Das achte Gebot als Taschenbuch
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Das achte Gebot

von Anne Holt
Kriminalroman. Originaltitel: Doed Joker.
Taschenbuch
Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten.
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Das achte Gebot als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Das achte Gebot
Autor/en: Anne Holt

ISBN: 3492235816
EAN: 9783492235815
Kriminalroman.
Originaltitel: Doed Joker.
Übersetzt von Gabriele Haefs
Piper Verlag GmbH

1. Juni 2002 - kartoniert - 444 Seiten

Beschreibung

Ståle Salvesen hat Selbstmord begangen, dafür gibt es Zeugen. Salvesen galt jedoch als Hauptverdächtiger in einem abscheulichen Mordfall, und nun steht die Osloer Hauptkommissarin Hanne Wilhelmsen mit ihren Ermittlungen wieder ganz am Anfang. Dann gibt es ein zweites Opfer: Ein bekannter Wirtschaftsjournalist wird erschlagen aufgefunden, und zwar ausgerechnet in Salvesens Keller ...

Portrait

Anne Holt, 1958 geboren, wuchs in Norwegen und in den USA auf. Als freie Autorin lebt sie heute mit ihrer Familie in Oslo. Ihre vielfach preisgekrönten Kriminalromane werden in alle großen Sprachen übersetzt und machen sie mit über 7 Millionen verkauften Exemplaren zu einer der erfolgreichsten skandinavischen Autorinnen weltweit. Ihre beiden Serien um Inger Vik und Hanne Wilhelmsen genießen Kultstatus und wurden erfolgreich verfilmt.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Anne Holts neuer Fall ist dunkel, schön und melancholisch.", Die Welt 20151120

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 24.07.2001

Alles unter einer Decke
Fehlt nur die Logik: Anne Holt schickt ihre Kommissarin in die Krise

Beim Zeus oder besser: beim Thor, denn wir befinden uns in Norwegen, das ist schon ein Haufen Leute, die da im März des Jahres 1999 in Oslo im Umkreis eines Kriminalfalles auf der Bühne stehen oder liegen. Zu den Liegenden gehören Doris Flo Halvorsrud und Evald Bromo. Die beiden sind zwar grundverschieden, gleichen sich aber darin, daß ihnen jeweils mit Gewalt der Kopf vom Rumpf getrennt wurde und um ihre Leichen herum reichlich Fingerabdrücke von Sigurd Halvorsrud zu finden sind, seines Zeichens Oberstaatsanwalt und Gatte der verblichenen Doris. Dann ist da Ståle Salvesen, von dem Herr Halvorsrud behauptet, dieser habe seine Frau in seinem Beisein ermordet; dagegen spricht, daß Herr Salvesen sich wahrscheinlich vier Tage vor der behaupteten Tat qua Selbstmord diesbezüglich in die Schuldunfähigkeit begeben hat und damit auch zu den Liegenden gehören müßte.

Deutlich unter den Stehenden dagegen weilt Eivind Torsvik, der sich als Zwölfjähriger beide Ohren abschnitt und als Achtzehnjähriger dann seinem Pflegevater mit letalen Folgen das primäre Geschlechtsmerkmal. Die Justiz stellte ihm als erheblich strafmildernd ein verständliches Rachebedürfnis für jahrelangen sexuellen Mißbrauch durch den Ermordeten in Rechnung. Torsvik ist inzwischen, acht Jahre später, wieder in Freiheit wie auch produktiver Schriftsteller in publikumsgeschützter Wohnlage, aber weiterhin als Rächer tätig. Auf seiten der Polizei findet sich dann noch eine dunkle Lichtgestalt namens Iver Feirand. Dieser gilt als einer der kundigsten Ermittler im Päderastenmilieu, weiß aber auch - was kaum jemand weiß - aus eigener Erfahrung und Neigung, wie es dort zugeht.

