Klick ins Buch Biermösl Blosn. Tokio ' Kapstadt ' Hausen als Taschenbuch
PORTO-
FREI

Biermösl Blosn. Tokio ' Kapstadt ' Hausen

1. Auflage, neue Ausgabe.
Taschenbuch
Die Biermösl Blosn gehört zu Bayern wie die Lederhosn. Höchste Zeit, dass uns Christoph und Michael Well exklusive Einblicke in die große Zeit der reisenden Musikanten gewähren. Zahlreiche Bilder und Beiträge wichtiger Wegbegleiter wie Gerhard Polt e … weiterlesen
Taschenbuch

4,99 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Biermösl Blosn. Tokio ' Kapstadt ' Hausen als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Biermösl Blosn. Tokio ' Kapstadt ' Hausen
Autor/en: Christoph Well, Michael Well, Biermösl Blosn

ISBN: 3036956808
EAN: 9783036956800
1. Auflage, neue Ausgabe.
Herausgegeben von Claudia Pichler
Kein & Aber

27. März 2013 - kartoniert - 288 Seiten

Beschreibung

Die Biermösl Blosn gehört zu Bayern wie die Lederhosn. Höchste Zeit, dass uns Christoph und Michael Well exklusive Einblicke in die große Zeit der reisenden Musikanten gewähren. Zahlreiche Bilder und Beiträge wichtiger Wegbegleiter wie Gerhard Polt erzählen die Geschichte einer Kultband.

Portrait

Christoph, Hans und Michael Well stammen aus Günzlhofen, einem Dorf zwischen München und Augsburg - nicht weit vom Biermoos entfernt. Sie sind drei von 15 Geschwistern, die alle mit Volksmusik groß wurden. Schon im Schulalter standen sie zusammen mit der Familie auf den Bühnen der umliegenden Dorfgasthäuser. Seit 1976 sind die drei als Biermösl Blosn in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Auslandstourneen führten sie unter anderem nach Frankreich, Skandinavien, Spanien, Island, Südkorea, Irland, England, an die Elfenbeinküste, nach Japan und Kalifornien. Von ihnen und über sie sind zahlreiche Bücher bei Kein & Aber erschienen, zuletzt »Biermösl Blosn. Tokio - Kapstadt - Hausen« (2013).

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 05.06.2013

Vom Aufstieg, Triumph und Zerplatzen der Blosn

Bruderzwist im Hause Well: Die Geschichte der Biermösl Blosn wird jetzt von den drei Beteiligten in zwei Büchern beleuchtet - autobiographisch und als Freundschaftsbuch.

Im Sommerloch des Jahres 2011 nahm eine respektvoll erschütterte Nachwelt Kenntnis von der Auflösung der berühmtesten bayerischen Volksmusik-Gruppe, die die Welt je gesehen hatte. Die Biermösl Blosn war am Ende und mit ihr eine Ära. Die Brüder Hans, Michael und Christoph Well, drei von fünfzehn Kindern einer Lehrerfamilie aus dem oberbayerischen Günzlhofen, haben, alte Volksmusik mit neuen Texten und musikalische Perfektion mit schauspielerischer Anarchie verknüpfend, sogenannte Kleinkunstgeschichte geschrieben, zumal in Verbindung mit Gerhard Polt, mit dem sie drei Jahrzehnte lang auf der Bühne standen. "Aus is, und gor is, und schod is, dass wohr is", so steht es auf der Homepage, einem nun toten Briefkasten.

Zeugnis abgelegt von ihren Heldentaten haben jetzt beide Parteien. Hans Well, soeben sechzig geworden, als Solist in einer Autobiographie; Christoph (genannt "Stofferl") und Michael als Duo in einem eilends arrangierten Familienalbum ("Roadbook"), zu dem fünf Dutzend lebende und verstorbene Beiträger Gedenkblätter, Briefe und Zeitungsartikel beisteuern. Mit dabei Alfred Biolek, der die Biermösl fürs Fernsehen entdeckte, Theater-Weggefährten wie Hans Christian Müller, Dieter Dorn und Claus Peymann, Musiker wie Fredl Fesl, Campino, Georg Ringsgwandl sowie Prominenz à la Altbundeskanzler Gerhard Schröder und Vincent Klink.

Über das Abschiedskonzert im Januar 2012 in Fürth schrieb die Kritikerin der "Süddeutschen" den verhängnisvollen Satz: "Es ist alles wie immer." Genau darin liegt das Problem, behauptet jedenfalls Hans Well - dass seine jüngeren Brüder auf der Innovationsbremse standen. Das Bemühen um Ausgewogenheit ist dennoch deutlich, die Verwundung auch. Hans Well, der die meisten Texte der Gruppe schrieb, zeigt sich auch in seinen Erinnerungen als derjenige, der für die Leichtigkeit des Seins den höchsten Zins zu zahlen hat - als Grübler, als Leidender an einer Welt, die nicht so ist, wie er sie gern hätte, worüber ihn manchmal ein heiliger Zorn ergreift. Seine Brüder bringen in dieser Disziplin weniger Gewicht auf die Wage. Stofferl ist ein grandioser Vollblutmusiker, der die Solo-Trompeterlaufbahn bei den Münchner Philharmonikern unter Sergiu Celibidache wegen einer kaputten Herzklappe kurzerhand in eine Harfenkarriere umformt. Kein Instrument, das sich lange seinem Zugriff entziehen kann; Michael ist als Organisator der Mann hinter den beiden Rampensäuen.

