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Als die Tage nach Zimt schmeckten

Roman. Originaltitel: Last Days of Café Leila. 5. Auflage.
Taschenbuch
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Ein Lesegenuss so sinnlich wie Vanillekuchen mit Zimt
Ein farbenreicher Familienroman, der tief in das Herz und
die Geschichte Persiens führt
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Als die Tage nach Zimt schmeckten als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Als die Tage nach Zimt schmeckten
Autor/en: Donia Bijan

ISBN: 3548290396
EAN: 9783548290393
Roman.
Originaltitel: Last Days of Café Leila.
5. Auflage.
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Ullstein Taschenbuchvlg.

6. Juli 2018 - kartoniert - 378 Seiten

Beschreibung

Ein Lesegenuss so sinnlich wie Vanillekuchen mit Zimt

Teheran im Frühling: Jeden Tag wartet der alte Zod im Glyzinienhof vor dem Café Leila auf den Postboten. Bringt er einen Brief von seiner geliebten Tochter Noor? Endlich hat sie geschrieben. Nach 30 Jahren wird sie aus den USA in ihre verlorene Heimat zurückkehren. In die Stadt der Widersprüche, in der Schönheit und Gewalt nebeneinander existieren. In das Café Leila, in dem Noors Vater früher alles zauberte, was die persische Küche an himmlischen Köstlichkeiten hergab. Zu ihrer Familie, die trotz aller Wärme und Liebe zerrissen wurde.

Eine berührende Geschichte über eine persische Familie, die endlich wieder zusammenfindet.

Portrait

Schon als kleines Kind hatte Donia Bijan zwei Wünsche: Sie wollte Köchin und Autorin werden. Beides weil sie so schüchtern war und sie weder beim Kochen noch beim Schreiben mit anderen Menschen sprechen musste. In Berkeley studierte sie französische Literatur, in Paris lernte sie kochen. Seither ist die Küche ihr Heiligtum. Nachdem sie lange genug für Fünf-Sterne-Hotels gekocht hatte, eröffnete sie ihr eigenes Restaurant in San Francisco. Als der Stress zu groß wurde, machte sie eine Pause und schrieb ein Buch. Sie sagt: "Um eine gute Köchin zu sein, braucht man ein großes Herz. Aber um eine gute Autorin zu sein, braucht man ein offenes Herz."

Pressestimmen

"Opulent, verführerisch, voller Wehmut erzählt Donia Bijan in wunderschöner Sprache vom Heimkommen, vom Essen und von Familie. Ein Leckerbissen von einem Buch!", Annabelle, 01.08.2018
Bewertungen unserer Kunden
Persisch-amerikanische Familiensaga
von forti - 08.04.2019
Als die Tage nach Zimt schmeckten von Donia Bijan erzählt eine persisch-amerikanische Familiengeschichte. Teils ungewöhnlich, teils mit den üblichen, erwartbaren Elementen eine Familiensaga. Geschrieben ist das nicht übermäßig anspruchsvoll, aber auch nicht kitschig oder belanglos. Hin und wieder wird es sogar auch wortgewaltig - allerdings nicht durchgängig, was das Buch insgesamt sehr gut lesbar macht. Teilweise blieben die Personen trotz ausführlicher Charakterisierung für mich etwas blass bzw unscharf. Ich habe Donia Bijans Buch trotz aller Kritik gerne gelesen - die Stärke des Buches liegt in meinen Augen vor allem in den Beschreibungen, wie sich die Familienmitglieder mit dem reglementierten Alltag im Iran arrangieren.
Eine berührende Familiengeschichte
von Suska - 19.02.2019
Ich lese gern Geschichten über fremde Länder und Kulturen. Mit dem Iran, vor allem seiner jüngsten Geschichte, hatte ich mich bisher kaum auseinander gesetzt. Dieses Buch konnte mir neben der berührenden Geschichte einer Frau, die ihre Wurzeln sucht, so einiges über das Land, deren Menschen und deren Kultur näher bringen. Noor ist im Iran geboren und aufgewachsen. Mit 17 Jahren wurden sie und ihr in sehr unsicheren Zeiten von ihrem Vater nach Amerika geschickt. Hier sollten sie studieren und sich ein besseres Leben aufbauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist Noor dies auch gelungen. Nun, 30 Jahre später, zieht es sie zurück in ihre Heimat. Sie will ihrer Tochter Lily zeigen, wo sie herkommt. Doch Lily tut sich schwer in diesem ihr unbekannten Land. Und auch Noor hat mit der Suche nach ihren Wurzeln zu kämpfen. So vieles ist so anders als damals. Das Buch erzählt viel über Noors Leben heute, in Amerika als Iranerin, über ihren Weg, sich in dem fremden Land zurecht zu finden, über ihre Rückkehr in ihre Heimat und ganz ganz viel über die Geschichte ihrer Familie, von der Vergangenheit, der Liebe ihrer Eltern, von einer herzlichen Familie, vom kleinen, liebevoll geführten Café Leila, aber natürlich auch vom Wandel, von der Revolution und dem Leben heute, das von Unterdrückung und Angst geprägt ist. Ich kann dieses Buch jedem, der mehr über den Iran, seine Kultur, seine Leute, seine Geschichte und vor allem auch seine Küche erfahren will, nur ans Herz legen. Der alte Iran hatte mit dem Bild, das man heute über das Land hat, kaum etwas gemein. Ich habe vorher allerdings noch kein Buch gelesen, dass diese Thematik aufgreift, und so konnte ich viel lernen.
