jakob und ihr beinhartes und grausames Leben als "Schwabenkind". Ich hatte noch nie etwas von diesen "Schwabenkindern" gehört. Das Buch war also nicht nur spannend und berührend, sondern sogar interessant von dieser Zeit zu lesen. Sehr nett fand ich den Schluss. Schön versöhnlich, aber nicht kitschig und übertrieben. Ein nicht ganz "Happy-End", aber ich war doch "happy" als ich es fertig gelesen hatte.
Roadtrip einer Alten zurüc zu den Schatten ihrer Vergangenheit
von Aischa - 15.04.2021
Selten hat sich meine Wahrnehmung eines Romans während der Lektüre so verändert wie bei diesem. Romina Casagrande ist mit Als wir uns die Welt versprachen ein Bestseller über das jahrhundertelange Martyrium der sogenannten Schwabenkinder gelungen. Die Jungen und Mädchen stammten aus bettelarmen Bauersfamilien in Tirol, Vorarlberg oder der Schweiz und zogen über die Alpen, um als ausgebeutete Saisonarbeiter auf schwäbischen Höfen zu schuften. Ich hatte bereits vom Schicksal der Schwabenkinder gehört. Mit großem Interesse verschlang ich daher die ersten Kapitel des Romans - und war zunächst ziemlich enttäuscht. Casagrande fügt häufig gedankliche Einschübe der Protagonistin in Klammern ein. Dies soll wohl witzig wirken, mich nervte es einfach. Es gibt zwei Erzählstränge, einen in der Gegenwart und einen, der in der Kindheit der Hauptfigur spielt. Während letzterer sich so oder so ähnlich zugetragen haben könnte, ist die Handlung des Gegenwartsstrangs nicht unbedingt realistisch: Eine hochbetagte, leicht demente Seniorin macht sich zu Fuß auf, um in mehreren Tagen die Alpen zu überqueren, Übernachtungen im Freien und einen Papagei, den sie im Transportkäfig hinter sich herzieht inklusive ...? Das war mir dann doch zu realitätsfern. Ganz zu schweigen von all den skurrilen Begegnungen und schrägen Abenteuern, die dieser Roadtrip über die Berggipfel umfasst. Doch irgendwann verabschiedete ich mich von der Idee, dass Casagrande hier etwas erzählte, was so stattgefunden haben könnte. Ich entschloss mich vielmehr, die Geschichte als Allegorie unbändiger Willenskraft zu lesen, als eine Art modernes Märchen, vermischt mit Teilen eines Historienromans. Und mit dieser Interpretation konnte ich mich auf die Erzählung einlassen; plötzlich wurde ich berührt, konnte schmunzeln, musste lachen. Fazit: Ein lesenswertes Buch, nicht nur, aber auch um das Andenken an die Schicksale der Schwabenkinder zu bewahren.
Eine Alpenüberquerung der besonderen Art
von Constanze Pachner - 14.04.2021
Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende Bergbauernkinder vor ihnen. Der zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen. (Klappentext) Mit diesem Roman macht Romina Casagrande ein vergessenes Kapitel der deutsch-italienischen Geschichte erlebbar. Die Schwabenkinder erhalten - durch Ednas gedankliche Reise in die Vergangenheit und durch den gegenwärtig erlebten Roadtrip über die Alpen - eine Stimme. Stilistisch ist die Sprache überschwemmt mit etlichen literarischen Stilmitteln, die gewollt präzisionshaft gesetzt wirken. In dieser Gewolltheit schlummert eine Art Vorhersehbarkeit, die den Leser ermüdend lässt und sprachlich überraschende Momente verhindert. Die nachgezeichnete Alpenüberquerung wirkt wie ein surreal konstruierter Roadtrip, der den Leser zum schmunzeln bringt. Die unterschiedlichsten Begegnungen auf dieser ungewöhnlichen Reise sind mit ihren psychologisch konstruierten Dialogen von tiefgründiger Natur. Ich denke oft darüber nach, denn jede Begegnung ist Teil von etwas, das wir bereits durchlebt haben und das immer ein Teil von uns sein wird. (S.121) Das in diesem Roman dominante Thema Freundschaft wird durch die heilende Kraft der Hilfe erzählt - ohne dabei verheimlichend zu beschönigen, denn jegliche Hilfsbereitschaft impliziert Opfer, die von den Ausführenden erbracht werden müssen.
Zimperliese macht eine Reise
von Anonym - 13.04.2021
Als wir uns die Welt versprachen ist in meinen Augen das Buch einer Reise in die Vergangenheit. Edna musste als Kind auf dem Hof eines Großbauern bei Ravensburg schuften. Jetzt ist sie hochbetagt und erkennt in einem Zeitungsartikel Jacob, ihren Freund aus den Tagen als Schwabenkinder, wieder. Sie macht sich auf den Weg, um ein Versprechen aus Kindertagen einzulösen. Auf ihrer Reise erlebt sie allerhand Abenteuer und begegnet den unterschiedlichsten Menschen. Alle diese Begegnungen sind so angelegt, dass Edna aus ihnen eine Parallele zu ihrer Vergangenheit ziehen kann, sich erinnert und das Erlebte irgendwie aufarbeitet. Aus diesem Grund sind die Begegnungen meiner Meinung nach sehr konstruiert, die Typen, auf die sie trifft, sehr speziell. Ständige Wiederholungen und neue Widrigkeiten ziehen Ednas Weg sehr in die Länge. Die Rückblenden in ihre Kindheit wiederum haben mich voll in ihren Bann gezogen. Dort gibt es keine Längen, die sind mitreißend und spannend.
sie hat mich verloren
von Pseudo - 13.04.2021
Ein Cover das zum Titel passt. Eine Inhaltsangabe die neugierig macht. Als ich das Buch in Händen hielt, war ich voller Vorfreude. Leider kam ich nur sehr schwer in den Roman hinein und noch schwerer war es für mich bei der Stange zu bleiben. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab, da mich das Buch einfach nicht abholte. Der Inhalt war gut gedacht. Die neunzigjährige Edna liest in der Zeitung von ihrem Freund und Begleiter aus Kindheitstagen. Sie mussten schon als Kinder sehr schwere Arbeit errichten und nur der Jakob hielt der kleinen Edna den Rücken frei. Dann kam jedoch der zweite Weltkrieg und riss die beiden auseinander. Nun will Edna ihre Schuld begleichen und den Papagei dem Jakob zurückbringen. Erst mit dem Zug, dann mit dem Bus und dann zu Fuß und wir dürfen sie begleiten. Aber wie ich eingangs schon schrieb, ich wurde leider nicht mitgenommen.
Edna und ihr Papagei
von madl_books - 11.04.2021
Mit voller Vorfreude bin ich an diesen Roman gegangen, denn ich fand, der Klappentext klingt einfach nach einer interessant, bewegenden aber auch humorvollen Geschichte. Denn wenn sich eine Dame im Alter von neunzig Jahren alleine auf den Weg über die Alpen macht, mit nichts außer einem Handkarren, das nötigste an Kleidung und einem Papagei, dann könnte es doch recht unterhaltsam werden. Und in gewisser Weise, war es das auch. Nach kürzester Zeit sind ihr schon der Geldbeutel und all ihre Ausweispapiere abhanden gekommen. Keine guten Voraussetzungen. Aber zum Glück trifft sie unterwegs auf genug Menschen, die ihr behilflich sind. Edna hat mich zu Beginn dieser Reise, absolut abgeholt und mitgenommen. Die ersten Kilometer, war ich eine aufmerksame Reisebegleiterin und fand es sehr spannend und unterhaltsam. Leider hat mich die "alte" Edna aber mit der Zeit etwas verloren. Ich fand ihren Weg immer langweiliger und stellenweise dadurch sehr langatmig. Es passierte mir gefühlt einfach zu wenig. Ihre Begegnung waren allesamt nichts besonderes, weder hatten sie was berührendes, überraschendes noch aufregendes. Der Handlungsstrang in der Vergangenheit, als wir die "junge" Edna begleiten, hat mich dagegen um vieles mehr berührt. Was ihr und tausend anderen Kindern widerfahren ist, war sehr ergreifend erzählt. Und doch hat mir auch da die Ausarbeitung der Charaktere nicht ausreichend zugesagt. So konnte ich gerade zu Jacob keinen Bezug aufbauen. Was ich wirklich sehr schade fand, denn eigentlich spielt auch er eine größere Rolle in diesem Roman. Insgesamt bin ich aber trotzdem froh diesen Roman gelesen zu haben. Denn auch wenn er mich nicht komplett überzeugen konnte, so gab es doch einige schöne, nette und berührende Momente mit Edna und ihrem Papagei, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Alles ist miteinander verbunden
von Anonym - 09.04.2021
Alles ist miteinander verbunden Prolog 1. Satz: Das Mädchen rannte, bis ihr die Knöchel in den schweren Schuhen brannten. Zum Inhalt Mit Edna hat die Autorin einen sehr eigenwilligen Charakter geschaffen. Als sie ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob in der Zeitung sieht, steht für sie fest, dass sie von Südtirol nach Deutschland zu Jacob reist. Sie möchte unter den gleichen Bedingungen wandern, wie vor vielen Jahren als kleines Mädchen. Damals ist sie von einem Bauernhof in Schwaben geflüchtet. Mit Jacobs Papagei im Gepäck macht sie sich nun erneut auf den beschwerlichen Weg. Viele Pannen erschweren ihre Reise. Aber auch hilfreiche Begegnungen pflastern ihren Weg. Meine Meinung Dieses mal fällt es mir wirklich sehr schwer, meine Eindrücke in Worte zu fassen. Die Kapitel in der Vergangenheit konnten mich durchwegs überzeugen. Ich wusste ehrlich gesagt nichts über die Schwabenkinder. Arme Familien, die ihre Kinder an Bauern verkauften, gab es zu dieser Zeit viele. Dort mussten die Kinder schwere Arbeiten verrichten. Eine strapaziöse Reise auf sich nehmen, die manchmal von einem Pfarrer begleitet wurde. In der guten Absicht, Kinder ein besseres Leben zu ermöglichen. (Laut Edna) Sogar 5jährige Kinder mussten auf den Höfen schuften. Krank durften sie nicht werden. Keiner hatte sich um sie gekümmert. Für manchen Knecht waren kleine Mädchen Freiwild. Edna hatte damals einen guten Freund gefunden, der ihr über ihr Heimweh hinweg half. Ohne Jacob hätte sie nicht überlebt. Jacob nannte sie stets liebevoll Zimperliesel. Als Jacob und Edna einem Zauberer den Papagei Emil abkauften, hatten beide einen Freund mehr. Der dankbare Ara ließ sich von Jacob jede Menge Kunststücke beibringen. Edna und Jacob schmiedeten einen Fluchtplan. Doch nur Edna gelingt die Flucht. Edna ist nun eine alte Frau. Verschanzt sich in ihrem Haus und Garten und betrachtet von dort die Welt. Sie braucht keine Uhr. Ihr Leben hat einen beständigen Rhythmus. Die Halbitalienerin wird von einer ganz lieben Nachbarin umsorgt. Adele hilft der Signora Edna Weiss, wo sie nur kann. Steht hinter Edna, als die ihre beschwerliche Reise auf sich nimmt. Wie schon erwähnt, haben mir die Passagen in der Vergangenheit sehr gut gefallen. Oder sagen wir mal so. Ich fand sie total interessant. Kinderhandel kann man ja nun wirklich nicht als schön bezeichnen. Jedoch konnte ich mich mit der beschwerliche Wanderung nicht anfreunden. Eine fast 90jährige, mit Schmerzen an den Hüften und Gehstock, soll so viele Kilometer überwiegend zu Fuß schaffen? Es gibt sehr alte Menschen, die noch Großes meistern und über eine größere Fitness verfügen, als manch junger Mensch. Aber dazu zählt Enda nun mal wirklich nicht. Und dann auch noch einen selbst gezimmerten Käfig auf Rädern mitziehen? Wirklich? Ich habe dieses Buch in einer Leserunde gelesen. Da fiel ein Satz, der mir aus der Seele spricht. Der lautete in etwa so: [[Eine Geschichte muss nicht real sein, aber glaubwürdig![[ Das hat mir in der Geschichte auf weiten Strecken gefehlt. Glaubwürdigkeit. Vor allem was der Papagei auf ihrer Wanderung mitmachen musste. Kein geeignetes Futter und meist in der engen Behausung, dürfte für Emil eine große Qual gewesen sein. Eine Edna, als Beifahrerin auf dem Motorrad, hat mein Verständnis dann total strapaziert. Bei Wind und Wetter unterwegs. Oftmals durchnässt und stark hustend. Keine Hilfe annehmend. Im Ernst? Die Begegnungen von Edna kann ich ein ganzes Stück weit nachvollziehen. Auf einer Wanderung hat man wirklich viele tolle Begegnungen. Hilfsbereitschaft wird groß geschrieben. Doch auch hier fehlt es oftmals an Glaubwürdigkeit. Alleine die hanebüchenen Übernachtungen von Edna haben mich ungläubig den Kopf schütteln lassen. Edna nimmt keine Hilfe in Form von Geld an, obwohl ihr ganzes Geld geklaut wurde. Das war erst für mich nicht nachvollziehbar. Edna wollte Buße tun. Jacob seinen Papagei zurückbringen. Ich habe mich gefragt, welche Schuld ein kleines Mädchen auf sich genommen haben könnte. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Ich hatte von jedem ein klares Bild im Kopf. Vor allem Adele habe ich ins Herz geschlossen. Ihren Mann Max wusste ich lange nicht einzuordnen. Das Setting ist wunderbar gewählt. Die Naturbeschreibungen haben mir Lust auf eine Wanderung gemacht. Der Schreibstil ist schön und flüssig. Der Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit hat mir gut gefallen. Trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch dann doch noch richtig gepackt. Edna ist mittlerweile ein richtiger Star in den Medien. Hat viele Follower auf Instagram. Das emotionale Ende ist mir ziemlich nahe gegangen. Fazit Diese Geschichte, die mich zwiegespalten zurück gelassen hat, kann ich nur bedingt empfehlen. Trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch ab einem bestimmten Zeitpunkt richtig gepackt. Eine herzergreifende Story, die besonders in der Vergangenheit zu überzeugen weiß. In der Gegenwart leider oftmals nicht glaubwürdig daher kommt. Das emotionale Ende hat mich sehr berührt. Der Kreis hat sich geschlossen. Alles ist miteinander verbunden. Ich vergebe 3 1/2 Sterne. Danke Romina Casagrande. Ich fand das Interview im Anhang sehr interessant und emotional.
Edna und Jacob
von kiki - 07.04.2021
Edna und Jacob, zwei Bergbauernkinder aus Südtirol, arbeiten unter härtesten Bedingungen auf einem schwäbischen Landgut. Ihre Eltern sind arm und bekamen Geld , wenn sie ihre Kinder zum Arbeiten ins Schwäbische schickten. Im Frühjahr machen sich mehrere Kinder mit ihrem Pfarrer auf den langen Weg über die Alpen. Die Kinder müssen auf den Bauernhöfen alle Arbeiten verrichten und leben unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Edna und Jacob versprechen sich, dass niemand sie trennen kann. Sie wollen zusammen fliehen und Emil, den Papagei mitnehmen. Aber der Krieg reißt sie auseinander und Edna macht sich mit Emil allein auf den Weg zurück nach Hause. Inzwischen ist Edna neunzig Jahre alt geworden, als sie eines Tages im neuesten stern ein Foto von Jacob sieht. Auch er ist älter geworden, aber sie hat ihn sofort erkannt und fasst den Entschluss, noch einmal den Weg über die Alpen zu nehmen und Jacob Emil zurückzubringen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der Edna viele interessante Menschen trifft.
