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Die Vergessenen

Roman.
Taschenbuch
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1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hi... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Die Vergessenen
Autor/en: Ellen Sandberg

ISBN: 332810089X
EAN: 9783328100898
Roman.
Penguin Verlag

27. Dezember 2017 - kartoniert - 508 Seiten

Beschreibung

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht - auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...


Portrait

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer erfolgreichen Münchner Autorin, deren Kriminalromane regelmäßig auf der Bestsellerliste stehen. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem groß angelegten Spannungs- und Familienroman »Die Vergessenen« schlägt sie einen neuen schriftstellerischen Weg ein und widmet sich dabei einem Thema, das ihr ein persönliches Anliegen ist: den Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und der Notwendigkeit, diese nicht zu vergessen.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Eine gelungene Verstrickung historischer Wahrheiten mit einem fiktiven Kriminalfall. Ein Buch, das Geschichte auf geradezu erschreckend spannende Weise lebendig werden lässt. Ein absolutes Muss." WDR5 "Büchercheck"
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Es gibt Verbrechen, die verjähren nie
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - 21.01.2018
Manolis Lefteris lebt in München und übernimmt als Privatdetektive besondere Aufgaben, Nun soll er Akten aufspüren, die sich im Besitz einer alten Dame befinden sollen. Doch er ist nicht der Einzige, der sich für diese Akten interessiert. Im Laufe der Ermittlungen kommt er einem Verbrechen auf die Spur, das bis ins Jahr 1944 zurückreicht. "Die Vergessenen" ist mehr als ein Kriminalroman. Eine Handlung, die mich nicht mehr losgelassen hat und die ständig zwischen 1944 und heute wechselt. Grausame Verbrechen, die 1944 stattfanden und die bis heute nicht vergessen sind und auch nicht vergessen werden sollten. Ellen Sandberg verbindet perfekt reale Fakten mit einer fiktiven Handlung. Ich vergebe 5 Sterne.
Bewertungen unserer Kunden
Kein Krimi, aber trotzdem extrem spannend
von Xanaka - 14.01.2018
Manolis Lefteris ist ein Mann für besondere Fälle, ein lautloser Problemlöser . Als er den Auftrag bekommt von einer alten Dame geheimnisvolle Akten aufzuspüren und an sich zu nehmen, geht er von einem Routineauftrag aus. Doch die Akten werden nicht gefunden, alles wird komplizierter als ursprünglich angenommen. Kathrin, die alte Dame in deren Besitz sich die Unterlagen befinden, ahnt von alledem nichts. Sie liegt nach einem Schlaganfall im Koma und kann keinerlei Aussagen dazu machen. Vera Mändler, ihre Nichte und Journalistin stolpert durch Zufall über die Suchenden. Schnell wird klar, dass derjenige der diese Unterlagen haben will, bis ans äußerste gehen wird, um diese zu erlangen. Vera recherchiert selbst auf der Suche nach den Unterlagen und erfährt, dass ihre Tante in ihrer Jugend als Krankenschwester in einer bayerischen Heil- und Pflegeanstalt für Kinder und Erwachsene tätig war, in denen Menschen deren Leben als wertlos eingeschätzt wurde, gezielt umgebracht wurden. Auch Manolis sucht nach den Unterlagen. Je tiefer er in die Thematik einsteigt, umso deutlicher wird ihm das Unrecht von damals bewusst. Auch sein Vater hat als Kind im Krieg schreckliches erlebt und dieses über Jahre nicht verarbeiten können. Manolis wusste davon und schleppte die Erlebnisse seines Vater mit sich. Dieses Buch, was an sich kein Krimi ist, entwickelt im Laufe der Handlung eine immer größere Spannung, die mich als Leser kaum zur Ruhe kommen lies. Je tiefer ich in der Handlung steckte, umso schneller und umso mehr wollte ich wissen, wie es weitergeht. Inge Löhnig, die dieses Buch hier unter dem Pseudonym Ellen Sander veröffentlicht, hat hier ein ungemein wichtiges und vor allem lesenswertes Buch geschaffen. Die Auseinandersetzung mit der Thematik, wie gehe ich mit Vergangenem um, ist auch heute aus meiner Sicht noch sehr wichtig. Insofern hat mir auch gut gefallen, dass Manolis seinen Auftrag zwar widerwillig erfüllt hat, sich und vor allem Vera trotz allem noch eine Tür offengelassen hat. Ich war mit diesem Ende äußerst zufrieden. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung an alle.