Die Großfamilie ist Stütze und Bürde zugleich: "Mit vierzehn Geschwistern als Konkurrenten um die elterliche Liebe", schreibt Christoph Well, "muss man Fähigkeiten entwickeln, mit denen man die anderen übertrifft." Man sei "keinesfalls umhegt und liebevoll behandelt worden", stimmt auch Hans Well zu. Das sind bei ihm die aufschlussreichsten Kapitel geworden, die über Kindheit und Jugend. Die Mutter, die "oft labil und depressiv wirkte", wenn sie nicht schwanger war; der seitenspringende Vater, ein harter Hund und begnadeter Lehrer, strammer Nazi, der nach dem Krieg wieder katholisch wurde und erst am Ende seines Lebens den Kurs gegenüber der eigenen Brut bedauerte. Hausmusik war Pflicht, noch heute sitzt die dreiundneunzigjährige Gertraud Well als ihr eigenes Denkmal auf der Bühne.

1976 gegründet, verläuft die Karriere der Biermösl Blosn - der Name verweist auf das im Volksmund "Biermoos" genannte Beerenmoos sowie auf Blasinstrumente und "Blase" im Sinn von Clique - unvorhersehbar zügig bis in ferne Länder, wohin sie das nicht-geschönte Bayerntum exportieren, nachdem sie dem Humus der Münchner Brettlszene entwachsen sind. Aus der tümelnden "CSU-Musik" wird bei ihnen wieder richtige Volksmusik. Politisch der SPD und den Grünen nah, erregen ihre Auslandstourneen mit dem Goethe-Institut sogar den Zorn von Kanzler Helmut Kohl. Singspiele an den Münchner Kammerspielen ("München leuchtet", 1985; "Tschurangrati", 1993) mit Gisela Schneeberger, Dieter Hildebrandt und Otto Grünmandl sind Publikumsrenner.

Die Lektüre beider Bücher hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Hans Wells Erinnerungen sind das substantiellere Werk; der Wettlauf um die Deutungshoheit ist dennoch traurig, weil die Bewertungen der meisten Erlebnisse und der sie begleitenden Personen nicht sehr weit auseinanderliegen. Auch wenn das Brüderpaar gleich im Vorwort betont, man fühle sich "zum Schreiben einer Autobiographie nicht wichtig und alt genug". Dass der Verstüftler Hans Well seit langem Tagebuch führt und darin auch festhält, wie der Spaß an der Freud' verlorenging, hilft ihm nicht: Er leidet unter der Trennung wie unter einer Scheidung. Und Gerhard Polt? Hält sich als langjähriger Beziehungskitter mit Bewertungen zurück.

Gelegentlich spürt er immerhin zusammen mit den Wells den Atem der Weltgeschichte. Wie Polt mit dem Kanzler Schröder in Hannover ein "Blunsngröstl" teilte - das stimmhafte "s" womöglich als Anspielung auf die hochdeutsche Aussprache von Blunzn (Blutwurst) -, hat zwei verschiedene Pointen: Der ans Telefon gerufene Schröder kehrt nach einer Weile an den Tisch zurück. In der Version von Polt hat er mit Tony Blair telefoniert, in der von Hans Well mit Joschka Fischer. Das Resultat ist das gleiche: Man hat ihm mitgeteilt, dass England den Irak-Krieg unbedingt will.

Die Schattenseite des Erfolgs: Es ist nicht leicht, sich diesen nicht zu Kopf steigen zu lassen. Messbar wird der politische Einfluss der Biermösl Blosn nie sein, vorhanden war er zweifelsohne. Es gab tatsächlich Zeiten, in denen die Gruppe wie die wahre Oppositionspartei in Bayern agierte, befeuert durch das De-facto-Sendeverbot beim Bayerischen Rundfunk. Siehe die stolze Eigenbilanz von Christoph und Michael Well: "Fünf bayerische Ministerpräsidenten wurden aus dem Amt gesungen." Aber so wie den Passauer Kabarettisten ihr schwarzkatholisches Milieu abhanden kam, weil sich die Stadt verjüngte, so ging auch die rituelle Kritik an der Staatspartei CSU zusammen mit dieser in den Sinkflug über. Dass das Ende der Biermösl Blosn jetzt auf dem Marktplatz der Öffentlichkeit aufgearbeitet wird, widerspricht dem guten Brauch, Schmutzwäsche im eigenen Keller zu waschen.

HANNES HINTERMEIER

Christoph und Michael Well: "Biermösl Blosn". Tokio, Kapstadt, Hausen. Hrsg. von Claudia Pichler.

Kein & Aber, Zürich 2013. 288 S., Abb., br., 19,90 [Euro].

Hans Well mit Franz Kotteder: "35 Jahre Biermösl Blosn".

Antje Kunstmann Verlag, München 2013. 330 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
¹ Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche ge-
kennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben.
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.