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Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Ein Fall für Friederike Matthée. Kriminalroman. 'Ullstein Taschenbuch'. 'Friederike Matthée'. 2. Auflage.
Taschenbuch
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Mord im Hungerwinter
Januar 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklä … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée
Autor/en: Beate Sauer

ISBN: 3548289576
EAN: 9783548289571
Ein Fall für Friederike Matthée. Kriminalroman.
'Ullstein Taschenbuch'. 'Friederike Matthée'.
2. Auflage.
Ullstein Taschenbuchvlg.

12. Januar 2018 - kartoniert - 384 Seiten

Beschreibung

Mord im Hungerwinter
Januar 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen. Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird Richard zur Seite gestellt. Sie kommt, wie der Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele. Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben.

Portrait

Beate Sauer hat als Autorin historischer Romane bereits eine große Fangemeinde. Unter dem Pseudonym Bea Rauenthal hat sie bei Ullstein eine Trilogie von Zeitreise-Krimis veröffentlicht.
Bewertungen unserer Kunden
Echo der Toten
von Svanvithe - 11.04.2018
So klirrend frostig wie der Januar des Jahres 1947 sind auch die Herzen der Menschen, sowohl der Sieger als auch der Besiegten. Die Demokratie wollen die Briten den Deutschen beibringen, die allerdings haben damit zu tun, nicht an Hunger zu sterben. Der Schwarzhandel blüht, und wer illegal ein Schwein schlachtet, läuft Gefahr, dafür bestraft zu werden. In dieser Zeit wird Jupp Küppers, ein Alteisen- und zugleich Schwarzmarkthändler, ermordet. Peter Assmuß, der mit seiner Mutter aus Ostpreußen geflüchtet ist, hat die Tat mit angesehen. Seitdem spricht der Sechsjährige nicht mehr. Der mit der Aufklärung des Verbrechens beauftragte Richard Davies von der Military Police ist auf Hilfe angewiesen. So wird Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln, die mit Kindern umzugehen versteht, hinzugezogen. Tatsächlich gelingt es der jungen Frau, eine Verbindung zu Peter aufzubauen. Wie der Junge stammt Friederike aus Ostpreußen, und auch sie verfolgen die Erinnerungen an die vergangenen Jahre, vor allem die abscheulichen Erlebnisse während ihrer Flucht. Nach und nach kristallisiert sich heraus, dass Richard Davies ebenfalls eine Last trägt und es ihm nicht leicht fällt, mit Menschen zusammenarbeiten, die Schuld auf sich geladen haben. Jupp Küppers bleibt nicht der einzige Tote. Die Situation spitzt sich zu, und auch Friederike und Richard, die sich langsam annähern, geraten in Gefahr. Beate Sauer, die bislang historische Romane geschrieben hat, führt mit "Echo der Toten" in die nähere Vergangenheit, in das Nachkriegsdeutschland des Jahres 1947. Sie porträtiert ein Volk, das sich seine Wunden "leckt" und dem die Verarbeitung der eigenen Schuld schwerfällt. Denn während der Wiederaufbau der zerstörten Städte überall voranschreitet und damit die Trümmer im Land langsam beseitigt werden, weicht das Gift, das die Nationalsozialisten in den Köpfen der Menschen verbreitet haben, nicht so leicht. Es gibt diejenigen, die der verachtenswerten Diktatur nachtrauern und immer noch der mörderischen Ideologie anhängen und menschliche Werte negieren. Die meisten jedoch wollen einfach nur vergessen und alles hinter sich lassen. Aber das Echo der Toten ist noch lange nicht verstummt. Die Geschichte ist atmosphärisch dicht, anschaulich, glaubwürdig und unsentimental erzählt. Beate Sauer redet nichts schön, nennt die Dinge beim Namen und beeindruckt mit ehrlichen klaren Aussagen. Sie weiß gleichzeitig zu erschüttern und zu berühren. Der Kriminalfall ist zurückhaltend in die Handlung integriert, wird allerdings mit angemessenem Maß an Spannung vorangetrieben. Besonders überzeugt die Autorin indes mit der Schilderung des Alltags und der Situation der Menschen - Flüchtlinge, Vertriebene, Fremdarbeiter, Überlebende - vereint als Opfer, Täter und Zeugen eines alles veränderndes Krieges und voller Schuld, Scham, Wut, Schmerz, Angst. Bei der Gestaltung ihrer Figuren hat die Autorin viel Feingefühl bewiesen. So wird es im Verlauf des Geschehens deutlich, warum Friederike viel Verständnis für Peter aufbringt. Schließlich kann sie sich gut vorstellen, was er während der Flucht gesehen haben muss, welche Dämonen ihn bedrängen. Sie verspürt oft genug genauso den Wunsch, sich an einem sicheren Ort zu verkriechen und alles Böse auszublenden, fühlt sich ohnmächtig und dem Leben ausgeliefert. Friederike sorgt für sich und ihre Mutter, beide haben nicht nur ihre Familie und Heimat verloren. Nur deshalb ist sie zur Weiblichen Polizei gegangen. Wirklich glücklich ist sie mit dieser Berufswahl anfangs nicht und führt ihren Dienst widerstrebend aus. Zudem fügt sie sich schwer in die Hierarchie ein, ignoriert Vorschriften und handelt mehr als einmal eigenmächtig, wodurch sie in Konflikt mit ihrer Vorgesetzten Gesine Langen gerät. Nur der Fürsprache von Richard ist es zu verdanken, dass sie nicht entlassen wird, denn er bemerkt, dass Friederike über Eigenschaften wie eine beispielsweise eine gute Intuition verfügt, die sie zu einer fähigen Polizistin werden lassen. Richard Davies zeigt sich als zwiespältiger Charakter. Von Anfang ist ersichtlich, dass ihn ein Geheimnis umgibt. Seine Distanziertheit und Abneigung werden schnell augenscheinlich. Er reagiert einerseits hart, fast brutal und zornig, andererseits müde und abgestumpft, dann wieder freundlich, verständnisvoll, aufmerksam und aufrichtig. Erst mit Fortschreiten des Geschehens offenbaren sich sein leidvolles Schicksal und die Hintergründe seines Handelns. Auch Friederike und Richard hören das Echo ihrer Toten und setzen sich mit der Vergangenheit auseinander. Am Ende der Geschichte sind sie einander zugewandter und haben die Not des jeweils anderen kennengelernt. Und sie haben Hoffnung für eine versöhnliche Zukunft geschöpft.
