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Alex Rider 04: Eagle Strike

Originaltitel: Eagle Strike. Empfohlen ab 12 Jahre. 2. Aufl.
Taschenbuch
Alex macht sich auf eigene Faust daran, einen gefährlichen Attentäter zu finden. Er verdächtigt Damian Gray, einen bekannten Erfinder von Computerspielen. Alex' Recherchen decken ein schreckliches Geheimnis auf.

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Alex Rider 04: Eagle Strike als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Alex Rider 04: Eagle Strike
Autor/en: Anthony Horowitz

ISBN: 3473585254
EAN: 9783473585250
Originaltitel: Eagle Strike.
Empfohlen ab 12 Jahre.
2. Aufl.
Übersetzt von Karlheinz Dürr
Ravensburger Buchverlag

1. Februar 2018 - kartoniert - 320 Seiten

Beschreibung

Alex macht sich auf eigene Faust daran, einen gefährlichen Attentäter zu finden. Er verdächtigt Damian Gray, einen bekannten Erfinder von Computerspielen. Alex' Recherchen decken ein schreckliches Geheimnis auf.

Leseprobe

Die Jacht hieß Fer de Lance. Alex bemerkte den Namen erst, als er über den Steg lief. Der Name kam ihm bekannt vor. Ja, das war es! Bei einem Klassenausflug zum Londoner Zoo hatten sie irgendeine Schlange gesehen, die so hieß. Giftig natürlich. Er gelangte auf ein breites Deck. Neben einer Tür befanden sich das Steuerruder und die Armaturen. Auf dem Tisch stand eine Bierflasche; daneben lagen ein zerfleddertes Magazin, ein Handy und eine Pistole. (...) Er nahm die Pistole in die Hand. Endlich. Bei jedem seiner Einsätze für MI6 hatte er eine Waffe haben wollen, und jedes Mal hatten sie es abgelehnt. Sie hatten ihm alle möglichen "Spielzeuge" mitgegeben, aber es waren immer nur Betäubungspfeile, Stun-Granaten oder Rauchbomben gewesen - nichts, was einen Menschen töten konnte. Alex spürte die Macht, die von dieser echten Waffe ausging. Er wog sie in der Hand. Eine Grach MP-443, schwarz, mit kurzem Lauf und einem gerasterten Griff. Natürlich ein russisches Fabrikat, eine neue Militärwaffe. Er ließ den Finger um den Abzug gleiten und lächelte grimmig. Endlich war er Yassen ebenbürtig. Vorsichtig öffnete er die Tür und schlich die kurze Treppe zum Unterdeck hinab. Sie führte zunächst zu einem Korridor, der sich durch die gesamte Länge der Jacht zu ziehen schien, mit Kabinentüren auf beiden Seiten. Von oben hatte er die Hauptkabine gesehen, aber er wusste, dass sich niemand darin befand; jedenfalls war durch die Fenster kein Licht zu sehen gewesen. Wenn Yassen überhaupt an Bord war, dann musste er hier unten sein. Alex packte die Grach fester und schlich den Flur entlang. Auf dem dicken Teppich machten seine Füße kein Geräusch. Am unteren Rand einer der Türen entdeckte er einen schmalen Lichtspalt. Er biss die Zähne zusammen und griff nach dem Türknauf, wobei er halb hoffte, dass die Tür verschlossen war. Aber sie ließ sich öffnen und er ging hinein. Die Kabine war überraschend geräumig: ein langes Rechteck mit weißem Teppich und modernen Holzpaneelen an zwei Wänden. An der gegenüberliegenden Wand stand ein niedriges Doppelbett mit Nachttischen und Lampen auf beiden Seiten. Auf dem weißen Bettüberwurf lag ein Mann mit geschlossenen Augen, regungslos wie eine Leiche. Alex trat näher. Hier in der Kabine war es absolut still, aber von der Stierkampfarena schallte die Musik der Band herüber: zwei oder drei Trompeten, eine Tuba und eine Trommel. Yassen Gregorovich bewegte sich nicht, als Alex