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Die Vergessenen

Roman. 'Penguin Taschenbuch'.
Taschenbuch
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1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Vergessenen
Autor/en: Ellen Sandberg

ISBN: 332810089X
EAN: 9783328100898
Roman.
'Penguin Taschenbuch'.
Penguin TB Verlag

27. Dezember 2017 - kartoniert - 508 Seiten

Beschreibung

1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht - auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat ...


Portrait

Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer erfolgreichen Münchner Autorin, deren Kriminalromane regelmäßig auf der Bestsellerliste stehen. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit dem groß angelegten Spannungs- und Familienroman »Die Vergessenen« schlägt sie einen neuen schriftstellerischen Weg ein und widmet sich dabei einem Thema, das ihr ein persönliches Anliegen ist: den Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und der Notwendigkeit, diese nicht zu vergessen.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Eine gelungene Verstrickung historischer Wahrheiten mit einem fiktiven Kriminalfall. Ein Buch, das Geschichte auf geradezu erschreckend spannende Weise lebendig werden lässt. Ein absolutes Muss."

WDR5 "Büchercheck"

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von Dominik T. - Hugendubel Buchhandlung Rosenheim Münchener Straße - 22.10.2018
Ein Roman zwischen Fiktion und den wahren schrecklichen Ereignissen während des Zweiten Weltkriegs. Ellen Sandberg (Inge Löhnig) hat es geschafft, mich gleichzeitig zu fesseln und zu schockieren.
Anonym
von Anonym - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 15.08.2018
Ellen Sandberg ist es mit diesem Buch sehr gut gelungen, eine Krimihandlung mit einem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte zu verbinden. Sehr persönlich, bewegend und spannend bis zum Ende. Ein Buch, das in Erinnerung bleibt.
C.H.
von C.H. - Hugendubel Buchhandlung Stralsund Ossenreyerstr. - 24.05.2018
Absolut lesenswert!!! Tauchen Sie ein in diese sehr spannend erzählte und bewegende Geschichte.
Kirsten Z.
von Kirsten Z. - Hugendubel Buchhandlung Bad Schwartau Markttwiete - 12.04.2018
»Fesselnd geschriebener Roman um ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte!«
Hedda Freier
Es gibt Verbrechen, die verjähren nie
von Hedda Freier - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 21.01.2018
Manolis Lefteris lebt in München und übernimmt als Privatdetektive besondere Aufgaben, Nun soll er Akten aufspüren, die sich im Besitz einer alten Dame befinden sollen. Doch er ist nicht der Einzige, der sich für diese Akten interessiert. Im Laufe der Ermittlungen kommt er einem Verbrechen auf die Spur, das bis ins Jahr 1944 zurückreicht. "Die Vergessenen" ist mehr als ein Kriminalroman. Eine Handlung, die mich nicht mehr losgelassen hat und die ständig zwischen 1944 und heute wechselt. Grausame Verbrechen, die 1944 stattfanden und die bis heute nicht vergessen sind und auch nicht vergessen werden sollten. Ellen Sandberg verbindet perfekt reale Fakten mit einer fiktiven Handlung. Ich vergebe 5 Sterne.
Bewertungen unserer Kunden
wichtig
von Anonym - 17.07.2018
1944 Katrin arbeitet in einer Heil und Pflegeanstalt und erfährt von den Verbrechen der Nazis. 2013 in München lebt ein Mann für besondere Aufgaben er soll geheimnisvolle Akten beschaffen die im Besitz von Katrin sind. Eine Routine Aufgabe. Vera ist Journalistin und die Nichte von Katrin durch Zufall erfährt sie von der Tätigkeit ihrer Tante in den Kriegsjahren. Wenn wir von den Verbrechen der Nazis sprechen, reden wir viel zu wenig über die Morde an Behinderten, nervlich oder geistig Kranken. Diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind ein Thema dieses Romans. Das andere sind die tiefen Spuren die diese Taten bei den Opfern und ihren Nachkommen hinterlassen haben und die daraus entstehenden Folgen. In neuerer Zeit heißt es oft, wir müssen die Vergangenheit hinter uns lassen und nach vorne schauen oder wir machen die Menschen von heute zu Mittätern. Das ist falsch, denn wenn ich nicht weiß was geschehen ist kann ich es nicht besser machen. Dieser Aufgabe hat sich die Autorin gestellt. In Romanform mit fiktiven Orten und Geschehen deren Ähnlichkeit mit bekannten nicht zufällig ist,. Das Buch ist sehr spannend geschrieben, durch die Zeitsprünge Vergangenheit und Gegenwart hat der Leser immer wieder eine Atempause um mit dem Gelesenen fertig zu werden. Danach will man zum Schluss kommen, das hätte ich anders gemacht aber stimmt das auch? Solche Romane sind wichtig sie geben den Tätern, Mitläufern und Opfern ein Gesicht, eine eigene Geschichte die der Leser so schnell nicht wieder vergisst. Ziel erreicht.
Eine Geschichte, die unter die Haut geht.