Authentischer Histokrimi
von Gisel - 11.04.2018
Im Januar 1947 haben die Menschen in Deutschland mit eisiger Kälte und den Nachkriegswirren um das Überleben zu kämpfen. Als ein Mord geschieht, soll Richard Davies von der britischen Royal Military Police diesen aufklären, und er fordert zur Mithilfe Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei an. In einer Welt, die in Trümmern liegt, ist die Suche nach Gerechtigkeit nicht einfach, vor allem, wenn die Vergangenheit immer wieder ins Geschehen hineinspielt. Ein kleiner Junge hat den Mord beobachtet, nun ist er in größter Gefahr. Athmosphärisch dicht schildert die Autorin Beate Sauer den harten Winter 1947, als die Menschen verzweifelt versuchten zu überleben, mit all den Gräueln ihrer Vergangenheit und nun vielfach geprägt von Hunger, Flucht, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit. Ein Menschenleben erscheint hier wenig bedeutend, und doch bleiben die beiden Ermittler dran am Geschehen. Auch sie tragen ihre eigene Geschichte mit sich herum, dennoch schaffen sie es, ihre scheinbar so unterschiedlichen Welten einander zu nähern, ihre jeweiligen Motivationen kommen sehr glaubhaft herüber. Die zarte Liebesgeschichte deutet sich schon bald an, auch sie bekommt ihren Anteil an der Erzählung. Die Auflösung des Krimis hat mich überrascht, mit diesem Täter hätte ich nicht gerechnet - im Nachhinein stellt sich jedoch zu Recht die Frage, warum nicht? Wer dieses Buch liest, erhält einen authentischen Histokrimi, der seiner Geschichte und seinen Protagonisten den nötigen Platz lässt, aber auch ein realistisches Eintauchen in die geschilderten Zeit ermöglicht - dafür möchte ich diesem Buch alle 5 Sterne sowie eine unbedingte Lessempfehlung geben. Ich warte gespannt auf eine Fortsetzung des Buches.
Atmosphäre gut eingefangen
von Buecherfreund - 08.04.2018
Deutschland im Winter der Nachkriegszeit. Friederike Matthée ist bei der Weiblichen Polizei und soll den Leutnant Richard Davies bei einem Mordfall unterstützen. Ein Schwarzhändler wurde umgebracht und der einzige Zeuge ist ein kleiner Junge. Ich fand die Charaktere interessant. Beide haben ihre Vergangenheit und ein Geheimnis, das sie hüten. Richard Davies, geboren in Deutschland, der nun auf der Seite der Briten kämpft. Und Friederike Matthée, die aus Ostpreußen geflohen ist und auf ihrer Flucht viel Schreckliches erlebt hat. Die düstere Atmosphäre, die Armut, Hunger und bittere Kälte des Nachkriegsdeutschlands zeigt, zieht sich durch das ganze Buch und wirkt erschreckend realistisch. Man sieht sehr deutlich, mit welchen ursprünglichen Problemen die Menschen zu kämpfen hatten und dass es trotz Ende des Krieges jeden Tag aufs Neue um das Überleben geht. Betrachtet man nur die Charakter und Atmosphäre, hätte der Krimi 5 Sterne verdient. Leider zieht sich das Buch in der Mitte ein wenig. Die Spannung vom Anfang kann nicht aufrecht erhalten werden und phasenweise scheint die Handlung ein wenig vor sich hin zu plätschern, ohne dass wirklich etwas passiert. Daher würde ich den Krimi zwar weiterempfehlen, da die Geschichte im Grunde gut und die Atmosphäre gut rübergebracht wird, doch nur an Leser, die auch geschichtlich interessiert sind, da hier der Schwerpunkt des Buches liegt und der eigentliche Kriminalfall öfter in den Hintergrund rückt.
Friederike Matthée ermittelt in ihrem ersten Fall
von Wencke - 16.03.2018
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass mir dir Größe des Buches sowie auch die Schriftgröße sehr gut gefällt, beides hat das Lesen für mich sehr angenehm gemacht. In diesem ersten Fall von Friederike Matthée geht es um einen sechsjährigen Jungen, den Friederike versucht, zum Reden zu bewegen. Der Junge ist der einzige Zeuge an dem Tod von Jupp Küppers - einem Schwarzmarkthändler. Bislang war ihm kein Wort zu entlocken. Friederike gelingt es, dank ihres Einfühlungsvermögens, das Vertrauen des Jungen zu gewinnen. Friedrike arbeitet bei der weiblichen Polizei als Polizeiassistentenanwärterin. Zu ihrer Vorgesetzten hat sie kein gutes Verhältnis. Dennoch hat sie die Möglichkeit, dem britischen Militärpolizisten Richard Davies bei den Ermittlungsarbeiten zu unterstützen. Zu Beginn des Buches ist es mir nicht ganz leicht gefallen, in die Geschichte reinzukommen. Dieser Kriminalfall spielt im Januar 1947. Im bitterkalten Nachkriegswinter, wo noch so viele Menschen mit den verheerenden Auswirkungen des Krieges zu kämpfen hatten, wo jeder sehr traurige Verluste und Elend erleben musste, betrachtet jeder eine fremde Person zunächst mit großem Misstrauen. So erging es mir zunächst auch. Ich musste quasi erst einmal mit den Personen warm werden. Aber dann hat sich dieses Buch zu einem großartigen historischen Kriminalfall entwickelt. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die Stimmungen in dieser so schweren Zeit wider zu geben. Der Leser kann quasi direkt mitfühlen, wie schwer es für die Menschen in dieser Zeit war. Um so gelungener finde ich es, dass in diese Zeit ein Kriminalfall eingebettet ist. Ich hoffe, dass ich schon bald einen weiteren Kriminalfalll mit der mir sehr sympathisch gewordenen Friederike Matthée lesen darf. Ein sehr lesenswerter Kriminalroman - klare Leseempfehlung.