näher trat, die Waffe vor sich ausgestreckt. Alex blieb neben dem Bett stehen. So nahe war er dem Russen noch nie gewesen, dem Mann, der seinen Onkel ermordet hatte. Er konnte jedes Detail seines Gesichts genau sehen: Lippen wie gemeißelt, die fast weiblich wirkenden langen Wimpern. Die Waffe befand sich nur noch Zentimeter von Yassens Stirn entfernt. Das war das Ende. Jetzt musste er nur noch abdrücken, dann wäre die Sache vorbei. "Guten Abend, Alex." Yassen war nicht etwa gerade aufgewacht. Seine Augen waren geschlossen gewesen und jetzt standen sie offen. Ganz einfach. Er hatte keine Miene verzogen. Er erkannte Alex sofort wieder, bemerkte die Waffe, die auf ihn gerichtet war. Bemerkte das alles und nahm es einfach hin. Alex schwieg. Nur die Hand mit der Pistole zitterte leicht und er legte auch die linke Hand an die Waffe, um sie zu stabilisieren. "Du hast meine Pistole", stellte Yassen fest. Alex holte tief Atem. "Hast du vor, sie zu benutzen?" Keine Antwort. Yassen fuhr ruhig fort: "An deiner Stelle würde ich mir das gründlich überlegen. Einen Menschen umzubringen ist etwas anderes als das, was du im Fernsehen siehst. Wenn du den Abzug durchdrückst, feuerst du eine echte Kugel ab. Sie trifft einen echten Menschen aus Fleisch und Blut. Ich werde nichts spüren; ich werde sofort tot sein. Aber du wirst den Rest deines Lebens mit dem leben müssen, was du getan hast. Du wirst es nie mehr vergessen." Er schwieg eine kurze Weile und ließ seine Worte auf Alex einwirken. "Bist du wirklich dazu fähig, Alex? Wird dir dein Finger überhaupt gehorchen? Könntest du mich kaltblütig erschießen?" Alex stand steif und starr wie eine Statue. Seine ganze Konzentration richtete sich auf den Finger, der am Abzug lag. Alles schien so einfach. Der Abzug hatte einen Federmechanismus. Soweit Alex wusste, würde dabei der Hahn gespannt; eine Art Hammer würde auf die Patrone treffen, ein tödliches Stückchen Metall, ganze neunzehn Millimeter lang, und diese auf ihren kurzen schnellen Flug schicken. In den Kopf des Mannes. Er, Alex, konnte das jetzt tatsächlich tun. "Vielleicht hast du schon vergessen, was ich dir einmal gesagt habe. Hier geht es nicht um dein Leben. Die Sache hat nichts mit dir zu tun." Yassen lag völlig gelassen auf dem Bett. Seine Stimme klang absolut unbeteiligt. Er schien Alex weit besser zu kennen als dieser sich selbst kannte. Alex versuchte, das Gesicht abzuwenden, den ruhigen stahlblauen Augen auszuweichen, die ihn mit einem Anflug von Mitleid beobachteten. "Warum haben Sie das getan?", wollte Alex wissen. "Sie haben das Haus in die Luft gejagt. Warum?" Ein kurzes Aufflackern in Yassens Augen. "Ich wurde dafür bezahlt." "Dafür, dass Sie mich umbringen?" "Nein, Alex." Einen Augenblick lang klang Yassens Stimme fast belustigt. "Ich sagte doch: Es hatte überhaupt nichts mit dir zu tun." "Aber wer " Doch es war zu spät. Er sah es zuerst in Yassens Augen, wusste, dass ihn der Russe nur hatte ablenken wollen, während sich die Kabinentür hinter Alex leise öffnete. Zwei Hände packten ihn und rissen ihn brutal vom Bett weg. Er sah, wie sich Yassen schnell wie eine Schlange zur Seite warf. Die Pistole ging los, aber Alex hatte nicht gezielt abgedrückt und die Kugel schlug in den Boden ein. Alex wurde gegen eine Wand geschleudert und die Pistole fiel ihm aus der Hand. Er schmeckte Blut. Die Jacht schien zu schwanken.

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