von Wuschel - 10.07.2018
Beschreibung: Manolis Lefteris erhält den Auftrag diverse Akten einer alten Frau abzunehmen. Für ihn scheint es ein absoluter Routine Fall zu sein. Doch während seiner Suche nach den Akten, lernt er die Dame Kathrin Mändler etwas besser kennen, oder besser gesagt ihr Geschichte. Eine Frau, die 1944 eine Stelle als Krankenschwester antrat, als der Krieg in vollem Gange war. Schnell begreift er, dass er einem Verbrechen auf der Spur zu sein scheint, das all die Jahre im Verborgenen lag. Nie wurde dafür jemand zur Rechenschaft gezogen. Doch sein Auftrag lautet lediglich die Unterlagen ausfindig zu machen. Vera, die Nichte von Kathrin Mändler und Journalistin, kommt dem Ganzen ebenfalls auf die Schliche und will damit an die Öffentlichkeit gehen. Wer schafft es zuerst an die Unterlagen zu kommen? Und wird die Gerechtigkeit doch noch siegen? Meinung: Das Buch habe ich vor knapp einer Woche beendet und bin immer noch absolut überwältigt davon. Ich bin nicht sonderlich gut darin ein Buch in seine Einzelteile zu zerpflücken, weil ich das eigentlich auch gar nicht will. "Die Vergessenen" wird aus verschiedenen Perspektiven erzählte. Einmal haben wir Vera, die aufstrebende Journalistin, zumindest wünscht sie es sich. An die Geschichte gerät sie eher durch Zufall und nur durch diesen blöden Zufall, ist es ihr überhaupt möglich eine Geschichte daraus zu machen. Oder sollte ich sagen: Die Wahrheit ans Licht zu bringen?! Dann gibt es noch Manolis, der eigentlich nur einen Auftrag erledigen will. Einen von vielen, die er neben seinem normalen Leben noch erledigt. Aufgrund dessen heftet er sich, mehr oder weniger, an Veras Fersen. Lange bleibt dem Leser unklar, welche Rolle Manolis eigentlich in der Geschichte übernimmt. Außerdem hätten wir dann noch Kathrin. Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die Erinnerungen einer jungen Frau während des Krieges. Das fand ich persönlich recht schön, da man somit auch noch mitten drin, statt nur dabei war. Gegen Ende der Geschichte kommt dann noch ein Ort des Geschehens hinzu, aber den lasse ich außen vor, auch wenn er grandios in Szene gesetzt ist bzw. dem Ganzen noch einen besonderen Feinschliff gibt. Besonders gefällt mir, dass Ellen Sandberg zwar fiktive Personen gewählt hat und das große Ganze fiktiv war, aber die einzelnen Hintergründe auf gewissen wahren Tatsachen beruhen. Es war mal wieder ein Zeichen dafür, wie wenig Ahnung wir doch eigentlich haben - oder wie viel in Vergessenheit geraten ist. Die Charaktere fand ich sehr schön gezeichnet, vor allem Manolis, von dem man eigentlich lange nicht weiß was man von ihm halten soll. Am Ende war ich fast ein bisschen traurig, die Protagonisten ihres Weges ziehen zu lassen, da ich sie so gern gewonnen hatte. Ich weiß gar nicht was ich noch groß zu dem Buch sagen soll, vor allem ohne zu viel zu verraten. Es hat mich gefesselt, gebannt und ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Fazit: Ein ganz klar zu empfehlender Spannungsroman mit viel Tiefgang.
Gegen das Vergessen
von Wencke - 21.03.2018
Ellen Sandberg ist das Pseudonym von einer Autorin, deren Bücher ich unheimlich gerne lese und die mich jedes Mal wieder begeistern. Somit war ich natürlich absolut neugierig auf dieses Buch. Auch hat mich eine gewisse Ungewissheit begleitet, weil ich nicht einschätzen konnte, in welche Richtung dieses Buch gehen würde. Jetzt wo ich dieses Buch zu Ende gelesen habe kann ich sagen, dass dieses Buch mich absolut begeistert hat. Aber es ist auch eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und gegen das Vergessen ist! Zum einen erzählt diese Geschichte in der Gegenwart. Hier lesen wir von Manolis Lefteris. Er hat den Auftrag, geheime Akten aufzuspüren. Eigentlich ist dieser Auftrag für ihn nichts besonderes, doch da täuscht er sich. Zum anderen lesen wir von Vera. Sie arbeitet bei einer Frauenzeitschrift, richtig glücklich ist sie dort nicht, denn das was sie da macht, ist eigentlich nicht das was sie wollte. Auch ihre Beziehung zu Tom gestaltet sich gerade nicht so einfach. Zudem hat ihre Tante Kathrin einen Schlaganfall. Weiter lesen wir von Kathrin Mändler im Jahr 1944. Sie arbeitet als Krankenschwester und ihr liegt viel am Wohlbefinden der Patienten. Doch ihre heimliche Liebe zu Dr. Karl Landmann könnte ihr sehr gefährlich werden. Das Cover finde ich sehr passend gewählt. Der Schreibstil ist sehr verständlich und die Geschehnisse aus der Vergangenheit und der Gegenwart sind absolut perfekt miteinander verknüpft. Der Leser erlebt ein absolut spannendes Lesevergnügen.
Ein altes Verbrechen
von misery3103 - 06.03.2018
Manolis Lefteris, offiziell Autohändler, inoffiziell ein Mann für besondere Aufträge, wird von seinem Auftraggeber auf das Auffinden alter Akten angesetzt. Die Besitzerin erlitt kürzlich einen Schlaganfall, weshalb Manolis sich an die Fersen ihrer Nichte Vera hängt, in der Hoffnung, durch sie an die Akten zu gelangen. Vera ist Journalistin bei einem Frauenmagazin, träumt allerdings von einem Job als Reporterin bei einer seriösen Zeitung. Als sie erkennt, in welche grausamen Taten ihre Tante während des Krieges verwickelt war, recherchiert sie nach der Wahrheit. Das Thema des Romans ist nicht einfach: Der Mord an tausenden behinderter Menschen in psychiatrischen Kliniken während des Zweiten Weltkriegs. Obwohl jeder von uns von diesen Taten weiß, ist es schwer, den Schilderungen in dem Buch zu folgen. Zu grausam sind die Eindrücke, die die Taten von Ärzten und Schwestern hinterlassen. Auch Manolis` eigene Vergangenheit bzw. die seiner Familie ist nicht leicht zu verdauen. Als Kind einer Deutschen und eines Griechen, gibt es auch hier eine Verbindung zu einem schlimmen Verbrechen in der Vergangenheit. Im Krieg wurde in dem kleinen Heimatort seines Vaters von deutschen Soldaten ein Blutbad an Frauen und Kindern verübt, das den Vater sein ganzes Leben lang belastete, weil die erhoffte Gerechtigkeit ausblieb. Veras Recherchen zu dem alten Verbrechen sind spannend zu verfolgen und auch Manolis` Rolle in dem Fall ist spannend. Wird er helfen, das alte Verbrechen zu vertuschen oder wird er Vera bei ihrer Arbeit unterstützen? Manolis` mochte ich sofort. Sein ausgeprägter Familiensinn und sein Verständnis für Gerechtigkeit sprachen mich sofort an. Auch Vera und ihre sture Art gefielen mir gut. Das Buch ist eine gute Mischung aus Krimi, Familienroman und Zeitzeugnis. Nicht immer leicht zu lesen, aber ein wichtiges Buch über ein Verbrechen, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Gut!