Winter 1947
von dartmaus - 02.03.2018
Das Cover des Buches ist sehr ansprechend. Auch wenn es sich um ein schwarz weiß Cover handelt ist es wirklich ein Hinkucker. Inhalt: Im Januar 1947 geschieht in der Eifel ein grausamer Mord. Der einzige Zeuge ist Peter, der aber seit der Tat stumm ist. Zusammen mit Richard Davies nimmt Friederike die Ermittlungen auf. Doch beiden stecken die Geschehnisse des Krieges und dessen Folgen noch in den Knochen. Meine Meinung: Ein Buch, das mich von der ersten bis letzten Seite gefesselt hat. Mit flüssigen, interessanten und spannenden Schreibstil ist es der Autorin gelungen einen Krimi mit geschichtlichem Hintergrund zu schreiben. Besonders gelungen finde ich hier, das auch das Privatleben, die Gefühle und die Vergangenheit der Beiden "Ermittler" sehr deatiliert und realistisch dargestellt werden. Richard der mir anfangs etwas gruselig vorkam hat sich so nach und nach in mein Herz geschlissen, auch wenn ihn ein Geheimnis umgibt. Friederike war mir vom ersten Moment an sehr sympathisch,. Klasse wie sie, die eigentlich aus einer wohlhabenden Familie stammt, mit den Schicksalsschlägen des Krieges fertig wird. Mein Fazit: Ein gelungener Nachkriegskrimi, der meine absolute Leseempfehlung bekommt.
Außergewöhnlicher Krimi
von trucks - 20.02.2018
Ich bin immer auf der Suche nach neuen, außergewöhnlichen Krimis und Thrillern und mit "Echo der Toten" von Beate Sauer ist so einer. Er spielt im Jahr 1947, als ein Mord in der Eifel geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen... Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird Richard zur Seite gestellt. Sie kommt, wie der Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele. Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben... Beide Protagonisten, sowohl Richard Davies als auch Friederike Matthée, sind sehr charismatisch und haben mir gut gefallen, denn sie wirken beide glaubwürdig und authentisch. Gerade dass der Krimi in der Vergangenheit spielt, hat mir sehr gut gefallen. Das war mal etwas ganz Anderes und man merkt, dass Frau Sauer gut recherchiert hat, alles wird sehr lebensnah und echt erzählt. Man hat fast das Gefühl, man war selbst dabei.
Spannender Krimi aus der Nachkriegszeit
von Xanaka - 17.02.2018
Als Friedericke Mattheé den Job bei der weiblichen Polizei in Köln annimmt, hat das eigentlich nur einen Grund, nämlich für sich und ihre Mutter eine Unterkunft im zerstörten Deutschland zu finden. Zum Job gehört ein Zimmer und damit haben sie eine Unterkunft. Zusätzlich qualifiziert sie sich für die Arbeit bei der Polizei, als man bemerkt, dass sie gut mit Kindern umgehen kann. Genau dieser Umstand führt dazu, dass sie im Fall des ermordeten Schwarzhändlers Jupp Küppers bei den Ermittlungen hinzugezogen wird. Ein kleiner Junge aus Ostpreußen ist Zeuge der Tat. Friedericke soll einen Zugang zu dem traumatisierten Kind finden, um von ihm eine brauchbare Aussage zu erhalten. Friedericke arbeitet bei diesem Fall eng mit der britischen Militärpolizei zusammen. Gemeinsam mit Richard Davies finden Sie erste Spuren und geraten bald bei ihren Ermittlungen selbst in Gefahr. Interessant an diesem Krimi ist nicht nur die Handlung an sich, sondern vor allem der Zeitabschnitt in dem er spielt. Es ist der Winter 1947 in Köln. Die Menschen haben nach dem Krieg zu tun um sich wieder zurecht zu finden. Es gibt kaum Essen oder Wohnraum. Auch Arbeit zu finden ist schwierig. Das Zusammenleben mit der britischen Besatzungsmacht ist auch nicht einfach. Es gibt auf beiden Seiten zu viele Vorurteile um ein gemeinsames Leben und Arbeiten einfach zu gestalten. Die beiden Hauptakteure Friedericke und Richard haben beide auch ihr eigenes Schicksal, von dem man beim Lesen immer wieder erfährt. Und obwohl beide mit ihren eigenen Erlebnissen und Problemen schwer belastet sind, gelingt es ihnen gemeinsam diesen Fall zu lösen. Für mich war das wieder ein interessanter Rückblick in eine Zeit, die wir hoffentlich nie erleben müssen. Der Autorin ist es gut gelungen, sowohl das kriminalistische Geschehen, als auch die persönlichen Geschichten ihrer Akteure in diesem Krimi zu verarbeiten. Mir hat das Buch gut gefallen. Ich vergebe auf jeden Fall eine Leseempfehlung und verdiente vier Lesesterne.
