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Gedichte

'Reclam Universal-Bibliothek'.
Taschenbuch
Erich Fried, Jude aus Wien, Emigrant, politischer Kommentator für die BBC, Romancier und Shakespeare-Übersetzer, ist doch vor allem als Lyriker bekannt. Der hier vorgelegte Querschnitt durch ein umfangreiches lyrisches Werk zeigt die thematische Weit … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Gedichte
Autor/en: Erich Fried

ISBN: 3150088631
EAN: 9783150088630
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Herausgegeben von Alexander von Bormann
Reclam Philipp Jun.

Juli 1993 - kartoniert - 80 Seiten

Beschreibung

Erich Fried, Jude aus Wien, Emigrant, politischer Kommentator für die BBC, Romancier und Shakespeare-Übersetzer, ist doch vor allem als Lyriker bekannt. Der hier vorgelegte Querschnitt durch ein umfangreiches lyrisches Werk zeigt die thematische Weite des Dichters, die von politischer Lyrik zu Liebesgedichten, von Naturlyrik zu Grotesken reicht.

Inhaltsverzeichnis

Der Überlebende - Begräbnis meines Vaters - Alter Schulweg - Heimkehr - Wiederholung - Leben oder Leben? - Wo lernen wir? - Kleines Beispiel - Die Warner - Deckung - Die Gleichungen - Wohin? - Die Nichtnure - Fast alles - Erhaltung der Materie - Um Schönheit - Zusätzliche Bedingung - Abhärtung - Herrschaftsfreiheit - Befreiung von den großen Vorbildern - Die Zeit der Steine - Rückwärtsgewandte Utopie - Friedensbereitschaft - Humorlos - Eigentlich keine Art - Kein Unterschlupf - Status quo - Angst und Zweifel - Der Augenblick des Opfers - Die Freiheit den Mund aufzumachen - Der Freiwillige - Einbürgerung - Artfremd - Im Frieden - Verschlechterung - Aus der Weisheit der Schlächter - Fragen in Israel - Die Maßnahmen - Du liebe Zeit - Neue Naturdichtung - ... um Klarheit ... - Gedichte lesen - Die mit der Sprache - Lebensaufgabe - Sehnsucht nach Worten - Nichterfüllung des Kunstsolls - Fügungen - Mnemosyne - Hölderlin an Sinclair - Gegengewicht - Fragen und Antworten - Inschrift - Ein Versuch - Was es ist - Dich - An eine Nervensäge - Worte - Aber wieder - Vorübungen für ein Wunder - Nachhall - Vorabend - Bevor ich sterbe - Zu guter Letzt - Nichts von dem was mir gehört gehört mir - Nativitas mortis - Nacht in London - Lebenslauf

Portrait

Erich Fried, 6. 5. 1921 Wien - 22. 11. 1988 Baden-Baden.
Der aus einer assimilierten jüdischen Familie stammende F. - der Vater war Spediteur, die Mutter Modellzeichnerin - musste im Mai 1938 das Gymnasium verlassen; der Vater starb im selben Monat an den Folgen eines Gestapoverhörs. F. emigrierte im August 1938 nach England. Er trat in den Kommunistischen Jugendverband ein, verließ ihn aber wieder 1944 und zog sich von der aktiven politischen Arbeit zurück. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Hilfsarbeiter, Chemiker, Bibliothekar und Glasarbeiter, bis er 1952 von der BBC für das (ost)deutsche Programm fest angestellt wurde. 1968 gab er die Stellung auf, da er nicht länger Propagandist des Kalten Krieges sein wollte. Er mischte sich nachdrücklich in die dt. politische Diskussion der kommenden Jahre ein und kritisierte die politische und gesellschaftliche Entwicklung in der BRD. Texte F.s erschienen seit 1940 in Exilzeitschriften und Anthologien, die ersten eigenen Lyrikbände 1944 und 1945. Die Übersetzungen engl. Dichtung (seit 1954) bilden neben der Lyrik den zweiten Schwerpunkt seines literarischen Werkes (u. a. Dylan Thomas, T. S. Eliot, Edith Sitwell, Sylvia Plath, 21 Dramen Shakespeares). Als politischer Lyriker erzielte F. in den 60erJahren mit Gedichtbänden wie Warngedichte und v. a. und VIETNAM und den Durchbruch beim dt. Publikum. Aufklärung durch Dialektik, durch Paradox und Satire kennzeichnet F.s poetisches Verfahren. Dabei stammt das Material für seine sprachlich bewusst einfachen, epigrammatisch verknappten und auf die politische Pointe ausgerichteten Gedichte aus der als bedrückend erfahrenen politischen, militärischen und sozialen Realität. Sein vom Kampf gegen den Faschismus geprägtes Engagement galt neben dem Vietnamkrieg und den dt. Verhältnissen zur Zeit des RAF-Terrorismus (So kam ich unter die Deutschen) auch der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Seine Haltung brachte ihm im vergifteten politischen Klima jener Jahre heftige Angriffe ein. Eine intensive Auseinandersetzung mit der dt. Vergangenheit stellt F.s einziger Roman dar, an dem er 1946 zu arbeiten begonnen hatte und der nach mehrfacher Umarbeitung erst 1960 erschien (Ein Soldat und ein Mädchen). F. erhielt neben anderen Auszeichnungen 1986 den Österreichischen Staatspreis für Literatur und 1987 den Georg-Büchner-Preis.


In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.

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