Dreck am Stecken
von Anonym - 04.03.2018
Vera arbeitet eher lustlos als Journalistin für ein Frauenmagazin als sie vom Schlaganfall ihrer Tante Kathrin erfährt. Ihr Cousin hat die ganze Familie um Geld für seine Spielschulden angebettelt, zuletzt Kathrin. Durch sie hat er erfahren, dass es jemanden in Kathrins Vergangenheit gibt, der Dreck am Stecken hat. Er versucht herauszubekommen, wie und an wen er eine Erpressung in Gang bringen kann. Doch dann wird er ermordet. Der Privatdetektiv Manolis erhält den Auftrag, brisante Unterlagen zu beschaffen. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf Vera, die ebenfalls auf der Suche ist. Manolis, Sohn einer Deutschen und eines Griechen, hat selbst mit seiner Vergangenheit zu kämpfen. Sein Vater hat die Ermordung seiner Familie durch die deutsche Wehrmacht erlebt und diese Erinnerungen an seinen Sohn weitergegeben. Kathrin Mändler hat in den letzten Kriegsjahren in einem Heim für Behinderte gearbeitet und dort nicht nur katastrophale Verhältnisse sondern auch systematische Morde erlebt. Doch warum hat sie nach Kriegsende keine Gerechtigkeit gefordert? Die Vergangenheit lässt keinen ruhen, Morde wurden unter dem Deckmantel des allgemeinen Kriegsgeschehen gutgeheißen und auch nach Kriegsende wurde nicht oder kaum Rechenschaft gefordert. Die Verbrecher wie die Opfer wollten sich mit ihrer Vergangenheit nicht auseinandersetzen. Sehr spannend wird unsere eigene Geschichte in die Gegenwart geholt, die auch, wenn die meisten Menschen diese nicht mehr erlebt haben, sie in uns immer noch vorhanden ist.
Nimals darf man vergessen
von Gabriele Pfaller - 03.03.2018
Die Vergessenen, Krimi von Ellen Sandberg, 512 Seiten, erschienen im Penguin Verlag. Über eines der grausamsten Verbrechen der jüngeren Vergangenheit und die Notwendigkeit, dieses nicht zu vergessen. Manolis Lefteris ist ein "lautloser Problemlöser" für seinen Mentor Köster. Köster, dem er vor vielen Jahren das Leben gerettet - und der ihn dafür in seine Obhut genommen hat. Nun soll er für ihn geheimnisvolle Unterlagen beschaffen, die sich im Besitz einer älteren Dame befinden. Auch ihre Nichte Vera ist dem Geheimnis auf der Spur. Dabei enthüllen die Beiden ein Verbrechen, welches Jahrzehnte im Verborgenen blieb. Vorliegender Krimi ist eingeteilt in 63 überschaubare Kapitel, die sich in zwei Zeitebenen und zwei Erzählstränge aufgliedern. Zum Einen das Geschehen in der Gegenwart, die Suche Manolis nach den geheimnisvollen Unterlagen und die Recherchen der Journalistin Vera nach den grausamen Verbrechen und Verbrechern des 2. Weltkriegs. Zum anderen die Erinnerungen von Kathrin, der Zeitzeugin und ihren Eindrücken und Erlebnissen, diese Kapitel haben mich ganz extrem betroffen gemacht. Die beiden Stränge waren sehr leicht auseinanderzuhalten, denn es wurden verschiedene Schriftarten gewählt, dadurch fiel es mir nicht schwer den Überblick zu behalten. Karten und Briefe aus der Nazi-Zeit und den frühen 60er Jahren sind im typischen Schriftbild einer mechanischen Schreibmaschine gedruckt. Dadurch konnte man sich gut in die jeweilige Zeit hineindenken. Ellen Sandberg schaffte es mit Bravour und großem Geschick, die Spannung die sie schon im Prolog aufgebaut hat, durch die Geschichte hindurch gleichbleibend hoch zu halten. Nicht zuletzt durch die lebhafte Erzählweise und packende Dialoge. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin in ihrer Erzählung immer wieder Zeilen aus meinem Lieblings-Rilke-Gedicht "Herr es ist Zeit" verwendet, an den haargenau dazu passenden Stellen, toll gemacht. Die Geschichte ist mir bis unter die Haut gegangen, besonders die Schilderungen wie mit den gehandicapten Patienten in der "Heil -und Pflegeanstalt" Winkelberg umgegangen wird. Die Schilderungen wie in dieser Einrichtung "billig getötet" wurde, rührte mich zu Tränen. Durch zu wenig Nahrung und Sedierung konnten die geschwächten Patienten nicht mehr richtig atmen und verstarben dadurch an Tuberkulose oder Lungenentzündung. Zu jeder Zeit war es mir möglich dem Plot zu folgen. Meine Lieblingsfigur war Manolis Lefteris, obwohl er am Anfang etwas suspekt erscheint gefiel er mir zum Ende hin immer mehr, trotz seiner traumatischen Kindheit, hat er im Buch die größte Entwicklung gemacht und am Ende sogar die Seiten gewechselt. Auch die Figur Vera war mir sympatisch, vehement versucht sie Licht in die Vergangenheit ihrer Tante zu bringen. Einzig Kathrin blieb für mich undurchschaubar, obwohl sie während der Nazizeit, ihr Leben aufs Spiel setzte, um an die Beweise für Landmanns Machenschaften zu kommen und m.E. wirklich um die Opfer besorgt war, hat sie später nicht die Möglichkeit genutzt, um den Euthanasie-Arzt seiner gerechten Strafe zuzuführen. Wie kann man so einen Menschen lieben? Nur dafür, dass es einen Mann in ihrem Leben gibt, hat sie die Opfer verraten. Landmann war ein Teufel, ihn konnte ich nur hassen. Selbst nach dem Krieg war er der Meinung: "An der Front ließ die Jugend ihr Leben, während Verblödete und Asoziale in Winkelberg ein gesichertes Dasein führen". Seine Taten waren, seiner Meinung nach, "Ein nützlicher Akt im Dienst der Allgemeinheit". Ich werde dieses Buch ganz sicher nicht vergessen.Ellen Sandberg, alias Inge Löhnig, hat hier ein Mahnmal gegen das Vergessen gesetzt. Unbedingte Leseempfehlung und 5 Sterne.