Spannend, interessant und gefühlvoll
von kessi67 - 09.01.2018
Die Vergessenen von Ellen Sandberg ist ein spannender und berührender Roman zugleich. In verschiedenen Zeitebenen wir dem Leser die Zeit der Nazis mit ihren abscheulichen Methoden, Menschen die des Lebens nicht wert sind, näher gebracht. Sie wurden auf verschiedene Weise getötet, wie in den Geschichtsbüchern und auch anderen Autobiographischen Romanen , ausführlich geschildert. Es ist eine Zeit die nie vergessen werden darf. Und darum geht es auch hier, die Aufarbeitung dieser Zeit in denen es viele Täter und Opfer gab. Kathrin Händler ist noch jung als sie ihren Job als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg antritt. Es ist das Jahr 1944 und der Krieg noch nicht zu Ende. Noch jung und unerfahren arbeitet sie unter der Leitung des Arztes Karl Landmann. und ist fasziniert von ihm. Vera Händler ist Journalistin und die Nichte von Kathrin. Als diese im Jahr 2013 einen Schlaganfall erleidet, kümmert sich Vera um die Wohnung ihrer Tante. Dort kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, nicht irgendeines, sonder eines das die Familie betrifft. Bei dem Versuch dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, kreuzt sich ihr Weg mit Manolis Lefteris. Er ist ein Mann mit einem Auftrag, er soll Akten finden, die sich in Kathrin Mändlers Wohnung befinden sollen. Nun heftet es sich wie eine Klette an Vera, die alles versucht das Geheimnis von ihrer Tante zu lüften. Doch wer ist Lefteris sein Auftraggeber? Er selber hat von seinem Vater, der ein griechischer Gastarbeiter war, über die Gräueltaten die die Deutschen an seiner Familie im 2. Weltkrieg verübt haben , erfahren. Bei ihren Untersuchungen erfährt Vera immer mehr aus dem Leben ihrer Tante. Über Jahrzehnte hinweg, wird in den Erzählsträngen erzählt was der Krieg mit den Familien gemacht hat. Wie kann jeder einzelne für sich mit der Schule, Verantwortung und allem was dazu gehört umgehen? Und was macht es mit den Menschen? Meine Meinung: Ellen Sandberg ist vor langer Zeit die Idee zu diesem Roman gekommen. Gut das sie sich entschlossen hat, diesen Roman zu schreiben. Die Recherchearbeiten die sie hierfür geleistet hat sind einfach nur erstklassig. Mit viel Gefühl und liebe zum Detail erfährt der Leser die Bedeutung von Gerechtigkeit, Schuld und Verbrechen kennen. Die Autorin hat einen mitreißenden Schreibstil, der mich von Beginn an in seinen Bann gezogen hat. Absolute Leseempfehlung und fünf Sterne.
Ein meisterlicher (Krimi) Roman
von G. Schad (Hugendubel Landshut) - 20.01.2018
Ein meisterlicher (Krimi) Roman über das Thema: Schuld - Sühne - Recht - Gerechtigkeit. Dramatische Wendungen, psychologisch tiefgründige Personen ziel auf einen besonderen Showdown zum Schluss Für alle Leser von Mechtild Borrmann ein Muss! Für alle anderen eine Entdeckung!
ungesühnte Morde, spannend erzählt
von Rebecca1120 - 31.12.2017
Dieser spannendende Krimi wird durch zwei Hauptfiguren geprägt. Da ist Manoli Lefteris dem sein Vater als er noch viel zu jung dafür war seine traumatischen Kindheitserlebnisse während der Nazizeit geschildert hat, bei denen seine gesamte Familie bis auf seinen Vater ausgelöscht wurde. Seither kämpft Manoli mit den Bildern, die sich nach diesen Schilderungen in sein Gehirn eingebrannt haben. Dann ist da noch Vera, unglückliche Journalistin bei einer Beautyzeitschrift, die auf ein lang gehütetes Geheimnis ihrer heißgeliebten Tante Kathrin stößt. Die hat während der Nazizeit in einer Klinik für psychisch Kranke als Schwester gearbeitet. War die Tante in die Euthanasiemorde mit verwickelt? Vera beginnt mit ihrer Recherche, der Suche nach Dokumenten sie sich im Besitz ihrer Tante wähnt. Dabei geht sie nicht immer gesetzeskonform vor und gerät auch in die Beobachtung der Menschen, die mit allen Mitteln versuchen die Beweise ihrer damaligen Taten zu vernichten. Spannend entwickelt die Autorin diese Geschichte, die den Leser nicht mehr aus ihren Bann lässt. Bei mir schraubte sich die Spannung wie eine Spirale immer höher. Dabei ist Ellen Sandberg sehr detailliert auf die damaligen Methoden der Umsetzung des Euthanasie-Programms eingegangen. Von Hungerhäusern hatte ich bisher noch nie etwas gehört. Daher haben mir die Rückblenden in die Vergangenheit von Schwester Kathrin und damit das Kennenlernen der Beweggründe ihres Handelns auch wunderbar gefallen. Es war für mich nachvollziehbar und ich konnte sie einfach nicht verurteilen. Für mich war das ein wunderbar spannendes, unterhaltsames, nachdenklich stimmendes Lesevergnügen für das ich wohlverdiente 5 Lese-Sterne vergebe.
Sehr gutes Buch!
von Danni13 - 23.01.2018
Ich kannte die Autorin vorab nicht und habe das Buch ganz unvoreingenommen gelesen, weil mich die Lesprobe angesprochen hat. Und ich muss sagen, es ist eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit in der Hand hatte. Wunderbar geschrieben, keine Sekunde langweilig, die Personen und Geschehnisse geschickt miteinander verwoben. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe mich darauf gefreut, weiterlesen zu können. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten bewegen den Leser sehr, ohne kitschig oder übertrieben zu wirken. Die Vergessenen ist ein starker Titel mit einem noch besseren Inhalt, der aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Ich weiß gar nicht, ob man das Buch einen Krimi oder einfach nur einen spannenden zeitgeschichtlichen Roman nennen soll. Empfehlenswert ist er allemal!
Spannend und berührend, besser geht es nicht
von Bücherwurm78 - 30.12.2017
Die Vergessenen ist ein Roman der sich mit der Aufarbeitung von NS-Verbrechen an Menschen in Heil- und Pflegeanstalten beschäftigt. Dieses Thema hat Ellen Sandberg ausgezeichnet in dem Roman verpackt. Von der ersten bis zur letzten Seite war Spannung vorhanden. Aufgrund dieser und der sehr guten und flüssigen Schreibweise hatte ich das Buch sehr schnell durchgelesen. Die einzelnen Charaktere sind gut beschrieben und gerade Vera und Manolis waren mir als Leser sympathisch. Die Vorgänge in den Jahren 1944/1945 in Winkelberg sind eindrücklich beschrieben und berühren sehr. Auch Manolis Lebensgeschichte (bzw. vor allem auch die seines Vaters) ist sehr emotional. Aber eine Stelle im Buch hat mir auch ein Lächeln auf den Mund gezaubert, als nämlich ein gewisser Kommissar Dühnfort einen kurzen Auftritt hatte, der ja Hauptdarsteller in der Krimireihe von Ellen Sandberg ist, die sie nicht unter ihrem hiesigen Pseudonym schreibt. Zum Cover des Buches muss ich sagen, dass mir dieses sehr gut gefällt. Schlicht gehalten und es passt gut zum Inhalt. Fazit: Für mich einer der besten Bücher des Jahres 2017!