Berührendes literarisches Denkmal für die Schwabenkinder
von Sagota - 06.04.2021
Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande (und aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt von Katharina Schmidt und Barbara Neeb) erschien im Fischer Krüger Verlag (2021, HC gebunden). Dieser bewegende und berührende Roman der Autorin, die selbst aus Südtirol stammt, gibt all den Kindern eine Stimme, die während 3 Jahrhunderten (!!), bis Mitte des 20. Jahrhunderts, aus dem Tessin, aus Italien und dem Süden Österreichs, aus bettelarmen Familien stammend, mit einem Kurier die Alpen überquerten, um auf reichen Höfen in Oberschwaben zu arbeiten. Hier begegnen wir den Schwabenkindern in der fiktiven Gestalt der Romanfiguren Edna und Jacob. Edna und Jacob trafen sich auf dem Hof des Großbauern, auf dem sie harte Arbeit zu verrichten hatten, immer am Kirschbaum und beschlossen, gemeinsam die Flucht zu ergreifen. Jacob (der besser zeichnen konnte als schreiben) hatte alles bis ins Detail geplant. Doch am Tag der Flucht, die sie gemeinsam mit Emil, dem Papagei, antreten wollten, ging nicht alles gut - so konnte Edna mit dem Papagei auf einem Wagen, der den Hof verließ, flüchten - aber Jacob blieb zurück.... Das Versprechen, das sich beide Kinder gaben, ist der Hintergrund dieses Romans und der Reise der nun alten Edna: Emil gehörte eigentlich Jacob und sie will den Papagei, mit dem sie ihr Leben teilte, Jacob zurückgeben, als sie ein Bild in einer Zeitung sieht, das Jacob zeigt, der nach einer Überschwemmung in einer Ravensburger Klinik liegt... So begleiten wir die alte und liebenswerte Dame auf ihrer Reise zu Jacob: Wir erleben, wie ihr Umhang verloren geht und sie fortan fast mittellos weiterreisen muss: Wir begegnen Roland, einem netten Motorradfahrer, der Edna eine warme Unterkunft anbietet und ihr seine Lederjacke schenkt (denn wenn jemand in Schwierigkeiten steckt, hilft man sich gegenseitig) und erfahren später, dass die Jacke und ein Freund von Roland noch von sehr positiver Bedeutung sein werden. Auch Priska und Flo, zwei Aussteiger, helfen Edna weiter, die sich ihr Bein mit Brennesseln verbrannte und Priska sich als Schamanin beweisen kann. Wir laufen neben Edna, die teils bei Regen und hustend, den Transportkäfig von Emil hinter sich herziehend, größere Strecken trotz ihres hohen Alters bewältigen kann und treffen Fer(nando), den Argentinier, der nicht nur den Käfig von Emil reparieren kann (er kümmert sich sonst um Oldtimer), sondern auch ein solches ausleiht , um Edna nach Bregenz zu bringen. Ohne Fer hätte sie Emil womöglich verloren, da er noch im Laderaum des Busses steckte, den sie zuvor zum Reisen nutzte. Auf Ednas Fersen hat sich Adele geheftet, jene Nachbarin, die immer bei ihr nach dem Rechten sah und ihr Lebensmittel brachte: Um sie abzuschütteln, lässt sich die reaktionsschnelle Edna gerne etwas einfallen, denn diese Reise müsse sie alleine machen, sagte sie Adele... In Rückblenden, die in die Reise Ednas und Emils eingebaut sind, erfährt man von den Ängsten und der äußerst harten Arbeit bei schmaler Kost, die die Schwabenkinder auf den Höfen zu verrichten hatten: Begleitet wurden sie wie im Falle von Edna oftmals von einem Padre, der sie dann am Zielort jemandem übergab , der die Kinder an die Großbauern verkaufte. Noch heute, so die Autorin, fragt man sich, wie solch eine abscheuliche Tradition sich über Jahrhunderte halten konnte, in denen Kinder (zwischen 5 und 15 Jahren) wie Vieh verkauft wurden. Viele dieser Kinder überstanden die Reise über die Alpen oder die harten Monate bei den Bauern nicht und bezahlten mit ihrem jungen Leben. Trotz dieser sehr traurigen Wahrheit gelingt es Romina Casagrande durch ihren sehr menschlichen, warmherzigen, klugen und auch humorvollen Schreibstil, den Lebensmut und die Willenskraft von Kindern wie Edna und Jacob sehr positiv darzustellen, denn manchmal braucht man Mut, um glücklich zu sein (Zitat S. 315) und ... er (der Mut) wird aus Zweifeln und Angst geboren (S. 316) Letzteres macht die beeindruckende Reise von Edna zu einem einmaligen Leseerlebnis und gleichzeitig zu einem geschichtlichen Verständnis, die den Schwabenkindern ein Denkmal setzt. Mit Edna und Jacob gab die Autorin ihnen eine Stimme, die mutig war und niemals resignierte. Die Danksagung im Anhang ist eine der schönsten, die ich je gelesen habe - für diesen wundervollen und sehr einfühlsam geschriebenen, atmosphärischen sowie humorvollen Roman gebe ich deshalb den Dank fürs Lesen und eine Zauberfeder zurück an Romina Casagrande. Von mir erhält Als wir uns die Welt versprachen die höchste Bewertung und eine Leseempfehlung für alle, die sich für die Geschichte der Schwabenkinder interessieren. 5 *
Ednas ganz persönlicher Jakobsweg
von Hennie - 06.04.2021
Edna Weiss führt ein zurückgezogenes, unauffälliges, unspektakuläres Leben in ihrem Häuschen mit Garten in dem Südtiroler Ort Castelbello im Vinschgau. Sie lebt äußerst bescheiden und einfach. Ihr schweres Kindheitsschicksal kommt nur durch einen Zufall ans Licht. Sie liest im von ihr geliebten "Stern von dem Unglück durch eine Schlammlawine und erkennt auf einem Foto Jacob, der durch eine auffällige Narbe am Augenlid ihr auch nach langer Zeit vertraut ist. Die 90jährige Frau fasst kurzerhand den Entschluß, sie muss unbedingt zu ihm und eine alte, vermeintliche Schuld wiedergutmachen. Sie packt den ebenfalls betagten Emil, einen Papagei, in die Transportkiste, und für sich einen Rucksack mit wenigen Utensilien und macht sich auf den beschwerlichen Weg von Italien über Österreich nach Deutschland... Es ist eine gleichwohl berührende, emotionale (in der Vergangenheit) als auch abenteuerliche Geschichte (in der Gegenwart), die Romina Casagrande erzählt, wobei sie für sich einiges an schriftstellerischer Freiheit, was die Figur der alten Dame betrifft, in Anspruch nimmt. Die alte Edna und ihr Papagei Emil begeben sich zurück auf die kräftezehrenden Spuren von Ednas schwerer Kindheit. Sie folgt mit einer selbstgezeichneten Karte dem anstrengenden Weg, den sie als Schwabenkind vor 80 Jahren von Italien nach Deutschland machen musste. Nun auch wieder den größten Teil zu Fuß. Besonders schwierig die Strecke über den Arlberg. Ich bezeichne diese ganze Aktion als Ednas ganz persönlichen Jakobsweg. "Der Junge mit den traurigen Augen" hatte sie nie losgelassen. Er war stets Teil ihres Lebens. "Eins wusste sie tief in ihrem Innern: Nichts konnte sie je auseinanderbringen. Niemand würde sie je trennen." Jacob erinnerte sie zudem an ihren verstorbenen Bruder Martin. Von anderen Erinnerungen erfährt man nur sehr wenig. Edna schien ihr Schicksal angenommen zu haben, ohne Jacob jemals zu vergessen. Er war für sie immer gegenwärtig, jedoch vor anderen tief in ihrem Inneren verborgen. Es wird im Roman ganz wenig von Ednas Leben preisgegeben, was nach der Schwabenkindzeit geschah. Dort hatte sie nur Schlimmes erlebt, alles, was einem weiblichen Wesen passieren kann! Nur Jacob ist ihr Halt von Beginn an. Jacob war ihr auf den Hof gefolgt, der kein guter Ort war. S. 92 "Er war auf den Hof gekommen, weil er das Mädchen wiedersehen wollte, das ihm zugelächelt hatte, während ein Karren sie unter einem düsteren Himmel fortbrachte." Das Ende der Geschichte verläuft traurig, aber klingt wiederum auch optimistisch aus. "Guten Morgen, Zimperliese!" spricht Papagei Emil und die Enkelin Jacobs erkennt den Vogel, was beweist, dass Jacob Edna nie vergessen, immer im Herzen getragen hatte. Es geht immer weiter! Den versöhnlichen, positiven Schluss ermöglichte weitgehend Ednas unkomplizierter Charakter, ihr unbefangenes Wesen. Trotz ihres Alters stellte sie sich Neuem aufgeschlossen gegenüber. Ihr Motto schien zu sein: Niemals aufgeben, so schwer, so aussichtslos es sein mag! Und die Zahl der Jahre ist für das Ziel unwichtig! Fazit: "Bewegend schreibt Romina Casagrande über die Geschichte der 'kleinen Sklaven' und auch über das Reisen als Bild für das Leben an sich. Corriere della Sera Dem Zitat möchte ich eigentlich nichts mehr hinzufügen. Für mich war das Buch unterhaltsam, informativ, trotz des ernsten Themas auch mit Humor und philosophischen Erkenntnissen durchsetzt. Menschen jeden Alters sollten sich stets mit Respekt, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Freundschaft begegnen. Ich gebe dafür meine Höchstbewertung und die unbedingte Lese-/Kaufempfehlung!
Die Reise von Edna und Emil zu Jacob
von morlin - 06.04.2021
Edna, eine Frau von über 90 Jahren, lebt alleine und zurückgezogen in ihrem kleinen Häuschen in Südtirol. Ihr einziger Begleiter ist Emil - ein Papagei. Das wirkt erst einmal sehr idyllisch, aber Edna hat in ihrer Kindheit Schlimmes erlebt. Sie wurde als Schwabenkind regelrecht an einen Bauern in Deutschland verkauft. Dort mussten sie und die anderen Kinder schwere Arbeit leisten - ohne Lohn und waren dabei der Gewalt des Großbauern und seiner Knechte ausgeliefert. Edna freundet sich auf dem Hof mit Jacob an und gemeinsam - und mit Emil - planen sie die Flucht aus diesem Dasein. Im hohen Alter wird Edna nun von der Vergangenheit eingeholt und sie beschließt, sich - wie damals - auf die Reise zu dem Gehöft zu machen. Bei dieser Reise trifft sie auf viele hilfsbereite Menschen. Phasenweise ähnelte die Geschichte dem Buch "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry". Das Buch wechselt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Wobei ich gerne noch mehr aus der Zeit in Deutschland gelesen hätte. Ein wirklich schönes Buch, absolut empfehlenswert.
Man kann alles schaffen!
von Buchkathi - 06.04.2021
Was würden Sie sagen, wenn Ihnen eine neunzigjährige Frau erzählen würde, dass sie mit ihrem Papagei die Berge überwinden will, um einen alten Freund wiederzusehen? Das gibt¿s doch nicht und das klappt niemals! So oder so ähnlich würden wahrscheinlich die allermeisten Menschen reagieren. Doch genau um eine solche Reise und deren Hintergründe geht es in dem Roman "als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande. Edna und ihr Papagei Emil leben im beschaulichen Örtchen Castelbello ihr ruhiges Leben im eigenen Häuschen und mit dem eigenen Blumengarten. Regelmäßigen Besuch bekommen die beiden von Adele, die im gleichen Ort lebt, und mit Edna schon lange Jahre befreundet ist, obwohl Adele um einiges jünger ist. Doch Adele besucht die beiden nicht nur, sondern geht ihnen auch mit den Besorgungen zur Hand - hat sie doch ihren eigenen kleinen Lebensmittelladen - und bringt Edna dabei regelmäßig die Zeitschrift "Stern" mit. So ist es auch zu Beginn dieser Geschichte, nur, dass Edna in dieser Ausgabe ihren alten Freund Jacob wiederentdeckt, und wild entschlossen ist, ihn wiederzutreffen. Und so beginnt Ednas aufregende Reise. Die Reise soll Edna von Castelbello nach Ravensburg führen - genau den gleichen Weg über die Berge, den Edna damals schon als kleines Mädchen gemacht hat. Denn Edna war ein Schwabenkind und wurde damals von ihren Eltern auf den Weg nach Deutschland geschickt, um dort auf einem Hof Geld zu verdienen und zu arbeiten. Ihr Leben unter härtesten Bedingungen, mit viel Leid und noch mehr harter Arbeit konnte sie damals nur mit ihrem Freund Jacob durchstehen. Jedoch haben sich ihre Wege damals auf der Flucht weg von diesem schrecklichen Hof getrennt. Nun aber hat Edna durch den Zeitschriften-Artikel einen Anhaltspunkt, wie sie Jacob wiederfinden kann und macht sich auf die beschwerliche Reise, wobei sie allen Zweiflern trotzt und über ihre Grenzen hinauswächst. Während dieser Reise erfährt der Leser nicht nur viel über die liebenswürdige Edna, die sich ihre positive, kindliche Sicht auf die Dinge bewahrt hat, sondern auch über deren Vergangenheit und wie es den Schwabenkindern damals ergangen ist. Unterstützung erhält die alte Edna von den unterschiedlichsten Menschen, denen sie auf der Alpenüberquerung begegnet und die nicht weniger skurril sind als sie selbst. Manche von ihnen wirken sogar auf Edna etwas merkwürdig, doch obwohl Edna durchaus auch Vorurteile verspürt, tritt sie allen offen gegenüber und als Leser gewinnt man den Eindruck, dass es sich lohnt, etwas mehr wie Edna zu sein: Mutig und weltoffen. Die Charaktere sind dabei von Romina Casagrande tiefgründig und facettenreich beschrieben und man ertappt sich nicht selten dabei, dass man seine Vorurteile nach dem Kennenlernen der Personen selbst über Bord wirft. Die Geschichte regt zum Schmunzeln an, ist luftig-leicht und doch im nächsten Moment auch wieder sehr emotional und beklemmend. Mich hat Ednas Reise auf jeden Fall sehr gepackt und auch mit etwas Abstand zum Buch denke ich noch oft darüber nach. Wer gerne Romane mit historischen Elementen liest, sollte diese gefühlvolle Reise von Edna nicht verpassen. Außerdem ist das Schicksal der Schwabenkinder so erschreckend, dass man ihm Gehör verschaffen muss und das schafft dieser Roman auf eine sehr berührende Art und Weise!
Ein sehr bewegendes und emotionales Buch
von Anonym - 06.04.2021
dna und Jacob, 2 Kinder, die an Märchen glaubten und der Papagei mit den Zauberfedern. Bereits der Buchtitel und das Cover lassen einen erahnen, dass es sich um eine bewegte Geschichte handelt. Edna, eine alte Frau lebt mit ihrem Papagei Emil in Südtirol und kann die Zeit als Schwabenkind und vor allem ihren Kinderfreund Jacob nicht vergessen. Als junges Mädchen musste sie, so wie viele andere Bergbauernkinder die Alpen überqueren und unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften. Einsam ohne Eltern in der fremden Welt wurden die Kinder ausgenutzt. Auf einem schwäbischen Bauernhof freundete sie sich mit Jacob an. Die Zeit dort war für Edna unerträglich und sie hütete ein Geheimnis, das sie schwer belastete. Die beiden schworen sich für immer zusammen zu bleiben. Zusammen planten mit ihrem Papagei Emil die Flucht von dem schwäbischen Großbauern bis ins kleinste Detail. Als der Tag der Flucht gekommen war, verlief es jedoch anders als gedacht. Edna und Emil konnten flüchten, jedoch gelang Jacob die Flucht nicht. Edna hatte Jacob im Stich gelassen und das konnte sie sich ihr ganzes Leben nicht verzeihen. Sie hatte ihr Versprechen nicht eingelöst und Jacob alleine zurückgelassen. Ihr ganzes Leben belastete sie das so sehr. Aber mit niemandem wollte und konnte sie darüber reden. Auch nicht mit Adele, ihrer Nachbarin in Südtirol, welche sich rührend um die alte Edna kümmert. Durch einen Zeitungsartikel findet Edna eines Tages ihren Jacob. Er wohnt immer noch in Schwaben in Ravensburg und wurde verletzt. Edna wartete ihr ganzes Leben einen Hinweis von Jacob zu erhalten. Prompt macht sie sich zu Fuß auf den weiten Weg über die Alpen, so wie damals als Kind. Sie ist entschlossen, Emil ihrem Jacob zurückzubringen und ihr die ganze Geschichte von damals zu erzählen. Sie wollte ihn doch nicht im Stich lassen. Edna schafft es tatsächlich nach Ravensburg zu kommen und auf Jacob zu treffen. Jedoch anders als geplant.... Ich finde das Buch sehr faszinierend und emotional. Vor allem erfährt man über das schwere Leben der Schwabenkinder.
Schwabenkinder
von Maria_21 - 05.04.2021
Die Autorin Romina Casagrande, erzählt in ihrem neuen Roman "Als wir uns die Welt versprachen", eine berührende Geschichte über arme Bergbauernkinder, die während des Zweiten Weltkrieges an schwäbische Landbesitzer, verkauft wurden. Inhalt: Das Buch, das Hoffnung schenkt: Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine inspirierende Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland. Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen. Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit - wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen. Meine Meinung: Der Roman wird in drei Strängen erzählt. Edna wird als 10jähriges Mädchen von ihren armen Eltern an Padre Giovanni verkauft und auf einer beschwerlichen Reise von Südtirol zu Bauern im Schwäbischen, nach Deutschland gebracht. Dort trifft sie auf Jacob, mit dem sie eine tiefe Freundschaft verbindet, denn nur so meisterten sie dieses wahrlich harte Leben auf dem Bauernhof. Das Leben der Schwabenkinder ist erschreckend und zugleich verstörend, beschrieben. Manche Begebenheiten, die Edna betreffen, fielen mir richtig schwer zu begreifen. Edna, hat diese Erinnerungen ganz tief in ihrem Inneren vergraben. Wem hätte sie sich auch anvertrauen sollen? In einem zweiten Strang begibt sich Edna bereits über 90 Jahre alt, erneut auf die Reise nach Deutschland um sich auf die Suche nach Jacob zu machen. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, den Papagei Emil zu Jacob zu bringen und plant die Reise nach Deutschland, anhand einer Landkarte auf den alten Wegen zu unternehmen - also zu Fuß, per Bus und Bahn. Würde Edna nicht immer wieder Hilfe von Mitmenschen bekommen, wäre diese Reise nicht möglich gewesen. Die Reise ist mehr als beschwerlich und auch hier und da auch sehr unglaubwürdig. Es gibt eine ganz Menge Menschen, die ihr behilflich sind und unterstützen die sture und doch liebenswerte Edna, bei ihrer Suche. Im dritten Strang erlebt man Adele bzw. ihren Mann Max in Südtirol und ihre Sorge um Edna, die ohne sich zu verabschieden, abgereist ist. Fazit: Anhand des Klappentextes habe ich mich auf eine Geschichte in die Vergangenheit gefreut und stellte dann aber fest, dass es sich hierbei um ein schreckliches Drama verkaufter Kinder, die sogenannten "Schwabenkinder", handelt. Bisher war dies für mich ein recht unbekanntes Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte von Edna auf der Suche nach Jacob, war für mich leider etwas unglaubwürdig und nicht ganz rund.