Nach dem Krieg
von misery3103 - 11.02.2018
Januar 1947. In der Eifel wird der Schwarzhändler Jupp Küppers erschlagen. Richard Davies von der britischen Royal Military Police soll den Fall aufklären. Zur Unterstützung fordert er Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln an. Zusammen finden sie heraus, dass das Motiv für den Mord weiter zurückliegt. Davis und Matthée sind zwei fesselnde Charaktere. Beide verbergen ein tiefes Leid, das ihnen durch den Zweiten Weltkrieg zugefügt wurde. Ihre Zusammenarbeit ist fesselnd und interessant erzählt. Der Einblick in das Leben im zerstörten Köln und dem Umland während der Besatzung ist interessant und zeigt auch, was Menschen für ihr Überleben zu tun bereit sind. Davis, der als Besatzer streng zu den Leuten ist, und Friederike, die ein Herz für die verzweifelten Menschen hat, sind gegensätzlich und kommen trotzdem gut miteinander aus und unterstützen sich bei den Ermittlungen. Der Fall ist spannend und bleibt es bis zum Ende. Guter erster Teil einer hoffentlich folgenden Serie. Ich möchte gerne mehr von Richard Davis und Friederike Matthée lesen!
Fortsetzung verdient !
von Anonym - 09.02.2018
Friederike Matthée arbeitet im Jahr 1947 als Polizeiassistentenanwärterin, weniger aus Überzeugung als eher aus Not, um sich und ihre Mutter durch zu schlagen. Sie steht kurz vor dem Rauswurf, als in der Eifel ein kleiner Junge einen Mord beobachtet, dazu aber beharrlich schweigt. Die britische Militärpolizei fordert bei der Weiblichen Polizei Verstärkung an, sodass Friederike noch eine letzte Chance bekommt sich zu beweisen. Im Laufe der Ermittlungen an der Seite von Lieutenant Richard Davies findet sie Gefallen an der Polizeiarbeit. Die Nachkriegszeit war für mich ein dunkler Fleck in der Geschichte, der mich auch nie besonders interessiert hat. Echo der Toten schildert jedoch auf einfache Weise ein solch prägnantes Bild dieser Zeit, dass man das Gefühl hat darin unter zu tauchen. Hunger, Verzweiflung, Kälte, Schuld, all das bekommt man auf eindrucksvolle Weise zu lesen und zu spüren, ohne dass es belastend wirkt oder die Geschichte hemmt. Friederike entwickelt sich stark im Laufe der Geschichte. Zunächst lernt man sie als verängstigte junge Frau kennen, die ihren Job nicht mag und hofft, bloß keinen Fehler zu machen. Im Laufe der Seiten lernt sie, sich auf ihr Gefühl zu verlassen und stellt die richtigen Fragen, sodass bald auch ihr Vorgesetzter Davies Vertrauen in sie setzt. Der Schreibstil ist packend. Man fängt an zu lesen und merkt nicht, dass die Geschichte sich anschleicht und den Leser nicht mehr gehen lässt. Ich habe einen gewöhnlichen Krimi erwartet und war von der gesamten Geschichte überrascht. Es kommen viele Personen vor, was gegen Ende bei mir für ein wenig Verwirrung gesorgt hat. Trotzdem ist die Story rund. Eine sehr schöne Geschichte, die eine Fortsetzung verdient hat !
Nachkriegswehen
von MaggiKa - 06.02.2018
Eifel, im Januar 1947: Ein in weiten Kreisen bekannter Schwarzhändler wird tot aufgefunden. Für die Ermittlungen sind die britischen Besatzer zuständig. Da der Hauptzeuge ein kleiner Junge ist, wird Hilfe von der weiblichen Polizei angefordert. Friederike Matthée lebt mit ihrer psychisch erkrankten Mutter in einem heruntergekommenen Zimmer, die Nahrungsmittel sind knapp, und ihre Existenz hängt an ihrem Job bei der Polizei. Ihre sensible Art hat ihr mächtig Ärger eingebracht und der Fall, zu dem sie von Leutnant Davies angefordert wird, ist ihre letzte Chance, sich zu beweisen. Es beginnen harte Ermittlungen in dem kalten, vom Hunger und Armut geprägten Nachkriegsdeutschland: Kriegsverbrechen, Schuld und Misstrauen sind scheinbar überall, keiner kann sich sicher sein, wer denn nun eigentlich Täter oder Opfer ist. Dies gilt auch für die Ermittler. Nicht nur Friederike, sondern auch Richard Davies haben tiefe Geheimnisse und kommen sich doch näher, als ihnen lieb ist¿ In meinen Augen ein sehr gelungenes Portrait einer schwierigen Zeit in Deutschland. Es berührt einen, nimmt einen mit und vermittelt geschichtliches Wissen, ohne dabei belehrend zu wirken. Es sind nicht die einzelnen historischen Fakten, es ist vielmehr die vermittelte Atmosphäre, die dieses Buch so besonders macht. Umso unverständlicher ist es für mich, dass es auch heute noch Menschen gibt, die der kranken Ideologie nachtrauern, welche zu der damaligen Situation geführt hat. Alles in allem warte ich gespannt auf eine Fortsetzung, auch wenn das Buch wohl keines ist, was mich auf den ersten Blick in einem Laden angesprungen hätte.