Nicht ganz überzeugend
von Fredhel - 31.12.2017
Manolis Lefteris wird schon im Vorschulalter durch die Berichte seines Vaters traumatisiert, der in Griechenland ebenfalls als kleiner Junge knapp als Augenzeuge einem Massaker der deutschen Wehrmacht an seiner Familie entkommen konnte. Nun führt er ein Doppelleben als reicher Autohändler und undercover als skrupelloser Vollstrecker eines dubiosen Rechtsanwalts. Er soll komprimittierende Unterlagen auffinden, die einem prominenten Pharmaboss noch Jahrzehnte nach Kriegsende systematische Euthanasie in einer Pflegeeinrichtung nachweisen können. Die Journalistin Vera Mändler sucht ebenfalls nach diesen Dokumenten, wobei sie lange im Dunkeln stochert, weil sie nur weiß, dass ihr ermordeter Cousin eine große Erpressung plante, aber nicht wen und nicht warum, und sie hat auch keine Ahnung wie skrupellos ihr Gegner seine Feinde kalt stellt.... Insgesamt hat die Autorin Ellen Sandberg ein sehr interessantes Thema gewählt. Vielen Größen der Nazizeit gelang ein reibungsloser Übergang ins Nachkriegsdeutschland ohne Konsequenzen für begangenes Unrecht. Es ist absolut nachvollziehbar, welche Möglichkeiten diese Verbrecher immer noch haben, um ihre Existenz auch weiterhin zu sichern. Für den hier vorliegenden Roman hätte ich mir etwas mehr Spannung und weniger Emotionen gewünscht. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Manolis in so großem Ausmass unter den Berichten seines depressiven Vaters leidet, und das bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Die Berichte über die Zustände in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg in der Nähe von München kommen manchmal etwas schwerfällig daher und weil sich das Verbrechen der Nazis in Griechenland ebenfalls wie ein roter Faden durch die Handlung zieht, finde ich das Buch damit etwas überfrachtet. Ein geschicktes Händchen hat Sandberg in der Charakterisierung ihrer Hauptpersonen. Die Konstellation der drei Frauen, Veras Mutter und ihre beiden Schwestern, die so absolut unterschiedlich sind, wird gut und glaubhaft dargestellt. Der Lebensweg von Tante Kathrin ist beeindruckend und man hofft einfach nur, dass sie überlebt. Der Roman läßt sich eigentlich gut lesen, aber hundertprozentig konnte er mich nicht überzeugen, deswegen gibt es leichten Punkteabzug.
Bewegender Roman über Gerechtigkeit und die Frage der Schuld
von sailor - 30.12.2017
Die Journalistin Vera macht sich große Sorgen um ihre Tante Kathrin, die nach einem Schlaganfall im Koma liegt. Kathrin arbeitete 1944 als Krankenschwester in einer Heil- und Pflegeanstalt, deren Leitung Dr. Landmann hatte. Sie fühlte sich zu dem jungen Arzt hingezogen und begann ein Verhältnis mit ihm. Viel zu spät erkannte sie, dass dieser ein eiskalter und gewissenloser Mörder war. Da ihre Schutzbefohlenen, darunter auch viele Kinder, quasi wertlos waren, liess man sie verhungern oder half mit Spritzen nach. Kathrin, die die kleine mongoloide Therese in ihr Herz geschlossen hatte, sie aber auch nicht retten konnte, dokumentiert diese Fälle und versteckt die Akten dazu. Im Jahre 2013 macht sich Vera auf die Suche nach diesen gut versteckten Dokumenten. Sie wittert eine gute Story dahinter. Doch sie ist nicht die Einzige, die danach sucht. Auch Manolis, ein Mann für besondere Aufträge, soll die Akten für einen unbekannten Auftraggeber finden. Manolis leidet ebenfalls unter einer schweren Vergangenheit - sein Vater hat ihm schon als Kind vom Massaker der deutschen Wehrmachtsoldaten in seinem griechischen Dorf erzählt, das er als einziger der Familie überlebt hat. Diese Erzählungen lassen Manolis nicht los und verursachen ihm heute noch Alpträume. Dieser tief berührende Roman ist meisterhaft erzählt, auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Es gibt zwei Erzählstränge - 1944 und danach und 2013. Es ist wirklich erschreckend zu lesen, wie menschenverachtend die Nazis mit Kranken und Behinderten umgegangen sind. Ingrid Löhnig, die hier unter dem Pseudonym Ellen Sandberg ein bewegendes Buch geschrieben hat, ist als Schöpferin der Kommissar Dühnfort-Romane bestens bekannt und beliebt. Der hier übrigens auch einen kurzen Gastauftritt absolvieren darf! Meine volle Leseempfehlung für dieses großartige Buch!