Weg zurück in eine verlorene Kindheit
von Anonym - 05.04.2021
Ihre Kindheit war bitter, ihr Schicksal oft grausam. Über drei Jahrhunderte zogen sie aus elender Not gegen Norden über die Alpen, um sich als billige und oftmals misshandelte Arbeitskräfte auf Bauernhöfen in Süddeutschland zu verdingen. Und so kamen sie zu trauriger Berühmtheit und füllten ein Kapitel dunkler historischer Zeit: die Schwabenkinder. Unter ihnen Edna und Jacob, denen Romina Casagrande in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" Gesicht und Stimme gibt. Beide sind sich sehr zugetan, auf dem großen Hof in Ravensburg in den 1930er-Jahren. Beide versprechen einander, gemeinsam zu fliehen, doch Edna hält dieses Versprechen nicht und wird darunter ihr ganzes langes Leben lang leiden. Als sie zufällig erfährt, wo Jacob lebt, bricht sie im hohen Alter zu ihm, auf dem Weg, den sie als Schwabenkinder vormals gegangen sind. Der Leser begleitet Edna und ihren Papagei Emil auf den Spuren zurück. Emil ist ihr all die Jahre immer Verbindung zu Jacob gewesen, haben sie den Vogel doch während ihrer gemeinsamen Zeit erstanden. Auf diesem Weg durch zum Teil unwegsames Gelände begegnet Edna zahlreichen Menschen, macht neue Erfahrungen, gewinnt Erkenntnisse und verliert nie ihre Verantwortung für das Geschehene aus dem Blick. Sporadisch unterbrechen Kapitel die gegenwärtigen Ereignisse und lenken den Blick zurück auf Ednas und Jacobs Schicksal viele Jahrzehnte zuvor. Das weckt ein hohes Maß an Empathie für die beiden und ihre Leidensgenossen. Warum überzeugen mich Handlung und Konstrukt dieses Romans dennoch nicht? Ednas Begegnungen erscheinen mir allzu zufällig, um nicht zu sagen konstruiert. Ich wurde beim Lesen den Verdacht nicht los, dass die Autorin eigene Begegnungen ihrer persönlichen Biografie auf Edna überträgt. Mir erschließt sich dabei nicht die Sinnhaftigkeit dessen, was die Autorin im angehängten Interview als Beweggründe anführt. Oft ging mir einfach der Bezug zum Plan und zum Handeln der Protagonistin verloren und ich entfernte mich Seite um Seite mehr von den Personen. Nicht unerhebliche Längen des Buches und der Hang der Autorin zu permanenten Vergleichen taten ein Übriges. Schade, ich hatte so motiviert mit dem Lesen begonnen
Eine lebendige Geschichte
von Booklove15_11 - 04.04.2021
Edna wächst bis zu ihrem 10. Lebensjahr glücklich in Südtirol auf, bis der Armut an deren Haustür kloppte. Sie überquert gemeinsam mit dem Pfarrer des Dorfes die Alpen, um bei schwäbischen Großbauern zum Arbeiten. Doch was sie dort erwartete, ist nicht nur körperliche und seelische Schmerzen, sondern ein Junge mit traurigen Augen. Jacob, ein Freund. Ihre Mut und Kraft Spende. Bis der Zweite Weltkrieg sie für immer trennte. Fast 80 Jahre später entdeckt Edna in einer Zeitschrift ein Bericht mit Jacobs Bild. Ab da an konnte keine die liebenswerte Dame bremsen. Mit ihrem Papagei Emil im Gepäck, zu Fuß, mit Bus und Bahn, macht sie sich auf dem Weg aus Castelbello/Italien. Ihr Ziel: Ravensburg/Deutschland. Mit ihrem klare, einfühlsame, humorvolle und vor allem bildhafte Schreibstil hat mich die Autorin mit ihrem Debütroman auf eine Wanderung mitgenommen, welche ich sehr genossen habe. Eine Reise, die mich gleichzeitig zu tiefst berührt und zum Lachen gebracht hat. Wo ich mit Edna in der Vergangenheit mitgelitten hab, in der Gegenwart wollte ich sie einfach huckepack nehmen und sie durch den Wald tragen. "Schwabenkinder"... einer der schwer verdaulichste Kapitel in der Deutschgeschichte. Obwohl die Story stellenweise recht unglaubwürdig war, ist es Romina Casagrande mit diesem Werk sehr gut gelungen, einige der damaligen Kinder eine Stimme zugeben. Eine lebendige, mitreißende Geschichte welche mich mit wunderbaren Lesestunden beschert hat.
Schwere Kindheit
von Philiene - 04.04.2021
Der Roman erzählt die Geschichte der Südtiroler in Edna. Als Kind würde sie über die Alpen nach Schwaben geschickt, um dort auf einem Bauernhof zu arbeiten. Als alte Frau sieht sie ein Bild von ihrem Jugendfreund Jakob in der Zeitung. Edna hat noch eine alte Schuld zu begleichen und so macht sie sich zusammen ! mit dem Papagei Emil erneut auf den Weg über die Alpen. Der Roman erzählt zum einen die Geschichte der sogenannten Schwabenkinder. Dieser Erzählstrang hat mir sehr gut gefallen. Das Leben der Kinder war unvorstellbar hart. Sie müssten hart arbeiten und wurden auch nicht gut behandelt. Zudem waren sie ständigen Anfeindungen ausgesetzt. Die kleine Edna steht stellvertreten für viele, viele Kinder und hat mich tief berührt. Ein weitere Erzählstrang handelt von Ednas Reise mit dem Papagei. Dieser Teil hat mich leider nicht so überzeugt. Zwar trifft die alte Dame hier auf viele verschiedene Menschen und die Sache mit dem Papageien ist Recht lustig, aber ich konnte hier nicht so tief in die Geschichte Hineintauchen. Doch der Teil in der Vergangenheit hat das Buch für mich durchaus lesenswert gemacht.
Ein beeindruckender Weg zurück in die Vergangenheit
von iGirl - 03.04.2021
Was für eine beeindruckende Geschichte. Es geht um wahre Freundschaft, tiefe Gefühle, düstere Geheimnisse und eine verdrängte Vergangenheit. Edna, Jakob und Emil - was für ein lebenslanges Gespann hätte das werden können. Aber es sollte nicht sein. Die Armut der Südtiroler Familien zwingt die Eltern ihre Kinder zur Arbeit nach Schwaben, zu reichen Großbauern, zu senden. Edna und Jakob sind zwei der Schwabenkinder und erleben auf dem Bauernhof harte Arbeit, Ausbeutung und Grausamkeit. Auf einem Markt erwirbt Jakob Emil, den Papagei, der ab dann ein Teil des Dreiergespanns wird. Jakob, der Mutige, schützt und hilft Edna wo er kann. Die enge Freundschaft der beiden hilft beiden, um das harte Leben überhaupt aushalten zu können. Lange planen sie ihre Flucht, um dem Leiden zu entgehen. Zu ihrem großen Unglück verlieren sich die beiden dabei. Jahrzehnte später sieht Edna zufällig einen Zeitungsbericht, in dem über Jakob berichtet wird. Obwohl Edna mittlerweile hochbetagt ist beschließt sie umgehend sich, zusammen mit Emil, auf den langen Weg zurück zu Jakob zu begeben. Nun beginnt ihre unglaubliche Reise, auf denen sie viele verschiedene Menschen trifft mit erstaunlichen Erlebnissen. Es ist jedoch auch ein Weg zurück in die Vergangenheit, der sie zwar an ihre Grenzen führt, sie aber dennoch immer bei sich selbst bleibt. Der Roman hat mich unglaublich beeindruckt. Die Schatten der Vergangenheit, die den Lesenden, in unnummerierten Kapiteln, konfrontieren, werden Stück für Stück und in beklemmenden Bildern ans Licht gebracht -begleitend zur aktuellen Geschichte. Eigentlich könnte die Geschichte eine Art Roadmovie sein, aber das wäre zu einfach. Die Gedanken und Auseinandersetzungen Ednas, der Protagonistin, auf ihrem Weg zu ihrem -weit mehr als nur- Jugendfreund, werden in gefühlvoller, fast zarter Sprache geschildert. Der Charakter Edna zeigt eine zwar alte, aber zielgerichtete sowie jederzeit lebensbejahende und nach vorne blickende starke Frau. Und nein, sie ist auf keinen Fall eine Zimperliese. Für mich ist es eine sehr nahe gehende Geschichte, bei der ich mitgelitten habe, die mich teilweise wütend gemacht hat, bei der ich gerne mitgeholfen hätte und die dennoch so voller Hoffnung und Zuversicht ist, dass ich mir gewünscht hätte sie würde noch ewig weitergehen.
Intensive Szenen und eine gewählte Sprache
von Hazelwood95 - 03.04.2021
Meinung: Ich liebe es, wenn Romane darauf brennen eine Geschichte erzählen zu wollen/können und man dies in jeder Zeile spürt und genauso erging es mir mit dem Roman der deutsch- italienischen Autorin Romina Casagrande. Denn genau dieses Gefühl verspürte ich während des Lesens, diese schafft es durch eine intensive Charakterzeichnung eine Geschichte zu erzählen, die vor Energie und Gefühl nur so strozte. Dabei zeichnet sie ein Bild der Freundschaft, des Bereuens, der Sehnsucht, aber auch der großen Hoffnungen auf einem Weg zurück in die Vergangenheit. Dabei spielt die Autorin mit der Gegenwart und der Vergangenheit ihrer Protagonistin, die zwischen dem zweiten Weltkrieg Grausamkeiten, aber auch Hoffnung findet und diese so bildhaften Szenen übertrugen sich auf mich als Leser in jeder Zeile. Sie schreibt dabei sehr leicht und dennoch von einer literarischen Qualität, die dabei durchaus als sehr ruhig, aber keinesfalls langatmig anzusehen ist. Für mich ein tolles Buch, welches mich restlos überzeugen konnte.
Tiroler Kinder als Sklaven im Schwabenland
von Ladierose - 03.04.2021
Ein sehr berührender Roman und ein sehr wichtiges Buch: endlich mal ein aufklärender Blick auf das Leben der Schwabenkinder. Mehrere Jahrhunderte verdienten sich schwäbische Bauernhöfe mit der Sklavenarbeit von armen Tiroler Kindern eine goldene Nase. Die Kinder wurden nicht nur mit schwerster Arbeit ausgenutzt, sie litten unter Hunger und Kälte und wurden Opfer von Vergewaltigungen und tödlichen Übergriffen. All das fließt hier in die Erinnerungen einer alten Frau ein, der als Kind die Flucht vor diesem Elend gelungen war, die aber ein Leben lang nicht wieder richtig ins Leben gefunden hatte. Nun macht sich diese über 90jährige Frau, die viele für verwirrt halten, auf die nicht nur körperlich harte Reise über die Berge, um dem Freund aus diesen schrecklichen Kinderjahren den Papagei zurückzubringen, den sie bei ihrer Flucht mitgenommen hatte. Das schlechte Gewissen quält sie, weil dem Freund die Flucht damals nicht gelungen war. All das hört sich wie schwere Kost an, aber der Autorin ist es gelungen, mit vielen witzigen und hilfreichen Begegnungen auf dieser Rückreise eine überraschende Leichtigkeit in die Erzählung zu bringen. Und zum Schluss kommt dann nochmal alles anders als gedacht. Beim Lesen des Buches liegt Lachen und Weinen oft sehr nah beieinander, aber man findet auch viele hilfreiche Gedanken für das eigene Leben. Absolut lesenswert.
Edna, das Schwabenkind
von brenda_wolf - 02.04.2021
Die Autorin Romina Casagrande bringt mit ihrem berührenden Roman "Als wir uns die Welt versprachen" das Schicksal tausender Schwabenkinder in Erinnerung. Der Schreibstil der Autorin ist voller Poesie, Frau Casagrande entwirft eindrucksvolle Stimmungsbilder. Die Erzählung wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Vieles wird nur angedeutet und erschließt sich erst später. Das macht es umso spannender. Edna hatte Schlimmes erfahren in ihrer Kindheit. Sie war erst zehn, als sie ihr Vater für Geld in die Fremde zum Arbeiten schickte und damit in eine ungewisse Zukunft. Sie war eines jener Schwabenkinder die während der Sommermonate über die Alpen kamen, um in Oberschwaben zu arbeiten um ihre Familien zu unterstützen Edna erwartete ein hartes Leben beim Großbauern, den die Kinder heimlich "Struwelpeter" nannten. Seitdem hatte Edna in ihrem Leben viele Struwelpeter kennengelernt. Halt gab ihr damals ein Junge namens Jacob. Vor Jacob hatten alle Respekt. Er schien alle Regeln zu übertreten und trotzdem durchzukommen. So sah ihn jedenfalls Edna. Sie bewunderte Jacob. Er nannte sie Zimperliese. Jacob hatte sie später gerettet hat und vom Hof wegbracht. Wie das vor sich ging, darüber erfahren wir sicher noch im weiteren Verlauf der Geschichtet. In der Jetztzeit ist Edna alt. Ihr wurde bereits ein Platz in einer Seniorenresidenz zugesagt. Adela, die den Dorfladen betreibt, kümmerte sich rührend um die alte Dame. Dann kommt der Tag an dem Edna in einer Zeitschrift von einem Unglück in Ravensburg liest und dieses eine Foto entdeckt. Sie ist sich sicher, der Mann auf dem Foto ist ihr Jacob. Sie hat bei Jacob noch eine Schuld abzutragen, sie muss ein Versprechen einlösen. So macht sich Edna zusammen mit Emil auf den beschwerlichen Weg, Jacob in Ravensburg im Krankenhaus zu besuchen. Ich fragte ich mich unwillkürlich: Oje, ist sie denn von allen guten Geistern verlassen. Was für ein hirnrissiger Plan. Eine alte Frau, mit Papagei in einer Karre, in einem Umhang gehüllt und mit einer Baseballkappe auf dem Kopf. Was für ein seltsames Bild muss sie für die Menschen abgegeben haben? Edna verliert ihr Portemonnaie und muss sich auf der Straße durchschlagen. Doch sie lernt auch die unterschiedlichsten Menschen kennen, die ihr auf ihrem Weg immer wieder weiterhelfen, Menschen Herz zeigen, denen ihre Mitmenschen nicht egal sind. Edna, als Charakter mochte ich sehr. Wobei ich bezweifle, dass sich Damen ihres Alters tatsächlich dieser Strapaze aussetzen würden. Auch die anderen Protagonisten waren sehr gut gezeichnet. Ich mochte sie alle. Eine eindringliche Geschichte, die mich tief erschüttert und berührt hat, und die mich bewogen hat, über das Schicksal der Schwabenkinder nachzulesen. Was für eine schlimme Zeit.
Kein Buch für mich
von Lea Ratzel - 02.04.2021
Als wir uns die Welt versprachen war leider nicht mein Buch. Die Leseprobe war vielversprechend, aber schon dort habe ich gemerkt, dass das Buch eher ulkig als tiefgründig erzählt wird. Ich hatte gehofft, dass die Geschichte an Tiefgründigkeit gewinnt, leider kamen aber nur weitere Aspekte hinzu, die mich gestört haben. Das Buch handelt von den Schwabenkindern, die aus Italien über die Berge nach Schwaben verkauft wurden, um für reiche Bauern zu arbeiten. Von ihnen hatte ich bisher noch nichts gehört, fand es aber interessant zu lesen und hätte mir einiges mehr an Hintergrundinformationen, gerne auch politischer oder sonstiger Natut und eine bessere zeitliche Einordnung gewünscht. Erst gegen Ende des Buches kamen überhaupt einmal kutze Erklärungen zu den Umständen, was ich schon sehr schade fand. Edna, die Protagonistin des Romanes war eines dieser Schwabenkinder, die in jungen Jahren das Pech hatte, auf einem besonders schlimmen Hof zu landen. Die Geschichte wird in zwei Perspektiven erzählt, einmal aus der damaligen Zeit und einmal, ungefähr 80 Jahre später, als Edna ihren Freund auf dem Hof, Jakob, ausfindig macht und diesen besuchen möchte. Hier fängt meine Kritik eigentlich schon an, denn die Verknüpfung dieser beiden Erzählstränge gelang meiner Meinung nach nicht wirklich gut. Zum einen fand ich es schade, obwohl der Fokus der Handlung natürlich auf der Beziehung von Edna znd Jakob lag, dass man eigentlich fast nichts über das restliche Leben von Edna erfahren hat, in welchem Jakob keine Rolle gespielt hat. Bei ca. 80 Jahren hat man da doch sicherlich einiges verpasst und mich hätte vor allem auch sehr interessiert, wie Ednas Kindheit und Jugend weiterging, nachdem sie den Hof verlassen hatte. Gleichzeitig waren die Kapitel der älteren Edna total ulkig erzählt, die alte Dame wanderte mit Papagei über die Berge und traf dabei nacheinander die merkwürdigsten Menschen. Diese fand meist erst unsympathisch, freundete sich dann aber doch mit allen an. Was genau diese Begegnungen zur Handlung beitrugen habe ich nicht so richtig herausfiltern können, für mich wirkten sie alle gleich und eher als Stilmittel, um die vergehende Zeit zu verdeutlichen. Einen Fortschritt habe ich nicht erkannt. Hier wirkt die Geschichte auch oft unrealistisch, immerhin ist Edna ungefähr 90 Jahre alt und hört auf ihrem Weg Jakobs Stimme im Kopf und redet mit ihm, wo sie ihn doch seit 80 Jahren nicht mehr gesehen hat und macht gleichzeitig eine Wanderung, für die andere intensive Vorbereitung benötigen. Die Rückblicke in Ednas Zeit auf dem Hof waren hingegen sehr ernst erzählt, tiefgündiger und verarbeiteten ein hartes Thema. Für mich haben diese beiden Handlungsstränge durch den unterschiedlichen Grundton nicht zusammenpasst. Zu Ende des Gegenwarts-Handlungsstranges ereignet sich dann doch auch eine dramatische unf ernste Szene, die allerdings schnell vergessen scheint was ich nur umso merkwürdiger fand. Ich denke, dass das Thema des Buches einen ernsthafteren Umgang hergeben würde und auch verdient hätte. Gestört hat mich teilweise auch der verschachtelte Satzbau, an welchem ich an einigen Stellen hängen geblieben bin. Fazit: Da ich mir einen ernsteren Umgang gewünscht hätte, ist das Buch nichts für mich. Ich kann mir aber vorstellen, dass trotzdem viele Gefallen an der Geschichte finden werden, auch wenn diese sich vor allem am Ende unglaublich gezogen hat.