Stark
von raschke64 - 06.02.2018
1947, der Hungerwinter nach Kriegsende. In der Eifel wird ein Mann ermordet, in einer Scheune zusammengeschlagen. Er war ein Schwarzmarkthändler. Die Tat wird von einem kleinen Jungen beobachtet, der daraufhin verstummt. Um ihn zum Reden zu bringen, verlangt die britische Militärpolizei Unterstützung der deutschen Weibliche Polizei an und so ermittelt Friederike Matthée zusammen mit Richard Davies. Doch bald geraten sie selbst in Lebensgefahr... Das Buch ist ganz stark. Eines der besten überhaupt, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Autorin gelingt es sehr gut, verpackt in einen Kriminalfall, die damalige schwere Zeit aufleben zu lassen. Der Hunger in der deutschen Bevölkerung, die Kriegsschäden, die Verluste auf allen Seiten, die Schwierigkeiten der Menschen, zu überleben und langsam überhaupt in so etwas wie eine Normalität zurückzufinden. Dabei versucht sie, die beteiligten Personen nicht statisch und stereotyp zu zeichnen, sondern vielschichtig in Leid, Schuld, Vergeben und Neuanfang. Die beiden Hauptpersonen sind sympathisch, aber es entsteht keine kitschige Liebesgeschichte. Da auf dem Klappentext steht: der erste Fall für Friederike, dürfte es also eine Fortsetzung geben. Ich hoffe, sie kommt bald in der gleichen Qualität. Und ein bisschen hoffe ich auch, dass Richard darin ebenfalls eine Rolle spielen wird. Auf jeden Fall von mir eine unbedingte Leseempfehlung und die absolute Höchstpunktzahl.
Der Hungerwinter
von ES - 04.02.2018
Januar 1947: Deutschland hat den Krieg verloren. Die Menschen hungern und frieren, alles liegt in Trümmern. Aus einer Not heraus bewirbt sich Friederike Matthèe bei der weiblichen Polizei. Sie mag diesen Job nicht, doch so hat sie wenigstens ein Zimmer für sich und ihre Mutter. Die beiden haben bei der Flucht aus Ostpreußen schreckliches erlebt und es hat bei Friederikes Mutter Spuren hinterlassen. Als ein Schwarzmarkthändler tot aufgefunden wird und ein kleiner Junge der einzige Zeuge schweigt, wird Friederike von der Britischen Police angefordert. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Kälte, der Hunger waren beinahe spürbar. Auch die Charaktere sind gut getroffen und so freue ich mich auf weitere Fälle mit Friederike Matthèe... Das Cover trägt dazu bei, sich die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg besser vorstellen zu können und unterstreicht die Jahreszeit und den strengen Winter.
Die Gerechtigkeit, unter Trümmern begraben
von HK1951 - 30.01.2018
Die Gerechtigkeit, unter Trümmern begraben... Manchmal "begegnen" einem Bücher, die einem im Buchladen wohl eher nicht aufgefallen wären und "Echo der Toten" war für mich ein solches Buch. Eigentlich sind historische Romane für mich meistens nichts, aber dieses war so interessant wegen der "Krimi-Komponente" und hat mich neugierig gemacht. Wir begegnen hier Friederike Matthée, ihres Zeichens bei der Weiblichen Polizei in Köln beschäftigt und hinzugezogen zu einem merkwürdigen Fall im Jahre 1947: Über dem Land liegt eine Decke aus Schnee und Eis, zwischen Ruinen kämpfen die Menschen ums Überleben, als in der Eifel ein Mord geschieht. Richard Davies von der britischen Military Police soll das Verbrechen aufklären. Doch der einzige Zeuge ist ein sechsjähriger Junge, der sich weigert zu sprechen... Friederike kommt, wie der kleine Junge, aus Ostpreußen und findet einen Zugang zu seiner verletzten Seele... Doch die Erinnerungen an die schrecklichen Erlebnisse während der Flucht sind noch so frisch, dass Friederike an ihrer Kraft zweifelt. Und Richard Davies muss mit Menschen zusammenarbeiten, die schwere Schuld auf sich geladen haben. Man ist irgendwie gleich mitten drin in dieser Zeit - authentisch geschrieben und das auch noch so spannend, besser geht es kaum noch meiner Meinung nach. Die Personen sind so "lebensecht", dass man sie fast zu kennen glaubt. 5 Sterne mit "Extra-Sternchen" und die Hoffnung, dass Friederike bald wieder ermittelt...
Mordermitllungen im Hungerwinter 1947
von Siglinde Haas - 28.01.2018
Januar 1947 in Köln. Die Auswirkungen des verlorenen Krieges sind allgegenwärtig. Friederike Matthee arbeitet seit kurzem bei der weiblichen Polizei in Köln, nicht aus Neigung sondern aus der Not heraus. Ihre Vorgesetzte Gesine Langen würde sie wegen Disziplinlosigkeit gerne entlassen. Da sie über gute Englischkenntnisse verfügt, soll sie den britischen Militärpolizisten Richard Davies bei der Aufklärung des Mordes an einem Schwarzmarkthändler unterstützen. Ein paar Tage später wird ein aus dem Konzentrationslager entlassener Priester auf die gleiche Weise ermordet. Will der Täter verhindern, dass Verbrechen aus der Nazizeit ans Licht kommen ? Spuren führen zum Mord an einem jüdischen Viehhändler, der nie aufgeklärt wurde. Die Ermittlungen sind schwierig, da mögliche Zeugen tot sind oder vermisst werden. Zeugen schweigen , weil sie selbst nicht ohne Schuld sind und aus Misstrauen gegenüber der Besatzungsmacht. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Am meisten beindruckt haben mich die Schilderungen der damaligen Zustände. Diese Mischung aus dem täglichen Überlebenskampf, diese Atmosphäre von Misstrauen, dem Wunsch auf der einen Seite zu vergessen und dem Schrei nach Vergeltung auf der anderen schaffen einen beklemmenden Rahmen für die Mordermittlung. Für mich überzeugend ist die Figur der Friederike, die anfangs aus der Not heraus als Polizistin arbeitet und sich dann immer mehr für den Beruf erwärmt. Gleichzeitig kämpft sie mit den seelischen Folgen ihrer Flucht aus Ostpreußen und den elenden Lebensumständen. Ebenso eindringlich ist die Schilderung von Richard Davies, dem Vertreter der Siegermacht. Zwischen Gleichgültigkeit und Ablehnung der deutschen Bevölkerung kämpft er mit seinen eigenen Dämonen und kann doch nicht verhindern, dass er Gefühle für Friederike entwickelt. Für mich war der Krimi sehr spannend. Zugleich hat mich die Geschichte auch tief berührt. Ich gebe eine absolute Leseempfehlung.