Lesenswert!
von Melissa Sliz - 01.03.2018
Autor: Ellen Sandberg Verlag: Penguin Verlag Genre: (Historischer) Spannungsroman Preis: 13€ Seitenanzahl: 508 Seiten Inhalt: DIE EINEN WOLLEN VERGESSEN. DIE ANDEREN KÖNNEN ES NICHT. 1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht - auch ihr eigenes. 2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für rein Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat¿ Meine Meinung: Für mich, als Geschichtsinteressierte, hat der Roman mit seinen beiden Handlungssträngen einen ganz besonderen Reiz. Es geht um ein schweres Verbrechen, das in der Zeit des Nationalsozialismus` begangen worden ist und Einzug in die Gegenwart erhält, als urplötzlich die Geheimnisse einer alten Frau ans Licht kommen, die sie mit ins Grab hatte nehmen wollen¿ Ellen Sandberg hat einen einnehmenden, spannenden Schreibstil, der mich an von Beginn an an die Story gefesselt hat. Die beiden Hauptpersonen - die Nicht der alten Dame und der "Mann für besondere Aufträge" - sind sympathisch. Ihre unterschiedlichen Leben werden beleuchtet, sie arbeiten auf das gleiche Ziel hin, und sind dennoch sehr verschieden. Der Leser kann sich dennoch leicht mit den beiden identifizieren. Interessant finde ich - wie schon erwähnt - den geschichtlichen Aspekt, der eine so große Rolle spielt. Im Laufe des zweiten Weltkrieges sind schreckliche Dinge geschehen, Dinge, die totgeschwiegen werden, Dinge, die bis heute nicht gerecht bestraft worden sind. In diesem Buch geht es nur um einen solchen Aspekt und alles ist so absolut realistisch beschrieben, dass eine Gänsehaut und ungläubiges Kopfschütteln beim Lesen vorprogrammiert ist. Es ist absolut unbegreiflich, zu welchen Taten sich die Menschen haben verleiten lassen - und das alles guten Gewissens. Die Thematik, die ich hier nicht anschneiden möchte, weil das ein Spoiler wäre, ist jedenfalls sehr gut und überaus anschaulich rübergebracht worden. Zu meiner Zufriedenheit. Letztlich münden die beiden Handlungsstränge in nur einen und lassen das Buch in einem würdigen Finale enden, das hoffentlich eine Fortsetzung haben wird. Ich glaube, dass es für die beiden Hauptpersonen noch viel Spielraum gibt. Fazit: Spannend und erschreckend zugleich, weil die Thematik des Buches auf Tatsachen beruht, auf schrecklichen Verbrechen zuzeiten des Zweiten Weltkriegs. Lesenswert! Ich vergebe vier von fünf Sternen.
Das Recht des Stärkeren
von jenvo82 - 27.02.2018
"Doch sie spürte die Kraft, die in seinen Händen wohnte. Wenn er wollte, könnte er mich damit töten. Einfach so, schoss es ihr durch den Kopf." Inhalt Vera Mändler, die als Journalistin arbeitet und sich nach einem beruflichen Vorwärtskommen sehnt, gerät durch ihre Familie in eine seltsame Verkettung von unerklärlichen Umständen. Ihr chronisch blanker Cousin, bettelt mal wieder um Geld, bei der gemeinsamen Tante, die kurz darauf einen Schlaganfall erleidet und ins Krankenhaus eingeliefert wird. Doch auch Cousin Chris ist wenig später tot, weil er anscheinend in Besitz einer besonderen Information war, die Fremde dazu veranlasst, unwillkommene Zeugen auszuschalten. Veras Jagdinstinkt ist geweckt - in welchen längst vergangenen Fall, war ihre schwerkranke Tante, denn verwickelt und wer hat so großes Interesse daran, unerkannt zu bleiben. Sie macht sich auf die Suche nach den ominösen Dokumenten, die angeblich irgendwo versteckt sein sollen, doch davon wissen noch mehr Leute und die beobachten Vera ganz genau. Ein Privatermittler, der selbst ein dunkles Geheimnis hütet, schlägt sich auf ihre Seite, doch auch er muss im Verborgenen bleiben, damit die Gerechtigkeit endlich zum Zug kommt und die Missetaten, die fast in Vergessenheit geraten sind, doch noch ans Tageslicht kommen. Meinung Die bekannte deutsche Kriminalautorin Inge Löhnig, schreibt hier unter dem Synonym Ellen Sandberg einen groß angelegten Spannungs- und Familienroman, der sich mit historischen Verbrechen der jüngeren Vergangenheit beschäftigt und zeigt, wie schnell aus Menschen Mörder werden, wie effektiv ein schlechtes Gewissen übergangen wird und wie aus Mitläufern manchmal Mittäter werden. Sie wählt bewusst einen dunklen Punkt in der deutschen Geschichte, der eben nicht in Vergessenheit geraten darf, damit wenigstens diesmal nicht das Recht des Stärkeren, sondern tatsächlich die Gerechtigkeit siegt. "Die Vergessenen" ist ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer Roman, der durch verschiedene Erzählstimmen bereichert wird. Einerseits agiert die motivierte, persönlich beteiligte Journalistin, die durch privates aber auch berufliches Interesse in den Fall eingebunden ist, zum anderen handelt der etwas undurchsichtige Privatermittler Manolis Lefteris, dem es nicht nur um Rache für seine eigene Familiengeschichte geht, sondern ganz allgemein um Gerechtigkeit, die den Schwächeren zusteht, die sie aber nur selten erfahren. Und so konzentriert sich das Zentrum der Erzählung auf längst vergangene Missetaten, und ihre endgültige Aufklärung. Der Roman ist dabei ein gelungener Mix aus einer kleinen Portion Historie, einer etwas größeren Portion Familiengeschichte in Verbindung mit Verbrechen, die bisher keiner gesühnt hat. Ein kleiner Kritikpunkt besteht für mich in der etwas lockeren und dadurch leicht oberflächlich wirkenden Erzählweise, die sehr umgangssprachlich daherkommt und etwas Tiefgang vermissen lässt. Die sehr spannenden Verbrechen der Vergangenheit, tauchen immer wieder in kurzen Episoden auf, verlieren sich dann aber wieder in der seichten Gegenwartshandlung, die auch das Privatleben der Hauptprotagonisten intensiv beleuchtet. An dieser Stelle hätte ich mir persönlich noch mehr Hintergrundwissen und längere historisch inspirierte Erzählmomente gewünscht und im Gegenzug weniger lückenfüllendes Material über das private Leben und Leiden der Protagonisten. Fazit Ich vergebe 3,5 Lesesterne (aufgerundet 4) für diesen klassischen Unterhaltungsroman mit einer spannenden Hintergrundhandlung in stimmiger, leicht lesbarer Erzählqualität. Eine runde Geschichte über die Schatten der Vergangenheit, die lange Hand der Gerechtigkeit und Schuld, die nicht verjährt. Ein Buch für Jedermann, dem es zwar etwas an Aussagekraft und Hintergrund mangelt, welches ich aber als lesenswert und interessant beschreiben würde.