Dieses Buch hat viel zu bieten!
von G.Schad (Hugendubel Landshut) - 12.10.2018
Dieses Buch hat viel zu bieten: Einen facettenreichen Blick auf den Iran vor den Mullahs und die Situation im Teheran von heute! Mutter und Tochter mit jeweils sehr eigener Sicht erzählen und laden zu einer spannenden Reise ein. Eine verschlossene Welt tut sich auf!
Warmherzige Geschichte über eine persische Familie
von Gisel - 02.10.2018
Zod wartet jeden Tag auf einen Brief von seiner Tochter, die er vor Jahren nach Amerika geschickt hatte. Es war zu gefährlich geworden für seine Kinder Noor und Mehrdad, das alte Persien hatte sich verändert, es war sicherer für sie, als Jugendliche nach Amerika zu gehen. Nach 30 Jahren nun wird Noor ihn endlich besuchen, mitsamt ihrer Tochter Lily. Noor kehrt zurück in die alte Heimat, muss jedoch nach und nach erkennen, wie viel sich verändert hat. Sie ist frisch getrennt von ihrem Ehemann, der sie mit einer anderen Frau betrogen hat. Was wird die Zukunft ihnen allen bringen? Sehr einfühlsam und mit viel Hintergrundwissen erzählt die Autorin Donia Bijan von den Geschehnissen rund um das Café Leila, über vier Generationen der Familie Yadegar: über die russischen Einwanderer, die das Café gegründet und dabei selbst zu Persern geworden sind, über deren Kinder, von denen Zod das Café übernommen und mit viel Herzblut weitergeführt hat, bis hin zu Noor und deren Tochter Lily, die in diesem Sommer zu Besuch kommen. Das Buch selbst scheint nach Zimt und Kardamom und all den feinen Gerüchen der persischen Küche zu riechen, die das Café über Jahre hinweg einhüllen und auch über die schweren Zeiten der Ajatollahs tragen. Wie ein Kokon scheint das Café Leila seine Bewohner zu schützen, doch der Schein trügt, gab es doch schon den Tod von Zods Frau zu verkraften. Sehr gut wird Noors Zerrissenheit gezeigt zwischen den beiden Kulturen, in denen sie steckt, der persischen Kultur ihrer Kindheit wie auch der amerikanischen Kultur, die ihr Erwachsenenleben bestimmte. Sachlich beschreibt die Autorin die heutige Situation in Teheran, so dass der Leser sich sowohl im zeitlichen Rahmen wie auch in den örtlichen Gegebenheiten gut zurechtfinden kann. Diese warmherzige Geschichte hat mich sehr berührt, sehr gerne empfehle ich sie weiter und vergebe alle fünf möglichen Sterne.
Herzerwärmend, aber zu wirr
von Marianna T. - 01.10.2018
Noor reist mit ihrer Tochter zurück in ihre Heimat in den Iran. Enttäuscht und verletzt durch den Betrug ihres Mannes sucht sie Zuflucht bei ihrem Vater Zod. Die Geschichte beginnt ergreifend. Die Gefühle die Noor und ihr Vater Zod trotz der großen geografischen Entfernung teilen sind gut spürbar und zu Tränen rührend. Die Autorin schildert die Beziehung der Beiden mit viel Wärme. Bemerkenswert ist die Atmosphäre, die beim Lesen entsteht. Die Gerüche der fremdartigen Gerichte, die vereinnahmenden Menschen mit ihrer großen Zuneigung zueinander, die Gefahren der Straße - alles wird lebendig. Leider gibt es irgendwann einen Bruch in der Geschichte, ab dem die Entwicklungen nicht mehr so gut nachzuvollziehen sind. Vielleicht ist es zusätzlich zu intensiv, dass das Leben und die Vergangenheit des Vaters so ausführlich beschrieben wird. Eine zu Tränen rührende Geschichte mit viel persischer Atmosphäre - die Geschichte ist jedoch zu wirr.