Ergreifender Nachkriegskrimi
von nati - 28.01.2018
Wir befinden uns im Hungerwinter 1947. Die Menschen kämpfen nach dem Krieg ums Überleben. In der Eifel beobachtet der kleine Peter Assmuß, ein Flüchtlingskind aus Ostpreußen, wie in einer Scheune ein Mann erschlagen wird. Es handelt sich um den Alteisen- und Schrotthändler Küppers, der durch seinen Schwarzhandel bekannt ist. Die Polizei und die britische Militärpolizei übernehmen den Fall. Polizeiassistentenanwärterin Friederike Matthée wird mit hinzugezogen, da sie gut mit Kindern umgehen und Englisch sprechen kann. Für Friederike ist es eine Chance in den Polizeidienst aufgenommen zu werden, denn ihre Vorgesetzte Gesine Langen hat sich bisher gegen eine Festanstellung ausgesprochen. Friederike Matthée und Lieutenant Richard Davies versuchen gemeinsam den Mörder zu überführen, müssen aber gleichzeitig gegen die Schatten ihrer Vergangenheit ankämpfen. Bisher kenne ich Beate Sauer nur von ihren Mittelalterromanen. Hier führt sie den Leser in die Nachkriegszeit. Schon auf den ersten Seiten gelingt es der Autorin, die äußerst deprimierende und verzweifelte Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Die Menschen leben auf engen Raum zusammen, die Kälte kriecht durch alle Ritzen, die Lebensmittel reichen vorne und hinten nicht und so mancher muss mit einer schweren Schuld leben. Die Geschichte wird in einer sehr bildreichen und lebendigen Schreibweise erzählt, so dass ich mich glücklich schätze, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben. Ich spürte den Hunger von Friederike und ihre Angst, entlassen zu werden. Neben der Kriminalgeschichte haben mir besonders die Beschreibungen der damaligen Lebensumstände gefallen. Da dies der erste Fall um Friederike Matthée ist, bin ich auf eine Fortsetzung gespannt.
Als wäre man dabei gewesen...
von Manuela Prien - 27.01.2018
Dies war mein erstes Buch von Beate Sauer und ich muss sagen,dass ich nicht enttäuscht wurde. Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1947,vieles ist durch den Krieg zerstört worden,überall sieht man Ruinen und die Menschen kämpfen ums Überleben,da unter anderem Winter herrscht. In der Eifel beobachtet ein kleiner Junge als einziger Zeuge einen Mord in einer Scheune. Opfer ist ein Alträucher. Richard Davies von der englischen Militärpolizei soll diesen Fall aufklären. Hier kommt Friederike,Polizeiassistentenanwärterin aus Köln ins Spiel. Ihre Vorgesetzte will sie eigentlich kündigen,doch Davies braucht ihre Hilfe,da sie sehr gut Englisch spricht und sehr gut mit Kindern umgehen kann. Sie bewegt den kleinen Jungen tatsächlich zum reden,da auch er,genau wie Friederike aus Ostpreußen geflohen ist. Nachdem Friederike ihre Aufgabe erledigt hat und wieder abgezogen wird,geschieht erneut ein Mord und wieder möchte Davies mit ihr zusammenarbeiten... Das Cover und die Leseprobe hatten mich von Anfang an angesprochen. Sehr gut finde ich,dass jedes Kapitel als Überschrift den Handlungsort hat,dies erweitert sich teilweise um das Datum.Teilweise wechselt der Handlungsort während eines Kapitels,dies wird dann aber mittels Kennzeichnung sichtbar. Der Spannungsbogen ist bis zum Schluss konstant. Der Schreibstil ist gut zu lesen und man kommt gut in die Geschichte rein,da die Autorin die Charaktere,Handlungen und auch die Umgebung sehr gut beschreibt.Für mich als Laie,der aus dem Geschichtsunterricht nur wenig über diese Zeit weiß,macht es den Eindruck,dass hier gut recherchiert wurde. Es wird deutlich,dass die Menschen damals so gut wie nichts hatten,es gab zum Beispiel kein Telefon,sodass es schon mal einige Tage in Anspruch nehmen konnte,bis ein Mord gemeldet wurde. Sehr gut beschrieben finde ich die Probleme Gleichberechtigung und Wertschätzung der Frauen in der damaligen Zeit. Es wird deutlich,dass sehr viele Menschen damals gelitten haben,sei es Hunger,der Verlust von Angehörigen oder andere Sorgen. Beim Lesen gibt es immer wieder Hinweise,dass Friederike und Davies auch eine schlimme Vergangenheit haben,dies finde ich persönlich wichtig,um die Handlungen zu verstehen. Fazit: Ein gut recherchierter Krimi in der Nachkriegszeit,der zum Nachdenken anregt und einem beim Lesen auch teilweise Gänsehaut bekommen lässt. Von mir eine klare Leseempfehlung und 4 Sterne.
