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Der Spieler

Aus den Aufzeichnungen eines jungen Mannes. (dtv klassik). Originaltitel: Igrok. Iz zapisol molodogo celoveka.…
Taschenbuch
Selbst der Magie des Spiels erlegen und in eine unglückliche Liebesaffäre verstrickt, hat Dostojewskij in nur drei Wochen diesen berühmten Roman niedergeschreiben.
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Der Spieler als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Der Spieler
Autor/en: Fjodor M. Dostojewskij

ISBN: 3423124067
EAN: 9783423124065
Aus den Aufzeichnungen eines jungen Mannes. (dtv klassik).
Originaltitel: Igrok. Iz zapisol molodogo celoveka.
'dtv Taschenbücher'. 'dtv Klassik'.
Neuausgabe, Nachdruck.
Übersetzt von Arthur Luther
dtv Verlagsgesellschaft

1. April 1998 - kartoniert - 176 Seiten

Beschreibung

Die Poesie des Spiels
Selbst der Magie des Spiels erlegen und in eine unglückliche Liebesaffäre verstrickt, hat Dostojewskij in nur drei Wochen diesen berühmten Roman niedergeschreiben.





Die zentrale Thematik dieses 1866 erstmals erschienenen Romans kreist um zwei Pole: die zerstörerische Leidenschaft zum Spiel und die Qual einer komplizierten Liebesbeziehung. Zunächst will Aleksej Iwanowitsch am Spieltisch nur seine ruinöse Finanzlage verbessern, aber wie der berühmte Autor selbst erliegt er der Faszination des Rouletts. Als ihm schließlich seine heimliche Liebe Paulina ihre ZUneigung gesteht, kann er den eingeschlagenen Weg nicht mehr verlassen. Er verliert die Geliebte, die erkennt, dass sie gegen die »Poesie des Spiels« ohnmächtig ist.





»Er kehrte vom Spieltisch zurück ..., es war schrecklich, ihn anzuschauen: sein gesicht war hochrot, seine Augen rot unterlaufen, als ob er betrunken wäre.« Anna Grigorijewna Dostojewskaja

Portrait

Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Weltliteratur. Er war der Sohn eines Armeearztes aus Moskau. Nach kurzer Tätigkeit als technischer Zeichner im Kriegsministerium wurde er freier Schriftsteller. Vier Jahre Zwangsarbeit als politischer Häftling und beständige Geldnot wegen seiner Spielleidenschaft zeichnen den unermüdlich Schaffenden. St. Petersburg wird die zweite Heimat dieses bedeutendsten russischen Realisten und Hauptschauplatz seiner berühmtesten Romane, die bis heute weltweit bewundert und gelesen werden.

Pressestimmen

"Spielsucht ist noch immer ein Problem, aber niemals so raffiniert beschrieben worden wie in diesem jetzt neu übersetzten Klassiker."
Jens Jessen, Die Zeit 24.11.2016

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 11.10.2009

Geld, das ist alles!

Menschen, gefangen im Kugellager: "Der Spieler", Dostojewskijs blitzschneller Rouletteroman von 1866, ist neu übersetzt worden. Ein Glücksfall

Dieses Tempo! Man wird geradezu hineingewürfelt in diese Geschichte. Es fällt schwer, nicht in Kasinometaphern über Dostojewskijs Roman "Der Spieler" zu reden. Dessen höchstes Ziel ist es offenbar - ganz anders als bei einer durchschnittlichen Roulettekugel -, Geschwindigkeit aufzunehmen, statt sie zu verlieren.

Oft gelingt es Fjodor Dostojewskij, der fünfundvierzig Jahre alt war, als er dieses Buch 1866 schrieb, von einem Satz zum anderen die Zeit zu raffen (",Sie wissen genau, dass dem nicht so ist!', sagte Polina. ,Wo haben Sie diesen Engländer kennengelernt?', fuhr sie nach minutenlangem Schweigen fort"). Vielleicht lag das ja am Druck, unter dem er sein Buch abliefern musste, vier Wochen Zeit hatte er dazu. Dostojewskij macht es dennoch so elegant, dass einem die Nervosität, die ständig wechselnden Stimmungslagen und Besitzverhältnisse des Romanpersonals aus Roulettenburg niemals auf die Nerven gehen.

Swetlana Geier, die seit Jahren schon das Werk Dostojewskijs für den Ammann-Verlag neu übersetzt, hat den "Spieler" auch stilistisch in der Zeit springen lassen, nah an unsere Gegenwart heran. Man muss kein Russisch können, um zu spüren, wie gut ihr das gelungen ist: Man merkt es zum Beispiel daran, wie schnell das Buch ausgelesen ist. Der Erzähler Alexej, seine Angebetete Polina, der unergründliche Mister Astley, die Überbabuschka Antonida Wassiljewna, die ins Kasino kam, sah und verlor: Sie sind zwar nicht gerade Paranoiker wie du und ich, dazu ist die Etikette zu umständlich, mit der sie sich belauern und auf Abstand halten. Aber ihre Paranoia ist die reinste Gegenwart: "Geld - das ist alles!"

Auch das fällt nämlich schwer: den "Spieler" im Krisenjahr 2009 nicht als Parabel zu lesen. Weil Sätze wie "Merkwürdig, ich hatte noch nicht gewonnen, aber ich handelte, fühlte und dachte wie ein reicher Mann, völlig außerstande, mir andere Vorstellungen zu bilden" einen schon sehr an die Konjunkturpaketverschnürer von heute erinnern. Außerdem wird ständig über Nationalcharakter pauschalisiert - "Der Franzose en nature zeigt eine denkbar spießige kleinliche Alltagspositivität"; "O je, oje, dieses Ausland!", das kommt einem auch ziemlich aktuell vor.

Man hat den "Spieler" aber vor allem als Abrechnung in eigener Sache gelesen, er ist ja auch autobiographisch: Dostojewskij verarbeitet darin seinen schweren Ruin aus zwei Besuchen an den Spieltischen von Baden-Baden und Wiesbaden. Es muss fatal gewesen sein. Und doch fallen die Action-Szenen vom Roulette eher kurz aus, gemessen an den Liebesräuschen jedenfalls. Alexej, der Spieler, ist nicht nur den Karten und Kugeln, sondern auch einer Frau verfallen, Polina, für die er die dümmsten Sachen anstellt. Und deren Herz er verspielt.

"Was bin ich jetzt? Zéro", sagt Alexej am Ende, pleite, ungeliebt und unerwünscht im Ballungsraum Rhein-Main. Es war Dostojewskij selbst, der seinem Roman die Kasinometaphern eingeschrieben hat. Bestimmt der Mensch nicht sein Schicksal selbst, könnte er nicht vom Roulette wegtreten, um der Liebe willen? "All das galt es zu ergründen", sagt Alexej irgendwann, "und zwar so schnell wie möglich. Einstweilen hatte ich keine Zeit dazu: Ich musste an den Spieltisch."

TOBIAS RÜTHER

Fjodor Dostojewskij: "Der Spieler". Roman. Aus dem Russischen von Swetlana Geier. Ammann-Verlag, 240 Seiten

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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