Beeindruckende Geschichte über eine Familie in Persien
von Sandra8811 - 29.09.2018
Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Besonders das Cover zog mich magisch an. Außerdem konnte ich bislang mit Persien nichts anfangen und war interessiert daran, mehr über das Leben dort zu erfahren. Cover: Das Cover zeigt ein Mädchen, dass durch einen Torbogen rennt. Dahinter die Unendlichkeit der Wüste. Das Cover wirkt irgendwie wie ein Abenteuer, hat aber irgendwie etwas Bedrückendes, Einsames an sich. Ich finde es große Klasse! Inhalt: Zod lebt in Teheran, in dem Café, das schon seinen Eltern gehört hat. Seine Tochter Noor lebt in Amerika und schreibt ihm immer wieder Briefe. Aufgrund einer Affäre ihres Ehemanns hat sich Noor entschlossen, zusammen mit ihrer Tochter Lily eine Auszeit zu nehmen und zu ihrem Vater zu reisen. Handlung und Thematik: In diesem Buch bekommt man einen erschreckend realistischen Einblick in das Leben von Teheran und den dortigen Rechten von Frauen. Die gezeigten Situationen sind echt erschreckend und gar nicht so abwegig. Der Mittelteil des Buches zog sich ein wenig, aber der Anfang und das Ende waren super mitreißend und regten zum Nachdenken an. Charaktere: Noor ist eine beeindruckende Persönlichkeit, die leider Probleme hat sich durchzusetzen und für sich einzustehen. Trotzdem konnte ich sie gut leiden. Noch besser fand ich ihre Tochter Lily, die die typischen Verhaltensweisen eines Teenagers zeigte und mir gleich sympathisch war. Die Dynamik und der Umgang der beiden miteinander wurde sehr gut beschrieben. Schreibstil: Die bildlichen Beschreibungen der Autorin waren super. Bis auf einen Teil des Mittelteils war das Buch mitreißend geschrieben. Die enthaltenen farsischen und spanischen Begriffe bewirkten eine realistische Atmosphäre. Man konnte sich gut in die Situation in Teheran hineinversetzen. Manchmal hätte ich mir eine klarere Abgrenzung der verschiedenen Perspektiven gewünscht, man konnte der Story aber trotzdem gut folgen. Die Kapiteluntergliederung war super, die Kapitel waren nicht zu lang. Bei den einzelnen Teilen war zwischendrin immer wieder das Bild des Torbogens, der leider in der Story nicht direkt vorkam. Persönliche Gesamtbewertung: Bis auf eine Länge im Mittelteil bin ich begeistert von diesem Buch! Die Handlung war mitreißend und erschreckend zugleich. Wer hier mit einer romantischen Geschichte rechnet wird enttäuscht. Die Charaktere waren gut und die Beschreibungen haben verdeutlicht, wie es (vor allem) Frauen in der heutigen Zeit im Iran geht. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne mal einen Einblick in den Iran haben möchte.
Eine Familiengeschichte
von misery3103 - 07.09.2018
Noor und ihr Bruder werden von ihrem Vater zum Studium in die USA geschickt, da dieser für seine Kinder im Iran keine Zukunft sieht. Noor lebt sich nach anfänglichen Problemen ein, heiratet und bekommt eine Tochter. Von ihrem Mann betrogen, beschließt sie, zusammen mit ihrer Teenagertochter Lily zu einem Besuch nach Teheran zurückzukehren. Die Grundidee des Romans finde ich nach wie vor toll. Dieses Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Noor, die mittlerweile in den USA angekommen ist, ihre Tochter Lily, die noch nie im Iran war, und Zod, der nach wie vor sein Leben in Teheran führt. Zuerst gefiel mir das Buch auch sehr gut und ich war gespannt, wie die Familienzusammenführung gelingen würde. Leider fand ich den Mittelteil des Buches sehr lang und zu ausführlich. Ich musste mich wirklich zwingen, die Geschichte weiterzulesen, wozu ich - für meine Verhältnisse - sehr lange gebraucht habe. Zum Schluss hin wird das Buch dann zwar wieder interessanter, aber auch das reißt es für mich nicht raus. Dabei ist die Familiengeschichte durchaus interessant und gibt sehr viel her, auch Noor und Lily und vor allem Zod sind mir als Charaktere sehr sympathisch. Noors Erinnerungen an ihre Kindheit und viele schöne und nicht so schöne Ereignisse fand ich auch sehr gelungen, doch dann schwelgt die Autorin seitenweise in den Gerüchen der Stadt, den Gewürzen, Gerichten usw. Zunächst fand ich auch das interessant, aber auf Dauer hat es mich nur noch gelangweilt. Insgesamt kein Buch, das ich weiterempfehlen würde. Nett, aber nicht mehr.
schwierig und manchmal unverständlich
von Mathias Lenk - 06.09.2018
Yanik und Nina ziehen mit ihrem Sohn Zod von Russland in den Iran und gründeten in Teheran das Cafe Leila. Dies soll als Zufluchtsort für viele Einheimische wie eine kleine Rückzugsoase dienen. Im Alter von 75 verbringt Zod viel Zeit in der Küche des Cafes. Seine eigene Tochter Noor war zusammen mit seinem Sohn vor 30 Jahren für ein Studium in den USA. Sie ist jetzt Krankenschwester, lebt von ihrem Man getrennt und will nun wieder in ihre Heimat zum Vater zurückkehren. Dies könnte mit einem Zwischenfall und der damit verbundenen Kündigung Noors zusammenhängen. Zu einem ersten Besuch bringt Noor auch ihre Tochter Lily mit in die Heimat. Allerdings stellt sich die Frage, warum Noor erst nach so langer Zeit sich ihrer eigenen Wurzeln erinnert. Das vorliegende Buch ist zwar gut geschrieben, es sind aber immer wieder Ungereimtheiten zu finden. Aber vielleicht macht dies das Buch gerade spannend.