Ein Roman, der das Herz berührt!
von Königstiger - 29.03.2021
Der Roman Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande hat mich von den ersten Seiten an aufgrund der so wortgewandten und bildhaften Beschreibungen der Charaktere beeindruckt. Es fällt sehr leicht, sich in das Leben der Protagonistin Edna und der Menschen, die sie umgeben und denen sie begegnet, hinein zu träumen und mit ihnen Schmerz, doch auch Hoffnung zu fühlen. Dies ist nicht nur dem generell sehr angenehmen Schreibstil der Autorin, sondern auch den teils trockenen Sprüchen der Protagonistin zu verdanken. Auf die Liebe zum Detail in diesem Buch lassen schon auf den ersten Blick sowohl das Cover mit dem Mädchen und ihrem tiefgründigem Blick, als auch die Karte am Anfang des Buches schließen. Doch wovon handelt der Roman eigentlich? Als Schwabenkinder wurden schon im 17. Jahrhundert und noch bis ins 20. Jahrhundert hinein jene Kinder bezeichnet, die etwa aus Tirol, der Schweiz und Liechtenstein aufgrund der Armut ihrer Familien hauptsächlich nach Schwaben für die Arbeit für wohlhabendere Familien vermittelt wurden. Mir war dieser Aspekt europäischer Geschichte vor dem Lesen des Buches gar nicht bekannt. Der vorliegende Roman handelt von dem Schicksal zweier Schwabenkinder, nämlich der heute 90-jährigen Edna mit ihrem Papagei Emil und Jacob. Edna begiebt sich im hochbetagten Alter auf eine Reise, um eine Schuld zu begleichen. Dabei begegnet sie verschiedenen Menschen. Im Roman werden die Gegenwart und die Vergangenheit von Edna geschickt miteinander verknüpft. Für mich verdient dieses berührende Buch ganz eindeutig fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!
Wenn sich die »Zimperliese« der Vergangenheit stellt und eine Reise tut
von Elke Seifried - 28.03.2021
"Sie setzte sich zu ihm. Ihr Herz klopfte heftig, während er so ruhig blieb, der Junge mit den traurigen Augen, der sich vor nichts fürchtete. Der Kirschbaum war ihre Zuflucht, ein geheimer Ort, an dem sie sich sicher fühlten, selbst wenn es auf dem Hof keine Sicherheit gab." Die 90-jährige Edna, die in ihrer Kindheit Schreckliches erlebt und, da man Dämonen nicht wecken soll, jahrelang geschwiegen und sich ohne Erwartungen an die Gesellschaft aus der Welt zurückgezogen hat, lebt fast abgeschottet in ihrem Häuschen mit dem verwilderten Garten. Noch, denn nun wird ein Platz in einer Seniorenresidenz frei, und dort soll sie landen, wenn doch nur nicht Papagei Emil wäre, der da nicht mit einziehen darf. Als Adele, die den Dorfladen betreibt, wie immer einmal wöchentlich ihre Einkäufe und den Stern bringt, scheint die Chance für Edna gekommen, dass sie die Last eines einst gegeben Versprechens doch noch abschütteln und Emil dorthin bringen kann, wo er eigentlich hingehört. Als Leser lernt man Edna kennen, entdeckt dann im Stern mit ihr einen Bericht über den bei einem Erdrutsch verschütteten Jacob, erkennt dort den Jugendfreund mit der unverwechselbaren Narbe am Lid auf einem Bild wieder, packt sofort mit ihr einen kleinen Rucksack mit Dingen, die ihr schon damals bei ihrer Flucht als Schwabenkind treue Dienste erwiesen haben und macht sich mit ihr aus dem Vinschgau auf zu ihm nach Ravensburg. Schicksal? Vielleicht, auf jeden Fall wird man mit Edna gezwungen, den größten Teil des Weges tatsächlich noch einmal zu Fuß zu gehen. Bei ihrer anstrengenden Reise über die Berge gilt es so einige Hindernisse zu überwinden, aber Aufgeben gibt es nicht, schließlich gilt es eine alte Schuld zu begleichen. Während man mit Edna den beschwerlichen Weg, teilweise fast schon abenteuerlichen Roadtrip geht, trifft man zudem auf ganz besondere Menschen, für die alle gilt, "Viele Menschen, denen sie begegnet war, hatten sich nicht sofort als das gezeigt, was sie wirklich waren.". In kleinen Zwischenkapiteln kommt außerdem noch Adele zu Wort, der Edna sehr ans Herz gewachsen ist, und die auf der Suche nach dem Platz in ihrem Leben und ihrer Familie ist. Auf dem Weg leben bei Edna auch unzählige Erinnerungen wieder auf, an das, was mit der Hoffnung "Als sie weggegangen war, hatten ihr die Eltern gesagt, sie würde es dort gut haben. Dazu solle sie nur Padre Gianni auf einer langen, schönen Reise über die Berge folgen, ohne wie sonst auf die Zeit achten zu müssen. Sie würde den gesamten Frühling, Sommer und Herbst auf dem Hof verbringen.", begonnen hat und sich dann als schreckliches Los eines der tausenden von Schwabenkindern- viertausend jährlich, wenn die Zeiten sehr hart waren, aber viele kamen mit Schmugglern, so dass man nicht weiß, wie viele es waren- die drei Jahrhunderte lang über die Berge hierhergekommen sind um unter unmenschlichen Bedingungen auf den Höfen fast bis zur Erschöpfung zu schuften, entpuppt. Schreckliche Schicksale, über die bisher viel zu wenig bekannt ist. Die Autorin verwendet unheimlich viele Bilder und Vergleiche und ich konnte mir die einzelnen Szenen und ihre Beschreibungen vor meinem inneren Auge regelrecht ausmalen. "Sie war immer noch dieselbe Edna mit den Falten um die Augen, die sich kreisförmig ausbreiteten wie Wellen, die ein flach geworfener Kiesel in einem Teich hinterlässt.", oder auch so tolle Landschaftsbeschreibungen wie, "Der Regen hatte vor einer Weile aufgehört, und ihren Blicken bot sich eine atemberaubende Aussicht. Vom Abendlicht beleuchtet, ragte der Kirchturm aus dem Reschensee, als hätte ihn ein Kind irgendwo ausgeschnitten und in das falsche Bild geklebt. Orangefarbener Nebel hüllte ihn ein. »Wunderschön«, flüsterte sie andächtig. »Und stellen Sie sich vor, dort unten ist ein ganzes Dorf.«, sind nur zwei Beispiele dafür. Gut gefallen hat mir, dass ich auch immer wieder schmunzeln durfte, wofür amüsante Szenen, wie z.B. wenn sie plötzlich mitten in einer Piratentour für russische Familien landet oder der hochprozentige Killepitsch zu gut schmeckt, und es dann heißt, »die gerade noch neben mir saß, hat mir einen Saft zum Probieren gegeben, Herr Tenzin. Er schmeckte ausgezeichnet. Aber ich glaube, jetzt habe ich ein paar Probleme mit meiner Brille«, pointierte Dialoge der Art, »An all diesen esoterischen Blödsinn glaube ich nicht.« Edna legte ihm eine Hand auf den Arm, sie meinte es ernst. »Ich auch nicht, Max. Glauben Sie wirklich, dass ich mein Leben damit verbracht habe, Bäume zu umarmen? « und auch Ednas teils trocken, witzige Kommentare der Art, »Nein, aber ich mag Totenköpfe und so was nicht¿« »¿ denn so was haben nur Proleten«, gesorgt haben. Auch Beschreibungen wie, "sauste auf der geraden Strecke mit einer Geschwindigkeit dahin, die sie sich nicht einmal hätte träumen lassen, als sie im Schwarzweißfernseher den Start der ersten Mondrakete miterlebt hatte.", haben für ein Schmunzeln gesorgt. Die Autorin hat mich emotional mit ihrer Geschichte dabei auch total eingeholt. Edna ist mir ganz schnell ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr gelitten, wenn ich von den furchtbaren Erlebnissen lesen musste, die sie als Schwabenkind durchmachen musste. Es hat mir regelrechte Stiche im Herzen verursacht, wenn die Bäuerin z.B. dem kleinen Kind die Puppe nimmt, weil es sich auch Heimweh und Angst einnässt oder wenn sie vom Knecht missbraucht wird und anfangs noch gar nicht weiß, was mit ihr geschieht. Ich habe zunehmend mit ihr gefiebert, dass sie die Reise durchsteht, sie niemand aufhalten und sie am Ende Jacob alles erklären, noch sagen kann, was sie gesagt haben hätte wollen. Nicht selten gab es zudem Momente, die mich gerührt innehalten haben lassen, weil sie von einer tollen Freundschaft zwischen Jacob und ihr berichten. Eine tolle Zugabe sind zudem die besonderen Momente mit Papagei Emil, bei Sorgen, ihn verloren zu haben angefangen, bis hin zu überraschend, rührenden Erkenntnissen, was Jacob ihm beigebracht hat. Edna mit ihren Zweifeln, ihren Selbstvorwürfen, aber auch Hoffnungen ist grandios gezeichnet. Romina Casagrande hat allen ihren Mitspielern unheimlich viel Profil verliehen, sie mit liebevollen Macken und Besonderheiten ausgestattet, ist dabei auch authentisch geblieben und hat ganz viel Herzblut an den Tag gelegt. Ein jeder ist besonders, Rocker Roland, der ihr tatsächlich seine Kutte überlässt und so viel besser kocht als das leicht schräge Pärchen Priska und Flo, denn es gilt, "Gerade hatten sie das Abendessen beendet: Seitan (der zwar aussah wie ein Steak, aber leider nicht so schmeckte), Sojaschinken (der mit Schinken bedauerlicherweise nur den Namen gemein hatte) und Gemüseröllchen (aber na ja, nach den Soßen, die Roland ihr in seinem Wohnwagen serviert hatte, würde ihr wohl alles andere fad vorkommen).", und auch Adele, mit dem man so mitfühlen kann, sind nur wenige Beispiele. Alles in allem bin ich begeistert, die Autorin hat hier wirklich ein ganz besonderes Gesamtpaket geschnürt, das mich von Anfang bis Ende grandios unterhalten hat. Fünf Sterne sind da keine Frage.
Ednas Weg
von Elaine - 28.03.2021
Die Geschichte über das Schicksal der so genannten Schwabenkinder - Kinder aus Italien und Österreich, die für Geld ihren Eltern abgekauft wurden und dann in Schwaben unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten - ist mir in diesem Buch zum ersten mal begegnet und konnte mich vom ersten Augenblick an fesseln und berühren. Als Leser_innen lernen wir die 90jährige Edna kennen, die sich zu Fuß von Castelbello in Italien über Naudes, St. Anton, Lindau nach Ravensburg in Deutschland aufmacht, um eine erlebte alte Schuld auszugleichen und dabei viele berührende und weiterführende Erfahrungen macht. Nach und nach wird deutlich, was sie als kleines Mädchen erdulden musste und wie sie zu der Frau wurde, die sie jetzt ist. Ich habe vom ersten Moment an tiefen Respekt für Edna empfunden und bin dankbar, ihren Weg durch das Buch folgen zu können. Der Autorin Romina Casagrande gelingt mit Als wir uns die Welt versprachen ein Buch voller Tiefe, Lebensfreude und trotz allem auch Zuversicht, denn wo ein Weg endet beginnt ein neuer.
Eine wortgewaltige Geschichte über die emotionale Reise von Edna
von Azyria Sun - 27.03.2021
Worum geht¿s? Edna und Jacob wurden als Kinder auf einen Bauernhof als Arbeitskräfte verkauft. Zusammen mit den anderen so genannten "Schwabenkindern" versuchten sie dort verzweifelt, ihre Leben von Tag zu Tag weiterzuleben. 80 Jahre später findet Edna in einer Zeitung ein Bild von Jacob und sie macht sich zusammen mit ihrem Papagei Emil auf, um Jacob wiederzusehen. Hierbei begegnet sie vielen interessanten Menschen - und wird auch von ihrer Vergangenheit wieder eingeholt. Meine Meinung: "Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande ist ein ergreifendes Buch, das die Geschichte der so genannten "Schwabenkinder" im Mittelpunkt hat. Ihr Schreibstil ist unglaublich wortgewaltig - sie holt mit einem außergewöhnlichen Sprachniveau die damalige Zeit zurück, erschafft unglaublich lebendige Persönlichkeiten und sympathische und auch skurrile Charaktere, die bildhaft vor den LeserInnen stehen. Man wird hineingezogen in eine Welt und auf eine Reise, die man liebend gerne mit Edna gemeinsam antreten würde. Edna, die fast 90jährige Südtirolerin, wurde als Kind auf einen Hof in Schwaben verkauft, auf dem sie unter härtesten Bedingungen leben und arbeiten musste. Edna ist eine außergewöhnliche Frau. Stark aber auch empathisch. Lustig und durchsetzungsstark. Als Kind hat sie auf dem Hof Jacob kennengelernt und zwischen den beiden hat sich eine Freundschaft entwickelt, die ein Leben lang gehalten hat, auch wenn sie keinen Kontakt hatten. Ich denke, hätten die beiden sich als Kinder nicht gefunden - wer weiß, wie für sie das Leben als "Schwabenkinder" verlaufen wäre? Auf ihrer Reise begegnen Edna viele Menschen, jeder ist an sich ungewöhnlich eindrucksvoll. Priska, die Schamanin, Helmut, der Motorradrocker. Und das letzte Stück begleitet Edna auch ihre Freundin Adele. Adele, die auf dieser Reise ebenfalls zu sich selbst findet. Adele, die herzensgute Seele, die immer für sie da ist und sich um sie und Emil gekümmert hat. Emil - das ist auch eine sehr geniale Figur. Ein Papagei mit Charakter den man sofort ins Herz schließt. Die Geschichte ist wundervoll. Traurig aber auch zum Schmunzeln. Manchmal zum Entspannen, dann wieder absolut Spannend. Die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit - perfekt kombiniert in einem Buch, das mich sehr beeindruckt hat. Einzig eine 90jährige, die sich zu Fuß über die Alpen aufmacht, verwirrt wirkt und dennoch problemfrei durch die Welt zieht, ist etwas fragwürdig, dennoch ist mir die Geschichte sehr zu Herzen gegangen Fazit: "Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande ist die beeindruckende Geschichte der Reise von Edna. Ihrer Reise zurück in ihre eigene Vergangenheit, aber auch ihre Reise zu Jacob, den sie als Kinder "verloren" hat. Die Autorin stellt dabei eindrucksvoll die grausame Geschichte der "Schwabenkinder" dar. Erschafft einzigartige Charaktere - selbst Emil den Papagei schließt man ins Herz. Einzig, dass eine 90jährige so problemfrei über die Alpen wandert, ist etwas unglaubwürdig. Ansonsten ist es ein Buch und eine Geschichte, die einem zu Herzen geht. Die Sprache ist außergewöhnlich mit einem tollen Sprachniveau, das man nicht oft findet. Die Geschichte ist lebendig und mitreißend. Emotional und Spannend. Ein Buch, das einem zum Nachdenken bringt und nachhaltig begeistert. Sehr gute 4 Sterne von mir für diese anrührende Geschichte von Edna, Jacob und Emil!
Roadmovie mit Edna und Emil
von Dietrich-Jaleh - 27.03.2021
Es gibt eine Reihe von Büchern über die Schwabenkinder, dies hier ist anders, ganz anders. Kinder aus ärmsten Familien in Südtirol wurden im Alter von fünf bis fünfzehn Jahren zu reichen Bauernhöfen in Oberschwaben als Arbeitssklaven verdingt, mit Wissen und Hilfe der katholischen Kirche. Die meisten der Kinder haben schwer gelitten, manche haben ihr Leben dort gelassen. Auch Edna muss als zehnjähriges Mädchen den harten Weg über das Gebirge gehen und landet bei einem der gefürchteten hartherzigen Großbauern in Ravensburg. Dort lernt sie Jacob kennen, einen etwas älteren Jungen, mit dem sie ihr Leid teilt. Jacob kauft auf einem Jahrmarkt einen zerrupften Papagei, einen Ara, um den sich beide Kinder kümmern und den sie vor den anderen versteckt halten. Mit ihm wollen sie gemeinsam fliehen. Edna macht sich mit neunzig Jahren zu Fuß auf den Weg, mit dem Papagei im Schlepptau. Sie geht den gleichen beschwerlichen Weg, den sie als Kind gehen mußte, weg von ihrer Heimat in Südtirol über den steilen eintausenachthundert Meter hohen Arlberg hinunter zum Bodensee Richtung Ravensburg. Signora Edna muss ein Versprechen einlösen, dass sie einst als Kind ihrem Gefährten Jacob gegeben hatte. Auf dem Weg erzählt sie uns ihre Reiseabenteuer verwoben mit dem schrecklichen Geschehen aus der Zeit auf dem Bauernhof. Für mich ist dieses Buch von Romina Casagrande eine perfekte Vorlage für ein Roadmovie, skurrile Gestalten, abenteuerliche Begegnungen und eine umwerfende Szenerie in der Bergwelt. Die Autorin hat einen Roman geschrieben, der kleine Schwächen hat. Er ist mit Erkenntnissen und poetischen Vergleichen gespickt, denen man nicht unbedingt zustimmen muss, z.B. S. 448: Es wird all das geschehen, was wir selbst wollen. Doch der Verdienst des Buches ist, dass es die Geschichte der Schwabenkinder nicht in Vergessenheit geraten läßt und uns erinnert, dass sich ihre Geschichte nicht in der fernen Vergangenheit abgespielt hat, sondern bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts reicht.
Traurig und aufmunternd zugleich
von Rema - 26.03.2021
In dem Buch ALS WIR UNS DIE WELT VERSPRACHEN von ROMINA CASAGRANDE geht es um die arme Zeit im 19. Jahrhundert in Italien. Die kleine Edna wird von den Eltern zum Arbeiten verkauft. Sie landet auf einem Bauernhof im zarten Alter von noch nicht einmal 10 Jahren. Die Kinder werden dort wie Sklaven gehalten. Edna lernt Jakob kennen, die beiden freunden sich an und stehen sich gegenseitig zur Seite. Die nun 89 jährige Edna sieht in ihrer Lieblingszeitschrift ein Bild von ihrem damaligen Freund Jakob und ihr fällt ein, dass sie ein Versprechen abgegeben hat, was sie nun einlösen möchte. Sie macht sich zusammen mit ihrem Papagei Emil, der auf der Reise in einer Hundebox lebt, auf den Weg Jakob zu besuchen. Da sie schon bald alles verliert, wird es eine beschwerliche Reise. Allerdings trifft sie auf viele Menschen, die ihr beistehen und sie ein Stück ihres Weges begleiten. Im Buch wird abwechselnd über die Kindheit und die Reise erzählt. Die Autorin hat es geschafft mich von Anfang an zu fesseln. Ihr Schreibstil gefällt mir gut. Sie nimmt uns Leser mit auf eine beschwerliche Reise durch die Kindheit, was manches Mal doch sehr traurig und grausam war. Aber gleichzeitig kann man die Freundschaften erleben, aus alten und neuen Tagen. Edna ist nicht allein, auch wenn es ihr doch manchmal sehr schwer fällt sich auf die Menschen einzulassen. Auch Papagei Emil erlebt so einiges aufregendes auf der Reise. Ich bin sehr begeistert von dem Buch und vergebe gerne 5 Sterne.