Wie all dies zusammenhängt, muß wieder einmal - wie bei Anne Holt seit vier Romanen üblich - Hauptkommissarin Hanne Wilhelmsen herausfinden. Die identifiziert sich so sehr mit ihrem Beruf, daß sie auf Fragen nach ihrer Arbeit regelmäßig mit "Hauptkommissarin" antwortet. Nebenbei und manchmal hauptsächlich hat sie noch eine Lebenskrise, wenn schon nicht zu bewältigen, so doch zu bearbeiten. Da ist es gut, daß sie nicht allein dasteht, daß viele Mitglieder der geistigen Wohngemeinschaft, die in Oslo an der Verbrechensbearbeitung verdient, engagiert Hilfe anbieten, vom Polizeipräsidenten an abwärts. Teil ihres Problems ist jedoch der Widerwille gegen solche Zuwendung, weshalb sich ein Helferlein für sein Angebot gar einen deutlichen körperlichen Verweis einhandelt. Und nun ist Cecilie Vibe, die Lebensgefährtin ihres gesamten Erwachsenenlebens, lebensbedrohlich an Krebs erkrankt; Billy T., ihr Kollege und einziger Vertrauter, will die Mutter seines fünften Kindes heiraten, während er die Mütter seiner anderen Sprößlinge jeweils schon vor der Geburt wieder verließ; und die Ermittlungen im Mordfall Halvorsrud/Bromo verlaufen quälend unergiebig.

Ohne den liebsten Kollegen aller Fahnder, den Kommissar Zufall, der hier in Form des Bildes einer Verkehrsüberwachungskamera auftritt, wäre die ganze Sache wohl ermittlungstechnisch im Sand und damit für die Polizei blamabel verlaufen. So kann Frau Wilhelmsen aber am Schluß wenigstens für sich verbuchen, von Anfang an und gegen die Mehrzahl der Kollegen den richtigen Riecher gehabt zu haben.

Das stimmt allerdings nur, wenn man der Tatversion von Anne Holt glaubt - doch genau das sollte und kann man nicht, denn die angebotene und als sachlich richtig daherkommende Auflösung ist unlogisch und hanebüchen. Anne Holt scheint das gespürt zu haben, denn sie läßt ihre Protagonistin im Kollegenkreis über alle Zweifel und Einwände die große Decke werfen: "Auf viele Fragen werden wir nie eine Antwort erhalten." Aber die Decke ist zu kurz. Nach 444 Seiten Lektüre ist die Erklärung für das verrätselt gestrickte Kriminalgeschehen nicht stimmig.

Das soll nun nicht heißen, daß der Weg bis zur letzten Seite einem Gang durch die Steppe gliche, denn die gelernte Juristin Holt mit ihrem notorischen Intermezzo als norwegische Justizministerin hat Talent genug, immer wieder Interesse für ihre Figuren zu wecken und atmosphärisch dichte Szenen zu entwerfen. Dies macht sie ausgesprochen detailreich, was der Handlung allerdings immer dann zum Nachteil gereicht, wenn Spielorte und Personen, die in keinem nachvollziehbaren Bezug zum Fortgang der verschränkten Geschichten stehen, ebenfalls in aller Plastizität dargeboten werden.

Dieser gewisse Hang zur Überfrachtung ist auch in dem zu finden, was an Lebensthemen angegangen wird, vom Inzest bis zum Kosovo-Krieg, vom Abschied von der Jugend qua Harley-Verkauf bis zur Frage der Öffentlichmachung einer lesbischen Dauerbeziehung. Dies alles kommt nun noch in einer nicht gerade elegant zu nennenden Übersetzung daher, mit schlichten Kinken, wenn aus einer doppelten Verneinung eine einfache - damit bekanntlich das Gegenteil - gemacht wird, und Holpereien, wenn etwa Billy T. feststellt, er habe "Indizien dafür, daß something was very rotten in the house of Halvorsrud". Die wörtliche Übersetzung des norwegischen Titels ist "Toter Joker", im Deutschen wurde daraus "Das achte Gebot". Das fordert dazu auf, kein falsches Zeugnis abzulegen - weshalb man dieses Buch nicht unverhohlen empfehlen darf.

BURKHARD SCHERER

Anne Holt: "Das achte Gebot". Roman. Aus dem Norwegischen übersetzt von Gabriele Haefs. Piper Verlag, München/Zürich 2001. 444 S., geb.

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