Gegensätzliche Kulturen
von Readaholic - 04.09.2018
Die achtzehnjährige Noor und ihr Bruder werden vom verwitweten Vater zum Studium in die USA geschickt, weil er für sie in ihrem Heimatland Iran keine Zukunft sieht. Obwohl es am Anfang sehr schwer für sie ist, lebt Noor sich gut ein, heiratet und bekommt eine Tochter. Jahre später findet Noor ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag heraus, dass ihr Mann sie betrügt. Daraufhin beschließt sie, mit ihrer Tochter Lily, inzwischen ein Teenager, für einen Besuch nach Teheran zurückzukehren, wo ihr Vater Zod immer noch ein Restaurant, das Café Leila, betreibt. Lily ist alles andere als begeistert von dem Gedanken, Kalifornien für den Sommer zu verlassen und will zunächst nichts von der fremden Kultur und den ihr unbekannten Menschen wissen. Für Noor tauchen Kindheitserinnerungen auf, schöne und weniger schöne. In diesem zweiten Teil des Romans schwelgt die Autorin seitenweise in Rezepten, Gewürzen und Gerüchen und manche des Szenen gleiten ein wenig ins Kitschige ab. Hier wäre definitiv weniger mehr gewesen. Ich habe mich durch diese Seiten gequält und war kurz davor, das Buch wegzulegen. Doch dann wird die Handlung wieder interessanter. Wir erfahren die schlimmen Umstände von Noors Mutters Tod und dass es um die Gesundheit des Vaters nicht zum Besten steht. Zum Ende des Romans nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung. Alles in allem ein Roman, den man lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss. Ich hatte mir jedenfalls mehr davon versprochen.
Faszinierend und farbenprächtig
von adel69 - 22.08.2018
Das Buch "Als die Tage nach Zimt schmeckten" habe ich während eines Urlaubsaufenthalts gelesen. Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt. Worum geht es? Noor ist Iranerin, aber lebt schon seit Jahren in San Francisco (USA). Sie hat dort einen Job als Krankenschwester in einem Krankenhaus. Ihr Mann, der Arzt Nelson, arbeitet ebenfalls dort. Die Ehe läuft gut, die beiden haben eine Tochter, namens Lily, die im Teenageralter ist. Doch eines Tages überrascht Noor ihren Mann mit einer anderen Frau. Das ist für Noor ein No-Go, sie sieht ihre Ehe mit Nelson am Ende und kündigt auch den Job im Krankenhaus. Spontan beschließt sie, mit Lily über die Sommerferien nach Teheran (Iran) zu fliegen, um ihren Vater Zod zu besuchen. Dieser hat dort ein Café, das sich schon seit Jahren unter den Einheimischen großer Beliebtheit erfreut. Noor versucht, in ihrer Heimat auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem leidet ihr Vater an Krebs und sie will ihn so lange betreuen, wie sie es kann. Lily hat Probleme im Iran. Da ist zuerst einmal die Sprache, die sie nicht beherrscht. Ein einheimischer Junge, namens Karim, bringt ihr ein paar Wörter und Redewendungen Persisch bei. Außerdem hat Lily Probleme, sich ihrem Großvater Zod zu nähern. Das gelingt aber mit der Zeit, dennoch vermisst Lily viele Annehmlichkeiten, die die USA zu bieten hat, die im Iran allerdings immer noch fehlen. Meine Meinung: Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben. Sofort bin ich als Leserin mittendrin in der Handlung. Noor ist die Hauptperson. Noor, die versucht, im Iran am Ort ihrer Kindheit zu vergessen, dass ihr Mann sie mit einer anderen Frau betrogen hat. Noor ist sympathisch, ihr Vater Zod auch. Lily sträubt sich zuerst gegen diese ganz andere Kultur - als Leserin kann ich das nachvollziehen. Lily ist Amerikanerin, sie war noch nie im Iran. Die Autorin hat alles in einer faszinierenden und bildhaften Sprache verfasst, die ich sehr gerne gelesen habe. Die Einblicke in die Vergangenheit sind ebenfalls sehr mitreißend geschildert. Besonders der Grund, warum Noors Mutter Pari nicht mehr am Leben ist, hat mich sehr berührt. Man will als Leserin wissen, ob Noor wieder zurückkehren wird in die USA und ob es noch eine Chance gibt für sie und Nelson. Im letzten Viertel hatte ich einige Probleme mit dem Buch - auf einmal wurde für mich die Handlung in vieler Beziehung nicht nachvollziehbar. Manche Handlungsstränge wirkten mir zu konstruiert. Das hat mich gestört - auch wenn der Schluss unvorhersehbar war für mich - was ja wieder für das Buch spricht. Weiterhin störte mich, dass der Iran meistens zu schön und zu harmlos dargestellt wird. Spätestens seit "Nicht ohne meine Tochter" von Betty Mahmoody weiß man doch, dass es im Iran nicht nur eine interessante Kultur und Geschichte, gute Speisen und Zimt gibt, sondern die Frauen gegenüber den Männern in der Gesellschaft viel schlechter gestellt sind. Gegen Schluss gibt es eine Episode in dem Buch, die zeigt, was Frauen im Iran passieren kann und wie ihre Umgebung damit umgehen kann - jedoch ist mir das alles zu wenig. "Als die Tage nach Zimt schmeckten" ist für mich ein faszinierendes und interessantes Buch, das mir einige Einblicke in das Leben und die Kultur des Iran verschaffen konnte. Da ich im letzten Viertel das Buch nicht mehr ganz "rund" fand und diverse Tatsachen mir einfach als "zu schön" dargestellt wurden, ziehe ich einen Stern in der Gesamtwertung ab. Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.