Ungesühnte Verbrechen - Last für Generationen
von danieleb - 25.02.2018
Der neueste Roman von Ellen Sandberg, fesselt von Beginn an. Vera Mändler, eine Journalistin, die durch die Erkrankung ihrer Tante Kathrin auf die Spuren eben dieser Tante in der Zeit des Naziregimes aufmerksam wird. Manolis Lefteris, erfolgreicher Autohändler und Mann für gewisse Aufträge, dessen Vater traumatisiert durch das Massaker dass die Nazis während des Krieges in seinem Dorf begangen haben, und der vermutlich Jahrzehnte später Selbstmord beging. Sie beide treffen nur wenig im gesamten Roman aufeinander, obwohl ihrer beider Leben enger verbunden ist als sie beide ahnen. Veras Cousin Chris wird ermordet da er sich offenbar mit den falschen Leuten eingelassen hat. Ein Dossier, dass Veras Tante Kathrin einst angelegt hat, doch nie wie ursprünglich geplant als Beweis für begangene Verbrechen nutzte, scheint die Aufmerksamkeit einiger Leute, die lieber unerkannt bleiben wollen, geweckt zu haben. Kathrins Verwicklung in jene Verbrechen begründet durch die unglückliche Liebe zu Dr. Karl Landmann, dem Mann der eben für vielfache Morde mit verantwortlich war, kann Vera nicht mehr erfragen denn die Tante liegt durch Schlaganfall im Koma. Manolis soll eben jenes Dossier im Auftrag seines Mentors, eines Anwalts, beschaffen um die Wahrheit für immer zu verbergen. Parallel dazu wird die Vergangenheit beschrieben, das Leben von Kathrin als junge Krankenschwester, verwickelt in eine der größten Menschen verachtenden Aktionen, der Euthansie der NS-Verbrecher, als auch von Manolis Vater, der als kleiner Junge als einziger das Massaker seines Dorfes überlebt, sich jedoch tief traumatisiert davon nie mehr erholen wird. Eine Generation die noch sehr jung Erlebnisse verarbeiten muss über die nie mehr geredet wurde, weil man nach dem Krieg vergessen wollte um wieder leben zu können. Dass diese Geheimnisse die nachfolgenden Generationen bis heute belastet beschreibt Ellen Sandberg hervorragend Die Autorin hat sich des Themas der Euthanasie in ihrem Roman angenommen. Ein weiteres schwarzes Kapitel, dass bisher weniger in den Fokus der historischen Aufarbeitung jüngster deutscher Geschichte gerückt ist. Spannend und gleichzeitig bedrückend verknüpft Ellen Sandberg die verschiedenen Protagonisten ihrer Geschichte meisterhaft. Dass Menschen trotz belastender Schuld einigermaßen und bisweilen recht bequem weiterleben können, lässt den Leser bisweilen ratlos zurück. Gleichzeitig stellt man sich selbst die Frage wie man in den geschilderten Situationen wohl gehandelt oder eben nicht gehandelt hätte. Die Handlung des Romans ist fiktiv, doch sind die in Rückblenden genannten Ereignisse des Jahres 1944 verbürgt, auch wenn die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar und das griechische Dorf Distomo umbenannt wurden. Der Autorin ist mit "Die Vergessenen" ein höchst lesenswerter Roman um die sich immer wieder uns aufdrängende Frage gelungen: "Wann endet Schuld, wo beginnt Versöhnung?"
Erinnern!
von raschke64 - 21.02.2018
Vera ist Journalistin bei einem Frauenmagazin und dort gar nicht glücklich. Über einen Zufall - nämlich ihre mit einem Schlaganfall im Koma liegende Tante - kommt sie in Verbindung mit einem Verbrechen aus der Nazizeit, der Euthanasie von behinderten Erwachsenen und vor allem Kindern. Ihre Tante hat in so einem Heim gearbeitet. Während sie über den Fall recherchiert und aufdeckt, dass der damals verantwortliche Arzt noch heute unbehelligt unter einem anderen Namen lebt, gerät sie gleichzeitig in Gefahr, denn die Unterlagen, die die Taten beweisen und die sie jetzt hat, will auch der damalige Täter haben und beauftragt über einen Anwalt Manolis, diese zu finden. Der wiederum ist durch seinen Vater, der als Kleinkind mit ansehen musste, wie seine griechische Familie durch die Nazis ausgelöscht wurde, direkt an dem Fall beteiligt. Das Buch ist in zwei Zeiten geschrieben. Zum einen in der Gegenwart, in der die Suche nach den Akten und die Hintergründe von Vera und Manolis beschrieben werden. Zum anderen in der Vergangenheit, als die Taten 1944 stattfinden und wie die Tante darin verwickelt ist. Beides ist sehr gut und flüssig lesbar, interessant und auch spannend. Schwierigkeiten hatte ich beim Einstieg, weil mir die Figur und das Denken von Manolis sehr unsympathisch waren. Später änderte sich das etwas und ich begann eher, mit Veras Tante und ihren Taten (oder eben auch "Nicht-Taten") nach dem Krieg zu zweifeln. Alles in allem aber war das Buch gut. Es stellt wichtige Fragen nach der Schuld im Krieg und nach dem Umgehen danach damit. Man sollte diese Zeiten nicht vergessen und den Umgang mit den Menschen. Dies alles ist so beschrieben, dass das Lesen trotz des schwierigen Themas immer noch Spaß machte. Witzig fand ich den "Querverweis" auf Kommissar Dühnfort. Insgesamt jedenfalls gebe ich dem Buch unbedingt eine Leseempfehlung.