Erinnern!
von raschke64 - 21.02.2018
Vera ist Journalistin bei einem Frauenmagazin und dort gar nicht glücklich. Über einen Zufall - nämlich ihre mit einem Schlaganfall im Koma liegende Tante - kommt sie in Verbindung mit einem Verbrechen aus der Nazizeit, der Euthanasie von behinderten Erwachsenen und vor allem Kindern. Ihre Tante hat in so einem Heim gearbeitet. Während sie über den Fall recherchiert und aufdeckt, dass der damals verantwortliche Arzt noch heute unbehelligt unter einem anderen Namen lebt, gerät sie gleichzeitig in Gefahr, denn die Unterlagen, die die Taten beweisen und die sie jetzt hat, will auch der damalige Täter haben und beauftragt über einen Anwalt Manolis, diese zu finden. Der wiederum ist durch seinen Vater, der als Kleinkind mit ansehen musste, wie seine griechische Familie durch die Nazis ausgelöscht wurde, direkt an dem Fall beteiligt. Das Buch ist in zwei Zeiten geschrieben. Zum einen in der Gegenwart, in der die Suche nach den Akten und die Hintergründe von Vera und Manolis beschrieben werden. Zum anderen in der Vergangenheit, als die Taten 1944 stattfinden und wie die Tante darin verwickelt ist. Beides ist sehr gut und flüssig lesbar, interessant und auch spannend. Schwierigkeiten hatte ich beim Einstieg, weil mir die Figur und das Denken von Manolis sehr unsympathisch waren. Später änderte sich das etwas und ich begann eher, mit Veras Tante und ihren Taten (oder eben auch "Nicht-Taten") nach dem Krieg zu zweifeln. Alles in allem aber war das Buch gut. Es stellt wichtige Fragen nach der Schuld im Krieg und nach dem Umgehen danach damit. Man sollte diese Zeiten nicht vergessen und den Umgang mit den Menschen. Dies alles ist so beschrieben, dass das Lesen trotz des schwierigen Themas immer noch Spaß machte. Witzig fand ich den "Querverweis" auf Kommissar Dühnfort. Insgesamt jedenfalls gebe ich dem Buch unbedingt eine Leseempfehlung.
Berührender Roman, der zum Nachdenken anregt!
von bärin - 30.12.2017
Dieser bewegende und äußerst genial erzählte Roman bewegt sich auf zwei Zeitebenen. In der ab 1944 wird die Arbeit der jungen Krankenschwester Kathrin beschrieben, die in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ihre erste Stelle antritt, die unter der Leitung des jungen Dr. Landmann steht. Sie haben eine heimliche Affäre miteinander bis sie erkennt, was für eiskalter Mensch er ist und was dort in dieser Anstalt vor sich geht. Behinderte Kinder und nutzlose Kranke werden verhungern lassen oder zu Tode gespritzt, da sie keinen Nutzen für das Vaterland haben. Sie beginnt Akten zu sammeln und das Grauen zu dokumentieren. In der zweiten Zeitzone 2013 erleidet Kathrin einen Schlaganfall und ist nicht mehr ansprechbar. Ihre Nichte, die Journalistin Vera, hat von den Akten erfahren und macht sich auf die Suche danach. Sie möchte eine Aufklärungsstory darüber schreiben. Doch auch von anderer Seite wird alles unternommen, um an diese Dokumente zu gelangen. Manolis, der allerhand Aufträge annimmt, ist ebenfalls auf der Jagd danach - sein Auftraggeber möchte die Akten vernichten. Gibt es eine Gerechtigkeit für Kriegsverbrechen? Oder waren diese Taten situationsbedingt gerechtfertigt? Inge Löhnig, die dieses Buch unter dem Pseudonym Ellen Sandberg geschrieben hat, geht hier dieser Frage nach. Ich habe alle ihre Kommissar Dühnfort-Romane mit großem Vergnügen gelesen und bin auch von ihrem neuesten Werk begeistert, das wirklich meisterhaft geschrieben ist. Ihre Hauptpersonen kann man sich lebhaft vorstellen und auch teils ihre Beweggründe nachvollziehen. Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen und
Wir dürfen nicht vergessen
von Gaby2707 - 23.01.2018
Kathrin Mändler ist gerade 17 Jahre alt, hat ihre Ausbildung abgeschlossen und bekommt 1944 eine Stelle als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Hier trifft sie auf den charismatischen Anstaltsleiter Dr. Karl Landmann. Sie, die sich selbst als graues Mauerblümchen fühlt, nimmt seine Avancen schnell an. Bis sie erkennt, was sich hinter den Mauern der Anstalt abspielt. Ihre Nichte Vera Mändler beginnt sich 2013 für ein Dossier zu interessieren, das ihrem Cousin Christian wahrscheinlich das Leben gekostet hat. Diese brisanten Unterlagen soll ihre Tante haben. Aber auch Manolis Lefteris, der sehr sympathische Inhaber eines Münchner Autohauses und Auftragnehmer für besondere Fälle, interessiert sich für seinen Auftraggeber für diese Unterlagen und untersucht alles, um sie in seinen Besitz zu bekommen. Unter dem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt eine meiner deutschen Lieblingsautorinnen Inge Löhnig einen spannenden, interessanten, mich faszinierenden und berührenden Roman über die Geschehnisse in einem kleinen Dorf in Griechenland 1944 und in einer Heil- und Pflegeanstalt aus den letzten Kriegsjahren. Es ist eine Geschichte, die die beiden Handlungsstränge aus der Vergangenheit mit dem Heute verbindet. Eine Geschichte mit einer ganz andere Form der Spannung: aufgeladen, unvorstellbar und erschreckend. Es geht um Recht, Gerechtigkeit und unsere Justiz, die immer wieder die Augen zugedrückt hat; um Schuld, Schweigen und Sühne; um sexuelle Hörigkeit, Verdrängen und Macht; um Seilschaften, die bis in unsere heutige Zeit reichen. Nach einigen Stellen musste ich mich erst mal wieder fassen um weiterlesen zu können, so sehr hat mich die Erzählung seelisch mitgenommen. Vor allem, weil ich mir immer wieder sagen musste, dass dieser Roman sich an historische Fakten hält. Das war für mich hier und da nur schwer auszuhalten. Es geht hier zum großen Teil um eine Heil- und Pflegeanstalt in denen Kinder und Erwachsene mit Behinderungen während der Kriegswirren gut aufgehoben sein sollten. Aber leider ging es damals in diesen Häusern wohl zum Teil ganz anders zu. Diese Menschen wurden als lebensunwürdig, als Idioten bezeichnet, sie "nahmen unseren treuen Soldaten das Essen weg". Solche Aussagen machen mich traurig, wütend und fassungslos. Ganz langsam wurden diese Menschen zu Tode gepflegt. Es ist mir trotz einiger Stellen, wo ich doch eine Pause brauchte um das Gelesene zu verarbeiten, sehr schwer gefallen, dieses Buch doch immer mal wieder aus der Hand zu legen. So eine spannende, fesselnde und berührende Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Und sie wird noch lange in mir nachwirken. Vor allem, wenn ich bedenke, wir lange die Geschehnisse von damals ihre Arme zu den heute lebenden Familienangehörigen noch ausstrecken. Aber auch etwas anderes hat mich stark beschäftigt: Manolis Lefteris - der Mann, der für seinen Auftraggeber (fast) alles tut. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es sein kann, dass ich diesen Mörder sympathisch finde. Ich denke, es ist der Mensch, der mir einfach gefällt, der sich für Unrecht einsetzt und der für seine Familie alles tun würde. Ellen Sandberg hat einen Roman geschrieben, den ich spannender und fesselnder finde, als manchen Krimi. Keine leichte Kost, aber absolut lesens- und empfehlenswert!