Berührende Familinegeschichte
von Panagiota Leissou - 31.07.2018
Der Titel des Buches ist wahrscheinlich ein Hingucker, denn so war es wenigstens für mich. Man empfindet sofort Nostalgie, den Zimt hat so etwas Beruhigendes, erinnert an warmen Abenden im Winter, an Harmonie und leckere Speisen. So auch in dem Buch, in dem die Geschichte der aus dem Iran stammende Noor erzählt wird, die nach dreissig Jahren und frische geschieden aus den Usa in ihr Heimatland zurückkehrrt, mit ihrer heranwachsenden Tochter Lily. Ihr Vater Zod führte in den Jahren über Jahrzehnte hinweg ein Café mit exklusiver persischer Küche. Die Farben und Geschmäcker beeindrucken Noor und dieser neue Alltag ist ein kompletter Neuanfang für sie. Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen und ließ sich angenehm lesen. In die Erzählung waren immer wieder Weisheiten über das Leben enthalten, die zum Nachdenken anregen und die man mehrmals lesen mag. Das Buch schockiert aber auch teilweise mit den strengen Politik des Landes und man erfährt was es heisst im Grunde keine Freiheit zu haben. Ein bewegendes Buch für das ich einee klare Leseempfehlung verteile.
Eine wundervolle Geschichte
von Anonym - 30.07.2018
Noor wird als junge Frau von ihrem Vater in die USA zum Studieren geschickt. Nach einigen Startschwierigkeiten schafft sie es, Fuß zu fassen und sich ein eingeben Leben aufzubauen. Doch die einzige Verbindung, die sie noch zu ihrem Heimatland, dem Iran, hat, sind Briefe ihres Vaters. Nachdem Noor viele Jahre später herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt, beschließt sie kurzerhand, ihr Leben in den USA fürs erste aufzuheben und reist zusammen mit ihrer Tochter in ihre Heimat. Lily, Noors Tochter, ist von allem wenig begeistert und versucht, aus den ihr neu auferlegten Grenzen auszubrechen. Erst durch einen schlimmen Vorfall kommen alle Ungereimtheiten wieder in die vorgesehenen Bahnen. Das Buch erzählt eine wundervolle Geschichte über Heimatgefühle, über Sehnsucht und Zusammengehörigkeit. Über Familie und Vertrauen und über mit, neues zu erleben und neues zu erfahren.
Heimatgefühl
von Anonym - 30.07.2018
Das Cover lässt Wärme erahnen. Wärme und Glück, dass die kleine Noor damals in ihrer Heimat, dem Iran, erfahren hat. Doch die Geschichte brachte ihren Vater dazu, sie und ihren Bruder aus dem Iran in die USA zum Studieren zu schicken. Dort findet Noor zwar ihren Weg, kann sich doch nicht wirklich vom Iran lösen. Als sie schließlich beschließt, sich mit ihrer Tochter in den Iran aufzumachen, ist diese alles andere als begeistert und macht Noor das Leben dort zur Hölle - bis etwas geschieht, was ihre Sicht der Dinge verändern wird. Das Buch bietet nahezu alles Gefühle ab, die möglich sind: Liebe und Zuneigung, Spannung und Angst, Neugier und Resignation. Alles ist sehr gut miteinander verwoben und rundet das Buch sehr gut ab. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen und Noor auf der Suche nach ihrem Land und ein bisschen auf der Suche nach sich selbst zu begleiten.