Anrührend mit einem feinsinnigen Humor - eine wunderbare Geschichte über Freunds
von duenefi - 26.03.2021
Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande ist im März 2021 als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag mit 480 Seiten beim Verlag Fischer Krüger erschienen. Romina Casagrande hat hier eine anrührende und ganz wunderbare Geschichte erzählt über Freundschaft, Respekt und Entschlossenheit und entführt dabei den Leser auf eine Zeitreise ... Mit 10 Jahren wurde Edna ein Schwabenkind - von den Eltern an einen Bergbauern verkauft. Sie musste hart arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Dabei lernte sie Jacob kennen, der ihr bester Freund wurde. Der zweite Weltkrieg riss die beiden Kinder auseinander. Nun ist Edna knapp 90 Jahre alt und sie soll in ihrem Heimatort in Südtirol in eine Seniorenresidenz, da sie sich nicht mehr optimal alleine versorgen kann. Da entdeckt sie beim Durchblättern ihrer wöchentlichen Zeitschrift plötzlich ein Foto von Jacob und weiß nun, was zu tun ist. Spontan beschließt Edna, sich mit ihrem Papagei Emil zusammen aufzumachen und den Weg über die Alpen noch einmal anzutreten, um Jacob zu besuchen und ein Versprechen einzulösen, das sie ihm seinerzeit gab. Edna tritt einen langen und beschwerlichen Weg an, weite Teile ihrer Reise legt sie zu Fuß zurück und dabei trifft sie viele Menschen und macht unterwegs zugleich in ihren Gedanken eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Autorin hat einen lockeren Schreibstil, der das oft schwere Thema mit einer positiven Leichtigkeit herüberbringt, wenngleich es natürlich sehr bewegt und nachdenklich macht. Darüberhinaus hat sie in Edna einen so besonderen Charakter mit einer tollen Lebenseinstellung und einem unkomplizierten Wesen geschaffen, die Dinge lieber spontan anpackt, anstatt nur zu grübeln, dass es auch ganz viele komische Momente und einen überaus feinsinnigen Humor gibt. Auch die übrigen Protagonisten und natürlich Emil sind mir während des Lesens regelrecht ans Herz gewachsen und die Geschichte hätte ewig weitergehen können. Natürlich ist es ein bißchen unrealistisch, dass jemand mit knapp 90 Jahren zu Fuß die Alpen überquert, aber genau das macht doch irgendwie das Augenzwinkern des Plots aus...hiermit hat Romina Casagrande ein tolles Denkmal an Respekt, Freundschaft, Vertrauen und Willenskraft gesetzt und aufgezeigt, dass im Leben vieles gelingt, wenn man den Mut hat viel zu probieren, immer weiterzumachen und sich auf andere einzulassen. Eine richtig tolle Geschichte, absolut lesenswert !!
Bewegend
von Anonym - 23.03.2021
Romina Casagranda hat hier ein wunderschönes, berührendes Stück Zeitgeschichte über die Schwabenkinder geschrieben. Kinder armer Bergbauern, die zur Arbeit zu schwäbischen Landbesitzern geschickt wurden. Auch ich habe noch nichts von diesem Kindern gehört und bin dankbar diesen Teil der Geschichte durch das Buch kennengelernt zu haben. Die Autorin schafft es Geschichte und Fiktion miteinander zu verweben. Ihr fundiertes Geschichtswissen taucht immer wieder auf. In der Geschichte geht es um das kleine Mädchen Edna und ihren Freund Jacob. Er ist ihr Halt in dieser grausigen Zeit. Durch den Zweiten Weltkrieg verlieren sich die beiden. Wir Leser dürfen Edna Jahre später auf ihrer Suche nach Jacob begleiten. Das Buch ist tief berührend, traurig, aber mit witzigen Momenten durch den Papageien Ednas durchzogen. Ein Buch, dass einen sehr bewegt.
Ednas Reise
von lilanini - 23.03.2021
Wir begleiten Edna zweimal auf der gleichen Reiseroute von Castelbello durch Wälder und über Berge nach Ravensburg (und zurück). Einmal legt sie diese Reise als junges Mädchen zurück ohne Geld, ohne Verpflegung, oft ohne Transportmittel und ohne eine Idee, wo sie die Nächte verbringen wird. Das zweite Mal nimmt sie sich viele Jahre später vor, die gleiche Route wieder weitgehend zu Fuß und gezwungenermaßen wieder ohne große finanzielle Mittel. Bei beiden Reisen mit dabei: der Paradiesvogel Emil, der die Reise einerseits beschwerlicher und abenteruerlicher macht, aber andererseits auch für viel Kraft und Erheiterung sorgt. Auch Jacob ist irgendwie immer mit dabei, wenn auch nur in Gedanken. Unterwegs begegnet Edna modernen Wandervögeln , die von Ednas Geschichte fasziniert sind und diese über SocialMedia verbreiten, da ihre Wanderung nicht nur skurile Bildmotive hergibt, sondern auch Hoffnung gibt. Die Reise zeigt, dass es sich lohnt treu zu sein und gleichzeitig bereit für neue Abenteuer zu bleiben. Die gelungenen Naturbeschreibungen unterstützen die Handlung, wobei das Muster, das es in besonders ausweglosen Situationen auch noch regnet und gewittert, für meinen Geschmack, etwas zu häufig genutzt wurde. Casagrande hat sich einen weiteren Geschichtsroman vorgenommen. Das klingt auf jeden Fall verlockend.
Ednas Reise in die Vergangenheit
von Elke aus Niedersachsen - 22.03.2021
Die rüstige alte Dame Edna lebt mit ihrem Papagei Emil in Südtirol. In der Zeitschrift Stern findet sie ein Foto von ihrem Freund Jakob Kneip aus der gemeinsamen schweren Kindheit. Edna macht sich mit Emil auf die beschwerliche Reise durch die Alpen nach Ravensburg, um Jakob, den sie vor 80 Jahren auf einem schwäbischen Bauernhof kennengelernt hat, wiederzusehen. Immer noch quält Edna das schlechte Gewissen, Jakob im Stich gelassen zu haben. Jetzt will sie ihre Schuld begleichen. Edna und Jacob gehörten zu den sogenannten Schwabenkindern, die von ihren verarmten Eltern an wohlhabende Großbauern verkauft wurden, um dort schwer zu arbeiten. Diese traurige, wunderbare Buch über die Schwabenkinder, von denen ich vorher nie gehört habe, hat mich sehr berührt. Es ist schön, Edna und Emil auf diese unterhaltsame Reise zu begleiten, obwohl es kein Happy End gibt. Teilweise ist es etwas langatmig, deshalb vergebe ich "nur" vier Sterne. Trotzdem hat es mir gut gefallen und ich kann es sehr empfehlen.
Schwabenkinder
von Monal - 22.03.2021
Der internationale Bestseller Als wir uns die Welt versprachen der Autorin Romina Casagrande erzählt die ergreifende und humorvolle Geschichte von Edna, die Kind einer sehr armen Bergbauernfamilie unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern arbeiten musste. Sie war eines der sogenannten Schwabenkind . Edna wurde, wie unzählige andere Kinder, deren Eltern keinen anderen Ausweg sahen, an den Schwäbischen Großbauern verkauft , um über die Runden zu kommen und zu überleben. Das Leben dieser Kinder war hart und unmenschlich, sie wurden ausgebeutet, wie Vieh behandelt, nicht selten geschlagen und missbraucht. Die Geschichte von Edna wird in zwei Zeitsträngen erzählt: da ist die Gegenwart in Verkörperung der 90-jährigen Edna, die mit "ihrem" Papagei Emil in einem kleinen Häuschen lebt und kurz vor dem Umzug in ein Altenheim steht. Und dann ist da noch die andere Seite als Rückblenden in ihre Kindheit. Ihre Arbeit auf dem Hof und ihrem treuen Freund und Retter Jacob, der immer an ihrer Seite war. Bis zu dem schicksalhaften Fluchtversuch bei dem sie getrennt wurden. Nachdem Edna mit fast 90 Jahren in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht macht sie sich mit Emil auf den Weg nach Ravensburg. Zu Hilfe hat Sie noch eine alte gezeichnete Karte von Jacob, genau diesen Weg will Sie gehen. Ihr Ziel: Am Ende ihre Schuld bei Jakob begleichen. Das Buch konnte mich von Anfang an fesseln, die Beschreibung von Edna und ihren Gedanken waren sehr ausgefeilt und berührend. Fast las es sich wie ein Abenteuerroman, ein allerdings trauriges Abenteuer am Ende eines langen und zurückgezogenen Lebens, in denen die Kindheitstraumata nie bearbeitet wurden. Im Verlauf des Buches hat mich die Autorin leider verloren, da doch manche Begegnungen auf Ednas Reise für mich zu seltsam oder belehrend wirkten. Einiges war mir auch zu unglaubwürdig, oder überspitzt. Die Frau ist fast 90 und scheint in manchen Situationen fast schon übermenschlich und somit etwas unnormal. Eine bittersüße Geschichte ohne Happy End. Aber trotzdem findet Edna endlich ihren Frieden, sie kann mit der Vergangenheit abschließen. Ein Roman der nachdenklich macht, leider aber auch mit vielen gestellten Lebensweisheiten und Phrasen. Trotz allem fühlt man mit der liebenswerten und schrulligen Edna, die mit ihrem uralten Papagei Emil daherkommt.
Reise auf den Spuren der Vergangenheit
von Island - 22.03.2021
Die italienische Autorin Romina Casagrande beschäftigt sich in ihrem Roman Als wir uns die Welt versprachen mit dem Schicksal der so genannten Schwabenkinder , Kindern aus armen Südtiroler Familien, die ihre Heimat verlassen mussten, um harte Arbeit auf schwäbischen Bauernhöfen zu leisten, wo man sie wie Sklaven behandelte. Zwei dieser Kinder, Edna und Jacob, die sich vor gut 80 Jahren auf so einem schwäbischen Bauernhof kennenlernten, stehen im Mittelpunkt der Handlung. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Einmal zu der Zeit, als Edna ein junges Mädchen war, das viel ertragen musste und andererseits in der Gegenwart, als Edna beschließt, sich erneut auf die lange Reise nach Süddeutschland zu begeben, nachdem sie Jacob durch einen Zeitschriftenartikel wiedergefunden hat . Ich fand es sehr interessant, aber zugleich auch erschreckend, mehr über das Schicksal der Schwabenkinder zu erfahren, bisher wusste ich noch nichts von dieser Praxis . Was Ednas Trip auf den Spuren der Vergangenheit angeht, ist natürlich nicht alles vollkommen realistisch, immerhin ist sie gut 90, daher körperlich nicht mehr topfit und hat zudem noch den Papagei und weiteres Gepäck dabei. Aber von dieser leichten Skurrilität und Metaphorik lebt dieser Roman auch. Auf jeden Fall beeindrucken das Schicksal und zugleich die Stärke und Willenskraft der Protagonistin Edna mich sehr.
Eine Hommage auf die Freundschaft
von Magnolia-sieben - 22.03.2021
Muss Edna sich damit abfinden, in eine Seniorenresidenz zu ziehen und warum eigentlich kann sie Emil, den Papagei, nicht mitnehmen? Wie jeden Donnerstag blättert sie in der neueste Ausgabe des Stern - und da sieht sie ihn: Jacob. Erinnert sich an ihre Schuld, die sie noch begleichen muss und fasst den Entschluss, dass es jetzt sein muss. Sie macht sich auf den Weg, der auch eine Reise in die Vergangenheit sein wird. Der alten Karte folgend, die Jacob ihr vor langer Zeit gezeichnet hat, geht sie auf Wanderschaft, nimmt den Bus oder begegnet unterwegs immer wieder hilfsbereiten Mitmenschen. Edna kommt vorwärts, der Weg ist ihr nicht fremd. Schon einmal ist sie ihn gegangen, es ist lange her. Zehn Jahre war sie damals - ein Schwabenkind. Unter härtesten Bedingungen musste sie, wie tausende andere Kinder aus dem armen Südtirol, auf den großen schwäbischen Höfen bis zum Umfallen schuften. Deren Schicksal ist bekannt, immer wieder wird es literarisch aufbereitet. Ich erhalte Einblick in die Nöte dieser Kinder, die in bitterer Armut von ihren Eltern verkauft und in eine ungewisse Zukunft losgeschickt wurden. Schon fünfjährige waren darunter, aber genau so 15jährige. Die 89jährige Edna überquert auf den alten Pfaden die Alpen, immer in Begleitung von Emil, diesem Paradiesvogel. Mit ihrer unvoreingenommenen Selbstverständlichkeit nimmt sie jeden, den sie unterwegs trifft, für sich ein. Man ist nie zu alt, etwas zu wagen, verrücktes zu tun. Ein lange gegebenes Versprechen einzulösen. Ganz behutsam greifen hier Gegenwart und die Vergangenheit ineinander. Nie hatte ich das Gefühl, dass diese beiden Zeitebenen konstruiert wären. Im Gegenteil, sie schmiegen sich einander an, bilden ein homogenes Ganzes. Einen warmherzigen Roman, der nie anklagend ist aber so einige Schicksale realistisch beleuchtet, hat Romina Casagrande hier vorgelegt. Edna in ihrer unkonventionellen, leicht verqueren, aber sehr positiven, dem Leben zugewandten Art, bin ich gerne gefolgt. Auch wenn die Alpenüberquerung in ihrem Alter nicht mehr gelingen mag, so ist der Gedanke daran gar nicht mal so verkehrt. Können wir nicht alles schaffen, wenn wir uns ein Ziel stecken? Als wir uns die Welt versprachen - eine Hommage an das Leben.
Die Reise des Schwabenkindes!
von Pusteblume85 - 22.03.2021
Schwabenkinder sind Kinder, die damals von ihrer Familie auf einen fremden Bauernhof geschickt wurden, um dort zu arbeiten. Die Armut zwang sie zu diesem Schritt! Nur leider ging es denn Schwabenkindern nicht immer so gut auf den Bauernhöfen. Edna war ein solches Schwabenkind. Edna wurde als kleines Mädchen an einen Bauern verkauft und musste schwere Arbeiten verrichten und hat schlimme Dinge über sich ergehen lassen müssen. Zum Glück ist ihr ein besonderer Mensch begegnet, der ihr Mut und Kraft gegeben hat: Jacob. Auch er war solch ein Schwabenkind. Ihr Trio wurde von Emil, einem Paradiesvogel vervollständigt. Die Geschichte von Edna und Emil, dem Papagei hat mich tief berührt. Was sie erleben musste als schutzloses kleines Mädchen, aber immer alles ausgehalten und nie aufgegeben hat. Ihre Reise hat mich tief berührt.
Traurige Kindheit
von flieder - 21.03.2021
Das Leben der fast 90 jährigen Südtirolerin Edna verläuft in recht ruhigen Bahnen. Doch nun soll sie in ein Seniorenheim. Wirklich behagen tut ihr das nicht, denn ihren Papagei Emil, der sie nun schon fast ihr ganzes Leben begleitet, darf sie dorthin natürlich nicht begleiten. Adele, eine freundliche Nachbarin die ihr jeden Donnerstag eine deutsche Zeitschrift vorbei bringt, ahnt nicht, dass sie genau mit dieser Zeitschrift das Leben von Edna grundlegend verändern wird. Ein Bericht und ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob lässt ihre Erinnerungen an ihre schwere Kindheit wieder erwachen. Kurzentschlossen packt Edna ihren Rucksack, Papagei Emil in eine Transportbox und macht sich auf den langen Weg ihrer Kindheit. Damals, im Alter von 10 Jahren, ging sie diesen Weg schon einmal. Ihr Vater, ein armer Bergbauer, hatte sie an einen Landbesitzer im Schwäbischen verkauft und sie musste als sogenanntes Schwabenkind harte Arbeit verrichten. Auch Jacob teilte dieses harte Schicksal. Jetzt, da sie endlich Jacobs Aufenthaltsort kennt, kann sie endlich ihre schwere Schuld, die sie damals auf sich geladen hat, begleichen. Mir hat die Geschichte rund um Edna recht gut gefallen, auch wenn es manchmal ein bisschen unglaubwürdig war. Welche 90 jährige schafft es schon zu Fuß über die Alpen, zumal sie noch eine Transportbox hinter sich herzieht. Doch ihre zum Teil recht lustigen Begegnungen der unterschiedlichsten Menschen entschädigt dann wieder und ich musste mehr als einmal schmunzeln. Sehr zum Nachdenken brachte mich aber das Schicksal der Schwabenkinder. Diese Praktiken gab es leider sehr lange und die Kinder wurden regelrecht ausgebeutet. Eine Kindheit war so nicht möglich und nur wer viel Glück hatte kam zu einem weniger grausamen Landbesitzer. Alles in allem eine sehr unterhaltsame Geschichte, die auch manchmal ganz schön ans Herz geht.