Spannende Familiengeschichte
von Alexandra Baunach - 03.01.2018
Die Journalistin Vera kümmert sich um ihre Tante Kathrin, die nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt. Auch ihr Cousin Chris interessiert sich plötzlich für die Tante, obwohl er bisher eigentlich immer nur aufgetaucht ist, wenn er Geld gebraucht hat. Nach und nach kommt ans Licht, dass Kathrin 1944 in einer Heil- und Pflegeanstalt gearbeitet hat und dort Kontakt mit dem Arzt Karl Landmann hatte. Zudem taucht ein Mann auf, der geheime Akten sucht, die im Besitz von Kathrin sein sollen. Schnell wird klar, dass Kathrin ein dunkles Geheimnis hat. Geschickt verstrickt die Autorin hier zwei Handlungsstränge und schafft es den Spannungsbogen im ganzen Buch hoch zu halten. Die handelnden Personen sind toll beschrieben und ich konnte mir alle sehr gut vorstellen. Auch die Handlungsorte, sowohl damals als auch heute, hatte ich beim Lesen klar vor Augen. Mich konnte das Buch von der ersten bis zu letzten Seite fesseln und ich konnte es beim Lesen kaum aus der Hand legen. Mich hat die Geschichte sehr berührt und ich vergebe hierfür gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!
Wahrheit und Gerechtigkei
von Tintenherz - 10.02.2018
Leise, aber sehr eindringlich wird die Geschichte einer Krankenschwester im Dritten Reich erzählt, die fragwürdige Behandlungsmethoden und Greueltaten in einer Heil- und Pflegeanstalt beobachtet und dokumentiert hat. Historische Fakten, die gut recherchiert sind, werden spannend mit einer aktuellen, hypothetischen Krimigeschichte verknüpft, die Erpressung, Rache und Vergeltung enthält. Es geht um Schuld, Verantwortung für die Hinterbliebenen und die Geheimnisträger. Von der manchmal sehr grausamen Handlung wird sehr berührend und bedrückend berichtet und mittendrin wird die unrühmliche Vergangenheit der Krankenschwester zu Tage gebracht. Durch die vorgenannte Thematik bekam ich beim Lesen des Öfteren Gänsehaut und Mitleid mit den seelischen Toten erfasste mich. Und die Spannung hat mich total gefesselt. Fazit: Ein klasse Roman mit Krimieffekten, der unter die Haut geht!
Bis ins Innerste berührt
von Gisel - 27.12.2017
Als ihre Tante Kathrin nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, ist es Vera, die sich um ihre Wohnung kümmert und sie immer wieder besucht. Dabei kommt sie einem Geheimnis der Tante auf die Spur - ein Geheimnis aus deren ersten Arbeitsstelle als junge Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Diesem Geheimnis ist auch Manolis Lefteris auf der Spur - ein Mann für besondere Aufträge, er soll die dazugehörigen Akten besorgen. Während Vera das Geheimnis als Chance ihres Lebens begreift, um sich beruflich als Journalistin zu festigen, weiß Manolis, dass das Geheimnis völlig getilgt werden soll, wenn er seinen Auftrag richtig erledigt. Mit diesem Buch nimmt sich die Autorin Ellen Sandberg (Inge Löhnig) zwei schwere Themen aus der deutschen Geschichte vor: Das sind zum einen die Verbrechen aus der Nazi-Zeit, als Behinderte und kranke Menschen als "wertlos" eingestuft wurden und deshalb in besonderen Anstalten zu Tode gebracht wurden, aber auch die Verbrechen an den griechischen Einwohnern eines Dorfes, bei denen wehrlose Menschen grausam getötet wurden. In zwei Zeitebenen lässt die Autorin zum einen die Familiengeschichte(n) wieder auferstehen, während im anderen Zeitstrang die Suche nach der Wahrheit den Schwerpunkt bildet. Nur nach und nach erfährt der Leser die Zusammenhänge, während sich nebenbei die Motivationen der einzelnen Protagonisten herausschälen. Mit viel detektivischem Spürsinn wird Vera dem Geheimnis ihrer Tante auf die Spur kommen und dabei selbst in Lebensgefahr geraten. Werden Recht und Gerechtigkeit den Machenschaften von damals einen Strich durch die Rechnung machen? Spannend und äußerst einfühlsam erzählt breitet sich die Geschichte vor dem Leser auf, die Verwicklungen werden nach und nach klarer. Die Passagen aus der Vergangenheit sind deutlich durch eine andere Schrift abgesetzt, das erleichtert dem Leser, sich mit den Personen und den zeitlichen Ebenen zurechtzufinden. So gelingt der Autorin eine Erzählung, die bis ins Innerste berührt und sicher noch lange nachwirkt. Von mir 5 wohl verdiente Sterne und eine eindeutige Leseempfehlung!