Mehr als nur ein Krimi
von Anonym - 24.01.2018
Ich habe von dem Buch einen Krimi erwartet, der ein bisschen vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit spielt. Nicht mehr und nicht weniger. Bekommen habe ich aber wesentlich mehr, denn die Krimi-Handlung war zwar durchaus spannend, aber die Charaktere und die Art, wie die Autorin mit dem gesamten Setting umgeht, haben das Buch auf eine ganz andere Ebene gehoben! Wir haben die beiden Hauptfiguren Friederike Mathée und Richard Davis, die gemeinsam einen Mord aufzuklären versuchen, und beide sind ausgesprochen interessante, authentische, komplexe Charaktere mit reichen, gut durchdachten Hintergrundgeschichten, Eigenschaften und Schwächen. Beide sind auf verschiedene Art vom Krieg bzw. dem Nazi-Regime gezeichnet, und das auf eine Weise, die - soweit ich das beurteilen kann - absolut realistisch ist, ohne (und das hat mich am meisten begeistert) in Klischees abzudriften. Wir haben auch einen großen Fokus auf den unverarbeiteten Traumata, die für die Charaktere daraus entstanden sind, wie sie damit (wenig erfolgreich) umzugehen versuchen, und wie sie als Personen dadurch definiert sind. Positiv ist mir außerdem aufgefallen, dass wir hier keine klischeehafte Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren vorfinden, wie ich das zu Anfang befürchtet hatte. Der historische Hintergrund kommt mir (als Laie) sehr gut recherchiert vor, und die Autorin hat viele Details einfließen lassen, die das Setting absolut realistisch und echt wirken lassen. Die direkte Nachkriegszeit ist eine Epoche, über die ich bisher nur selten bis gar nicht Romane gelesen habe. Es ist eine Zeit, die aus heutiger Sicht schwer greifbar und unglaublich komplex ist (alte Nazis, neue Besatzer, viele Mitläufer, zerstörte Städte, Hungersnot, riesiger Schwarzmarkthandel, Entnazifizierung, etc...), aber die Autorin berührt fast alle diese Themen und Probleme und zeigt diese Komplexität, ohne den Leser mit der Moralkeule zu erschlagen. Die Aufarbeitung von Krieg und Holocaust sind ein großes Thema im Buch, und die Figuren gehen sehr authentisch absolut unterschiedlich damit um. Es entsteht oft eine beklemmende Atmosphäre, die trotz aller dramatischen Ereignisse aber nicht immer nur düster und depressiv daher kommt. Die Figuren verfolgen eine Art Pragmatismus, denn trotz allem musste das Leben ja irgendwie weitergehen, und diese Stimmung spürt man als Leser auch im Buch. Insgesamt denke ich, dass das Genre historischer Krimminalroman dem Buch nicht ganz gerecht wird. Ja, es gibt einen Kriminalfall, der aufgeklärt werden soll, aber die große Stärke des Buches sind eigentlich die Haupt- und Nebencharaktere und das Setting. Darin ist der Kriminalfall eingebettet. Ich hoffe, das Buch ist der Start einer Serie, und wenn das so ist bin ich beim zweiten Teil sehr gern wieder dabei! Der Roman hat mich insgesamt sehr beeindruckt und bewegt, und ich kann es nur uneingeschränkt weiterempfehlen!
Die Dämonen der Vergangenheit ruhen nicht
von Bellis-Perennis - 21.01.2018
m strengen Winter des Jahres 1947 wird in der Eifel der Schwarzmarkthändler Jupp Küppers erschlagen. Einziger Zeuge ist der kleine Peter Asmuss, der mit seiner Mutter als Flüchtling nun hier lebt. Peter spricht seit seiner Beobachtung kein einziges Wort. Die englische Militärpolizei, in Person von Lieutnant Richard Davies, soll den Fall aufklären. Er fordert eine englisch sprechende, weibliche Polizistin an und bekommt Friederike Matthée, eine junge Frau, die mit ihrer Mutter aus ihrer ostpreußischen Heimat geflohen ist, zugeteilt. Als Tochter eines Gutsbesitzers muss sie nun, als eine der ersten weiblichen Polizistinnen Kölns, sich selbst und ihre kranke Mutter durchbringen. Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, weil nicht klar ist, wer aller noch dem Nazi-Regime nachtrauert. Friederike schafft es, den kleinen Jungen zum Sprechen zu bringen. Noch bevor die beiden Entscheidendes herausfinden, wird ein Pfarrer ermordet, der mit dem ersten Mordopfer befreundet war. Meine Meinung: Beate Sauer zeichnet ein authentisches Abbild der rauen Wirklichkeit im britisch besetzten Nachkriegsdeutschland gelungen. Sowohl die tristen Lebensumstände zwischen den Ruinen als auch die Ressentiments Fremden und Juden gegenüber sind gut getroffen. Wenn die Vermieterin meint, dass Friederike und ihre Mutter ihrer Albträume wegen in die Irrenanstalt gehörten, anstatt "ordentlichen" Deutschen die Wohnmöglichkeit zu nehmen, hat sich mit dem verlorenen Krieg wenig in den Köpfen der meisten Menschen geändert. Der Argwohn der Displaced Persons in den Lagern der deutschen Polizei gegenüber ist berechtigt, wie das Ende des Krimis beweist. Die Autorin hat gewissenhaft recherchiert. Die Person Richard Davies steht für viele Emigranten bzw. deren Söhne, die als "German Legion" an der Befreiung Deutschlands und Österreichs von den Nazis mitgeholfen haben. Eindringlich, jedoch ohne Pathos sind die Zweifel und Rachegefühle von Richard dargestellt. Ich habe gleich zu Beginn an so eine Verbindung gedacht - und recht behalten. Der Schreibstil ist elegant und sehr gewählt. Ich konnte hier die Gutsherrentochter gut heraushören. Dass Friederike unsicher wirkt, hat nicht nur mit der Vertreibung aus Ostpreußen und den schrecklichen Erlebnissen auf der Flucht zu tun. Man gibt ihr immer wieder zu verstehen, dass sie als Ostflüchtig nicht willkommen ist. Das nagt natürlich an der Psyche. Andererseits gewinnt sie das Vertrauen mancher Zeugen und hat eine gute, manchmal auch kritische Auffassungsgabe. Ich denke, Friederike wird es gelingen, auch gegen den Willen ihrer strengen Vorgesetzten ihren Weg machen. Die historischen Begebenheiten sind behutsam in die Kriminal-Geschichte eingeflochten, die durchaus als politisch angesehen werden darf. Fazit: Ein fesselnder Auftakt einer Krimi-Reihe. Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne.