Ednas fantastische Pilgerreise
von amara5 - 21.03.2021
Es gibt Herzensdinge im Leben, die müssen noch in Angriff genommen werden, auch wenn das Leben fast zu Ende ist: Die fast 90jährige Edna verlässt ihr Haus mit gemütlichem Garten nur noch selten, schwelgt viel in der Vergangenheit. Dann liest sie wie immer ihre Zeitschrift und entdeckt auf einem Foto Jacob wieder. Mit ihm verbindet sie einen schmerzvollen, traumatischen Abschnitt im Kindesalter - beide waren verarmte Schwabenkinder, mussten weitab ihrer Heimat auf deutschen Bauernhöfen hart mitarbeiten und wurden auf "Viehmärkten" begutachtet. Jacob hat seiner kleinen "Zimperliese" Edna immer geholfen, ihre Freundschaft hat sie das Leid besser ertragen lassen - bis sie tragisch getrennt wurden und sich aus den Augen verloren haben. Nach den Blick in Jacobs Augen auf dem Foto steht für Edna fest: sie wird Jacob in Ravensburger Krankenhaus besuchen und hat sie sich dafür einen besonderen Weg ausgesucht: den harten über die Alpen, den sie schon als Schwabenkinder gegangen sind. Denn sie quält seit Jahrzehnten das schlechte Gewissen, will Buße tun: Sie glaubt, ein Versprechen gebrochen und Jacob im Stich gelassen zu haben. "Aber dann, eines Tages, wenn man es am wenigsten erwartete, geschah etwas, was einen zurückbrachte. Und dann war es, als wäre man nie weg gewesen. Als zähle die ganze Zeit, die seit diesem Augenblick vergangen war, überhaupt nichts mehr." S. 141 Kurzerhand packt sie ihren kleinen Koffer und ihren geliebten Papagei Emil ein - (er stammt noch von Jacob aus der Schwabenkinder-Zeit), kramt eine sehr alte Landkarte von damals aus und wandert los, ohne zu wissen, wo sie übernachten kann und was sie zu Essen bekommt. Unterwegs passiert ihr allerhand Skurriles, Dramatisches und Berührendes - sie trifft auf die verschiedensten Menschen, die ihr helfen, von denen sie aber auch noch lernen kann und jeder geht aus den Begegnungen verändert weiter. Sie entwickelt schier unglaubliche Kräfte in ihrem Alter, um einem verloren geglaubten Versprechen nachzugehen. Und eventuell bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Unterwegs gehen ihre Erinnerungen und Gedanken kontinuierlich zurück in die Zeit auf dem Bauernhof und zu den bewegenden und traurigen Erlebnissen als Schwabenkind. So komponiert die Autorin Romina Casagrande ihren szenischen Roman in zwei Zeitsträngen und packt allerhand menschliche Schicksale und bunte Charaktere auf der Reise in ihre Handlung. Die bildgewaltigen Naturbeschreibungen und die berührenden Rückblenden zusammen mit ein paar poetisch, nachdenklichen Sätzen sind schön herausgearbeitet. Der fast fantastisch anmutenden Pilgerreise der hochbetagten Edna in der Jetzt-Zeit fehlt es etwas an Glaubwürdigkeit und Authentizität - dafür gab es umso mehr Slapstick. Wer sich daran nicht stört, den erwartet ein emotionaler, leichtfüßiger und humorvoller Roman, der einen wichtigen und traurigen Teil der Geschichte rund um die Schwabenkinder miteinwebt und sehr menschlich ist.
Tief berührend
von Anonym - 19.03.2021
Das Buch "Als wir uns die Welt versprachen" beschreibt auf wunderbar berührende Art und Weise das Schicksal zweier Schwabenkinder, die, von ihren armen Eltern verkauft, in Schwaben für einen reichen Großbauern wie Sklaven schuften mussten. Dabei wird auf gekonnte Art und Weise die Vergangenheit mit der Gegenwart, in der die 90jährige Edna mit ihrem ebenso alten Papagei Emil lebt, verknüpft. Edna will zu Fuß über das Gebirge, um ihren Freund von damals wiederzutreffen. Unterwegs begegnet sie Menschen verschiedenster Lebensentwürfe und der Leser erfährt gleichsam mit diesen Stück für Stück die Geschichte der Vergangenheit. Durch den flüssigen Schreibstil und die gute Kapitelunterteilung springt man mühelos in den verschiedenen Zeiten hin und her und fühlt sich mitten drin, quasi mit auf der Reise. Ein großartiges Buch für Menschlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft, das Mut macht, sich manchmal einfach auf das Wagnis "Leben" einzulassen.
Ein langer Weg
von RHK - 19.03.2021
In dem Roman Als wir uns die Welt versprachen schildert Romina Casagrande eines von vielen Schicksalen der Schwabenkinder. Obwohl es Edna und Jacob vor rund 80 Jahren nicht geglückt ist, gemeinsam zu fliehen, hat Edna die Hoffnung nicht aufgegeben, ihren Freund irgendwann wieder zu sehen. Und tatsächlich entdeckt sie ihn über eine Zeitschrift und macht sich als 90-jährige mit Jacobs Papagei auf den Weg von Südtirol nach Ravensburg. Sie hat eine alte Zeichnung von ihrem Weg damals und will diesen in umgekehrter Richtung zurücklegen, d.h. überwiegend zu Fuß. Leider ist die Schilderung dieser Wanderung nicht wirklich glaubhaft und streckenweise etwas langatmig. Dennoch gewinnt man durch die Rückblicke auf die schreckliche Zeit, die sie als Kind auf dem Bauernhof in Deutschland verbringen musste, einen guten Eindruck darüber, was den vielen Kindern angetan wurde. Die einzelnen Episoden und Erlebnisse auf ihrer Wanderung zusammen mit Emil machen die Geschichte unterhaltsam und ich habe mich darüber gefreut, dass Edna immer wieder auf hilfsbereite Weggefährten gestoßen ist. Also insgesamt eine nette Geschichte.
In Vergessenheit geraten
von Betty1337 - 18.03.2021
Eine rührselige Geschichte. In der wir erfahren wie es Edna in ihrer Kindheit als Schwabenkind erging. Eine Geschichte die manchen vertraut vorkommt. Die die ein Ähnliches Schicksal erlebt habe. Es lässt uns denken an die Zeiten, aus denen wir selbst, nur Geschichten gehört haben. Die wir vielleicht schon vergessen haben.. Edna ist alt geworden, sie und ihr Papagei Emil leben Castalbello (Italien). Dort wo Edna mit ihm viele Jahre zuvor zurückgekehrt ist. Doch an einem Morgen entdeckt sie einen Zeitungsartikel, auf einem Bild ein Junge den sie sehr gut kennt. Doch er ist kein Junge mehr. Auch er ist alt geworden. Sie erinnert sich an ein Versprechen das sie Jacob gegeben hat. Das einzige was sie bisher nicht erfüllen konnte. Sie hatte ihm Emil nicht zurückgeben können. Das wollte sie jetzt nachholen. Noch am selben Tag macht sie sich auf um zu ihm nach Deutschland zu gehen. Mit Bus, Bahn und zu Fuß. Auf dem Weg erinnert sie sich an Längst vergessenes. An das Leben auf dem Hof und den Jungen der ihr in dieser Zeit ein Freund war, Jacob. Sie trifft auf Menschen die alle eine eigene Geschichte mit sich tragen und Edna in ihr Herz schließen. Die Geschichte ist geprägt von Freude, Liebe, Mitgefühl, aber auch von Traurigkeit und Einsamkeit. Ich liebe es wie wir Edna auf ihrem Weg begleiten. Ihre Vergangenheit und Gegenwart miterleben. Es ist ein Wirrwarr aus Gefühlen. Mal ist es spannend, mal Lustig, mal Traurig. Und immer ein Lichtblick Jacob. Wird sie den langen Weg über die Alpen schaffen und endlich das Versprechen von damals erfüllen? Wollt ihr mit auf die Reise kommen und es herausfinden?
Ednas und Emils Reise in die Vergangenheit
von Anonym - 18.03.2021
Klappentext: Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen. Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit ¿ wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen. Ich hatte zuvor noch nichts von den Schwabenkindern gehört und war sehr gespannt auf das Buch. Die lesefreundlich kurz gehaltenen Kapitel wechseln zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Anfangs kam mir die Story etwas langatmig und langweilig vor aber nach ein paar Kapiteln wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist eine wunderschöne Geschichte mit traurigem Hintergrund. Die rüstige Rentnerin Edna und ihren Papagei Emil habe ich sofort ins Herz geschlossen und mit ihr gefiebert, dass sie ihr Ziel erreicht. Auf ihrer Reise hat Edna viele interessante Begegnungen, die manches Vorurteil abgebaut haben. Das Schicksal von Edna, Jacob und all den anderen Schwabenkindern hat mich sehr berührt. Ein sehr schweres Thema, trotzdem gut zu lesen, weil es auch Szenen gibt, bei denen ich lachen musste. Den Schluss habe ich mir anders erhofft aber für Edna hat sich der Kreis geschlossen. Romina Casagrande hat einen wunderschönen Schreibstil und hat viele Lebensweisheiten in die Geschichte eingestreut, die mich nachdenklich gemacht haben. Das Interview zum Schluss hat mir gut gefallen. Frau Casagrande scheint eine sehr tiefgründige Person zu sein, was sich gut in ihrem Roman widerspiegelt. Ich werde Edna, Jacob und Emil nicht so schnell vergessen und freue mich sehr auf weitere Werke von der Autorin.
Verkaufte Kinder
von Readaholic - 18.03.2021
Edna ist ein kleines Mädchen, als sie von ihren armen Eltern in Südtirol als Arbeitskraft auf einen Hof in Oberschwaben geschickt wird. Angeblich soll es den sogenannten Schwabenkindern dort besser gehen, so wird es zumindest erzählt, vielleicht soll diese Geschichte aber auch nur das schlechte Gewissen der Eltern beruhigen, die ihre Kinder quasi als Sklaven verkaufen. Das Leben auf dem Hof ist hart. Es gibt kaum zu essen und die Kinder müssen von früh bis spät schuften. Keiner kümmert sich um sie, manche verschwinden und auch das wird nicht hinterfragt. Der Einzige auf dem Hof, der gut zu ihr ist und dem Edna vertraut, ist Jacob, der immer ein Auge auf sie hat. Doch vor allem Bösen kann auch er sie nicht beschützen. Eines Tages findet Jacob auf dem Jahrmarkt einen abgemagerten Papagei, einen "Paradiesvogel", den er zurück auf den Hof schmuggelt. Von nun an ist er das Geheimnis der beiden Kinder. Jacob und Edna schmieden Fluchtpläne. Es ist ein ausgeklügelter Plan, doch etwas geht schief und nur Edna gelingt die Flucht, zusammen mit Emil, dem Papagei. 80 Jahre später entdeckt Edna in einer Zeitschrift ein Bild von Jacob, den sie nie vergessen hat. Bei einem Erdrutsch wurde Jacob verletzt und liegt im Krankenhaus in Ravensburg. Edna beschließt trotz ihres hohen Alters gemeinsam mit Emil die beschwerliche Reise nach Ravensburg zu unternehmen, und zwar genauso, wie sie damals den Weg nach Hause gefunden hat, das heißt, größtenteils zu Fuß. Auf ihrem abenteuerlichen Road Trip begegnen ihr viele Menschen, die ihr helfen, indem sie ihr beispielsweise Essen und ein Bett für die Nacht geben und ihre Lebensgeschichten mit ihr teilen. Dabei gelangt Edna zu überraschender Berühmtheit, denn zusammen mit Emil wird sie zu einem Star in den sozialen Medien. Ednas Reise mutet an wie eine Parabel. Sie lernt, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und sie stellt sich den Schatten der Vergangenheit. Vor allem ist sie getrieben von dem Gedanken, Jacob wiederzusehen, denn sie möchte ihm Emil zurückbringen und erklären, was damals geschah... "Als wir uns die Welt versprachen" ist ein zugleich trauriges, aber auch schönes und Hoffnung spendendes Buch. Ednas Reise ist voller Hindernisse, doch sie gibt nicht auf und obwohl das Ende nicht das erwartete Happy End bringt, schließt sich doch ein Kreis. Nur noch eine kleine Anmerkung zu Oberschwaben: dass Edna als Kind Wolfsgeheul in den Wäldern um Ravensburg gehört haben will, verleiht der Geschichte zwar etwas Dramatik, gehört aber ins Reich der Fantasie. Und Dirndl trägt in Ravensburg auch niemand. Diese kleinen Unstimmigkeiten tun der Geschichte aber keinen Abbruch.
Roadtrip mit Papagei
von Ele - 17.03.2021
Als wir uns die Welt versprachen, Roman von Romina Casagrande, EBook 411 Seiten, erschienen bei Fischer Krüger. Eine Reise auf den Spuren der Schwabenkinder von Italien über die Alpen nach Deutschland. Die Südtirolerin Edna war eines der sogenannten Schwabenkinder, Bergbauernkinder die in ärmsten Verhältnissen lebten und von ihren Eltern wie Sklaven, an reiche schwäbische Bauern verkauft wurden, wo sie unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten. Dort lernte sie Jakob kennen und bald verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Als sie eines Tages zusammen mit dem Papagei Emil flüchten wollten werden die beiden getrennt. 80 Jahre später entdeckt Edna, dass Jakob noch in der Gegend lebt. Kurzerhand macht sie sich auf den Weg, zusammen mit dem Papagei in einem Transportkäfig, um zu Fuß und mit Bus und Bahn zu ihm zu gelangen, denn es steht noch etwas zwischen den beiden was unbedingt geklärt werden sollte. So beginnt eine wunderbare Reise voller überraschender Begegnungen. 54 Kapitel in idealer Leselänge, sind mit den dazu passenden und zusammenfassenden Überschriften versehen. Ein eingängiger und bildmalerischer Schreibstil lässt den Leser durch die Seiten fliegen. Einzelne Stationen, auf Ednas Reise die ich durch diverse Urlaubsaufenthalte kenne habe ich gut beschrieben empfunden. Die am Anfang beigefügte Karte mit dem Weg Ednas ist auf dem Reader unbrauchbar. Die Autorin erzählt ihre Geschichte in zwei Zeitebenen, was damals geschah und die Ereignisse in der Gegenwart, da dies aus der Sicht der Protagonistin geschieht, ist der Leser stets nah dran am Geschehen. Über die im Buch thematisierten Schwabenkinder habe ich schon einiges gehört, deshalb habe ich mir aus dem Buch noch nähere Informationen erhofft, da aber im Vordergrund die Reise, und die damit verbundenen Erlebnisse der Protagonistin standen, war ich etwas enttäuscht. Der historische Teil wäre für mich interessanter gewesen. Südtirol hat eine lange und zum Teil schmerzhafte Geschichte hinter sich, einige Wunden haben sich nie ganz geschlossen. (Anm. der Autorin) Es ist nicht abzustreiten, dass es sich um eine wundersame Reise mit vielen Erkenntnissen, Überraschungen und unvorhergesehenen Begegnungen handelt. Wer solche Roadtrips mag, wird mit diesem Buch wirklich Freude haben. Die Hauptperson, Edna ist hervorragend und tief charakterisiert, unglaublich was sie auf sich nimmt um Jakob wieder zu begegnen. Ob sie unter beginnender Altersdemenz leidet, ist mir leider nie ganz klar geworden. Es wäre bestimmt einfacher gewesen, diesen Weg mit der Bahn hinter sich zu bringen, des Öfteren habe ich befürchtet, dass Edna nie an ihrem Ziel ankommen wird, oft kommt Hilfe von unerwarteter Seite. Diese Dramatik hat mich hauptsächlich am Lesen gehalten und hat auch verhaltene Spannung aufgebaut, jedoch war das Buch für mich einfach zu langatmig. Andere Figuren handelten m. E. nicht immer nachvollziehbar, z.B. Max der Ehemann von Adele. Auch Bastian, ein weiteres Schwabenkind hätte ich mir gerne etwas besser charakterisiert gewünscht. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, jedoch habe ich nicht ganz gefunden was ich erwartet habe. Durchaus habe ich durch das Buch etwas gelernt, nämlich nicht jeder Mensch ist so, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. Ein Satz im Buch hat mich ganz besonders beeindruckt: " Jedes Mal wenn wir gehen, lassen wir etwas zurück!" Ich habe das Buch gerne gelesen und auch genossen, trotz einiger Einschränkungen, um mich aber über die Schwabenkinder genauer zu informieren werde ich andere Quellen zu Rate ziehen. Trotzdem kann ich das Buch empfehlen und vergebe 4 Sterne.
Langer Weg zurück
von bobbi - 17.03.2021
Edna ist fast 90, hat aber noch etwas auf ihrer Lebensagenda, das ihr keine Ruhe lässt und vor dem erzwungenen Eintritt ins Altersheim erledigt werden muss: In ihrer Kindheit hat sie zusammen mit Jacob ein Leid geteilt: Schwabenkinder, die aus armen Familien unter anderem von Südtirol auf deutschen Bauernhöfen zur harten Land- und Hausarbeit wie auf Viehmärkten "vermittelt" wurden. Mit dem kleinen Jungen verbindet sie eine Freundschaft, aber auch Zusammenhalt in schweren Zeiten. Er stand immer zu ihr, der "Zimperliese" - bis sich ihre Wege im Zweiten Weltkrieg trennten. Bepackt mit ihrem "Paradiesvogel"-Papagei Emil, einer Landkarte aus alten Tagen und ein paar Habseligkeiten macht sie sich auf den beschwerlichen, langen Weg nach Ravensburg - denn sie hat ein Foto von Jacob in einer Zeitschrift entdeckt. Da sie Gewissensbisse wegen damals plagen, schmiedet sie eine Pilgerreise der besonderen Art. "Schließlich war ihr klargeworden, dass sie ihren eigenen Spuren folgen und genau denselben Weg zurückgehen musste, um zum Anfang zurückzukehren und den Faden neu aufzurollen. Jeder Strich auf der Karte, die sie als Mädchen gezeichnet hatte, musste nun auf dieselbe Weise ausradiert werden." S. 120 Unterwegs passieren Edna so einige Zwischenfälle, skurrile Begegnungen, Abenteuer, aber ihre Gedanken hängen sehr oft in der Vegangenheit - so unterteilt sich der Roman in zwei Zeitebenen: Edna auf ihrer Reise und die kleine Edna als Schwabenkind und ihre traumatischen Erlebnisse. Romina Casagrande schreibt sehr atmosphärisch, emotional und an manchen Stellen sogar poetisch - einige kleine Sätze haben mir in ihrem feinen Nachklang gefallen. Doch die gesamte Geschichte konnte mich leider nicht bis zum Ende packen, da ich diese harte Reise über die Alpen einer 90-jährigen Frau nicht zutraue. Daraus hätte man sicherlich etwas Packendes à la der Hundertjährige stricken können, doch Ednas Erlebnisse waren mir etwas zu unauthentisch, oberflächlich und albern. Trotzdem ein schöner, flüssiger Roman, der wichtige historische Ereignisse bespricht und gerade an diesen Stellen sehr betroffen macht.
