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Das doppelköpfige Österreich als Taschenbuch
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Das doppelköpfige Österreich

Essays, Polemiken, Interviews. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Taschenbuch
Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth genießt einen nahezu legendären Ruf als engagierter Essayist, der unermüdlich gegen Mißstände in Österreich polemisiert - auch wenn er dafür im eigenen Land oft als Netzbeschmutzer diffamiert wurde.
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Das doppelköpfige Österreich als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Das doppelköpfige Österreich
Autor/en: Gerhard Roth

ISBN: 3596129141
EAN: 9783596129140
Essays, Polemiken, Interviews.
'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Kommentiert von Gerfried Sperl
Herausgegeben von Kristina Pfoser-Schewig
FISCHER Taschenbuch

1. August 1995 - kartoniert - 247 Seiten

Beschreibung

Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth genießt einen nahezu legendären Ruf als engagierter Essayist, der unermüdlich gegen Mißstände in Österreich polemisiert - auch wenn er dafür im eigenen Land oft als Netzbeschmutzer diffamiert wurde.
Dieser Band versammelt Beiträge der letzten zehn Jahre, die Roth in überregionalen Zeitungen, etwa als Autor für Die Zeit oder profil publiziert hat. Er fungiert darin als Seismograph der jüngsten historischen Epoche Österreichs, die von der Wahl Waldheims zum Präsidenten 1986 bis zum EU-Beitritt 1995 reicht. Seine Artikel sind Warnungen vor Antisemitismus und Fremdenparanoia in Österreich, sie wollen verhindern, daß das Land Etappen seiner Vergangenheit, besonders die Rolle im nationalsozialistischen Machtgefüge, ausblendet. Analytische Wahrhaftigkeit treibt Roth dazu, die Ursachen für Verdrängung und Kleingeistigkeit in Österreich aufzuspüren, das eigentliche Wesen der Republik und ihrer Mentalität zu erkunden. Seine Recherche erhellt auch Orte, an denen sich die Institution Staat ihrer schwächsten Mitglieder höchstpersönlich annimmt: Obdachlosenunterkünfte, Erziehungsheime, Psychiatrien.
Aufgeschlossen berichtet er in den Interviews am Ende des Bandes über sein Leben als Schriftsteller und die Arbeit am großen Romanzyklus Die Archive des Schweigens.

Besprechung

Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth genießt einen nahezu legendären Ruf als engagierter Essayist, der unermüdlich gegen Mißstände in Österreich polemisiert auch wenn er dafür im eigenen Land oft als Nestbeschmutzer diffamiert wurde.

Dieser Band versammelt Beiträge der letzten zehn Jahre, die Roth in überregionalen Zeitungen, etwa als Autor für Die Zeit oder profil, publiziert hat. Er fungiert darin als Seismograph der jüngsten historischen Epoche Österreichs, die von der Wahl Waldheims zum Präsidenten 1986 bis zum EU-Beitritt 1995 reicht. Seine Artikel sind Warnungen vor Antisemitismus und Fremdenparanoia in Österreich, sie wollen verhindern, daß das Land Etappen seiner Vergangenheit, besonders die Rolle im nationalsozialistischen Machtgefüge, ausblendet. Analytische Wahrhaftigkeit treibt Roth dazu, die Ursachen für Verdrängung und Kleingeistigkeit in Österreich aufzuspüren, das eigentliche Wesen der Republik und ihrer Mentalität zu erkunden. Seine Recherche erhellt auch Orte, an denen sich die Institution Staat ihrer schwächsten Mitglieder höchstpersönlich annimmt: Obdachlosenunterkünfte, Entziehungsheime, Psychiatrien.

Aufgeschlossen berichtet er in den Interviews am Ende des Bandes über sein Leben als Schriftsteller und die Arbeit am großen Romanzyklus Die Archive des Schweigens.

Portrait

Gerhard Roth, 1942 in Graz geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus >Die Archive des Schweigens<. Anschließend erschienen die Bände des >Orkus<-Zyklus: die Romane >Der See<, >Der Plan<, >Der Berg<, >Der Strom< und >Das Labyrinth<, die literarischen Essays über Wien >Die Stadt< sowie die beiden Erinnerungsbände >Das Alphabet der Zeit< und >Orkus<. Zuletzt erschien der Roman >Grundriss eines Rätsels<.

Leseprobe

"Ich gehe von der Ansicht aus, daß die Geschichte eine Entwicklung von einem Irrtum zum nächsten Irrtum ist." Dieser Satz von Gerhard Roth, geäußert 1986 in einem Gespräch mit Günter Kaindlstorfer, beinhaltet auf den ersten Blick pure Resignation. Betrachtet man ihn genauer, beginnt er auf eigenartige Weise zu schillern. Er bezieht sich auf sich selbst und widerspricht sich dabei. Daß die Geschichte eine Entwicklung von einem Irrtum zum nächsten Irrtum ist, könnte nämlich der neueste Irrtum sein. Entweder ist Geschichte eine Anhäufung von Irrtümern, dann kann derjenige, der das behauptet, nicht recht haben, oder er hat recht, dann gibt es in der Geschichte auch noch einen Standpunkt außerhalb dieser Irrtümer. Diese Lesart hebt den Satz merkwürdigerweise nicht auf. Die paradoxe Formulierung betrifft nämlich nur den Nebensatz. Gerhard Roth sagt ja nicht: "Ich behaupte, daß...", sondern: "Ich gehe von der Ansicht aus, daß..." Was ja nur heißen kann: Von diesem Widerspruch (des Nebensatzes) gehe ich aus. Oder anders formuliert: Ich will natürlich die Wahrheit sagen, aber ich kann, erwägt man den bisherigen Lauf der Dinge, nicht sicher sein, ob sie nicht doch ein Irrtum ist.

Allerorten wurde in den Achtziger Jahren intellektuelle Inventur gehalten. Und dabei wurde auch das alte Stehaufmännchen Geschichtslogik wieder einmal ausgemustert. Niemand wollte mehr glauben an das richtige, wahre Leben, von dem man einst sagte, daß es, durch viele Niederlagen und...

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