Mehr davon!
von Fornika - 21.01.2018
Im Hungerwinter 1947 wird in der beschaulichen Eifel ein Mann erschlagen. Schnell stellt sich heraus, dass der vermeintlich harmlose Alteisenhändler eigentlich einer der führenden Köpfe auf dem Kölner Schwarzmarkt war. Diese Tatsache ruft Leutnant Richard Davies von der britischen Militärpolizei auf den Plan, unterstützt wird er von der Deutschen Friederike Matthée. Die fühlt sich eigentlich gar nicht zur Polizistin berufen, aber irgendwie muss sie sich und ihre Mutter durch den harten Winter bekommen. Das ungleiche Team begibt sich auf Spurensuche. Beate Sauer hat mich mit ihrem Serienauftakt direkt überzeugt. Ein spannender Krimi, interessante Hauptfiguren und ein Setting, das es in sich hat. Hungerwinter, Wohnungsnot, gescheiterte Entnazifizierung, unterdrückte Wut der Siegermacht, Vorurteile, Chaos bei den zuständigen Behörden¿ all das hat die Autorin unglaublich authentisch wiedergegeben, man fühlt sich selbst in diese trostlose Zeit versetzt. Der fiktive Fall fügt sich hervorragend in die Umstände ein, entwickelt sich recht ordentlich, kleine Logikfehler konnte ich erstaunlich gut verzeihen. Was auch an den beiden Hauptpersonen liegt, die an Herkunft und Charakter zunächst einmal nicht unterschiedlicher sein könnten. Davies steht auf der Seite der Sieger und scheint seinen Beruf aus Berufung zu haben, Matthée auf der Verliererseite kämpft eigentlich eher ums Überleben als um Gerechtigkeit für einen Ermordeten. Die Reibereien der beiden und das Zusammenspiel habe ich gerne gelesen und bin mir sicher, dass sie auch in zukünftigen Fällen ein gutes Team abgeben werden. Ein Krimi mit großartiger Atmosphäre, der definitiv Lust auf mehr macht.
Krimi in der Nachkriegszeit!
von Igela - 20.01.2018
1947, ein strenger Winter in der Eifel geht ins Land und der sechsjährige Peter Assmus beobachtet in einer Scheune den Mord an dem Alteisenhändler Jupp Küppers. Lieutenant Richard Davies von der Royal Military Police ist für diesen Fall zuständig und benötigt Verstärkung. Polizistenassistentenanwärterin Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln wird ihm zur Seite gestellt, um den Zeugen zu vernehmen. Der kleine Peter spricht seit dem Mord kein Wort mehr und da Friederike ebenfalls aus Ostpreussen stammt, hofft Davies, dass sie Zugang zu ihm findet. Tatsächlich öffnet er sich bei ihr und nun sind die Ermittler gefordert, denn schon bald geschieht wieder ein Mord. Diesmal ist ein Priester das Opfer. Der Start in diese Geschichte fiel mir nicht ganz einfach, denn der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Die Autorin drückt sich sehr gewählt aus und so brauchte ich einige Zeit um flüssig lesen zu können. Gestört hat mich, dass immer wieder mal englische Liedtexte meinen Lesefluss unterbrochen haben, die völlig überflüssig für die Story sind. Gefallen hat mir, dass die Ausdrücke durch und durch authentisch sind. So wurde zum Beispiel für den Beruf Alteisenhändler der Ausdruck Alträucher verwendet. Die Zeit nach Kriegsende ist hervorragend beschrieben und vermittelt worden. Ich denke, das macht das grosse Plus von dieser Geschichte aus. Zuerst mal die Nöte, Sorgen, den Hunger, die die Bevölkerung leidet. Die zerbombten Häuser und die teilweise unwürdigen Unterkünfte, in denen sie leben. Dann die vielen unterschiedlichen Schicksale von Menschen, die im Krieg Angehörige verloren oder seither vermissen. Auch die Wertschätzung gegenüber Frauen in sogenannten Männerberufen. Da spricht zum Beispiel ein Einsatzleiter bei der Polizei seine Truppe mit meine Herren an, obwohl zwei weibliche Polizistinnen anwesend sind. Neben all den authentischen und berührenden Geschichten der Menschen nach Kriegsende, geraten die Ermittlungen und die Morde ab und zu ein wenig in Vergessenheit. Die Figuren sind hervorragend charakterisiert. Richard Davies trifft die Beschreibung harte Schale, weicher Kern am besten. Friederike Matthée habe ich zu Beginn unterschätzt. Da heult sie beim ersten Einsatz und man denkt sich, dass sie wohl zu schwächlich für diesen Beruf ist. Doch dann entwickelt sie sich weiter, wächst über sich hinaus und ermittelt auf eigene Faust. Und das, obwohl die Beamten der Weiblichen Polizei ohne Genehmigung des Vorgesetzten keinen Schritt alleine tun und nicht ermitteln dürfen Sie werden nur zu einzelnen Vernehmungen, in denen hauptsächlich Kinder als Zeugen aussagen, zugezogen. Dieser Krimi zeigt anschaulich die Schicksale Kriegsgeschädigter, die Gewohnheiten der damaligen Zeit und wie ermittelt wird. Da dauert es schon mal ein paar Tage bis ein Mord den zuständigen Behörden gemeldet wird¿dies weil kein Telefon vorhanden ist. Diese Geschichte ist jedoch auch politisch angehaucht, zeigt zum Beispiel den Widerstand gegen Hitler und thematisiert die Gesinnung der Deutschen zu dieser Zeit. Dies alles ist jedoch sehr dezent eingeflochten worden. Gerade der historische Bezug hat mir gefallen und wurde sehr gut in die Handlung eingeflochten.
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