Die Schwabenkinder...
von Der Blaue Mond - 16.03.2021
Ich hatte vorher noch nie von den Schwabenkindern gehört und die Geschichte machte mich an vielen Stellen ziemlich traurig. Das es über Jahrhunderte hinweg üblich war, Kinder aus den sehr armen Berggegenden Südtirols und Österreichs über die Alpen zu schicken um diese nicht mehr ernähren zu müssen und diese auf schwäbischen Höfen ihrem Schicksal bei der harten täglicher Arbeit zu überlassen, ist grausam. Deshalb ist es gut, dass der Roman das zum Thema macht. Der Schreibstil ist nicht immer eingängig, aber mit der Zeit wächst einem die Hauptdarstellerin Edna sehr ans Herz. Es ist kein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, um es in einem Rutsch durchzulesen. Aber die Geschichte entwickelt sich. Die Perspektive wechselt immer von der Edna als Kind und der hochbetagten Edna, so wird langsam das Puzzle aufgelöst. Edna wird sehr gut beschrieben, durch Zufall entdeckt sie ihren ehemaligen Freund aus den harten Kindertagen und nimmt die Suche auf. Der Roman ist eine runde Sache, mir fehlte ein bisschen die Lebensmitte von Edna. Zwischen den Zeilen ist klar, wie ihr Leben da verlaufen ist, aber es wäre schön gewesen wenn man das noch konkreter erfahren hätte. Großes Lob auch an die Nebendarsteller, das ist ein kunterbunter Haufen hilfsbereiter Zeitgenossen. Dadurch wirkt der Roman sehr abwechslungsreich und lebendig. Ich hatte vorher noch nie von den Schwabenkindern gehört und die Geschichte machte mich an vielen Stellen ziemlich traurig. Das es über Jahrhunderte hinweg üblich war, Kinder aus den sehr armen Berggegenden Südtirols und Österreichs über die Alpen zu schicken um diese nicht mehr ernähren zu müssen und diese auf schwäbischen Höfen ihrem Schicksal bei der harten täglicher Arbeit zu überlassen, ist grausam. Deshalb ist es gut, dass der Roman das zum Thema macht. Der Schreibstil ist nicht immer eingängig, aber mit der Zeit wächst einem die Hauptdarstellerin Edna sehr ans Herz. Es ist kein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann, um es in einem Rutsch durchzulesen. Aber die Geschichte entwickelt sich. Die Perspektive wechselt immer von der Edna als Kind und der hochbetagten Edna, so wird langsam das Puzzle aufgelöst. Edna wird sehr gut beschrieben, durch Zufall entdeckt sie ihren ehemaligen Freund aus den harten Kindertagen und nimmt die Suche auf. Der Roman ist eine runde Sache, mir fehlte ein bisschen die Lebensmitte von Edna. Zwischen den Zeilen ist klar, wie ihr Leben da verlaufen ist, aber es wäre schön gewesen wenn man das noch konkreter erfahren hätte. Großes Lob auch an die Nebendarsteller, das ist ein kunterbunter Haufen hilfsbereiter Zeitgenossen. Dadurch wirkt der Roman sehr abwechslungsreich und lebendig.
Unterhaltsam und lehrreich
von Daniela Hohenwarter - 16.03.2021
In Als wir uns die Welt versprachen begibt sich die rüstige Seniorin Edna zu Fuß auf den Weg über die Alpen, um dort ihren lange verschollenen Kindheitsfreund Jacob zu besuchen. Ihre Wegbegleiter sind ein betagter Papagei und eine Angelegenheit, die Edna wieder gut machen muss. Die Geschichte von Romina Casagrande ist sehr unterhaltsam und liest sich leicht. Schön fand ich, dass sie in die Handlung immer wieder kleine Häppchen Wissens einbaut, wenn es zum Beispiel um die Grummet, also die zweite Mahd, geht oder darum, welche Inschrift es bei einer bestimmten Kapelle gibt. Hier zeigt sich, dass die Autorin ihre Geschichte ausgezeichnet recherchiert hat und sie wird dadurch glaubhaft. Auch gut gefallen hat mir der Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt und das Schicksal der Schwabenkinder erzählt. Hier hätte ich mir jedoch etwas mehr an Inhalt gewünscht. Etwas kürzen hätte die Autorin dafür meiner Meinung nach den Erzählstrang der betagten Edna können. Dieser ist mir zeitweise zu ausschweifend erzählt worden und wirkte teilweise auch zu konstruiert. Die vielen Begegnungen, die die alte Dame auf ihrer Reise macht, sind zwar ganz nett, aber irgendwann auch zu viel des Guten. Was hingegen zu kurz kommt, ist die Zeit zwischen Kindheit und Seniorenalter der Protagonistin. Hierzu hätten ruhig noch ein paar Rückblenden/Erinnerungen einfließen können. Was wiederum sehr gelungen ist, ist der Schluss der Geschichte, zu dem ich an dieser Stelle allerdings nichts verraten möchte.
Bewegende Kinderschicksale
von Kerstin Wagner - 15.03.2021
Der Prolog beginnt mit zwei verzweifelten, ängstlichen Kindern, die eine Flucht planen. Dann lernt der Leser eine ältere Dame kennen, die Südtirolerin Edna. Sie verfolgt gerade die Nachrichten einer deutschen Zeitung, als sie plötzlich das Bild eines Mannes entdeckt, den sie kennt. Es handelt sich um ihren Kinderfreund Jacob und weckt alte Erinnerungen an ihre Kindheit und eine damit verbundene Freundschaft, die lange zurückliegt. Diese Erinnerung ist aber auch mit einer Schuld verbunden, die Edna bislang nie begleichen konnte. Nun sieht sie die Gelegenheit dazu und begibt sich gemeinsam mit ihrem lustigen Papagei Emil auf eine Reise in die Vergangenheit mit der Stadt Ravensburg als Ziel. Auf ihrem Weg begegnet sie unterschiedlichen Menschen, die ihr helfen, von denen sie aber auch lernt. Bereits das eindrucksvoll gestaltete Cover mit dem ärmlich gekleideten kleinen Mädchen, das mit aller Kraft Halt zu finden sucht, hat mich zutiefst berührt. Romina Casagrande hat ihren Roman dem Schicksal der Schwabenkinder gewidmet, die in großer Not von ihren Eltern an Bauern in Schwaben verkauft wurden und dort unter unmenschlichen Bedingungen schwer arbeiten mussten. Oftmals waren diese armen Kinder erst fünf Jahre alt. Der Autorin gelingt ein flüssiger Einstieg in einen Roman, der in zwei Zeitebenen spielt und von einer wahren großen Kinderfreundschaft unter schwierigsten Bedingungen erzählt. Gerne habe ich Edna auf ihrer beschwerlichen, von der Autorin ausdrucksstark und fantasievoll geschilderten Reise begleitet. Neben der eindrucksvollen Bergwelt nimmt die Kraft der Natur sowie die Hilfsbereitschaft völlig fremder Menschen einen breiten Raum rein. Besonders beeindruckt hat mich die Energie, mit der Edna trotz aller Widrigkeiten ihre Reise fortsetzt, um ihr Kindheitstrauma zu bewältigen, was ihr am Ende der Erzählung auch gelingt. Romina Casagrande hat ihre Protagonisten mit viel Liebe und sehr authentisch gezeichnet. Vor allem sind mir Edna und Jacob ans Herz gewachsen, deren Schicksal unter die Haut geht. Der lustige Papagei hat die Erzählung auf angenehme Weise aufgelockert. Auch wenn mir einige Passagen sowie Begegnungen im Roman etwas langatmig vorkamen, vergebe ich gerne fünf Sterne und spreche eine Kaufempfehlung aus.
Berührend menschlich
von raschke64 - 15.03.2021
Edna ist hochbetagt und lebt zusammen mit dem fast gleichaltrigen Papagei Emil in Südtirol. Sie lebt allein in ihrem Haus und beschäftigt sich fast nur mit ihrem Garten und dem wöchentlichen Lesen der Zeitschrift Stern. Adele, die im Ort einen kleinen Laden besitzt, versorgt sie mit Lebensmitteln. Zusammen mit ihrem Mann Max versuchen sie, die alte Dame in ein Seniorenheim zu bringen. Adele, weil sie sich ernsthaft Sorgen um Edna macht. Max, nicht ganz uneigennützig, denn Edna hat viel Geld geerbt. Da entdeckt Edna in einer Zeitschrift das Bild von Jacob, der einen Unfall hatte. Und sie entdeckt darin ihren Jugendfreund, der mit ihr zusammen auf einem schwäbischen Bauernhof schwerste Arbeit verrichten musste. Sie beschließt, sich auf den Weg zu Jakob zu machen, um ein altes Versprechen einzulösen¿ Die Geschichte ist zu tiefst berührend und menschlich. Sie wird in zwei Zeitebenen erzählt. Aktuell geht es um Edna und Emil, die sich auf den Weg nach Schwaben begeben. Dabei nutzt Edna eine uralte Karte von früher und hält sich so nah wie möglich an diesen alten Plan. Das kann natürlich nicht funktionieren, denn einerseits hat sich vieles in den vielen Jahren verändert, andererseits verliert Edna gleich zu Beginn ihrer Reise die Papiere und das Geld. So ist sie darauf angewiesen, dass ihr unterwegs Menschen helfen. Das passiert auch immer, auf sehr unterschiedliche Art und Weise. So lernt sie viele Leute kennen und erzählt dabei auch die Geschichte der Schwabenkinder. Unter welchen unmenschlichen Bedingungen sie arbeiten mussten, wie sie von ihren Familien aus Not verkauft wurden, wie sie oft missbraucht und misshandelt wurden. Das waren furchtbare Zustände. Das Buch beschreibt sie sehr eindrücklich und sehr stark. Man darf das einfach nicht vergessen. Gleichzeitig gibt es Buch auch Hoffnung. Ein uraltes Versprechen wird eingelöst, dabei geht es um Werte wie Freundschaft, Tierwohl oder Erhalt der Natur. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
von Nele33 - 15.03.2021
Das Buch Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande erzählt die Geschichte von Edna, die las Kind als ein sogenanntes Schwabenkind nach Schwaben verkauft wurde um dort bei Großbauern Geld zu verdienen. Die Geschichte von Edna steht für unzählige Kinder, deren Eltern keinen anderen Ausweg sahen, als ihre Kinder zu verkaufen um über die Runden zu kommen und zu überleben. Das Leben dieser Kinder war hart und unmenschlich, sie wurden ausgebeutet, wie Vieh behandelt, nicht selten geschlagen und missbraucht. Ednas Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt: da ist die Gegenwart der 90-jährigen Edna, die mit Emil ihrem Papagei in einem kleinen Häuschen lebt und kurz vor dem Einzug in ein Altenheim steht. Auf der anderen Seite gibt es Rückblenden in ihre Kindheit als Schwabenkind, in der sie Jacob als treuen Freund und ihren Retter an ihrer Seite hatte bis zu dem schiksalhaften Fluchtversuch bei dem sie getrennt wurden. Nachdem Edna mit fast 90 Jahren durch eine Zeitungsartikel von einem Unfall Jacobs erfährt macht sie sich mit Emil auf den Weg ins Krankenhaus. Sie hat noch eine alte gezeichnete Karte von Jacob, genau diesen Weg will sie als eigenen Jakobs-Weg gehen um ihre Schuld zu sühnen. Mich konnte das Buch zu Anfang schnell fesseln, die Beschreibung von Edna und ihren Gedanken waren sehr ausgefeilt und berührend. Fast las es sich wie ein Abenteuerroman, ein allerdings trauriges Abenteuer am Ende eine langen und zurückgezogenen Lebens, in denen die Kindheitstraumata nie bearbeitet wurden. Im Verlauf des Buches hat mich die Autorin leider verloren, da doch manche Begegnungen auf Ednas Reise für mich zu esoterisch und belehrend wirkten. Einiges wurde mir auch zu unglaubwürdig, die Frau ist fast 90 in der Geschichte und scheint in manchen Situatioinen fast schon übermenschlich. Die Wichtigkeit dieses Buches ist für mich ein Stückweit unter Phrasen und gestellte Lebensweisheiten verloren gegangen, darum kann ich dem Buch insgesamt leider nur 2,5 Sterne geben.
Trauriger Hintergrund, aber schön zu lesen!
von Inge Held - 14.03.2021
¿ M E I N U N G »Meine Heidi« ist erst am vergangenen Dienstag angekommen, darum musste ich mich mit dem Lesen beeilen. Von dem Schicksal dieser Schwabenkinder habe ich noch nichts gehört, aber die Autorin hat mir das Thema sehr gut verständlich gemacht. Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Ein wenig unglaubwürdig ist die Tatsache, dass sich ausgerechnet wieder einmal eine über 90-jährige Dame zu Fuß auf den Weg macht. Das ist recht umständlich, aber hier geht es ja um Literatur und in der zeitgenössischen Literatur ist ja alles erlaubt. Soll ja schließlich unsere Fantasie beflügeln, darum heißt der Fantasie-Vogel wohl auch Emil und nicht Email. Sonst hätte der Titel ja auch »Email für Dich« heißen können. Ja also um nicht vom Thema abzukommen, ich lese auch den Stern. Und zwar sehr gerne. Wegen der Werbung und den Fotos und so. Nein, wer von der Leseprobe begeistert ist, wird von dem Buch nicht enttäuscht sein. Es ist sehr angenehm zu lesen, man wird abgeholt und taucht in eine andere, teilweise auch amüsante Welt ein. Von allem ein bisschen. Ich bereue nicht, 4.000 Punkte gegen dieses Buch eingetauscht zu haben. Hat sich gelohnt. All die positiven Kritiken sind angemessen. ¿ F A Z I T Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine wundersame, inspirierende Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland. Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit, wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen. Ein wirklich sehr schön zu lesender Roman. Danke!
Ednas Reise in die Vergangenheit
von Langeweile - 14.03.2021
In diesem Roman hat die Autorin eine fiktive Geschichte in den Hintergrund von realen historischen Ereignissen eingebettet. Ich hatte zwar einmal irgendwo etwas über die so genannten "Schwabenkinder" gelesen,jedoch waren mir die näheren Umstände unbekannt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Jacob und Edna,die als Kinder ein gemeinsames Schicksal teilten. Sie waren von ihren armen Eltern an reiche Landbesitzer verkauft worden und mussten dort unter menschenunwürdigen Verhältnissen schuften. Sie fühlten sich sehr zueinander hingezogen und planten die gemeinsame Flucht, gemeinsam mit dem Papagei Emil, den Jacob gefunden hatte und dem er etliche Kunststücke beigebracht hatte. Leider mißlang die Flucht,sie wurden getrennt und Edna bleibt mit Emil allein zurück. Edna hatte ihr ganzes Leben lang den Wunsch, Jacob wiederzusehen und ihm sein Eigentum zurückzugeben. Eines Tages findet sie in der Zeitschrift "Stern", die sie jede Woche aufmerksam liest, einen Artikel mit einem Foto von Jacob, den sie an einer Augenverletzung, sofort wieder erkennt. Ausgestattet mit minimalem Gepäck und Emil in einem fahrbaren Käfig, macht sich die betagte Edna von Südtirol aus auf eine beschwerliche Reise nach Ravensburg. Mit beharrlicher Sturheit verfolgt sie ihren Weg und trotzt dabei allen Hindernissen und Gefahren. Sie lernt unterwegs die unterschiedlichsten Menschen kennen, von denen sie größtenteils viel Hilfe bekommt. Die Geschichte wechselt ständig zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Dies geschieht oft übergangslos, so dass ich über längere Zeit ziemliche Probleme hatte,mich an die Geschichte zu gewöhnen. Dann jedoch entwickelte sich ein Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte und so habe ich das Buch in kurzer Zeit förmlich verschlungen. Es hat mich nachdenklich zurückgelassen und wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben. Fazit: Ich spreche eine Leseempfehlung aus und vergebe fünf Sterne.
Auf der Suche nach sich selbst
von m.curie - 14.03.2021
Edna wurde als Kind von ihren Eltern, in großer Armut lebende Südtiroler Bergbauern, nach Ravensburg verkauft, wo sie und weitere Schwabenkindern auf einem Bauernhof wie Leibeigene ausgebeutet wurden. Zusammen mit Jacob flüchtet sie, wird aber von ihm getrennt. Nur der Papagei Emil ist ihr Gefährte. Viele, viele Jahre später entdeckt sie durch Zufall ein Bild von Jacob in einer Zeitschrift. Er liegt schwer verletzt in Ravensburg im Krankenhaus. Sie beschließt, zu ihm zu reisen und macht sich - wieder mit Emil als ihrem einzigen Begleiter - auf der gleichen Route, die sie schon vor fast 80 Jahren genommen hatte, auf den Weg. Dabei lässt sie uns an ihren Gedanken und ihrer Erinnerung an früher, an die Zeit als Schwabenkind und an Jacob teilhaben. Die Autorin beschreibt die fast neunzigjährige Edna als willensstarke, wunderliche und fast schon etwas einfältige Frau mit kindlichem Gemüt, die ihr Ziel verfolgt, egal was passiert. Selbst als sie ihren Umhang und ihre sich darin befindliche Geldbörse verliert, macht sie sich keine großen Sorgen wie es weitergehen soll, sondern setzt ihre zusehends beschwerlicher werdende Reise unbeirrt fort. Dabei trifft sie auf Menschen, die - ähnlich wie sie - nicht den üblichen Normen entsprechen und ihr unvoreingenommen begegnen und helfen. Edna ist nicht nur auf dem Weg zu Jakob, sondern auch auf der Suche nach sich selbst. Ich wurde sofort zu Ednas begeisterter Reisebegleiterin, habe mich auf dem Weg aber immer mehr von ihr entfernt und musste mich fast schon dazu zwingen, ihn bis zum Ende mitzugehen, da diese Reise sehr langatmig erzählt ist. Schade, ich hatte mir mehr versprochen.
ein wun
von lesebiene - 13.03.2021
Meine Meinung: Diese Geschichte konnte mich tief bewegen und war eine der emotionalsten dieses Frühjahrs, wenn sie in meinen Augen auch kleinere Schwächen hatte, ist die Geschichte rundum Edna und Jacob dennoch eine absolute Herzensgeschichte, die mich zu Tränen rühren konnte. Wie es die Autorin schafft das Leben eines jungen Mädchens, später einer Frau zu beschreiben die sich auf der Suche nach ihrem Kindheitsfreund befindet, hat mich so sehr bewegt, da ich diese tiefe Verbundenheit zwischen zwei Menschen, selten in einer solch glaubwürdigen Perfektion lesen durfte. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund beschönigt nichts, sondern zeigt klar auf, wie aus Verletzlichkeit Wut, Verzweiflung werden kann und aus einer gedankenlosen Begebenheit ein Leben negativ bestimmt werden kann. Der negativen Begebenheit einer Form von Sklaverei, die in diesem Buch ebenso intensiv, wie emotional beschrieben wurde. Dabei besticht der Stil der italienisch/deutschen Autorin durch großartige Charaktere, die ebenso glaubhaft, wie ungewöhnlich eigensinnig und gerade dadurch so bestechend großartig und einzigartig werden, dass man diese als Leser wohl nie ganz vergessen wird. Dabei wird durch den literarisch perfekt anmutenden Schreibstil eine ebenso starke Verletzlichkeit, wie Lebendigkeit gegenüber dem Leben aufgezeigt, dass man dieses Buch mit einer Bereicherung verlässt. Denn dieses Buch hat einen sehr ruhigen, sehr bedachten und dadurch wirklich wunderbaren Schreibstil, der mich von Herzen begeistern konnte, dennoch ist diese ruhige Erzählweise gerade im mittleren Teil des Buches ein wenig zu viel, dies hält aber nur sehr kurz an und ist kaum störend und tut dem wunderbaren Buch keinen Abbruch. Mein Fazit: Ein wirklich besonderes Buch, welches ans Herz geht. 4,5 Sterne.