Wahrheit und Gerechtigkei
von Tintenherz - 10.02.2018
Leise, aber sehr eindringlich wird die Geschichte einer Krankenschwester im Dritten Reich erzählt, die fragwürdige Behandlungsmethoden und Greueltaten in einer Heil- und Pflegeanstalt beobachtet und dokumentiert hat. Historische Fakten, die gut recherchiert sind, werden spannend mit einer aktuellen, hypothetischen Krimigeschichte verknüpft, die Erpressung, Rache und Vergeltung enthält. Es geht um Schuld, Verantwortung für die Hinterbliebenen und die Geheimnisträger. Von der manchmal sehr grausamen Handlung wird sehr berührend und bedrückend berichtet und mittendrin wird die unrühmliche Vergangenheit der Krankenschwester zu Tage gebracht. Durch die vorgenannte Thematik bekam ich beim Lesen des Öfteren Gänsehaut und Mitleid mit den seelischen Toten erfasste mich. Und die Spannung hat mich total gefesselt. Fazit: Ein klasse Roman mit Krimieffekten, der unter die Haut geht!
Justizentscheidungen auf dem moralischen Prüfstand
von * Vivi * - 31.01.2018
Ein geheimnisvoller Mann für besondere Fälle, Manolis Lefteris, gutaussehend, intelligent, kultiviert, löst Probleme unkompliziert - das ist an sich schon ein guter Anfang. Doch die Thematik und die Handlung ergeben ein durchaus komplexeres Werk: Es geht um Schlupflöcher in der Justiz und den Glauben an Gerechtigkeit. Ellen Sandbergs Geschichte fängt spannend an und bleibt durchgehend auf diesem Niveau. Dies gilt sowohl für die Charaktere als auch für die Ereignisse. Ebenso konstant ausgeglichen bleibt der Grundton des Romans, der Erinnerungen an den zweiten Weltkrieg in Rückblenden verarbeitet und in eine moderne Kriminalgeschichte in der Gegenwart einbettet. Nach Aussage der Autorin sind alle Personen und Orte frei erfunden, doch der Kern der Geschichte ist wahren Begebenheiten nachempfunden. Die dokumentarisch präzise dargestellten Episoden aus der Vergangenheit wirken genauso schockierend wie die bedrückende juristische Bewertung der geschilderten Massaker und Mordfälle als normale Kriegshandlung. Dieser Freispruch löst in den nachfolgenden Generationen emotionale Konflikte aus. Die Verzweiflung und Machtlosigkeit der beteiligten fiktiven Charaktere ist spürbar. Neben der fesselnden und abenteuerlichen Handlung stimmen die moralischen Schwankungen mal hoffnungsvoll mal niedergeschlagen: Wo liegt der Unterschied zwischen Völkermord und normale Kriegshandlung? Gibt es eine Chance auf Gerechtigkeit? Ist Selbstjustiz im Zweifelsfall akzeptabel? Dementsprechend ist Ellen Sandbergs Protagonist, Manolis Lefteris, kein gewöhnlicher Alltagsmensch, obwohl er diesen Schein gern wahren möchte. Sein Doppelleben macht ihn noch interessanter, da seine Beweggründe - trotz Brutalität - gewisser weise aufrichtig sind: Gerechtigkeit außerhalb der Grenzen des Gesetzes. Neben den nachdenklichen Momenten erscheint das pulsierende Münchner Großstadtleben als Kulisse sehr realistisch, teils sogar heiter, die Szenen aus dem Verlagsleben - ob seriöse Tagespresse oder leichte Unterhaltung für eine alternde weibliche Zielgruppe - sind glaubhaft. Besondere Momente werden bildhaft beschrieben und ergeben mit gefühlvollen und klassischen musikalischen Elementen ein noch intensiveres Leseerlebnis. "Die Vergessenen" behandelt ein ernstes Thema mit Leichtigkeit, fesselt durch abenteuerliche Verwicklungen und zeigt auf verschiedenen Zeitebenen düstere Kapitel des Krieges und deren Spätfolgen. Die Autorin stellt ein Mahnmal für die unschuldigen Opfer, die im Laufe der Zeit leichthin in Vergessenheit geraten sind.
Wir dürfen nicht vergessen
von Gaby2707 - 23.01.2018
Kathrin Mändler ist gerade 17 Jahre alt, hat ihre Ausbildung abgeschlossen und bekommt 1944 eine Stelle als Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Hier trifft sie auf den charismatischen Anstaltsleiter Dr. Karl Landmann. Sie, die sich selbst als graues Mauerblümchen fühlt, nimmt seine Avancen schnell an. Bis sie erkennt, was sich hinter den Mauern der Anstalt abspielt. Ihre Nichte Vera Mändler beginnt sich 2013 für ein Dossier zu interessieren, das ihrem Cousin Christian wahrscheinlich das Leben gekostet hat. Diese brisanten Unterlagen soll ihre Tante haben. Aber auch Manolis Lefteris, der sehr sympathische Inhaber eines Münchner Autohauses und Auftragnehmer für besondere Fälle, interessiert sich für seinen Auftraggeber für diese Unterlagen und untersucht alles, um sie in seinen Besitz zu bekommen. Unter dem Pseudonym Ellen Sandberg schreibt eine meiner deutschen Lieblingsautorinnen Inge Löhnig einen spannenden, interessanten, mich faszinierenden und berührenden Roman über die Geschehnisse in einem kleinen Dorf in Griechenland 1944 und in einer Heil- und Pflegeanstalt aus den letzten Kriegsjahren. Es ist eine Geschichte, die die beiden Handlungsstränge aus der Vergangenheit mit dem Heute verbindet. Eine Geschichte mit einer ganz andere Form der Spannung: aufgeladen, unvorstellbar und erschreckend. Es geht um Recht, Gerechtigkeit und unsere Justiz, die immer wieder die Augen zugedrückt hat; um Schuld, Schweigen und Sühne; um sexuelle Hörigkeit, Verdrängen und Macht; um Seilschaften, die bis in unsere heutige Zeit reichen. Nach einigen Stellen musste ich mich erst mal wieder fassen um weiterlesen zu können, so sehr hat mich die Erzählung seelisch mitgenommen. Vor allem, weil ich mir immer wieder sagen musste, dass dieser Roman sich an historische Fakten hält. Das war für mich hier und da nur schwer auszuhalten. Es geht hier zum großen Teil um eine Heil- und Pflegeanstalt in denen Kinder und Erwachsene mit Behinderungen während der Kriegswirren gut aufgehoben sein sollten. Aber leider ging es damals in diesen Häusern wohl zum Teil ganz anders zu. Diese Menschen wurden als lebensunwürdig, als Idioten bezeichnet, sie "nahmen unseren treuen Soldaten das Essen weg". Solche Aussagen machen mich traurig, wütend und fassungslos. Ganz langsam wurden diese Menschen zu Tode gepflegt. Es ist mir trotz einiger Stellen, wo ich doch eine Pause brauchte um das Gelesene zu verarbeiten, sehr schwer gefallen, dieses Buch doch immer mal wieder aus der Hand zu legen. So eine spannende, fesselnde und berührende Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Und sie wird noch lange in mir nachwirken. Vor allem, wenn ich bedenke, wir lange die Geschehnisse von damals ihre Arme zu den heute lebenden Familienangehörigen noch ausstrecken. Aber auch etwas anderes hat mich stark beschäftigt: Manolis Lefteris - der Mann, der für seinen Auftraggeber (fast) alles tut. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie es sein kann, dass ich diesen Mörder sympathisch finde. Ich denke, es ist der Mensch, der mir einfach gefällt, der sich für Unrecht einsetzt und der für seine Familie alles tun würde. Ellen Sandberg hat einen Roman geschrieben, den ich spannender und fesselnder finde, als manchen Krimi. Keine leichte Kost, aber absolut lesens- und empfehlenswert!