Fesselnde persische Familiengeschichte
von buchverrückt - 28.07.2018
Im Roman "Als die Tage nach Zimt schmeckten" von Donia Bijan geht es um eine Familie aus Teheran, deren Mitglieder über die ganze Welt verteilt sind und nun wieder zurück zu ihren persischen Wurzeln finden. Bereits das Cover weckt die Neugier auf das exotische, fremde Land. Ich finde es sehr gelungen, dass sich das Buchcover vor jedem neuen Teil im Buch wiederfindet. Zod wartet in Teheran Tag für Tag auf den Postboten und hofft auf einen Brief seiner Tochter Noor. Sie wohnt in Amerika und war vor 30 Jahren das letzte Mal in ihrer Heimat. Die Geschichte des Buches beginnt mit Noors Scheidung von ihrem untreuen Ehemann Nelson und der damit verbundenen Frage, was Noor nun mit ihrem neuen Lebensabschnitt anfängt. Zod erweckt den Eindruck eines tollen alleinerziehenden Vaters. Er schickt seine Kinder schon früh ins Ausland, um ihnen die Chance zu geben, die er selbst nicht hat. Nebenbei ist er Inhaber des Cafes Leila, das sich großer Beliebtheit erfreut. Die Familiengeschichte spielt sich zwischen dem Iran und Amerika ab. Der Perspektivwechsel der Erzählungen überzeugt mich sehr, man erfährt Details aus Noors, Zod, Lillys etc. Sicht und gewinnt damit einen umfassenden und vielschichtigen Eindruck. Dadurch ist man schnell selbst mitten im Geschehen. Zwischendurch ist das Thema Heimat immer wieder präsent. Für welches Land schlägt das eigene Herz? Wo fühlt man sich zuhause? Welche Sitten und Kulturen sind einem näher? Die Charaktere sind zwischen zwei Ländern gefangen und das Buch transportiert diese Zerrissenheit sehr gut. Es vermittelt ein Gefühl von Heimat und Nach-Hause-kommen, durch die detailverliebten Schilderungen des Irans. Das Buch ist in verschiedene Teile unterteilt. Der erste Teil führt sehr gut in die Geschichte ein. Der todkranke Zod möchte sein Leben selbst zu Ende schreiben, unterstützt von der besorgten Tochter und Enkelin, denen Teheran eigentlich völlig fremd ist. Beim Lesen stellt man sich diese fremde Welt vor, all diese Gerüche, die exotischen Speisen. Man taucht völlig ein in diese neue Welt. Eine tolle Reise in die Vergangenheit dieser Familie, die unfassbar harte und brutale Zeiten im Iran erleben musste. Das Buch gewinnt sehr an Tragik, man ist völlig bestürzt und betroffen von dieser Brutalität und Gewalt. Diese Geschichte geht unter die Haut, näher dran geht nicht. Eine ergreifende Geschichte aus Sicht aller Familienmitglieder, fesselnd und mit einer gehörigen Portion Spannung. Dieses Buch weckt Interesse an dem fremden Land und der Kultur, über das ich persönlich vorher nicht viel wusste. Der Roman erweitert den eigenen Horizont und ist eine absolute Empfehlung. Das Ende zeigt, was wirklich wichtig ist: Familie, trotz aller Diskrepanzen!
Hält, was der Titel verspricht
von Julia Lindner - 27.07.2018
Als die Tage nach Zimt schmeckten erzählt über vier Generationen die Geschichte einer Familie, die im Iran einst ihren eigenen kleinen sicheren Hafen aufgebaut haben, um dann zu sehen, wie die Welt um sie herum in Misstrauen und Brutalität zerfiel. Das klingt erst einmal nach einer wirklich ergreifenden Geschichte voller schwerer Schicksale, die die Realität im Iran und den Alltag dort (der vor allem für die Frauen nicht leicht war und ist) schildert. Das zumindest habe ich mir nach der Lektüre des Klappentextes und der Leseprobe davon erhofft. Allerdings orientiert sich das Buch leider doch etwas zu sehr an seinem Titel: auf vielen Seiten und in unzähligen detaillierten Schilderungen lernt man die persische Küche kennen und lieben. Ja, es läuft einem bei der Letüre sogar das Wasser im Mund zusammen, so lecker und wie aus einem Märchen aus tausend und einer Nacht klingen die Schilderungen. Darüber geht nur leider die eigentliche Handlung verloren. Der Geschichte fehlt ein roter Faden (mal abgesehen vom Essen), der die verschiedenen Zeitstränge miteinander verbindet. So wirken viele Szenen zerstückelt und aneinander gereiht, oft weiß man gar nicht an welchem Zeitpunkt in der Geschichte man sich gerade befindet. Das ist vielleicht auch ein Sinnbild für Noor, die sich, nachdem ihr Vater sie mit 19 nach Amerika geschickt hat, um sie vor der Frauenfeindlichkeit im Iran zu schützen, ihr Leben lang entwurzelt und nie dazugehörig gefühlt hat. Allerdings macht es das für den Leser nicht gerade zu einem Lesevergnügen. Auch bleiben die Figuren seltsam blass und schablonenhaft. Man hat teilweise das Gefühl, dass sich die Autorin (die, man merkt es, als Köchin arbeitet) mehr auf die Gerichte denn auf ihre Protagonisten konzentriert hat. Fazit: Das Buch inspiriert einen in gewisser Weise und weckt Interesse für die persische Küche. Die persische Lebensweise lernt man aber kaum kennen- möglicherweise ein Sinnbild dafür, dass sie durch die Gewalt und Furcht im eigenen Land mittlerweile zerstört und verstreut über den ganzen Globus in Immigranten und Flüchtlingen weiterlebt. Persien ist heute kein Land mehr, lebt aber in den Herzen seiner Kinder weiter.