Sehr berührend, humorvoll und authentisch - empfehlenswert!
von Anonym - 12.03.2021
"Als wir uns die Welt versprachen" von Romina Casagrande umfasst in der gebundenen Ausgabe 480 Seiten. Die Autorin Romina Casagrande erzählt in ihrem Buch auf sehr berührende Art und Weise die Geschichte der Südtirolerin Edna, die sich auf den Weg zu ihrem Kinderfreund Jacob macht, um eine alte Schuld zu begleichen. Als kleine und aus ärmlichen Bedingungen stammende Kinder wurden beide als sogenannte "Schwabenkinder" über die Alpen nach Oberschwaben gebracht. Zwischen den beiden Kindern entwickelte sich über viele Jahre fernab der Heimat eine wichtige Freundschaft. Sie haben zusammen ihre Flucht geplant, aber nur einem Kind gelang sie. In hohem Alter entdeckt Edna ein Lebenszeichen ihres Freundes in einer deutschen Zeitung und beschließt diesen aufzusuchen. Sie geht den Reiseweg noch einmal zurück und macht dabei die unterschiedlichsten Begegnungen. Romina Casagrande schafft es das sehr wichtige und erschreckende Thema der "Schwabenkinder" gekonnt anzugehen. Ihr Buch lässt sich trotz des "harten" Themas sehr flüssig, humorvoll und dabei so authentisch und auch spannend lesen und ich konnte mich sehr gut in die fein ausgearbeiteten Charaktere der Geschichte einfühlen. Man begibt sich als Leser gemeinsam mit Edna und ihrem Papagei auf eine sehr naturverbundene und waghalsige Reise, durchlebt ihre Vergangenheit, erlebt teilweise skurrile Begegnungen in der Gegenwart und hofft und freut sich dabei gleichzeitig so sehr auf ein gelungenes Wiedersehen mit Jacob und das Begleichen der alten "Schuld". Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus, das bei jedem Leser sicherlich lange nachwirken wird. Mich hat es sehr berührt.
Ednas Geschichte
von dartmaus - 12.03.2021
Inhalt: Wann können wir endlich wieder zusammen sein? Zwei Schicksale, ein Versprechen und eine wundersame, inspirierende Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland. Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen. Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit - wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen. Meine Meinung: Der Klappentext hat mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Sehr intensiv wird Ednas und Jacobs Geschichte geschildert. Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Einmal aus der Zeit in Ednas Kindheit, in der Zeit als ihre Eltern sie verkauft haben und sie dadurch Jacob kennenlernt und wieder verliert. Dann aus der Sicht nachdem Edna von Jacobs Unglück erfahren hat und zuletzt aus Adele Sicht, die vor Angst um Edna in Sorge verfällt. Wirklich interessant. Besonders haben mir am Ende des Buches die Szenen mit Max gefallen. Auch wenn beide anfangs Schwierigkeiten hatten, so kommen sie letztendlich doch auf einen gemeinsamen Nenner. Ednas Wanderungen mit ihrem Papagei durch die Wälder und die Berge sind sehr authentisch und bildlich beschrieben und bei manchen Szenen hat man ein regelrechtes Kopfkino . Auch wenn ich zwischendurch so meine Probleme mit Edna hatte, so ist mir am Ende des Buches doch wirklich ans Herz gewachsen. Eine wirklich tolle Frau. Aber auch Adele ist ein sehr starker Charakter, der sich immer für andere einsetzt und erst zweitrangig an sich denkt. Mein Fazit: Klare Leseempfehlung. 4 Sterne.
Ich war zu Tränen gerührt
von mausebenchen - 11.03.2021
Ein tolles und einnehmendes Cover und dazu diese -mir gänzlich unbekannte auf historischen Fakten beruhende Geschichte- verheißen spannende Lesestunden. Und genau das traf auch ein. Ich begleite Edna auf ihrem Fußmarsch zu Jakob. Beide lernten sich kennen, als sie als Bergbauernkinder für eine warme Mahlzeit und ein Bett schuften mussten-und das als Kinder. Ein gegebenes Versprechen und eine lodernde Schuld veranlassen sie dazu, den beschwerlichen Weg zu Fuß zu machen, nur begleitet von einem Papagei. Was sich erstmal befremdlich anhört, entwickelt sich schnell in eine zu Herzen gehende, berührende Geschichte die mich bewegt zurücklässt. Die Emotionen kommen 1:1 bei mir an, es liest sich sehr flüssig und ist eine -bis dato-gänzlich neue Story, die es Wert ist erzählt und gelesen zu werden, eine ganz klare Leseempfehlung und bestimmt nicht mein letztes Buch der Autorin.
Großartiges Werk über Mut, Vertrauen aber vor allem Hoffnung
von lesetalk - 10.03.2021
Ein starkes, aussagekräftiges Cover. Denn es geht um die Geschichte der sogenannten Schwabenkinder Edna und Jacob, die wie viele andere tausend Kinder aus den Bergregionen südlich der Alpen von ihren Familien an reiche Bauern ins Schwäbische verkauft wurden. Es waren Kinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Über mehr als dreihundert Jahre wurde dieser unmenschliche Handel betrieben, wohl oft in dem Glauben, den Kindern würde es in der Fremde wohl besser ergehen. Nach dem Roman "Schwabenkinder" v. Elmar Bereuter (erschienen im Müller Verlag, 2016) und dem Roman "Ich bleibe hier" v. Marco Balzano (erschienen im Diogenes Verlag, 2020) ist hier nun ein weiteres wirklich großartiges und interessantes Buch zur Geschichte dieser Kinder, welche überwiegend ausgebeutet, misshandelt und zum Teil auch umgebracht wurden. Die wenigsten diese Kinder kehrten nach Hause zurück. Ein Stück aufbereitete Geschichte, die leider in Vergessenheit gerät und leider unter dem Deckmantel des Schweigens langsam verschwindet. Mit diesem Werk hier gelingt der Autorin aber auf ganz einfühlsame Weise, mit leiser aber starker Sprache, die Geschichte der zwei Schwabenkinder kraftvoll und voller Empathie abzubilden. Eine Geschichte von tiefer Liebe, Zuneigung, Vertrauen, Versprechen, Mut und Freundschaft, aber vor allem Eins: Hoffnung. Und diese Hoffnung darf man niemals aufgeben, auch nach Jahrzehnten nicht. Die Hauptprotagonistin Edna ist eine wirklich großartige Person, die es zutiefst bereut ihr Versprechen von damals nicht eingehalten zu haben. Aber ist es denn zu spät um ein Versprechen immer noch einlösen zu können? Und so macht sich Edna nach Jahren des Haderns mit einem Papagei und einem Rucksack auf den Weg über die Alpen, auf dem die Beiden nicht nur gute und schöne Momente erleben, sondern auch viele verschiedenen Menschen begegnen. Wir erfahren welche Probleme sich auf dem Weg über die Alpen ergeben und auch wird deutlich, dass Hoffnung eben doch etwas Wichtiges, etwas ganz großes ist; vielleicht auch das Wichtigste im Leben ist. Alles ist machbar, auch ein steiler Berg, den es zu überwinden gilt, wenn man nur daran glaubt und die Hoffnung nicht aufgibt, egal was andere dazu sagen und unbeirrt auf seine innere Stimme, auf seine innere Überzeugung zu hören und ihr zu folgen. Ich brauche nicht mehr zu schreiben. Denn aus meiner Sicht wird die Geschichte wirklich gewaltig, großartig und aus meiner Sicht philosophisch erzählt und besticht mit einem ganz wunderbaren Schreibstil. Für mich ein wirklich lesenswertes Buch. Ich bin schockverliebt, überwältigt von diesem wunderbaren Buch. Ich kann es euch nur wirklich empfehlen. Mein bisheriges Lesehighlight in 2021.
Schicksalshaft
von begine - 09.03.2021
Die Schriftstellerin Romina Casagrande führt uns in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" in die Vergangenheit Tirols. Edna entdeckt in einer Zeitschrift ein Foto ihres Kindheitsfreundes Jacob. Sie wurden durch den Weltkrieg auseinander gerissen und sie will ihn jetzt besuchen, denn es gibt da ein paar Missverständnisse. Die beiden Kinder haben eine schwierige Kindheit als Schwabenkindeer erlebt. Es ist eine bewegende anrührende Geschichte. Da macht sich jetzt die alte Edna mit ihrem Papagei Emil auf den Weg, von Südtirol nach Deutschland. Wie sie diese Reise bestreitet ist schwer, teilweise lustig, aber immer mit ernste Hintergrund, ist spannend. Die Autorin hat das Bild dieser Protagonist liebevoll gewebt. Sie lässt die Schicksale der Zeit akut erscheinen. Teilweise erinnert mich der Roman an meine Vorfahren, die in der Kindheit ähnliches erlebten.
Signora Ednas zweite Reise mit Papagei ¿
von heidi_59 - 04.03.2021
Die berührende Geschichte führt mich direkt hin zu Edna und Papagei Emil . Ednas Leben wird auf zwei Zeitebenen erzählt und führt in ihre Kindheit , wo sie von ihrem Vater an einen fremden Bauern verkauft wird und von da an als sogenanntes "Schwabenkind" für ihr tägliches Brot und einen Schlafplatz hart arbeiten muss . In der Gegenwart lernen wir Edna als fast 90 jährige kennen , die in den nächsten Tagen in ein Seniorenheim umziehen soll, was der eigentlich noch rüstigen Frau, so gar nicht behagt. Sie würde viel lieber in ihrer Wohnung mit dem großen verwilderten Garten bleiben . Das schlimmste aber , sie soll ohne Emil , ihren geliebten Papagei in dieses Altenheim ziehen. Das geht gar nicht nicht ! Denn Emil ist ihre letzte Verbindung zu Jacob , der Junge, der sie damals , als sie Kinder waren beschützt hat , so gut er es konnte . Gerade jetzt passt es ihr überhaupt nicht in ein Seniorenheim umziehen zu müssen. Hat sie doch vor kurzem erst in der Zeitung ein Bild von Jacob entdeckt und sich erinnert. Sein Haus ist wohl von den Regenmassen der letzten Wochen weggespült und zerstört worden . Als Kinder hatten sie sich geschworen immer zusammen zu bleiben . Jacob , Edna und Emil , der eigentlich Jacobs Ara ist . Edna muss unbedingt zu ihrem ehemaligen Kinderfreund nach Ravensburg um endlich ihr Versprechen einzulösen . So kommt es , das Edna den Vogel in seine Transportbox packt und sich auf den Weg über die Berge hin nach Ravensburg macht . Für Edna ist es eine anstrengende Reise in die Vergangenheit , denn sie ist diesen Weg schon einmal als Kind gegangen, damals auf der Flucht . Sie hat sogar die alte Zeichnung mitgenommen, auf der die Wege der Pilger eingezeichnet sind . Auf ihrem langen Weg begegnet Edna vielen Menschen ,die wie sie auf der Suche sind und ihr immer wieder zeigen, dass es in den Bergen beim Wandern eine Selbstverständlichkeit ist sich untereinander unvoreingenommen zu helfen und zusammenzuhalten. Aus Fremden werde Freunde, die zusammen alles schaffen können,wenn auch meistens nur für die Zeit des gemeinsamen Weges. Der schnörkellose, direkte Schreibstil hat mich sofort gefangen genommen und lädt mich von der ersten bis zur letzten Seite ein, ein Teil der Geschichte und an der Seite von Edna zu sein . Die teilweise sehr berührenden Ereignisse aus dem Leben der Schwabenkinder, die ich vorher nicht kannte, macht betroffen , doch ein paar Seiten weiter, kann ich schon wieder über Ednas trockenen Humor schmunzeln . Fein skizzierte Protagonisten mit authentischen Charakteren und eine bildhafte Sprache , lassen den Roman zum Erlebnis werden , dem man sich nicht entziehen kann und will . Die eindrucksvolle und bildgewaltige Erzählung hat bei mir ein Kopfkino par excellence entfacht und meiner Meinung nach das Potential um auf die großen Leinwände der Kinos zu kommen . Eine facettenreiche Geschichte , die für mich alles hat , was ein guter Roman mit authentischen Hintergrund haben sollte , um das Lesen zum Erlebnis zu machen . Sehr gerne vergebe ich für den tollen Roman 5 Sterne ***** sowie eine absolute Leseempfehlung .
bewegende Geschichte
von Rebecca1120 - 03.03.2021
Edna wächst in Südtirol als Kind einer armen Bergbauernfamilie auf. Wie viele andere Kinder wurde sie mit 12 Jahren als billige Arbeitskraft nach Schwaben geschickt und dort auf einem Bauernhof schamlos und entwürdigend ausgenutzt. Hier lernt sie auch Jacob kennen, der das gleiche Schicksal teilt. Sie verbindet dieses Schicksal, bauen eine tiefe Freundschaft auf und werden doch getrennt¿ Diese Geschichte, die auf zwei Zeitebenen verläuft, ist sehr bewegend. Während ich am Anfang dachte Edna wäre an Demenz erkrankt, da ihre liebevolle Nachbarin Adele sie so bemuttert und sie unbedingt in eine Senioreneinrichtung unterbringen will, wurde ich aber in Laufe der Geschichte vom Gegenteil überzeugt. Man lernt eine starke Frau kennen. Nachdem Edna zufällig in einer deutschen Illustrierten das Bild ihres Jugendfreundes Jacob sieht, begibt sie sich auf die weite Reise zu ihm nach Ravensburg. Ganz allein macht sie sich auf den Weg. Dabei nimmt sie den gleichen Weg über die Alpen, den sie Jahrzehnte zuvor, in entgegengesetzter Richtung, bereits einmal gegangen ist. Ein beschwerlicher Weg, auf dem sie aber immer wieder Bekanntschaft mit hilfsbereiten Menschen macht. Menschen, die Eindrücke bei ihr hinterlassen, so dass sie beginnt sich selbst zu hinterfragen. Diese Schilderungen sind sehr anschaulich und ich habe beim Lesen ebenfalls Dankbarkeit für die Unterstützung, die Edna auf ihrem beschwerlichen Weg erhält, empfunden. Denn der Erzählstil ist sehr einfühlsam. Ich denke da z.B. an die Beschreibungen der Naturgewalten, wie auch der Empfindungen Ednas. Parallel dazu gleitet die Geschichte, wie im wirklichen Leben die Gedanken eines Menschen, immer wieder in die Vergangenheit. So lernen wir allmählig Ednas Erlebnisse und ihr Leid kennen. Leider ist mir hierbei der Wechsel zwischen den Jetzt und dem Rückblick nicht immer gleich nachvollziehbar gewesen. So musste ich mich an einigen Stellen beim Lesen erst orientieren, in welchem Zeitabschnitt die Geschichte gerade weitergeht. Schlussendlich mein Fazit: Ednas Geschichte ist interessant geschrieben und geht unter die Haut. Ich fand dieses Buch somit auch sehr unterhaltsam und gebe 4 Lese-Sterne.
Eine großartige traurige Geschichte.
von Petra Wiechmann - 28.12.2020
Von dem Schicksal der Schwabenkinder haben wir mittlerweile alle einmal gehört. In diesem Buch haben die Kinder es geschafft erwachsen zu werden, aber ihre Sklaverei haben sie nicht vergessen sondern die Erinnerungen verfolgen sie bis ins hohe Alter. Dann gibt es eine Chance einen Kameraden von damals wieder zu sehen. Darum begibt sich Edna noch einmal auf diese lange anstrengende Wanderung. Nur nimmt diesmal, dank moderner Technik, die ganze Welt Anteil . Edna, das ;Mädchen von damals, hat Freunde die sich um sie sorgen und kümmern. Durch ihre Erfahrungen in der Kindheit wird es ihr manchmal zu viel. Daher begibt sie sich allein auf die Reise und trifft diesmal auf Menschen die sie verstehen ohne ihre Geschichte zu kennen, die ihr helfen, einfach um des Helfens willen. Die sie als Person kennen lernen wollen ohne Hintergedanken. Die Freude und neue Erfahrungen mit ihr teilen. Als Leserin habe ich Stoff zum Nachdenken gefunden. Warum sind wir im ersten Moment befangen, misstrauisch gegenüber Fremden? Warum erzählen wir unseren besten Freunden nichts von dem Leid der Vergangenheit, es könnte doch dadurch leichter werden. Manchmal ist der Weg das Ziel, auch wenn wir das Ziel zu spät erreichen.
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