Sehr gutes Buch!
von Danni13 - 23.01.2018
Ich kannte die Autorin vorab nicht und habe das Buch ganz unvoreingenommen gelesen, weil mich die Lesprobe angesprochen hat. Und ich muss sagen, es ist eines der besten Bücher, die ich in der letzten Zeit in der Hand hatte. Wunderbar geschrieben, keine Sekunde langweilig, die Personen und Geschehnisse geschickt miteinander verwoben. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe mich darauf gefreut, weiterlesen zu können. Die Schicksale der einzelnen Protagonisten bewegen den Leser sehr, ohne kitschig oder übertrieben zu wirken. Die Vergessenen ist ein starker Titel mit einem noch besseren Inhalt, der aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Ich weiß gar nicht, ob man das Buch einen Krimi oder einfach nur einen spannenden zeitgeschichtlichen Roman nennen soll. Empfehlenswert ist er allemal!
Ein meisterlicher (Krimi) Roman
von G. Schad (Hugendubel Landshut) - 20.01.2018
Ein meisterlicher (Krimi) Roman über das Thema: Schuld - Sühne - Recht - Gerechtigkeit. Dramatische Wendungen, psychologisch tiefgründige Personen ziel auf einen besonderen Showdown zum Schluss Für alle Leser von Mechtild Borrmann ein Muss! Für alle anderen eine Entdeckung!
Niemals vergessen
von Miss Norge¿s Bøker-Welt - 18.01.2018
Mit dem Pseudonym Ellen Sandberg hat sich die Krimi-Autorin Inge Löhnig einen Wunsch erfüllt und zwar diesen Roman zu schreiben. Dem Buch merkt man an, das er der Autorin sehr am Herzen liegt. Diese Geschichte gehört den Menschen nahe gebracht und ist sehr lesenswert. Die zwei Erzählungen, im Heute und im Damals, fügen sich harmonisch ineinander und haben mich sehr gut unterhalten. Bei den Damals-Abschnitten ist der Inhalt oftmals schwer zu verdauen. Ellen Sandberg/Inge Löhnig findet aber die richtigen Worte ohne zu übertreiben, oder dem Leser schlaflose Nächte zu bereiten. Mit ihrem Schreibstil berührte sie mich beim Lesen, sie erwähnt unbedeutende Kleinigkeiten, die aber keineswegs uninteressant wirken, sondern das Bild bzw. den Blick abrunden. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant angelegt, keiner sticht hervor oder wird in den Mittelpunkt gestellt, alle haben ihren Raum bekommen sich zu entfalten und ihre Sichtweise auf die Geschichte zu darzustellen. Sehr berührend und bewegend, aber auch grausam und sprachlos machend, sind die Abschnitte in den Kriegsjahren, als Kathrin Krankenschwester in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg ist. Beim Lesen spürt man das Leid der Menschen, man kann es sich kaum vorstellen. Einige grausame Details erwähnt die Autorin, aber es bleibt auch genug ungesagt, doch man kann es erahnen. So ernst wie das Buch und sein Hintergrund auch sein mögen, aber am Schluss musste ich auch ein bisschen schmunzeln. Rache und Gerechtigkeit sind bekanntlich ... Fazit Ein wunderbarer Roman der niemanden beim Lesen unberührt lässt und der einige Zeit der Recherche in Anspruch genommen hat, aber es hat sich voll und ganz gelohnt. Der Schreibstil ist toll und vereint viel Gefühl, Mitgefühl, Liebe, Trauer, Hass, Rache und der Suche nach Gerechtigkeit. Eine Geschichte die erzählt werden muss, damit die Vergessenen wirklich nicht vergessen werden.