Berührend und warmherzig
von nellsche - 27.07.2018
In Teheran wartet der alte Zod jeden Tag vor dem Café Leila auf den Postboten und hofft, dass er ihm einen Brief seiner geliebten Tochter Noor bringt. Dann endlich hält er einen Brief von ihr in den Händen. Noor teilt ihm mit, dass sie nach 30 Jahren gemeinsam mit ihrer Tochter Lily in ihre Heimat zurückkehren wird. In eine Stadt voller Widersprüche und die ganz anders ist als die USA. Und sie kehrt zurück in das Café Leila, in dem ihre Mutter früher alle Köstlichkeiten der persischen Küche zauberte.  Diese berührende und emotionale Geschichte hat mir wunderbar gefallen. Der Schreibstil war sehr angenehm und gut zu lesen, so dass ich hervorragend in die fremde Welt von Zod und Noor eintauchen konnte.  Die Beschreibungen der Umgebung, des Cafés Leila, der persischen Gerichte etc. waren unglaublich authentisch, detailreich und intensiv beschrieben, so dass ich alles perfekt vor Augen hatte. Ich fühlte mich mittendrin und konnte alles hautnah miterleben.  Die Charaktere waren wunderbar gelungen und ausgearbeitet und ich fand sie sehr sympathisch. Gerade die ganz andere Mentalität dieser fremden Kultur und deren gewichtigen Werte wie die Familie wirkten sehr echt und warmherzig.  Die Familiengeschichte um Zod und Noor hat mich sehr berührt. Sie war unglaublich warmherzig, gleichzeitig aber auch hart und traurig. Ich konnte absolut mitfühlen und auch die Zwiespalte zwischen dem Iran und den USA, die beide so unterschiedlich sind, nachvollziehen und verstehen.  Ich kann diesen wundervollen und berührenden Familienroman sehr empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.
Ergreifende Familiengeschichte
von Sylvia Hertel - 24.07.2018
Als die Tage nach Zimt schmeckten von Donia Bijan ist eine wunderschöne Familiengeschichte in der auch die politische Situation des Iran beleuchtet wird. Im Mittelpunkt steht das Café Leila, dass von Zods Eltern die aus Russland immigriert sind erbaut und mit Liebe und Hingabe geführt wurde. Es wurde russische und Persische Gerichte serviert und die Gäste fühlten sich wohl. Das Buch ist in 4 Teile aufgeteilt. Der 1.Teil erzählt wie Noor und ihrer Tochter Lily in Teheran ankommen. Es erzählt von den verbliebenen Angestellten die schon ewig dort leben. Der 2. Teil geht zurück zu Zod als er jung war. Es wird erzählt wie er seine Frau kennengelernt hat und sich unsterblich in sie verliebt hat. Zod führte das Café Leila später weiter. Seine Frau Pari sang öfter des Abends und verzauberte mit ihrer Stimme die Gäste. Die zwei Kinder Noor und Morad wuchsen glücklich auf. Doch dann kam die Revolution und alles änderte sich. Die Frauen wurden in ihren rechten beschnitten. Sie mussten weite Mäntel und Kopftuch tragen. Es gab eine Religionspolizei von der auch Pari festgenommen wurde. Nach dem Tod seiner Frau wollte Zod nur noch, dass seine Kinder in die USA reisen wo sein Bruder lebt. Der 3. Teil erzählt von den Schwierigkeiten die Noor hatte sich in den USA einzugewöhnen. Von ihrer Arbeit als Krankenschwester und später ihrer Heirat. Der 4. Teil führt den Leser wieder in die Gegenwart. Da Zod schwer krank ist möchte Noor bei ihm bleiben. Doch ihre Tochter Lily kann sich nicht eingewöhnen und es kommt zu einigen Konflikten. Der Schreibstil ist sehr ansprechend und die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Ich, die in einem friedlichen Land leben und Recht und Freiheit genießen darf kann mir das Leben im Iran gar nicht vorstellen. Es wird anhand von Lily, die in den USA aufgewachsen ist deutlich wie anders so ein Leben ist. Lily kann nicht verstehen warum sie nicht alleine vor die Tür darf, warum sie sich verhüllen muss und nur an bestimmten Tagen, die für Frauen vorbehalten sind ins Schwimmbad darf. Vor der Revolution muss das Leben im Iran freier gewesen sein. Die Menschen waren nicht reich aber zufrieden. Bisher habe ich mich noch nicht viel mit dem Land und den Menschen sie dort Leben beschäftigt. Dieses Buch hat mir einen interessanten Einblick in das Leben der Menschen gegeben.