Niemals vergessen
von Miss Norge¿s Bøker-Welt - 18.01.2018
Mit dem Pseudonym Ellen Sandberg hat sich die Krimi-Autorin Inge Löhnig einen Wunsch erfüllt und zwar diesen Roman zu schreiben. Dem Buch merkt man an, das er der Autorin sehr am Herzen liegt. Diese Geschichte gehört den Menschen nahe gebracht und ist sehr lesenswert. Die zwei Erzählungen, im Heute und im Damals, fügen sich harmonisch ineinander und haben mich sehr gut unterhalten. Bei den Damals-Abschnitten ist der Inhalt oftmals schwer zu verdauen. Ellen Sandberg/Inge Löhnig findet aber die richtigen Worte ohne zu übertreiben, oder dem Leser schlaflose Nächte zu bereiten. Mit ihrem Schreibstil berührte sie mich beim Lesen, sie erwähnt unbedeutende Kleinigkeiten, die aber keineswegs uninteressant wirken, sondern das Bild bzw. den Blick abrunden. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant angelegt, keiner sticht hervor oder wird in den Mittelpunkt gestellt, alle haben ihren Raum bekommen sich zu entfalten und ihre Sichtweise auf die Geschichte zu darzustellen. Sehr berührend und bewegend, aber auch grausam und sprachlos machend, sind die Abschnitte in den Kriegsjahren, als Kathrin Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ist. Beim Lesen spürt man das Leid der Menschen, man kann es sich kaum vorstellen. Einige grausame Details erwähnt die Autorin, aber es bleibt auch genug ungesagt, doch man kann es erahnen. So ernst wie das Buch und sein Hintergrund auch sein mögen, aber am Schluss musste ich auch ein bisschen schmunzeln. Rache und Gerechtigkeit sind bekanntlich ... Fazit Ein wunderbarer Roman der niemanden beim Lesen unberührt lässt und der einige Zeit der Recherche in Anspruch genommen hat, aber es hat sich voll und ganz gelohnt. Der Schreibstil ist toll und vereint viel Gefühl, Mitgefühl, Liebe, Trauer, Hass, Rache und der Suche nach Gerechtigkeit. Eine Geschichte die erzählt werden muss, damit die Vergessenen wirklich nicht vergessen werden.
Justizentscheidungen auf dem moralischen Prüfstand
von * Vivi * - 31.01.2018
Ein geheimnisvoller Mann für besondere Fälle, Manolis Lefteris, gutaussehend, intelligent, kultiviert, löst Probleme unkompliziert - das ist an sich schon ein guter Anfang. Doch die Thematik und die Handlung ergeben ein durchaus komplexeres Werk: Es geht um Schlupflöcher in der Justiz und den Glauben an Gerechtigkeit. Ellen Sandbergs Geschichte fängt spannend an und bleibt durchgehend auf diesem Niveau. Dies gilt sowohl für die Charaktere als auch für die Ereignisse. Ebenso konstant ausgeglichen bleibt der Grundton des Romans, der Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg in Rückblenden verarbeitet und in eine moderne Kriminalgeschichte in der Gegenwart einbettet. Nach Aussage der Autorin sind alle Personen und Orte frei erfunden, doch der Kern der Geschichte ist wahren Begebenheiten nachempfunden. Die dokumentarisch präzise dargestellten Episoden aus der Vergangenheit wirken genauso schockierend wie die bedrückende juristische Bewertung der geschilderten Massaker und Mordfälle als normale Kriegshandlung. Dieser Freispruch löst in den nachfolgenden Generationen emotionale Konflikte aus. Die Verzweiflung und Machtlosigkeit der beteiligten fiktiven Charaktere ist spürbar. Neben der fesselnden und abenteuerlichen Handlung stimmen die moralischen Schwankungen mal hoffnungsvoll mal niedergeschlagen: Wo liegt der Unterschied zwischen Völkermord und normale Kriegshandlung? Gibt es eine Chance auf Gerechtigkeit? Ist Selbstjustiz im Zweifelsfall akzeptabel? Dementsprechend ist Ellen Sandbergs Protagonist, Manolis Lefteris, kein gewöhnlicher Alltagsmensch, obwohl er diesen Schein gern wahren möchte. Sein Doppelleben macht ihn noch interessanter, da seine Beweggründe - trotz Brutalität - gewisser weise aufrichtig sind: Gerechtigkeit außerhalb der Grenzen des Gesetzes. Neben den nachdenklichen Momenten erscheint das pulsierende Münchner Großstadtleben als Kulisse sehr realistisch, teils sogar heiter, die Szenen aus dem Verlagsleben - ob seriöse Tagespresse oder leichte Unterhaltung für eine alternde weibliche Zielgruppe - sind glaubhaft. Besondere Momente werden bildhaft beschrieben und ergeben mit gefühlvollen und klassischen musikalischen Elementen ein noch intensiveres Leseerlebnis. "Die Vergessenen" behandelt ein ernstes Thema mit Leichtigkeit, fesselt durch abenteuerliche Verwicklungen und zeigt auf verschiedenen Zeitebenen düstere Kapitel des Krieges und deren Spätfolgen. Die Autorin stellt ein Mahnmal für die unschuldigen Opfer, die im Laufe der Zeit leichthin in Vergessenheit geraten sind.