Gegen das Vergessen
von SosoW - 14.01.2018
Ellen Sandberg ist das Pseudonym von Inge Löhnig. Als großer Fan ihrer Krimis um den Münchener Kommissar Konstantin Dühnfort und seine Frau Gina war dieses Buch für mich schon fast ein Muss. Die Vergessenen wird auf zwei Ebenen erzählt. Die eine spielt im Jahr 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Winkelberg. Wir begleiten die junge Krankenschwester Kathrin bei ihrer Arbeit mit Kranken und Behinderten. Erst nach und nach wird ihr bewusst was in dieser Anstalt wirklich geschieht. Die zweite Ebene spielt 2013 in München. Die Journalistin Vera Mändler entdeckt ein Familiengeheimnis und versucht ihm auf den Grund zu gehen. In diesem Roman erzählt Ellen Sandberg äußerst spannend, einfühlsam und gekonnt über Kriegsverbrechen und Familiengeschichten die sich über Generationen hinweg ziehen und diese stark beeinflussen. Der Roman ist sehr emotional und macht einen nachdenklich und betroffen. Man merkt sofort wieviel Herzblut die Autorin Ellen Sandberg / Inge Löhnig in diesen Roman gelegt hat. Durch ihren hervorragenden Schreibstil werden beide Handlungsstränge geschickt mit einander zu einem großen Ganzen verwoben. Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung für dieses fesselnde, spannungsgeladene Buch und gerne vergebe ich volle 5 Sterne. ( Leider gibt es keine höhere Punktzahl )
Kein Krimi, aber trotzdem extrem spannend
von Xanaka - 14.01.2018
Manolis Lefteris ist ein Mann für besondere Fälle, ein lautloser Problemlöser . Als er den Auftrag bekommt von einer alten Dame geheimnisvolle Akten aufzuspüren und an sich zu nehmen, geht er von einem Routineauftrag aus. Doch die Akten werden nicht gefunden, alles wird komplizierter als ursprünglich angenommen. Kathrin, die alte Dame in deren Besitz sich die Unterlagen befinden, ahnt von alledem nichts. Sie liegt nach einem Schlaganfall im Koma und kann keinerlei Aussagen dazu machen. Vera Mändler, ihre Nichte und Journalistin stolpert durch Zufall über die Suchenden. Schnell wird klar, dass derjenige der diese Unterlagen haben will, bis ans äußerste gehen wird, um diese zu erlangen. Vera recherchiert selbst auf der Suche nach den Unterlagen und erfährt, dass ihre Tante in ihrer Jugend als Krankenschwester in einer bayerischen Heil- und Pflegeanstalt für Kinder und Erwachsene tätig war, in denen Menschen deren Leben als wertlos eingeschätzt wurde, gezielt umgebracht wurden. Auch Manolis sucht nach den Unterlagen. Je tiefer er in die Thematik einsteigt, umso deutlicher wird ihm das Unrecht von damals bewusst. Auch sein Vater hat als Kind im Krieg schreckliches erlebt und dieses über Jahre nicht verarbeiten können. Manolis wusste davon und schleppte die Erlebnisse seines Vater mit sich. Dieses Buch, was an sich kein Krimi ist, entwickelt im Laufe der Handlung eine immer größere Spannung, die mich als Leser kaum zur Ruhe kommen lies. Je tiefer ich in der Handlung steckte, umso schneller und umso mehr wollte ich wissen, wie es weitergeht. Inge Löhnig, die dieses Buch hier unter dem Pseudonym Ellen Sander veröffentlicht, hat hier ein ungemein wichtiges und vor allem lesenswertes Buch geschaffen. Die Auseinandersetzung mit der Thematik, wie gehe ich mit Vergangenem um, ist auch heute aus meiner Sicht noch sehr wichtig. Insofern hat mir auch gut gefallen, dass Manolis seinen Auftrag zwar widerwillig erfüllt hat, sich und vor allem Vera trotz allem noch eine Tür offengelassen hat. Ich war mit diesem Ende äußerst zufrieden. Von mir gibt es verdiente fünf Lesesterne und eine unbedingte Leseempfehlung an alle.
Tolles Buch mit interessanter Thematik!
von Franzi - 13.01.2018
Die Vergessenen - Ellen Sandberg Ellen Sandberg ist ein Pseudonym einer bekannten Münchener Schriftstellerin. Wer wissen will, wer sie ist, muss einfach das Buch lesen! Ihr bekannter Protagonist kommt darin vor! Inhalt: Manolis Lefteris lebt in München und ist ein Mann mit besonderen Aufträgen. Er muss ein wichtiges Dossier finden. Dieses Dossier befindet sich bei einer alten Dame. Was er bis dahin nicht weiß, es beinhaltet ein wichtiges Thema aus der Nazizeit... Vera Mändler, Journalistin, die Nichte der alten Dame (Kathrin Mändler) wittert in diesem Dossier eine riesen Story... 1944, Kathrin Mändler tritt eine Stelle in einem Pflegeheim an. In diesem Pflegeheim ist der Leiter Karl Landmann. Er hat viele Leben in seinen Händen... Ich persönlich möchte die Thematik hier nicht ansprechen, dafür könnt ihr sehr gerne das Buch lesen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig. Das Cover zeigt ein altes verfallenes Haus. Mir haben alle Charaktere gleichermaßen gefallen und ich würde mich sehr freuen, wenn es noch ein 2. Buch über Manolis und Vera gibt! Ich gebe diesem Buch 5 von 5 Sternen.
Justitia und die Fiktion von Gerechtigkeit
von Readaholic - 10.01.2018
Die Journalistin Vera Mändler arbeitet als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift und würde liebend gern das Ressort wechseln. Als sie durch Zufall einer Geschichte auf die Spur kommt, bei der es um Euthanasie im Dritten Reich geht, setzt sie alles auf eine Karte und kündigt trotz einer in Aussicht gestellten Beförderung ihren Job. Ihre Tante, die mit Schlaganfall im Krankenhaus liegt, war Krankenschwester in einer Einrichtung, in der während des 2. Weltkriegs Behinderte und für den Arbeitsmarkt wertlose Menschen "aus dem Volkskörper ausgeschieden" wurden. Vera macht sich auf die Suche nach einem Dossier, mit dem die damals Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden könnten und begibt sich dabei selbst in höchste Gefahr. Manolis Lefteris ist ein Problemlöser, der für seine Arbeitgeber Kunden einschüchtert oder Schlimmeres. Er wird beauftragt, Vera zu beschatten und, falls sie die Unterlagen finden sollte, ihr diese abzunehmen. Er fragt nicht nach, wer ihn beauftragt hat, doch in diesem Fall verliert er die professionelle Distanz, handelt es sich doch um die Aufklärung von Verbrechen, die während der Nazizeit begangen wurden. Da die gesamte Familie seines Vaters einem von deutschen Soldaten in Griechenland begangenen Massaker zum Opfer fielen - der damals sechsjährige Vater war der einzige Überlebende und für den Rest seines Lebens schwer traumatisiert - geht es Manolis gegen den Strich, dass er einem Naziverbrecher dabei helfen soll, ungeschoren davonzukommen. Die Geschichte ist sehr spannend erzählt, wobei jeweils zwei Handlungsstränge in der Vergangenheit und in der Gegenwart spielen. Die Autorin, die erstmalig unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht, ist leicht zu erkennen, wird im Buch doch an einer Stelle auf "Kommissar Dühnfort" Bezug genommen. Das 500 Seiten starke Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und, was ich besonders schätze, auch die Auflösung ist schlüssig. Für mich einer der besten Krimis seit langem!
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