hätte man sich bei dem Titel auch denken können
von Marita Robker-Rahe - 24.07.2018
dass in diesem Buch das Kochen eine große Rolle spielt. Ich hatte allerdings etwas anderes erwartet und wurde schon etwas enttäuscht. Die Geschichte rankt sich um zwei Ptotagonisten, da ist einmal Zod, der sich in Teheran eine Existenz aufgebaut hat, das Cafe Leila, Treffpunkt für alle und auch Dreh,- und Angelpunkt der Geschichte. Zod hat seine Tage Noor früh nach Amerika geschickt, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen und tatsächlich wird Noor dort Krankenschwester und heiratet einen Herzchirurgen und bekommt eine Tochter. Als diese Ehe zerbricht, kehrt sie mit ihrer Tochter Lily nach nTeheran zurück und erfährt, dass ihr Vater sterbenskrank ist. Sicherlich ist diese Geschichte schön zu lesen, auch weil sie in der mir immer wieder auffalfenden blumigen Sprache des nahen Osten geschrieben ist, trotzdem wurde mir etwas zu viel über Rezepte und über das Kochen geschrieben. Sicherlich klingen auch sozialkritische Töne an, die das Leben nach der Revolution in Teheran zeigen und wie es sich, vor allem für die Frauen geändert hat, doch ich hätte mir mehr davon gewünscht. So bleibt dieses Buch bei mir als eine nette geschichte zurück, aber nicht mehr . 4 gutgemeinte Sterne.
Orient und Okzident
von kiki - 22.07.2018
Noor kehrt nach über 30 Jahren zurück in den Iran, um ihren Vater Zod und sein Cafe Leila zu besuchen. In Amerika ist ihre Ehe gescheitert und sie macht sich mit ihrer pubertierenden Tochter Lily auf den Weg in ihre Heimat, um ihr zu zeigen, wie schön es dort ist. Aber der Iran hat sich verändert, es herrscht nicht mehr diese Weltoffenheit, wie sie Noor kennengelernt hat. Es gibt Gewalt und in manchen Bereichen strikte Trennungen zwischen Männern und Frauen. Lily darf deshalb nicht allein das Grundstück verlassen, es ist zu gefährlich. Aus diesem Grund möchte sie so schnell wie möglich wieder zurück zu ihrem Vater und nach Amerika. Sie hat auch schon einen Verbündeten gefunden, Karim. Donia Bijan ist ein wunderbarer Roman gelungen, der Appetit auf den Iran macht.
Anrührende Geschichte einer persischen Familie
von Ameland - 16.07.2018
Jeden Tag steht Zod - Sohn russischer Einwanderer - in Teheran vor dem Café Leila und wartet auf den Postboten in der Hoffnung, dass ein Brief aus Amerika für ihn dabei ist. Er schickte sowohl seinen Sohn als auch seine Tochter in jungen Jahren nach Amerika, damit sie sich dort als freie und starke Persönlichkeiten entwickeln konnten. Nach nunmehr 30 Jahren kehrt seine Tochter Noor in ihre Geburtsstadt zurück und muss feststellen wie sehr sich ihre Heimat verändert hat. In einer malerischen, teils sinnlichen bis hin zu einer fast poetischen Schreibweise erzählt uns Donia Bijan von einer mir bis dahin nahezu unbekannten Welt. Sie schafft es, dass ich förmlich die Gerüche von Vanille, Zimt und den Blüten der Granatapfel- und Mandelbäume in der Nase habe. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen bei der Beschreibung der orientalischen Küche mit seinen vielen Gewürzen und zahlreichen Früchten. Anhand der Familiengeschichte wird der politische Umbruch im Iran anschaulich dargestellt. Die Willkür, Gewalt und Unterdrückung erleben wir hautnah mit. Sie ist besonders - aber nicht nur - gegen Frauen gerichtet. Die Angst der Menschen auf der einen Seite und ihre Lebensfreude andererseits, die sie nur hinter verschlossenen Türen ausleben können, ist spürbar. Wieso Noor meint, dass sich ihre jugendliche Tochter Lily nach einer Weile in Teheran einleben, sich an die Lebensumstände (Unfreiheiten) gewöhnen und letztendlich wohlfühlen wird, ist mir jedoch ein Rätsel. Insgesamt handelt es sich um eine emotionale Familiengeschichte mit politischem Hintergrund. Irgendwo im Mittelteil hatte ich kurzfristig Probleme mit der Geschichte, ohne dass ich es irgendwo dran festmachen kann und die Zeitsprünge brachten mich hin und wieder aus dem Konzept, daher vergebe ich "nur" 4 Sterne.
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