Spannend - Mitreißend - Gut Recherchiert
von Sylvia Hertel - 31.12.2017
Vera Mändler ist Journalistin und nicht glücklich bei ihrem jetzigen Verlag, einer Frauenzeitschrift. Sie möchte gerne wieder über Wirtschaft und Politik schreiben. Doch nach einigen Jahren Schönheitstipps ist es fast unmöglich. Als ihre Tante Kathrin mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt stößt Vera auf ein Familiengeheimnis. Ihre Tante war zu Kriegszeiten in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg tätig. Dort wurden behinderte Kinder ermordet. Vera versucht hinter das Geheimnis zu kommen. Manolis Leferis, ein Mann für besondere Aufträge soll eine Akte ausfindig machen. Als sie Person, die ihn zu der Akte führen soll ermordet wird, stößt er auf Vera Mändler und das Geheimnis ihrer Tante. Auch Manolis hat seine Probleme mit der Vergangenheit. Sein Vater stammt aus einem kleinen, griechischen Ort in dem die Bewohner, darunter auch die ganze Familie seines Vaters von deutschen Soldaten bestialisch getötet wurden. "Die Vergessenen" von Ellen Sandberg ist ein Roman der die dunkele Zeit Deutschlands behandelt. Es gibt zwei Erzählstränge, einmal die Gegenwart und einmal die Vergangenheit. Vera Mändler kommt hinter das Geheimnis ihrer Tante, die zu Kriegszeiten in einer Heil- und Pflegeanstalt gearbeitet hat. Sie möchte gerne in Erfahrung bringen ob ihre Tante, die ihr immer näher als ihre Mutter gewesen war, etwas von den Morden an den Kindern und Erwachsenen gewusst hatte oder sogar daran beteiligt gewesen ist. Dazwischen gibt es dann immer wieder Passagen von Kathrin Mändler, der Tante. Von ihrer Arbeit in der Heil- und Pflegeanstalt und von ihrem Verhältnis mit Dr. Landmann dem Leiter der Anstalt. Es ist erschütternd was man da liest. Wie Menschen, nur weil sie behindert sind und nichts zum "Allgemeinwohl" beitragen konnten einfach verhungern mussten oder getötet wurden. Heute kann man sich so etwas zum Glück gar nicht mehr vorstellen. Hat ein Kind das Mongolid ist kein Recht zu leben? So eine Frage darf gar nicht erst gestellt werden. Manche Passagen sind wirklich erschütternd aber es gehört zu unserer Vergangenheit und sollte nicht in Vergessenheit geraden. Auch Manolis Leferis versucht die Akten, die Kathrin Mändler an einem sicheren Versteck aufbewahren soll zu finden. Manolis leidet auch an der Vergangenheit. Sein Vater hat ihm, als er noch ein Kind war von einem Massaker der Deutschen in einem griechischen Dorf erzählt. Bis heute verfolgen ihn die Morde in seinen Träumen. Eine Sammelklage der Betroffenen wurde abgewiesen. Niemand wurde zur Rechenschaft gezogen. "Die Vergessenen" ist ein Roman der dem Leser sehr viele Gefühle abverlangt. Es wechselt von Mitleid zu Wut und zu Trauer. Natürlich ist es eine fiktive Geschichte, im Nachwort schreibt die Autorin allerdings, dass Ähnlichkeiten zu einem anderen Ort in Griechenland und zu einer anderen Heil- und Pflegeanstalt durchaus beabsichtigt sind. Der Roman ist sehr gut recherchiert, viele Details finden Erwähnung. Der Schreibstil ist flüssig, man kann sich die Geschehnisse visuell vorstellen ohne, dass zu viel Überflüssiges und Seitenfüllendes erzählt wird. Hinter dem Namen Ellen Sandberg verbirgt sich schließlich kein geringerer als die Bestsellerautorin Inge Löhnig, die diesen Roman, der ein anderes Genre bedient unter einem Pseudonym veröffentlicht hat. "Die Vergessenen" ist ein Buch das ich bedingungslos empfehlen möchte da es mich sehr berührt hat.
Ein Lesehighlight!
von Igela - 28.12.2017
Journalistin Vera Mändler macht sich Sorgen um ihre Tante Kathrin, die ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Es steht nicht gut um sie, die Familie befürchtet das Schlimmste. Gleichzeitig erhält der Profikiller Manolis Lefteris den Auftrag, Dokumente die sich im Besitz von Kathrin Mändler befinden sollen, aufzutreiben und seinem Auftraggeber zu übergeben. Die Dokumente sind Beweise für Verbrechen, die in den Kriegsjahren in einer Klinik geschehen sind. In der damaligen Kinderklinik Winkelberg hat Kathrin Mändler als Krankenschwester gearbeitet und dabei die Liebe ihres Lebens, den Arzt Karl Landmann, kennen gelernt. WOW! Ich bin total begeistert von diesem Buch. Ein Leseheighlight! Schon die Einführung ist sehr gut gemacht. Zu Beginn erfährt man als Leser alles Wichtige zu den Figuren anhand eines Gesprächs zwischen Bruder und Schwester auf einem Friedhof. Danach kommt neben dem Erzählstrang , in dem Manolis Lefteris im Mittelpunkt ist, die Geschichte von der Journalistin Vera Mändler hinzu. Obwohl beide Geschichten um die Familie und die Lebensumstände der Protagonisten sehr detailliert ausgearbeitet sind, verliert man zu keinem Zeitpunkt als Leser den Ueberblick. Zu unterschiedlich sind das Leben des Profikillers und der Journalistin, die nicht unbedingt glücklich und ausgefüllt an ihrem Arbeitsort ist. Nach und nach kommen in einem anderen Schriftbild geschriebene Rückblicke in die Vergangenheit von der Krankenschwester Kathrin Mändler dazu. Und ab hier wird es nicht nur spannend, sondern auch sehr berührend und bedrückend. Wie hier ein Stück dunkle¿.nein¿rabenschwarze¿. deutsche Geschichte in die Story eingeflochten wird, ist grandios. Sehr geschickt hat die Autorin, die übrigens unter einem Pseudonym schreibt und in Wahrheit Inge Löhning ist, die Familiengeschichte geschickt mit geschichtlichen Details verwoben. Das Grundthema, die Euthanasie, ist ein sehr abstossender Teil von Deutschlands Geschichte zu Nazizeiten. Diese Rückblicke wurden auch im Schreibstil angepasst und so musste ich mehrere Male schlucken, wenn Begriffe wie Mongoloide Idiotie oder wertlos benutzt wurden. Unwillkürlich wird man mitten in die Kriegsjahre katapultiert ¿mit all seinen Schrecken und abscheulichen Verbrechen. Ausgezeichnet die Recherchen dazu und die Umsetzung ! Die Figuren sind hervorrragend charakterisiert. Die Gründe warum sie handeln, wie sie handeln, logisch, schlüssig und nachvollziehbar. Man spürt, dass die Autorin sich etwas gedacht hat, wenn sie zum Beispiel den Profikiller mit einem Trauma, das bis weit in die Kindheit reicht, ausstattet. Und, dass sie das ganze Buch über bei der gewählten Charakteriserung bleibt, bis ins letzte Detail. Den Schreibstil empfand ich schon bei den Krimis von Inge Löhnig als sehr gut, auch hier unter ihrem Pseudonym ist das nicht anders. In die Vergessenen hat sie zusätzlich noch meine emotionale, der Gerechtigkeit empfundene Seite getroffen. Dieses Buch wird lange in mir nachklingen und verdient meine höchste Leseempfehlung!
Justitia und die Fiktion von Gerechtigkeit
von Readaholic - 10.01.2018
Die Journalistin Vera Mändler arbeitet als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift und würde liebend gern das Ressort wechseln. Als sie durch Zufall einer Geschichte auf die Spur kommt, bei der es um Euthanasie im Dritten Reich geht, setzt sie alles auf eine Karte und kündigt trotz einer in Aussicht gestellten Beförderung ihren Job. Ihre Tante, die mit Schlaganfall im Krankenhaus liegt, war Krankenschwester in einer Einrichtung, in der während des 2. Weltkriegs Behinderte und für den Arbeitsmarkt wertlose Menschen "aus dem Volkskörper ausgeschieden" wurden. Vera macht sich auf die Suche nach einem Dossier, mit dem die damals Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden könnten und begibt sich dabei selbst in höchste Gefahr. Manolis Lefteris ist ein Problemlöser, der für seine Arbeitgeber Kunden einschüchtert oder Schlimmeres. Er wird beauftragt, Vera zu beschatten und, falls sie die Unterlagen finden sollte, ihr diese abzunehmen. Er fragt nicht nach, wer ihn beauftragt hat, doch in diesem Fall verliert er die professionelle Distanz, handelt es sich doch um die Aufklärung von Verbrechen, die während der Nazizeit begangen wurden. Da die gesamte Familie seines Vaters einem von deutschen Soldaten in Griechenland begangenen Massaker zum Opfer fielen - der damals sechsjährige Vater war der einzige Überlebende und für den Rest seines Lebens schwer traumatisiert - geht es Manolis gegen den Strich, dass er einem Naziverbrecher dabei helfen soll, ungeschoren davonzukommen. Die Geschichte ist sehr spannend erzählt, wobei jeweils zwei Handlungsstränge in der Vergangenheit und in der Gegenwart spielen. Die Autorin, die erstmalig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht, ist leicht zu erkennen, wird im Buch doch an einer Stelle auf "Kommissar Dühnfort" Bezug genommen. Das 500 Seiten starke Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und, was ich besonders schätze, auch die Auflösung ist schlüssig. Für mich einer der besten Krimis seit langem!
Die Gräuel der Vergangenheit
von leseratte1310 - 30.12.2017
Die Journalistin Vera ist nicht besonders glücklich in ihrem Job bei einem Frauenmagazin. Als ihre Tante durch einen Schlaganfall pflegebedürftig wird, kümmert sich Vera um sie. Dadurch erfährt sie, dass ihre Tante Kathrin ein Geheimnis hütet. Am Ende des Krieges wird Kathrin Mändler Krankenschwester in Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Sie ist von dem Arzt Karl Landmann fasziniert. Doch dann merkt sie, was dort vor sich geht. Viele der behinderten Patienten überleben nicht. Warum hat Kathrin Fääle dokumentiert und dann nach dem Krieg doch nichts unternommen. Manolis Lefteris erhält den Auftrag, Unterlagen einer alten Damen zu beschaffen. Er ist ein "Mann für besondere Fälle". Im Prolog erleben wir, was 1944 in einem griechischen Dorf geschieht. Manolis Vater hat als Achtjähriger dieses Massaker überlebt. Die Autorin ist bekannt als Inge Löhnig, die erfolgreich mit ihren Krimis um den Münchner Konstantin Dühnfort ist. Mit diesem Buch wechselt sie das Genre und berichtet über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. "Die Vergessenen" ist zumindest genauso spannend wie ein Krimi, aber darüber hinaus auch sehr bedrückend. Vera erkennt die berufliche Chance, die ihr die Unterlagen ihrer Tante bieten. Aber es gibt auch Menschen, die in den Besitz der Dokumente kommen wollen, denen jedes Mittel recht ist. Es wird lebensgefährlich für Vera. Die Verbrechen, die von den Nazis begangen wurden, dürfen niemals in Vergessenheit geraten. Eines dieser Verbrechen ist die Einstufung von Menschlichem Leben als "wertlos". Die Verbrechen wurden nicht gesühnt, Entschädigungen wurden verwehrt und die Schuldigen kamen davon. Auch Landmann wurde nicht zur Rechenschaft gezogen und Die Dokumente könnten seinem Ansehen als Unternehmer schaden. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, so dass man sich in sie hineinversetzen kann. Ich mochte Manolis und Vera und mir hat es gefallen, wie sie gemeinsam für Gerechtigkeit kämpfen. Ein Buch, welches unter die Haut geht und das ich nur empfehlen kann.
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